
Ein Dampfbad kann Haut und Muskeln durch feuchte Hitze vorübergehend lockern und das Gefühl von Enge in der Nase lindern. Dauerhaftes Abnehmen, eine Heilung von Erkältungen oder eine Entgiftung stecken in der Kabine nicht. Der Körper reagiert auf die Wärme mit weitergestellten Hautgefäßen, höherem Puls und Schweiß; das ähnelt einer leichten Belastung, ersetzt aber kein Training.
Die meisten Studien zur Wärmetherapie stammen von trockenen finnischen Saunen, nicht von gekachelten Dampfräumen. Eine Metaanalyse randomisierter Versuche von Hamaya und Kollegen (2025) fand für passive Hitze kaum anhaltende Verbesserungen bei Blutfetten, Blutzucker oder Gefäßsteifigkeit. Wer gesund ist, kann kurze Sitzungen oft gut vertragen, wenn er trinkt und bei Schwindel sofort geht. Herzkrankheiten, Schwangerschaft und offene Wunden ändern die Rechnung.
Was passiert im Körper im Dampfbad?
Feuchte Hitze wärmt Haut und Atemwege, der Kreislauf schickt mehr Blut an die Oberfläche, der Puls steigt. In einem geschlossenen Raum erzeugt ein Generator Dampf, bis die Luft nahezu gesättigt ist. Harvard Health beschrieb im Dezember 2025 typische Dampfräume mit etwa 49 °C; die hohe Feuchte lässt die Temperatur heißer wirken als die Zahl an der Wand. Schweiß verdunstet schlecht, weil die Luft schon voller Wasser ist. Deshalb kühlt der Körper langsamer als in trockener Saunaluft.
Die Cleveland Clinic (August 2024) stellt fest, dass nasse und trockene Wärme sich in der bisherigen Forschung nicht klar als besser oder schlechter trennen lassen. Trotzdem sind die Messwerte nicht austauschbar. Eine systematische Übersicht von Hussain und Cohen (2018) hielt fest, dass Dampfsaunen dieselben Reaktionen wie trockene Kabinen nicht sicher auslösen, weil Kondenswasser auf der Haut die Verdunstung bremst. Wer also finnische Kohortenstudien zitiert, spricht von einem anderen Klima.
Harvard Health erläuterte 2020 die Akutreaktion einer heißen, trockenen Kabine: Die Hauttemperatur steigt rasch, der Puls kann um rund 30 Prozent zunehmen, das Herz fördert mehr Blut, und der größte Teil fließt in die Haut statt in innere Organe. Der Blutdruck verhält sich dabei unvorhersehbar, mal höher, mal niedriger. Im Dampfbad liegt die Luft kühler, die Feuchte aber höher; Schwindel und Schwüle können früher kommen als in der klassischen Sauna. Deshalb zählt nicht die Uhr allein, sondern das eigene Befinden.

Wie unterscheidet sich das Dampfbad von der Sauna?
Das Dampfbad arbeitet mit feuchter Luft bei niedrigerer Temperatur, die Sauna mit trockener Hitze bei deutlich höheren Werten. Die Cleveland Clinic nennt für traditionelle Saunen etwa 65 bis 90 °C und eine Luftfeuchte unter 20 Prozent. Finnische Räume sind oft holzverkleidet, ein Ofen erhitzt Steine; etwas Wasser auf den Steinen erzeugt kurzen Dampf, ändert aber das Grundklima nicht. Dampfräume sind meist gekachelt oder verglast und bleiben dicht, damit die Feuchte nicht entweicht.
Harvard Health (2025) setzt finnische Saunen bei rund 80 °C an und Dampfräume bei etwa 49 °C. Trotzdem fühlt sich der Dampfraum oft drückender an, weil die Haut nicht über Verdunstung kühlen kann. Infrarotkabinen wärmen den Körper mit Strahlung bei noch niedrigeren Luftwerten; die Mayo Clinic (September 2024) sieht dort ähnliche Reaktionen wie bei mäßiger Bewegung, verlangt aber größere Studien, bevor sich daraus Therapien ableiten lassen.
Für die Praxis folgt daraus eine einfache Trennung. Wer Schleimhäute befeuchten und die Haut weich halten will, wählt eher den Dampf. Wer hohe, trockene Hitze und eine dokumentierte Studienlage sucht, findet sie bei der finnischen Sauna. Keine der beiden Varianten ist ein Medikament. Die Cleveland Clinic betont, dass die Hausregeln der jeweiligen Anlage gelten: Temperatur, Sitzzeit und Pausen stehen dort, weil Überhitzung sonst rasch möglich wird.
Hilft das Dampfbad dem Herzen wirklich?
Regelmäßige trockene Sauna ist in finnischen Beobachtungsstudien mit weniger Herz-Kreislauf-Ereignissen verknüpft; für Dampfbäder fehlt ein vergleichbarer Nachweis, und randomisierte Versuche der letzten Jahre dämpfen die Erwartung. Laukkanen, Laukkanen und Kunutsor fassten 2018 in den Mayo Clinic Proceedings zusammen, dass häufige Saunagänge mit niedrigerem Blutdruck und weniger tödlichen Herzereignissen einhergingen. Solche Kohorten können aber nicht beweisen, dass die Hitze selbst schützt. Menschen, die vier- bis siebenmal pro Woche schwitzen, leben oft auch sonst anders.
Harvard Health berichtete im Dezember 2025 über eine randomisierte Studie von 2023 bei stabiler koronarer Herzkrankheit: Acht Wochen finnische Sauna, vier Sitzungen à 20 bis 30 Minuten, änderten Blutdruck und Gefäßwerte nicht messbar gegenüber dem Alltag. Hamaya und Kollegen werteten 2025 zwanzig randomisierte Studien zu passiver Hitze aus, darunter Sauna, heißes Baden und heißes Yoga, jeweils mindestens eine Woche. Die gepoolten Effekte auf Cholesterin, Entzündungsmarker, Nüchternzucker, HbA1c, Ruhefrequenz und arterielle Steifigkeit waren nicht signifikant.
Beim systolischen Blutdruck lag der Gesamtschätzer bei minus 2,46 mmHg, das Konfidenzintervall schloss die Null ein. Nur in Untergruppen mit Ganzkörperhitze zeigte sich ein Abfall um etwa 4 mmHg, bei Menschen mit Koronarrisiko rund 2,5 mmHg; die Autoren mahnten wegen hoher Streuung zur Vorsicht. Die Mayo Clinic (2024) nennt Bluthochdruck und Herzschwäche als untersuchte Felder, verlangt aber größere, genauere Arbeiten. Für den Dampfraum heißt das: ein angenehmer Kreislaufreiz ist möglich, eine belegte Herztherapie ist er nicht.
Die American Heart Association hält fest, dass Menschen mit eingestelltem Bluthochdruck eine Sauna oft vertragen, weil sich die Gefäße weiten, ähnlich wie beim zügigen Gehen. Wer vom Arzt von mäßiger Belastung abgeraten bekommen hat, sollte auch die Kabine meiden. Wechsel zwischen eisigem Wasser und Hitze kann den Druck sprunghaft steigen lassen; Alkohol gehört nicht dazu. Laukkanen und Kollegen nannten 2018 als klassische Ausschlussgründe instabile Angina, frischen Infarkt, unkontrollierten Hochdruck, dekompensierte Herzschwäche und schwere Aortenstenose.
Was taugt feuchte Wärme bei Muskelkater und Gelenken?
Lokale feuchte Wärme kann nach dem Sport Schmerzen mindern; das gilt für Packungen in Studien, nicht automatisch für zehn Minuten Dampf. Petrofsky und Kollegen verglichen 2013 bei hundert jungen Erwachsenen trockene und feuchte Wärmepacks nach Kniebeugen. Sofort nach dem Training aufgelegt, hielt feuchte Wärme die Kraft ähnlich wie acht Stunden Trockenpackung, minderte den Schmerz aber am stärksten. Der Versuch prüfte Umschläge, keine Gemeinschaftskabine.
Die Cleveland Clinic schreibt, dass gereizte Muskeln oft auf Wärme ansprechen und dass kleine Arbeiten bei rheumatoider Arthritis und Spondylitis ankylosans Steifheit lindern konnten. Trockene und Infrarotwärme sollen die Durchblutung der Muskulatur steigern und Krämpfe abschwächen; die Datenlage bleibt dünn. Ein Dampfbad vor dem Sport kann sich wie ein Aufwärmen anfühlen, weil die Gelenke weniger kalt und unbeweglich wirken. Das ersetzt weder Mobilisation noch Krafttraining.
Wer akute Entzündungen, frische Verletzungen oder Fieber hat, bleibt draußen. Wärme kann eine gereizte Struktur aufblähen und die Kontrolle über den Kreislauf erschweren. Nach einem normalen Training ist eine kurze Sitzung denkbar, wenn der Puls schon wieder ruhiger ist und genug getrunken wurde. Steifer Rücken am nächsten Morgen spricht oft besser auf Bewegung und gezielte Wärme am Ort der Beschwerde an als auf eine volle Kabine.
Hautpflege oder Infektionsfalle?
Schwitzen und Kondenswasser können die Hornschicht aufweichen und Schmutz leichter abspülen, entfernen aber keine Giftstoffe aus dem Körperinneren. Die Vorstellung, Dampf hole Gift unter der Haut hervor, hält der Physiologie nicht stand. Schweiß ist vor allem Wasser und Salz. Die Cleveland Clinic erwähnt für die Sauna einzelne Hinweise bei Schuppenflechte, nennt das aber anekdotisch und ungeprüft. Für Akne fehlt ein belastbarer Nachweis, dass die Kabine Pickel heilt.
Wärme und Nässe begünstigen Keime. Die American Academy of Dermatology rät, Sauna, Dampfbad und Whirlpool zu meiden, bis eine Wunde geschlossen ist. Bakterien, Viren und Pilze gedeihen in feuchten Umkleiden, an Duschböden und auf geteilten Flächen. Barfuß erhöht die Chance auf Fußpilz und Warzen. Ein Handtuch auf der Bank und Badeschuhe an den Füßen senken den direkten Hautkontakt.
Nach dem Sport und nach dem Dampf hilft eine baldige Dusche mit anschließender sauberer Kleidung. Wer Makeup in die Kabine mitnimmt, mischt Fett, Schweiß und Bakterien; das kann Poren eher verstopfen als reinigen. Rötung, Schwellung, Eiter oder zunehmender Schmerz nach dem Studio gehören zum Dermatologen, nicht in die nächste Sitzung. Offene Stellen, nässendes Ekzem und frisch rasierte, gereizte Haut bleiben besser draußen.
Hilft Dampf bei Erkältung und Nasennebenhöhlen?
Warme, feuchte Luft kann sich in der Nase angenehm anfühlen, behandelt aber weder Erkältung noch akute Nasennebenhöhlenentzündung belegt. Die Cochrane-Übersicht von Singh und Kollegen (2017, Suche bis Februar 2017) prüfte erhitzte, befeuchtete Luft über ein Gerät (RhinoTherm) in sechs randomisierten Studien mit 387 Teilnehmenden. Ob Symptome zuverlässig nachließen, blieb unklar; die Qualität der Evidenz stufte das Team als niedrig ein. Eine relevante Viruslast in Nasenspülungen änderte sich nicht eindeutig.
Die Leitlinie NG79 des National Institute for Health and Care Excellence zur akuten Sinusitis hält fest, dass für Dampfinhalation und warme Gesichtskompressen keine Evidenz gefunden wurde. Die Empfehlung 1.3.3 gilt für Selbstbehandlung zu Hause; ein Dampfbad im Studio ist davon nicht ausgenommen. NICE rät bei Schmerzen eher zu Paracetamol oder Ibuprofen und erklärt, dass sich die Beschwerden oft in zwei bis drei Wochen von selbst legen.
Die Cleveland Clinic nennt die Möglichkeit, dass feuchte Wärme die Atemwege befeuchtet und Schleim beim Husten leichter bewegt. Menschen, die auf Temperaturwechsel empfindlich reagieren, vertragen die Kabine trotzdem schlecht. Fieber, schwere Atemnot, einseitige Gesichtsschwellung, Sehstörung oder Nackensteifigkeit gehören nicht in den Dampfraum, sondern in die Praxis oder Notaufnahme. Wer nur eine verstopfte Nase hat, kann eine kurze Sitzung versuchen, sollte aber keinen Heilungsanspruch daran knüpfen.

Senkt das Dampfbad Stress und verbrennt es Kalorien?
Viele Menschen fühlen sich nach der Hitze ruhiger; das ist ein plausibler Erholungseffekt, kein nachgewiesener Cortisolabbau und kein Ersatz für Schlaf oder Therapie. Die Cleveland Clinic berichtet Hinweise, dass Saunagänge bei hoher Alltagsanspannung und bei Angstsymptomen helfen können, und nennt auch besseren Schlaf als mögliche Begleiterscheinung. Als Mechanismus führt sie vor allem die ruhige, abgeschirmte Zeit an, nicht eine gemessene Hormonkurve. Für das Immunsystem und eine Vorbeugung vor Erkältungen verlangt dieselbe Quelle mehr Forschung.
Kalorien verbrennt die Kabine nicht in einem Ausmaß, das Gewicht dauerhaft senkt. Die Cleveland Clinic lehnt die Sauna als Abnehmwerkzeug ab: Kurzfristig fehlt Wasser, nach dem Trinken ist die Waage wieder dort, wo sie war. Ein höherer Puls in der Hitze fühlt sich an wie Belastung, ersetzt aber weder Ausdauer noch Kraft. Wer nach dem Sport noch schwitzt, verlängert höchstens die Erholung, nicht den Trainingsreiz.
Alkohol vor oder nach der Sitzung ist ungünstig, weil er Gefäße weit stellt, das Urteil trübt und den Flüssigkeitsmangel verstärkt. Die Cleveland Clinic rät, nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall die Kabine zunächst zu meiden und bei Unsicherheit den behandelnden Arzt zu fragen. Medikamente, die das Schwitzen dämpfen oder den Kreislauf belasten, gehören in dieses Gespräch, bevor jemand die Tür schließt.
Wer sollte das Dampfbad meiden?
Schwangere, Menschen mit instabiler Herzlage und alle mit offenen Wunden sollten die Kabine lassen; bei unsicherem Blutdruck oder Epilepsie entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Das American College of Obstetricians and Gynecologists schrieb im September 2021, Sauna und Whirlpool seien in der frühen Schwangerschaft besser zu meiden, weil ein Anstieg der Kernkörpertemperatur mit Fehlbildungen in Verbindung gebracht wurde. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC (Februar 2024) hält fest, dass Schwangerschaft hitzeempfindlicher macht und eine innere Temperatur über 39 °C Erschöpfung, Hitzschlag und Dehydratation begünstigen kann; eine erhöhte Kerntemperatur sei mit Fehlbildungsrisiko verknüpft.
Die Cleveland Clinic listet weitere Gruppen, die vor der ersten Sitzung Rücksprache brauchen: Menschen über 65 Jahre, Jugendliche unter 16, Paare mit Kinderwunsch, Personen mit Herzkrankheit, schwerer Aortenstenose, Herzschwäche, sehr hohem oder niedrigem Druck, neurologischen Leiden wie Epilepsie sowie alle, die regelmäßig Arzneimittel nehmen. Nach frischem Infarkt oder Schlaganfall bleibt die Kabine tabu, bis die behandelnde Stelle etwas anderes sagt.
Alkohol, Beruhigungsmittel und Stimulanzien machen die Hitze unberechenbar, weil Warnzeichen später kommen oder der Druck stärker fällt. Die American Heart Association warnt ausdrücklich vor der Mischung aus Alkohol und Sauna. Wer Antibiotika oder andere Mittel nimmt, die Schwitzen oder Sonnenempfindlichkeit verändern, klärt das mit der Praxis; ein pauschales Verbot für jedes Antibiotikum steht in den geprüften Quellen so nicht. Fieber, Durchfall und schon bestehende Austrocknung sind Gründe, den Termin zu verschieben.
Wie lange bleiben und wie viel trinken?
Für die meisten Erwachsenen reichen 15 bis 20 Minuten, Anfänger beginnen oft mit fünf; vorher und nachher Wasser trinken. Die Cleveland Clinic nennt dieses Zeitfenster ausdrücklich und rät, bei Schwindel, Schwäche oder Atemnot sofort zu gehen. Harvard Health setzt für die finnische Sauna dieselbe Obergrenze und empfiehlt 2020 zwei bis vier Gläser kühles Wasser danach. Im Dampfbad kann die Grenze früher liegen, weil die Feuchte die Kühlung bremst.
Mehrere Gläser hintereinander ersetzen kein Salz, wenn jemand stark geschwitzt hat. Das Merck Manual (Überarbeitung Mai 2025) beschreibt die Hitzeerschöpfung als Übelkeit, Schwäche und manchmal Ohnmacht nach Wärmebelastung, oft mit Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten. Die Behandlung besteht darin, die Hitze zu verlassen, sich hinzulegen und Salz plus Flüssigkeit zu ersetzen, etwa über ein Sportgetränk. Reines Wasser in großen Mengen ohne Salz kann den Natriumspiegel senken; Merck erwähnt Laborkontrollen, wenn jemand sehr viel ungesalzenes Wasser getrunken hat.
Pausen gehören dazu. Nach der Kabine langsam abkühlen, nicht aus der Schwüle in eisiges Wasser oder in frostige Luft stürzen, besonders bei Herzleiden. Die Cleveland Clinic empfiehlt, auf den eigenen Körper zu hören statt auf eine Stoppuhr. Wer Medikamente gegen Blutdruck oder Entwässerung nimmt, verliert Flüssigkeit leichter und sollte die Trinkmenge mit der Praxis abstimmen.
- Fünf Minuten reichen für den ersten Besuch, wenn Hitze ungewohnt ist und der Puls rasch steigt.
- Fünfzehn bis zwanzig Minuten bleiben die übliche Obergrenze für gesunde Erwachsene laut Cleveland Clinic.
- Zwei bis vier Gläser Wasser nach der Sitzung nennt Harvard Health als Orientierung für den Ausgleich.
- Ein Sportgetränk kommt infrage, wenn der Schweiß sehr reichlich war und Übelkeit droht.
Wann rausgehen, wann zum Arzt?
Schwindel, Übelkeit oder Schwäche bedeuten sofort hinaus; Verwirrtheit, sehr hoher Puls oder Kollaps sind ein Notfall. Das Merck Manual trennt Hitzeerschöpfung vom Hitzschlag: Bei Erschöpfung bleibt das Bewusstsein klar, die Temperatur liegt meist unter 40 °C. Verwirrtheit, Koordinationsverlust und eine gefährlich hohe Kerntemperatur gehören nicht mehr in Selbstbehandlung. MedlinePlus beschreibt den Hitzschlag als lebensbedrohlich, mit Werten, die rasch über 41 °C steigen können; dann zählt jede Minute bis zur Hilfe.
In Deutschland ist die Nummer 112 der richtige Weg, wenn jemand nach der Kabine nicht klar ansprechbar ist, heftig erbricht, nicht stehen kann oder Brustschmerz und Luftnot dazukommen. Wer nur schwindelig war und sich nach Trinken und Kühlen rasch erholt, beobachtet sich zu Hause, geht aber in die Praxis, wenn Kopfschmerz, Herzrasen oder Schwäche bleiben. Offene Wunden, Fieber und eine bekannte instabile Herzlage sind Gründe, den Dampfraum gar nicht erst zu betreten.
| Lage | Mögliche Bedeutung | Handeln |
|---|---|---|
| Leichtes Hitzegefühl ohne Schwindel | erwartbare Belastung bei Gesunden | Sitzung beenden, trinken, langsam abkühlen |
| Übelkeit, Schwäche, Schwanken im Stand | mögliche Hitzeerschöpfung laut Merck | sofort raus, kühle Lage, Flüssigkeit und Salz |
| Verwirrtheit, Kollaps, sehr rascher Puls | möglicher Hitzschlag, Notfall | 112, kühlen, nicht allein lassen |
| Brustschmerz oder neue schwere Luftnot | mögliche Herznot unter Hitze | Notaufnahme, nicht weiter schwitzen |
| Offene Wunde, Fieber, frühe Schwangerschaft | Infektions- oder Fehlbildungsrisiko | Kabine meiden, Praxis fragen |
Die Tabelle ersetzt keine Untersuchung. Wer Blutdruckmittel, Insulin oder Entwässerungstabletten nimmt, hat eine niedrigere Schwelle für den Anruf in der Praxis, weil Volumenverlust den Druck unerwartet senken kann. Jugendliche und ältere Menschen vertragen Hitze oft schlechter; die Cleveland Clinic verlangt hier ausdrücklich Rücksprache, bevor aus dem Dampfbad eine Gewohnheit wird.
Häufige Fragen
Kann ich mit Bluthochdruck ins Dampfbad?
Bei gut eingestelltem Druck ist das oft möglich, bei unkontrollierten Werten nicht. Die American Heart Association schreibt, dass Menschen mit Hypertonie eine Sauna häufig vertragen, weil sich die Gefäße weiten. Wer vom Arzt von mäßiger Belastung abgeraten bekommen hat, bleibt draußen. Ein Wechsel zwischen Kaltwasser und Hitze ist ungünstig.
Hilft ein Dampfbad beim Abnehmen?
Nein, die Waage zeigt danach vor allem fehlendes Wasser. Die Cleveland Clinic (2024) sieht keine klare Beleglage für Fettverlust durch Sauna oder Dampf. Nach dem Trinken kehrt das Gewicht zurück. Wer abnehmen will, braucht Ernährung und Bewegung, nicht die Kabine.
Darf ich in der Schwangerschaft in den Dampf?
Besser nicht, besonders in den ersten Wochen. ACOG riet 2021 von Sauna und Whirlpool in der frühen Schwangerschaft ab, weil die Kernkörpertemperatur steigen kann. Das CDC nannte 2024 Schwangerschaft als Zustand mit höherer Hitzeempfindlichkeit. Wer trotzdem Wärme sucht, spricht das mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.
Wie lange darf ich im Dampfbad bleiben?
Fünfzehn bis zwanzig Minuten sind für viele Gesunde die Obergrenze, Anfänger starten kürzer. Die Cleveland Clinic nennt dieses Fenster und rät, bei Unwohlsein sofort zu gehen. Im Dampf kann die Grenze früher kommen als in trockener Sauna, weil die Haut schlechter kühlt. Eine Pause und Wasser gehören dazu.
Hilft Dampf gegen Erkältung?
Ein angenehmes Gefühl in der Nase ist möglich, ein belegter Nutzen fehlt. Cochrane fand 2017 keinen klaren Vorteil erhitzter, befeuchteter Luft gegen Erkältung. NICE fand für Dampfinhalation bei akuter Sinusitis keine Evidenz. Fieber und schwere Atemnot gehören nicht in die Kabine.
Brauche ich Badeschuhe im Dampfbad?
Ja, barfuß erhöht das Risiko für Pilze und Warzen. Die American Academy of Dermatology rät zu Schuhen in nassen Studioflächen und warnt vor Sauna und Dampf bei offenen Wunden. Ein eigenes Handtuch auf der Sitzfläche senkt den Hautkontakt. Nach der Sitzung duschen und saubere Socken anziehen.

Fazit
Ein Dampfbad ist eine kurze, feuchte Wärmebelastung, die Haut und Muskeln weicher wirken lassen und manchen Menschen Ruhe gibt. Die großen Versprechen der älteren Ratgebertexte halten der neueren Evidenz nicht stand: Erkältung und Sinusitis lassen sich damit nicht behandeln, Gewicht fällt nur als Wasser, und die Herzdaten der finnischen Sauna lassen sich nicht auf den gekachelten Dampfraum übertragen. Randomisierte Arbeiten bis 2025 zeigen für passive Hitze kaum anhaltende Stoffwechsel- oder Gefäßgewinne.
Wer gesund ist, kann 5 bis 20 Minuten versuchen, vorher und nachher trinken, Schuhe tragen und bei Schwindel gehen. Schwangerschaft, instabile Herzlage, frischer Infarkt, offene Wunden und Fieber sind Gründe, die Tür zu lassen. Unsicherer Blutdruck, Epilepsie, höheres Alter und viele Arzneimittel gehören ins Gespräch mit der Praxis, bevor aus dem Dampfbad eine Gewohnheit wird.
Quellen
- Cleveland Clinic: Get Your Sweat On: The Benefits of a Sauna. Cleveland Clinic, 12. August 2024.
- Corliss J: Can regular sauna sessions support a healthy heart?. Harvard Health Publishing, 2. Dezember 2025.
- Hamaya R, Joyama Y et al.: Non-acute effects of passive heating interventions on cardiometabolic risk and vascular health: systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. American Journal of Preventive Cardiology, 17. August 2025.
- Laukkanen JA, Laukkanen T et al.: Cardiovascular and Other Health Benefits of Sauna Bathing: A Review of the Evidence. Mayo Clinic Proceedings, August 2018.
- Singh M, Singh M et al.: Heated, humidified air for the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2017.
- National Institute for Health and Care Excellence: Sinusitis (acute): antimicrobial prescribing. National Institute for Health and Care Excellence, 27. Oktober 2017.
- American College of Obstetricians and Gynecologists: Can I use a sauna or hot tub early in pregnancy?. American College of Obstetricians and Gynecologists, September 2021.
- Centers for Disease Control and Prevention: About Heat Exposure and Reproductive Health. Centers for Disease Control and Prevention, 14. Februar 2024.
- American Academy of Dermatology: How to prevent common skin infections at the gym. American Academy of Dermatology, Stand: 2024.
- Yip K, Tanen D: Heat Exhaustion. Merck Manual Consumer Version, Mai 2025.
- Mayo Clinic Staff: Do infrared saunas have any health benefits?. Mayo Clinic, 13. September 2024.
- American Heart Association: Getting Active to Control High Blood Pressure. American Heart Association, Stand: 2024.
