Pityriasis rosea: Symptome, Verlauf und Behandlung

Pityriasis rosea: Symptome, Verlauf und Behandlung

Pityriasis rosea ist ein selbst begrenzter, schuppender Hautausschlag, der typischerweise mit einer einzelnen ovalen Primärplaque beginnt und sich danach in kleineren Herden am Rumpf ausbreitet. Die meisten Betroffenen brauchen keine ursächliche Therapie, weil der Ausschlag von selbst abklingt, oft innerhalb von sechs bis acht Wochen.

Am häufigsten tritt das Bild zwischen dem 10. und 35. Lebensjahr auf, Kinder und Ältere bleiben nicht ausgenommen. Die amerikanische Dermatologiegesellschaft hält fest, dass der Ausschlag nicht von Mensch zu Mensch übergeht und keine sexuell übertragbare Krankheit ist. Dramatisch sieht er aus, gefährlich ist er bei sonst gesunden Menschen selten. Unklar bleibt die Diagnose, wenn Handflächen und Fußsohlen mitbetroffen sind, der erste große Fleck fehlt oder eine Schwangerschaft besteht. Dann gehört der Befund in die Praxis, nicht in die Selbstbehandlung.

Wie erkennt man Pityriasis rosea am Ausschlag?

Zuerst erscheint meist ein einzelner, leicht erhabener, ovaler Fleck mit feiner Schuppe am Rand, die Primärplaque oder der Herd-Fleck. Merck (Review November 2025) nennt Durchmesser von 2 bis 10 Zentimetern, oft am Rumpf, seltener an den proximalen Extremitäten. Der NHS beschreibt denselben Auftakt kleiner, etwa 2 bis 5 Zentimeter, und lokalisiert ihn an Brust, Oberschenkel, Oberarm oder Hals. Auf heller Haut wirkt der Fleck rosa mit rötlichem Saum, auf dunkler Haut eher grau, violett oder hyperpigmentiert, der Kontrast zum Rand kann sich umkehren.

Nach fünf bis 14 Tagen folgen zahlreiche kleinere ovale Papeln und Plaques. Sie orientieren sich an den Hautspannungslinien, am Rücken entsteht das Tannenbaum-Muster, am oberen Brustkorb oft ein V. Typisch ist ein Schuppenkragen, der am Rand haftet und zur Mitte hin abhebt. Gesicht, Handflächen und Fußsohlen bleiben klassisch frei. Kinder entwickeln häufiger eine inverse Verteilung in Achseln und Leisten, die sich von dort ausbreitet.

Ohne den ersten großen Fleck bleibt die Einordnung schwieriger. StatPearls (Aktualisierung März 2024) schätzt, dass die Primärplaque bei 50 bis 90 Prozent vorkommt und bei etwa jedem Fünften fehlt. Manche tragen mehrere Startflecken, manche nur den einen ohne Nachzug. Atypische Formen können Bläschen, Purpura, Quaddeln, sehr große Plaques oder Schleimhautläsionen zeigen. Solche Varianten machen etwa ein Fünftel der Fälle aus und sind der Grund, warum ein Blick allein nicht immer reicht.

Nach Abheilung bleiben manchmal hellere oder dunklere Felder. Die amerikanische Dermatologiegesellschaft schreibt, dass diese Flecken keine Narben sind und oft sechs bis zwölf Monate brauchen, bis der Ton zurückkehrt, vor allem auf sonnenexponierter, dunkler Haut. Kratzen kann eine bakterielle Superinfektion aufsetzen, bleibt aber die Ausnahme.

Pityriasis rosea

Welche Vorboten und Begleitbeschwerden treten auf?

Tage vor dem ersten Fleck fühlen sich manche Menschen grippeähnlich krank, mit Halsweh, Kopfschmerz, Abgeschlagenheit oder leichtem Fieber. Die Mayo Clinic (Seite vom 12. Juli 2024) nennt genau diese Vorboten; der NHS ergänzt Müdigkeit und erhöhte Temperatur. Die American Academy of Family Physicians zitierte 2018 ältere Arbeiten, nach denen Prodromi vor oder während des Ausschlags bei etwa 69 Prozent auftreten. Nicht jeder merkt sie, und sie beweisen die Diagnose nicht.

Juckreiz bestimmt den Alltag stärker als Schmerz. Die AAFP beschreibt mittelschweren bis starken Juckreiz bei rund der Hälfte der Patientinnen und Patienten. DermNet (Stand Dezember 2021) stuft schweren Pruritus bei etwa 25 Prozent ein. Kinder jucken nach klinischen Serien oft stärker als Erwachsene. Nachts reibt die Decke, tags überhitzt enge Kleidung den Rumpf, und beides kann den Reiz verstärken.

Lymphknoten, Gelenkschmerz oder Übelkeit kommen vor, bleiben aber Nebenbefunde. Schleimhautveränderungen in Mund oder Rachen sind selten; die Dermatologiegesellschaft erwähnt Flecken, Punkte oder Läsionen, die etwa parallel zum Hautbild abklingen. Ein dentaler Kortikoidpaste kann dort Linderung bringen, wenn Schlucken oder Sprechen stört. Fieber mit starker Beeinträchtigung, schmerzhafte Geschwüre oder ein Befall der Augen gehören nicht zum ruhigen Standardverlauf und brauchen eine andere Erklärung.

Was gilt heute als wahrscheinlicher Auslöser?

Die genaue Ursache ist nicht bewiesen. Am ehesten gilt eine Reaktivierung der humanen Herpesviren 6 und 7, nicht der Viren, die Lippenbläschen machen. StatPearls und DermNet fassen das so, betonen aber widersprüchliche Studien. Saisonale Häufung, familiäre Cluster und grippeähnliche Vorboten sprechen für einen infektiösen Anstoß. Von Mensch zu Mensch geht der Ausschlag nach AAD, NHS und Mayo trotzdem nicht über. Quarantäne oder getrennte Handtücher ändern den Verlauf nicht.

Bakterien, Pilze und klassische Allergien gelten nicht als Ursache. Ältere Verdächtige wie Streptokokken nach einem Infekt der oberen Atemwege haben sich nicht bestätigt. Routine-PCR auf HHV-6 ist sinnlos, weil fast alle Erwachsenen das Virus in der Kindheit erworben haben und Handelsassays die aktuelle Aktivität kaum abbilden. DermNet rät ausdrücklich von solchen Bluttests ab.

Arzneimittel und Impfungen können ein täuschend ähnliches Bild erzeugen. Die Dermatologiegesellschaft trennt das klar: eine Reaktion auf Terbinafin, Naproxen, Captopril oder eine kürzliche Impfung ist keine Pityriasis rosea. Merck listet zusätzlich ACE-Hemmer, Hydrochlorothiazid, Barbiturate, Metronidazol und Allopurinol. StatPearls und DermNet nennen unter anderem Isotretinoin, Clozapin, Imatinib sowie Impfungen gegen Influenza, Pneumokokken, Hepatitis B oder COVID-19. Wer neue Medikamente oder eine Impfung in den Wochen zuvor hatte, muss das in der Sprechstunde sagen, weil das Management dann anders aussieht.

Welche Krankheiten ähneln dem Bild?

Die Diagnose bleibt klinisch, Labor ist die Ausnahme. Ein erfahrener Blick erkennt das Muster oft sofort. Zweifel entstehen, wenn die Reihenfolge der Flecken ungewöhnlich ist, die Primärplaque fehlt oder Handflächen und Fußsohlen mitspielen. Dann steht die sekundäre Syphilis oben auf der Liste, weil sie behandelbar ist und in der Schwangerschaft das Kind gefährdet. Merck verlangt in genau diesen Situationen eine Serologie.

Weitere Nachahmer sind Ringelflechte, Guttata-Psoriasis, nummuläres Ekzem, seborrhoisches Ekzem, Pityriasis lichenoides chronica, virale Exantheme und lichenoide Arzneireaktionen. Ein einzelner runder Fleck wird oft wochenlang als Tinea behandelt, bis die kleinen ovalen Nachzügler erscheinen. Schuppenkragen und Tannenbaum-Muster helfen, sind aber nicht beweisend. Bei Unsicherheit folgen Hautabstrich auf Pilze, eine kleine Biopsie oder die Überweisung zur Dermatologie.

Dermatoskopisch beschreiben neuere Arbeiten einen gelblichen Grund, randständige Schuppe und locker verteilte punktförmige Gefäße. Das ersetzt die Klinik nicht, kann aber Tinea und Psoriasis abgrenzen. Histologie zeigt unspezifische Dermatitis mit Parakeratose, Spongiose und Erythrozytenextravasaten; Eosinophile im Infiltrat wecken den Verdacht auf ein Arzneimittelbild. Kinder mit dunkler Haut haben nach der AAFP-Übersicht häufiger Gesicht und Kopfhaut beteiligt und hinterher häufiger Pigmentverschiebungen.

Wann zum Arzt, wann in die Klinik?

Einen neuen, unerklärten Ausschlag sollte man nicht selbst benennen. Der NHS rät zur Hausarztpraxis, weil Psoriasis, Ekzem und Ringelflechte ähnlich beginnen. Schwangere mit frischem Exanthem sollen noch am selben Tag Hebamme, Geburtshilfe, Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen. Die britische Gesundheitsbehörde verknüpft Pityriasis rosea in den ersten 15 Schwangerschaftswochen mit Fehl- und Frühgeburt; das ist der eine Notfallhinweis, der nicht warten darf.

Die amerikanische Dermatologiegesellschaft schickt zur Fachärztin, wenn Juckreiz den Alltag stört, der Reiz nach zwei Monaten gleich bleibt oder zunimmt, oder der Ausschlag länger als drei Monate steht. Mayo nennt dasselbe Drei-Monats-Fenster, sobald der Befund schlimmer wird oder nicht weicht. Apothekenmittel ohne Wirkung sind ein zweiter, weniger dringlicher Anlass.

Situation Nächster Schritt Begründung
Neuer Ausschlag und Schwangerschaft Noch am selben Tag Hebamme, Frauenarzt oder Bereitschaftsdienst NHS knüpft die frühen Wochen an Fehl- und Frühgeburt
Handflächen, Fußsohlen oder fehlende Primärplaque Zeitnahe Praxis, oft Syphilis-Bluttest Merck verlangt Serologie bei untypischem Muster
Starker Juckreiz trotz Creme und Antihistaminikum Hausarzt, bei Bedarf Dermatologie NHS und AAD sehen hier den Punkt für Rezept und Lichttherapie
Ausschlag länger als drei Monate oder weiter zunehmend Dermatologische Abklärung, manchmal Biopsie Mayo und AAD, um andere Diagnosen nicht zu verpassen
Fieber, schmerzhafte Mund- oder Genitalläsionen, Augenrötung Rasche ärztliche Bewertung am selben Tag Das überschreitet den ruhigen Standardverlauf

Organtransplantierte und Menschen unter starken Immunsuppressiva gehören ebenfalls früh in die Sprechstunde, weil andere Virusexantheme und Arzneimittelbilder wahrscheinlicher werden. Ein Foto des ersten großen Flecks, eine Medikamentenliste und der Zeitpunkt der letzten Impfung sparen der Praxis Zeit.

Was lindert Juckreiz zu Hause?

Die meisten brauchen keine Tabletten gegen Viren, sondern Hautruhe. Rückfettende Cremes, Lotionen oder Salben halten die Barriere geschmeidig und können den Juckreiz mindern. Der NHS rät, Seifen und Duschgels wegzulassen und stattdessen rückfettende Grundlagen zu nutzen. Lauwarme, nicht heiße Bäder oder Duschen schonen; Mayo nennt zusätzlich Haferflockenzusätze im Badewasser. Kalamin oder mentholhaltige Anti-Juck-Zubereitungen aus der Apotheke sind eine Option, wenn die Haut sie verträgt.

Ein schwach oder mittelstarkes topisches Kortikosteroid, etwa Hydrocortison oder auf Rezept Triamcinolon, kann Rötung und Jucken lokal dämpfen. Die Dermatologiegesellschaft nennt zwei- bis dreimal tägliches Auftragen, so lange die Ärztin es vorgibt, nicht als Dauerkur über den ganzen Rumpf. Orale Antihistaminika helfen manchen nachts beim Schlafen; welches Präparat passt, hängt von Alter, Autofahren und Schwangerschaft ab. Heiße Duschen, enge Synthetik und starkes Schwitzen reizen oft nach.

Sonne kann den Ausschlag optisch blasser machen, Brand und nachfolgende Pigmentflecken sind der Preis. Merck erwähnt natürliches oder künstliches Licht als mögliche Beschleunigung, StatPearls warnt vor unkontrolliertem Bräunen. Mayo verlangt, wenn Licht genutzt wird, einen Breitspektrum-Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor mindestens 30, großzügig und alle zwei Stunden erneuert. Hausmittel wie Pflanzenöle oder Küchenpasten fehlen in den genannten Leittexten und ersetzen keine Diagnose.

Dame, die nach einer Dusche befeuchtet

Welche Therapien erwägt die Dermatologie?

Behandelt wird der Mensch, nicht der Name der Krankheit. Solange der Juckreiz erträglich ist und der Ausschlag in den erwarteten Wochen zurückgeht, reicht Beobachtung. Wird der Alltag gestört, der Befund sehr ausgedehnt oder die Dauer ungewöhnlich lang, kommen gezielte Mittel hinzu. Die Reihenfolge ist lokal vor systemisch, Juckreiz vor Virustablette.

Phototherapie mit ultraviolettem Licht, oft Schmalband-UVB, kann Juckreiz und Stärke des Ausschlags in Studien innerhalb von etwa vier Wochen mindern. Die amerikanische Dermatologiegesellschaft beschreibt Sitzungen mehrmals pro Woche über drei bis vier Wochen in einer Kabine mit dosierter Dosis. Mayo warnt, dass Lichttherapie selbst pigmentierte Restflecken hinterlassen kann. Schwangere dürfen kontrolliertes UVB nach geburtshilflicher Absprache erhalten, das Gesicht sollte wegen Melasma abgedeckt bleiben; das steht in fachgesellschaftlichen Schwangerschaftstexten, nicht als Selbstbräuner auf dem Balkon.

Aciclovir ist das am besten geprüfte systemische Mittel, bleibt aber Off-Label für dieses Bild. In Studien, die die Dermatologiegesellschaft zitiert, wurde es fünfmal täglich eine Woche lang gegeben; sichtbare Besserung trat oft nach ein bis zwei Wochen ein. Die AAFP nannte 2018 Dosierungen von 400 bis 800 Milligramm fünfmal täglich. Die Cochrane-Übersicht von 2019 fand, dass orales Aciclovir die ärztlich bewertete Abheilung des Ausschlags gegenüber Placebo oder keiner Therapie wahrscheinlich verbessert, der Effekt auf den Juckreiz aber unklar bleibt. Merck hält eine kurze Gabe für erwägenswert bei frühem, ausgedehntem Befund oder grippeähnlichen Begleitzeichen.

Makrolid-Antibiotika haben diese Rolle verloren. Eine kleine Erythromycin-Studie aus dem Jahr 2000 wirkte hoffnungsvoll; spätere Arbeiten zu Erythromycin, Azithromycin und Clarithromycin zeigten keinen belastbaren Nutzen. Cochrane stuft den Beleg für Erythromycin als unsicher ein und sieht für Clarithromycin und Azithromycin keinen Unterschied zum Placebo. Orale Kortikosteroide können starken Juckreiz dämpfen, DermNet rät von der Routine weg, weil nach dem Absetzen Rückfälle beschrieben sind und die Evidenz dünn bleibt.

Was bedeutet der Ausschlag in der Schwangerschaft?

Schwangere bekommen Pityriasis rosea häufiger als Gleichaltrige ohne Kind, vermutlich wegen der veränderten Immunlage. Ältere Fallserien, vor allem die Arbeiten von Drago und Kollegen, verknüpften den Beginn vor der 16. Schwangerschaftswoche mit Fehlgeburt, Frühgeburt und niedrigem Geburtsgewicht. Die AAFP übernahm 2018 eine Gesamtrate spontaner Aborte von 13 Prozent und eine Rate von 57 Prozent, wenn der Ausschlag in den ersten 15 Wochen startete. Der NHS hält diesen frühen Zeitraum deshalb für einen Anlass, noch am selben Tag anzurufen.

Neuere Zahlen dämpfen das Bild, löschen es nicht. Eine österreichische Serie von Wenger-Oehn und Kollegen (2022) fand ungünstige Ausgänge (Fehlgeburt, Geburt vor Woche 37 oder Gewicht unter 2500 Gramm) bei 10,9 Prozent der eigenen Fälle, gegenüber 39,6 Prozent in einem älteren zusammengelegten Pool. Die Autorinnen schlossen, dass der Ausschlag in den meisten Schwangerschaften den Verlauf nicht bestimmt. Ein Review im International Journal of Women’s Dermatology (Januar 2025) wertete 177 dokumentierte Schwangerschaften: 81 Prozent endeten günstig, 19 Prozent ungünstig. Start vor Woche 15 ging mit 41 Prozent ungünstigen Ausgängen einher, darunter 27 Prozent Spontanaborte; nach Woche 15 lag die ungünstige Rate bei 21 Prozent, Spontanaborte fehlten in dieser Gruppe.

Zusätzliche Warnzeichen in den neueren Auswertungen sind ein langer Verlauf, grippeähnliche Allgemeinsymptome, ein sehr ausgedehnter Ausschlag und eine hohe HHV-6-Last, wo sie gemessen wurde. Merck (November 2025) bleibt vorsichtig: in den frühen 15 Wochen besteht eine Assoziation mit Frühgeburt oder kindlichem Verlust, Schwangeren soll Aciclovir angeboten werden, ein Schutz vor geburtshilflichen Komplikationen ist jedoch nicht bewiesen. Syphilis muss in dieser Gruppe ausgeschlossen werden. Feuchtigkeit, zugelassene Antihistaminika und milde topische Kortikosteroide können den Juckreiz lindern, die Dosis und das Präparat bestimmt die behandelnde Praxis gemeinsam mit der Geburtshilfe.

Wie verläuft die Abheilung?

Der Ausschlag wird oft erst schlimmer, bevor er blasser wird. Merck nennt eine spontane Rückbildung meist innerhalb von fünf Wochen, Rezidive gelten als selten. Die Dermatologiegesellschaft sieht bei Kindern häufig schon nach etwa 16 Tagen klare Haut, bei Jugendlichen und Erwachsenen eher sechs bis acht Wochen, manchmal länger. Mayo spricht von vier bis zehn Wochen, der NHS von einigen Monaten. StatPearls fasst zusammen, dass mehr als 80 Prozent bis zur achten Woche abgeheilt sind. Ein Verlauf über drei Monate ist Anlass, die Diagnose zu prüfen, nicht automatisch ein Grund zur Panik.

Narben bleiben in der Regel aus. Was bleibt, ist oft ein Tonunterschied, der auf dunkler Haut deutlicher auffällt und Monate braucht. Kratzen verlängert die Entzündung und öffnet die Tür für Impetigo. Die Rückkehr derselben Krankheit ist ungewöhnlich. Die Dermatologiegesellschaft nennt Wiederholungen bei 2 bis 3 Prozent, StatPearls unter 5 Prozent, DermNet 1 bis 3 Prozent. Die AAFP beschreibt Rückfälle meist 5 bis 18 Monate nach der ersten Episode, oft ohne neuen Startfleck und mit sparsamerer Streuung. Ein einzelnes Fallbeispiel mit jährlichen Schüben über fünf Jahre bleibt die Ausnahme, keine Prognose.

Wer einmal durch ist, trägt keine lebenslange Hautschwäche davon. Sonne, Stress oder eine neue virale Infektion können theoretisch einen späteren Schub anstoßen, beweisen lässt sich das im Alltag selten. Pigmentpflege, geduldige Feuchtigkeit und der Verzicht auf scheuernde Peelings reichen meist, bis der eigene Ton zurückkehrt. Bleiben die Flecken störend, kann die Dermatologie aufhellende oder lichtschützende Strategien besprechen, ohne den ursprünglichen Ausschlag noch einmal behandeln zu müssen.

Häufige Fragen

Ist Pityriasis rosea ansteckend?

Nein. AAD, NHS und Mayo Clinic stufen den Ausschlag als nicht übertragbar ein, auch nicht durch Küssen, Geschlechtsverkehr oder gemeinsame Handtücher. Partner, Kinder und Kollegen brauchen keine Isolation. Was ansteckend wäre, ist die Syphilis, die ähnlich aussehen kann; genau deshalb gehört ein unklarer Befund in die Praxis.

Wie lange dauert der Ausschlag?

Bei Erwachsenen oft sechs bis acht Wochen, bei Kindern häufig kürzer, manchmal nur gut zwei Wochen. Manche brauchen drei Monate oder etwas mehr, bevor die Haut ruhig ist. Wird der Befund nach drei Monaten nicht besser oder nimmt er zu, soll die Diagnose überprüft werden.

Hilft Aciclovir jedem?

Nein. Cochrane 2019 sieht einen wahrscheinlichen Gewinn für die Abheilung des Ausschlags, nicht zuverlässig für den Juckreiz. Sinnvoll diskutiert wird das Mittel bei frühem, ausgedehntem, stark symptomatischem Verlauf und in der Schwangerschaft nach Rücksprache. Die Dosis legt die Ärztin fest, Selbstmedikation aus dem Reisevorrat ist ungeeignet.

Darf ich duschen, sporteln und arbeiten?

Ja, mit lauwarmem Wasser, ohne scharfe Seife und in lockerer Kleidung. Sport ist erlaubt, solange starkes Schwitzen den Juckreiz nicht antreibt; danach rückfetten. Beruf und Schule müssen nicht ruhen, weil niemand angesteckt wird.

Bleiben Flecken oder Narben zurück?

Narben sind untypisch. Hellere oder dunklere Felder können Wochen bis Monate stehen, auf dunkler Haut länger, laut AAD oft sechs bis zwölf Monate. Sonnenschutz verhindert, dass die Kontraste sich festbrennen.

Bekomme ich Pityriasis rosea wieder?

Die meisten erleben eine einzige Episode. Wiederholungen liegen in den genannten Quellen bei etwa 1 bis 3 Prozent. Ein zweiter Schub beweist nicht, dass die erste Diagnose falsch war, verdient aber einen erneuten Blick, falls das Muster abweicht.

Brauche ich Blutwerte oder eine Biopsie?

Meist nicht. Blut auf Syphilis ist sinnvoll bei Handflächen, Fußsohlen, fehlender Primärplaque oder Schwangerschaft. Eine Biopsie folgt, wenn das Bild atypisch bleibt oder länger als drei Monate steht.

Fazit

Wer am Rumpf plötzlich einen einzelnen ovalen, schuppenden Fleck entdeckt und Tage später kleinere Herde in Reihen sieht, hat oft Pityriasis rosea vor sich. Die Diagnose bestätigt die Praxis, nicht die Suchmaschine, weil Ringelflechte, Psoriasis und vor allem die sekundäre Syphilis dasselbe Kostüm tragen können. Schwangere rufen noch am selben Tag an; alle anderen holen sich Hilfe, wenn Juckreiz den Schlaf raubt, Apothekenmittel versagen oder der Ausschlag nach drei Monaten nicht weicht.

Zu Hause zählen lauwarme Pflege, Fettung, Verzicht auf Reizseifen und, nach Rücksprache, eine milde Kortisoncreme oder ein Antihistaminikum. Lichttherapie und Aciclovir sind Reserve für schwere, frühe oder sehr ausgedehnte Verläufe, nicht der Standard für jeden rosa Fleck. Makrolide, die älteren Texten noch Hoffnungen machten, haben diese Rolle verloren.

Der Ausschlag klingt in der Regel ab, ohne Narbe und ohne Ansteckung der Umgebung. Was bleibt, ist Geduld mit dem Juckreiz und, auf dunkler Haut, Geduld mit dem Ton. Wer unsicher ist, fotografiert den ersten großen Fleck, notiert Medikamente und Impfungen und geht damit zur Ärztin, statt Wochen mit der falschen Salbe zu verlieren.

Quellen

  1. American Academy of Dermatology: Pityriasis rosea: Diagnosis and treatment. American Academy of Dermatology, 24. Oktober 2024.
  2. American Academy of Dermatology: Pityriasis rosea: FAQs. American Academy of Dermatology, 24. Oktober 2024.
  3. Das S: Pityriasis Rosea. Merck Manual Professional Edition, November 2025.
  4. Mayo Clinic: Pityriasis rosea – Symptoms & causes. Mayo Clinic, 12. Juli 2024.
  5. NHS: Pityriasis rosea. National Health Service, 7. September 2023.
  6. Litchman G, Nair PA, Syed HA et al.: Pityriasis Rosea. StatPearls, 1. März 2024.
  7. Villalon-Gomez JM: Pityriasis Rosea: Diagnosis and Treatment. American Family Physician, 1. Januar 2018.
  8. Contreras-Ruiz J, Peternel S et al.: Interventions for pityriasis rosea. Cochrane Database of Systematic Reviews, 30. Oktober 2019.
  9. Oakley A, Seebacher N: Pityriasis rosea. DermNet, Dezember 2021.
  10. Wenger-Oehn L, Graier T, Ambros-Rudolph C et al.: Pityriasis rosea in pregnancy: A case series and literature review. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 26. Mai 2022.
  11. Manduca S, Oh CS, Ong M et al.: The risks of pityriasis rosea in pregnancy: a review. International Journal of Women’s Dermatology, 16. Januar 2025.
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