
Pannikulitis ist eine Entzündung des Unterhautfettgewebes, die sich als druckempfindliche, rote bis violette Knoten oder Plaques bemerkbar macht, meist an den Unterschenkeln. Die häufigste Form ist das Erythema nodosum; laut Merck Manual (Fachfassung, letzte Prüfung Oktober 2025) heilt sie typischerweise in etwa drei bis sechs Wochen von selbst ab, während andere Typen eine Systemkrankheit anzeigen und Narben hinterlassen können.
Das Fett unter der Haut sitzt in Läppchen, die durch Bindegewebssepten getrennt sind. Entzündet sich dieses Gewebe, wirkt die Oberfläche oft nur leicht gerötet, der Knoten liegt aber tiefer und schmerzt beim Tasten deutlich. Auslöser reichen von einer Streptokokken-Halsentzündung und Sarkoidose bis zu Medikamenten, Kälte, Pankreaserkrankungen oder selten einem Lymphom. Das MSD Manual (Mai 2024) hält fest, dass es keine einheitliche Heiltherapie gibt. Zuerst wird die Ursache behandelt, dazu kommen Schonung, entzündungshemmende Mittel und bei schweren Verläufen Immunsuppressiva.
Was ist Pannikulitis und wie entsteht sie?
Pannikulitis bezeichnet keine einzelne Krankheit, sondern eine Gruppe von Entzündungen im subkutanen Fett. StatPearls (Aktualisierung 16. August 2024) grenzt sie von Dermatosen ab, die nur von der Lederhaut oder der Faszie ins Fett übergreifen, etwa Morphea oder eine eosinophile Fasziitis.
Unter der Lederhaut liegt der Panniculus adiposus. Fettläppchen speichern Energie und isolieren, dünne Septen aus Kollagen trennen sie voneinander. In den Septen verlaufen Gefäße, Lymphbahnen und Nerven; jedes Läppchen hängt an einer Endarteriole. Wird dieses Gefäß gereizt oder zerstört, folgt Entzündung und manchmal Fettnekrose. Klinisch entstehen druckschmerzhafte, gerötete bis livide Knoten, vorzugsweise an den Beinen, seltener an Stamm, Brust, Gesicht oder Gesäß. MSD erwähnt, dass Herde ganz selten auch im Mesenterium, in der Lunge, im Skrotum oder am Schädel auftreten können.
Pathologen teilen das Bild danach ein, ob das Infiltrat vor allem die Septen oder die Läppchen trifft und ob eine Gefäßentzündung dazukommt. Die meisten Biopsien zeigen beides gemischt; entscheidend ist, was überwiegt. Diese Einteilung steuert die weitere Suche. Ein septales Muster ohne Vaskulitis spricht oft für Erythema nodosum, ein läppchenbetontes Bild mit Nekrose eher für Pankreasbeteiligung, Infekt oder Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.
Die Entzündung kann durch Infekte, Verletzung, Kälte, Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse, Autoimmunprozesse oder maligne Lymphozyten ausgelöst werden. Viele Betroffene fühlen sich gleichzeitig fiebrig und abgeschlagen. Das macht die Unterscheidung von einem einfachen Bluterguss oder einer Phlegmone nötig; ohne Gewebeprobe bleibt die Zuordnung oft unscharf.

Welche Symptome sind typisch?
Leitsymptom sind druckempfindliche Knoten oder Plaques unter der Haut, die rot, lila oder später bräunlich wirken und sich oft besser tasten als sehen lassen. Sie sitzen meist an den Streckseiten der Unterschenkel, können aber auch Arme, Oberschenkel, Gesäß oder Gesicht betreffen.
Beim Erythema nodosum beschreibt MedlinePlus (Review 2. August 2025) den Ablauf so. Zuerst entstehen feste, warme, schmerzhafte Erhebungen von etwa 2,5 Zentimetern, nach wenigen Tagen eher violett, über Wochen ein flacher bräunlicher Fleck. DermNet (Oktober 2019) nennt Herde von 3 bis 20 Zentimetern, die nicht aufbrechen. Fieber, Krankheitsgefühl und Gelenkschmerzen, vor allem an den Knöcheln, begleiten das Hautbild häufig. Mehr als die Hälfte der Betroffenen klagt laut StatPearls zusätzlich über Gelenk- oder Muskelschmerz, der die Hautläsion überdauern kann.
Andere Formen weichen davon ab. Offene Stellen, öliges Sekret, derbe Sklerose oder eingesunkene Narben gehören nicht zum klassischen Erythema nodosum. StatPearls nennt für den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ulzerierende Knoten mit öliger Entleerung nach einem Stoß; die Pankreas-Pannikulitis kann einschmelzen und Fisteln bilden. Lupus-Pannikulitis hinterlässt oft Dellen, weil Fett zugrunde geht. Lipodermatosklerose fühlt sich derb und holzig an und hängt an einer chronischen Veneninsuffizienz.
Allgemeinsymptome wie Fieber, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß oder blutiger Durchfall sind keine bloße Begleiterscheinung, sondern Hinweise auf die Ursache. Wer nur einen einzelnen, nicht druckschmerzhaften Knoten ohne Rötung bemerkt, hat selten eine Pannikulitis. Dann rücken Lipom, Zyste oder ein anderer Tumor in den Vordergrund.
Welche Ursachen kommen infrage?
Ursachen sind Infekte, entzündliche Systemkrankheiten, Medikamente, physikalische Reize, Pankreaserkrankungen, angeborene Enzymmängel und selten Lymphome. Beim Erythema nodosum bleibt die Suche in 30 bis 55 Prozent der Fälle leer. StatPearls (November 2022) und der Algorithmus von Pérez-Garza und Kollegen (American Journal of Clinical Dermatology, März 2021) sprechen von idiopathischen Anteilen zwischen etwa 32 und 72 Prozent, je nach Region und Studie.
Unter den erkennbaren Auslösern führen Streptokokken-Halsentzündungen, besonders bei Kindern, in Serien mit 28 bis 48 Prozent. Merck nennt daneben Sarkoidose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als häufige Begleiter. Weitere Infekte sind Yersinien, Salmonellen, Campylobacter, Mykoplasmen, Chlamydien, Tuberkulose, Epstein-Barr-Virus, Hepatitis B, HIV sowie in endemischen Gebieten Histoplasmose und Kokzidioidomykose. Medikamente, die MedlinePlus und Merck listen, umfassen Penicilline und andere Antibiotika, Sulfonamide, orale Kontrazeptiva, Iodide und Bromide. StatPearls ergänzt Hemmer des Tumornekrosefaktors alpha.
Schwangerschaft, vor allem im zweiten Drittel, kann Knoten auslösen und in späteren Schwangerschaften wiederkehren. Autoimmunbilder wie systemischer Lupus, systemische Sklerose, Morbus Behçet und Sarkoidose einschließlich des Löfgren-Syndroms mit beidseitiger Hiluslymphadenopathie gehören zur Checkliste. Physikalisch wirken Kälte, stumpfe Verletzung und Injektionen. Pankreatitis und Pankreaskarzinom können über Enzyme eine Fettnekrose in der Haut erzeugen. Alpha-1-Antitrypsin-Mangel führt zu einer neutrophilen, oft ulzerierenden Form. Lymphoproliferative Erkrankungen, namentlich das subkutane pannikulitisartige T-Zell-Lymphom (SPTCL), müssen von rein entzündlichen Typen getrennt werden.
Welche Formen muss man unterscheiden?
Das Erythema nodosum ist die häufigste und zugleich die vergleichsweise gutartigste Form. Es handelt sich um eine septale Entzündung ohne Vaskulitis, ohne offene Stellen und ohne bleibende Delle. Andere Namen und Muster beschreiben andere Risiken.
Erythema induratum (Bazin) beziehungsweise noduläre Vaskulitis sitzt typischerweise an den Wadenrückseiten, kann aufbrechen und gilt als läppchenbetonte Pannikulitis mit Gefäßbeteiligung. Tuberkulose muss ausgeschlossen werden. Lupus-Pannikulitis, auch Lupus profundus genannt, bevorzugt Stamm, proximale Extremitäten und Gesicht und hinterlässt Atrophie. Kalte Pannikulitis betrifft vor allem Kinder nach Kälteexposition, etwa durch Eis am Mund. Traumatische und artefizielle Formen folgen Verletzung oder injizierten Substanzen. Lipodermatosklerose ist eine sklerosierende Pannikulitis bei chronischem Venenleiden.
Die Bezeichnung Weber-Christian-Krankheit wird in der StatPearls-Darstellung von 2024 nicht mehr verwendet. Viele frühere Fälle ließen sich später anderen Entitäten zuordnen, ebenso das Rothmann-Makai-Syndrom. Necrobiosis lipoidica erscheint in histologischen Listen als septaler Prozess, ist klinisch aber eine eigene Erkrankung der Lederhaut, häufig bei Diabetes, und sollte nicht als Pannikulitis der Diabetikerin abgehakt werden.
Dieses kutane Lymphom ahmt eine läppchenförmige Entzündung nach. StatPearls (Oktober 2022) grenzt es seit der WHO-Revision 2008 vom aggressiveren kutanen Gamma-Delta-T-Zell-Lymphom ab. Die Mehrzahl verläuft indolent; 15 bis 20 Prozent entwickeln ein hämophagozytisches Syndrom. Autoimmunerkrankungen, darunter Lupus, kommen in etwa 20 Prozent dieser Lymphomfälle vor, was die Abgrenzung erschwert.
| Form | Typische Lage | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| Erythema nodosum | Schienbeinvorderseite, symmetrisch | heilt ohne offene Stelle, oft in 3–6 Wochen |
| Erythema induratum | Wadenrückseite | offene Stellen möglich, Tuberkulose abklären |
| Lupus-Pannikulitis | Stamm, Arme, Gesicht | hinterlässt oft eingesunkene Narben |
| Pankreas-Pannikulitis | Unterschenkel | Einschmelzung, erhöhte Pankreasenzyme |
| Lipodermatosklerose | Unterschenkel bei Venenleiden | derbe, chronische Verhärtung |
| Alpha-1-Antitrypsin-Mangel | oft nach Trauma | ulzeriert, öliges Sekret möglich |
Wie unterscheidet sich das Bild bei Kindern?
Bei Kindern ist das Erythema nodosum seltener als bei jungen Erwachsenen und trifft Mädchen und Jungen bis zur Pubertät etwa gleich häufig. Streptokokken-Racheninfekte stehen hier an der Spitze der erkennbaren Auslöser, während Sarkoidose und hormonelle Auslöser eine geringere Rolle spielen.
StatPearls beschreibt die kalte Pannikulitis als indurierte Plaques nach starker Kälte, typischerweise bei jüngeren Kindern, mit dem Schwerpunkt an der Grenze von Lederhaut und Fett. Eis am Mund oder ein eiskalter Gegenstand an der Wange kann dasselbe Muster auslösen. Die subkutane Fettnekrose des Neugeborenen sitzt an Oberschenkeln, Wangen und Gesäß, hängt mit Unterkühlung und Hyperkalzämie zusammen und klingt meist von selbst ab. Das seltenere Sclerema neonatorum gilt als diffuse Variante; StatPearls führt den Rückgang auf bessere Neugeborenenversorgung zurück.
Säuglinge und Kleinkinder können Fieber und Schonhaltung stärker zeigen als die Haut selbst. Die Abklärung folgt denselben Prinzipien wie bei Erwachsenen, nur mit angepassten Blutmengen und ohne unnötige Strahlenbelastung. Eine tiefe Probe bleibt dem atypischen, persistierenden oder ulzerierenden Verlauf vorbehalten. Eltern sollten Kälteexposition meiden, sobald einmal eine kalte Pannikulitis aufgetreten ist, und bei Fieber plus neuen Knoten nicht auf Hausmittel warten.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose stützt sich auf Klinik plus tiefe Gewebeprobe. Labor und Bildgebung suchen die Ursache, ersetzen aber selten die Histologie. MSD verlangt zur Bestätigung eine Exzisions- oder Inzisionsbiopsie.
Ein flacher Stanzzylinder unter 6 Millimetern reißt oft ab und enthält zu wenig Fett. StatPearls empfiehlt eine tiefe Inzision nach alkoholischer Hautreinigung; eine Shave-Biopsie ist zu oberflächlich. Der Übersichtsartikel der American Academy of Family Physicians (2007) und Pérez-Garza (2021) halten ebenfalls die tiefe Inzisions- oder Exzisionsprobe für den Standard, weil nur so Septen und Läppchen beurteilbar sind. Typisches Erythema nodosum darf klinisch diagnostiziert werden. Eine Biopsie ist laut StatPearls nötig bei ungewöhnlicher Lage, Persistenz über Wochen, Fisteln, Atrophie oder livedoartiger Anordnung.
Zur Ursachensuche gehören Blutbild, Blutsenkung oder C-reaktives Protein, Rachenabstrich und Antistreptolysin-Titer, Röntgen-Thorax sowie ein Tuberkulosetest als Hauttest oder Interferon-Gamma-Release. Merck nennt zusätzlich antinukleäre Antikörper, serielle Antistreptolysin-Titer und Pharynxkultur. Pérez-Garza verlangt bei gebärfähigen Frauen einen Schwangerschaftstest, bei Durchfall eine Stuhluntersuchung, in Tuberkulose-Endemiegebieten Sputum und Kultur. Alpha-1-Antitrypsin im Serum kommt infrage, wenn Knoten aufbrechen. Bei Verdacht auf Pankreasbeteiligung gehören Lipase und Amylase dazu. Polarisation und Spezialfärbungen auf Pilze und säurefeste Stäbchen sowie eine Kultur gehören zur Probe, wenn Infekt oder Fremdkörper möglich sind.

Wann zum Arzt oder in die Notaufnahme?
Neue druckschmerzhafte rote Knoten an den Beinen gehören in die hausärztliche oder hautärztliche Sprechstunde, besonders wenn Fieber oder Krankheitsgefühl dazukommen. MedlinePlus rät, bei Zeichen eines Erythema nodosum den Arzt zu kontaktieren, statt abzuwarten, bis die Knoten von selbst verschwinden.
Nicht warten, wenn eines der folgenden Zeichen auftritt:
- Offene Stellen, eitriges oder öliges Sekret oder rasch wachsende, fluktuierende Knoten sprechen gegen ein einfaches Erythema nodosum.
- Herde an untypischen Orten wie Gesicht oder Stamm oder ein Verlauf länger als sechs bis acht Wochen brauchen eine erneute Einordnung.
- Hohes Fieber, Nachtschweiß, ungewollter Gewichtsverlust oder blutiger Durchfall können auf Infekt, Sarkoidose oder Darmentzündung hinweisen.
- Starke Bauchschmerzen, Gelbsucht oder eine bekannte Pankreaserkrankung zusammen mit Hautknoten gehören rasch abgeklärt.
- Atemnot, anhaltender Husten oder bekannter Tuberkulosekontakt rechtfertigen Bildgebung und einen Interferon-Gamma-Test.
- Extreme Schwäche, Verwirrtheit oder Kreislaufinstabilität können ein systemisches Entzündungssyndrom anzeigen.
DermNet nennt als Differenzialhinweise Lage außerhalb der Unterschenkel, Ulzeration und Beschwerden länger als acht Wochen. Das sind keine Gründe zur Panik, aber Gründe für eine gezielte Abklärung statt weiterer Hausmittel. Die Notaufnahme ist sinnvoll bei hohen Fieberschüben mit Kreislaufinstabilität, rasch einschmelzenden Knoten mit Verdacht auf Abszess oder nekrotisierende Infektion und bei Zeichen einer akuten Pankreatitis.
Wie wird behandelt?
Zuerst wird die Ursache behandelt. Infekt sanieren, verdächtiges Medikament absetzen, Darmentzündung oder Sarkoidose steuern, Venenabfluss verbessern. Eine spezifische Pannikulitis-Pille gibt es laut MSD (Mai 2024) nicht.
Beim Erythema nodosum reichen oft Schonung, Beinhochlagerung, kühle Umschläge und nichtsteroidale Entzündungshemmer. Kompressionsstrümpfe mit 18 bis 25 mmHg kann DermNet einsetzen, sofern sie tragbar sind. Kaliumiodid nennt Merck mit 300 bis 500 mg oral dreimal täglich zur Dämpfung der Entzündung. DermNet nennt 400 bis 900 mg pro Tag als gesättigte Lösung für etwa einen Monat, sofern verfügbar. Systemische Kortikosteroide wirken, sollen nach Merck aber letzte Wahl bleiben, weil sie eine noch unerkannte Infektion verschlechtern können. Die AAFP-Empfehlung (SORT-Stufe C) nennt Prednison 1 mg pro Kilogramm täglich bis zur Abheilung nur nach Ausschluss von Infekt, Sepsisrisiko und Malignom. StatPearls erwähnt Colchicin 1 bis 2 mg täglich, besonders bei Behçet-Assoziation.
MSD listet für hartnäckige Verläufe mit mäßigem Erfolg nichtsteroidale Mittel, Antimalariamittel, Dapson und Thalidomid. Bei fortschreitenden oder systemischen Bildern kommen Kortikosteroide 1 bis 2 mg je Kilogramm oral oder intravenös einmal täglich sowie weitere Immunsuppressiva infrage. Chirurgie bleibt Ausnahmen vorbehalten, etwa nicht heilende, nekrotische oder abszedierende Herde.
Alpha-1-Antitrypsin-Mangel und SPTCL gehören in Spezialhand. Dort entscheiden Dermatologie plus Pneumologie oder Hämatologie über gezielte Immunmodulation statt pauschaler Chemotherapie. Selbstbehandlung mit hochdosiertem Ibuprofen über Wochen ohne Diagnose ist keine Strategie, weil sie eine Darmentzündung oder eine Infektion überdecken kann. Pérez-Garza stuft Kaliumiodid in Schwangerschaft und Stillzeit als ungeeignet ein.
Was bleibt nach dem Abheilen?
Das Erythema nodosum hinterlässt in der Regel keine Narbe und keine Delle. Die Haut durchläuft nur die blau-gelbe Kontusionsfarbe. MedlinePlus nennt das Bild unangenehm, in den meisten Fällen aber nicht gefährlich; die Zeichen gehen oft innerhalb von etwa sechs Wochen zurück und können wiederkehren. DermNet schätzt Rückfälle bei etwa einem Drittel; selten wird der Verlauf chronisch über sechs Monate oder Jahre.
Destruktive, läppchenbetonte Formen können permanente Einsenkungen oder Pigmentverschiebungen hinterlassen. Lipodermatosklerose bleibt oft derb, solange die Venenstauung besteht. Lupus-Pannikulitis neigt zu Rezidiven an derselben Stelle. Für SPTCL nennt StatPearls eine Fünfjahresüberlebensrate von 85 bis 91 Prozent; bei hämophagozytischem Syndrom fällt sie deutlich ab.
Wer einen Schub hinter sich hat, sollte Auslöser notieren. Neues Medikament, Halsentzündung, Durchfallschub oder Schwangerschaft helfen beim nächsten Mal, schneller die Ursache zu finden, statt nur die Knoten zu behandeln. Kompressionsstrümpfe und Beinhochlagerung können Schmerzen an den Beinen mindern, ersetzen aber keine Suche nach Sarkoidose, Streptokokken oder Darmentzündung.
Häufige Fragen
Ist Pannikulitis ansteckend?
Die Entzündung des Unterhautfetts selbst ist nicht ansteckend. Ansteckend kann der zugrunde liegende Keim sein, etwa Streptokokken im Rachen oder Tuberkulose. Partner oder Familienmitglieder brauchen deshalb keine Isolation wegen der Hautknoten, wohl aber die übliche Abklärung, wenn im Haushalt Halsentzündung oder Tuberkuloseverdacht besteht.
Verschwinden die Knoten von allein?
Beim Erythema nodosum klingen sie oft in drei bis sechs Wochen ab, auch ohne spezifische Therapie. Andere Formen bleiben, bis die Ursache behandelt wird, und können Dellen hinterlassen. Wer nach sechs bis acht Wochen noch neue oder offene Herde hat, braucht eine erneute Diagnose, nicht nur mehr Schonung.
Braucht jeder eine Hautprobe?
Beim klassischen, beidseitigen Bild an den Schienbeinen reicht oft die klinische Diagnose plus Laborsuche nach der Ursache. Atypische Lage, offene Stellen, Fisteln oder monatelanger Verlauf machen eine tiefe Inzisions- oder Exzisionsbiopsie nötig. Eine zu flache Stanze verfehlt das Fett und verzögert die Zuordnung.
Darf ich Ibuprofen selbst nehmen?
Kurzfristig kann ein entzündungshemmendes Schmerzmittel die Beinschmerzen lindern, wenn Magen, Niere und Herz das erlauben. Es ersetzt weder den Arztbesuch noch die Ursachensuche. Bei Verdacht auf Darmentzündung, Schwangerschaft oder offene Knoten sollte niemand auf eigene Faust Wochen damit überbrücken.
Kann Pannikulitis Krebs bedeuten?
Die allermeisten Fälle sind entzündlich und nicht bösartig. Selten steckt ein Lymphom, eine Leukämie oder ein Pankreaskarzinom dahinter, vor allem wenn Knoten ulzerieren, Fieber und Gewichtsverlust dazukommen oder die Histologie atypische Lymphozyten zeigt. Genau deshalb gehört ein ungewöhnliches Bild zum Dermatologen und bei Lymphomverdacht zur Hämatologie.
Hilft Bettruhe wirklich?
Hochlagern und weniger Stehen mindern den Schmerz, weil der Druck in den Unterschenkelvenen sinkt. Merck und DermNet nennen Ruhe, Elevation und Kompression als Basis beim Erythema nodosum. Komplette Bettruhe über Wochen ist selten nötig; wer arbeiten kann, sollte die Beine zwischendurch hochlegen und enge Stiefel meiden.

Fazit
Wer neue, druckschmerzhafte rote Knoten an den Schienbeinen bemerkt, hat häufig ein Erythema nodosum. Das Bild ist unangenehm, heilt in den meisten Fällen in wenigen Wochen und braucht vor allem eine Suche nach Halsinfekt, Sarkoidose, Medikament oder Darmentzündung, nicht eine Operation. Offene Stellen, ungewöhnliche Lage, anhaltendes Fieber oder ein Verlauf über acht Wochen sprechen für eine andere Pannikulitis und für eine tiefe Gewebeprobe statt einer flachen Stanze.
Ältere Bezeichnungen wie Weber-Christian-Krankheit sind verlassen. SPTCL wird seit der WHO-Trennung von 2008 meist zuerst immunsuppressiv und nicht pauschal chemotherapeutisch angegangen. Kaliumiodid und Kortison bleiben Optionen für Spezialisten, nachdem Infekt und Tumor ausgeschlossen sind.
Praktisch heißt das für den nächsten Werktag. Termin beim Hausarzt oder in der Hautambulanz, Medikamentenliste mitbringen, Beine hochlegen, Kompression tragen, wenn sie verträglich ist, und bei offenen Knoten, starken Bauchschmerzen oder Kreislaufschwäche die Notaufnahme aufsuchen.
Quellen
- Benedetti J: Panniculitis – Dermatology – MSD Manual Professional Edition. MSD Manual Professional Edition, Mai 2024.
- Benedetti J: Erythema Nodosum – Dermatology – Merck Manual Professional Edition. Merck Manual Professional Edition, Oktober 2025.
- Lee J, Sathe NC: Dermatopathology Evaluation of Panniculitis. StatPearls, 16. August 2024.
- Hafsi W, Badri T: Erythema Nodosum. StatPearls, 28. November 2022.
- Stanway A, Oakley A: Panniculitis (inflammation of subcutaneous fat). DermNet, Stand: 2016.
- Akbari A, Oakley A: Erythema nodosum: Symptoms, Causes, and Management. DermNet, Oktober 2019.
- MedlinePlus: Erythema nodosum. MedlinePlus Medical Encyclopedia, 2. August 2025.
- Schwartz RA, Nervi SJ: Erythema Nodosum: A Sign of Systemic Disease. American Family Physician, 1. März 2007.
- Musick SR, Lynch DT: Subcutaneous Panniculitis-Like T-cell Lymphoma. StatPearls, 31. Oktober 2022.
- Pérez-Garza DM, Chavez-Alvarez S et al.: Erythema Nodosum: A Practical Approach and Diagnostic Algorithm. American Journal of Clinical Dermatology, 8. März 2021.
