Bauchfett und Vitamin-D-Mangel: Ursachen und Test

Bauchfett und Vitamin-D-Mangel: Ursachen und Test

Mehr viszerales Bauchfett hängt mit niedrigeren 25-Hydroxyvitamin-D-Werten zusammen. Große Beobachtungsanalysen der Jahre 2019 bis 2021 bestätigen diese Kopplung; sie beweisen nicht, dass ein Mangel den Gürtelumfang wachsen lässt.

Eine Extra-Kapsel schmilzt Fett am Rumpf nicht zuverlässig. Umgekehrt kann ein Gewichtsverlust den Blutspiegel etwas anheben, weil sich das fettlösliche Vitamin auf weniger Gewebsmasse verteilt. Die Endocrine Society rät seit Juni 2024 gesunden Erwachsenen mit Adipositas vom Routinetest ab, solange keine klassischen Gründe wie eine Störung des Calciumhaushalts oder eine Knochenerkrankung vorliegen. Wer Knochenschmerz, Muskelschwäche oder den Verdacht auf weiche Knochen hat, bespricht den Laborwert mit der Praxis statt Hochdosen aus dem Regal zu starten.

Hängt mehr Bauchfett mit Vitamin-D-Mangel zusammen?

Ja, ein größerer Taillenumfang geht in Querschnittsstudien mit schlechterem Vitamin-D-Status einher. Hajhashemy, Foshati und Saneei fassten 2021 acht Effektschätzer aus fünf Arbeiten mit 7997 Erwachsenen zusammen: Die höchste Taillenkategorie hatte gegenüber der niedrigsten um 82 Prozent erhöhte Chancen auf einen kombinierten Mangel oder eine Unterversorgung unter 30 Nanogramm 25-Hydroxyvitamin D pro Milliliter. Für den engeren Mangel unter 20 Nanogramm lag die Chance in gemischtgeschlechtlichen Stichproben um 61 Prozent höher.

Dieselbe Gruppe drehte die Blickrichtung in Obesity Reviews. 36 Querschnittsstudien mit 257699 Teilnehmenden zeigten, dass die höchste gegenüber der niedrigsten Blutkonzentration mit 23 Prozent niedrigeren Chancen auf abdominelle Adipositas verknüpft war. Pro zusätzlichen 25 Nanomol pro Liter sank die Chance um etwa 8 Prozent. Beide Übersichten bleiben Beobachtung. Wer wenig Sonne abbekommt, sich selten bewegt und mehr isst als er verbraucht, sammelt mehrere Risiken in einer Zahl.

StatPearls bezifferte im Februar 2025 die weltweite Unterversorgung auf bis zu einer Milliarde Menschen und nannte für Personen mit Adipositas eine um 35 Prozent höhere Mangelhäufigkeit, unabhängig von Breitegrad und Alter. Das NIH Office of Dietary Supplements zeichnete im Juni 2025 ein nüchterneres US-Bild nach Schwellen des Food-and-Nutrition-Board: In NHANES 2011 bis 2014 lagen 5 Prozent unter 30 Nanomol pro Liter und 18 Prozent zwischen 30 und 49 Nanomol. Ältere Populartexte, die mehr als 40 Prozent der US-Erwachsenen als mangelversorgt zählten, nutzten meist großzügigere Laborschwellen, nicht diese Knochenkriterien.

Vitamin D Bluttest

Welches Fett senkt den Spiegel am stärksten?

Viszerales Fett um die Organe hängt bei Frauen und Männern am engsten mit dem Laborwert zusammen, stärker als Hautfett am Bauch. Rafiq, Walschot und Kollegen werteten 2019 die Netherlands Epidemiology of Obesity aus: 2441 Erwachsene zwischen 45 und 65 Jahren, mittleres 25-Hydroxyvitamin D 70,8 Nanomol pro Liter. Ein Quadratzentimeter mehr Viszeralfläche ging bei Männern mit 0,05 und bei Frauen mit 0,06 Nanomol weniger einher. Nach Standardisierung der Maße blieb das intraabdominelle Depot der stärkste Begleiter.

Unterhautfett am Bauch zeigte in dieser Kohorte keinen belastbaren Eigenbeitrag. Gesamtkörperfett hing nur bei Frauen invers mit dem Spiegel; ein Prozentpunkt mehr Fettmasse entsprach 0,40 Nanomol weniger. Leberfett war nur bei Männern gekoppelt: Eine Verzehnfachung der hepatischen Fettmenge ging mit 6,21 Nanomol weniger einher. Die Analyse berücksichtigte Alter, Herkunft, Bildung, chronische Krankheiten, Rauchen, Alkohol und Bewegung. Trotzdem bleibt es eine Momentaufnahme, kein Film über Ursache und Wirkung.

Für die Praxis taugt der Taillenumfang als grober Hinweis auf viszerales Depot, nicht als Ersatz für Bildgebung. Wer vor allem Hüft- und Oberschenkelfett trägt, kann denselben Body-Mass-Index haben und einen anderen Vitamin-D-Verlauf. Die Cleveland Clinic verknüpft seit 2022 einen Index ab 30 mit niedrigeren Werten und erklärt, Fettzellen hielten das Vitamin fest. Das NIH betont parallel, die Haut bilde unter Ultraviolett B weiterhin Vitamin D; die Verteilung danach ändert sich.

Senkt der Mangel das Fett oder das Fett den Spiegel?

Die Richtung ist nicht geklärt; der plausiblere Pfad führt vom größeren Fettlager zum niedrigeren Blutwert. Querschnittsarbeiten können beides nicht trennen. Menschen mit viel Rumpffett verbringen oft weniger Zeit im Freien, tragen mehr Kleidung und essen anders. Gleichzeitig wirkt Fettgewebe als Speicher und als Verdünnungsraum für ein fettlösliches Secosteroid.

Jirků, Kršáková und Křížová fassten 2026 Mechanismen zusammen: Sequestrierung im Fett, volumetrische Verdünnung in einer größeren Körpermasse und eine veränderte Aktivität der Hydroxylasen. Nach dieser Lesart steigt 25-Hydroxyvitamin D nach Gewichtsverlust oft leicht, ohne dass die Leber plötzlich mehr Enzym bildet. Ein systematisches Review in jener Übersicht verknüpfte 10 Kilogramm weniger Gewicht mit rund 6 Nanomol mehr und 10 Prozent weniger Fettmasse mit rund 9 Nanomol mehr. Ein Eingriff, der das intraabdominelle Volumen um die Hälfte senkte, ging in einer genannten Männerstudie mit 26 Prozent höherem Spiegel einher.

Randomisierte Studien zur Gegenrichtung enttäuschen. Das NIH schreibt klar, verfügbare Arbeiten stützten Vitamin-D-Präparate nicht als Mittel zum Abnehmen. Wer hofft, eine Winterkapsel ersetze Kaloriendefizit und Muskelarbeit, liest die Evidenz falsch herum. Möglich bleibt ein kleiner Beitrag des Vitamins zur Fettzellbiologie über den Vitamin-D-Rezeptor; klinisch hat sich daraus kein Schlankheitseffekt ergeben.

Warum bleibt Vitamin D im Fettgewebe?

Vitamin D ist fettlöslich und verteilt sich in das Depot, statt vollständig im Plasma zu bleiben. Weder Alter noch Adipositas stören laut NIH die Aufnahme aus dem Darm wesentlich. Die Hautleistung unter Sonne bleibt erhalten. Was sinkt, ist der Anteil, der nach Speicherung und Verdünnung im Blut messbar ist.

Zwei Erklärungen konkurrieren seit Jahren. Die ältere spricht von Sequestrierung, also einem Festsetzen, das das Vitamin dem Kreislauf entzieht. Drincic und Heaney argumentierten schon früher für einfache Volumenverdünnung: Größere Masse, gleiche Menge, niedrigerer Titer. Die Arbeit von 2026 in Obesities hält den Speicher für umkehrbar. Viszeralfett soll etwas mehr intaktes Vitamin D enthalten als Unterhautfett; wer genau dort abbaut, kann den Blutwert stärker bewegen als jemand, der nur subkutanes Polster verliert.

Nach Magenbypass kommt ein zweiter Mechanismus hinzu. Ein Teil des oberen Dünndarms, in dem fettlösliche Vitamine ankommen, wird umgangen. Mobilisiertes Depotvitamin hebt den 25-Hydroxywert dann oft nicht zuverlässig. Fachgesellschaften der bariatrischen Chirurgie fordern deshalb eigene Kontrollpläne vor und nach der Operation, unabhängig vom Streit ums Routinescreening bei unkomplizierter Adipositas. Orlistat, Colestyramin, bestimmte Antiepileptika und langjährige Steroide können den Status zusätzlich drücken, wie Mayo Clinic und Cleveland Clinic auflisten.

Welche Blutwerte gelten heute als Mangel?

Für Knochen gilt nach dem Food-and-Nutrition-Board ein 25-Hydroxyvitamin-D-Wert unter 30 Nanomol pro Liter (12 Nanogramm pro Milliliter) als Mangelbereich. Zwischen 30 und 50 Nanomol gilt der Status oft als unzureichend, ab 50 Nanomol als ausreichend für die meisten Menschen. Über 125 Nanomol können unerwünschte Wirkungen häufiger werden; toxische Spiegel liegen typischerweise über 375 Nanomol. Das NIH hat diese Schwellen im Juni 2025 so dargestellt.

Die Endocrine Society hat 2024 genau diese Art von Zielkorridor für gesunde Menschen ohne Behandlungsindikation aufgegeben. Die Leitlinie von 2011 hatte Suffizienz oft bei 30 Nanogramm pro Milliliter festgemacht und damit viele Labore und Praxen geprägt. Die Nachfolgearbeit findet keine belastbaren Schwellen, ab denen ein Test plus Gabe Krankheiten bei sonst Gesunden verhindert, einschließlich bei Adipositas. StatPearls zitierte im Februar 2025 noch die ältere Suffizienz über 30 Nanogramm; das ist Lehrbuchkontinuität, nicht der Stand der Fachgesellschaft von 2024.

Gemessen wird 25-Hydroxyvitamin D, nicht das kurzlebige 1,25-Dihydroxyvitamin D. MedlinePlus erklärt den zweiten Wert als ungeeignet für die Frage „habe ich genug“, brauchbar eher bei Nierenproblemen oder merkwürdigem Calcium. Routinetests für alle symptomfreien Erwachsenen empfiehlt weder die US Preventive Services Task Force (I-Statement, April 2021) noch die Endocrine Society. Labore berichten oft „Mangel / unzureichend / ausreichend / toxisch“ nach eigenen Cut-offs; die Zahl allein ohne Klinik führt in die Irre.

Wann zum Arzt bei Bauchfett und Verdacht auf Mangel?

Knochenschmerz, anhaltende Muskelschwäche oder der Verdacht auf Osteomalazie gehören in die Sprechstunde, nicht der nackte Taillenumfang. MedlinePlus nennt als Anlässe für einen 25-Hydroxy-Test unter anderem Knochenschmerz, Muskelschwäche, weiche oder verformte Knochen, Fragilitätsfrakturen, nachgewiesene Osteomalazie oder Osteoporose, Malabsorption, Leber- oder Nierenerkrankung und bestimmte Arzneimittel. Die Cleveland Clinic ergänzt Müdigkeit und Stimmungsveränderungen, warnt aber, viele Betroffene spürten gar nichts.

Kalziumkrämpfe, Tetanie, Kribbeln um den Mund oder Krampfanfälle sind Warnzeichen einer ausgeprägten Störung, nicht eines kosmetischen Bauches. Schwere, unbehandelte Rachitis kann laut Cleveland Clinic zu Anfällen, Herzschäden und in Extremfällen zum Tod führen; in Ländern mit angereicherter Säuglingsnahrung ist das selten. Erwachsene mit weichen Knochen riskieren Frakturen und sekundären Hyperparathyreoidismus, weil der Körper Calcium aus dem Skelett zieht.

Situation Nächster Schritt Quelle
Knochenschmerz oder Muskelschwäche ohne klare Ursache 25(OH)D-Test mit der Praxis besprechen MedlinePlus, Stand 2024
Nur größerer Taillenumfang, keine Beschwerden Kein Routinescreening bei sonst Gesunden Endocrine Society, 2024
Übelkeit und starker Durst unter Hochdosis Präparat pausieren und zeitnah klären Mayo Clinic, 2025
Osteomalazie, Osteoporose oder Zustand nach Bypass Spiegel gezielt überwachen lassen Cleveland Clinic, 2022
Kalziumkrämpfe, Tetanie oder Krampfanfall Notfallversorgung, keine Selbstmedikation Cleveland Clinic, 2022

Toxizität entsteht fast nur durch Präparate, nicht durch Sonne. Mayo Clinic nennt bei mehr als 4000 Internationalen Einheiten pro Tag Übelkeit, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Herzrhythmusprobleme und Nierenschäden als mögliche Folgen. Thiaziddiuretika plus Vitamin D können den Calciumspiegel im Blut zusätzlich heben. Wer Digoxin oder bestimmte Calciumantagonisten nimmt, soll hohe Dosen nicht auf eigene Faust kombinieren.

Was bringen Sonne, Ernährung und Präparate?

Sonne, wenige Lebensmittel und bei Bedarf eine maßvolle Tagesmenge können den Bedarf decken; Hochdosen gehören zur Behandlung eines nachgewiesenen Mangels. Das Food-and-Nutrition-Board setzt für 19- bis 70-Jährige 15 Mikrogramm (600 Internationale Einheiten) an, danach 20 Mikrogramm (800 Einheiten), jeweils unter der Annahme geringer Sonnenexposition. Die duldbare Obergrenze für Erwachsene liegt bei 100 Mikrogramm (4000 Einheiten) aus allen Quellen. Mayo Clinic wiederholt dieselben Bedarfswerte im März 2025.

Das NHS empfiehlt für Großbritannien 10 Mikrogramm (400 Einheiten) von Oktober bis März für die meisten Erwachsenen, ganzjährig für Menschen, die kaum ins Freie kommen oder die Haut bedeckt halten. Dunklere Haut bildet unter gleicher Sonne weniger Vitamin D; auch das steht auf der NHS-Seite. Mehr als 100 Mikrogramm täglich soll niemand ohne ärztlichen Auftrag nehmen. Kinder haben niedrigere Obergrenzen.

  • Fetter Seefisch wie Lachs, Makrele oder Hering liefert von Natur aus nennenswerte Mengen Vitamin D.
  • Eigelb und Leber enthalten kleinere Mengen und ersetzen kein Präparat bei nachgewiesenem Mangel.
  • Angereicherte Milch, manche Flocken und Streichfette können den Bedarf stützen, wenn das Etikett Vitamin D nennt.
  • Zwischen Oktober und März reicht die Sonne in mittleren Breiten oft nicht für eine volle körpereigene Bildung.

Die Endocrine Society schlägt 2024 empirische Gaben über die Referenzzufuhr hinaus für Kinder und Jugendliche, Schwangere, Menschen ab 75 Jahren und Erwachsene mit hohem Prädiabetesrisiko vor, nicht für gesunde 19- bis 74-Jährige. Bei Indikation ab 50 Jahren bevorzugt sie tägliche, niedrigere Mengen statt seltener Stoßdosen. StatPearls beschreibt für einen dokumentierten Wert unter 12 Nanogramm pro Milliliter acht Wochen mit 6000 Einheiten täglich oder 25000 bis 50000 wöchentlich, danach Erhaltung; für Hochrisikogruppen einschließlich Adipositas nennt der Text anfangs bis 10000 Einheiten täglich. Das ist Therapieschema nach Diagnose, kein Startpaket aus der Drogerie.

Hilft extra Vitamin D gegen Bauchfett?

Nein, klinische Studien stützen Vitamin D nicht als Mittel, um Bauchfett zu verlieren. Das NIH formuliert das im Juni 2025 ohne Umschweife: Höheres Gewicht geht mit schlechterem Status einher, ein Ursache-Wirkungs-Pfad vom Präparat zur Fettabnahme fehlt. Beobachtung und Intervention beantworten verschiedene Fragen. Die erste fotografiert, wer niedrige Werte und viel Rumpffett gleichzeitig hat. Die zweite prüft, ob dieselbe Kapsel den Umfang senkt.

Ältere Hoffnungen, Vitamin D schütze nebenbei vor Herzschwäche, Krebs oder Diabetes, haben randomisierte Programme meist nicht bestätigt. Das Food-and-Nutrition-Board fand die Evidenz außerhalb der Knochengesundheit unzureichend oder widersprüchlich. Eine große Prädiabetes-Studie mit im Mittel übergewichtigen Teilnehmenden und 4000 Einheiten täglich senkte die Diabetesinzidenz insgesamt nicht; ein Nachhinein-Schnitt bei sehr niedrigen Ausgangswerten unter 30 Nanomol deutete auf Nutzen, bleibt aber Untergruppe. Die Leitlinie 2024 erlaubt empirische Gabe bei hohem Prädiabetesrisiko zusätzlich zur Lebensstiländerung, nicht als Bauchwegspritze.

Wer abnimmt, kann den Laborwert als Nebeneffekt verbessern. Die Größenordnung bleibt bescheiden: einige Nanomol pro zehn Kilogramm, nicht ein Sprung von Mangel zu Suffizienz über Nacht. Viszeraler Abbau scheint wirksamer als reiner Hautfettverlust. Bewegung an der frischen Luft kombiniert Kalorienverbrauch mit etwas Ultraviolett, solange der Hautkrebsrisiko-Kompromiss stimmt. Sonnencreme senkt die kutane Bildung; das NIH und die Mayo Clinic halten den Schutz vor Hautkrebs trotzdem für vorrangig.

Soll ich mich testen lassen, nur weil die Taille größer ist?

Bei sonst gesunden Erwachsenen mit Adipositas rät die Endocrine Society 2024 gegen ein routinemäßiges 25-Hydroxy-Screening. Das ist die deutlichste Korrektur gegenüber Texten um 2018, die aus der Kopplung von Taille und Spiegel ableiteten, jeder größere Bauch brauche einen Laborschein. Die Fachgesellschaft findet keine Schwellen, die in Studien einen krankheitsspezifischen Nutzen des Test-und-Behandeln-Pfads bei dieser Gruppe belegen. Kosten und Belastung einer Massenuntersuchung wären hoch, der Gewinn unklar.

Die Empfehlung gilt für weitgehend Gesunde ohne etablierte Testgründe wie Hypocalcämie. Nach Bypass, bei Zöliakie, entzündlicher Darmerkrankung, schwerer Nieren- oder Leberkrankheit, Osteomalazie oder vor bestimmten knochenwirksamen Infusionen bleibt die Messung sinnvoll, wie MedlinePlus und bariatrische Leitlinien beschreiben. Die USPSTF ließ 2021 die Nutzen-Schaden-Waage für symptomfreie, nicht schwangere Erwachsene in der Gemeinde offen (I-Statement) und änderte damit gegenüber 2014 nichts.

Ein selbst gekaufter Heimtest ohne Klinik ersetzt keine Einordnung. Assays sind nicht immer standardisiert; dasselbe Serum kann in zwei Laboren unterschiedliche Zahlen liefern. Wer bereits ein Präparat nimmt und Übelkeit, starken Durst, viel Urin oder Verwirrtheit bemerkt, braucht eher eine Calciumkontrolle und das Absetzen der Hochdosis als einen Lifestyle-Blog. Die vernünftige Alltagslinie bleibt: Referenzzufuhr oder die von der Praxis genannte Menge einhalten, Taille über Ernährung und Bewegung angehen, den Test für Symptome und Sonderfälle reservieren.

Häufige Fragen

Senkt Bauchfett das Vitamin D oder umgekehrt?

Wahrscheinlich senkt vor allem die größere Fettmasse den messbaren Blutwert, nicht umgekehrt. Speicherung und Verdünnung erklären den Befund besser als ein nachgewiesener Mast-Effekt des Mangels. Beobachtungsstudien können die Richtung nicht beweisen.

Soll ich mich testen lassen, nur weil ich Bauchfett habe?

Nein, nicht allein deshalb, wenn Sie sonst gesund sind und keine klassischen Testgründe haben. Die Endocrine Society rät 2024 bei Adipositas gegen Routinescreening. Knochenschmerz, Muskelschwäche, Bypass oder Malabsorption ändern die Lage.

Hilft Vitamin D beim Abnehmen am Bauch?

Präparate ersetzen kein Kaloriendefizit. Das NIH sieht keinen Beleg, dass extra Vitamin D Gewicht oder Fettmasse zuverlässig senkt. Abnehmen kann den Spiegel leicht heben, die Kapsel den Bauch aber nicht zuverlässig flacher machen.

Welche Dosis gilt bei Übergewicht als üblich?

Für gesunde Erwachsene bleiben 15 Mikrogramm (600 Einheiten) bis 70 Jahre und 20 Mikrogramm danach die Referenz des Food-and-Nutrition-Board. Nach nachgewiesenem Mangel kann die Praxis vorübergehend höher dosieren; StatPearls nennt für Hochrisiko inklusive Adipositas anfangs bis 10000 Einheiten täglich. Ohne Auftrag sollte niemand über 100 Mikrogramm (4000 Einheiten) gehen.

Welche Lebensmittel enthalten von Natur aus Vitamin D?

Fetter Fisch, Lebertran, Eigelb und kleinere Mengen in Leber und manchen Pilzen. Viele Menschen decken den Rest über angereicherte Milch, Flocken oder ein Winterpräparat. Nahrung allein reicht laut NHS und NIH oft nicht, besonders von Oktober bis März.

Wann ist ein Vitamin-D-Spiegel gefährlich niedrig oder zu hoch?

Unter 30 Nanomol pro Liter steigt nach dem Food-and-Nutrition-Board das Risiko für Rachitis und Osteomalazie. Sehr hohe Werte, typisch über 375 Nanomol, können Hypercalcämie mit Übelkeit, Durst, Steinen und in Extremfällen Nieren- und Herzschäden auslösen. Beide Extreme brauchen ärztliche Klärung, nicht eine weitere Packung aus dem Netz.

Fazit

Die Kopplung von viszeralem Bauchfett und niedrigem 25-Hydroxyvitamin D ist seit den Metaanalysen 2021 und der NEO-Auswertung 2019 fester als 2018, die Handlungsempfehlung hat sich gedreht. Gesunde Erwachsene mit größerer Taille brauchen keinen automatischen Laborschein; sie brauchen eine ehrliche Kalorien- und Bewegungsbilanz und, wo die Sonne von Oktober bis März nicht reicht, eher die Referenzmenge als Stoßtherapie.

Morgen zählt Konkretes: Taillenumfang und Gewicht notieren, fetten Fisch oder angereicherte Lebensmittel prüfen, im Winter 10 bis 15 Mikrogramm erwägen, wenn die Praxis nichts anderes sagt, und Hochdosen lassen. Knochenschmerz, Muskelschwäche, ein geplanter Bypass oder Arzneimittel, die Vitamin D verbrauchen, sind der Moment für den 25-Hydroxy-Test.

Wer den Spiegel heben will, kommt mit weniger Viszeralfett oft weiter als mit einer teuren Megakapsel. Das Vitamin bleibt wichtig für Calcium und Knochen. Es ist kein Schlankmacher und seit 2024 auch kein Grund mehr, jeden größeren Bauch ins Labor zu schicken.

Quellen

  1. National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Vitamin D – Health Professional Fact Sheet. National Institutes of Health, 27. Juni 2025.
  2. Demay MB, Pittas AG et al.: Vitamin D for the Prevention of Disease: An Endocrine Society Clinical Practice Guideline. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Juni 2024.
  3. Cleveland Clinic: Vitamin D Deficiency: Causes, Symptoms & Treatment. Cleveland Clinic, 2. August 2022.
  4. MedlinePlus: Vitamin D Test: MedlinePlus Medical Test. MedlinePlus, National Library of Medicine, Stand: 2024.
  5. Mayo Clinic: Vitamin D – Mayo Clinic. Mayo Clinic, 21. März 2025.
  6. National Health Service: Vitamin D – Vitamins and minerals. National Health Service, 3. August 2020.
  7. Kaur J, Khare S, Givler A: Vitamin D Deficiency – StatPearls. StatPearls Publishing, 15. Februar 2025.
  8. US Preventive Services Task Force: Screening for Vitamin D Deficiency in Adults: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. JAMA, 13. April 2021.
  9. Rafiq R, Walschot F et al.: Associations of different body fat deposits with serum 25-hydroxyvitamin D concentrations. Clinical Nutrition, 18. Dezember 2018.
  10. Hajhashemy Z, Shahdadian F et al.: Serum vitamin D levels in relation to abdominal obesity: A systematic review and dose-response meta-analysis of epidemiologic studies. Obesity Reviews, 3. September 2020.
  11. Hajhashemy Z, Foshati S et al.: Relationship between abdominal obesity (based on waist circumference) and serum vitamin D levels: a systematic review and meta-analysis of epidemiologic studies. Nutrition Reviews, 2021.
  12. Jirků J, Kršáková Z, Křížová J: Vitamin D in Obesity: Mechanisms and Clinical Impact. Obesities, 2026.
DeMedBook