
Eine Blase ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Tasche zwischen Hautschichten. Sie entsteht, wenn die Oberhaut durch Scherung, Hitze, Kälte, Chemikalien, Infektion oder eine entzündliche Krankheit auseinanderweicht; die Flüssigkeit polstert das verletzte Gewebe und hält Keime zunächst draußen.
Im Alltag sitzen die meisten Blasen an Fuß und Hand, weil dort die Hornschicht dick und fest mit der Unterlage verbunden ist. Der NHS (Stand November 2023) rechnet mit Heilung oft innerhalb einer Woche, sofern die Hautdecke hält. Selten steckt eine Autoimmunkrankheit, eine Virusinfektion oder eine erbliche Hautfragilität dahinter. Dann erscheinen Blasen ohne passende Reibung, an ungewöhnlichen Stellen oder immer wieder.
MedlinePlus unterscheidet kleine Vesikel (bis etwa fünf Millimeter) von größeren Bullae. Der Inhalt kann klar, blutig oder eitrig sein. Klar spricht für Serum aus dem Gewebe, Rot oder Schwarz für eine Blutblase, Gelbgrün für eine mögliche Infektion. Die Cleveland Clinic (Aktualisierung 2021) beschreibt die Blase als Beutel unter der Epidermis; schmerzt sie oder juckt sie, bleibt die Pflege dieselbe, bis Eiter oder Fieber dazukommen.
Was eine Blase ist und wie sie entsteht
Eine Blase ist ein Flüssigkeitsraum, der sich bildet, nachdem Keratinozyten der Oberhaut den Zusammenhalt verloren haben. Merck (Stand Februar 2024) nennt das Gemisch aus Wasser und Eiweißen, das aus verletztem Gewebe austritt; bei einer umschriebenen Verletzung bleibt der Schaden oberflächlich und heilt meist ohne Narbe.
Die Oberhaut besteht aus mehreren Lagen. Ganz außen liegt das Stratum corneum, die Hornschicht. Darunter folgt die Stachelzellschicht (Stratum spinosum). Genau dort reißt die Haut bei einer Reibungsblase. Zellen gehen zugrunde, eine Spalte entsteht, hydrostatischer Druck füllt sie mit plasmaähnlicher Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit ist eiweißärmer als Blutplasma. Sie dient als Polster, während darunter neue Zellen nachwachsen.
Tiefer sitzende Blasen, etwa bei bullösem Pemphigoid oder dystropher Epidermolysis bullosa, lösen die Haut an der Basalmembran oder in der Dermis. Sie heilen langsamer und können Narben hinterlassen. Merck grenzt solche systemischen Blasenkrankheiten ausdrücklich von alltäglicher Reibung und Verbrennung ab. Reibung und Hitze sind häufig, gelten aber nicht als „Blasenkrankheit“ im engeren Sinn.
Schmerz entsteht, weil die Spalte nahe an Nervenendigungen liegt, besonders an der Fußsohle und in der Hohlhand. Juckreiz passt eher zu Ekzem, Allergie oder Virusblasen. Eine intakte Decke bleibt die beste Barriere; reißt sie, liegt die Wunde offen.

Reibungsblasen entstehen durch Scherung unter der Oberfläche
Reibungsblasen entstehen nicht, weil Socke oder Schuh die Hautoberfläche abreibt. Sie entstehen, weil sich tiefer in der Epidermis wiederholt Scherung aufbaut. Rushton und Richie haben 2024 im Journal of Athletic Training das ältere Bild vom Oberflächenverschleiß und vom Hitzebrand verworfen. Die Blase ist ein intraepidermaler Riss in der Stachelzellschicht.
Drei Dinge müssen zusammenkommen. Knochen im Fuß oder in der Hand bewegen sich. Hohe Reibung an der Hautoberfläche hält die Haut fest, damit der Abdruck beim Gehen oder Greifen funktioniert. Dieselbe Bewegung wiederholt sich dutzende bis tausende Male. Der Knochen wandert unter einer Haut, die nicht mitwandern kann. Die Weichteile werden geschert, bis die Zellschicht ermüdet und einreißt.
Feuchte Haut erzeugt höhere Reibung als trockene oder durchnässte Haut. Deshalb häufen sich Blasen in warmen Schuhen und bei schwitzigen Händen, nicht bei klatschnassen Socken. Experimente, die Rushton und Richie zusammenfassen, zeigen große individuelle Unterschiede. Manche Haut reißt nach wenigen Minuten Scherung, andere hält deutlich länger. Training kann die Hornschicht und das Kollagengefüge anpassen. Bei Rekruten und Weitwanderern fallen die meisten Blasen in die ersten Tage oder Wochen, danach sinkt die Rate.
Wiederkehrende Blasen an derselben Zehe oder Ferse können eine Fehlstellung, einen Hammerzeh oder ein enges Vorderteil verraten. Dann hilft nicht nur ein anderes Pflaster. Manchmal muss die Knochenbewegung selbst kleiner werden, etwa durch eine Einlage, einen weiteren Schuh oder das Kürzen einer scharfen Naht.
Hitze, Kälte und chemische Reize
Brandblasen gehören zum Bild einer Verbrennung zweiten Grades, bei der Epidermis und Anteile der Lederhaut betroffen sind. Die Cleveland Clinic rechnet Blasenbildung ausdrücklich zum Zweitgradschaden. Ein Erstgradbrand, etwa nach kurzem Kontakt mit einer Herdplatte oder nach leichter Sonnenröte, rötet und schmerzt, bläschenfrei. Ältere Alltagsregeln, die Erstgradbränden nach Tagen noch Blasen zuschrieben, passen nicht zu den aktuellen Texten der American Academy of Dermatology und der Mayo Clinic.
Die Mayo Clinic (Erste Hilfe bei Verbrennungen, Stand April 2026) rät, Brandblasen nicht zu öffnen. Die Decke schützt vor Keimen. Kühlt man, dann mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser etwa zehn Minuten. Butter, Zahnpasta und Öl gehören nicht auf die Wunde. Notfallhilfe braucht eine Verbrennung, die lederartig oder verkohlt wirkt, größer als etwa acht Zentimeter ist, Gesicht, Hände, Füße, Genitalien oder große Gelenke trifft, einen Arm oder ein Bein ringförmig umfasst oder mit Rauch, Strom oder starken Chemikalien einhergeht. Säuglinge und sehr alte Menschen brauchen oft schon bei kleineren Verbrennungen eine Klinik.
Frostblasen entstehen typischerweise beim Wiedererwärmen, nicht im Moment des Einfrierens. Die Cleveland Clinic rät zu langsamer Erwärmung in lauwarmem Wasser und warnt vor direkter Hitze. Chemische Blasen folgen Kontakt mit Reinigern, Lösungsmitteln, Kosmetik oder Pflanzen wie Gift-Efeu. MedlinePlus nennt allergische Reaktionen sowie Gift-Efeu, Eiche und Sumach. Handschuhe und das rasche Abspülen des Stoffes begrenzen den Schaden; bei Säuren, Laugen oder großflächigen Verätzungen gilt dieselbe Dringlichkeit wie bei einer tiefen Verbrennung.
Infektionen mit Blasenbild
Mehrere Infektionen erzeugen Bläschen, die mit Reibung nichts zu tun haben. Der NHS listet Windpocken, Lippenherpes, genitalen Herpes, bullöse Impetigo, die Krätze, Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Pompholyx, eine palmoplantare Ekzemform. MedlinePlus ergänzt Gürtelrose (Herpes zoster) und bakterielle oder pilzbedingte Entzündungen.
Windpocken und Gürtelrose folgen dem Varizella-Zoster-Virus. Die Bläschen stehen in Schüben, jucken oder brennen und krusten später. Herpes-simplex-Blasen sitzen oft am Lippenrand oder genital, kehren an derselben Stelle wieder und können leicht platzen. Bullöse Impetigo, meist durch Staphylokokken, betrifft vor allem Kleinkinder mit schlaffen Blasen an Rumpf oder Extremitäten, danach honigfarbenen Krusten. Solche Bilder gehören nicht unter ein Wanderpflaster, sondern in die Sprechstunde, weil Antibiotika oder antivirale Mittel nötig sein können.
Krätze setzt bei kleinen Kindern Bläschen an Handflächen und Fußsohlen. Hand-Fuß-Mund-Krankheit bringt Bläschen an Mund, Händen und Füßen, meist bei Kleinkindern, und klingt in der Regel von selbst ab. Pompholyx (Dyshidrose) zeigt juckende, klare Bläschen an den Seiten der Finger und an den Fußsohlen, oft in Schüben bei Feuchtarbeit oder Stress.
Eiter, zunehmende Rötung, Hitze und Schmerz sprechen für eine Superinfektion der Haut. Der NHS warnt, eine infizierte Blase nicht zu ignorieren, weil daraus eine Haut- oder Blutbahninfektion werden kann. Auf dunkler Haut ist Rötung schwerer zu sehen; dann zählen Schwellung, Wärme und der Inhalt der Blase.
Autoimmun- und Erbkrankheiten
Wenn Blasen ohne Reibung, Verbrennung oder klaren Infekt auftreten, kann das Immunsystem die eigenen Hautkleber angreifen oder ein erblicher Haftfehler vorliegen. Merck nennt als besonders ernst bullöses Pemphigoid, Pemphigus vulgaris und Dermatitis herpetiformis. Bullöses Pemphigoid trifft vor allem Menschen über 60 Jahre. Es juckt oft Wochen, bevor pralle, schwer reißende Blasen an Beugen, Achseln oder Oberschenkeln erscheinen. Die Mayo Clinic (November 2024) nennt als mögliche Auslöser unter anderem Furosemid, bestimmte Antibiotika, NSAR, Sitagliptin und Checkpoint-Hemmer wie Nivolumab oder Pembrolizumab; neurologische Krankheiten können assoziiert sein.
Die europäische S2k-Leitlinie der EADV von 2022 hat die Therapie verschoben. Hochpotente topische Kortikosteroide sind, wo praktisch machbar, die erste Wahl. Orales Prednison startet mit 0,5 Milligramm pro Kilogramm und Tag, nicht mehr mit einem Milligramm, weil die höhere Dosis bei älteren Kranken die Sterblichkeit steigerte. Methotrexat, Azathioprin oder Mycophenolat kommen bei Kontraindikationen oder Resistenz infrage; Omalizumab und Dupilumab zeigten in der Leitlinie bereits vielversprechende Signale. Pemphigus vulgaris löst die Epidermis selbst. Die Blasen sind schlaff, reißen leicht, Schleimhäute sind oft mitbetroffen.
Epidermolysis bullosa (EB) ist eine Gruppe seltener Erbkrankheiten. Das NIAMS (Stand September 2023) unterscheidet vier Haupttypen nach der Spaltebene. Simplex sitzt in der unteren Epidermis, die junktionale Form an der Basalmembran, die dystrophe in der oberen Dermis, das Kindler-Syndrom in mehreren Lagen. Eine fünfte, erworbene Form (EB acquisita) ist autoimmun und beginnt oft erst im Erwachsenenalter. Schon leichte Reibung, Wärme oder Kleidung kann Blasen erzeugen; schwere Formen betreffen Mund, Speiseröhre und Atemwege. Es gibt keine Heilung. Ziel ist, Verletzungen zu vermeiden, Wunden zu pflegen und Schmerzen zu lindern.
Dermatitis herpetiformis juckt heftig an Streckseiten, Gesäß und Rücken, oft symmetrisch, und hängt mit Glutensensitivität zusammen, ohne dass Herpesviren beteiligt sind. Solche Diagnosen braucht die Hautärztin, nicht ein Hausmittel.
Hautdecke lassen oder entlasten?
Die intakte Haut über einer Reibungsblase ist die beste Infektionsbarriere. Der NHS rät ausdrücklich, selbst nicht aufzustechen, die Decke einer geplatzten Blase nicht abzuziehen und das auslösende Schuhwerk wegzulassen, bis die Stelle heilt. Eine Apotheke kann ein weiches Pflaster oder einen Hydrokolloidverband empfehlen; der NHS schreibt, ein solcher feuchter Verband könne schützen, Schmerzen mindern und die Heilung fördern.
Die Mayo Clinic und die AAD erlauben ein anderes Vorgehen, wenn eine Reibungsblase groß und sehr schmerzhaft ist oder ohnehin aufzureißen droht. Dann kann unter sterilen Bedingungen Flüssigkeit abgelassen werden, das Dach bleibt stehen. Die Schritte ähneln sich. Hände und Haut waschen, Nadel mit Alkohol desinfizieren, am Rand mehrfach einstechen, Flüssigkeit ablaufen lassen, Vaseline oder eine antibiotische Salbe auftragen, dann einen nicht haftenden Verband. Nach einigen Tagen darf abgestorbenes Dach, wenn es stört, mit desinfizierter Schere entfernt werden. Wer Diabetes hat, schlecht durchblutet ist oder häufig Infekte bekommt, sollte das nicht allein entscheiden.
Brandblasen bleiben nach Mayo Clinic und AAD geschlossen. Platzt eine von selbst, wird sie vorsichtig mit Wasser gereinigt und abgedeckt. Blutblasen lässt man in Ruhe heilen; platzen sie, gelten Sauberkeit und steriler Verband. Kühlen mit einem Kühlakku, immer mit Tuch dazwischen, kann den akuten Schmerz einer frischen Blutblase lindern, ohne die Haut direkt zu frosten.
Ein Filzring (Moleskin) mit Loch in der Mitte nimmt Druck von der Kuppe, ohne sie zu quetschen. Die Mayo Clinic beschreibt das Zuschneiden so, dass der Filz etwa 2,5 Zentimeter größer als die Blase ist, ein Loch in Blasengröße erhält und Gaze darüberkommt. Tägliches Verbandwechseln und Händewaschen vor jedem Griff an die Wunde bleiben wichtiger als jede Creme.
![[Blasen auf beiden Fersen]](https://demedbook.com/images/1/where-do-blisters-come-from_2.jpg)
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme
Die meisten Reibungsblasen brauchen keine Praxis. Arztkontakt lohnt, sobald Infektzeichen, ungewöhnliche Orte oder fehlende Erklärung dazukommen. Der NHS nennt den Dienst 111, wenn eine Blase sehr schmerzt oder immer wiederkehrt, die Haut heiß wirkt und gelber oder grüner Eiter erscheint, die Umgebung rot oder auf dunkler Haut schwerer erkennbar verändert ist, die Blase an Lidern, im Mund oder genital sitzt, mehrere Blasen ohne Reibung entstehen oder eine Verbrennung, Verbrühung, ein Sonnenbrand oder eine Allergie die Ursache war.
MedlinePlus ergänzt Fieber und Vorerkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen. Die Mayo Clinic nennt sich ausbreitende Farbänderung, zunehmenden Schmerz, Eiter und warme Haut. Rote Streifen, die von der Stelle weglaufen, Fieber, Schüttelfrost oder Verwirrtheit gehören in die Notaufnahme, weil eine phlegmonöse Entzündung oder eine Blutbahninfektion möglich ist.
| Situation | Was Sie tun können | Wann Praxis oder 111 | Wann Notaufnahme |
|---|---|---|---|
| Kleine Reibungsblase, Decke intakt | Sauber halten, polstern, Schuhwechsel | Wenn Schmerz extrem bleibt oder die Stelle immer wiederkehrt | Nicht nötig, solange kein Infekt |
| Große, sehr schmerzhafte Reibungsblase | Decke möglichst lassen; Entlasten nur steril, Dach belassen | Wenn Sie unsicher sind oder Diabetes haben | Bei rasch zunehmender Rötung, Fieber, Streifen |
| Geplatzte Blase | Decke nicht abziehen, spülen, steril abdecken | Bei Eiter, Hitze, starker Schwellung | Bei Schüttelfrost, Verwirrtheit, sehr schnellem Puls |
| Brand- oder Frostblase | Kühlen ohne Eis, nicht öffnen, locker abdecken | Jede nicht minimale Verbrennung, Allergie, Chemikalie | Fläche über etwa 8 cm, Gesicht, Hände, Füße, Genital, Strom, Rauch |
| Neue Blase am diabetischen Fuß | Gewicht runter, Fuß hoch lagern, nicht selbst aufstechen | Am selben Tag Fußteam oder Hausarzt, laut Diabetes UK binnen 24 Stunden | Fieber, graue oder marmorierte Haut, Verwirrtheit (Sepsiszeichen) |
| Viele Blasen ohne Reibung | Fotos der Ausbreitung, keine Hausversuche mit scharfen Mitteln | Zeitnah Hautarzt, besonders ab dem 60. Lebensjahr | Schleimhaut, Augen, Atemnot, großflächige Hautablösung |
Ein Hausarzt kann eine große, schmerzhafte Blase unter sterilen Bedingungen entlasten und bei Infekt Antibiotika verordnen. Die Ursache klärt er, wenn Windpocken, Impetigo, Pemphigoid oder EB im Raum stehen. Selbstversuche mit unsterilen Nadeln an Brandblasen oder am diabetischen Fuß erhöhen den Schaden.
Vorbeugen an Fuß und Hand
Vorbeugen zielt auf weniger Scherzyklen, belastbarere Haut und kleinere Scherung. Der NHS empfiehlt bequeme, gut passende Schuhe, die man zuerst nur kurz trägt, dicke oder feuchtigkeitsableitende Sportsocken, häufigen Sockenwechsel bei schwitzigen Füßen und Handschuhe an Werkzeug oder Sportgerät. Die Mayo Clinic rät von Baumwollsocken ab, weil sie Nässe halten, und empfiehlt, Druckstellen sofort mit Tape, Blasenpflaster oder Filz zu schützen, sobald eine „heiße Stelle“ brennt.
Rushton und Richie werten die Evidenz nüchtern. Gepolsterte Acrylsocken senkten in Doppelblindversuchen bei Läufern Blasen gegenüber Baumwolle, dünne Acrylsocken taten das nicht. Antitranspirantien mit Aluminiumsalzen reduzierten Blasen in Militärstudien, lösten aber irritative Dermatitis aus; reizärmere Formeln verloren den Schutz. Puder kann trocknen, wird aber im Schweiß klumpig und dann reibender. Gleitmittel senken den Reibungswert oft nur kurz, weil sie sich verteilen und aufgesogen werden.
Klebebarrieren verteilt die Scherung auf eine größere Fläche. Lipman und Kollegen prüften 2016 in einer randomisierten Studie mit 128 Ultramarathonläufern über 250 Kilometer in vier Wüsten einfaches chirurgisches Papiertape an blasenanfälligen Stellen. Das Tape senkte neue Blasen um 40 Prozent (Konfidenzintervall 28 bis 52 Prozent). Statistisch reichte etwas mehr als eine getapete Person, um eine Blase zu verhindern. Zehen und Fersen waren die häufigsten Orte, die meisten Blasen entstanden bis zur zweiten Etappe. Ein früheres, anders designtes Tape-Experiment derselben Gruppe hatte noch keinen klaren Schutz gezeigt. Für Alltagswanderungen bleibt Tape an bekannten Druckpunkten eine preiswerte Option, kein Allheilmittel.
Einlagen, weite Zehenboxen und das Einlaufen neuer Schuhe verringern Druckspitzen. Wer wochenlang dieselben Stiefel vor einem Marsch trägt, hat in Kadettenstudien seltener Blasen bekommen als jemand, der das Material erst am Einsatztag anzieht. Übermäßige Schwielen helfen nicht, denn unter dickem Horn geht die Scherung weiter und der Druck steigt lokal.
Diabetes, Sport und besondere Risiken
Bei Diabetes kann eine kleine Fußblase rasch zur Eintrittspforte für Bakterien werden. Nervenschäden nehmen den Schmerz, Durchblutungsstörungen verzögern die Heilung. Diabetes UK (Stand Dezember 2024) stuft neue Blasen, Schnitte oder Wunden am Fuß, besonders wenn man sie sieht, aber nicht fühlt, als Grund ein, das Fußteam innerhalb von 24 Stunden zu sehen. Farbe oder Form des Fußes, ein deutlich wärmerer oder kälterer Bezirk, übel riechendes Sekret und neuer, unerklärter Schmerz gehören dazu. Gewicht vom Fuß nehmen, den Fuß hoch lagern, nichts selbst aufstechen.
Dasselbe gilt bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit, bei Immunsuppression und nach Transplantation. Die Mayo Clinic betont extra Vorsicht, wenn Infekte ohnehin häufig sind. Kinder mit vielen Blasen nach Minimaltrauma, Heiserkeit, Schluckstörung oder Blasen im Mund brauchen eine rasche pädiatrisch-dermatologische Klärung, weil EB oder eine schwere Infektion möglich sind.
Sportler und Soldaten bleiben die Gruppe mit den höchsten Raten. Rushton und Richie zitieren Blasen bei einem großen Teil der Rekruten in den ersten Trainingswochen. Doppelstrümpfe, Zehensocken und reibungsarme Kunststoffpatches haben in Studien gemischte Ergebnisse geliefert; Dicke, Faser und Schuhklima entscheiden mit. Wer eine Etappe oder Schicht nicht verkürzen kann, kann wenigstens Socken wechseln, Nässe und Sand entfernen und Druckstellen tapen, bevor die Kuppe steht.
Nach einer durchgemachten tiefen Hautinfektion steigt das Risiko für den nächsten Schub. Der NHS warnt, eine infizierte Blase könne ohne Behandlung in eine Haut- oder Blutbahninfektion münden. Wer Fieber, Verwirrtheit oder marmorierte Haut entwickelt, gehört nicht in die Hausapotheke.
Häufige Fragen
Soll ich eine Blase selbst aufstechen?
In der Regel nein. Der NHS rät, die Decke stehen zu lassen, weil sie Keime abhält. Mayo Clinic und AAD erlauben ein steriles Entlasten nur bei großen, sehr schmerzhaften Reibungsblasen, wobei das Dach bleibt. Brandblasen, Frostblasen und Blasen bei Diabetes gehören nicht unter die eigene Nadel.
Wie lange braucht eine gewöhnliche Blase zum Heilen?
Oft drei bis sieben Tage, laut NHS häufig innerhalb einer Woche, laut AAD bis zu ein oder zwei Wochen. Die Flüssigkeit wird resorbiert, die Decke trocknet und löst sich. Solange Druck und Scherung weiterlaufen, verzögert sich das.
Sind Blutblasen gefährlicher als klare Blasen?
Nicht unbedingt, sie zeigen aber, dass kleine Gefäße mitzerrissen sind, und tun oft mehr weh. Die Cleveland Clinic führt Blutblasen auf Quetschung zurück; man lässt sie in der Regel zuheilen. Platzen sie, gelten dieselben Infektregeln wie bei jeder offenen Stelle.
Warum bekomme ich immer an derselben Stelle Blasen?
Meist weil dort Knochenbewegung, Druck und Wiederholung zusammentreffen, etwa durch enge Zehenbox, Naht, Hammerzeh oder neue Sohle. Rushton und Richie raten, nicht nur die Oberfläche zu glätten, sondern die Bewegung darunter und die Zahl der Zyklen zu prüfen. Einlage, weiterer Schuh oder Tape an der bekannten Stelle können die Last verteilen.
Wann steckt eine Krankheit hinter den Blasen?
Wenn sie ohne Reibung oder Hitze kommen, an Mund, Lidern oder Genital sitzen, jucken oder schmerzhaft über große Flächen stehen oder im höheren Alter neu beginnen. Dann sind Viren, Impetigo, Pemphigoid, Pemphigus oder EB möglich. MedlinePlus rät bei ungeklärten Blasen zur Untersuchung, manchmal mit Abstrich oder Biopsie.
Darf ich mit einer Fußblase weiterlaufen?
Kurze Wege mit Polster und anderem Schuh sind oft möglich, solange die Decke hält und kein Infekt droht. Der NHS rät, das auslösende Paar wegzulassen, bis die Stelle heilt. Bei Diabetes, Taubheit im Fuß oder Eiter ist Pause und Arztkontakt vorrangig, nicht die geplante Distanz.
Fazit
Alltagsblasen entstehen fast immer durch wiederholte Scherung in der Stachelzellschicht, durch Hitze zweiten Grades oder durch chemischen Reiz, nicht durch bloßes Reiben an der Oberfläche. Die Decke ist der Verband des Körpers. Man hält sie sauber, polstert sie und zieht sie nicht ab. Große, sehr schmerzhafte Reibungsblasen darf eine Praxis steril entlasten; Brandblasen bleiben geschlossen.
Neu seit den Texten um 2018 ist die biomechanische Erklärung nach Rushton und Richie, die Evidenz für Papiertape bei Extrembelastung und die klarere Trennung zwischen Erstgradrötung und Zweitgradblase. Bei älteren Menschen mit juckenden, prallen Blasen ohne Schuhursache hat die EADV 2022 die Steroidstrategie zugunsten topischer Therapie und niedrigerer oraler Startdosis verschoben.
Morgen zählt das Passende am Fuß, also andere Socken, ein anderes Paar, Tape an der bekannten Druckstelle und Gewicht runter, sobald es brennt. Eiter, Fieber, viele Blasen ohne Erklärung und jede neue Stelle am diabetischen Fuß gehören in die Sprechstunde, nicht unter ein weiteres Hausmittel.
Quellen
- National Health Service: How you can treat a blister yourself. National Health Service, 22. November 2023.
- Mayo Clinic Staff: Blisters: First aid. Mayo Clinic, 1. Mai 2024.
- Mayo Clinic Staff: Burns: First aid. Mayo Clinic, 7. April 2026.
- National Library of Medicine: What are blisters?. MedlinePlus, Stand: 2026.
- Cleveland Clinic: Blisters: Causes, Treatment, Prevention. Cleveland Clinic, 30. April 2021.
- American Academy of Dermatology: How to prevent and treat blisters. American Academy of Dermatology, 6. Juli 2026.
- Rushton R, Richie D: Friction Blisters of the Feet: A Critical Assessment of Current Prevention Strategies. Journal of Athletic Training, 1. Januar 2024.
- Lipman GS, Sharp LJ, Christensen M et al.: Paper Tape Prevents Foot Blisters: A Randomized Prevention Trial Assessing Paper Tape in Endurance Distances II (Pre-TAPED II). Clinical Journal of Sport Medicine, September 2016.
- Borradori L, Van Beek N, Feliciani C et al.: Updated S2 K guidelines for the management of bullous pemphigoid initiated by the European Academy of Dermatology and Venereology (EADV). Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 29. Juni 2022.
- National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases: Epidermolysis Bullosa Symptoms, Types & Causes. National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases, September 2023.
- Diabetes UK: Signs of serious foot problems and foot infections. Diabetes UK, 24. Dezember 2024.
- Peraza DM: Overview of Blistering Disorders. Merck Manual Consumer Version, Februar 2024.
