
High Heels machen Männer nicht nachweislich hilfsbereiter. Die Feldstudie, die das 2014 behauptet hatte, zog die Zeitschrift Archives of Sexual Behavior im Oktober 2019 zurück, weil die Université de Bretagne-Sud methodische Schwächen und statistische Fehler feststellte. Die gemeldeten Zahlen gelten seither als unzuverlässig.
Was die alte Meldung offen ließ, ist der Körper unter dem Schuh. Systematische Übersichten seit 2016 verknüpfen hohe Absätze mit Hallux valgus, muskuloskelettalem Schmerz und Verletzungen der Tragenden. Eine Metaanalyse von 2023 fasst 81 Gangstudien zusammen und zeigt kürzere Schritte, mehr Kniebeugung und Druck, der nach vorn auf den Vorfuß wandert. Wer Absätze trägt, entscheidet damit über Gelenke und Gleichgewicht, nicht über die Hilfsbereitschaft Fremder.
Was die französische Studie behauptete
Die Arbeit von Nicolas Guéguen sollte zeigen, dass höhere Absätze das Verhalten von Männern gegenüber Frauen verändern. In der zurückgezogenen Fassung stand, eine Frau mit 0, 5 oder 9 Zentimeter Absatz erhalte auf der Straße eher Antworten auf eine Umfrage, bekomme öfter den fallen gelassenen Handschuh gereicht und werde in einer Bar schneller angesprochen. Andere Frauen hätten sich von der Absatzhöhe nicht beeinflussen lassen.
Solche Feldversuche klingen alltagsnah und wanderten 2014 durch Nachrichtenportale. Der Autor erklärte das Muster mit zwei Vermutungen: Männer deuteten Stöckelschuhe als sexuelles Signal, oder der veränderte Gang wirke attraktiver. Beides blieb Hypothese. Eine unabhängige Wiederholung mit offenem Protokoll und prüfbaren Rohdaten liegt nicht vor.
Ältere Übersichten behandelten diese Versuche noch als Beleg. Die HIGH-HABITS-Synthese von Barnish und Barnish, online 2017, zählte fünf psychosexuelle Originalarbeiten und schrieb ihnen durchweg einen Effekt auf Attraktivität oder männliches Verhalten zu. Darunter lagen auch die französischen Feldversuche. Das war der Stand vor der institutionellen Prüfung. Nach der Retraktion 2019 darf dieselbe Behauptung nicht mehr als gesicherte Sozialpsychologie gelten.
Die Frage der Seite bleibt damit beantwortet. Hilfsbereitschaft folgt nicht aus der Absatzhöhe. Wer Hilfe braucht, fragt, ruft an oder nutzt öffentliche Angebote. Der Schuh ändert daran nichts Nachweisbares.

Warum die Zahlen 2019 nicht mehr gelten
Der Chefredakteur zog den Artikel auf Antrag der Université de Bretagne-Sud zurück. Die Untersuchung der Hochschule kam zu dem Schluss, die Arbeit enthalte schwere methodische Schwächen und statistische Fehler. Die Retraktionsnotiz vom 11. Oktober 2019 nennt die berichteten Daten deshalb unzuverlässig. Der Autor antwortete der Zeitschrift nicht.
Unzuverlässig heißt nicht nur „etwas ungenau“. Es heißt, dass Stichproben, Ablauf und Rechenwege so wenig zusammenpassen, dass niemand die Tabellen als Beobachtung der Wirklichkeit verwenden sollte. Europe PMC führt die Notiz unter PMID 31605267 und verweist auf den Originaltext von 2015, der damit aus dem zitierfähigen Bestand fällt.
Für Leserinnen ändert das den praktischen Rat. Eine Lifestyle-Regel der Form „zieh Absätze an, dann helfen Männer“ hat keine belastbare Grundlage. Sie lenkt außerdem von Risiken ab, die epidemiologische Arbeiten unabhängig von dieser Sozialstudie beschreiben. Hallux valgus, Vorfußschmerz und Umknicken brauchen Schuhwahl und, bei anhaltendem Schmerz, eine Untersuchung. Sie brauchen keinen Tipp, wie man fremde Aufmerksamkeit steuert.
Wer ältere Blogtexte oder Weitererzählungen von 2014 liest, trifft oft noch die ursprüngliche Schlagzeile. Die Quelle ist dieselbe zurückgezogene Arbeit. Aktuelle Leitlinien der Fußorthopädie stützen sich auf Klinik und Biomechanik, nicht auf Bar-Beobachtungen.
Was Absätze am Gang und am Gleichgewicht ändern
Hohe Absätze zwingen den Fuß in eine dauerhafte Zehenstand-ähnliche Stellung. Die Auflagefläche schrumpft, der Körperschwerpunkt wandert nach vorn, und der Unterschenkel muss das mit mehr Plantarflexion im Sprunggelenk ausgleichen. Zeng, Liu, Hu und Kollegen werteten 2023 in BMC Public Health 81 Studien mit 1501 Teilnehmerinnen aus. Gegenüber flachen Schuhen oder Barfußgang verkürzten sich Schritt- und Schrittlänge, die Gehgeschwindigkeit sank, die Doppelstandphase wurde länger.
Das Knie beugte sich beim Aufsetzen und in der mittleren Standphase stärker, der Bewegungsspielraum über den ganzen Schritt nahm ab. Am Fuß-Sprunggelenk-Komplex lag fast durchgehend mehr Plantarflexion vor, die Beweglichkeit des Gelenks war kleiner. Die erste und zweite Spitze der vertikalen Bodenreaktionskraft stiegen. Unter Großzehe, übrigen Zehen und den Mittelfußköpfchen maß die Metaanalyse höheren Spitzendruck, unter Mittelfuß und Ferse eher weniger.
Gleichgewichtstests fielen schlechter aus. Die Zeit im Timed-up-and-go-Test stieg, das vordere-hintere Schwanken des Druckpunktes im Stand nahm zu, Einbeinstand und funktionelle Reichweite sanken. Das passt zu dem engeren Unterstützungsfeld eines schmalen Absatzes. Wer auf Kopfstein, nassem Pflaster oder einer Treppe geht, hat weniger Reserve, bevor der Fuß nach innen oder außen kippt.
Zeng und Kollegen schreiben, 37 bis 69 Prozent der Frauen trügen solche Schuhe täglich und 59 Prozent ein bis acht Stunden. Die Zahlen stammen aus älteren Befragungen und beschreiben Gewohnheit, nicht eine medizinische Norm. Sie erklären aber, warum selbst mäßige biomechanische Verschiebungen klinisch relevant werden können: Dieselbe Last wiederholt sich Schritt für Schritt.
Hallux valgus, Vorfußschmerz und Morton-Neurom
Ein Hallux valgus ist eine knöcherne Vorwölbung am Grundgelenk der Großzehe, während die Zehe zu den kleineren Zehen wandert. Die Mayo Clinic (Aktualisierung 8. Mai 2025) nennt enge, hohe oder spitze Schuhe als Faktor, der die Zehen in die Schuhspitze drängt. Fachleute streiten, ob das Schuhwerk die Fehlstellung auslöst oder eine vorhandene Fußform nur verschlimmert. Rheumatoide Arthritis und eine familiäre Fußanatomie gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren.
Die American Academy of Orthopaedic Surgeons berichtet, dass bis zu 70 Prozent der Betroffenen eine familiäre Vorgeschichte angeben. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, Erwachsene häufiger als Kinder. Ohne Schmerz braucht die Vorwölbung oft keine Behandlung. Anhaltender Schmerz, ein tastbarer Höcker, weniger Beweglichkeit der Großzehe oder Schuhe, die nicht mehr passen, gehören nach Mayo Clinic in die Sprechstunde, zum Podologen oder zur Fußorthopädie.
Komplikationen können eine Schleimbeutelentzündung, ein Hammerzeh und eine Metatarsalgie sein, also Schmerz und Schwellung unter den Mittelfußköpfchen. Das NHS (Seite vom 12. Juni 2023) stellt klar, dass nur eine Operation die knöcherne Form beseitigt. Weite Schuhe mit niedrigem Absatz und weicher Sohle, kurze Kühlung, Polster und bei Bedarf Paracetamol oder Ibuprofen können den Schmerz lindern. Enge Spitzen und hohe Absätze sollen wegbleiben.
Ein Morton-Neurom ist keine echte Geschwulst, sondern eine Verdickung des Gewebes um einen Zehennerv, meist zwischen dritter und vierter Zehe. Die AAOS beschreibt es als etwa achtmal häufiger bei Frauen, typisch zwischen 30 und 60 Jahren. Hohe Absätze stellen den Fuß ähnlich wie der Absprung eines Sprinters und können den Nerv einklemmen; enge, schmale Schuhe tun dasselbe durch seitlichen Druck. Viele Betroffene schildern das Gefühl, auf einer Murmel zu gehen, plus Brennen oder Kribbeln in die Zehen.
Konservative Maßnahmen (breite Zehenbox, niedrige Absätze, Einlagen oder Mittelfußpelotten, entzündungshemmende Tabletten, manchmal Kortison unter Ultraschall) können laut AAOS bei etwa der Hälfte der Patientinnen eine gewisse Erleichterung bringen. Kortison lindert kurzfristig bei schätzungsweise 50 bis 70 Prozent, anhaltend seltener. Bleibt der Schmerz drei bis sechs Monate, kommt eine Operation in Frage. Studien zur Neurektomie oder Dekompression nennen oft 80 bis 95 Prozent langfristigen Erfolg; nach Entfernen des Nervs bleibt eine Taubheit zwischen den Zehen möglich.
Knie, Hüfte und Rücken: Biomechanik und Epidemiologie
Die Kette vom Absatz nach oben ist in Laborstudien klarer als in Bevölkerungsstudien. Kerrigan und Kollegen hatten 1998 und 2001 im Lancet beschrieben, dass hohe Absätze das Knie in Beugung und Varus belasten. Zeng 2023 bestätigt höhere Beuge- und Streckmomente am Knie, während Hüftwinkel und Hüftmomente kaum auffielen. Der Körper fängt die Instabilität also vor allem im Knie und im Fuß-Sprunggelenk-Komplex ab, nicht in der Hüfte.
Ob das später zu einer Arthrose führt, ist epidemiologisch offen. Barnish und Barnish fanden 2016 in BMJ Open unter 18 Studien zwei Arbeiten zur Arthrose, keine mit signifikantem Zusammenhang. HIGH HABITS wiederholte 2017 denselben Befund: viel Biomechanik, die ein Risiko nahelegt, aber keine klare Bestätigung in Populationsdaten. Das ist kein Freibrief. Es bedeutet, dass man eine drohende Kniearthrose nicht allein aus dem Absatz ableiten darf. Wer schon Knieschmerz, Übergewicht oder eine Varusachse hat, trägt mit jedem hohen Schritt eine Last, die Labormessungen als ungünstig beschreiben.
Rückenschmerz wird oft mit verstärkter Lendenlordose erklärt. Reviews vor 2014 waren sich beim Lendenwinkel uneins. HIGH HABITS hält fest, dass die biomechanische Literatur vom Zeh bis zur Wirbelsäule qualitativ konsistente Veränderungen zeigt, beim Hohlkreuz aber einzelne Studien widersprechen. Praktisch zählt der Alltag: Wer nach einem Abend auf Absätzen im Kreuz zieht, hat einen nachvollziehbaren Reiz. Ob daraus eine chronische Wirbelsäulenerkrankung wird, belegen die vorliegenden Übersichten nicht.
Für die Beratung folgt daraus eine nüchterne Trennung. Vorfuß, Hallux und Umknicken haben epidemiologische und klinische Unterstützung. Das Knie hat starke Laborargumente und eine unklare Bevölkerungsstatistik. Der Rücken bleibt ein individueller Befund, kein automatisches Schicksal des Absatzes.
Sprunggelenk, Sturz und Notaufnahme
Das Sprunggelenk steht im hohen Schuh in Plantarflexion und auf kleiner Fläche. Schon ein Bordstein oder ein Drehschritt kann den Fuß nach innen knicken. Barnish und Barnish werteten 2016 acht Studien zu Verletzungen der Tragenden aus; sieben beschrieben eine relevante Verletzungslast. Moore und Kollegen nutzten das US-Verletzungsregister NEISS über zehn Jahre. Sie zählten 3294 Notaufnahmekontakte von Frauen, die sich auf die USA hochrechnen lassen. Die Schätzung lag bei etwa 123 355 Vorstellungen.
Häufigste Region war das Sprunggelenk mit 39 Prozent, dann der Fuß mit 33 Prozent. Häufigste Art war Zerrung oder Distorsion mit 53 Prozent, danach Frakturen mit 19 Prozent. Die Altersgruppe 20 bis 29 Jahre stellte 33 Prozent, 30 bis 39 Jahre 20 Prozent. Auch Kinder und Jugendliche tauchten in der Hochrechnung auf: rund 4 Prozent im Alter von 0 bis 9 Jahren und 14 Prozent von 10 bis 19 Jahren. Das sind langfristige Beobachtungsdaten bis 2012, keine aktuellen deutschen Inzidenzen. Sie zeigen aber, wo der Schaden sitzt.
In Victoria, Australien, fanden Williams und Haines über fünf Jahre 240 Notaufnahmekontakte durch eigene Verletzung an hohen Absätzen; 51 Prozent betrafen das Sprunggelenk. Bei älteren Erwachsenen berichtete Tencer und Kollegen ein erhöhtes Sturzrisiko (Odds Ratio 1,9). Keegan und Kollegen verknüpften mittlere bis hohe Absätze beim Sturz mit höheren Odds für Brüche an Fuß, Unterarm, Oberarm, Becken und Unterschenkel.
Zweite-Person-Verletzungen, etwa ein Tritt mit dem Stiletto, bleiben selten quantifiziert. HIGH HABITS sammelte Fallberichte und eine Beobachtung; eine belastbare Risikozahl fehlt. Wer auf einer vollen Tanzfläche steht, trägt trotzdem eine scharfe, kleine Fläche am Fuß. Das ist Physik, keine Moral.
Welche Absatzhöhe und welcher Schuh weniger belasten
Eine magische Grenze, unter der Absätze harmlos wären, nennt keine der ausgewerteten Übersichten. Zeng definierte hohe Schuhe ab etwa 3 Zentimetern, die eingeschlossenen Modelle reichten bis 18 Zentimeter. Die AAOS rät Menschen mit Hallux valgus, Absätze höher als ungefähr zwei Zoll zu meiden, also grob fünf Zentimeter, und spitze, zu kurze oder zu enge Modelle wegzulassen. Das NHS formuliert schlichter: keine hohen Absätze, keine spitzen Schuhe, dafür weite Passform, niedriger Absatz, weiche Sohle.
Passform entscheidet oft mehr als die Marke. Die AAOS empfiehlt, beide Füße messen zu lassen, den größeren Fuß einzukleiden, nachmittags anzuprobieren und 0,95 bis 1,3 Zentimeter Platz vor der längsten Zehe zu lassen. Der Ballen soll in der breitesten Kammer liegen. Ein Schuh, der im Laden drückt, wird auf der Straße nicht weiter. Wer Bewegungsschmerz im Großzehengrundgelenk hat, kann eine leichte Wiege unter dem Vorfuß entlastend finden.
Berufskleidung, die Absätze vorschreibt, bleibt ein gesondertes Thema. HIGH HABITS verwies 2017 auf politische Debatten in Großbritannien und British Columbia. Medizinisch ändert das nichts an der Last. Wer acht Stunden stehen muss, braucht eine Sohle, die den Vorfuß nicht dauernd in die Spitze schiebt. Ein flacher, weiter Wechselsschuh für den Weg und die Pause ist keine Modefrage, sondern Entlastung.
Kinderfüße wachsen noch. Die Verletzungszahlen von Moore enthalten auch Minderjährige. Es gibt keinen medizinischen Grund, unreifen Skeletten Stiletto-Geometrie zuzumuten. Das ist keine Geschmackskritik, sondern eine Folgerung aus Unfallstatistik und Wachstumsfugen.
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme
Anhaltender Großzehenschmerz, ein wachsender Höcker, steife Zehen oder Schuhe, die trotz größerer Weite nicht mehr sitzen, gehören in die Praxis. Die Mayo Clinic nennt genau diese vier Anlässe. Das NHS ergänzt: Hausmittel über einige Wochen ohne Besserung, Schmerz, der den Alltag stoppt, sichtbare Verschlechterung, und Hallux valgus plus Diabetes, weil Fußprobleme dann rascher ernst werden.
Vorfußbrennen, das Gefühl einer Murmel unter den Köpfchen oder Kribbeln in die Zehen, das nach dem Wechsel auf breite, flache Schuhe bleibt, spricht für eine Untersuchung auf Morton-Neurom oder Metatarsalgie. Die AAOS rät bei anhaltendem Vorfußschmerz oder Missempfinden zur orthopädischen Abklärung. Nachts seltener Schmerz spricht nicht gegen die Diagnose; Belastungsschmerz ist typischer.
Stechender Fersenschmerz bei den ersten Schritten am Morgen passt zur Plantarfasziitis. Die Mayo Clinic (Aktualisierung 7. August 2026) beschreibt genau dieses Muster, häufig zwischen 40 und 60 Jahren, bei Laufsport, Übergewicht oder langem Stehen auf hartem Boden. Abgelaufene oder unpassende Schuhe nennt sie als Mitfaktor. Bleibt der Schmerz und ändert er den Gang, soll eine Praxis den Befund von Ermüdungsbruch oder anderer Fersenpathologie trennen.
Sofortige Hilfe braucht, wer nach dem Umknicken nicht mehr auftreten kann, eine grobe Fehlstellung sieht, die Haut über dem Gelenk offen ist, das Gefühl in Fuß oder Zehen weg ist oder der Unterschenkel nach einem Sturz stark anschwillt und sich nicht belasten lässt. Das sind Schwellen aus der Unfalllogik, nicht aus der zurückgezogenen Sozialstudie.
| Beschwerde | Erster Schritt zu Hause | Praxis oder Notaufnahme |
|---|---|---|
| Ziehender Hallux, Reibung im Schuh | Weite, flache Schuhe, Polster, kurze Kühlung | Schmerz nach Wochen Hausmitteln, Diabetes, Alltag eingeschränkt |
| Murmelgefühl, Brennen zwischen den Zehen | Breite Zehenbox, niedriger Absatz, Pause vom Vorfußstoß | Anhaltendes Brennen oder Kribbeln trotz Schuhwechsel |
| Stechende Ferse am Morgen | Tragfähige Sohle, weniger hartes Stehen | Schmerz ändert den Gang oder bleibt Wochen |
| Umknicken mit Schwellung | Hochlagern, kühlen, nicht erzwingen | Keine Belastung möglich, Fehlstellung, Taubheit, offene Haut |
Was zu Hause hilft und was eine Operation kann
Der wirksamste Schritt ist der Schuh, der den Vorfuß nicht quetscht. Weite Zehenbox, niedriger Absatz, weiche Sohle und ein Absatz, der nicht auf einem Stift steht, senken den Druck, den Zeng 2023 unter den Mittelfußköpfchen gemessen hat. Polster über dem Hallux können reiben stoppen; die AAOS warnt, ein zu dickes Polster könne den Höcker im Schuh erst recht einengen. Deshalb kurz testen.
Das NHS nennt Kühlung bis fünf Minuten mit einem in ein Tuch gewickelten Kühlpack, Gewichtsreduktion bei Übergewicht und bei Bedarf Paracetamol oder Ibuprofen. Eine Dosis in Milligramm setzt das NHS auf dieser Seite nicht fest; wer regelmäßig Schmerzmittel braucht, spricht mit Arzt oder Apotheke, besonders bei Magengeschwür, Nierenkrankheit, Schwangerschaft oder blutverdünnenden Mitteln. Einlagen, Zehenspreizer oder Nachtschienen können Druck nehmen. Die AAOS betont, Schienen hätten die knöcherne Fehlstellung bisher nicht dauerhaft gerade gerichtet.
Eine Operation kommt in Frage, wenn Schmerz und Gehen trotz Schuhwechsel und Hilfsmitteln bleiben. Das NHS schickt nicht wegen des Aussehens in den OP. Typisch ist eine Osteotomie mit Schrauben oder Klammern, oft tagesklinisch. Nach der Operation verlangt das NHS mindestens zwei Wochen Hochlagern, sechs bis acht Wochen ohne Autofahren, zwei bis zwölf Wochen ohne Arbeit und drei bis sechs Monate ohne Sport. Zehen können steifer oder schwächer bleiben, der Fuß nicht perfekt gerade, der Schmerz nicht völlig weg. Ein Hallux kann zurückkehren.
Beim Morton-Neurom bleibt die Operation die Option nach Monaten ohne Erfolg. Dekompression erhält eher Gefühl, Neurektomie nimmt den erkrankten Nervanteil und hinterlässt oft eine bleibende Taubheit. Die AAOS nennt 80 bis 95 Prozent Erfolg in vielen Serien und 5 bis 20 Prozent erneute Beschwerden. Das ist keine Garantie, sondern die Spanne veröffentlichter Verläufe.
Drei Alltagsregeln tragen den größten Teil der Vorbeugung.
- Wähle Schuhe, deren Innenform dem Fuß folgt und vor der längsten Zehe Platz lässt.
- Halte Absätze für kurze Anlässe und wechsle danach in flache, stabile Sohlen.
- Suche Hilfe, wenn Schmerz den Alltag ändert oder Diabetes den Fuß gefährdet.
Häufige Fragen
Machen High Heels Männer wirklich hilfsbereiter?
Nein, das ist nicht belegt. Die Studie, die das 2014 behauptete, wurde 2019 wegen methodischer Schwächen und statistischer Fehler zurückgezogen. Die Daten gelten als unzuverlässig. Hilfsbereitschaft hängt von der Situation und der Person ab, nicht von der Absatzhöhe.
Verursachen Absätze immer einen Hallux valgus?
Nein. Die Mayo Clinic schreibt, Fachleute seien sich uneins, ob enge hohe Schuhe die Fehlstellung verursachen oder nur verstärken. Familie, Fußform und entzündliche Gelenkerkrankungen spielen mit. Wer bereits einen Höcker hat, verschlechtert die Reibung und den Zehendruck durch spitze Absätze oft spürbar.
Welche Absatzhöhe gilt als weniger belastend?
Eine sichere Obergrenze fehlt in den Übersichten. Die AAOS rät bei Hallux valgus, höher als ungefähr fünf Zentimeter zu meiden. Zeng wertete Modelle ab etwa drei Zentimetern als hoch. Je höher und schmaler der Absatz, desto kleiner die Standfläche und desto stärker der Vorfußdruck.
Wann muss ich mit Vorfußschmerz zum Arzt?
Wenn Brennen, Murmelgefühl oder Kribbeln nach dem Wechsel auf breite, flache Schuhe bleibt. Die AAOS nennt anhaltenden Vorfußschmerz als Grund für eine orthopädische Untersuchung. Dasselbe gilt, wenn der Schmerz das Gehen oder die Schuhwahl bestimmt.
Hilft eine Operation, den Fuß wieder schmal und schmerzfrei zu machen?
Sie kann die Knochenstellung ändern und Schmerz senken, wenn konservative Mittel versagt haben. Das NHS operiert nicht wegen des Aussehens. Zehen können steifer bleiben, der Hallux kann zurückkehren, die Erholung dauert Wochen bis Monate.
Kann ich Absätze gelegentlich tragen, ohne Schaden?
Kurze Anlässe auf ebenem Boden belasten weniger als tägliche Stunden auf Spitzen. Zeng zeigt, dass schon der einzelne Gang in hohen Schuhen Druck und Gleichgewicht verändert. Wer zwischendurch wechselt, dehnt Waden und Vorfuß und bei Schmerz pausiert, hält die Dosis kleiner. Anhaltender Schmerz bleibt ein Grund zur Abklärung, nicht ein Schönheitsproblem.
Fazit
Die Schlagzeile, Männer würden Frauen in High Heels eher helfen, gehört in das Archiv zurückgezogener Arbeiten. Seit Oktober 2019 gelten die dazu veröffentlichten Daten als unzuverlässig. Wer Hilfe braucht, organisiert sie direkt.
Am Fuß und am Bein ist die Lage klarer. Hohe Absätze verschieben Last auf den Vorfuß, verändern Knie und Sprunggelenk und verschlechtern das Gleichgewicht. Hallux valgus, Metatarsalgie, Morton-Neurom und Umknicken sind die Diagnosen, die Kliniken und Übersichten damit verbinden. Eine Kniearthrose allein aus dem Absatz abzuleiten, erlauben die Bevölkerungsstudien bisher nicht.
Praktisch zählt der nächste Schuh. Weit, flach, nachmittags angepasst, Absätze selten und kurz. Bei Dauer-Schmerz, Diabetes oder einem Fuß, der nach dem Umknicken nicht trägt, gehört die Klärung in die Praxis oder die Notaufnahme, nicht in eine neue Absatzhöhe.
Quellen
- Guéguen N: Retraction Note to: High Heels Increase Women’s Attractiveness. Archives of Sexual Behavior, 11. Oktober 2019.
- Guéguen N: Retraction Note to: High Heels Increase Women’s Attractiveness. Europe PMC, 2020.
- Barnish MS, Barnish J: High-heeled shoes and musculoskeletal injuries: a narrative systematic review. BMJ Open, 13. Januar 2016.
- Barnish MS, Barnish J: The 2016 HIGh Heels: Health effects And psychosexual BenefITS (HIGH HABITS) study: systematic review of reviews and additional primary studies. BMC Public Health, 1. August 2017.
- Zeng Z, Liu Y, Hu X et al.: Effects of high-heeled shoes on lower extremity biomechanics and balance in females: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health, 20. April 2023.
- Mayo Clinic: Bunions – Symptoms & causes. Mayo Clinic, 8. Mai 2025.
- American Academy of Orthopaedic Surgeons: Bunions – OrthoInfo – American Academy of Orthopaedic Surgeons. OrthoInfo, Stand: 2025.
- National Health Service: Bunions – NHS. National Health Service, 12. Juni 2023.
- American Academy of Orthopaedic Surgeons: Morton’s Neuroma. OrthoInfo, Stand: 2025.
- Mayo Clinic: Plantar fasciitis – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 7. August 2026.
