
Destilliertes Wasser dürfen die meisten gesunden Erwachsenen trinken, wenn die übrige Ernährung Calcium, Magnesium und andere Mineralstoffe liefert. Es ist nicht giftig; der entscheidende Punkt ist der fehlende Mineralgehalt, nicht eine angeblich ätzende Wirkung auf Knochen oder Blut. Wer abwechslungsreich isst, ersetzt Schweißverluste über Speisen und andere Getränke. Wer Fasten, einseitige Kost oder stundenlanges Schwitzen mit Destillat als einziger Flüssigkeit kombiniert, kann knappe Elektrolyte schlechter ausgleichen.
Die US-Ernährungsleitlinien 2020–2025 bevorzugen Wasser und zuckerarme Getränke, ohne eine Wasserart vorzuschreiben. Eine systematische Übersicht von 2022 fand gegenüber Mineralwasser keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen von demineralisiertem Wasser und verknüpfte den längeren Gebrauch mit einer schlechteren Qualität bestimmter Nährstoffaufnahmen. Die aktuelle WHO-Trinkwasserleitlinie setzt für Härte, Calcium und Magnesium keine Mindestkonzentration. Ältere Kapitel von 2005 klangen strenger; sie sind nicht mehr der Maßstab der Leitlinie.
Was destilliertes Wasser eigentlich ist
Destilliertes Wasser entsteht, wenn Wasser verdampft und der Dampf wieder flüssig wird; gelöste Salze und die meisten Keime bleiben zurück. Das Ergebnis ist ein Typ gereinigten Wassers, kein magisches Entgiftungsmittel. Die FDA nennt Destillation neben Umkehrosmose als Verfahren, mit dem Flaschenwasser die Bezeichnung gereinigtes Wasser tragen darf. Natürliches Mineralwasser definiert dieselbe Behörde anders. Es stammt aus unterirdischer Quelle und enthält mindestens 250 Teile gelöste Feststoffe pro Million, die nicht nachträglich zugesetzt werden dürfen.
Im Haushalt braucht Destillation Zeit und Strom. Die CDC (Stand April 2024) schreibt, dass Destillierer langsamer arbeiten und mehr Energie brauchen als viele Filter. Kommunale Anlagen an Küsten können Meerwasser so aufbereiten; das fertige Trinkwasser wird dort in der Regel wieder mit Mineralien stabilisiert, bevor es ins Netz geht. Die WHO betont genau diesen Schritt. Nach Entsalzung oder Membranbehandlung soll Wasser für Leitungen konditioniert werden, oft mit Calcium- und Magnesiumsalzen in einer Größenordnung, die der früheren Versorgung ähnelt.
Geschmacklich wirkt Destillat vielen Menschen flach, weil Calcium, Magnesium und andere gelöste Stoffe fehlen, die Leitungswasser seine typische Note geben. Wer den Geschmack meidet, trinkt leicht zu wenig. Die Mayo Clinic (Januar 2026) erinnert daran, dass Durst und hellgelber Urin bessere Alltagsanzeigen sind als eine starre Glaszahl. Wasser aus der Leitung, stilles Mineralwasser oder Destillat können denselben Flüssigkeitsbedarf decken, solange die Gesamtmenge und die Ernährung stimmen.
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Kann man destilliertes Wasser jeden Tag trinken?
Ja, als Teil einer gemischten Kost ist tägliches Destillat für viele gesunde Erwachsene vertretbar. Die Substanz selbst enthält keine Kalorien und keinen Zucker und hydriert wie anderes Trinkwasser. Problematisch wird die Wahl vor allem dann, wenn Destillat die einzige Flüssigkeit bleibt und gleichzeitig wenig mineralreiche Lebensmittel auf den Teller kommen. Die Übersicht von Sunardi und Kollegen (online 2022, Druck 2024) wertete zehn Arbeiten aus und fand für demineralisiertes Wasser keinen Beleg eines Extra-Nutzens gegenüber Mineralwasser.
Vier der eingeschlossenen Studien betrafen Demineralisat. Sie zeigten eher ungünstigere Nährstoffmuster bei längerem Gebrauch, nicht eine akute Vergiftung. Die Autoren selbst mahnen, dass die Datenlage dünn bleibt und viele Arbeiten beobachtend sind. Für den Alltag heißt das. Destillat ist kein Gift, aber auch keine Verbesserung gegenüber gutem Leitungswasser. Wer Leitungswasser aus einer kontrollierten öffentlichen Versorgung trinkt, holt sich oft kleine Mengen Calcium und Magnesium dazu, ohne extra Tabletten.
Private Brunnen fallen in den USA nicht unter das Safe Drinking Water Act. Die EPA (Stand März 2026) rät Brunnenbesitzern, selbst zu prüfen, was in ihrem Wasser steckt. In solchen Lagen kann Destillation Schwermetalle, Nitrat und Keime senken, ersetzt aber keinen Labortest und keinen Filter, der genau zum Fund passt. Öffentliche Versorger müssen Jahresberichte zu gemessenen Stoffen bereitstellen. Wer unsicher ist, liest diesen Bericht, bevor er die Küche auf Destillat umstellt.
Was Destillation entfernt und was nicht
Destillation inaktiviert Parasiten, Bakterien und Viren und entfernt viele gelöste Chemikalien, darunter Arsen, Barium, Cadmium, Chrom, Blei, Nitrat, Natrium, Sulfat, Calcium und Magnesium. Die CDC listet diese Stoffe ausdrücklich. Viele organische Verbindungen bleiben im Siedegefäß zurück, weil sie nicht mit dem Dampf gehen. Das ist der eigentliche Reinigungsgewinn gegenüber unbehandeltem Brunnenwasser mit Keimen oder Schwermetallen.
Lücken bleiben. Leicht verdampfende organische Stoffe, flüchtige Lösungsmittel und bestimmte Pestizide können mit dem Dampf mitgehen und sich im Kondensat wiederfinden. Die CDC sagt das klar. Wer glaubt, Destillat enthalte „gar keine Chemie mehr“, folgt einem älteren Werbesatz, nicht der aktuellen Behördenliste. Ein Aktivkohlefilter hinter dem Destillierer schließt diese Lücke oft besser als Destillation allein. Unbenutzte Geräte können auf den Kühlschlangen wieder Bakterien tragen; vor dem nächsten Lauf lohnt Reinigung nach Herstellerangabe.
Verglichen mit Umkehrosmose entfernt Destillation ebenfalls viele Ionen, braucht aber Wärme statt Druck. Nanofiltration und Umkehrosmose nehmen ebenfalls Calcium und Magnesium mit. Die CDC beschreibt Umkehrosmose als Verfahren, das unter anderem Blei, Kupfer, Chlorid und Natrium senken kann und oft Fluorid, Nitrat sowie Härtebildner mindert. Beide Wege liefern also weiches, mineralarmes Wasser. Der gesundheitliche Unterschied liegt weniger im Verfahren als darin, ob danach wieder Mineralien zugesetzt werden und wie die restliche Ernährung aussieht.
Was die WHO zu Mineralien im Trinkwasser sagt
Die geltende WHO-Trinkwasserleitlinie (vierte Auflage mit Addenda, Factsheet Härte 2022) setzt für Härte, Calcium und Magnesium keinen gesundheitsbasierten Richtwert. Härte gilt dort vor allem als Frage der Akzeptanz, des Geschmacks und der Technik, nicht als Schadstoff. Epidemiologische Hinweise auf weniger Herz-Kreislauf-Sterblichkeit in Gebieten mit härterem Wasser werden genannt und zugleich relativiert. Der Zusammenhang beweist keine Ursache. Weitere Studien laufen. Mindest- oder Höchstkonzentrationen lassen sich nach Ansicht der WHO derzeit nicht begründen, weil die ausreichende Zufuhr von vielen anderen Faktoren abhängt.
Trinkwasser kann trotzdem zur Calcium- und Magnesiumaufnahme beitragen, besonders bei Menschen, deren Kost knapp ist. Wo eine Versorgung durch demineralisiertes Wasser ersetzt wird, sollen Versorger erwägen, Calcium und Magnesium wieder zuzusetzen, in einer Größenordnung ähnlich der früheren Quelle. Das richtet sich an Netze nach Entsalzung, nicht an jede Flasche Destillat im Supermarkt. Verbraucher sollen die Mineralzusammensetzung ihres Wassers kennen, ob sie verändert wurde oder nicht.
Ein älterer WHO-Sammelband von 2005 („Nutrients in drinking-water“) versammelte Expertentexte zur Frage, was langfristiges Demineralisat in der Ernährung bedeutet. Darin wurden direkte Wirkungen auf die Darmschleimhaut, fehlende Calcium- und Magnesiumzufuhr, Verluste beim Kochen und mögliche Wiederverkeimung diskutiert. Diese Kapitel sind Hintergrund, keine aktuellen Zahlen der Leitlinie. Wer 2018 noch Mindestgehalte als WHO-Pflicht gelesen hat, liest den Stand von damals. Die Leitlinie 2011 bis 2022 hat daraus keine verbindlichen Untergrenzen gemacht.
Entzieht destilliertes Wasser dem Körper Mineralien?
Destillat zieht gesunden Nieren nicht einfach Calcium aus den Knochen. Der Körper regelt den Mineralhaushalt über Darm, Niere und Hormone. Was fehlt, ist der kleine Zuschuss, den mineralhaltiges Wasser manchen Menschen liefert. Das NIH-Office of Dietary Supplements (Aktualisierung 6. Januar 2026) nennt für Magnesium in Leitung-, Mineral- und Flaschenwasser Spannen von 1 Milligramm bis über 120 Milligramm pro Liter. Die empfohlene Zufuhr für Erwachsene liegt bei 310 bis 420 Milligramm pro Tag, je nach Alter und Geschlecht, und kommt vor allem aus Lebensmitteln.
Gute Magnesiumquellen sind Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Vollkorn. Etwa 30 bis 40 Prozent des Magnesiums aus der Kost werden aufgenommen. Viele Menschen in den USA liegen mit der Kost unter der Empfehlung; dann kann mineralarmes Wasser eine Lücke sichtbar machen, die vorher vom Wasser teilweise verdeckt war. Das ist ein Ernährungsproblem, kein Beweis, dass Destillat Gewebe „auslaugt“. Wer Milchprodukte meidet, vegan isst oder wenig Gemüse nimmt und zugleich nur Destillat trinkt, sollte die Gesamtzufuhr prüfen, nicht das Glas verteufeln.
Eine chinesische Kohorte von Tan und Kollegen (2023) beobachtete Kinder von 10 bis 13 Jahren, die vier Jahre Schulwasser mit sehr niedriger Leitfähigkeit (40 Mikrosiemens pro Zentimeter) tranken, verglichen mit einer Gruppe bei 345 Mikrosiemens pro Zentimeter. In der mineralarmen Gruppe lagen Homocystein, Apo-B und oxidiertes LDL höher, Vitamin D, B6, B12 und Apo-A1 niedriger. Das ist ein Signal, keine Ursache-Wirkungs-Kette für Hausdestillat in Europa. Die Kinder tranken das Schulwasser nicht als einzige Flüssigkeit. Die Autoren selbst fordern Bestätigung.
Welche Rolle spielt destilliertes Wasser bei Säuglingsmilch?
Destilliertes oder stark gereinigtes Wasser ist für die Zubereitung von Pulvermilch nicht verboten. Die CDC (Seite zur Zubereitung, Stand Mai 2026) verlangt Wasser aus sicherer Quelle und das exakte Mischungsverhältnis der Packung. Die meisten Säuglinge können Pulver mit geprüftem Leitungswasser anrühren, gefiltert oder ungefiltert. Destillat ersetzt die Mineralien der Milch nicht und muss sie auch nicht ersetzen. Eine vollständige Säuglingsnahrung ist so berechnet, dass sie Calcium, Magnesium und die übrigen Nährstoffe liefert, wenn das Pulver nicht verdünnt wird.
Die gefährliche Stelle ist die Menge, nicht die Wasserart. Zu viel Wasser senkt die Nährstoffdichte und kann Wachstum und Elektrolyte stören. Zu wenig Wasser belastet Nieren und Verdauung und kann zur Austrocknung beitragen. Immer zuerst die Wassermenge abmessen, dann das Pulver zugeben. Reste in der Flasche nach dem Trinken wegschütten, weil Speichel Bakterienwachstum fördert. Zubereitete Milch gehört innerhalb von zwei Stunden verwendet oder gekühlt und innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht.
Zusätzliche Vorsicht gilt unter zwei Monaten, bei Geburt vor der 37. Woche und bei geschwächter Abwehr. Pulver ist nicht steril und kann selten Cronobacter enthalten. Die CDC rät, Wasser zu kochen, etwa fünf Minuten warten und dann das Pulver mit sehr heißem Wasser (rund 70 °C) anzurühren, danach abkühlen lassen und am Handgelenk prüfen. Bei chemischer Belastung der Leitung hilft Kochen nicht. Dann Flaschenwasser oder trinkfertige Milch nutzen, bis die Gesundheitsbehörde Entwarnung gibt. Das gilt unabhängig davon, ob die Flasche Destillat oder Quellwasser enthält.
![[Trinkwasser nach dem Training in der Sonne]](https://demedbook.com/images/1/can-you-drink-distilled-water-safely_2.jpg)
Was gilt bei Sport, Hitze und Fasten?
Nach kurzem Training reicht oft Wasser beliebiger Art plus die nächste Mahlzeit. Längere Belastung über etwa eineinhalb Stunden mit starkem Schwitzen verliert Natrium und andere Elektrolyte. Destillat ersetzt dieses Salz nicht. Die Mayo Clinic nennt für gesunde Erwachsene grob 2,7 Liter Gesamtflüssigkeit bei Frauen und 3,7 Liter bei Männern, gerechnet aus Getränken und Essen, und warnt zugleich vor dem seltenen, aber ernsten Natriummangel durch sehr große Mengen hypotonen Wassers. Ausdauersportlerinnen und -sportler, die nur Destillat in großen Schlucken trinken, können genau in diese Falle laufen.
Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und Höhenlagen steigern den Verlust. Die Mayo Clinic rät in solchen Lagen zu mehr Flüssigkeit, aber nicht zu Litern ohne Salz, wenn der Schweiß stundenlang fließt. Sportgetränke oder eine salzhaltige Mahlzeit schließen die Lücke besser als ein zweiter Liter Destillat. Wer Durchfall, Erbrechen oder Fieber hat, verliert Wasser und Elektrolyte gleichzeitig. Dann können Brühe oder orale Rehydratationslösungen sinnvoller sein als mineralarmes Wasser allein.
Längeres Nur-Wasser-Fasten ist aus vielen Gründen riskant, unabhängig von der Wasserart. Destillat macht das Fasten nicht „reiner“, es nimmt nur den letzten Mineralzuschuss aus dem Glas. Schwangere und Stillende brauchen nach klinischen Texten oft mehr Flüssigkeit; die Mineralien kommen weiter aus der Kost. Wer in dieser Phase nur Destillat trinkt und gleichzeitig Milchprodukte oder Hülsenfrüchte meidet, sollte die Zufuhr mit der betreuenden Praxis besprechen, statt auf Entgiftungsversprechen im Netz zu setzen.
Leitungswasser, Mineralwasser oder Destillat?
Keine der drei Arten ist für alle Haushalte die beste. Öffentliches Leitungswasser in Ländern mit strenger Überwachung ist in der Regel mikrobiologisch und chemisch begrenzt; in den USA gilt das Safe Drinking Water Act, und Kundinnen und Kunden können den Jahresbericht der Versorgung anfordern. Destillat lohnt, wenn ein Test Keime, Nitrat oder Metalle zeigt, die genau dieses Verfahren entfernt, und wenn VOC-Lücken mit Kohle geschlossen werden. Mineralwasser nach FDA-Definition bringt von der Quelle her gelöste Feststoffe mit, schmeckt oft runder und kostet mehr.
| Merkmal | Destilliertes Wasser | Öffentliches Leitungswasser | Mineralwasser (FDA-Definition) |
|---|---|---|---|
| Keime | Sieden und Kondensieren inaktivieren Parasiten, Bakterien und Viren. | Zentrale Aufbereitung; in den USA Berichtspflicht der Versorgung. | Abfüllung unter FDA-Hygiene- und Qualitätsregeln. |
| Calcium und Magnesium | Nahezu vollständig entfernt. | Variabel; kann bei knapper Kost beitragen (WHO 2022). | Mindestens 250 mg/l gelöste Feststoffe aus der Quelle. |
| Leicht flüchtige Stoffe | Manche Pestizide und Lösungsmittel können im Kondensat bleiben. | Gesetzliche Höchstwerte, je nach Netz und Überwachung. | FDA-Qualitätsgrenzen für Flaschenwasser. |
| Magnesium im Liter | Praktisch null. | 1 bis über 120 mg, je nach Herkunft (NIH 2026). | Stark markenabhängig, oft höher als Destillat. |
| Energie und Alltag | Stromintensiv, langsam, Gerätehygiene nötig (CDC 2024). | Günstig, wenn das Netz unauffällig ist. | Teurer, dafür gleichbleibender Geschmack. |
Geschmack und Gewohnheit entscheiden mit. Wer Destillat als fade empfindet und deshalb zu Saft oder Limonade greift, tauscht einen hypothetischen Reinheitsgewinn gegen Zucker. Die CDC-Daten zu Wassertrinken (2015–2018) zeigen, dass viele Erwachsene ohnehin nur rund 1,3 Liter stilles Wasser am Tag schaffen. Jede Wasserart, die zuverlässig getrunken wird, schlägt die ungetrunkene „reine“ Flasche. Kosten, Strom und Kunststoff der Destillatflaschen gehören in dieselbe Rechnung wie der Laborwert auf dem Etikett.
Wann zur Ärztin oder zum Arzt?
Suchen Sie Hilfe, wenn nach großen Mengen Wasser Verwirrung, Erbrechen, Krampfanfälle oder starke Kopfschmerzen auftreten. Das kann ein Natriummangel sein, den die Mayo Clinic als selten, aber lebensbedrohlich beschreibt, vor allem nach Ausdauerbelastung. Rufen Sie den Notdienst, statt weiter zu trinken. Dunkler Urin, Schwindel, trockener Mund und fehlende Ausscheidung sprechen eher für Flüssigkeitsmangel. Dann trinken, bei schwerer Benommenheit oder Bauchschmerzen aber nicht allein experimentieren.
Säuglinge, die nach falsch gemischter Milch schlapp wirken, schlecht trinken oder Fieber bekommen, brauchen rasch pädiatrische Einschätzung. Cronobacter ist selten, aber bei den genannten Risikogruppen ernst. Chemische Vorfälle im Leitungsnetz (etwa nach Hochwasser) sind ein Grund, auf Flaschenwasser oder trinkfertige Milch umzustellen, nicht ein Grund, unbekanntes Brunnenwasser zu destillieren und zu hoffen. Erwachsene mit Herz- oder Nierenerkrankung dürfen Flüssigkeitsmengen oft nicht selbst erhöhen; das entscheidet die behandelnde Praxis.
Alltagssymptome wie Müdigkeit oder Muskelkrämpfe haben viele Ursachen. Sie beweisen nicht, dass Destillat „Mineralien raubt“. Wer ausschließlich Destillat trinkt, wenig isst und zugleich stark schwitzt, kann trotzdem eine Lücke in Calcium oder Magnesium haben. Dann zählt die Gesamternährung, gegebenenfalls ein Labor, nicht der Kauf eines teureren Destillierers. Unbehandeltes Rohwasser aus Quellen ohne Prüfung bleibt riskanter als jedes kontrollierte Destillat.
Häufige Fragen
Kann ich destilliertes Wasser jeden Tag trinken?
Ja, wenn die übrige Ernährung Mineralstoffe liefert und Sie nicht stundenlang nur Destillat nach starkem Schwitzen trinken. Eine Übersicht von 2022 fand keinen Extra-Nutzen gegenüber Mineralwasser. Der Geschmack darf Sie nicht davon abhalten, genug zu trinken.
Entzieht destilliertes Wasser dem Körper Mineralien?
Nicht im Sinne eines Auslaugens gesunder Knochen durch das Glas. Es liefert nur keinen Zuschuss an Calcium und Magnesium, den manches Leitungswasser bietet. Die NIH-Spanne für Magnesium im Wasser liegt bei 1 bis über 120 Milligramm pro Liter; den Tagesbedarf decken vor allem Lebensmittel.
Ist destilliertes Wasser für Babys geeignet?
Für Pulvermilch darf es genutzt werden, wenn die Packungsmenge stimmt und das Wasser mikrobiologisch sicher ist. Unter zwei Monaten, bei Frühgeburt oder schwacher Abwehr rät die CDC zu sehr heißem Anrühren gegen Cronobacter. Extra Wasser neben Milch brauchen gesunde Säuglinge in den ersten Monaten nicht.
Ist destilliertes Wasser gesünder als Leitungswasser?
Nein, nicht grundsätzlich. Destillation entfernt viele Keime und Metalle, lässt aber bestimmte leicht flüchtige Stoffe durch. Kontrolliertes Leitungswasser enthält oft kleine Mengen Mineralien und unterliegt in öffentlichen Netzen Grenzwerten. Die bessere Wahl hängt vom Testergebnis vor Ort ab, nicht vom Etikett „rein“.
Hilft destilliertes Wasser beim Entgiften?
Belege für eine Entgiftungswirkung jenseits normaler Nieren- und Leberarbeit fehlen. Die Übersicht von 2022 und die WHO-Leitlinie beschreiben Demineralisat nicht als Entgiftungskur. Wer Schadstoffe im Leitungswasser fürchtet, braucht einen passenden Filter oder eine andere sichere Quelle, kein Ritual.
Kann destilliertes Wasser den pH-Wert des Blutes kippen?
Für gesunde Menschen ist das kein plausibler Alltagsmechanismus. Das Blut hält seinen pH über Lunge und Niere in einem engen Band. Die WHO-Leitlinie 2022 begründet Azidose nicht mit dem pH von Destillat. Ältere Internettexte, die aus einem Glas pH 7 eine Blutazidose ableiten, überschätzen den Einfluss des Getränks.
Was ist der Unterschied zwischen destilliertem und demineralisiertem Wasser?
Destillat ist eine Form demineralisierten Wassers, gewonnen durch Verdampfen. Umkehrosmose, Ionentausch und Nanofiltration erzeugen ebenfalls mineralarmes Wasser. Gesundheitlich zählt der fehlende Mineralgehalt, nicht der Markenname. Die Studienlage zu Demineralisat gilt deshalb für mehrere Verfahren gemeinsam.
![[Flaschen Wasser in einer Fabrik]](https://demedbook.com/images/1/can-you-drink-distilled-water-safely_3.jpg)
Fazit
Destilliertes Wasser ist für die meisten Erwachsenen mit gemischter Kost eine zulässige Trinkoption, kein Gift und kein Superfood. Die CDC-Liste macht den Nutzen konkret. Viele Keime und gelöste Metalle verschwinden, bestimmte leicht flüchtige Stoffe und die Gerätehygiene bleiben Themen. Die WHO hat aus älteren Expertentexten von 2005 keine Mindestwerte für Härte gemacht. Wer 2018 noch von Pflicht-Milligramm im Glas gelesen hat, folgt nicht mehr der Leitlinie.
Praktisch heißt das. Leitungswasser aus einer unauffälligen öffentlichen Versorgung bleibt der einfache Alltagsweg. Destillat oder Umkehrosmose lohnen bei nachgewiesenem Nitrat, Blei oder Keimen, am besten mit einem Schritt gegen flüchtige Stoffe und mit einer Kost, die Nüsse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder angereicherte Alternativen enthält. Nach langem Sport oder Durchfall zählen Elektrolyte. Säuglingsmilch darf mit Destillat angerührt werden, aber nur in der vorgeschriebenen Menge und bei den Risikogruppen heiß.
Wer Verwirrung nach Literweisen Wasser, schwere Austrocknung oder ein schlappes Baby nach falsch gemischter Milch sieht, holt medizinische Hilfe statt eines neuen Destillierers. Das Glas entscheidet weniger als die gesamte Flüssigkeits- und Mineralbilanz des Tages.
Quellen
- Centers for Disease Control and Prevention: About Home Water Treatment Systems. Centers for Disease Control and Prevention, 10. April 2024.
- Centers for Disease Control and Prevention: Infant Formula Preparation and Storage. Centers for Disease Control and Prevention, 14. Mai 2026.
- World Health Organization: Guidelines for drinking-water quality: Fourth edition incorporating the first and second addenda. National Center for Biotechnology Information Bookshelf, Stand: 2022.
- World Health Organization: Nutrients in drinking-water. World Health Organization, 2005.
- Sunardi D, Chandra DN et al.: Health effects of alkaline, oxygenated, and demineralized water compared to mineral water among healthy population: a systematic review. Reviews on Environmental Health, 27. Dezember 2022.
- Mayo Clinic Staff: Water: How much should you drink every day?. Mayo Clinic, 21. Januar 2026.
- National Institutes of Health Office of Dietary Supplements: Magnesium: Fact Sheet for Health Professionals. National Institutes of Health, 6. Januar 2026.
- U.S. Food and Drug Administration: Bottled Water Everywhere: Keeping it Safe. U.S. Food and Drug Administration, Stand: 2024.
- Tan Y, Lan L et al.: Consumption of very low-mineral water may threaten cardiovascular health by increasing homocysteine in children. Frontiers in Nutrition, 9. März 2023.
- Environmental Protection Agency: Basic Information about Your Drinking Water. United States Environmental Protection Agency, 2. März 2026.
