Ledderhose-Krankheit: Knötchen, Schmerz, Behandlung

Ledderhose-Krankheit: Knötchen, Schmerz, Behandlung

Morbus Ledderhose, fachlich plantare Fibromatose, ist eine gutartige Verdickung der Plantarfaszie. In der Sohle wachsen feste, oft erbsengroße Knötchen, die beim Auftreten schmerzen und das Gehen erschweren können. Die Knoten sind kein Krebs und streuen nicht in Organe; unbehandelt können sie trotzdem den Alltag spürbar einengen, weil jede Belastung auf die verdickte Sehnenplatte drückt.

Der deutsche Chirurg Georg Ledderhose beschrieb das Bild 1897 an rund 50 Patientinnen und Patienten mit schmerzhaften Sohlenherden. Heute gilt die Erkrankung in den USA als selten (weniger als 200.000 Betroffene laut NCBI-Lehrtext StatPearls, Stand Februar 2024). Männer sind etwa doppelt so oft betroffen wie Frauen, der Gipfel liegt in der vierten und fünften Lebensdekade, etwa ein Viertel hat Knoten an beiden Füßen. Eine Heilung im Sinne eines dauerhaften Verschwindens aller Herde verspricht keine Methode. Ziel ist weniger Schmerz, sicheres Gehen und der Ausschluss anderer, seltener Weichteiltumoren.

Was Morbus Ledderhose ist

Die Plantarfaszie ist die derbe Bindegewebsplatte, die vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken zieht und das Längsgewölbe trägt. Beim Morbus Ledderhose wuchern Fibroblasten in den mittleren oder inneren Strängen dieser Platte und lagern Kollagen ab. Daraus entstehen ein oder mehrere tastbare Knoten, meist im Gewölbe, nicht unter der Ferse. Die Cleveland Clinic (Aktualisierung März 2025) vergleicht das Gefühl mit einer Erbse im Schuh; die Herde können auf etwa ein bis zwei Zentimeter heranwachsen.

Histologisch gehört das Leiden zu den oberflächlichen Fibromatosen, zusammen mit der Dupuytren-Kontraktur der Hohlhand und der Peyronie-Krankheit des Penis. Dieselbe Zellfamilie, andere mechanische Umgebung. An der Hand ziehen Stränge die Finger in die Beuge, an der Sohle steht der Druckschmerz beim Stehen im Vordergrund. Zehenkontrakturen kommen vor, bleiben aber laut StatPearls und der Übersichtsarbeit von Tomac und Kollegen (2023) die Ausnahme. Der große Zeh ist dann häufiger beteiligt als die Kleinzehen.

Drei Gewebephasen folgen aufeinander. Zuerst steigt die Zahl der Fibroblasten, Kollagen ist noch knapp. In der aktiven Phase reifen Myofibroblasten, das Knötchen wird fühlbar. In der Residualphase überwiegt narbiges Kollagen, die Zellteilung ebbt ab, das Gewebe kann sich zusammenziehen. Wachstumsfaktoren wie TGF-β, PDGF und IGF-1 werden in diesem Ablauf diskutiert; der genaue Auslöser bleibt unbekannt. Die Krankheit ist lokal aggressiv im Sinne eines Einwachsens in Nachbargewebe, nicht im Sinne einer Metastasierung.

Ledderhose-Krankheit

Welche Symptome und Stadien typisch sind

Leitsymptom ist ein harter, mit der Faszie verbundener Knoten im Fußgewölbe, der sich beim Hochziehen des Vorfußes oft deutlicher abzeichnet. Kleine Herde bleiben lange stumm. Sobald sie unter der Belastungszone liegen oder die Haut straffen, entsteht ein dumpfer oder stechender Schmerz nach längerem Stehen, Barfußlaufen auf hartem Boden oder in starren Schuhen. Die Cleveland Clinic nennt zusätzlich Schwellung, unsicheres Gehen und, selten, Zehen, die sich zur Sohle krümmen und sich nicht mehr strecken lassen.

Jucken, Brennen oder ein Fremdkörpergefühl können den tastbaren Knoten begleiten, besonders wenn die Haut über dem Herd verdickt. Manche Menschen entlasten unwillkürlich den inneren Fußrand; daraus können sekundär Beschwerden im Sprunggelenk oder in der Wade entstehen. Typisch ist der langsame Beginn über Monate. Ein über Nacht entstandener, heißer, stark druckschmerzhafter Knoten passt eher zu einer Entzündung, einer Zyste oder einem anderen Tumor und gehört nicht in dasselbe Schema.

Für die Operationsplanung nutzen Chirurgen die Grade nach Sammarco und Mangone, die StatPearls 2024 zusammenfasst. Grad 1 ist ein umschriebener Herd ohne Haut- oder Muskelbeteiligung. Grad 2 betrifft mehrere Areale oder dehnt sich nach vorn oder hinten aus, ohne Haut und Muskel zu erreichen. Grad 3 greift Haut oder Muskel an, Grad 4 beides. Für die Entscheidung zur Bestrahlung zählt weniger dieser Grad als der Alltagsschmerz und die Gehstrecke, weil schon ein einzelner, ungünstig liegender Knoten das Auftreten verderben kann.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gelten

Die Ursache ist nicht geklärt. Wiederholte Mikrotraumen der Sohle, eine familiäre Anlage und Begleiterkrankungen treten in Fallserien gehäuft zusammen auf, ohne dass daraus ein einziger Mechanismus folgt. StatPearls listet Diabetes mellitus, Epilepsie, schädlichen Alkoholkonsum, wiederholte Plantarfaszie-Verletzungen und andere proliferative Bindegewebskrankheiten. Eine genomweite Suche, die derselbe Text zitiert, verknüpfte zwei Genvarianten mit einem höheren Risiko; das ersetzt keine individuelle Vorhersage.

Die Cleveland Clinic ergänzt nordwesteuropäische Herkunft, Rauchen, Schultersteife und Fingerknöchelpolster. Menschen mit Dupuytren-Kontraktur, die an der Hand operiert werden mussten, entwickeln häufiger auch Sohlenknoten. Die American Academy of Orthopaedic Surgeons schreibt in OrthoInfo, dass ein Teil der Dupuytren-Patientinnen und -Patienten verdicktes Gewebe an Fuß oder Penis bekommt; anderswo am Körper bleibt das Bild untypisch. StatPearls schätzt, dass etwa 15 Prozent der Menschen mit Dupuytren-Kontraktur zugleich eine Ledderhose-Erkrankung haben.

Widerspruch gibt es bei den klassischen Begleitdiagnosen. Das Merck Manual (Fachfassung, Oktober 2025) hält die Verbindung zu Diabetes, Epilepsie und Alkoholerkrankung für möglicherweise anekdotisch. Beide Positionen lassen sich benennen, ohne sie zu mitteln. Wer diese Krankheiten hat, braucht deshalb keine Sohlenknoten zu erwarten; wer Knoten hat, sollte Begleiterkrankungen trotzdem behandeln lassen, weil sie den Fuß auf anderen Wegen belasten. Eine Diät, die Knötchen verhindert, ist nicht belegt. Sinnvoll bleibt, was StatPearls zur Fußgesundheit nennt, nämlich passendes Schuhwerk, schrittweisen Trainingsaufbau, die Behandlung eines Diabetes und das Vermeiden von Überlastung.

Wie die Diagnose gestellt wird

Die Diagnose ist in erster Linie klinisch. Ärztin oder Arzt tasten die Sohle bei gebeugtem und gestrecktem Fuß, prüfen Druckschmerz, Hautverschieblichkeit, Zehenbeweglichkeit und Gang. Ein isolierter, derber, nicht verschieblicher Knoten im mittleren oder inneren Faszienstrang bei sonst unauffälliger Haut spricht stark für plantare Fibromatose. Young und Kollegen (2019) betonen, dass Ultraschall und Magnetresonanztomografie die Klinik ergänzen, sie aber nicht ersetzen.

Ultraschall zeigt Zahl, Tiefe und Ausdehnung der Herde noch in derselben Sitzung. Die Knoten sind oft iso- bis inhomogen, Septen können hell erscheinen, eine Durchblutung im Farbdoppler fehlt meist. Tomac und Kollegen (2023) sehen die Sonografie als Bestätigung der Verdachtsdiagnose; die Magnetresonanztomografie bleibt den unklaren, tief reichenden oder operationsbedürftigen Fällen vorbehalten. Im MRT stellen sich die Herde auf T1-Aufnahmen signalarm dar, auf T2-Aufnahmen signalarm bis mäßig hell, Kontrastmittel kann sie anheben. Röntgenbilder schließen Knochenverletzungen oder Verkalkungen aus, sie machen das Weichteilknötchen selbst selten sichtbar.

Nicht jeder Sohlenknoten ist Morbus Ledderhose. StatPearls nennt als Differenzialdiagnose die plantare Fasciitis (Schmerz eher am Fersenansatz), das Tarsaltunnelsyndrom, Fersenbrüche sowie gut- und bösartige Weichteiltumoren, darunter Liposarkom, Fibrosarkom, Neurofibrom und noduläre Fasziitis. Eine Gewebeprobe kommt infrage, wenn Bild und Tastbefund nicht zusammenpassen, der Herd rasch wächst oder die Haut über dem Knoten aufbricht. Selbstdiagnose aus einem Foto ersetzt diese Abgrenzung nicht.

Wann zum Arzt, wann Eile geboten ist

Ein neu getasteter Knoten in der Fußmitte, anhaltender Sohlenschmerz oder unsicheres Stehen gehören in die Sprechstunde, nicht in die Selbstbehandlung über Monate. Die Cleveland Clinic rät zum Termin, sobald Wölbungen an der Sohle auffallen, das Gehen schwerfällt, der Schmerz nicht nachlässt oder sich die Zehen nicht mehr strecken. Hausärztliche Praxis, Orthopädie oder Podologie können den ersten Befund erheben; bei unklarer Bildgebung oder geplanter Injektion, Bestrahlung oder Operation ist eine fußchirurgische oder radioonkologische Mitbeurteilung sinnvoll.

Eile ist geboten, wenn der Fuß nach einem Unfall nicht mehr belastbar ist, die Sohle rot, heiß und fieberhaft anschwillt oder ein Knoten innerhalb weniger Wochen deutlich wächst, nachts pocht oder die Haut durchbricht. Dann geht es um Fraktur, Infekt oder einen anderen Tumor, nicht um die langsame Fibromatose. Ein seit Jahren unveränderter, schmerzfreier Erbsenknoten ohne Gangstörung darf beobachtet werden; Merck betont, dass ohne Druckschmerz oft gar keine Therapie nötig ist.

Fragen, die den Termin vorbereiten, lauten etwa so. Gibt es Dupuytren-Knoten in der Familie oder an der eigenen Hand? Besteht ein Diabetes oder eine Epilepsiebehandlung? Welche Schuhe und Sportarten lösen den Schmerz aus? Wurde die Sohle schon operiert? Die Antworten steuern Bildgebung und die Reihenfolge der nächsten Schritte, ersetzen aber nicht die Untersuchung beider Füße und der Hände.

Was ohne Operation zuerst versucht wird

Solange die Knoten das Gehen nicht dauerhaft verderben, steht die Entlastung vor jedem Eingriff. Merck empfiehlt Einlagen, die den Druck von den fibrotischen Herden wegverteilen. Fertige oder maßgefertigte Sohlen mit Aussparung über dem Knoten, weichere Zwischensohlen, Karbonfedern oder Schuhe mit Abrollhilfe können dieselbe Last auf eine größere Fläche bringen. Die Cleveland Clinic beschreibt zusätzlich, Löcher in vorhandene Einlagen zu schneiden, damit der Herd nicht mehr direkt auftrifft.

Kühlung kann eine gereizte Stelle dämpfen. Ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack bis zu 20 Minuten, drei- bis viermal täglich, nennt die Cleveland Clinic 2025. Rezeptfreie Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Naproxen mindern Schmerz und Schwellung bei manchen Menschen; eine Dosis jenseits der Packungsangabe oder eine Dauertherapie ohne Rücksprache gehört nicht dazu, besonders bei Magen-, Nieren- oder Herzkrankheit. Sanfte Massage der Umgebung, nicht des Knotens selbst, und physiotherapeutisches Dehnen und Kräftigen der Sohlen- und Wadenmuskulatur zielen auf Beweglichkeit, nicht auf ein Auflösen des Knotens.

Konservative Mittel leisten etwas anderes. Sie entfernen das überschüssige Bindegewebe nicht und stoppen das Wachstum nicht zuverlässig. Young und Kollegen fassen 2019 zusammen, dass die meisten Verfahren nur Symptome lindern. Wer nach mehreren Monaten angepasster Schuhe, Einlagen und Physiotherapie weiter hinkt oder den Alltag einschränkt, braucht die nächste Stufe, nicht eine dritte Creme ohne Beleg.

Männer trinken Bier

Spritzen, Stoßwellen und Kollagenase

In den Knoten gespritzte Glukokortikoide können Fibroblasten bremsen und die Apoptose anstoßen; StatPearls berichtet eine mögliche Verkleinerung über Monate, analog zur Dupuytren-Kontraktur. Merck nennt die Injektion als Option, wenn Einlagen nicht reichen. Der Preis ist lokal, denn Faszie oder Sehne können reißen, Unterhautfett schwinden, die Haut sich aufhellen. Wiederholte Spritzen in dieselbe Stelle erhöhen dieses Risiko. Deshalb bleibt die Injektion eine ärztliche Einzelfallentscheidung, kein Hausmittel.

Stoßwellen (extrakorporale Stoßwellentherapie) werden bei Fersenschmerz genutzt; für plantare Fibromatose fehlen belastbare Studien. StatPearls beschreibt, dass Knoten weicher und weniger schmerzhaft werden können, ohne dass der Durchmesser zuverlässig sinkt. Verapamil als Creme oder Injektion, Tamoxifen, Imatinib oder Mitomycin C tauchen in Übersichten auf. Für Verapamil zitiert StatPearls Verkleinerungen in kleinen Serien; kontrollierte Vergleichsstudien am Fuß fehlen. Tamoxifen wurde bei Dupuytren untersucht, nicht gezielt bei Ledderhose.

Kollagenase aus Clostridium histolyticum spaltet Kollagen und ist für die Dupuytren-Kontraktur und die Peyronie-Krankheit zugelassen, nicht für die Fußsohle. Die Phase-2-Studie NCT05152173 prüfte bis zu 1,8 Milligramm des Präparats EN3835 gegen eine Scheininjektion; 176 Erwachsene wurden eingeschlossen, der Abschluss lag im Januar 2023. Eine nachfolgende Phase-3-Studie (STRIDE, NCT06151197) mit 436 Teilnehmenden endete im Juni 2026. Begutachtete Volltext-Ergebnisse dieser Phase 3 lagen zum Zeitpunkt der Recherche nicht in einem Fachjournal vor. Bis zu einer möglichen Zulassung bleibt die Spritze am Fuß ein Off-Label-Versuch in Studien oder Einzelfällen, kein Standard.

Was die Strahlentherapie nach LedRad leistet

Ionisierende Strahlung kann die Teilung von Fibroblasten und die TGF-β-Produktion dämpfen. Ältere Serien und die S2e-Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie von 2022 rieten bei klar zunehmenden Beschwerden bereits zur Bestrahlung, stuften die Datenlage aber noch als begrenzt ein. Die Lücke einer randomisierten Prüfung schloss 2023 die niederländische LedRad-Studie. Dort erhielten 84 Erwachsene mit schmerzhaftem Morbus Ledderhose entweder Elektronenbestrahlung oder eine täuschend echte Scheinbehandlung, inklusiv Maschinengeräusch.

Das Schema waren zwei Serien zu je fünfmal 3 Gray, zehn Wochen Pause, Gesamtdosis 30 Gray, mit Bleiabschirmung der restlichen Sohle. Nach zwölf Monaten lag der mittlere Schmerz in der bestrahlten Gruppe bei 2,5 gegenüber 3,6 in der Scheingruppe, nach 18 Monaten bei 2,1 gegenüber 3,4. Eine relevante Schmerzlinderung erreichten 74 Prozent nach Bestrahlung und 56 Prozent nach Scheinbehandlung. Lebensqualität und barfußes schnelles Gehen besserten sich ebenfalls. Nach sechs Monaten waren beide Arme noch ähnlich; der Placeboanteil war hoch, der Unterschied zeigte sich erst später.

Nebenwirkungen waren vor allem Rötung, trockene Haut, Brennen und vorübergehend mehr Schmerz. 95 Prozent der Ereignisse galten als leicht, 87 Prozent waren nach 18 Monaten abgeklungen. Ein strahlenbedingtes Malignom nach Ledderhose-Bestrahlung ist in der Literatur nicht beschrieben; die Autorinnen und Autoren schätzen das lebenslange Risiko anhand anderer Regionen auf etwa 0,02 Prozent und empfehlen trotzdem Aufklärung und lange Nachsorge. Fibrose trat im Studienfenster nicht auf. Wer schon an demselben Fuß operiert war, wurde nicht eingeschlossen; für Rezidive nach Schnitt gilt die Zahl deshalb nicht eins zu eins.

Wann operiert wird und wie oft es zurückkommt

Operiert wird, wenn Einlagen, Spritzen oder Bestrahlung den Alltag nicht tragen oder der Knoten Schuhe unmöglich macht. StatPearls nennt als Schwelle therapieresistente Schmerzen, eingeschränktes Gehen oder das Unvermögen, in die gewohnte Schuhgröße zu kommen. Merck warnt klar davor. Nach dem Schnitt kehren Knoten häufig wieder, schmerzhafte Narben können weitere Eingriffe nach sich ziehen, eine zu großzügige Faszienentfernung senkt das Längsgewölbe und macht den Fuß instabil.

Drei klassische Techniken stehen gegeneinander. Die lokale Knotenentfernung hat in zusammengefassten Serien Rezidive von 60 bis 100 Prozent. Die weite Exzision mit etwa zwei Zentimeter Saum bleibt bei bis zu 60 Prozent Rezidiv. Die vollständige Entfernung der Plantarfaszie senkt die Quote auf etwa 25 Prozent, um den Preis einer längeren Wundheilung und eines flacheren Gewölbes. van der Veer und Kollegen beobachteten 2008 an 27 Patientinnen und Patienten mit 40 Eingriffen ein Gesamtrezidiv von 60 Prozent; die lokale Resektion lag bei 100 Prozent, die totale Faszektomie bei 25 Prozent. Mehrere Knoten in einem Fuß und familiäre Belastung erhöhten das Risiko. Das sind langfristige Beobachtungen eines Zentrums, keine heutigen Leitlinienzahlen, das Muster hat sich in späteren Übersichten aber gehalten.

Behandlung Typisches Ziel Was bisher belegt ist Wichtige Grenze
Einlagen mit Aussparung Druck vom Knoten nehmen Klinikstandard, Merck 2025 Entfernt das Gewebe nicht
Kühlung, NSAR, Physiotherapie Schmerz und Reizung dämpfen Cleveland Clinic 2025 Wachstum unzuverlässig beeinflusst
Steroidinjektion in den Knoten Weicher, weniger Druckschmerz Fallserien, StatPearls 2024 Faszienriss, Fett- und Hautschaden möglich
Elektronenbestrahlung 30 Gy Schmerz senken, Gehen erleichtern LedRad-RCT 2023, 84 Personen Hautreaktion, sehr kleines theoretisches Krebsrisiko
Teil- oder Totalfaszektomie Große, hartnäckige Herde entfernen Chirurgieserien, van der Veer 2008 Rezidiv 25–100 % je nach Technik
Kollagenase-Injektion Kollagen im Knoten spalten Phase-2-Protokoll 2023, Phase 3 2026 beendet Keine Zulassung für die Fußsohle

Nach offener Operation bleibt der Fuß oft etwa drei Wochen entlastet, bis die Naht hält; erst dann Vollbelastung, so StatPearls. Endoskopische Teilfaszektomie wird für ausgewählte, nicht hautadhärente Knoten beschrieben, ist technisch anspruchsvoller und für tiefe oder nervennahe Herde ungeeignet. Längsschnitte in der Belastungszone neigen zu hypertropher Narbe; quere oder Zickzackschnitte können die Hautdurchblutung gefährden. Nervenschäden, Neurome, Wunddehiszenz und ein Verlust der Gewölbehöhe gehören zu den genannten Komplikationen, nicht zu seltenen Kuriositäten.

Häufige Fragen

Ist Morbus Ledderhose Krebs?

Nein. Die Knötchen sind gutartige Bindegewebswucherungen der Plantarfaszie und streuen nicht. StatPearls und die Cleveland Clinic betonen den fehlenden malignen Charakter. Trotzdem muss ein rasch wachsender, ulzerierender oder bildgebend unklarer Herd biopsiert werden, weil andere Weichteiltumoren ähnlich tasten können.

Verschwinden die Knötchen von allein?

Ein stiller, kleiner Knoten kann über Jahre gleich bleiben, eine zuverlässige Spontanheilung ist nicht belegt. Die Cleveland Clinic schreibt, dass Beschwerden ohne Behandlung zunehmen können. Beobachten ist vertretbar, solange Gehen und Schuhe nicht leiden; bei Druckschmerz lohnt die Entlastung früher als das Abwarten auf ein Verschwinden.

Hilft eine besondere Ernährung gegen die Knoten?

Eine Diät, die plantare Fibromatose verhindert oder auflöst, ist nicht nachgewiesen. Sinnvoll bleiben Maßnahmen, die den Fuß entlasten, etwa passendes Gewicht, ein behandelter Diabetes und geeignetes Schuhwerk. Alkoholkonsum taucht in Risikolisten auf, das Merck Manual hält den Zusammenhang für möglicherweise anekdotisch.

Ist die Bestrahlung gefährlich für den Fuß?

In der LedRad-Studie 2023 waren Hautrötung, Trockenheit, Brennen und vorübergehend mehr Schmerz die häufigsten Reaktionen, meist leicht und überwiegend nach 18 Monaten weg. Ein strahlenbedingter Tumor nach dieser Indikation ist nicht berichtet; das theoretische lebenslange Risiko liegt in der Größenordnung von 0,02 Prozent. Die Entscheidung fällt mit Radioonkologie, nicht als Hausmittel.

Kommt die Krankheit nach einer Operation zurück?

Häufig. Je begrenzter der Schnitt, desto höher die Quote. Die lokale Entfernung erreicht in älteren Serien bis 100 Prozent, die komplette Faszektomie liegt um 25 Prozent. Mehrere Knoten und familiäre Belastung erhöhen das Risiko. Eine Operation setzt die Uhr zurück, sie löscht die Anlage nicht.

Können auch Kinder betroffen sein?

Ja, wenn auch selten. StatPearls erwähnt Fälle ab dem Säuglingsalter, der typische Gipfel bleibt das mittlere Erwachsenenalter. Bei Kindern gilt erst recht, andere Weichteiltumoren auszuschließen, bevor eine Fibromatose angenommen wird.

Mann mit schmerzhaftem Fuß

Fazit

Wer einen derben Knoten im Fußgewölbe tastet, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine gutartige plantare Fibromatose und kein Sarkom, braucht aber trotzdem eine klinische Bestätigung, oft mit Ultraschall. Der erste sinnvolle Schritt nimmt den Druck vom Herd, also Einlagen mit Aussparung, weichere Sohlen, weniger barfuß auf Fliesen, Kühlung und, falls verträglich, ein kurz eingesetzter Entzündungshemmer. Bleibt der Schmerz, gehören Steroidinjektion und die Überweisung zur Radioonkologie auf den Tisch, nicht sofort der Skalpelltermin.

Seit 2023 steht mit LedRad erstmals eine randomisierte Studie hinter der Bestrahlung, mit weniger Schmerz, besserer Lebensqualität und erträglicheren Hautreaktionen bei den meisten Teilnehmenden. Die Operation bleibt Reserve für große, therapierefraktäre Herde; Rezidiv und Narben sind dort die Regel, nicht die Ausnahme. Kollagenase am Fuß wird geprüft, eine Zulassung fehlt. Für morgen zählt weniger ein Hausrezept als ein Termin, bei dem Sohle und Hände gemeinsam angeschaut werden und ein Stufenplan entsteht, der Gehen wieder tragbar macht.

Quellen

  1. Cleveland Clinic: Plantar Fibromatosis (Ledderhose Disease): What It Is. Cleveland Clinic, 12. März 2025.
  2. Connors JC: Plantar Fibromatosis. Merck Manual Professional Edition, Oktober 2025.
  3. Meyers AL, Marquart MJ: Plantar Fibromatosis. StatPearls, 28. Februar 2024.
  4. de Haan A, van Nes JGH et al.: Radiotherapy for Ledderhose disease: Results of the LedRad-study, a prospective multicentre randomised double-blind phase 3 trial. Radiotherapy and Oncology, 20. Mai 2023.
  5. Tomac A, Ion AP et al.: Ledderhose’s Disease: An Up-to-Date Review of a Rare Non-Malignant Disorder. Clinics and Practice, 28. September 2023.
  6. Young JR, Sternbach S et al.: The etiology, evaluation, and management of plantar fibromatosis. Orthopedic Research and Reviews, 17. Dezember 2018.
  7. ClinicalTrials.gov: Efficacy, Safety, and Tolerability, of EN3835 vs Placebo in the Treatment of Plantar Fibromatosis. ClinicalTrials.gov, 10. Januar 2023.
  8. ClinicalTrials.gov: Study to Assess EN3835 in the Treatment of Plantar Fibromatosis (Also Known as Ledderhose Disease). ClinicalTrials.gov, 9. Juni 2026.
  9. American Academy of Orthopaedic Surgeons: Dupuytren’s Disease. OrthoInfo, Stand: 2025.
  10. van der Veer WM, Hamburg SM et al.: Recurrence of plantar fibromatosis after plantar fasciectomy: single-center long-term results. Plastic and Reconstructive Surgery, August 2008.
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