
Eine Extensorsehnenentzündung reizt die Strecksehnen auf dem Handrücken oder auf dem Fußrücken. Der Schmerz folgt der Sehne, nimmt bei Bewegung zu und lässt oft nach, sobald die auslösende Last wegfällt.
Die Cleveland Clinic (Stand Mai 2022) beschreibt genau dieses Bild. Wiederholte Hand- oder Fußarbeit, enge Schuhe oder Sport überlasten die dünnen Sehnen knapp unter der Haut. Früher galt wochenlange absolute Ruhe als Standard. Aktuelle Fachtexte, darunter das Merck Manual (Aktualisierung Juni 2026) und eine Übersicht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG, Juni 2026), rücken dosierte Belastung und gezieltes Krafttraining in den Mittelpunkt. Eine hängende Fingerkuppe nach einem Schlag ist kein entzündliches Überlastungsbild, sondern ein Riss oder Knochenausriss der Endsehne; dafür gelten andere Regeln.
Was eine Extensorsehnenentzündung ist
Strecksehnen verbinden Muskeln mit Knochen und strecken Finger, Daumen, Zehen oder den Vorfuß. Werden sie gereizt, schmerzt die Bahn auf dem Hand- oder Fußrücken, manchmal auch der gemeinsame Ursprung der Unterarmstrecker außen am Ellenbogen.
Tendinitis bezeichnet in der Alltagssprache diese Reizung. Die Mayo Clinic (Juni 2026) nutzt Tendinopathie als Oberbegriff für Sehnenleiden. Das Merck Manual (Juni 2026) grenzt schärfer. Chronische Tendinopathie zeigt vor allem ungeordnetes Kollagen, neue Gefäße und weniger belastbare Struktur, nicht eine klassische Zellentzündung. MedlinePlus (Juli 2024) schreibt, dass neben der Schwellung oft schon eine Tendinose, also Gewebeverschleiß, vorliegt. Der alte Name bleibt im Gespräch, weil Patientinnen und Patienten ihn so hören. Für die Therapie zählt aber, dass reine Entzündungshemmer die Sehne nicht „reparieren“.
An der Hand ziehen die Sehnen über den Handrücken zu den Fingerknochen und strecken die Finger. Am Fuß heben Extensor hallucis longus und Extensor digitorum longus die Zehen und den Vorfuß beim Abrollen. Die Haut darüber ist dünn, Polster aus Fett und Muskel fehlt fast. Druck von Schnürsenkeln, einer engen Zunge oder einer Tastaturkante trifft die Sehne deshalb direkt. Die Cleveland Clinic teilt Hand und Fuß in Zonen ein, damit die Praxis den Ort benennen kann. Neun Zonen an der Hand und vier am Fuß sind Landkarten für Befund und Verlauf, keine eigenen Krankheiten.
Ein Riss ist etwas anderes. Reißt die Endsehne am Fingerendgelenk, hängt die Kuppe und streckt sich nicht mehr aus eigener Kraft. Das ist der Hammerfinger, im Klinikjargon Malletfinger. Die American Academy of Orthopaedic Surgeons beschreibt ihn als Sehnenriss oder Knochenausriss, nicht als Entzündung. Wer beides vermischt, wählt die falsche Schiene und verliert Zeit.

Welche Ursachen Fuß, Hand und Ellenbogen treffen
Wiederholte Bewegung und ein plötzlicher Lastsprung sind die häufigsten Auslöser. Die Sehne hält den Alltag lange aus, bis Tempo, Gewicht oder Dauer schneller steigen als die Anpassungszeit.
Am Fuß nennt die Cleveland Clinic langes Stehen, schlecht sitzende oder zu enge Schuhe und Sport, für den das Schuhwerk nicht taugt. Läuferinnen, die die wöchentliche Distanz sprunghaft erhöhen, Gärtnerinnen auf hartem Boden und Menschen mit Senk- oder Hohlfuß belasten die Strecker zusätzlich, weil die Sehne gegen den Schuh gedrückt wird oder gegen eine enge Wadenmuskulatur anarbeiten muss. Ein Stolpertritt mit Verdrehen kommt seltener vor, kann die Sehne aber akut reizen.
An der Hand zählen Tippen auf unergonomischen Tastaturen, langes Musizieren, Malen, Schrauben und Schläger- oder Wurfspiele. Neue Mütter heben und halten das Kind oft in einer Haltung, die bestimmte Handgelenksehnen überlastet; die Cleveland Clinic erwähnt dieses Muster ausdrücklich. Am Ellenbogen betrifft das Bild meist den Extensor carpi radialis brevis. OrthoInfo der AAOS nennt das Tennisarm, auch wenn der Auslöser ein Pinsel, ein Schraubenschlüssel oder eine Computermaus ist, nicht der Tennisplatz. Die Leitlinie der Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy von Lucado und Kollegen (Dezember 2022) führt wiederholte Ellenbogen-, Unterarm- und Handbewegungen sowie das Hantieren mit schweren Werkzeugen als veränderbare Lasten.
Alter, steife Sehnen und Tabak erhöhen laut Cleveland Clinic die Anfälligkeit. Die Mayo Clinic (Juni 2026) ergänzt Krankheiten wie Diabetes sowie Fluorchinolon-Antibiotika, Cortison, Statine, Aromatasehemmer und hoch dosiertes Testosteron. Das Merck Manual bestätigt den Zusammenhang von Fluorchinolonen mit Sehnenschäden, am häufigsten an der Achillessehne, und nennt zusätzlich Gicht, rheumatoide Arthritis und systemische Sklerose. Ein einzelner Auslöser fehlt oft. Dann zählt die Summe aus Last, Erholung und Sehnenzustand.
Welche Symptome typisch sind
Leitsymptom ist Schmerz entlang der Sehne oder in ihrer unmittelbaren Umgebung, der bei Gebrauch zunimmt. Am Fuß sitzt er meist auf dem Rücken, oft in der Mitte, und wird schlimmer, sobald die Schnürung die Sehne quetscht.
Die Cleveland Clinic listet Steifheit, Schwellung, Verfärbung und Wärme. Der NHS (Juni 2023) ergänzt ein reibendes oder knirschendes Gefühl beim Bewegen, klinisch Krepitation. Morgens kann die Stelle fest wirken, nach den ersten Schritten etwas lockerer, und nach längerem Gehen oder Tippen wieder laut. Nachtschmerz kommt vor; MedlinePlus nennt ihn neben Morgensteifheit als möglichen Begleiter. Kraftverlust beim Zugreifen oder beim Anheben der Zehen gegen Widerstand ist häufig, weil die Bewegung die gereizte Sehne belädt.
Am Ellenbogen brennt oder zieht es außen, der Griff wird schwächer, Händeschütteln und das Heben einer Kaffeekanne provozieren. OrthoInfo beschreibt einen schleichenden Beginn über Wochen, selten ein einzelnes Unfallereignis. Die dominante Seite ist öfter betroffen, beide Arme sind möglich. An der Hand liegt der Schmerz auf dem Rücken, nicht in der Hohlhand; Beugen der Finger kann ziehen, weil die Strecksehne dabei gedehnt wird.
Fehlt die aktive Streckung der Fingerkuppe, passt das Bild nicht mehr zur einfachen Reizung. Dann hängt das Endglied, und nur die andere Hand richtet es auf. Blut unter dem Nagel oder eine gelöste Nagelplatte wertet die AAOS als Hinweis auf offene Verletzung oder Nagelbetteröffnung. Das gehört in die Notfallversorgung, nicht in die Hausapotheke.
Was Stressfraktur, Hammerfinger und Nerven davon trennen
Schmerz auf dem Fußrücken ist nicht automatisch eine Sehnenreizung. Ein Ermüdungsbruch der Mittelfußknochen erzeugt ein ähnliches Belastungsmuster, verlangt aber Entlastung des Knochens, nicht nur lockere Schnürsenkel.
Die Cleveland Clinic stellt beide Diagnosen nebeneinander. Bei der Sehne ist weiches Gewebe gereizt, beim Ermüdungsbruch der Knochen selbst. Das Merck Manual (November 2025) beschreibt den typischen Verlauf des Mittelfuß-Ermüdungsbruchs. Der Schmerz kommt nach einer langen oder harten Einheit, lässt zunächst rasch nach, tritt dann immer früher auf und bleibt schließlich auch in Ruhe. Druck auf einen einzelnen Knochenschaft oder Zusammendrücken des Vorfußes reproduziert den Schmerz. Röntgenbilder sind anfangs oft unauffällig; für die frühe Sicherung nennt Merck eine Skelettszintigrafie oder eine Magnetresonanztomografie. Läuferinnen mit sprunghaft gesteigertem Pensum und ungewohnte lange Märsche mit Last sind klassische Situationen.
Der Hammerfinger folgt einem axialen Schlag auf die gestreckte Kuppe, etwa durch einen Ball, manchmal schon durch das Einhängen eines Lakenrands. Die AAOS betont, dass die Kuppe hängt, aktive Streckung fehlt und passive Aufrichtung gelingt. Unbehandelt drohen Steifheit, Fehlstellung und im ungünstigen Fall eine Schwanenhalsdeformität. Das ist ein Sehnenriss oder Ausriss, kein entzündliches Überlastungsbild.
Nervenengpässe und ein Bandscheibenproblem in der Halswirbelsäule können in den Arm ausstrahlen und einen Tennisarm vortäuschen. OrthoInfo nennt deshalb bei untypischem Verlauf eine Bildgebung der Halswirbelsäule und eine Elektromyografie, um eine Nervenkompression auszuschließen. Taubheit, Kribbeln oder eine rasch zunehmende Schwellung nach einem Trauma gehören nicht zum einfachen Sehnenbild. Die Cleveland Clinic warnt, dass Weitertrainieren auf gereizter Sehne einen Teilriss oder Riss begünstigen kann.
| Befund | Typischer Ort | Erster sinnvoller Schritt |
|---|---|---|
| Ziehender Schmerz entlang der Sehne, besser ohne Schuh | Fußrücken | Schnürung lockern, Laufumfang senken |
| Punktueller Knochendruck nach Laststeigerung | Ein Mittelfußknochen | Belastung stoppen, Praxis aufsuchen |
| Kuppe hängt, streckt sich nicht aktiv | Fingerendgelenk | Endgelenk gestreckt halten, Handchirurgie |
| Außen am Ellenbogen beim Greifen | Unterarmstreckerursprung | Last anpassen, gezielte Übungen |
| Knall, plötzlicher Kraftverlust | Sehnenverlauf | Als möglichen Riss behandeln, 111 oder Notaufnahme |
Wie die Diagnose gestellt wird
Die Diagnose stützt sich auf Gespräch und Untersuchung. Bildgebung kommt hinzu, wenn ein Riss, ein Ermüdungsbruch oder eine andere Knochenursache im Raum steht.
Die Praxis fragt nach Beginn, auslösenden Bewegungen, Schuhen, Arbeitsplatz, Medikamenten und Vorerkrankungen. Sie tastet die Sehnenbahn und prüft aktive und passive Bewegung. Schmerz bei Streckung der Finger oder Zehen gegen Widerstand spricht für die Strecksehne. Am Ellenbogen reproduziert OrthoInfo den Befund oft durch Druck auf den äußeren Knochenhöcker und durch Strecken von Handgelenk und Fingern gegen Widerstand bei gestrecktem Arm. Lucado und Kollegen (2022) fassen die laterale Ellenbogentendinopathie klinisch als Schmerz am Epicondylus lateralis, auslösbar durch Tastung, Widerstand und Dehnung der langen Handgelenkstrecker.
Röntgen zeigt Knochen, Kalk und Gelenkspalt, nicht die Sehne selbst. Die Mayo Clinic setzt es ein, um Sporne, Arthrose oder andere Knochenursachen zu trennen. Ultraschall stellt Sehne und Gleitverhalten dar. Die Magnetresonanztomografie liefert Details, wenn der Verlauf untypisch bleibt oder ein Riss ausgeschlossen werden soll. MedlinePlus nennt dieselben drei Verfahren. Eine Blutuntersuchung gehört nicht zur Standardabklärung einer lokalen Überlastung; sie wird sinnvoll, wenn Gicht, rheumatoide Arthritis oder eine Infektion der Sehnenscheide denkbar sind.
Was zu Hause hilft und warum komplette Ruhe oft zu kurz greift
Die auslösende Last muss sinken, die Sehne aber nicht wochenlang stillliegen. Ältere Ratgeber empfahlen oft totale Schonung, bis jeder Schmerz verschwunden war. IQWiG (Juni 2026) und das Merck Manual (2026) stellen relative Ruhe und frühe, dosierte Übung dagegen. Die Sehne braucht mechanischen Reiz, um belastbarer zu werden.
Die Cleveland Clinic übersetzt die erste Phase in vier praktische Schritte. Die reizende Tätigkeit pausieren, ohne den gesamten Alltag einzufrieren. Ein Kühlpack 15 Minuten auflegen, viermal täglich, mit Tuch zwischen Packung und Haut. Eine elastische Binde kann Schwellung begrenzen, darf aber nicht einschnüren. Hochlagern über Herzniveau hilft, wenn die Stelle dick wird. Die Mayo Clinic erlaubt Kälte bis 20 Minuten, mehrfach am Tag, und warnt vor kompletter Bettruhe. Nach wenigen Schonungstagen soll das Gelenk wieder behutsam durch den ganzen Bewegungsumfang, damit es nicht versteift. Der NHS begrenzt die strenge Schonung auf zwei bis drei Tage, nimmt Bandagen nachts ab und rät, sobald der Schmerz es zulässt, in Bewegung zu bleiben.
Am Fuß wirkt oft schon eine andere Schnürung. Die Öse über der schmerzenden Stelle auslassen, die Zunge polstern, einen weiteren Schuh wählen. Orthosen oder einen vorübergehenden Abrollstiefel kann die Praxis vorschlagen, wenn jeder Schritt die Sehne quetscht. Laufen auf der gereizten Sehne ohne Pause kann laut Cleveland Clinic den Schaden vergrößern. Gehen im Alltag ist bei den meisten Menschen weiter möglich, solange der Schmerz danach nicht deutlich ansteigt.
Kraftaufbau folgt, sobald isotone Last mit erträglichem Schmerz möglich ist. IQWiG empfiehlt gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen, schrittweise gesteigert, oft im Rahmen einer Physiotherapie. Das Merck Manual betont exzentrisches Arbeiten, bei dem der Muskel bremst, während er länger wird. Lucado und Kollegen bauen die Ellenbogenrehabilitation über Laststufen auf, nicht über passives Warten. Als Alltagsmaßstab der Sehnenrehabilitation gilt die Reaktion am Folgetag. Steigt der Ruheschmerz am nächsten Morgen klar, war die vorige Einheit zu groß. Bleibt er gleich oder fällt er, darf die Last langsam wachsen.

Welche Medikamente, Spritzen und Übungen die Praxis nutzt
Schmerzmittel dämpfen Beschwerden, ändern die Sehnenstruktur aber nicht. Paracetamol ist kein Entzündungshemmer. Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure gehören zu den nichtsteroidalen Antirheumatika.
Die Mayo Clinic nennt beide Gruppen zur Schmerzlinderung, plus Gele auf der Haut. Der NHS sieht in der Apotheke den richtigen Ort für die Auswahl und erwähnt Ibuprofen-Gel ausdrücklich. Die Cleveland Clinic rät, NSAR nicht länger als zehn Tage ohne Rücksprache zu nehmen. Das Merck Manual hält den Nutzen für kurzfristig belegt und langfristig unsicher; der Zweck ist, Bewegung und Übung wieder zuzulassen. Menschen mit Magengeschwür, Nierenschwäche, Herzkrankheit, Asthma oder Antikoagulation brauchen vor NSAR ärztlichen Rat. Dosierungen legt die behandelnde Praxis oder die Packungsbeilage fest, nicht dieser Text.
Kortison um die Sehne kann den Schmerz rasch senken. Die Mayo Clinic schreibt, die Wirkung sei oft vorübergehend; wiederholte Spritzen können die Sehne schwächen und das Rissrisiko erhöhen. Coombes, Bisset und Vicenzino werteten 2010 im Lancet 41 randomisierte Studien mit 2672 Teilnehmenden aus. Bei lateraler Epicondylalgie war der kurzfristige Effekt groß, nach Monaten lag die Spritze hinter Abwarten. Von 991 dokumentierten Injektionen endete eine mit einem Sehnenriss. Das Merck Manual warnt davor, das Depotpräparat in die Sehne selbst zu spritzen; Widerstand beim Injizieren ist ein Stoppsignal. OrthoInfo rät beim Tennisarm zu sparsamem Einsatz, weil übermäßige Gaben den Knochenansatz schwächen können. Die JOSPT-Leitlinie 2022 stützt ein Übungs- und Lastkonzept; routinemäßige Steroidinjektionen gelten in diesem Rahmen nicht mehr als Standardweg.
Physiotherapie kräftigt Sehne und Muskel, korrigiert Technik und plant die Rückkehr in Sport oder Beruf. Die Mayo Clinic hält Widerstandstraining für viele chronische Sehnenbilder für wirksam. OrthoInfo nennt für den Tennisarm Unterarmübungen, eine Gegenkraftbandage und die Prüfung von Schläger oder Werkzeug. Stoßwelle, Trockennadelung und plättchenreiches Plasma listet Mayo als Optionen, wenn Übung allein nicht reicht; die Evidenz ist je nach Sehne unterschiedlich und oft noch unsicher. Operation bleibt selten. Die Cleveland Clinic sieht sie erst nach gescheiterten konservativen Wegen. OrthoInfo nennt für den Tennisarm ein Zeitfenster von sechs bis zwölf Monaten konservativer Therapie, bevor ein Eingriff erwogen wird, und berichtet von Erfolg bei etwa 80 bis 95 Prozent ohne Operation.
Was beim Hammerfinger anders läuft
Hängt die Fingerkuppe nach einem Schlag und streckt sich nicht aktiv, gilt die Schienenregel der AAOS, nicht das Laststeigerungsprogramm der Überlastungssehne. Das Endgelenk bleibt durchgehend gestreckt, bis die dünne Endsehne wieder Halt hat.
Die Schiene sitzt sechs bis acht Wochen ganztags, auch unter der Dusche, sofern sie nass werden darf, oder sie wird zum Waschen gewechselt, während die andere Hand das Endgelenk die ganze Zeit gestreckt hält. Sinkt die Kuppe auch nur kurz, reißt die Heilung und die Frist verlängert sich. Danach folgen drei bis vier Wochen nächtliches Tragen. Viele erreichen eine brauchbare Funktion und Form, die volle aktive Streckung kehrt nicht bei allen zurück. Eine vorübergehende Drahtfixation erwägt die AAOS, wenn das Schienenregime unmöglich ist.
Röntgen klärt, ob ein Knochenstück mitausgerissen ist oder das Gelenk aus der Reihe steht. Große Fragmente oder eine nicht einstellbare Subluxation können eine Operation bedeuten. Reine Sehnenrisse ohne Fehlstellung näht man selten, weil das Gewebe dünn ist. Chronische Fälle nach Monaten oder Jahren können eine Versteifung des Endgelenks in funktionaler Stellung brauchen. Bei Kindern kann die Wachstumsfuge beteiligt sein; die AAOS verlangt dort eine besonders sorgfältige Beurteilung, damit der Finger nicht im Wachstum zurückbleibt.
Jede Stunde ohne Schiene zählt. Wer die Kuppe „kurz mal beugt, um zu prüfen, ob es besser ist“, setzt die Heilung zurück. Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen dürfen die Begleitbeschwerden lindern, ersetzen die Schiene aber nicht.
Wann zum Arzt und wie der Verlauf aussieht
Zur Praxis gehört, wer nach einigen Tagen mit Schonung, Kälte und Lastanpassung nicht klar besser wird oder den Alltag nicht mehr schafft. Die Mayo Clinic setzt diese Schwelle bei wenigen Tagen plus Funktionsstörung. Der NHS wartet bei leichten Verläufen eher Wochen, schickt aber bei starkem Schmerz oder Verdacht auf Riss an die Nummer 111.
Die Cleveland Clinic nennt als Notaufnahmegründe extremen Schmerz, wachsende Schwellung, deutliche Verfärbung und die Unfähigkeit, Hand oder Fuß überhaupt zu bewegen. Der NHS ergänzt einen plötzlichen, sehr starken Schmerz während einer Bewegung, oft mit Knall oder Schnappen. Das kann ein Riss sein. Blut unter dem Nagel, eine gelöste Nagelplatte, Fieber über der Sehne oder eine nach Trauma rasch harte, pralle Schwellung gehören ebenfalls nicht nach Hause. Taubheit mit Kraftverlust oder ein hängender Fuß nach Verletzung brauchen rasche Abklärung, weil ein Nerv oder ein Kompartiment betroffen sein kann.
Die Heilungszeit hängt von Reizgrad, Mitwirkung und davon ab, ob weiter dieselbe Last läuft. Die Cleveland Clinic nennt Spannen von wenigen Wochen bis zu einigen Monaten und erwartet in der Regel eine vollständige Erholung, sofern die Sehne nicht weiter überlastet wird. Der NHS sieht leichte Reizungen oft in zwei bis drei Wochen. IQWiG betont, dass viele von allein schonen und besser werden, dann zu früh wieder belasten und sich denselben Schmerz zurückholen. Deshalb folgen auf die schmerzarme Phase Kräftigung und Technikänderung, nicht sofort das alte Pensum.
Vorbeugen heißt, Lastsprünge zu vermeiden. Die Mayo Clinic rät zu langsamem Steigern, Wechsel der Belastungsart, sauberer Technik, ergonomischem Arbeitsplatz und gezieltem Kraftaufbau der beanspruchten Muskeln. Der NHS nennt Aufwärmen, Pausen in Wiederholungsarbeit und tragfähige Schuhe. „Durch den Schmerz spielen“ lehnt die Cleveland Clinic ab. Wer Fluorchinolone bekommt oder neu ein Statin startet und Sehnenschmerz bemerkt, sollte das der verordnenden Praxis sagen, statt die Dosis selbst zu ändern.
Häufige Fragen
Kann ich mit Extensorsehnenentzündung weiterlaufen?
Alltagsgehen ist bei den meisten Menschen möglich, solange der Schmerz danach nicht klar zunimmt. Laufsport auf der gereizten Fußsehne soll laut Cleveland Clinic erst nach Rücksprache wieder beginnen, weil dieselbe Last den Schaden vertiefen kann. Ersatzbelastung ohne Vorfußstoß, etwa Radfahren oder Schwimmen, ist oft die bessere Brücke.
Wie lange dauert die Heilung?
Leichte Reizungen klingen laut NHS oft in zwei bis drei Wochen ab, hartnäckige Verläufe brauchen nach Cleveland Clinic Wochen bis Monate. Wer die auslösende Last sofort wieder in alter Höhe fährt, verlängert die Zeit. Ein Hammerfinger folgt einem eigenen Kalender von mindestens sechs bis acht Wochen ganztägiger Schiene.
Hilft Ibuprofen gegen die Sehnenentzündung?
Ibuprofen und andere NSAR können Schmerz und Schwellung kurz dämpfen, behandeln aber laut Merck Manual nicht die degenerative Sehnenveränderung. Die Cleveland Clinic begrenzt die Einnahme ohne Rücksprache auf zehn Tage. Paracetamol lindert Schmerz, ist aber kein NSAR.
Ist eine Kortisonspritze sinnvoll?
Eine Spritze neben die Sehne kann den Schmerz rasch senken, die Wirkung lässt oft nach. Coombes und Kollegen (2010) fanden bei Tennisarm nach Monaten schlechtere Werte als ohne Spritze. Wiederholte Gaben können die Sehne schwächen; in die Sehne selbst darf nicht gespritzt werden.
Wann ist eine Operation nötig?
Operationen wegen einer Strecksehnenreizung sind laut Cleveland Clinic selten und folgen erst, wenn Übung, Laständerung und Hilfsmittel nicht reichen. Beim Tennisarm nennt OrthoInfo oft sechs bis zwölf Monate konservativer Therapie. Beim Hammerfinger operiert man vor allem bei großem Knochenfragment oder nicht einstellbarem Gelenk.
Ist ein Hammerfinger dasselbe wie eine Extensorsehnenentzündung?
Nein. Der Hammerfinger ist ein Riss oder Knochenausriss der Endsehne, die Extensorsehnenentzündung eine Reizung durch Überlastung oder Druck. Die Therapie unterscheidet sich grundlegend. Hier zählt die durchgehende Streckschiene, dort dosierte Last und Übung.

Fazit
Schmerz auf dem Fuß- oder Handrücken, der der Sehne folgt und bei Gebrauch zunimmt, spricht zuerst für eine gereizte Strecksehne. Lockere Schnürung, weniger Wiederholungen und Kälte in den ersten Tagen sind ein vernünftiger Start. Komplette Ruhigstellung über Wochen ist nach den Texten von 2022 bis 2026 nicht mehr das Ziel; die Sehne braucht danach dosierte Last und Kraft, sonst bleibt sie schwach.
Hängt die Fingerkuppe, gilt ein anderes Protokoll. Das Endgelenk bleibt gestreckt, und eine handchirurgische Einschätzung sollte rasch folgen. Punktueller Knochenschmerz nach einer Trainingssteigerung kann ein Ermüdungsbruch sein; dann zählt Entlastung und Bildgebung, nicht nur ein neuer Schuh. NSAR und Kortison sind Werkzeuge gegen Schmerz, keine Heilgarantie.
Wer nach wenigen Tagen im Alltag nicht klar vorankommt, wer einen Knall spürt oder Hand und Fuß nicht mehr bewegen kann, holt sich medizinische Hilfe. Morgen zählt eine konkrete Änderung. Die auslösende Last benennen, sie senken und eine Übung finden, die am Folgetag nicht lauter schmerzt.
Quellen
- Cleveland Clinic: Extensor Tendonitis: What It Is, Causes & Treatment. Cleveland Clinic, 7. Mai 2022.
- Mayo Clinic: Tendinitis – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 9. Juni 2026.
- Mayo Clinic: Tendinitis – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 9. Juni 2026.
- MedlinePlus: Tendinitis: MedlinePlus Medical Encyclopedia. MedlinePlus, 23. Juli 2024.
- NHS: Tendonitis – NHS. National Health Service, 9. Juni 2023.
- Dalal DS: Tendinopathy – Rheumatology and Orthopedics. Merck Manual Professional Edition, Stand: Juni 2026.
- American Academy of Orthopaedic Surgeons: Mallet Finger (Baseball Finger). OrthoInfo, Stand: 2026.
- American Academy of Orthopaedic Surgeons: Tennis Elbow (Lateral Epicondylitis). OrthoInfo, Stand: 2026.
- Lucado AM, Day JM et al.: Lateral Elbow Pain and Muscle Function Impairments. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, Dezember 2022.
- Coombes BK, Bisset L, Vicenzino B: Efficacy and safety of corticosteroid injections and other injections for management of tendinopathy: a systematic review of randomised controlled trials. The Lancet, 20. November 2010.
- Institute for Quality and Efficiency in Health Care: Overview: Tendon overuse injuries (tendinopathy). InformedHealth.org / IQWiG, 17. Juni 2026.
