
Pasta ersetzt keine Kalorienlücke und macht für sich genommen nicht schlank. Wer Nudeln in ein Muster mit niedrigem glykämischen Index einbaut, kann nach einer Metaanalyse von 2018 im Mittel 0,63 Kilogramm weniger wiegen als mit einer Kost höheren Index; das ist ein kleiner, statistisch sichtbarer Unterschied, kein Diätwunder. Cochrane hat 2023 den älteren Glauben korrigiert, niedriger GI sei ein verlässlicher Abnehmhebel: gegen höhere-GI-Kost lag der Unterschied bei −0,82 Kilogramm, das Konfidenzintervall kreuzte die Null.
Der schlechte Ruf der Nudel entstand, weil sie aus Weizenstärke besteht und in Low-Carb-Erzählungen neben Weißbrot und Reis landete. Die Verarbeitung zur Hartweizenpasta erzeugt jedoch eine dichte Struktur, die Enzyme langsamer angreifen als bei Brot. Ob das Gewicht fällt, entscheiden aber Portionsgröße, Soße, Gesamtenergie und ob jemand überhaupt ein Defizit hält. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC rät zu 0,45 bis 0,9 Kilogramm pro Woche und nennt schon fünf Prozent weniger Körpergewicht als metabolisch nützlich. Wer Tabletten, Schilddrüse oder Diabetes im Spiel hat, braucht zuerst die Praxis, nicht ein neues Nudelrezept.
Was die Toronto-Analyse 2018 wirklich gemessen hat
Sie hat nicht bewiesen, dass Pasta allein abnehmen lässt. Chiavaroli, Sievenpiper und Kollegen fanden in BMJ Open keinen einzigen randomisierten Vergleich, der Pasta isoliert gegen eine andere Beilage stellte. Ausgewertet wurden 32 Vergleiche mit 2448 Erwachsenen, in denen Pasta Teil einer Kost mit niedrigem glykämischen Index war und die Kontrollarme höhere GI-Werte ohne diese Nudelbetonung hatten. Gegenüber diesen Kontrollen lag das Körpergewicht im Mittel 0,63 Kilogramm niedriger (95-Prozent-Konfidenzintervall −0,84 bis −0,42), der Body-Mass-Index 0,26 Punkte.
Die Nachbeobachtung dauerte im Median zwölf Wochen. Die meisten Teilnehmenden waren mittelalt und übergewichtig oder adipös, ein Teil hatte Diabetes. Taillenumfang, Körperfettanteil und Taille-Hüft-Verhältnis bewegten sich nicht belastbar. In den elf Versuchen, die eine Menge nannten, lag der Median bei 3,33 Portionen Pasta pro Woche. Die Sicherheit der Evidenz stuften die Autoren für Gewicht und BMI als mittel ein, vor allem weil sich das Ergebnis nicht von Pasta allein trennen ließ.
Mehrere Autoren hatten zuvor Zuwendungen, Nudelspenden für Studien oder Reisehilfe vom Hersteller Barilla erhalten. Das entwertet die Zahlen nicht automatisch, gehört aber in jede ehrliche Lesart. Die Gruppe selbst schrieb, künftige Versuche müssten Pasta in anderen als Low-GI-Mustern prüfen. Genau diese Lücke füllten spätere Arbeiten nur teilweise. Wer 2018 die Schlagzeile „Pasta hilft beim Abnehmen“ mitnahm, hatte den Satz „im Kontext eines gesunden Musters“ überlesen.

Warum Cochrane 2023 den Low-GI-Hebel kleiner sieht
Niedriger glykämischer Index allein ist nach dem aktuellen Cochrane-Review kein zuverlässiger Weg, um Übergewicht zu reduzieren. Chekima und Kollegen werteten zehn randomisierte Studien mit 1210 Personen aus, Suche bis Mai 2022, Mindestlaufzeit acht Wochen. Gegen eine Kost mit höherem GI oder höherer glykämischer Last lag der Gewichtsunterschied bei −0,82 Kilogramm (Konfidenzintervall −1,92 bis 0,28). Gegen beliebige andere Diäten waren es −1,24 Kilogramm (−2,82 bis 0,34). In beiden Fällen urteilte das Review: wahrscheinlich geringer oder kein Unterschied.
Die ältere Cochrane-Fassung von 2007 hatte noch etwa 1,1 Kilogramm zugunsten niedriger GI gemeldet, damals auf sechs kurzen Versuchen. Genau diese Hoffnung trug die Pasta-Erzählung von 2018. Die Aktualisierung 2023 hat die Einschlusskriterien verschärft und längere Studien aufgenommen. Blutzucker nüchtern und Fettmasse verschoben sich ebenfalls kaum. Unerwünschte Ereignisse waren selten und unsicher zuzuordnen.
Die beiden Linien widersprechen sich nicht vollständig. Chiavaroli prüfte Pasta-im-Low-GI-Muster gegen höhere GI, Cochrane prüfte Low-GI-Kost als Strategie gegen Übergewicht. Ein halbes Kilogramm in zwölf Wochen kann in einer Metaanalyse signifikant sein und trotzdem klinisch dünn bleiben. Wer sein Gewicht halten oder senken will, darf Pasta behalten; er sollte sich vom Index allein keine größere Wirkung erwarten als von Kalorien, Eiweiß, Ballaststoffen und Bewegung.
Warum Pasta oft langsamer ins Blut geht als Brot
Hartweizennudeln erzeugen bei vielen Messungen einen flacheren Blutzuckeranstieg als Weißbrot, weil Extrusion und Trocknung ein kompaktes Gefüge bilden. Di Pede, Scazzina und Kollegen sammelten 2021 in Foods 95 Pasta-Produkte, deren glykämischer Index nach ISO-Regeln bestimmt worden war. Weiße Hartweizenpasta landete im Mittel bei 55, Vollkorn bei 52, glutenfreie Ware bei 60, Nudeln mit Hülsenfrüchten bei 46. Werte unter 55 gelten als niedrig, 56 bis 70 als mittel.
Die Streuung innerhalb jeder Gruppe war groß. Ein Teil der weißen Spaghetti lag im niedrigen Bereich, einzelne frische oder lange gegarte Produkte kletterten über 70. Frische Pasta mit 20 Minuten Garzeit erschien in der Sammlung mit einem Index von 78. Der Kleber umhüllt Stärkekörner und bremst Amylase; fehlt Gluten, wie in vielen Mais- oder Reisnudeln, steigt der Mittelwert. Vollkorn ändert den Index nur wenig, liefert aber mehr Ballaststoffe und Mikronährstoffe.
| Sorte (Mittel nach Di Pede 2021) | Mittlerer GI | Typische Einordnung |
|---|---|---|
| 100 Prozent Weißweizen (35 Produkte) | 55 | niedrig bis mittel |
| 100 Prozent Vollkorn (6 Produkte) | 52 | niedrig |
| Glutenfreie Pasta (11 Produkte) | 60 | mittel |
| Mit Hülsenfrüchten (9 Produkte) | 46 | niedrig |
| Eiernudeln (5 Produkte) | 52 | niedrig |
Ein niedriger Index erklärt Sättigung nur zum Teil. Ballaststoffe, Protein auf dem Teller und wie schnell jemand nachlegt, wiegen im Alltag oft schwerer. Chiavaroli merkte an, dass zugesetzte Fasern in Pasta den Glukose- und Insulinverlauf nicht zuverlässig senken. Der Vorteil der Nudel gegenüber Brot bleibt also vor allem ein Strukturvorteil, kein Freibrief für die zweite Schüssel.
Weiß, Vollkorn, glutenfrei: was der Teller ändert
Vollkornpasta ist für die meisten die bessere Alltagsnudel, weil sie mehr Ballaststoffe liefert, nicht weil ihr GI dramatisch niedriger läge. Der britische Gesundheitsdienst NHS schreibt, Vollkorn- und Vollweizenvarianten sättigten länger, weil sie langsamer verdaut werden, und nennt Pasta ausdrücklich als gesunde Basis einer Mahlzeit. Stärke soll nach dem Eatwell-Modell knapp über ein Drittel der Nahrung stellen. Gram für Gram enthält Stärke weniger als die Hälfte der Kalorien von Fett; die Soße, der Käse und das Öl entscheiden oft über die Energie.
Weiße Durumware bleibt nach Di Pede im Mittel im niedrigen bis mittleren Indexbereich. Wer sie mit Gemüse, Hülsenfrüchten und einer proteinhaltigen Beilage kombiniert, kann den Blutzuckerverlauf flacher halten als mit einem Berg Pommes. Glutenfreie Pasta aus Reis oder Mais lag im Mittel höher; sie ist für Menschen mit Zöliakie nötig, kein Abnehmtrick. Nudeln mit Linsen- oder Erbsenmehl können den Index senken und Eiweiß erhöhen, ersetzen aber keine Portionskontrolle.
MedlinePlus unterscheidet Zucker, Stärke und Ballaststoffe. Pasta zählt zu den Stärken. Beim Getreide sollen vorwiegend Vollkornprodukte gewählt werden, raffinierte Sorten haben Teile des Korns und damit Nährstoffe verloren. Die Dietary Guidelines for Americans, auf die die Mayo Clinic 2025 verweist, wollen mindestens die Hälfte der Getreideportionen als Vollkorn. Wer nur weiße Pasta mag, kann die Lücke mit Hafer, Hülsenfrüchten und Gemüse schließen, statt die Nudel zu verteufeln.
Mittelmeerkost mit viel Pasta: die Parma-Studie
Häufige Pasta auf einer kalorienreduzierten Mittelmeerkost hat in einer italienischen Interventionsstudie das Abnehmen nicht verhindert. Rosi, Scazzina und Kollegen betreuten 49 Erwachsene mit Adipositas über sechs Monate. Die Zuteilung folgte dem bisherigen Verzehr: mindestens fünfmal Pasta pro Woche oder höchstens dreimal, jeweils in einem energiearmen mediterranen Rahmen. Nach sechs Monaten lag der Gewichtsverlust bei −10 ± 8 Prozent in der Hoch-Pasta-Gruppe und −7 ± 4 Prozent in der Niedrig-Pasta-Gruppe.
Der Unterschied zwischen den Armen war nicht signifikant. Anthropometrie, Körperzusammensetzung, Glukose- und Fettstoffwechsel besserten sich in beiden Gruppen, der Blutdruck nicht unterschiedlich. Nach zwölf Monaten blieb das verlorene Gewicht in ähnlicher Höhe. Die Hoch-Pasta-Gruppe bewertete die körperliche Lebensqualität besser. Die Studie war quasi-experimentell, die Gruppen klein, die Zuteilung folgte der Gewohnheit statt einer reinen Zufallsliste.
Was bleibt, ist ein praktischer Satz. Wer mediterran isst, Kalorien senkt und Pasta fünfmal in der Woche behält, muss das Ziel nicht aufgeben. Die Kalorienlücke und das Muster tragen die Arbeit, nicht die Häufigkeit der Nudel. Ohne Defizit hilft weder viel noch wenig Pasta.
Austausch gegen Weißbrot: PREDIMED-Plus 2025
In einer spanischen Kohorte älterer Menschen mit Übergewicht war mehr Pasta mit einem etwas stärkeren Rückgang von Gewicht, BMI und Taillenumfang über zwei Jahre verbunden. Shyam, Nishi, Salas-Salvadó und Kollegen werteten rund 6000 Teilnehmende der Lebensstilstudie PREDIMED-Plus aus. Eine Extra-Portion Trockenpasta, definiert als 60 Gramm, hing im voll adjustierten Modell mit −2,23 Kilogramm Körpergewicht, −0,86 BMI-Punkten und −1,92 Zentimetern Taille zusammen. Der Ersatz gleicher Portionen Weißbrot, Weißreis oder Kartoffel durch Pasta zeigte in dieselbe Richtung.
Die mittlere Aufnahme lag nur bei 8 bis 9 Gramm Trockenpasta pro Tag. Das Modell rechnet eine Extra-Portion also weit über den Alltagsverzehr hinaus. Es handelt sich um eine Längsschnittbeobachtung in einer laufenden Interventionskohorte, nicht um eine Zufallszuteilung der Nudel. Blutzucker, HbA1c, HDL-Cholesterin und Triglyzeride hingen nicht belastbar mit der Pastamenge zusammen. Die Autoren selbst verlangen Bestätigung außerhalb der mediterranen Küche.
Trotzdem verschiebt die Arbeit die Frage. Nicht „Pasta ja oder nein“ steht im Vordergrund, sondern wogegen die Nudel getauscht wird. Weißbrot und frittierte Kartoffel waren in anderen Kohorten ungünstiger mit Herzrisiko verknüpft als Pasta. Wer Spaghetti an die Stelle von Toast und Pommes setzt und die Soße schlank hält, handelt näher an diesen Daten als jemand, der Nudeln streicht und anschließend mehr Weißbrot isst.
Kochen, Abkühlen und die Soße
Al-dente-Garzeit und späteres Aufwärmen können den Blutzuckeranstieg etwas dämpfen, ersetzen aber keine Portionsgrenze. Hodges und Kollegen ließen 45 junge Erwachsene drei gleiche Fusilli-Mahlzeiten essen: frisch heiß, 24 Stunden gekühlt, oder gekühlt und wieder erwärmt. Die Fläche unter der Glukosekurve lag bei aufgewärmter Pasta bei 703 ± 56 mmol·L⁻¹·min⁻¹, bei heißer Ware bei 735 ± 77. Der Nüchternwert kehrte nach dem Aufwärmen nach 90 Minuten zurück, nach der heißen Mahlzeit später.
Die Garzeit in diesem Versuch betrug 20 Minuten für 100 Gramm Trockenware, also eher durchgegart als bissfest. Die Differenz der Flächen ist messbar und klein. Kühlung lässt Stärke retrogradieren und erhöht resistente Stärke vom Typ 3; ein Teil davon übersteht das erneute Erhitzen. Ob das über Monate Kilogramm spart, hat niemand in einer Abnehmstudie gezeigt. Wer Reste am nächsten Tag isst, darf den flacheren Verlauf mitnehmen, ohne daraus eine Wundertechnik zu machen.
Die Soße verschiebt die Bilanz oft stärker als der Gargrad. Rahm, großen Mengen Hartkäse, Ölseen und Wurst machen aus einer moderate-GI-Beilage eine energiedichte Schüssel. Gemüse, Tomate, Hülsenfrüchte und eine Eiweißkomponente halten Volumen und Sättigung, ohne die Kalorien zu verdoppeln. Der NHS warnt ausdrücklich vor den Fetten, die beim Zubereiten und Anrichten dazukommen.
Portionsgröße und was Leitlinien heute raten
Das Gewicht fällt, wenn über Wochen weniger Energie ankommt als der Körper verbraucht, nicht weil eine bestimmte Nudel verboten oder erlaubt ist. Die CDC nennt 0,45 bis 0,9 Kilogramm pro Woche als Tempo, das sich eher halten lässt als Crash-Kuren. Fünf Prozent weniger Körpergewicht können Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker schon verbessern. Eine Person mit 91 Kilogramm braucht dafür etwa 4,5 Kilogramm, nicht eine pasta-freie Küche.
Die Mayo Clinic nennt für viele Erwachsene mit Adipositas 1200 bis 1500 Kilokalorien täglich bei Frauen und 1500 bis 1800 bei Männern als typischen Rahmen, immer individuell mit dem Behandlungsteam. Es gibt keine beste Diät. Pflanzenbetonte Teller, Vollkorn, mageres Eiweiß, wenig Zuckergetränke und Fette aus Öl, Nüssen und Fisch wiederholen sich in den Texten. Kohlenhydrate sollen nach Mayo Clinic und den US-Empfehlungen 45 bis 65 Prozent der Energie stellen, mindestens 130 Gramm am Tag, damit Gehirn und Körper versorgt bleiben.
MedlinePlus setzt auf dem US-Nährwertlabel 275 Gramm Gesamtkohlenhydrate als Tagesbezug bei 2000 Kilokalorien an. Sehr kohlenhydratarme Pläne mit 25 bis 150 Gramm können sicher sein, sollen aber vorher mit der Praxis besprochen werden, weil Ballaststoffe fehlen und die Durchhaltequote oft sinkt. Die CDC schreibt klar, eine ganze Lebensmittelgruppe zu streichen sei schlechter als Vielfalt. Pasta bleibt eine Stärkebeilage, keine Pflicht und kein Gift.
Praktisch hilft ein Teller, der die Nudel nicht als Hauptmasse behandelt.
- Eine übliche trockene Portion von 60 bis 80 Gramm, nach dem Garen etwa ein bis eineinhalb Tassen, lässt Platz für Gemüse und Eiweiß, ohne den Teller zu überladen.
- Vollkorn- oder Hülsenfruchtnudeln erhöhen Ballaststoffe und können den Hunger nach der Mahlzeit kleiner halten als rein weiße Ware.
- Tomate, Blattgemüse, Bohnen oder Fisch ersetzen Rahmsoßen, wenn das Ziel ein Defizit ist und nicht ein Restaurantteller.
- Süße Getränke zur Pasta addieren Kalorien, ohne Sättigung zu liefern; Wasser oder ungesüßter Tee belasten die Bilanz weniger.
Wann zum Arzt statt nur die Nudel tauschen
Bei Body-Mass-Index ab 30, bei Taille über 89 Zentimetern (Frauen) oder 102 Zentimetern (Männer) und wenn bisherige Versuche scheitern, gehört das Gewicht in die Sprechstunde, nicht nur in den Nudeltopf. Die Mayo Clinic wertet BMI 30 oder höher als Adipositas und rät, den Wert mindestens jährlich zu prüfen. Fett am Bauch erhöht das Risiko für Herzkrankheit und Diabetes. Dieselben Texte nennen Schilddrüse, Leberwerte, Blutdruck, Cholesterin und Zucker als Pflichtchecks.
Die CDC empfiehlt das Gespräch, wenn Medikamente oder Erkrankungen das Gewicht treiben oder unsicher machen. Steroide und manche Antidepressiva können zunehmen lassen. Alter verschiebt die Körperzusammensetzung Richtung Fett und senkt den Grundumsatz. Schlafmangel und Stress gehören zu den mitgenannten Faktoren. Überweisung zu Ernährungsberatung, zugelassenen Medikamenten oder Adipositaschirurgie ist Teil der Versorgung, nicht ein Versagen der Willenskraft.
Rote Flaggen sind rascher unerklärter Gewichtsverlust, starker Durst mit häufigem Wasserlassen, Brustschmerz, Luftnot oder Blutdruckwerte, die der Arzt als Notfall einstuft. Neue harte Sportprogramme sollen Männer über 40 und Frauen über 50 nach Mayo Clinic erst nach Rücksprache starten, wenn Vorerkrankungen bestehen. Pasta umzustellen ist dann eine Beilage der Behandlung, nicht die Behandlung.
Wer bereits Insulin oder Sulfonylharnstoffe nimmt, sollte gekühlte oder aufgewärmte Pasta nicht still tauschen. Der Blutzucker kann flacher verlaufen, die Dosis aber gleich bleiben. Das gehört in die Diabetesberatung, nicht in einen Küchentipp aus dem Netz.
Häufige Fragen
Hilft Pasta wirklich beim Abnehmen?
Allein nicht. Im Low-GI-Muster lag das Gewicht nach Chiavaroli 2018 im Mittel 0,63 Kilogramm niedriger als bei höherer GI, bei etwa drei Portionen pro Woche über zwölf Wochen. Cochrane 2023 findet für Low-GI-Kost gegen andere Diäten kaum einen belastbaren Gewichtsunterschied. Ohne Kaloriendefizit bleibt die Nudel kalorisch neutral bis belastend.
Ist Vollkornnudel deutlich besser als weiße Pasta?
Für Ballaststoffe, Sättigung und Mikronährstoffe ja, für den glykämischen Index nur wenig. Di Pede 2021 maß im Mittel 52 gegen 55. Der NHS bevorzugt Vollkorn, weil die Verdauung langsamer läuft. Weiße Durumware muss deshalb nicht vom Speiseplan, wenn Gemüse und Protein den Teller füllen.
Wie oft darf ich Pasta essen, wenn ich Gewicht verlieren will?
Es gibt keine magische Obergrenze in den Leitlinien. In der Parma-Studie verloren Menschen mit mindestens fünf Pasta-Mahlzeiten pro Woche auf kalorienarmer Mittelmeerkost ähnlich viel Gewicht wie die Gruppe mit höchstens drei. Die Toronto-Analysen nannten im Median gut drei Portionen wöchentlich. Entscheidend bleibt die Energiebilanz der ganzen Woche.
Macht abgekühlte und aufgewärmte Pasta weniger dick?
Sie kann den Blutzucker etwas flacher ansteigen lassen. Hodges 2020 fand eine kleinere Fläche unter der Glukosekurve und eine schnellere Rückkehr zum Ausgangswert nach dem Aufwärmen. Ob daraus über Monate weniger Fettmasse wird, ist nicht gezeigt. Kalorien der Soße und der Portion bleiben die größere Stellschraube.
Sollte ich Kohlenhydrate ganz weglassen, um abzunehmen?
Die CDC rät davon ab, eine ganze Gruppe zu streichen, weil Nährstoffe fehlen und Pläne seltener halten. Mayo Clinic und MedlinePlus halten 45 bis 65 Prozent der Energie aus Kohlenhydraten für den üblichen Rahmen, mindestens 130 Gramm am Tag. Sehr niedrige Mengen nur nach ärztlicher Klärung, besonders bei Niere, Diabetes und Medikamenten.
Wann sollte ich wegen des Gewichts zum Arzt?
Wenn der BMI bei 30 oder höher liegt, die Taille die Mayo-Schwellen überschreitet, Begleiterkrankungen bestehen oder bisherige Versuche scheitern. Die CDC nennt außerdem Medikamente und Krankheiten, die das Gewicht heben. Unerklärter Gewichtsverlust, starker Durst oder Brustschmerz gehören rasch abgeklärt, unabhängig von der Nudelwahl.
Fazit
Pasta ist eine Stärkebeilage mit oft niedrigem bis mittlerem glykämischen Index, kein Abnehmmittel und kein automatischer Dickmacher. Die Toronto-Arbeit von 2018 bleibt die größte randomisierte Zusammenschau: im Low-GI-Muster kein Gewichtszuwachs, im Mittel 0,63 Kilogramm weniger als bei höherer GI, bei unsicherer Übertragbarkeit auf Pasta allein. Cochrane 2023 hat die Hoffnung begraben, der Index selbst sei ein starker Hebel gegen Übergewicht.
Wer abnehmen will, hält ein gemäßigtes Defizit, wählt eher Vollkorn oder Hülsenfruchtnudeln, hält die Soße schlank und tauscht Weißbrot oder frittierte Beilagen, statt die Nudel zu verbannen. Die Parma-Studie und die PREDIMED-Plus-Auswertung 2025 stützen diese Richtung, mit den genannten methodischen Grenzen. Fünf Prozent weniger Gewicht reichen oft schon für messbare Stoffwechselgewinne.
Morgen reicht ein konkreter Teller: eine abgewogene Trockenportion, Gemüse als Volumen, Eiweiß dazu, Wasser statt Limonade. Liegt der BMI im adipösen Bereich oder scheitern wiederholte Versuche, ist der nächste sinnvolle Schritt ein Termin, nicht eine neue Nudelsorte.
Quellen
- Chiavaroli L, Kendall CWC et al.: Effect of pasta in the context of low-glycaemic index dietary patterns on body weight and markers of adiposity: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials in adults. BMJ Open, 2. April 2018.
- Chekima K, Yan SW et al.: Do low glycaemic index or low glycaemic load diets help people with overweight or obesity to lose weight?. Cochrane Database of Systematic Reviews, 22. Juni 2023.
- Centers for Disease Control and Prevention: Steps for Losing Weight. Centers for Disease Control and Prevention, 17. Januar 2025.
- Centers for Disease Control and Prevention: Tips for Maintaining Healthy Weight. Centers for Disease Control and Prevention, 27. März 2026.
- Mayo Clinic Staff: Obesity – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 2. Dezember 2025.
- Mayo Clinic Staff: Carbohydrates: How carbs fit into a healthy diet. Mayo Clinic, 24. Januar 2025.
- Di Pede G, Dodi R et al.: Glycemic Index Values of Pasta Products: An Overview. Foods, 22. Oktober 2021.
- National Health Service: Starchy foods and carbohydrates. National Health Service, 15. März 2023.
- MedlinePlus: Carbohydrates: MedlinePlus. MedlinePlus, Stand: 2025.
- Rosi A, Tesan M et al.: Body weight of individuals with obesity decreases after a 6-month high pasta or low pasta Mediterranean diet weight-loss intervention. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases, 24. Februar 2020.
- Shyam S, Nishi S et al.: Pasta Consumption and Cardiometabolic Risks in Older Adults with Overweight/Obesity: A Longitudinal Analysis. Journal of the American Nutrition Association, 19. Februar 2025.
- Hodges C, Archer F et al.: Method of Food Preparation Influences Blood Glucose Response to a High-Carbohydrate Meal: A Randomised Cross-over Trial. Foods, 25. Dezember 2019.
