
In der 23. Schwangerschaftswoche liegt das Kind im späten zweiten Drittel. Laut Mayo Clinic (März 2025) beginnen rasche Augenbewegungen im Schlaf, Leisten für Finger- und Fußabdrücke und die ersten Mengen Surfactant, jenes Films, der Luftsäcke später offen halten kann. Der britische National Health Service nennt von Scheitel bis Ferse rund 28,9 Zentimeter, ungefähr so lang wie eine große Mango.
Eine Geburt in genau dieser Woche bleibt eine seltene Notlage an der Grenze der Lebensfähigkeit, kein normaler Endpunkt. Neuere US-Registerzahlen liegen deutlich über den älteren Konsensuswerten von 2017, schwere Folgen sind trotzdem häufig. Für die allermeisten Schwangeren zählen jetzt Alltagssymptome, das eigene Bewegungsmuster und die Vorbereitung auf den Diabetes-Suchtest zwischen Woche 24 und 28.
Harmlose Zeichen und Alarmzeichen liegen nah beieinander. Flüssigkeit aus der Scheide kann Urin sein oder Fruchtwasser. Übungswehen können sich anfühlen wie echte Wellen. Unten stehen die Schwellen, an denen dieselbe Nacht die Praxis oder eine Klinik mit Neonatologie zuständig ist, und was sich an Empfehlungen seit den Texten um 2018 verschoben hat.
Wie groß ist das Kind in der 23. Schwangerschaftswoche?
Länge und Gewicht hängen davon ab, ob jemand Scheitel–Steiß oder Scheitel–Ferse misst. Die Mayo Clinic gibt für Woche 22 etwa 19 Zentimeter Scheitel–Steiß und rund 460 Gramm an, für Woche 24 etwa 21 Zentimeter und mehr als 630 Gramm. Woche 23 liegt dazwischen; eine einzelne Grammzahl auf dem Ultraschallzettel beweist weder Mangel noch Überfluss.
Der NHS beschreibt dasselbe Alter von Kopf bis Ferse mit 28,9 Zentimetern. Die beiden Strecken widersprechen sich nicht. Scheitel–Steiß endet am Steißbein, Scheitel–Ferse zählt die gestreckten Beine mit. Arme und Beine sind laut NHS jetzt proportional, Tritte können den Bauch von außen sichtbar machen. Wachstumskurven und der Verlauf mehrerer Messungen entscheiden, nicht der Vergleich mit anderen Bäuchen oder Obstvergleichen.
MedlinePlus (Aktualisierung 18. August 2025) bündelt die Wochen 23 bis 25 so: Knochenmark übernimmt schrittweise die Blutbildung, die unteren Atemwege verzweigen sich, Fettdepots beginnen. Lanugo, das feine Flaumhaar, bedeckt den Körper schon etwas früher; Augenbrauen und Wimpern sind um Woche 22 sichtbar. Eine fettige Schutzschicht, die Käseschmiere, liegt auf der Haut und schützt sie im Fruchtwasser.
Schlaf- und Wachphasen zeichnen sich ab. Der NHS schreibt, dass das Kind Atembewegungen übt und in Muster von Schlafen und Wachen findet. Lautes Geräusch oder eine Lageänderung kann es wecken, ohne dass daraus ein Hausversuch mit Lautsprechern folgen muss. Sauerstoff kommt weiter über die Plazenta, nicht über die noch unreifen Lungen.

Was reifen Lunge, Knochenmark und Sinne gerade?
Surfactant entsteht jetzt, reicht aber selten für selbstständiges Atmen. Die Mayo Clinic datiert den Beginn der Bildung auf Woche 23. MedlinePlus nennt eine messbare Produktion eher für die Wochen 27 bis 30 und betont, dass die Lungen dann immer noch unreif sind. Beides kann zusammenpassen. Erste Zellen arbeiten früher, ausreichende Mengen später. Kinder, die in diesem Fenster geboren werden, brauchen oft Atemhilfe, weil der Film in den Luftsäcken noch dünn ist.
Knochenmark beginnt, rote Blutkörperchen herzustellen, nachdem Leber und Milz diese Aufgabe länger getragen haben. Untere Atemwege wachsen weiter in die Fläche, in der später der Gasaustausch stattfindet. Finger- und Fußleisten legt die Mayo-Zeitreihe genau in Woche 23; MedlinePlus schiebt fertige Abdrücke eher nach Woche 26. Die Leisten entstehen zuerst, das endgültige Muster braucht noch Zeit.
Hören ist schon länger möglich. Die Mayo Clinic setzt hörbare Reize um Woche 18 an; in Woche 25 kann das Kind auf eine vertraute Stimme mit Bewegung antworten. Woche 23 liegt dazwischen. Stimme, Herzton und gedämpfte Alltaggeräusche erreichen das Innenohr durch Fruchtwasser und Bauchwand. Eine zuverlässige Antwort auf jedes Geräusch ist keine Pflicht und kein Reifetest.
Augenlider bleiben bis etwa Woche 28 oft geschlossen, so MedlinePlus für die frühere Phase. Trotzdem beschreibt die Mayo Clinic in Woche 23 rasche Augenbewegungen hinter den Lidern, ein Zeichen, dass Schlafphasen differenzieren. Sehen im hellen Sinn kommt erst viel später. Licht durch die Bauchdecke ist ein Dämmerreiz, kein Bild.
Was heißt Lebensfähigkeit in Woche 23?
Manche Kinder können mit intensiver Neonatologie überleben, eine Garantie gibt es nicht. Das American College of Obstetricians and Gynecologists und die Society for Maternal-Fetal Medicine rechnen die periviable Phase von 20+0 bis 25+6 Wochen. Ort der Geburt, Gewicht, Geschlecht, Mehrlinge, Kortikosteroide vor der Geburt und die Entscheidung für oder gegen aktive Versorgung verschieben die Prognose stärker als der Kalender allein.
Ältere Zahlen, die das ACOG im Konsensus von 2017 (mit späterer Zwischenaktualisierung) zitiert, nannten für Woche 23 ein Überleben bis zur Entlassung von 23 bis 27 Prozent. Vor Woche 23 endete eine Geburt in denselben Quellen typischerweise tödlich, mit 5 bis 6 Prozent Überlebenden und bei den seltenen Überlebenden fast durchweg schweren Schäden. Das Bild hat sich verschoben, weil mehr Kliniken aktive Therapie anbieten.
Bell und Kolleginnen vom NICHD Neonatal Research Network werteten 10 877 extrem frühe Frühgeborene an 19 US-Unizentren der Jahre 2013 bis 2018 aus. Unter den aktiv behandelten Kindern der Woche 23 überlebten 55,8 Prozent bis zur Entlassung (535 von 958). Für Woche 22 lag derselbe Anteil bei 30,0 Prozent. Unter allen extrem Frühgeborenen der Kohorte stieg das Gesamtüberleben gegenüber 2008–2012 leicht auf 78,3 Prozent; schwere Komplikationen und spätere Beeinträchtigungen blieben häufig.
Das ist der größte Unterschied zu Ratgebern um 2018. Überlebenskurven steigen, wo neonatologische Intensivmedizin bereitsteht und Familien eine aktive Versorgung wählen. Eine einzelne Prozentzahl gilt nicht für jedes Kind und nicht für jedes Krankenhaus. Das ACOG betont, dass keine Untersuchung die individuelle Überlebenswahrscheinlichkeit festlegt. Wehen, Fruchtwasserabgang oder Blutungen in diesem Fenster gehören sofort in eine Klinik mit Neonatologie, weil Standort und Minuten zählen können.
Welche Körperzeichen sind jetzt häufig?
Rückenschmerzen, Sodbrennen, Verstopfung, Wadenkrämpfe, leichter Schwindel und geschwollene Knöchel am Abend gehören zu den häufigsten Begleitern. NHS und Mayo Clinic (Februar 2025) listen dieselben Zeichen; keines davon beweist eine Krankheit. Fehlende Beschwerden sind ebenfalls häufig. Wer sich energetischer fühlt als im ersten Drittel, hat keinen Sonderstatus.
Übungswehen spüren viele als kurzes Hartwerden des Bauchs, oft nachmittags, nach Bewegung oder nach Sex. Viel trinken und die Blase entleeren kann die Weiche wiederherstellen. Werden die Kontraktionen regelmäßig und kräftiger, kann das eine Frühgeburt ankündigen. MedlinePlus nennt mehr als fünf Wehen pro Stunde oder Wellen, die länger, stärker und enger werden, als Grund, noch am selben Tag Hilfe zu holen.
Nase und Zahnfleisch bluten leichter, weil mehr Blutvolumen die Schleimhaut schwellt. Kochsalztropfen, ein Luftbefeuchter und eine weichere Bürste reichen oft. Der NHS erwähnt außerdem Rippenschmerz, weil sich der Brustkorb weitet, und Luftnot, wenn die Gebärmutter nach oben drückt. Hochlegen und Pausen helfen vielen; plötzliche schwere Atemnot gehört nicht in diese Schublade.
Harnwegsinfekte sind in der Schwangerschaft häufiger. Harndrang, Brennen, trüber Urin, Fieber oder Flankenschmerz gehören in die Praxis, weil eine aufsteigende Infektion die Niere treffen kann. Ausfluss bleibt meist milchig und geruchsarm. Fischgeruch, krümelige Konsistenz, Jucken oder Brennen brauchen eine Untersuchung. Manche bemerken Kolostrum, die erste Milch; das ist möglich und kein Zeichen, dass die Geburt bevorsteht.
Typische Alltagszeichen, die Sie einordnen können:
- Übungswehen bleiben unregelmäßig und lassen nach Trinken oder Pause oft nach, ohne dass der Muttermund sich öffnet.
- Seitliche Zwicken am wachsenden Bauch können vom runden Mutterband stammen und nach Hochlegen der Beine nachlassen.
- Wadenkrämpfe nachts lassen sich oft durch Wadenstrecken vor dem Schlafen und ausreichend Flüssigkeit abschwächen.
- Milchiger Ausfluss ohne starken Geruch hält die Scheide feucht und ist allein kein Infektzeichen.
- Eine dunkle Linie in der Bauchmitte und dunklere Brustwarzen entstehen durch Hormone und blassen nach der Geburt oft ab.
Flüssigkeit, Blut und Wehen: wann noch heute Hilfe?
Flüssigkeit, die tropft oder schießt, gehört in die Klinik, nicht in die Selbstdeutung über Nacht. Urin kann bei Druck der Gebärmutter auf die Blase unwillkürlich abgehen. Fruchtwasser ist meist klar oder blassgelb, oft geruchsarm, und hört nicht nach dem Toilettengang auf. Die CDC-Kampagne Hear Her (Mai 2024) nennt jedes Blut, das stärker ist als Spotting, und jedes Leaken von Flüssigkeit als dringendes Zeichen in der Schwangerschaft.
Rotes Blut wie eine Periode, krampfartige Unterbauchschmerzen, Druck im Becken oder ein plötzlicher Schwall brauchen dieselbe Nacht eine Bewertung. MedlinePlus listet zusätzlich blutigen Schleim, mehr als fünf Kontraktionen pro Stunde und Wellen mit Kreuzschmerz oder Druck in Leisten und Oberschenkeln. Ein Wattestäbchen-Hausversuch unterscheidet Urin und Fruchtwasser nicht zuverlässig. Die Klinik kann das Sekret testen, den Muttermund prüfen und per Schall die Zervixlänge messen.
Regelmäßige, stärker werdende Wehen vor Woche 37 gelten als möglicher früher Wehenbeginn. Etwa jedes zehnte Kind in den USA kommt zu früh, schreibt MedlinePlus (Stand 14. Mai 2024). Vorerkrankungen, frühere Frühgeburt, Mehrlinge, Infekte, Rauchen und starker Stress erhöhen das Risiko; bei den meisten Betroffenen bleibt die Ursache unklar. Frühe Vorstellung senkt nicht jede Frühgeburt, gibt aber Zeit für Kortikosteroide, Verlegung und Infektionsabklärung.
| Zeichen | Warum es zählt | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Flüssigkeit tropft oder schießt | möglicher vorzeitiger Blasensprung | sofort Klinik, Vorlage aufheben |
| Rotes Blut stärker als Spotting | Blutung, nicht nur Schmierblutung | noch heute Klinik, nicht abwarten |
| Regelmäßige, stärker werdende Wehen | mögliche Frühgeburt an der Lebensgrenze | Klinik mit Neonatologie ohne Aufschub |
| Deutlich weniger Kindsbewegungen | mögliches Warnzeichen für das Kind | Betreuung am selben Tag, nicht bis morgen |
| Brennen, Fieber oder Flankenschmerz | Harnwegsinfekt oder aufsteigende Infektion | Praxis zeitnah, bei Fieber sofort |
| Starker Kopfschmerz, Sehstörung, Luftnot | mögliche Präeklampsie oder andere Notlage | Praxis oder Notaufnahme ohne Aufschub |
Kopfschmerz, der trotz Flüssigkeit und Schmerzmittel bleibt, Lichtblitze, Ohnmacht, Fieber ab 38 °C, einseitige heiße Wade und Gedanken, sich zu verletzen, stehen auf derselben CDC-Liste. Abendliche Knöchelschwellung nach langem Stehen ist häufig. Gesicht und Hände, die so aufquellen, dass Ringe nicht mehr gehen oder die Lider schwer öffnen, sind ein anderes Bild.
Wie mit Kindsbewegungen umgehen, ohne eine Zahl zu jagen?
Es gibt keine Normzahl, die „genug Tritte“ definiert. Das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (Patienteninformation 2019, gestützt auf Green-top Guideline 57) rät, das individuelle Muster zu kennen. Weniger oder anders als sonst zählt, nicht ein Kalenderziel von zehn Stößen. Formelle Zähltabellen empfiehlt das RCOG nicht als Routine, weil die Beleglage dafür nicht trägt.
Die meisten spüren Bewegungen erstmals um Woche 18 bis 20, Erstgebärende oft später. Wer bis Woche 24 noch nie eine Bewegung wahrgenommen hat, soll laut RCOG Hebamme oder Kreißsaal anrufen, damit der Herzton geprüft und bei Bedarf ein Schall geplant wird. Woche 23 liegt knapp davor. Viele spüren bereits Rollen, Stöße oder ein Flirren. Vorderwandplazenta, höherer Body-Mass-Index und eine erste Schwangerschaft können das Spüren dämpfen.
Schlafphasen des Kindes dauern meist 20 bis 40 Minuten und selten länger als 90 Minuten, so das RCOG. Nachmittags und abends ist oft mehr los. Wer beschäftigt ist, merkt weniger. Alkohol, stark sedierende Mittel und Rauchen können Bewegungen ebenfalls dämpfen. Ein Gerät zum Mithören des Herztons zu Hause ersetzt keine klinische Bewertung und kann falsche Sicherheit geben.
Wenn das Muster bricht, nicht bis zum nächsten Morgen warten und nicht mit dem Gedanken schlafen, es werde schon. Die CDC schreibt dasselbe: entscheidend ist die Änderung, nicht eine Zahl. Legen Sie sich auf die Seite, legen die Hände auf den Bauch und beobachten in Ruhe. Bleibt die Bewegung klar schwächer als Ihr übliches Bild, rufen Sie die Betreuung noch am selben Tag. Wiederholte Episoden gehören jedes Mal neu gemeldet.

Welche Tests folgen zwischen Woche 24 und 28?
Der Suchtest auf Schwangerschaftsdiabetes steht typischerweise in den nächsten ein bis fünf Wochen an, nicht zwingend genau heute. Die US-Präventionsbehörde USPSTF empfiehlt seit 2021 das Screening ab Woche 24 mit Grad B für Personen ohne bekannten Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Vor Woche 24 bleibt die Evidenzlage nach derselben Bewertung unzureichend (Aussage I). Ein Test „zur Sicherheit“ in Woche 23 ist deshalb kein Standard, außer die Betreuung sucht früh einen unerkannten Typ-2-Diabetes bei Risikofaktoren.
Insulinresistenz steigt in der zweiten Schwangerschaftshälfte physiologisch. Bei einem Teil der Schwangeren reicht die eigene Insulinantwort nicht mehr. Die USPSTF schätzt die Häufigkeit in den USA nach klassischen Kriterien auf 5,8 bis 9,2 Prozent; inklusivere Grenzen finden mehr Diagnosen. Unbehandelt steigen die Risiken für Präeklampsie, ein sehr großes Kind, Geburtsverletzungen und Unterzuckerung des Neugeborenen.
Wie der Test läuft, hängt vom Land und der Praxis ab. Häufig ist ein Zwei-Schritt-Verfahren: zuerst 50 Gramm Glukose ohne Nüchternheit, bei auffälligem Wert ein längerer Toleranztest. Manche Systeme nutzen von vornherein 75 Gramm nüchtern über zwei Stunden. Fastenregeln, Grenzwerte und ob ein oder zwei auffällige Werte die Diagnose tragen, erklärt die betreuende Praxis, nicht ein allgemeiner Ratgeber. Durst oder Müdigkeit ersetzen das Labor nicht.
Blutbild und Eisenstatus prüft die Vorsorge oft in derselben Phase, weil das Blutvolumen steigt und der Hämoglobinwert sinken kann. Eine selbst gekaufte Eisentablette ohne Laborwert gehört nicht dazu. Genetische Suchtests der frühen Schwangerschaft sind in Woche 23 in der Regel abgeschlossen; ein auffälliger früher Test ändert nicht den Organschall, der meist zwischen Woche 18 und 22 liegt und bei vielen schon hinter ihnen liegt.
Gewicht, Kalorien und Bewegung: was gilt aktuell?
Ein festes Ziel von fünf oder sechs Kilogramm bis Woche 23 gibt es nicht. Die US-Zentren für Krankheitskontrolle stützen sich auf die Institute-of-Medicine-Spannen nach dem Body-Mass-Index vor der Schwangerschaft. Bei einem Kind gelten grob 12,7 bis 18,1 Kilogramm bei Untergewicht, 11,3 bis 15,9 bei Normalgewicht, 6,8 bis 11,3 bei Übergewicht und 5,0 bis 9,1 bei Adipositas. Nur etwa jede dritte Schwangere landete in älteren Auswertungen in der empfohlenen Spanne.
Kalorienangaben widersprechen sich zwischen Behörden. Das CDC nennt für das zweite Trimenon typisch etwa 340 zusätzliche Kilokalorien pro Tag und für das dritte etwa 450, bei 150 Minuten mäßiger Ausdauer pro Woche, etwa zügiges Gehen. Der NHS schreibt auf der Seite zu Woche 23, extra Kalorien seien erst ab dem dritten Trimenon nötig, das dort bei Woche 28 beginnt. Beide Positionen ernst nehmen heißt: nicht „für zwei“ essen, den Teller über Vollkorn, Gemüse, Obst, fettarme Milchprodukte und mageres Eiweiß steuern und das eigene Gewicht mit der Praxis gegen die BMI-Spanne legen.
Rohmilch, rohes Fleisch, bestimmte Fischarten und unzureichend erhitzte Fertiggerichte bleiben Risikolebensmittel. Alkohol hat keine bekannte sichere Menge. Nikotin und andere Rauchprodukte gehören abgesetzt, mit Hilfe der Betreuung wenn der Entzug allein nicht trägt. Koffein drosseln viele Leitlinien, ohne dass daraus ein Verbot jeder Tasse folgt; der NHS empfiehlt in Woche 23 bewusst Tee und Kaffee gegen andere Getränke zu tauschen.
Körperliche Aktivität ist für die meisten Schwangeren ohne Kontraindikation sinnvoll. 150 Minuten klingen nach einem Block, lassen sich aber in Zehn-Minuten-Stücke teilen. Neu beginnen Sie kein Hochleistungsprogramm. Bauchlage, Kampfsport mit Schlagrisiko und Aktivitäten mit Sturzgefahr streichen die meisten Betreuungen. Schwindel, Blutung, regelmäßige Wehen oder Fruchtwasserabgang beenden die Einheit und führen in die Sprechstunde.
Zahnfleisch und Zahnarzt in der Schwangerschaft
Zahnfleisch blutet beim Putzen häufiger, weil Hormone die Antwort auf Plaque verstärken. Das ist Gingivitis der Schwangerschaft, kein Grund, die Bürste wegzuräumen. Die American Dental Association (Aktualisierung 14. Juli 2025) und das ACOG sind sich einig, dass Vorsorge, Diagnose, Füllungen, Wurzelbehandlung, Extraktion, Lokalanästhesie und Röntgen in jeder Schwangerschaftswoche möglich sind. Aufschieben kann aus einem kleinen Defekt einen Abszess machen.
Zweimal täglich zwei Minuten mit fluoridhaltiger Paste und einer weichen Bürste, plus einmal tägliche Zahnzwischenraumreinigung, bleibt die Basis. Nach Erbrechen erst mit Wasser oder einer verdünnten Natronlösung spülen und nicht sofort bürsten, damit Magensäure den Schmelz nicht zusätzlich angreift. Alkoholhaltige Mundspülungen sind verzichtbar. Fluoridlack kann die Praxis wählen, wenn Erosion droht und ein Gel Übelkeit auslöst.
Ältere Ratgeber schoben „nicht dringende“ Termine oft hinter die Geburt. Die ADA-Policy von 2024 nennt vorbeugende, diagnostische, restaurative und chirurgische Behandlung durchgängig sicher und vom ACOG gestützt. Schild und Schilddrüsenschutz bei zahnärztlichem Röntgen gelten in aktuellen zahnärztlichen Empfehlungen, die die ADA zitiert, nicht mehr als Standard. Sagen Sie dem Zahnarztteam, dass Sie schwanger sind, damit Schmerzmittel und Antibiotika mit der Geburtshilfe abgestimmt werden.
Parodontitis wurde mit Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht in Verbindung gebracht. Ein Überblick über 23 systematische Reviews bis 2016, den die ADA zitiert, fand Assoziationen, aber keine sichere Kausalität. Behandlung in der Schwangerschaft verbessert die mütterliche Mundgesundheit und hat in Studien keine nachweislich schädlichen Geburtsfolgen gezeigt. Das rechtfertigt den Termin, nicht die Angst, jedes Zahnfleischbluten gefährde das Kind.
Stimmung, Angst und wann psychische Hilfe nötig ist
Anhaltende Traurigkeit, Freudlosigkeit oder Angst, die den Alltag frisst, ist eine behandelbare Erkrankung, kein Charakterfehler. Das ACOG empfiehlt in der Clinical Practice Guideline Nr. 4 (Juni 2023) ein Screening auf Depression und Angst mit validierten Fragebögen bei der ersten Vorsorge, später in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Woche 23 fällt oft in genau dieses „später“. Ein Fragebogen ersetzt kein Gespräch, öffnet aber die Tür.
Alltagsunruhe um Elternschaft, Geld, Beziehung oder den eigenen Körper ist häufig. Das NHS rät, Sorgen nicht allein zu tragen und Hebamme oder Arzt anzusprechen. Schlafmangel, Sodbrennen und nächtliche Wadenkrämpfe können die Stimmung zusätzlich ziehen. Spaziergänge, Gespräche und ruhige Abende können entlasten. Sie ersetzen keine Behandlung, wenn die Kriterien einer Depression oder Angststörung erfüllt sind.
Ältere Überschriften koppelten Antidepressiva pauschal an Autismus oder Schwangerschaftsstress an ADHS. Aktuelle geburtshilfliche Leitlinien behandeln unbehandelte schwere Depression als eigenes Risiko für Mutter und Kind und raten nicht zum eigenmächtigen Absetzen. Ob ein Medikament bleibt, gewechselt oder durch Psychotherapie ergänzt wird, entscheidet die betreuende Fachperson. Gedanken, sich oder dem Kind zu schaden, listet Hear Her als Notfall, nicht als Thema für die nächste Routinewoche.
Rauchen, Alkohol und andere Substanzen belasten Kind und Psyche gleichzeitig. Wer schon vor der Schwangerschaft eine Depression, eine Angststörung, Gewalt in der Beziehung oder unsichere Wohnung hatte, trägt jetzt oft eine doppelte Last. Das ist ein Grund für mehr Unterstützung, nicht für Schuld. Partner, Freundin oder eine Beratungsstelle können den ersten Anruf machen, wenn die Kraft dazu fehlt.
Häufige Fragen
Wie groß ist das Baby in der 23. SSW?
Der NHS nennt etwa 28,9 Zentimeter von Scheitel bis Ferse. Die Mayo Clinic misst in den Nachbarwochen 19 bis 21 Zentimeter Scheitel–Steiß und etwa 460 bis über 630 Gramm. Ihr Ultraschallwert darf davon abweichen, solange die Wachstumskurve stimmt.
Kann mein Kind in Woche 23 schon überleben?
Manche Kinder überleben mit Intensivmedizin, viele tun es nicht, und schwere Folgen bleiben häufig. Bell und Kolleginnen (JAMA 2022) fanden unter aktiv behandelten Kindern der Woche 23 55,8 Prozent Überleben bis zur Entlassung. Die Zahl gilt für ausgewählte US-Zentren, nicht als Versprechen für jedes Krankenhaus.
Wann kommt der Test auf Schwangerschaftsdiabetes?
Meist zwischen Woche 24 und 28, so USPSTF seit 2021 und die gängige Praxis. Vor Woche 24 bleibt der Nutzen eines routinemäßigen Gestationsdiabetes-Tests unbelegt. Risikofaktoren können einen früheren Blutzuckertest rechtfertigen, der dann vor allem einen unerkannten Typ-2-Diabetes sucht.
Ist weniger Bewegung in Woche 23 ein Alarmzeichen?
Eine klare Abnahme oder ein geändertes Muster gegenüber Ihren üblichen Stößen zählt als Warnzeichen. Das RCOG rät, nicht bis zum nächsten Tag zu warten und keine Kick-Tabelle als Ersatz für das eigene Gefühl zu nutzen. Wer bis Woche 24 noch nie eine Bewegung gespürt hat, soll Herzton und gegebenenfalls Schall nachfragen.
Darf ich in der 23. Woche zum Zahnarzt?
Ja. ADA und ACOG halten Reinigung, Füllung, Wurzelbehandlung, Extraktion, örtliche Betäubung und Röntgen in jeder Woche für möglich. Aufschieben kann Infekte verschlimmern. Nennen Sie die Schwangerschaft, damit Medikamente abgestimmt werden.
Brauche ich jetzt schon die Keuchhusten-Impfung?
In den USA empfiehlt das CDC die Tdap-Impfung in jeder Schwangerschaft zwischen Woche 27 und 36, möglichst früh in diesem Fenster. Der NHS bietet sie oft schon ab Woche 16 an. Den konkreten Termin setzt die Praxis vor Ort; Woche 23 ist je nach Land früh, aber ein gutes Fenster, den Impfstatus anzusprechen.
Fazit
Woche 23 ist Alltag mit wachsendem Bauch, nicht der Moment, in dem das Kind „fertig“ ist. Surfactant, Knochenmark und Bewegungsmuster reifen, die Lungen bleiben unreif, und die Lebensgrenze liegt näher als viele ältere Texte zugaben, ohne dass daraus ein ruhiger Geburtstermin würde. Was Sie morgen tun können, ist konkret: Bewegungsmuster merken, Flüssigkeit oder Blut nicht wegrationalisieren, den Diabetes-Termin zwischen 24 und 28 einplanen, Zähne weiter pflegen und den Impfkalender der Praxis gegen Keuchhusten und Influenza prüfen.
Kalorien- und Gewichtsziele hängen vom Ausgangs-BMI ab, nicht von einer Obstmetapher. 340 Extra-Kilokalorien sind eine US-Faustformel für das zweite Drittel, der NHS verschiebt den Extra-Teller ins dritte. Beides spricht gegen Doppelflaschen und für einen Teller, den Sie mit der Vorsorge gegen die Kurve legen können.
Psychische Belastung gehört in dieselbe Vorsorge wie Blutdruck und Urin. Ein Fragebogen in der Sprechstunde ist kein Urteil, sondern ein Werkzeug. Wer sich leer, ängstlich oder unsicher fühlt, ob das Kind noch so tritt wie gestern, soll anrufen. Die richtige Adresse ist die betreuende Praxis, die Hebamme oder nachts eine Klinik mit Kreißsaal und Neonatologie, nicht ein Forum und nicht das Warten auf den nächsten Routinetermin.
Quellen
- Mayo Clinic Staff: Fetal development: The 2nd trimester. Mayo Clinic, 18. März 2025.
- Mayo Clinic Staff: 2nd trimester pregnancy: What to expect. Mayo Clinic, 7. Februar 2025.
- National Health Service: 23 weeks pregnant guide. National Health Service, Stand: 2025.
- MedlinePlus: Fetal development. MedlinePlus, 18. August 2025.
- MedlinePlus: Preterm labor signs and when to call. MedlinePlus, 14. Mai 2024.
- US Preventive Services Task Force: Gestational Diabetes: Screening. US Preventive Services Task Force, 10. August 2021.
- American College of Obstetricians and Gynecologists, Society for Maternal-Fetal Medicine: Periviable Birth. Obstetric Care Consensus No. 6, Oktober 2017.
- Bell EF, Hintz SR et al.: Mortality, In-Hospital Morbidity, Care Practices, and 2-Year Outcomes for Extremely Preterm Infants in the US, 2013-2018. JAMA, 18. Januar 2022.
- Royal College of Obstetricians and Gynaecologists: Your baby’s movements in pregnancy. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, Februar 2019.
- Centers for Disease Control and Prevention: Weight Gain During Pregnancy. Centers for Disease Control and Prevention, 15. Mai 2024.
- American Dental Association: Oral health topics: Pregnancy. American Dental Association, 14. Juli 2025.
- Centers for Disease Control and Prevention: Urgent Maternal Warning Signs and Symptoms. Centers for Disease Control and Prevention, 15. Mai 2024.
