
Der beste Weg, Krätze zu Hause zu behandeln, ist eine ärztlich verordnete Creme oder Tablette, die die Milben tötet, plus heiße Wäsche und die gleichzeitige Mitbehandlung enger Kontakte. Frei verkäufliche Öle, Essig oder Haushaltsreiniger sind nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC (Stand Januar 2024) nicht geprüft und nicht zugelassen, menschliche Krätzmilben zu beseitigen.
Die Milbe Sarcoptes scabiei var. hominis gräbt sich in die Hornschicht und legt Eier. Der starke nächtliche Juckreiz ist eine Allergie gegen Milben, Eier und Kot, nicht ein Zeichen von Schmutz. Wer die Infektion zum ersten Mal hat, spürt oft vier bis sechs Wochen nichts, steckt aber schon andere an. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt mindestens 200 Millionen Betroffene gleichzeitig und zählt Krätze seit 2017 zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten. In Wohnungen, Kitas und Pflegeheimen entscheidet nicht ein Hausmittel über den Verlauf, sondern ob alle engen Kontaktpersonen am selben Abend behandelt werden und Textilien heiß gewaschen werden.
Ältere Ratgeber stapelten Teebaum, Aloe, Neem und sogar Bleichmittel als Alternative zur Praxis. Aktuelle Leitlinien haben diese Liste nicht bestätigt. Die britische Fachgesellschaft BASHH stellt 2025 Permethrin 5 Prozent und orales Ivermectin gleichwertig in die erste Reihe und rät bei Teebaumöl ausdrücklich ab, weil randomisierte Studien fehlen. Was zu Hause bleibt, ist die korrekte Anwendung des Rezepts, die Wäsche und die Geduld mit dem Juckreiz, der die toten Milben oft noch Wochen überdauert.
Was zu Hause wirklich gegen Krätze wirkt
Zu Hause wirkt gegen die Milben nur das, was eine Praxis als Skabizid verordnet hat, zusammen mit Hitze in der Waschmaschine und der Mitbehandlung der Haushaltsmitglieder. Die CDC schreibt unmissverständlich, dass rezeptfreie Mittel menschliche Krätze nicht behandeln. Die Milben sterben nicht von selbst aus; ohne Skabizid bleibt der Befall und die Ansteckungskette läuft weiter.
Zwei Wirkstoffe tragen die aktuelle Evidenz. Permethrin 5 Prozent als Creme gilt bei der CDC als zugelassenes Mittel ab dem Alter von zwei Monaten. Orales Ivermectin in der Dosis 200 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht ist in den USA nicht eigens für Krätze zugelassen, die Behörde nennt die Heilungsraten aber vergleichbar und verlangt zwei Gaben im Abstand von sieben bis 14 Tagen, eingenommen mit einer Mahlzeit. Die BASHH-Leitlinie von 2025 zieht denselben Schluss für Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren in der Sexualmedizin: beide Regime sind Erstlinie, beide brauchen die zweite Dosis. Ein Cochrane-Review von 2018 mit 15 Studien und 1896 Teilnehmenden fand nach zwei Wochen kaum einen Unterschied in der Abheilung; die Sicherheit der Schätzung blieb niedrig bis mäßig.
Was zu Hause zusätzlich Sinn hat, lindert Symptome, tötet aber keine Milben. Die Mayo Clinic nennt orale Antihistaminika und Calamine-Lotion gegen den Juckreiz, bevor oder nachdem die Creme aufgetragen wurde. Kühlende Bäder, kurze Nägel und das Meiden von heißem Wasser, das den Juckreiz anheizt, gehören in dieselbe Kategorie. Keines dieser Hilfsmittel ersetzt die zweite Cremewoche oder die Tablette.
| Mittel | Anwendung laut aktuellen Quellen | Wichtige Grenze |
|---|---|---|
| Permethrin 5 % Creme | Halsabwärts, 8–14 Stunden, oft Wiederholung nach einer Woche (CDC 2023) | Erstlinie ab 2 Monaten; bei Säuglingen auch Kopf |
| Ivermectin oral | 200 µg/kg mit Essen, zwei Dosen im Abstand von 7–14 Tagen (CDC, BASHH 2025) | nicht bei Schwangerschaft und unter 15 kg (WHO, CDC) |
| Benzylbenzoat 10–25 % | Ganzkörper, Alternative wenn Permethrin fehlt (WHO 2023) | reizt die Haut häufiger als Permethrin (BASHH 2025) |
| Schwefel 5–10 % Salbe | mehrere Nächte hintereinander (Mayo Clinic 2026) | Option unter 2 Monaten und in der Schwangerschaft |
| Spinosad 0,9 % | 6 Stunden belassen, Wiederholung nach einer Woche, ab 4 Jahren (Merck 2025) | Zulassung 2021, noch wenig Vergleichsdaten |
| Crotamiton 10 % | zwei Aufträge im Abstand von 24 Stunden (CDC 2023) | häufige Therapieversager, nicht erste Wahl |
Drei Regeln fassen den Alltag zusammen, ohne eine Dosis zu erfinden.
- Das Rezept gehört auf die Haut oder in den Mund, nicht ins Regal neben ein ätherisches Öl.
- Wer nur juckt und keine neuen Gänge hat, braucht nach zwei bis vier Wochen oft keine dritte Creme, sondern Hautpflege.
- Wer neue Gänge oder frische Knötchen sieht, geht zurück in die Praxis statt eine dritte Flasche Teebaum zu kaufen.

Wie Permethrin 5 Prozent richtig aufgetragen wird
Permethrin 5 Prozent wird am ganzen Körper vom Hals abwärts aufgetragen, bleibt acht bis 14 Stunden auf der Haut und wird danach abgewaschen; oft folgt nach etwa einer Woche ein zweiter Auftrag. Die CDC nennt eine einzelne Anwendung häufig ausreichend, empfiehlt aber ausdrücklich, dass zwei oder mehr Durchgänge nötig sein können, um alle Milben zu erfassen. Das Merck Manual (Stand November 2025) wiederholt die Einwirkzeit und die Wiederholung nach sieben Tagen als Standard.
Falsche Technik erklärt viele vermeintliche Resistenzen. Erwachsene vergessen Zwischenfinger, Nabel, Gesäßfalte, Brustwarzen, Penis und die Haut unter Ringen. Die Hände werden nach dem Toilettengang gewaschen, die Creme fehlt dann genau dort, wo Milben gern sitzen. DermNet rät 2025, nach jedem Händewaschen während der Einwirkzeit dieselbe Stelle erneut zu cremen und die Nägel zu kürzen, weil unter dem Nagelrand Eier überleben können. Bei Säuglingen und Kleinkindern gehört nach CDC und Merck auch der Kopf dazu, Augen- und Mundpartie ausgenommen; Fäustlinge können verhindern, dass das Kind die Creme ableckt.
Die Menge muss zum Körper passen. Das Merck Manual nennt als Orientierung 60 Gramm Creme für eine Ganzkörperanwendung. Wer nur die juckenden Stellen tupft, lässt unbeobachtete Gänge am Fußrand oder in der Gürtellinie stehen. Kleinkinder treten und ballen die Fäuste; DermNet beschreibt gezieltes Nachcremen an Händen und Füßen an drei aufeinanderfolgenden Tagen als Praxis, die die Einwirkzeit verbessert.
Ältere Texte behandelten Permethrin oft als einmalige Wundercreme. Die BASHH-Leitlinie 2025 und die CDC verlangen die zweite Runde, weil Ivermectin und Permethrin Eier nicht vollständig abtöten. Frisch geschlüpfte Larven überleben den ersten Abend. Wer die zweite Tube spart, holt sich den Befall aus dem eigenen Haushalt zurück. Nach dem Abwaschen folgt frische Kleidung, frische Bettwäsche, nicht das T-Shirt vom Vortag.
Brennen oder Kribbeln nach dem Auftrag ist in der BASHH-Leitlinie als häufige, meist vorübergehende Nebenwirkung beschrieben. Eine echte Kontaktdermatitis kommt vor. Dann gehört der Befund in die Praxis, nicht unter eine zweite, noch dickere Schicht derselben Creme.
Wann Ivermectin oder ein anderes Mittel infrage kommt
Orales Ivermectin kommt infrage, wenn die Creme nicht klappt, wenn jemand die Ganzkörperanwendung nicht durchhalten kann, oder wenn viele Menschen gleichzeitig behandelt werden müssen. Die CDC setzt 200 Mikrogramm pro Kilogramm, zwei Dosen mit Essen im Abstand von sieben bis 14 Tagen. Obwohl der Beipackzettel oft nüchternen Magen verlangt, raten Krätze-Fachleute der Behörde zur Einnahme mit einer Mahlzeit, damit mehr Wirkstoff in die Haut gelangt. Die BASHH nennt Tag 1 und Tag 8, mit Spielraum bis Tag 15.
Schwangere, Stillende und Kinder unter 15 Kilogramm bleiben nach WHO (2023) und CDC außen vor; die Sicherheit ist nicht belegt. Die Mayo Clinic wiederholt dieselbe Grenze und nennt 15 Kilogramm als Untergrenze. Für Leserinnen in der Schwangerschaft bleibt Permethrin 5 Prozent die Linie dieser Behörden.
Benzylbenzoat 10 bis 25 Prozent steht auf der WHO-Liste der topischen Mittel, ebenso Malathion 0,5 Prozent und Schwefelsalbe. Die BASHH 2025 beschreibt für Benzylbenzoat in älteren Studien niedrigere Ansprechraten und mehr Hautreizung als bei Permethrin; eine einzelne österreichische Arbeit 2022/23 fand unter Dermatoskopie das Gegenteil. Solange die Leitlinie das Mittel nicht zur Erstlinie erhebt, bleibt es Ersatz, wenn Permethrin fehlt oder nicht vertragen wird.
Neu seit 2021 ist Spinosad 0,9 Prozent. Die CDC listet die Suspension als Alternative ab vier Jahren, gestützt auf zwei randomisierte Studien; das Merck Manual beschreibt sechs Stunden Einwirkzeit, zehn Minuten Trocknen vor dem Anziehen und Wiederholung nach einer Woche. Lindan, in älteren Hausapotheken noch bekannt, gilt bei der CDC nicht mehr als erste Wahl. Es kann das Nervensystem schädigen, fehlt in den USA im Handel und ist bei Frühgeborenen, Krampferkrankungen, krustiger Krätze, Schwangerschaft und geringem Körpergewicht kontraindiziert.
Krustige Krätze, früher norwegische Krätze genannt, braucht beides: Tablette und Creme, oft über Wochen, plus eine keratolytische Salbe, die die Schuppen löst. Die CDC nennt drei, fünf oder sieben Ivermectin-Gaben je nach Schwere. Das ist keine Heimtherapie mit einem Öl.
Helfen Teebaumöl, Aloe oder Neem den Milben?
Teebaumöl, Aloe-Gel und Neem ersetzen kein Rezeptskabizid; Leitlinien führen sie nicht als Standard. Die BASHH schreibt 2025 klar, dass für Teebaumprodukte bei klassischer Krätze keine abgeschlossenen randomisierten Studien vorliegen und die Anwendung deshalb nicht empfohlen wird. In Teilen Nordaustraliens mischt man 5 Prozent Teebaumöl unter Benzylbenzoat bei krustiger Krätze; das ist Klinikprotokoll, kein Freibrief für das Fläschchen aus der Drogerie.
Im Labor tötet Teebaumöl Milben. Walton und Kollegen zeigten 2004 in Archives of Dermatology, dass 5 Prozent Öl und der Bestandteil Terpinen-4-ol die Überlebenszeit von Sarcoptes scabiei verkürzen. Daraus folgt keine Hausdosis. Unverdünntes Öl reizt, Allergien gegen Teebaum sind bekannt, und Eier in der Tiefe der Hornschicht erreicht ein Kosmetiköl nicht zuverlässig.
Aloe vera ruhte lange auf einer einzigen kleinen Studie. Oyelami und Kollegen verglichen 2009 in Nigeria rohes Gel mit Benzylbenzoat bei 30 Patientinnen und Patienten; die Läsionen verschwanden in beiden Gruppen, Juckreiz blieb bei wenigen. Offenes Design, winzige Zahl, kein Nachbeobachtungsstandard der heutigen Leitlinien. Keine der großen Behörden hat Aloe deshalb zur Therapie erhoben. Das Gel kann gereizte Haut kühlen, ähnlich wie nach einem Sonnenbrand. Milben tötet das nicht belegt.
Neem (Azadirachta indica) taucht in einer indonesischen Vergleichsstudie von 2025 mit 61 Internatsschülern auf: 10 Prozent Blattextrakt minderte Läsionen ähnlich wie Permethrin 5 Prozent, ohne gemeldete Nebenwirkungen. Das ist ein früher, kleiner Versuch in einer Hochrisikogruppe, kein Ersatz für die Creme aus der Apotheke. Hunde-Shampoos mit Neem, die ältere Ratgeber zitierten, gelten nicht für den Menschen.
Capsaicin, Kurkuma, Zinksalben und Apfelessig fehlen in CDC, WHO, Mayo und BASHH als Skabizide. Capsaicin kann Juckreiz abstumpfen, ändert aber nichts an Eiern unter der Haut. Wer solche Mittel ausprobiert, verliert Tage, in denen Haushaltsmitglieder angesteckt werden.
Warum Bleichmittel, Borax und Essig die Haut gefährden
Bleichmittel, Borax und Essig gehören nicht auf die Haut und ersetzen keine Creme. Die CDC verbietet Insektizid-Sprays und Begasungsmittel ausdrücklich; Haushaltschemie folgt derselben Logik. Chlorlauge kann Haut, Augen und Atemwege verätzen. Natriumborat ist ein Reinigungsstoff, kein Arzneimittel für den Menschen. Essig ändert den pH der Hornschicht, tötet aber keine in Gängen sitzenden Weibchen.
Die Versuchung ist verständlich. Der Juckreiz fühlt sich an wie ein Befall, den man wegschrubben möchte. Kratzen öffnet die Haut. Dann finden Staphylokokken und Streptokokken den Weg in die Wunde. Die WHO beschreibt Impetigo, Abszesse und in tropischen Regionen Nierenschäden nach Streptokokken; bei Kindern in ressourcenarmen Gebieten fand sich in bis zu 10 Prozent der Krätzefälle Hinweis auf akute Nierenschädigung. Bleichmittel auf solchen Stellen macht aus einem Juckreiz eine Verätzung plus Infektion.
Teppichschaum, Mottenspray und Stall-Milbensprays sind für den menschlichen Organismus nicht geprüft. Die American Academy of Dermatology warnt davor, Mittel zu nutzen, die für Nutztiere oder Pflanzen gedacht sind. Wer die Wohnung „entwest“, atmet Gift ein und lässt die Milben in der Haut unbehelligt.
Was in Küche und Bad bleibt, ist Alltagsreinigung. Fußboden wischen, Softmöbel absaugen, besonders bei krustiger Krätze, weil Schuppen Millionen Milben tragen können. Die Mayo Clinic betont das Staubsaugen vor allem für diese schwere Form. Nach dem Beutelwechsel wandert der Beutel in den Hausmüll, nicht zurück ins Wohnzimmer.
Bettwäsche, Beutel und Staubsauger
Kleidung, Handtücher und Bettwäsche der letzten drei Tage vor Therapiebeginn gehören in die heiße Maschinenwäsche und in den heißen Trockner; 50 °C über zehn Minuten töten Milben und Eier. Die CDC formuliert diese Temperatur und Zeitspanne in der Präventionsseite von Dezember 2023 und wiederholt sie 2024 für Patientinnen und Patienten. Was nicht in die Trommel passt, kommt in einen geschlossenen Plastikbeutel, mindestens 72 Stunden, besser eine Woche. Ohne menschlichen Wirt überleben die Milben nach CDC und WHO in der Regel zwei bis drei Tage.
Nicht die ganze Wohnung muss in die Reinigung. Das Merck Manual begrenzt die Wäsche auf Stücke, die in den vorausgegangenen zwei bis drei Tagen Hautkontakt hatten. Wintermäntel, die seit Wochen im Schrank hängen, sind bei klassischer Krätze selten das Problem. Bei krustiger Krätze gelten andere Regeln, weil die Milbenlast in Schuppen und Polstern enorm ist; dort raten Mayo Clinic und WHO zu gründlichem Saugen und Reinigen der Räume.
Drei praktische Sätze ersetzen den Mythos vom wochenlangen Einsperren der Kuscheltiere.
- Waschbares geht bei mindestens 50 °C durch Waschmaschine und heißen Trockner.
- Unwaschbares liegt eine Woche in einem fest verschlossenen Beutel, danach reicht Lüften.
- Insektizid-Sprays auf Matratzen sind überflüssig und von der CDC ausdrücklich unerwünscht.
Matratzen selbst müssen nicht entsorgt werden. Die Milbe braucht Haut; nach wenigen Tagen ohne Wirt ist sie tot. Wer trotzdem beruhigt schlafen will, zieht einen waschbaren Bezug und wäscht den am Behandlungstag mit. Teppichreiniger mit Duftstoffen ersetzen keine 50-Grad-Wäsche der Bettwäsche.

Partner, Mitbewohner und Rückkehr in die Kita
Alle, die in den letzten Wochen engen Hautkontakt hatten, sollen am selben Abend mitbehandelt werden, auch ohne Juckreiz. Die CDC nennt Haushaltsmitglieder und enge Kontakte; die AAD zählt Sexualpartner ausdrücklich dazu. Die Inkubationszeit von vier bis sechs Wochen erklärt, warum jemand symptomfrei schon ansteckt. Wer nur die juckende Person cremt, holt sich die Milben über das gemeinsame Bett zurück.
Zurückblicken lohnt sich zwei Monate. Die CDC rät, Menschen mit direktem Hautkontakt in diesem Zeitraum zu informieren, damit sie selbst eine Praxis aufsuchen. Ein Händedruck oder eine flüchtige Umarmung reicht bei klassischer Krätze nach DermNet meist nicht; längeres Halten, gemeinsames Schlafen und Sex tun es. In Pflegeheimen, Internaten und Gefängnissen entstehen Ausbrüche, weil viele Menschen auf engem Raum leben. Dort entscheidet oft eine Einrichtung, nicht die einzelne Tube zu Hause.
Kita, Schule und Arbeitsplatz sind nach CDC am Tag nach der Behandlung wieder erlaubt. Die AAD formuliert dasselbe für Kinder. Ansteckend bleibt, wer unbehandelt bleibt oder die Creme nur lückenhaft aufträgt. Nach der ersten korrekten Anwendung plus frischer Kleidung gilt der Alltag als wieder möglich.
Haustiere übertragen die menschliche Krätze nicht. Hunde und Katzen haben andere Milben (Räude). Diese Tiere können kurz jucken machen, vermehren sich auf Menschen aber nicht. Die CDC rät trotzdem, räudekranke Tiere tierärztlich zu behandeln, damit der Juckreiz der Besitzer aufhört. Das Wohnungs-Kaninchen mit Teebaum einzureiben, ändert nichts am menschlichen Befall.
Warum der Juckreiz nach dem Milbentod bleibt
Juckreiz zwei bis vier Wochen nach einer korrekten Therapie ist erwartet und bedeutet nicht automatisch, dass noch lebende Milben da sind. Die CDC erklärt den Juckreiz als Überempfindlichkeit gegen Milbenreste und Kot; die Reaktion braucht Zeit, um abzuklingen. Die WHO schreibt, der Juckreiz könne in der ersten bis zweiten Woche nach Therapiebeginn sogar zunehmen. Die Mayo Clinic nennt Wochen, bis die Haut ruhiger wird; die AAD erwartet Heilung der Haut innerhalb von vier Wochen. Die CDC setzt die Schwelle für eine mögliche erneute Behandlung bei Juckreiz jenseits von zwei bis vier Wochen.
Nachskabiöser Juckreiz ist der Grund, warum Menschen die Creme zu oft wiederholen. Jede Extra-Schicht Permethrin kann eine Reizdermatitis erzeugen, die sich anfühlt wie frische Krätze. DermNet rät 2025 zu rückfettenden Cremes, Seifenverzicht, bei Bedarf mittelstarken topischen Steroiden für drei bis vier Wochen und Antihistaminika. Die BASHH 2025 nennt Crotamiton 10 Prozent zwei- bis dreimal täglich oder Emollientien als Option gegen den Restjuckreiz, nicht als dritte Skabizid-Runde.
Wann die Praxis erneut hinschauen soll, steht bei der CDC konkret. Neue Gänge, neue pickelartige Knötchen oder Juckreiz, der länger als zwei bis vier Wochen nach der letzten Dosis anhält, können ein echter Restbefall sein. Dann folgt oft eine Untersuchung mit Dermatoskop oder Hautgeschabsel, nicht automatisch die dritte Tube. Knoten an Penis, Skrotum oder in der Achsel können Monate bleiben; sie sind häufig eine verzögerte Immunreaktion. DermNet und BASHH schicken solche Knoten bei Bedarf zur Dermatologie, statt erneut das ganze Haus einzusprühen.
Schlafmangel durch Nachjucken ist real. Ein sedierendes Antihistaminikum zur Nacht kann helfen, wenn die Praxis es für geeignet hält. Kratzen bis ins Blut öffnet die Tür für Impetigo. Gelbliche Krusten, zunehmende Rötung oder Eiter sind dann ein Grund für eine kurzfristige Vorstellung, nicht für mehr Hausmittel.
Wann zum Arzt und wann in die Klinik
Eine Praxis gehört dazu, sobald nächtlicher Juckreiz mit Gängen, Knötchen in typischer Lage oder bekanntem Kontakt zu einer erkrankten Person zusammenkommt. Die Mayo Clinic bittet um Abklärung, weil Ekzem, Insektenstiche und Dermatitis ähnlich aussehen. Die Diagnose bleibt oft klinisch; ein Geschabsel oder die Dermatoskopie mit dem sogenannten Delta-Flügel-Zeichen sichert sie, schließt Krätze aber nicht aus, wenn nichts zu sehen ist. Die International Alliance for the Control of Scabies hat 2020 Stufen von gesichert bis verdächtig definiert, die das Merck Manual zitiert.
Rote Flaggen dulden kein Abwarten mit Öl. Krustige, schuppende Flächen an Handflächen, Fußsohlen oder Kopfhaut, vor allem bei HIV, nach Organtransplantation, unter starker Immunsuppression oder im Pflegeheim, können krustige Krätze sein. Dort leben Tausende bis Millionen Milben, der Juckreiz fehlt manchmal. Die Mayo Clinic verlangt dann rasch Tablette plus Creme. Eitrige, schmerzhafte Stellen, Fieber oder ein Kind, das die Haut blutig kratzt, sprechen für eine bakterielle Superinfektion; die CDC bittet in diesem Fall um sofortigen Kontakt zur Praxis.
Schwangere, Stillende und Säuglinge unter zwei Monaten brauchen eine eigene Entscheidung, kein Internetrezept. Permethrin 5 Prozent gilt bei Mayo und AAD als übliche Wahl ab zwei Monaten und in der Schwangerschaft. Unter zwei Monaten nennt die CDC Schwefelsalbe; das Merck Manual beschreibt 6 bis 10 Prozent präzipitierten Schwefel über drei Nächte. Ivermectin bleibt in diesen Gruppen nach WHO und CDC außen vor. Säuglinge haben oft Befall an Kopf, Gesicht, Handflächen und Fußsohlen; die Creme muss dorthin, nicht nur auf den Rumpf.
Wer nach vier Wochen noch Knötchen, neue Gänge oder nächtliches Kratzen hat, geht erneut hin. Die AAD setzt diese Marke für die Heilung der Haut. Manche Menschen brauchen zwei oder drei korrekte Zyklen, weil ein unbehandelter Partner nachlegt. Das ist kein Versagen der Person, sondern der Klassiker der Reinfestation.
Häufige Fragen
Kann ich Krätze ohne Rezept zu Hause ausheilen?
Nein. Die CDC stellt fest, dass rezeptfreie Mittel menschliche Krätze nicht behandeln und die Milben ohne Skabizid bleiben. Calamine, Antihistaminika und kühle Pflege können den Juckreiz lindern, während man auf den Praxistermin wartet. Die Ansteckung läuft in dieser Zeit weiter, wenn enge Kontakte unbehandelt bleiben.
Hilft Teebaumöl gegen Krätzmilben?
Im Reagenzglas ja, als Hausmittel nach Leitlinie nein. Walton zeigte 2004 eine abtötende Wirkung von 5 Prozent Öl, die BASHH rät 2025 trotzdem ab, weil randomisierte Studien zur klassischen Krätze fehlen. Unverdünntes Öl kann Allergien und Reizungen auslösen. Wer Teebaum statt Permethrin wählt, lässt Eier in der Hornschicht oft unbehandelt.
Wie lange juckt die Haut nach der Creme noch?
Häufig zwei bis vier Wochen, manchmal etwas länger, obwohl die Milben schon tot sind. Die CDC und die Mayo Clinic führen das auf die Allergie gegen Reste zurück, nicht auf eine frische Invasion. Neue Gänge oder frische Knötchen nach dieser Frist gehören erneut untersucht. Extra Permethrin gegen den Restjuckreiz kann die Haut zusätzlich reizen.
Muss die ganze Familie die Creme mitbenutzen?
Ja, wenn enger, längerer Hautkontakt bestand, auch ohne Symptome. CDC und AAD verlangen die Mitbehandlung von Haushaltsmitgliedern und kürzlichen Sexualpartnern am selben Tag. Symptomfreie Personen können in der Inkubationszeit schon anstecken. Wer nur die juckende Person behandelt, riskiert den Rückfall über das gemeinsame Bett.
Wann darf ein Kind wieder in die Kita?
Am Tag nach der ersten korrekten Behandlung, sofern die Praxis nichts anderes festlegt. Die CDC nennt Kita, Schule und Arbeitsplatz explizit für diesen Zeitpunkt. Frische Kleidung nach dem Abwaschen der Creme gehört dazu. Unbehandelte Geschwister oder ein unbehandelter Elternteil können das Kind am Abend erneut anstecken.
Sind Haustiere die Quelle der menschlichen Krätze?
Nein. Menschliche Krätzmilben leben nicht auf Hund oder Katze, und die Räude-Milben der Tiere vermehren sich auf Menschen nicht. Die CDC und die Mayo Clinic trennen beide Infektionen klar. Ein räudekrankes Tier gehört zur Tierarztpraxis, ersetzt aber nicht die menschliche Therapie.

Fazit
Morgen zählt die Tube oder die Tablette aus der Praxis, nicht das Ölregal. Permethrin 5 Prozent über Nacht oder Ivermectin in zwei gewichtsbezogenen Dosen, jeweils mit zweiter Runde nach einer bis zwei Wochen, ist der Kern, den CDC, BASHH 2025 und die Cochrane-Auswertung von 2018 tragen. Gleichzeitig cremen alle engen Kontakte, die Wäsche der letzten drei Tage läuft bei über 50 °C, Unwaschbares liegt eine Woche im Beutel.
Den Juckreiz danach darf man ernst nehmen, ohne ihn mit der dritten Skabizid-Schicht zu bekämpfen. Rückfettung, bei Bedarf ein Antihistaminikum und der Blick auf neue Gänge trennen Heilungsjucken von echtem Restbefall. Eiter, Fieber, krustige Flächen oder ein Säugling mit Befall im Gesicht gehören nicht in den Selbstversuch.
Wer 2018 noch gelesen hat, Hausmittel seien eine seriöse Alternative bei „Resistenz“, findet das in den aktuellen Texten nicht mehr. Teebaumöl bleibt Laborbefund und australisches Klinikprotokoll, Aloe eine Mini-Studie von 2009, Bleichmittel eine Gefahr für die Haut. Die Milbe weicht der korrekten Creme und der heißen Wäsche; sie weicht nicht dem Essig.
Quellen
- CDC: Clinical Care of Scabies. Centers for Disease Control and Prevention, 18. Dezember 2023.
- CDC: Treatment of Scabies. Centers for Disease Control and Prevention, 12. Januar 2024.
- CDC: Preventing Scabies. Centers for Disease Control and Prevention, 18. Dezember 2023.
- WHO: Scabies fact sheet. World Health Organization, 31. Mai 2023.
- Mayo Clinic Staff: Scabies – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 7. Februar 2026.
- Mayo Clinic Staff: Scabies – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 7. Februar 2026.
- Dinulos JGH: Scabies – Dermatology – Merck Manual Professional Edition. Merck Manual Professional Edition, November 2025.
- Rosumeck S, Nast A, Dressler C: Ivermectin and permethrin for treating scabies. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2. April 2018.
- British Association for Sexual Health and HIV: British Association for Sexual Health and HIV National Guideline on the Management of Scabies in adults 2025. International Journal of STD & AIDS, 2025.
- Maguire JR, Coulson I: Scabies: Diagnosis and Treatment with Images. DermNet, April 2025.
- American Academy of Dermatology: Scabies: Diagnosis and treatment. American Academy of Dermatology, 8. Juni 2022.
