Lebensmittel bei Durchfall: Was essen, was meiden

Lebensmittel bei Durchfall: Was essen, was meiden

Bei akutem Durchfall zählt zuerst der Ersatz von Wasser und Salzen, nicht eine strenge Schonkost. Sobald der Appetit zurückkehrt, dürfen die meisten Erwachsenen wieder normal essen; Kinder behalten ihre altersgerechte Kost, Säuglinge Muttermilch oder Säuglingsmilch.

So steht es beim US-Institut NIDDK (Stand September 2024). Die Fachleute raten ausdrücklich vom Fasten und von einer über wenige Reizstoffe hinaus eingeschränkten Diät ab. Was den Stuhl oft lockerer macht, sind Alkohol, Koffein, viel Einfachzucker, Zuckeralkohole, fettreiche Speisen und Laktose. Orale Rehydratationslösung, Brühe und Wasser stehen vor Banane und Reis.

Die ältere Idee, tagelang nur Banane, Reis, Apfelmus und Toast zu essen, gilt nicht mehr als Standard. Wer nach zwei Tagen ohne Besserung bleibt, Blut im Stuhl sieht, Fieber über 39 °C hat oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel bemerkt, braucht eine Ärztin oder einen Arzt, keine weitere Diätliste.

Was Durchfall bedeutet und warum Essen trotzdem zählt

Durchfall heißt, mindestens dreimal am Tag lockeren oder wässrigen Stuhl zu haben oder deutlich häufiger zu entleeren als sonst. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert so; das NIDDK nennt zusätzlich Stuhldrang, Krämpfe und manchmal Übelkeit.

Die Cleveland Clinic unterscheidet 2026 nach der Dauer. Akut dauert die Episode meist wenige Tage. Persistierend heißt zwei bis vier Wochen. Chronisch bedeutet länger als vier Wochen oder immer wiederkehrend. Die Mayo Clinic schreibt, dass ein paar Tage oft von selbst vorübergehen. Hält der Durchfall in die Wochen, steckt häufiger eine andere Ursache dahinter, etwa ein Reizdarm, eine Zöliakie oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung.

Ursachen des kurzen Verlaufs sind oft Viren (bei Erwachsenen häufig Norovirus, bei Kindern Rotavirus), verdorbene Speisen oder Arzneimittel, darunter Antibiotika und magnesiumhaltige Antazida. Reisende treffen zusätzlich Bakterien wie enterotoxinbildende Escherichia coli. Jeder dünne Stuhl nimmt Wasser und Elektrolyte mit. Genau deshalb ist Essen kein Luxus neben der Flasche. Wer gar nichts aufnimmt, verliert Energie und Mikronährstoffe, während der Darm sich erholen soll.

Die WHO betont, dass Unterernährung und Durchfall einander verstärken, vor allem bei Kindern. Das gilt in abgeschwächter Form auch für Erwachsene, die mehrere Tage kaum kalorienhaltige Kost schaffen. Hungerphasen ersetzen keine Therapie. Sie können die Erholung verzögern, sobald der Appetit wieder da ist.

Toast auf einem Teller, mit Butter bestrichen.

Welche Getränke Flüssigkeit und Salze ersetzen

Mit jedem wässrigen Stuhl gehen Wasser, Natrium, Kalium, Chlorid und Bicarbonat verloren. Ohne Ersatz droht ein Flüssigkeitsmangel, der bei Säuglingen, älteren Menschen und bei geschwächter Abwehr rasch gefährlich werden kann.

Das NIDDK rät 2024, reichlich zu trinken und Flüssigkeiten mit Elektrolyten zu wählen. Dazu zählen Brühen, Sportgetränke und orale Rehydratationslösungen, die Glukose und Salze enthalten. Fertigpulver gibt es in Apotheken und Drogerien; wer es selbst ansetzt, folgt der Packungsangabe und verwendet abgekochtes oder anderweitig sicheres Wasser. Das Reisehandbuch der CDC (Ausgabe 2026) nennt für ein Beutelprodukt in der Regel einen Liter. Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Diabetes, Nierenerkrankung oder geschwächter Immunlage sollen vor ORS mit der behandelnden Praxis sprechen, weil Menge und Zusammensetzung individuell passen müssen.

Reines Wasser füllt das Volumen, ersetzt aber die Salze nicht. Die Mayo Clinic empfiehlt deshalb zusätzlich Brühe für Natrium. Fruchtsäfte können Kalium liefern, doch Apfelsaft kann den Durchfall bei manchen verstärken. Das CDC warnt vor stark gezuckerten Limonaden. Große Mengen sehr süßer Getränke können osmotisch Wasser in den Darm ziehen. Sportgetränke sind bei leichtem Verlauf für sonst gesunde Erwachsene oft vertretbar; sie ersetzen eine medizinische Rehydratationslösung nicht, wenn der Verlust hoch ist.

MedlinePlus (Aktualisierung Oktober 2025) gibt eine greifbare Mengenordnung. Acht bis zehn Gläser klare Flüssigkeit am Tag, plus mindestens 240 Milliliter nach jedem dünnen Stuhl. Das ist eine Orientierung, kein Laborwert. Wer erbricht, trinkt besser kleine Schlucke in kurzen Abständen. Säuglinge bekommen weiter Muttermilch oder ihre gewohnte Säuglingsmilch; ORS für Säuglinge nur nach Rücksprache.

Welche Lebensmittel der Darm meist besser verträgt

Sobald Sie wieder essen möchten, dürfen die meisten Erwachsenen zur gewohnten Kost zurück, auch wenn der Stuhl noch nicht fest ist. Das NIDDK schreibt das so und lehnt Fasten ab.

Die Mayo Clinic bleibt in den Hausmitteln etwas vorsichtiger. Sie schlägt vor, halbfeste und ballaststoffarme Speisen schrittweise wieder aufzunehmen, sobald die Entleerungen ruhiger werden. Zum Anfang eignen sich Zwieback, Toast, Ei, Reis oder Huhn. Die Cleveland Clinic nennt Banane, Reis, Apfelmus und Toast als Kost, die viele während der Erholung leichter vertragen. MedlinePlus ergänzt mageres, gebratenes oder gedünstetes Fleisch, Fisch, Pute, gekochte Eier, Weißmehlprodukte, Haferbrei und gegartes Gemüse ohne Schale, etwa Karotten, grüne Bohnen oder geschälte Zucchini. Kartoffeln und Bananen liefern Kalium, das mit dem Stuhl verloren geht; bei fortgeschrittener Nierenerkrankung gehört das mit der Praxis besprochen.

Kleine, häufige Mahlzeiten belasten den Darm oft weniger als drei große Teller. Salzige Speisen wie klare Suppe oder Salzstangen können Natrium zurückbringen. Entscheidend ist nicht ein starres Menü, sondern was ohne neuen Krampf und ohne neuen Drang bleibt. Wer nach dem ersten Teller Reis wieder Appetit auf eine gewohnte, fettarme Mahlzeit hat, muss nicht bis zum letzten wässrigen Stuhl auf Weißbrot warten.

Ein praktischer Einstieg für den ersten hungrigen Tag kann so aussehen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Ein Teller warmer Reis oder Reisbrei mit einer Prise Salz gibt Energie, ohne viel Fett.
  • Eine reife Banane oder etwas Apfelmus kann Kalium und etwas lösliche Faser liefern.
  • Zwieback oder helles Toastbrot ist oft bekömmlicher als frisches Vollkorn.
  • Mageres Huhn oder ein gekochtes Ei ergänzt Eiweiß, sobald Übelkeit nachlässt.
  • Klare Brühe mit Nudeln verbindet Flüssigkeit, Salz und leicht verdauliche Stärke.

Das ist ein Start, keine Dauerernährung. Sobald der Stuhl fester wird, gehören gewohnte Lebensmittel zurück auf den Teller, sonst fehlen Eiweiß, Fett und Mikronährstoffe.

Warum die BRAT-Diät nicht mehr Standard ist

Banane, Reis, Apfelmus und Toast (englisch BRAT) sind keine aktuelle Leitlinie mehr, sondern eine alte Hausregel. Das NIDDK stellt 2024 klar, dass die meisten Fachleute weder Fasten noch eine über die genannten Reizstoffe hinaus eingeschränkte Kost empfehlen.

Diese vier Lebensmittel bleiben oft bekömmlich. Sie dürfen auf dem Teller stehen. Sie sollen ihn nicht tagelang allein füllen. Eine Kost nur aus Stärke und etwas Obst liefert wenig Eiweiß, wenig Fett und wenig Mikronährstoffe. Genau das braucht der Körper, wenn Fieber, Erbrechen und Durchfall Energie verbrauchen. Ältere Ratgeber haben die Enge überbetont. Aktuelle Patienteninformationen der US-Institute und der Mayo Clinic setzen auf frühes Essen und auf das Weglassen weniger klarer Trigger, nicht auf ein wochenlanges Weißkost-Korsett.

Für Kinder ist der Unterschied noch schärfer. Das NIDDK verlangt die übliche altersgerechte Ernährung und bei Säuglingen ununterbrochene Muttermilch oder Säuglingsmilch. Eine wochenlange Banane-Reis-Diät bei einem Kleinkind wäre das Gegenteil dieser Linie. Wer sich am ersten Tag an Reis und Zwieback hält, weil sonst nichts bleibt, handelt vernünftig. Wer am vierten Tag immer noch nichts anderes wagt, obwohl der Hunger da ist, folgt einem überholten Schema.

Die Cleveland Clinic erwähnt die vier Lebensmittel 2026 noch als Beispiele milder Kost. Das widerspricht dem NIDDK nicht, wenn man sie als Angebot liest, nicht als Ausschlussliste. Der Satz aus älteren Texten, man müsse sich „an Fade halten, weil sie das geringste Risiko haben“, greift zu kurz. Risikoärmer als scharfe Soße ist Reis. Risikoärmer als Hungern ist ein Teller Huhn mit Kartoffel, sobald er vertragen wird.

Welche Speisen und Getränke den Durchfall verstärken können

Mehrere Gruppen können den noch gereizten Darm zusätzlich belasten. Das NIDDK listet sie 2024 konkret und rät, sie bei akutem Durchfall zu meiden.

Alkohol zieht Flüssigkeit und reizt die Schleimhaut. Kaffee, schwarzer Tee und manche Limonaden enthalten Koffein, das den Darm anregen kann. Speisen und Getränke mit viel Fructose oder Laktose, also Säfte, Süßigkeiten, Desserts und viele Milchprodukte, können Wasser in den Darm ziehen. Zuckeralkohole in zuckerfreien Kaugummis und Bonbons (Sorbit, Mannit, Xylit) wirken bei manchen abführend. Fettreiches, Frittiertes, Pizza und Schnellimbiss sind schwerer zu spalten, während die Passage beschleunigt ist. Milch und laktosehaltige Produkte nennt das NIDDK extra, weil die Laktase nach einer Episode oft vorübergehend fehlt.

Die Mayo Clinic rät für einige Tage zusätzlich von stark gewürzter und von ballaststoffreicher Kost ab. MedlinePlus nennt blähende Sorten wie Brokkoli, Paprika, Hülsenfrüchte, Beeren, Pflaumen und grobes Blattgemüse als mögliche Verstärker. Das ist eine Patiententabelle, keine Stoffwechselstudie. Wer diese Lebensmittel gut kennt und sie am zweiten Tag ohne neue Beschwerden isst, muss sie nicht aus Prinzip streichen. Wer nach Kohl und kohlensäurehaltigen Getränken Krämpfe bekommt, lässt sie liegen, bis der Stuhl ruhiger ist.

Stark gezuckerte Getränke verdienen einen eigenen Satz. Das CDC schreibt im Reisehandbuch, dass übermäßig süße Limonaden osmotischen Durchfall verstärken können. Sportgetränke liegen dazwischen. Sie enthalten Elektrolyte, oft aber auch viel Zucker. Bei leichtem Verlauf und guter Trinkmenge können sie eine Brücke sein. Bei heftigem, wässrigem Verlust bleibt die Rehydratationslösung die bessere Wahl.

Warum Milchzucker oft vorübergehend problematisch ist

Nach einer Darminfektion kann die Laktase in der Dünndarmschleimhaut vorübergehend fehlen. Unverdaute Laktose bleibt im Darm, bindet Wasser und gärt. Das NIDDK schreibt, dass manche Erwachsene nach akutem Durchfall bis zu einem Monat oder länger Probleme mit laktosehaltiger Milch haben.

Für Kinder und Säuglinge gilt die Gegenregel. Sie sollen ihre altersgerechte Kost weiterbekommen, also auch die gewohnte Milch oder Säuglingsmilch. Eine pauschale Milchsperre bei einem Kleinkind nach Magen-Darm-Infekt ist keine NIDDK-Empfehlung. Erwachsene, die nach einem Glas Milch erneut krampfen oder drängen, können frische Milch, Eiscreme und weiche Käsesorten für einige Tage bis Wochen zurückstellen und später in kleinen Mengen testen.

Joghurt mit lebenden Kulturen wird oft als Ausnahme genannt. Die Mayo Clinic erwähnt Joghurt als Träger von Mikroorganismen, bleibt aber unklar, ob das eine Episode verkürzt. Laktose steckt auch im Joghurt. Wer ihn verträgt, darf ihn trinken. Wer danach Blähungen bekommt, wartet. Hartkäse enthält oft weniger Laktose als Milch; eine belastbare Dosisgrenze aus den hier genutzten Quellen gibt es nicht, also kein starres Grammziel.

Hält die Unverträglichkeit länger als die akute Episode und kommen Gewichtsverlust oder nächtlicher Stuhl hinzu, gehört das abgeklärt. Dann geht es nicht mehr um eine vorübergehende Enzymlücke nach Infekt, sondern um andere Ursachen, die das NIDDK unter chronischem Durchfall führt.

Gemüsebrühe Brühe in Schüssel geben.

Helfen Joghurt und Probiotika-Kapseln?

Für akuten Infektdurchfall zeigen methodisch starke Studien kaum Nutzen. Die Cochrane-Aktualisierung von Collinson, Deans und Kollegen (2020) fand in den Arbeiten mit geringem Verzerrungsrisiko keinen Unterschied beim Anteil der Menschen, die nach 48 Stunden noch Durchfall hatten.

Frühere Fassungen derselben Übersicht hatten kleinere Studien zusammengezogen und eine Verkürzung um etwa einen Tag nahegelegt. Die Neuanalyse berücksichtigte große, gut kontrollierte Arbeiten und eine Verzerrung durch selektive Veröffentlichung. Kleine positive Studien waren häufiger veröffentlicht worden. In der Hauptauswertung (zwei Studien, 1770 Teilnehmende) lag das Risikoverhältnis für Durchfall über 48 Stunden bei 1,00. Ob die Dauer insgesamt kürzer wird, blieb unsicher (sehr niedrige Evidenz). Das NIDDK schreibt 2024, viele Ärztinnen, Ärzte und Fachgesellschaften hielten die Datenlage nicht für ausreichend, um Probiotika zur Behandlung oder Vorbeugung zu empfehlen. Die Mayo Clinic formuliert zurückhaltend, es sei unklar, ob sie eine Episode verkürzen. Das CDC nennt die Daten zur Vorbeugung von Reisedurchfall unzureichend.

Wer trotzdem ein Präparat nimmt, sollte es mit der Praxis besprechen, besonders bei schwerer Immunschwäche. Ein Becher Joghurt ist Nahrung, keine Dosierung. Er ersetzt weder Flüssigkeit noch ärztliche Abklärung. Der Satz „Probiotika bringen das Gleichgewicht der Darmbakterien in Ordnung“ ist eine Werbeformel, keine Leitlinie von 2024.

Was für Kinder, Säuglinge und ältere Menschen gilt

Kinder essen weiter altersgerecht, Säuglinge weiter Muttermilch oder Säuglingsmilch. Das ist die gemeinsame Linie von NIDDK und WHO, nicht eine Schonkost nur aus Reis.

Früh wieder zu füttern schützt vor dem Kreislauf aus Durchfall und Mangel. Die WHO nennt nährstoffreiche Kost während der Episode ausdrücklich. Zink über zehn bis vierzehn Tage kann laut WHO-Factsheet die Dauer um etwa 25 Prozent senken und das Stuhlvolumen um etwa 30 Prozent. Das ist eine globale Empfehlung, vor allem für Kinder; Dosis und Präparat gehören in die Kinderarztpraxis, nicht in die Selbstmedikation nach Hörensagen.

Rezeptfreie Stopfmittel sind für Säuglinge, Kleinkinder und junge Kinder in der Regel tabu. Das NIDDK rät davon klar ab. ORS für Säuglinge nur nach Rücksprache. Zeichen, die sofortige Hilfe brauchen, sind fehlende nasse Windeln über drei Stunden, Weinen ohne Tränen, eine eingesunkene Fontanelle, Teilnahmslosigkeit oder die Weigerung, über Stunden zu trinken. Das NIDDK warnt, dass ein Kind mit ausgeprägtem Flüssigkeitsmangel unbehandelt innerhalb eines Tages sterben kann. Unter zwölf Monaten, Frühgeburt oder Vorerkrankung senken die Schwelle zum Anruf.

Ältere Erwachsene, Schwangere, Menschen unter Antibiotika und Menschen mit geschwächter Abwehr sollen laut NIDDK früh Kontakt zur Praxis halten, auch wenn der Verlauf noch „nur“ unangenehm wirkt. Sie verlieren Flüssigkeit schneller oder verkraften den Verlust schlechter. Die Cleveland Clinic nennt Babys, Menschen ab 65 Jahren und Immunschwäche ausdrücklich als Gruppen, für die Dehydratation gefährlicher ist.

Was rezeptfreie Mittel leisten und wo sie schaden

Loperamid und Bismutsubsalicylat können bei Erwachsenen mit unkompliziertem Durchfall die Zahl wässriger Entleerungen senken. Das NIDDK hält sie in den meisten solchen Fällen für vertretbar. Nicht geeignet sind sie für Säuglinge und Kinder sowie bei blutigem Stuhl oder Fieber.

Die Mayo Clinic erklärt den Grund. Manche bakteriellen und parasitären Infekte können sich verschlechtern, wenn der Darm die Erreger nicht mehr aus dem Stuhl befördert. Das Reisehandbuch der CDC rät ebenfalls davon ab, Motilitätshemmer allein bei Blut oder Fieber zu nutzen. Loperamid wird in der Praxis selten unter sechs Jahren gegeben. Bismutsubsalicylat ist in der Regel nicht für Kinder unter zwölf Jahren und nicht in der Schwangerschaft vorgesehen. Bei viralen Infekten bis 18 Jahren besteht die Sorge eines Reye-Syndroms. Gegenanzeigen laut CDC sind unter anderem Acetylsalicylsäure-Allergie, Gicht, Niereninsuffizienz sowie die Kombination mit Gerinnungshemmern, Methotrexat oder Probenecid.

Wer trotz Mittel nach zwei Tagen schlechter wird oder keine Besserung sieht, soll laut NIDDK eine Praxis aufsuchen. Antibiotika helfen nur bei bestimmten nachgewiesenen Infekten, nicht bei Viren. Die Mayo Clinic sagt das unmissverständlich. Händewaschen mit Seife mindestens 20 Sekunden nach dem Toilettengang und vor dem Essen senkt die Weitergabe; ohne Wasser ein Mittel mit mindestens 60 Prozent Alkohol.

Ruhe entlastet, weil Fieber und Flüssigkeitsverlust den Kreislauf belasten. Einen Beleg, dass Spazierengehen den Durchfall selbst verlängert, liefern die hier genutzten Quellen nicht. Wer schwindelig ist, bleibt liegen und trinkt, statt „auszuschwitzen“.

Wann zum Arzt, wann in die Klinik

Erwachsene brauchen ärztlichen Rat, wenn der Durchfall länger als zwei Tage ohne Besserung bleibt, das Fieber über 39 °C steigt, mindestens sechs dünne Stühle am Tag auftreten oder Blut, Teerstuhl oder Eiter sichtbar sind. Starke Bauch- oder Mastdarmschmerzen, häufiges Erbrechen, Verwirrtheit und Zeichen von Flüssigkeitsmangel gehören ebenfalls dazu.

Die Mayo Clinic setzt dieselbe Fiebergrenze von 39 °C. Für Kinder gilt eine kürzere Uhr. Keine Besserung innerhalb von 24 Stunden, Fieber über 39 °C, Blut oder schwarzer Stuhl, oder jedes Fieber beim Säugling. Das NIDDK ergänzt häufige lockere Stühle, Trinkverweigerung über Stunden und jedes Kind unter zwölf Monaten. Sechs oder mehr dünne Stühle am Tag sind bei Erwachsenen ein eigener Schwellwert derselben Quelle.

Zeichen Erwachsene Kinder und Säuglinge
Dauer ohne Besserung nach mehr als 2 Tagen zur Praxis nach 24 Stunden, Säuglinge früher
Fieber über 39 °C über 39 °C; Säuglinge jedes Fieber
Stuhl Blut, Teerfarbe oder Eiter Blut oder schwarzer Stuhl
Flüssigkeit wenig Urin, Schwindel, sehr dunkler Urin Windel über 3 Stunden trocken, keine Tränen
Weitere Alarme starke Schmerzen, Verwirrtheit, ≥6 dünne Stühle Trinkverweigerung, eingesunkene Fontanelle

Schwere Dehydratation wird in der Klinik mit Infusionen behandelt. Das ändert nichts daran, dass ORS der erste Schritt bleibt, sobald Schlucken möglich ist. Hält der Durchfall länger als zwei bis vier Wochen, geht es nicht mehr um Banane und Reis. Dann sucht die Praxis nach Infektresten, Unverträglichkeiten, entzündlichen Darmerkrankungen oder Arzneimittelnebenwirkungen. Eine Diätliste ersetzt diese Abklärung nicht.

Häufige Fragen

Darf ich bei Durchfall Bananen und Reis essen?

Ja, beide sind oft bekömmlich und können am ersten hungrigen Tag sinnvoll sein. Sie ersetzen weder Flüssigkeit noch eine ausgewogene Kost, sobald der Appetit größer wird. Das NIDDK verlangt keine Beschränkung auf diese beiden Lebensmittel.

Soll ich bei Durchfall fasten?

Nein. Sobald Sie essen möchten, dürfen Sie in der Regel wieder Kost aufnehmen. Das NIDDK rät 2024 ausdrücklich gegen Fasten und gegen eine unnötig enge Diät. Kinder sollen ihre gewohnte altersgerechte Ernährung behalten.

Sind Sportgetränke bei Durchfall sinnvoll?

Bei leichtem Verlauf können sie Erwachsenen Elektrolyte liefern. Sehr süße Limonaden können den Durchfall osmotisch verstärken, schreibt das CDC. Bei stärkerem Verlust bleibt eine orale Rehydratationslösung die gezieltere Wahl.

Wann darf ich wieder Milch trinken?

Wenn frische Milch Krämpfe oder neuen Drang auslöst, kann Laktose für Tage bis Wochen das Problem sein. Das NIDDK nennt bis zu einem Monat oder länger. Kinder sollen ihre gewohnte Milch trotzdem weiterbekommen, sofern die Praxis nichts anderes sagt.

Hilft Loperamid bei jedem Durchfall?

Nein. Bei Erwachsenen ohne Fieber und ohne Blut kann es die Frequenz senken. Bei Kindern, blutigem Stuhl oder Fieber raten NIDDK und Mayo Clinic davon ab, weil Infekte im Darm gehalten werden können.

Was essen, wenn der Durchfall nachlässt?

Zurück zur gewohnten, möglichst vollständigen Kost, sobald sie vertragen wird. Laktose, viel Fett und sehr scharfe Würzung können Sie etwas später wieder einführen. Eine wochenlange Weißkost ist nach aktueller NIDDK-Lage unnötig.

Glas kohlensäurehaltige Limonade oder sprudelndes Wasser mit Zitronenscheiben.

Fazit

Trinken geht vor Teller. Orale Rehydratationslösung, Brühe und Wasser ersetzen, was der wässrige Stuhl mitnimmt. Zuckerlastige Limonaden und Alkohol gehören in diesen Tagen nicht ins Glas.

Essen darf früh wieder beginnen. Die Linie von 2024 heißt gewohnte Kost, sobald der Hunger da ist, plus Verzicht auf wenige klare Reizstoffe, nicht tagelanges Hungern und nicht die alte Vierer-Diät als Pflichtprogramm. Probiotika haben in der Cochrane-Auswertung von 2020 den erwarteten Effekt auf akuten Infektdurchfall nicht gehalten.

Nach zwei Tagen ohne Besserung bei Erwachsenen, nach einem Tag bei Kindern, bei Fieber über 39 °C, Blut im Stuhl oder Zeichen von Flüssigkeitsmangel endet die Hausphase. Dann entscheidet die Praxis, nicht der nächste Reisbrei.

Quellen

  1. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases: Eating, Diet, & Nutrition for Diarrhea. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, September 2024.
  2. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases: Treatment of Diarrhea. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, September 2024.
  3. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases: Symptoms & Causes of Diarrhea. National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, September 2024.
  4. Mayo Clinic: Diarrhea – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 18. Juli 2026.
  5. Mayo Clinic: Diarrhea – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 18. Juli 2026.
  6. Collinson S, Deans A et al.: Do probiotics help to treat acute infectious diarrhoea?. Cochrane Database of Systematic Reviews, 8. Dezember 2020.
  7. Cleveland Clinic: Diarrhea: Causes & Treatment. Cleveland Clinic, 4. August 2026.
  8. MedlinePlus: When you have diarrhea. MedlinePlus, 1. Oktober 2025.
  9. World Health Organization: Diarrhoeal disease. World Health Organization, 7. März 2024.
  10. Connor BA, Leung DT: Travelers’ Diarrhea. Centers for Disease Control and Prevention, 24. März 2026.
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