
Der Fitzpatrick-Hauttyp ordnet Ihre Haut danach, wie sie auf ultraviolette Strahlung reagiert, also ob sie verbrennt, bräunt oder beides tut. Die sechs Phototypen reichen von sehr heller Haut, die stets einen Sonnenbrand bekommt, bis zu sehr dunkler Haut, die kaum rötet. Das sagt etwas über das Sonnenbrandrisiko und, grob, über das Risiko für Melanom und hellen Hautkrebs. Es ersetzt keine Diagnose und keine Ganzkörperuntersuchung.
Thomas B. Fitzpatrick entwickelte die Skala in den 1970er Jahren, um die Dosis bei Lichttherapie mit Psoralen und UVA festzulegen, nicht um Ethnizität zu messen. Typen V und VI kamen 1988 hinzu. StatPearls (Aktualisierung 6. März 2023) betont, dass die Einteilung subjektiv bleibt und Hautfarbe nicht mit Sonnenempfindlichkeit gleichgesetzt werden darf. Wer den eigenen Typ kennt, kann Schutz, Selbstkontrolle und den Zeitpunkt für die Hautarztpraxis besser planen. Wer ihn falsch einschätzt, unterschätzt oft den Brand und überschätzt die „natürliche“ Bräune.
Was misst der Fitzpatrick-Hauttyp wirklich?
Der Fitzpatrick-Hauttyp, auch Phototyp genannt, beschreibt die konstitutionelle Reaktion der Haut auf Sonne, nicht die Tagesbräune nach dem Urlaub. DermNet stellt den angeborenen Melaningehalt und die Fähigkeit, nach UV-Belastung nachzudunkeln, in den Mittelpunkt. Helle Haut verbrennt leichter und bräunt langsam oder gar nicht. Dunklere Haut verbrennt seltener, kann aber nach Verletzung eher dunkle Flecken bilden (postinflammatorische Hyperpigmentierung).
Die ursprüngliche Frage war konkret. StatPearls zitiert Fitzpatrick mit einer mittäglichen Sommerbestrahlung von 45 bis 60 Minuten in nördlichen Breiten. Gefragt wurde, wie schmerzhaft der Brand ist und wie viel Bräune binnen einer Woche entsteht. Daraus entstanden zuerst vier Typen für helle Haut. Später wurden zwei weitere Stufen für stärker pigmentierte Haut ergänzt. Die Skala dient heute der Abschätzung von UVB- und PUVA-Dosen, der Beratung zum Lichtschutz und, eingeschränkt, der Einschätzung des Hautkrebsrisikos.
Phototyp und Hautton fallen auseinander. Ein Mensch mit olivfarbener Haut kann sich wie Typ III verhalten und nach dem ersten langen Bad trotzdem schälen. Ein Mensch mit dunklerem Teint kann nach Medikamenten, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen, stärker reagieren, ohne dass sich seine Bräunungsfähigkeit ändert. DermNet trennt das ausdrücklich. Photosensibilität durch Krankheit oder Arzneimittel verändert den Brand, nicht den Phototyp. Deshalb taugt die Zahl allein nicht als Ersatz für Anamnese, Medikamentenliste und den Blick auf Muttermale.

Wie bestimmen Sie Ihren Phototyp selbst?
Sie bestimmen den Typ am ehesten über die ungeschützte Reaktion nach der ersten kräftigen Frühjahrssonne, nicht über Haarfarbe oder Herkunft. Fragen Sie sich, ob Sie nach 30 bis 60 Minuten Mittagssonne immer einen schmerzhaften Brand bekommen. Schält sich die Haut? Wird sie goldbraun, oliv oder kaum dunkler? DermNet verknüpft diese Antworten mit den sechs Stufen. Haar- und Augenfarbe sind Hilfshinweise, keine Beweise.
Die Selbsteinschätzung ist oft ungenau. In einer Beobachtungsstudie an 270 ethnisch gemischten Teilnehmenden (Eilers und Kollegen, JAMA Dermatology, November 2013) ließen sich 42 Prozent der Antworten zu Brand und Bräune nicht in die Standarddefinitionen pressen. Der vom Dermatologen festgelegte Typ stimmte besser mit dem Melaninindex der Reflexionsspektrophotometrie überein als die Selbstangabe, vor allem bei den Typen III bis VI. Die Frage nach dem Bräunen korrelierte kaum mit dem klinischen Typ. Menschen mit dunklerer Haut meinten mit „brennen“ oft Jucken, Spannen oder Nachdunkeln, nicht die klassische Rötung.
Für den Alltag reicht eine grobe Einordnung als Orientierung. Liegt Ihre Haut zwischen zwei Stufen, wählen Sie den empfindlicheren Typ und schützen sich danach. StatPearls erinnert, dass Pigmentphänotyp und selbst angegebene „Rasse“ den Phototyp nur unvollständig vorhersagen. Wer Laser, chemisches Peeling oder Lichttherapie plant, sollte die Zuordnung der Praxis überlassen. Zu Hause zählt die ehrliche Erinnerung an den letzten echten Brand, nicht der Wunsch, „gut zu bräunen“.
Welche sechs Typen gibt es?
Die sechs Phototypen unterscheiden sich nach angeborener Farbe und nach dem, was nach ungeschützter Sonne passiert. Die folgende Tabelle folgt der DermNet-Klassifikation. Einzelne Merkmale überlappen; niemand muss in jede Zelle passen.
| Phototyp | Typische Merkmale | Reaktion auf Sonne |
|---|---|---|
| I | Sehr helle Haut, oft blaue oder grüne Augen, blondes oder rotes Haar | Verbrennt stets, bräunt nicht |
| II | Helle Haut, häufig blaue Augen | Verbrennt leicht, bräunt schlecht |
| III | Dunklere weiße Haut | Bräunt nach anfänglichem Brand |
| IV | Hellbraune oder olivfarbene Haut | Verbrennt wenig, bräunt leicht |
| V | Braune Haut | Verbrennt selten, bräunt kräftig |
| VI | Dunkelbraune oder schwarze Haut | Verbrennt praktisch nie, wird stets dunkler |
In den Vereinigten Staaten ist Typ III laut StatPearls (Daten der National Health and Nutrition Examination Survey 2003/2004) mit etwa 48 Prozent der häufigste; die Typen I und II zusammen machen rund 35 Prozent aus. Für Deutschland fehlen vergleichbare bevölkerungsweite Anteile in denselben Quellen. In Mitteleuropa sind I bis III in der Praxis häufig, IV bis VI je nach Migrationsgeschichte und individueller Pigmentierung ebenfalls vertreten.
Typ I und II tragen das höchste Brandrisiko und, in epidemiologischen Übersichten, das höhere Melanomrisiko. Typ III sitzt dazwischen, oft mit Goldton, gelegentlichem Schälen und danach Bräune. Typ IV gilt als „mediterran“ im alten Sprachgebrauch, was ethnisch unscharf ist. Typ V und VI haben mehr konstitutionelles Eumelanin und damit einen stärkeren natürlichen Filter, aber keinen dichten Schirm. Dunkle Haut nach Verletzung oder Entzündung neigt laut DermNet eher zu braunen Restflecken. Das hat mit Heilung zu tun, nicht mit Unverletzbarkeit.
Warum bräunt die eine Haut und verbrennt die andere?
Bräune entsteht, weil Melanozyten nach UV-Reiz mehr Melanin bilden und das Pigment in die umliegenden Hornzellen abgeben. Das CDC (Stand 17. Juni 2026) beschreibt denselben Vorgang als Verletzung. Melanin fängt einen Teil der UV-Energie ab und die Oberhaut verdickt sich, beides senkt die nächste Dosis, ersetzt aber weder Kleidung noch Creme. Jede Farbänderung nach UV, ob Rötung oder Bräune, zeigt bereits geschädigte Hautzellen.
Zwei Melaninformen steuern den Teint. Eumelanin ist braun-schwarz und filtert UV vergleichsweise gut. Phäomelanin ist rot-gelb und liefert weniger Schutz; es kommt bei rotem Haar und Sommersprossen gehäuft vor. Die American Cancer Society nennt helle Haut, rotes oder blondes Haar, helle Augen und leichtes Freckling als Melanom-Risikofaktoren, weil dort oft weniger Eumelanin und eine schwächere Bräunungsantwort zusammenkommen. Wunderlich und Kollegen (Cancers, 29. Februar 2024) beziffern rotes Haar gegenüber dunklem Haar mit einem relativen Risiko von 3,64 und dichte Sommersprossen mit 2,10.
UVB (kürzere Wellen) löst den schmerzhaften Sonnenbrand aus. UVA reicht tiefer, treibt die unmittelbare Nachdunkelung und die vorzeitige Alterung. Das CDC nennt für die kontinentalen USA die stärkste Dosis zwischen 10 und 16 Uhr Sommerzeit; UV kommt auch bei Wolken und Kälte an und reflektiert von Wasser, Beton, Sand und Schnee. Wer also „im Schatten am Wasser“ sitzt, kann trotzdem eine wirksame Dosis sammeln. Eine Vorbräune im Solarium verschiebt diese Schwelle nicht; sie ist selbst schon Schaden.
Wie hängt der Phototyp mit dem Hautkrebsrisiko zusammen?
Helle Phototypen haben in Studien ein höheres Risiko für Melanom, Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom, weil weniger Melanin die DNA der Keratinozyten und Melanozyten schlechter abschirmt. Die Übersichtsarbeit von Wunderlich et al. (2024) zeigt gegenüber Typ IV einen Stufenverlauf. Typ III liegt bei einem relativen Risiko von etwa 1,77, Typ II bei 1,84, Typ I bei 2,09 für das kutane Melanom. Blaue Augen lagen bei 1,47, grüne bei 1,61 gegenüber dunklen Augen. Das sind Gruppenvergleiche, keine persönliche Prognose.
Weitere Faktoren wiegen oft schwerer als eine Stufe auf der Skala. Dieselbe Arbeit zitiert eine Metaanalyse, nach der 101 bis 120 gewöhnliche Muttermale das Melanomrisiko gegenüber weniger als 15 Muttermalen fast versiebenfachen (relatives Risiko 6,89). Fünf atypische Muttermale lagen bei 6,36. Sonnenbrand in der Vorgeschichte verdoppelte das Risiko ungefähr (2,03). Intermittierende intensive Sonne, etwa im Urlaub, war mit 1,61 verbunden, während chronische berufliche Exposition in der ausgewerteten Metaanalyse nicht mit Melanom assoziiert war. Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome folgen stärker der kumulativen Dosis; hellhäutige Outdoor-Berufe tragen hier ein klar erhöhtes Risiko.
Die Mayo Clinic (24. Dezember 2025) listet zusätzlich blasige Sonnenbrände in der Kindheit, Solarien, familiäres Melanom, frühere eigene Hauttumoren und eine geschwächte Abwehr, etwa nach Organtransplantation. Die American Cancer Society ergänzt das seltene Xeroderma pigmentosum, bei dem die DNA-Reparatur nach UV versagt. Etwa jede zehnte Melanom-Patientin oder jeder zehnte Patient hat eine betroffene Person ersten Grades. Nichts davon „erzeugt“ Krebs zwingend. Es verschiebt die Schwelle, ab der Schutz und Kontrolle sinnvoller werden als bei jemandem ohne diese Merkmale.
Warum dunkle Haut keinen Freibrief bedeutet
Dunklere Phototypen bekommen seltener einen klassischen Sonnenbrand, entwickeln aber trotzdem Hautkrebs, oft an Stellen ohne Dauerbesonnung und oft später erkannt. Die Mayo Clinic schreibt, dass bei schwarzer oder brauner Haut Tumoren häufiger an Handflächen, Genitale sowie unter Finger- und Zehennägeln sitzen. Wer nur Gesicht und Unterarme beobachtet, verpasst genau diese Felder. StatPearls warnt davor, die Skala als Ersatz für ethnische Zugehörigkeit zu verwenden; gemischte Herkunft verteilt sich über IV bis VI, und die Wörter „brennen“ und „bräunen“ treffen den Alltag dunkler Haut schlecht.
Das akral-lentiginöse Melanom (ALM) ist der wichtigste Sonderfall. DermNet (letzte Durchsicht April 2023) nennt es mit 2 bis 3 Prozent den seltensten Melanomsubtyp insgesamt, zugleich aber den häufigsten bei Menschen asiatischer und afroamerikanischer Herkunft (etwa 40 bis 60 Prozent der Melanomdiagnosen in diesen Gruppen). Es sitzt an Handfläche, Fußsohle oder in der Nagelmatrix. Sonne gilt hier nicht als Hauptursache; diskutiert werden Scherkräfte, genetische Veränderungen (unter anderem KIT, BRAF, NRAS) und die späte Entdeckung. Früh erscheint oft ein unregelmäßig brauner oder schwarzer Fleck, der den Hautleisten folgt. Am Nagel zählt ein längs verlaufendes Band; Pigment, das auf die hintere Nagelfalz übergreift (Hutchinson-Zeichen), ist verdächtig.
Ältere Ratgeber, die Typ V und VI fast „brandfrei“ nannten, können ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Übersichten der letzten Jahre, zusammengefasst auch in StatPearls, fordern deshalb getrennte Fragen. Wie dunkel ist die unbeeinflusste Haut im Winter? Wird sie nach Sonne nur dunkler, juckt sie, spannt sie, schmerzt sie? Wer dunkle Haut hat, braucht denselben Blick auf neue Flecken wie helle Haut, plus die Sohlen, Zwischenzehenräume und Nägel. ALM wird im Mittel um das 63. Lebensjahr diagnostiziert und oft erst in einem dickeren Stadium, was die schlechtere Prognose in Studien teilweise erklärt.

Welchen Sonnenschutz empfehlen Fachgesellschaften heute?
Für alle Phototypen gilt heute ein Bündel aus Schatten, Kleidung und Creme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher, nicht mehr die alte Staffelung „hell 30, dunkel 15“. Die American Academy of Dermatology (FAQ, Stand 11. Februar 2025) verlangt Breitspektrum (UVA und UVB), Wasserfestigkeit und LSF 30 plus, aufgetragen auf jede unbedeckte Haut, nachgeschmiert etwa alle zwei Stunden sowie nach Schwimmen oder Schwitzen. LSF 30 filtert rund 97 Prozent der UVB-Strahlung; höhere Zahlen blocken etwas mehr, aber keine Creme erreicht 100 Prozent. Viele Menschen tragen nur 20 bis 50 Prozent der Menge, die der Packungs-LSF voraussetzt.
Das CDC bleibt formal niedriger. Ab einem UV-Index von 3 gilt mindestens LSF 15, dazu Schatten, lange Ärmel, Hut mit Krempe und eine umschließende Brille mit UVA- und UVB-Filter. In den kontinentalen USA liegt die stärkste Dosis zwischen 10 und 16 Uhr Sommerzeit. UV kommt auch bei Wolken und Kälte an und reflektiert von Wasser, Beton, Sand und Schnee. Die Mayo Clinic schließt sich dem LSF 30 an, auch an bewölkten Tagen, und rät zu dunkel gewebter, engmaschiger Kleidung. Ältere Texte, die Typ 3 bis 6 bei Faktor 15 belassen, sind damit überholt.
- Suchen Sie zwischen späterem Vormittag und Nachmittag Schatten, statt die Mittagssonne als „kurze Pause“ zu nutzen.
- Ein Hut mit breiter Krempe deckt Stirn, Ohren und Nacken besser ab als ein Schirm oder ein Cap.
- Mineralische Filter mit Zinkoxid oder Titandioxid eignen sich laut AAD besonders bei empfindlicher Haut.
- Getönte Cremes können sichtbares Licht mit abdecken, das dunkle Flecken nach Sonne verstärken kann.
- Säuglinge unter sechs Monaten gehören zuerst in Schatten und Stoff; Creme nur, wenn beides fehlt, und dann sparsam.
Vitamin D soll nach AAD aus der Nahrung oder angereicherten Lebensmitteln kommen, nicht aus absichtlichem Braten. Das National Cancer Institute (PDQ-Patientenfassung) bleibt vorsichtig. Dass Creme oder Meiden der Sonne das Melanomrisiko senkt, ist nicht sicher belegt; nachgewiesen ist der Schutz vor Sonnenbrand und aktinischen Keratosen. Die Fachgesellschaften empfehlen den Schutz trotzdem, weil UV der vermeidbare Haupttreiber der meisten Hautkrebsformen bleibt und der Schaden der Creme gering ist.
Wie gefährlich sind Solarien unabhängig vom Hauttyp?
Künstliche UV-Geräte erhöhen das Risiko für Melanom, Basalzell- und Plattenepithelkarzinom, unabhängig davon, ob Ihre Haut Typ II oder Typ V trägt. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO stufte UV-emittierende Sonnenbänke 2009 als Gruppe-1-Karzinogen ein. Dessinioti und Stratigos (Current Oncology, 17. November 2022) fassen die Lage knapp. Wer jemals eine Bank nutzte, hat statistisch mehr Hautkrebs; häufigere Nutzung und Erstkontakt in jungen Jahren verstärken den Zusammenhang. Motive wie „Vorbräune schützt“, „Vitamin D aus der Röhre“ oder „Aknebehandlung“ halten der Evidenz nicht stand.
Die oft wiederholte Zahl von 75 Prozent höherem Melanomrisiko bei erster Nutzung vor dem 35. Lebensjahr stammt aus der IARC-Metaanalyse von 2007 (zusammengefasstes relatives Risiko 1,75). Wunderlich et al. 2024 rechnen mit aktuelleren Daten. Jemals Sonnenbank entspricht einem relativen Risiko von etwa 1,20, Erstnutzung vor 35 Jahren 1,59, plus etwa 1,8 Prozent zusätzliches Risiko je extra Sitzung pro Jahr. Für westeuropäische Länder schätzen sie den Anteil der Melanome, der auf Sonnenbänke entfällt, auf rund 5,4 Prozent, bei Frauen höher. In Deutschland wurden für 2018 etwa 4,7 Prozent der Melanome mit jemals genutzter Bank in Verbindung gebracht, der Großteil mit sehr häufiger Nutzung.
Das CDC schreibt, eine „Basisbräune“ sei Hautschaden und schütze nicht vor dem nächsten Brand. Intensität und Spektrum in Geräten können die natürliche Mittagssonne übersteigen. Verbrennungen und Augenschäden kommen vor. Für keinen Phototyp gibt es eine „sichere“ Dosis im Solarium. Wer bereits viele Muttermale, ein familiäres Melanom oder eine Immunsuppression hat, addiert ein vermeidbares Risiko auf ein bereits erhöhtes.
Wann sollten Sie mit einem Fleck zum Arzt?
Neue, wachsende, juckende oder blutende Flecken gehören in die Hautarztpraxis, unabhängig vom Phototyp. Die AAD nutzt die ABCDE-Regel. Gemeint sind Asymmetrie, unregelmäßiger oder unscharfer Rand, mehrere Farben (braun, schwarz, rot, weiß, blau), ein Durchmesser oft über 6 Millimeter (er kann kleiner sein) und die Veränderung von Form, Größe oder Farbe. Ein Fleck, der anders aussieht als alle anderen („hässliches Entlein“), zählt ebenfalls. Mayo nennt außerdem eine Wunde, die nicht heilt, eine raue Stelle und Schmerz oder Jucken um einen Knoten.
Die Selbstuntersuchung erfasst den ganzen Körper, nicht nur das Dekolleté. Die AAD (Aktualisierung 15. Mai 2023) empfiehlt Spiegel für Vorder- und Rückseite, erhobene Arme für die Flanken, Blick in Achseln, auf Unterarme, Handflächen und Nägel, dann Beine, Zwischenzehenräume und Fußsohlen, zuletzt Nacken, behaarte Kopfhaut, Rücken und Gesäß mit einem Handspiegel. Für Typ V und VI gehören Sohlen und Nagelbänder fest dazu. Die AAD schätzt, dass in den USA etwa eine von fünf Personen im Laufe des Lebens Hautkrebs entwickelt; früh erkannt, sind die häufigen Formen meist gut behandelbar.
Wer sehr viele Muttermale, atypische Naevi oder ein Melanom in der Familie hat, braucht zusätzlich feste Termine, nicht nur den Hausspiegel. Die American Cancer Society rät bei familiärem atypischem Nävussyndrom zu regelmäßigen dermatologischen Kontrollen und oft zu monatlicher Selbstschau. Ein einzelner „ruhiger“ brauner Nävus, der seit Jahren gleich bleibt, ist selten der Notfall. Ein Streifen unter dem Nagel ohne Trauma, ein wachsender dunkler Fleck an der Ferse oder ein Knoten, der aufbricht, wartet nicht bis zum nächsten Frühjahr.
Wo stößt die Fitzpatrick-Skala an Grenzen?
Die Skala bleibt praktisch, weil sie schnell ist und Dermatologinnen sowie Dermatologen weltweit dieselbe Sprache spricht. Sie ist zugleich grob, subjektiv und für pigmentierte Haut unzureichend geeicht. StatPearls listet die Kritik. Die Skala mischt Hautton und Lichtempfindlichkeit, hängt an Wörtern, die nicht jede Kultur gleich versteht, und korrelierte in einer großen US-Stichprobe mit Sonnenempfindlichkeit bei nicht-hispanisch weißen und hispanischen Teilnehmenden, nicht aber bei schwarzen. Spektrophotometer können den Melaninindex objektiver messen, sind aber teuer und in der Sprechstunde selten Standard.
Neuere Vorschläge trennen Farbe und Photosensibilität. Genannt werden der individuelle Typologiewinkel, Farbmessung im CIE-Lab*-Raum, gruppenspezifische Skalen (etwa Kawada für japanische Haut, Willis und Earles für Menschen afrikanischer Herkunft) und erweiterte Fragebögen, die „dunkler werden“, Jucken oder Druckschmerz statt nur „brennen“ abfragen. Bis eine allgemein akzeptierte Alternative den Alltag ersetzt, bleibt Fitzpatrick das Werkzeug der Wahl in heterogenen Bevölkerungen, sofern man es als grobes Raster behandelt. Für Laser und Peelings bei Typ IV bis VI gelten eigene Vorsichtsregeln, weil epidermales Melanin Energie schluckt und Pigmentstörungen wahrscheinlicher macht.
Für Leserinnen und Leser heißt das vor allem, den Typ zu nutzen, um den Schutz nicht zu untertreiben, und sich nicht darauf zu verlassen, „Typ IV zu sein und deshalb nichts zu brauchen“. Die Zahl auf der Skala erklärt nicht, warum ein Muttermal wächst. Sie erklärt auch nicht, warum ein Solarium für jede Stufe schädlich bleibt. Was zählt, ist die Summe aus UV-Biografie, Muttermalzahl, Familie, Immunlage und dem, was Sie nächsten Monat auf der Haut sehen.
Häufige Fragen
Welcher Fitzpatrick-Hauttyp bin ich?
Sie sind der Typ, der zu Ihrer ungeschützten Sonnenreaktion passt, nicht der, der zu Haarfarbe oder Pass angibt. Typ I verbrennt stets und bräunt nicht, Typ VI wird dunkler und rötet kaum. Liegen Sie dazwischen, wählen Sie die empfindlichere Stufe. Eine Dermatologin oder ein Dermatologe ordnet den Typ genauer zu als ein Online-Quiz, besonders ab Typ III.
Braucht dunkle Haut überhaupt Sonnencreme?
Ja. Mehr Melanin filtert einen Teil der UV-Strahlung, verhindert aber weder DNA-Schäden noch Hautkrebs noch dunkle Flecken nach Entzündung. AAD und Mayo empfehlen LSF 30 für alle Hauttöne. Zusätzlich sollten Handflächen, Fußsohlen und Nägel unter Selbstkontrolle stehen, weil dort akral-lentiginöse Melanome sitzen können.
Welcher Lichtschutzfaktor gilt für welchen Typ?
Aktuell gilt LSF 30 oder höher für jeden Phototyp, plus Schatten und Kleidung. Das CDC nennt LSF 15 als Untergrenze ab UV-Index 3; AAD und Mayo setzen die praktische Latte höher, weil die aufgetragene Menge meist unter der Laborbedingung liegt. Die frühere Empfehlung „ab Typ 3 reicht 15“ entspricht nicht mehr diesen Leitlinien.
Ist der Selbsttest nach Fitzpatrick zuverlässig?
Nur als grobe Orientierung. Eilers et al. 2013 konnten zwei von fünf Fragebogenantworten nicht den Standardtypen zuordnen; der klinische Typ lag näher am gemessenen Melaninindex. Fragen Sie nach Schmerz, Schälen, Jucken und Nachdunkeln, nicht nur nach „verbrennen“. Bei Unsicherheit schützt der empfindlichere Typ.
Schützt ein Solariumbesuch meinen Phototyp vor dem Urlaub?
Nein. Das CDC wertet jede Vorbräune als Schaden, nicht als Schutzschild. Übersichten von 2022 und 2024 zeigen mehr Melanome, Basalzell- und Plattenepithelkarzinome nach Sonnenbank, besonders bei frühem Beginn und häufiger Nutzung. Der Phototyp ändert diese Bilanz nicht.
Wann muss ein Muttermal in die Praxis?
Wenn es neu ist, wächst, die Farbe wechselt, juckt, blutet oder anders aussieht als die übrigen. Die ABCDE-Regel der AAD hilft bei der Beschreibung, ersetzt aber nicht den Termin. Ein Nagelstreifen ohne Verletzung oder ein Fleck an der Sohle gehört ebenfalls zum Arzt, auch bei Typ V oder VI.

Fazit
Ihr Fitzpatrick-Hauttyp ist eine grobe Karte der Sonnenreaktion, kein Stempel und kein Freibrief. Typ I und II verbrennen schnell und tragen in Studien das höhere Melanomrisiko; Typ V und VI bräunen leichter, entwickeln Krebs aber oft an Sohle, Handfläche oder Nagel und dann später. Die Skala von 1975 bleibt nützlich, wenn man sie als Startpunkt nimmt und die Grenzen kennt. Der Selbsttest bleibt lückenhaft, die Wörter bleiben unscharf, und Pigment ist nicht gleich Photosensibilität.
Für den nächsten Monat gilt ein einfaches Paket. Creme mit LSF 30 auf unbedeckte Haut, Hut und Stoff in der stärksten Sonne, keine Sonnenbank, einmal den ganzen Körper inklusive Sohlen und Nägel ansehen. Ältere Tipps mit Faktor 15 ab Typ 3 und mit „gesunder Vorbräune“ können Sie streichen. Vitamin D kommt aus dem Teller, nicht aus der Röhre.
Steht ein Fleck auf der ABCDE-Liste oder fühlt sich anders an als der Rest, endet der Hausversuch in der Hautarztpraxis. Früh erkannt, sind Basalzell- und Plattenepithelkarzinom meist heilbar, und auch das Melanom hat dann deutlich bessere Karten. Der Phototyp hilft Ihnen, den Schutz nicht zu unterschätzen. Sehen und Handeln bleiben die Teile, die die Zahl auf der Skala nicht ersetzen kann.
Quellen
- Oakley A: Skin phototype (Fitzpatrick skin type). DermNet, Stand: 2012.
- Sharma AN, Patel BC: Laser Fitzpatrick Skin Type Recommendations. StatPearls, 6. März 2023.
- Eilers S, Bach DQ et al.: Accuracy of self-report in assessing Fitzpatrick skin phototypes I through VI. JAMA Dermatology, November 2013.
- Wunderlich K, Suppa M et al.: Risk Factors and Innovations in Risk Assessment for Melanoma, Basal Cell Carcinoma, and Squamous Cell Carcinoma. Cancers, 29. Februar 2024.
- American Academy of Dermatology: Sunscreen frequently asked questions. American Academy of Dermatology, 11. Februar 2025.
- Centers for Disease Control and Prevention: Reducing Risk for Skin Cancer. Centers for Disease Control and Prevention, 17. Juni 2026.
- Mayo Clinic Staff: Skin cancer – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 24. Dezember 2025.
- PDQ Screening and Prevention Editorial Board: Skin Cancer Prevention (PDQ®)–Patient Version. National Cancer Institute, Stand: 2025.
- American Cancer Society: Causes, Risk Factors, and Prevention of Melanoma Skin Cancer. American Cancer Society, Stand: 2025.
- Mahon C, Oakley A, Coulson I: Acral lentiginous melanoma. DermNet, April 2023.
- Dessinioti C, Stratigos AJ: An Epidemiological Update on Indoor Tanning and the Risk of Skin Cancers. Current Oncology, 17. November 2022.
- American Academy of Dermatology: What to look for: ABCDEs of melanoma. American Academy of Dermatology, Stand: 2023.
