
Ein Intrauterinpessar (IUP, umgangssprachlich Spirale) lässt sich an jedem Zyklustag in der Sprechstunde entfernen, sobald eine geschulte Ärztin oder ein geschulter Arzt die Fäden fasst und das System herauszieht. Der Schutz vor Schwangerschaft endet in dem Moment; wer keinen Kinderwunsch hat, braucht nach Angaben des National Health Service (Stand 15. Februar 2024) ab sieben Tagen vor dem Termin eine zusätzliche Methode, etwa Kondome.
Die Routineentfernung dauert meist nur wenige Minuten. Spekulum, leichter Zug an den Fäden, die Arme falten sich, leichte Krämpfe und Schmierblutung sind häufig. Schwierig wird es, wenn die Fäden im Gebärmutterhals verschwinden oder das System in der Wand sitzt. Dann sah die ältere Praxis oft eine Operation vor; eine australische Serie von 2022 erreichte unter Ultraschall in 97,7 Prozent der zuvor gescheiterten Fälle die Entfernung ohne Narkose. Zugleich hat sich die Nutzungsdauer verschoben: 52-Milligramm-Hormonspiralen dürfen in den USA seit den Zulassungserweiterungen von 2022 acht Jahre zur Verhütung liegen, nicht mehr fünf. Eine Unterleibsentzündung zwingt nach der CDC-Empfehlung von 2024 nicht automatisch zum Herausnehmen.
Wann muss ein IUP entfernt werden?
Die Spirale kommt heraus, wenn Sie das wollen, wenn die zugelassene Nutzungsdauer endet oder wenn eine medizinische Lage das Gerät unsicher macht. StatPearls (Aktualisierung 14. Februar 2025) nennt als häufigsten Grund die Entscheidung der Trägerin selbst: Kinderwunsch, störende Blutungen, Schmerzen oder der Wunsch nach einer anderen Methode. Ein fester Wochentag im Zyklus ist dafür nicht nötig.
Medizinische Anlässe sind enger gefasst als in älteren Ratgebertexten. Mayo Clinic (11. April 2024) nennt unter anderem Endometritis, Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs, anhaltende Unterbauchschmerzen, sehr schwere Migräne sowie einen starken Blutdruckanstieg, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt als Situationen, in denen das Team die Entfernung einer Hormonspirale erwägen kann. Eine Beckenentzündung allein reicht nach aktueller CDC-Linie nicht mehr als Automatismus. Bei Kinderwunsch darf das System sofort raus; die Fruchtbarkeit kehrt ohne Wartezeit zurück.
Nach der Menopause entfällt der Verhütungszweck, das Gerät soll aber nicht endlos liegen bleiben. Das American College of Obstetricians and Gynecologists hält fest, dass vor dem Ablaufdatum kein Zwang zur Entfernung besteht. Bei der Kupferspirale wartet man oft ein Jahr ohne Blutung, bevor man die Menopause als wahrscheinlich ansieht. Bei der Hormonspirale täuscht die Amenorrhö, deshalb bleibt sie häufig bis etwa zum 50. bis 55. Lebensjahr. Der NHS (Stand 22. Februar 2024) verlangt, ein System, das als Gestagenanteil einer Hormonersatztherapie dient, alle fünf Jahre zu wechseln.
Wer die Fäden nicht mehr tastet, Blutungen plötzlich ändert oder das Plastik selbst fühlt, gehört in die Sprechstunde, auch wenn der Kalender noch Jahre Restlaufzeit zeigt. Teilweises Herausrutschen (Expulsion) und Lagewechsel senken den Schutz und können Schmerzen machen. Das Gerät selbst herauszuziehen, rät MedlinePlus ab: Die Fäden dienen der Kontrolle und dem fachlichen Zug, nicht dem Heimversuch.
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Wie lange darf die Spirale heute bleiben?
Die zugelassene Dauer hängt vom Typ und von der Indikation ab, nicht von einem einheitlichen „Spiralen-Intervall“. Ältere deutschsprachige Texte nannten für Hormonspiralen oft drei oder fünf Jahre. Die US-Zulassung für die 52-Milligramm-Systeme Mirena und Liletta gilt seit 2022 für acht Jahre Verhütung; gegen starke Regelblutung bleiben fünf Jahre der Rahmen, weil Daten darüber dünn sind. Das steht so in der DailyMed-Fachinformation zu Mirena und bei MedlinePlus (15. August 2023).
Kleinere Gestagensysteme bleiben kürzer zugelassen. Kyleena (19,5 mg Levonorgestrel) gilt fünf Jahre, Jaydess bzw. das US-Produkt Skyla (13,5 mg) drei Jahre. Der NHS fasst Hormonspiralen 2024 als drei bis acht Jahre je nach Typ zusammen. In Deutschland heißen vergleichbare 52-Milligramm-Systeme unter anderem Mirena, Levosert oder Benilexa; die genaue Laufzeit steht auf dem jeweiligen Beipackzettel, nicht in einer US-Tabelle.
Kupfersysteme vom Typ TCu380A sind in den USA zehn Jahre zugelassen. Das Merck Manual (Vollreview Dezember 2025) nennt zusätzlich eine kumulative Schwangerschaftsrate unter zwei Prozent über zwölf Jahre und stützt damit eine verlängerte Nutzung, wenn das Team und die Trägerin das bewusst entscheiden. Der NHS nennt für Kupfer fünf bis zehn Jahre je nach Modell. Ein neueres, kleineres Kupfersystem (in den USA Miudella) ist kürzer zugelassen; in Europa gelten die jeweiligen nationalen Texte.
| Typ | Verhütung laut Fachtext | Extra-Hinweis |
|---|---|---|
| Kupfer-IUP (TCu380A) | 10 Jahre (USA); Daten bis 12 Jahre | Wirkt ohne Hormone; Blutungen können stärker bleiben |
| LNG 52 mg (Mirena, Liletta u. a.) | 8 Jahre Verhütung | Starke Blutung nur 5 Jahre belegt |
| LNG 19,5 mg (Kyleena) | 5 Jahre | Kleinere Gestagendosis als 52-mg-Systeme |
| LNG 13,5 mg (Jaydess/Skyla) | 3 Jahre | Kürzere Laufzeit, kleineres Format |
| LNG als Teil einer Hormonersatztherapie | Wechsel alle 5 Jahre (NHS) | Schutz der Gebärmutterschleimhaut, nicht nur Verhütung |
Weniger als eine von hundert Nutzerinnen wird im ersten Jahr schwanger, schreibt die CDC in den U.S. Selected Practice Recommendations 2024. Merck beziffert die kumulative Rate der 52-Milligramm-Systeme über acht Jahre auf etwa 0,5 bis 1,1 Prozent, die der 13,5-Milligramm-Systeme über drei Jahre auf 1,0 Prozent. Diese Zahlen beschreiben liegende, korrekt platzierte Systeme. Nach Ablauf der Zulassung sinkt der belegte Schutz; wer weiter verhüten will, lässt am Entfernungstermin ein neues System einlegen.
Wie läuft die Entfernung in der Praxis ab?
Die Entfernung ist ein kurzer Eingriff in Rückenlage, vergleichbar mit einem Abstrich, nicht mit einer Operation. Mayo Clinic beschreibt den Kern so: Spekulum, Fäden mit Handschuh oder Fasszange greifen, gleichmäßiger Zug, die Arme klappen nach oben und das T gleitet durch den Gebärmutterhals. StatPearls ergänzt Zytologiebürste, falls die Fäden erst im Muttermund stecken, und die Pflicht, das geborgene System vollständig zu prüfen.
Typischer Ablauf in ganzen Schritten:
- Sie liegen mit angewinkelten Beinen; das Spekulum hält die Scheidenwände, damit der Muttermund sichtbar wird.
- Die Behandelnde fasst beide Fäden und zieht gleichmäßig, ohne zu reißen, bis das komplette T erscheint.
- Fehlen die Fäden, folgt zuerst die Bürste im Kanal, dann Ultraschall, bevor blinde Instrumente in die Höhle gehen.
- Ein neues IUP darf laut StatPearls und DailyMed in derselben Sitzung eingelegt werden, wenn Schwangerschaft ausgeschlossen ist.
Ein eigener Fastentag, eine Vollnarkose oder eine Antibiotikaprophylaxe gehören nicht zur Routine. Die CDC rät 2024 von vorbeugenden Antibiotika bei Einlage ab; für die Entfernung gilt dasselbe Fehlen eines Routinebedarfs. Misoprostol zum „Weichmachen“ des Muttermunds senkt in Studien den Einlage-Schmerz nicht und bleibt Ausnahmen vorbehalten, etwa nach einem gescheiterten Versuch.
Nach dem Zug können Blässe, Schwitzen, ein kurzer Herzschlagabfall oder Schwindel auftreten. DailyMed und StatPearls führen diese vegetativen Reaktionen auf die Dehnung des Gebärmutterhalses zurück, häufiger bei Frauen ohne Geburt. Dann reicht meist flach liegen, bis der Kreislauf sich fängt. Heftiger, anhaltender Schmerz oder starke Blutung sind kein Normalverlauf und brauchen dieselbe Abklärung wie nach einer Einlage.
Welche Schmerzen und Blutungen sind üblich?
Die meisten Trägerinnen spüren einen kurzen, periodischen Krampf, während das System den inneren Muttermund passiert, und danach ein Ziehen, das nach Minuten nachlässt. Mayo Clinic nennt leichte Blutung und Krämpfe als typisch, sowohl bei der Hormon- als auch bei der Kupferspirale. Die Entfernung gilt in der Praxis oft als kürzer und milder als die Einlage, weil kein Sondieren der ganzen Höhle und kein Setzen des T nötig sind.
Schmerzmittel vor dem Termin sind Ermessenssache, kein Pflichtschema. Für die Einlage erwähnt Mayo Clinic ein nichtsteroidales Antirheumatikum ein bis zwei Stunden vorher. Denselben Griff nutzen viele Praxen vor einer erwartbar schwierigen Entfernung, etwa nach langen Liegejahren oder wenn schon einmal die Fäden fehlten. Eine verbindliche Milligramm-Angabe für Ibuprofen oder Naproxen steht in den hier geprüften Fachtexten nicht; die Dosis gehört ins Gespräch mit der Praxis, besonders bei Magengeschwür, Nierenkrankheit oder Gerinnungshemmern.
Lidocain als parazervikale Betäubung oder als Gel kann laut CDC-SPR 2024 den Schmerz bei der Einlage senken. Für die einfache Fäden-Entfernung braucht das die Mehrheit nicht. Sitzt das System fest oder muss eine Zange in die Höhle, ist eine lokale Betäubung sinnvoller. Vollnarkose bleibt den wenigen Fällen vorbehalten, in denen Ultraschall und Hysteroskopie in der Praxis scheitern.
Schmierblutung am selben Tag ist häufig. Die Regelblutung nach einer Hormonspirale kann in den folgenden Wochen wieder kräftiger werden, weil die Schleimhaut den Gestageneffekt verliert. Mayo Clinic schreibt, dass etwa 20 Prozent der Mirena-Nutzerinnen nach einem Jahr keine Periode mehr haben; nach der Entfernung kehrt die Blutung in der Regel zurück. Wer von einer Kupferspirale kommt, erlebt oft eher eine Entlastung der zuvor stärkeren Blutungen als einen neuen Hormonschwenk.
Was tun, wenn die Fäden nicht sichtbar sind?
Fehlende Fäden bedeuten nicht automatisch, dass die Spirale verschwunden oder durch die Wand gewandert ist. Häufig haben sie sich in den Kanal zurückgezogen, wurden zu kurz geschnitten oder liegen hinter einer Falte. Merck (Dezember 2025) empfiehlt zuerst die Zytologiebürste im Muttermund, dann Ultraschall. Eine Schwangerschaftstestsituation gehört dazu, weil eine unerkannte Frühschwangerschaft ebenfalls Fäden „verschwinden“ lassen kann.
Liegt das System in der Höhle, holen Fadenfänger, IUP-Haken oder eine schmale Alligatorzange es oft in der Sprechstunde. Die American Academy of Family Physicians beschrieb 2018 denselben Stufenplan und riet zu parazervikaler Betäubung, wenn Instrumente in die Höhle müssen. Sanftes Drehen kann ein leicht eingebettetes System lösen. Starker Widerstand spricht für ein Einwachsen; dann ist weiteres Ziehen ohne Bildgebung riskant.
Ultraschall in Echtzeit hat die Schwelle zur Operation verschoben. Townsend und Kollegen werteten 2020 in Sydney 241 Überweisungen aus. Bei 173 Frauen waren die Fäden unsichtbar und Praxisversuche gescheitert; unter Ultraschall gelang die Bergung in 169 Fällen, also 97,7 Prozent. In der Gruppe mit sichtbaren Fäden klappte jeder Versuch. Vier Misserfolge endeten unter Narkose erfolgreich. Die Autorinnen halten Ultraschall deshalb für einen vernünftigen ersten Schritt, bevor eine Kliniknarkose geplant wird.
Fehlt das System im Ultraschall ganz, folgt eine Röntgenaufnahme des Bauchs, um eine Perforation in die Bauchhöhle auszuschließen. Merck rät, ein intraperitoneales Kupfer-IUP laparoskopisch zu bergen, weil Kupfer Verwachsungen fördern kann. Ein Gestagensystem ist weniger reizend, soll aber ebenfalls nicht dauerhaft im Bauch bleiben. Die Hysteroskopie bleibt das Mittel, wenn das System in der Höhle sitzt, aber Zange und Ultraschall scheitern, oder wenn ein Arm abgebrochen ist.
Welche Komplikationen können bei der Entfernung auftreten?
Schwere Zwischenfälle sind selten, aber sie existieren, und sie unterscheiden sich von den Risiken der Einlage. DailyMed listet Schmerz, Blutung, vegetative Reaktionen bis zur Ohnmacht und, sehr selten, Krampfanfälle bei entsprechender Veranlagung. Ein Bruch des Systems oder ein Einwachsen in den Muskel kann eine Hysteroskopie nötig machen. Nach dem Zug muss das geborgene T vollständig sein; bei Mirena kann der Hormonzylinder über die Arme rutschen und fehlende Arme vortäuschen, ohne dass Teile fehlen.
Einwachsen und Wanderung entstehen meist schon bei oder nach der Einlage, fallen aber erst auf, wenn der Zug stockt. Merck nennt etwa eine Perforation auf tausend Einlagen. Stillen und die frühe Zeit nach der Geburt erhöhen dieses Risiko. Ein komplett durchgewandertes System liegt dann im Douglas-Raum oder am Darm und braucht eine operative Bergung, nicht den nächsten stärkeren Zug in der Sprechstunde.
Die Expulsion, das teilweise oder ganze Herausrutschen, betrifft nach Merck unter fünf Prozent im ersten Jahr, häufiger nach Geburtseinlage. Wer das Plastik in der Scheide tastet oder plötzlich viel längere Fäden hat, hat keinen intakten Schutz mehr. Ein Ersatz gehört in fachliche Hände. Selbstziehen endet oft damit, dass das T verkantet und der Schmerz steigt, ohne dass das System draußen ist.
Infektionen nach einer unkomplizierten Entfernung sind ungewöhnlich. Das höhere PID-Risiko nach einer Spirale konzentriert sich laut CDC auf die ersten etwa 20 Tage nach der Einlage, nicht auf den späteren Alltag. Trotzdem gelten Fieber, übel riechender Ausfluss und zunehmender Unterbauchschmerz in den Tagen nach dem Zug als Alarmzeichen. Bruchstücke, die in der Höhle bleiben, können in den nächsten Blutungen von selbst abgehen; stören sie Schmerz oder Kinderwunsch, holt sie die Hysteroskopie.
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Was gilt bei Schwangerschaft mit liegender Spirale?
Eine Schwangerschaft mit liegendem IUP ist selten, aber sie gilt als Risikoschwangerschaft und braucht rasche Klärung, ob die Frucht in der Gebärmutter oder in der Tube sitzt. Die CDC-SPR 2024 verlangt zuerst den Ausschluss einer Extrauteringravidität. DailyMed beziffert ektope Schwangerschaften in Mirena-Studien, die Frauen mit früherer Eileiterschwangerschaft ausschlossen, auf etwa 0,1 Prozent pro Jahr; etwa die Hälfte der wenigen Schwangerschaften mit liegender Mirena war ektop.
Sind die Fäden sichtbar oder sicher aus dem Kanal zu holen, soll das System so früh wie möglich entfernt werden. Die CDC schreibt, dass das Herausnehmen Fehlgeburt, Frühgeburt und Infektion seltener macht, das Risiko aber nicht ganz auf das Niveau einer Schwangerschaft ohne Spirale senkt. Der Zug selbst kann eine Fehlgeburt auslösen; das belässt man nicht ungesagt, weil das Belassen oft schlechter wiegt. Sichtbare Warnzeichen danach sind starke Blutung, Krämpfe, Fieber und übler Ausfluss.
Fehlen die Fäden und lässt sich das System nicht gefahrlos greifen, folgt Ultraschall zur Lage. Sitzt es in der Höhle und der Zug wäre nur mit Sondieren möglich, entscheiden Team und Schwangere gemeinsam; die CDC rät dann zu enger Überwachung statt zu einem blinden Instrumentengang. Ob Levonorgestrel den Fötus hormonell prägt, ist unklar; DailyMed erwähnt Einzelfälle einer Vermännlichung weiblicher Feten und fordert enge Kontrolle, falls das System bleibt.
Wer die Schwangerschaft nicht fortsetzen will, braucht eine eigene Beratung zu den legalen und medizinischen Optionen vor Ort. Das IUP „als Abtreibungsmittel“ zu belassen, ist kein Verfahren. Kupfer- und Hormonspirale sind Verhütung, keine Methode zum Beenden einer bereits eingenisteten Schwangerschaft.
Muss die Spirale bei einer Unterleibsentzündung raus?
Nein, nicht als ersten Schritt. Die CDC-Empfehlung von 2024 stellt die Behandlung der Beckenentzündung nach den STI-Leitlinien voran, rät zu Kondomen und lässt das IUP zunächst liegen, wenn die Frau den Schutz behalten will. Nach 48 bis 72 Stunden folgt die klinische Kontrolle. Bessert sich das Bild, bleibt das System. Fehlt die Besserung, laufen die Antibiotika weiter und die Entfernung wird erwogen.
Will die Frau das IUP sowieso nicht mehr, kommt es erst nach Beginn der Antibiotika heraus. Die CDC begründet das mit dem theoretischen Risiko, Bakterien durch den Zug zu verteilen. Danach stehen eine andere Methode und, falls nötig, die Pille danach zur Debatte. Eine systematische Übersicht, die die CDC zitiert, fand bei Kupfer- und anderen hormonfreien Systemen keine klar schlechteren Heilungsverläufe, wenn das IUP blieb; zu Gestagensystemen fehlen vergleichbare Studien.
Das ändert die Botschaft älterer Patientenratgeber. Dort stand die Unterleibsentzündung oft in einer Liste „dann muss die Spirale raus“, neben Bluthochdruck und Wechseljahren. Heute trennt man die akute, behandelbare Infektion von Krebs, einer eitrigen Gebärmutterhöhle oder einer Lage, in der das System selbst der Herd ist. Actinomyces-ähnliche Stäbchen im Abstrich ohne Beschwerden brauchen laut Merck weder Antibiotikum noch Entfernung.
Eitriger Ausfluss am Muttermund vor einer geplanten Neueinlage bleibt ein Stopp. Die CDC stuft eine aktuelle eitrige Zervizitis, Chlamydien oder Gonorrhö als Ausschluss für das Einlegen ein, nicht automatisch für das Belassen eines schon liegenden Systems unter Therapie. Wer Fieber, einseitigen Unterbauchschmerz und Ausfluss hat, braucht Diagnostik und Antibiotika, nicht zuerst den Zug an den Fäden.
Sex, Fruchtbarkeit und Wechsel der Verhütung
Geschlechtsverkehr ist vor und nach einer unkomplizierten Entfernung körperlich möglich, der Verhütungsschutz aber nicht. Spermien können mehrere Tage überleben; zieht man das IUP in einem Zyklus, in dem bereits Verkehr ohne Extra-Schutz stattfand, kann eine Eizelle noch befruchtet werden. Deshalb die NHS-Regel: sieben Tage Kondom oder Enthaltsamkeit vor dem Termin, wenn kein Kind geplant ist. DailyMed formuliert für Mirena parallel, bei unregelmäßigem oder fehlendem Zyklus die neue Methode mindestens sieben Tage vor dem Zug zu beginnen.
Die Fruchtbarkeit kehrt ohne Auswaschphase zurück. Mayo Clinic schreibt, man könne bald nach der Entfernung schwanger werden. Girum und Wasie werteten 2018 22 Studien mit 14.884 Frauen nach Absetzen verschiedener Methoden aus. Die gepoolte Schwangerschaftsrate im ersten Jahr lag bei 83,1 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 78,2 bis 88). Für Spiralen nannten die Autoren Spannen von 71 bis 96 Prozent, im Mittel etwa 85 Prozent, ohne klaren Nachteil von Kupfer gegenüber Levonorgestrel und ohne Beleg, dass die Liegedauer die Rate dauerhaft senkt.
Ein neues IUP am selben Tag schließt die Lücke, sofern keine Schwangerschaft vorliegt. Wechselt man zur Pille, zum Ring, zum Pflaster oder zur Spritze, soll die neue Methode nach DailyMed entweder in den ersten sieben Tagen der Regel beginnen oder schon eine Woche vor dem Zug laufen. Die Kupfer-Spirale wirkt sofort, eine Hormonspirale braucht laut CDC sieben Tage Extra-Schutz, wenn sie später als am siebten Zyklustag eingelegt wird. Kondome bleiben nötig, wo sexuell übertragbare Infektionen ein Thema sind; keine Spirale schützt davor.
Barrieremethoden, Implantat, Sterilisation und die verschiedenen Pillen sind Alternativen, sobald das IUP draußen ist. Die Wahl hängt von Blutungsziel, Hormonverträglichkeit und Kinderwunschfenster ab, nicht von der bloßen Tatsache, dass „die Spirale nicht mehr geht“. Wer nach der Entfernung schwanger werden will, braucht keine Pause „zum Reinigen der Gebärmutter“. Ausbleibende Schwangerschaft nach einem Jahr regelmäßigen Versuchs gehört in die Kinderwunschsprechstunde, unabhängig vom früheren IUP.
Wann nach der Entfernung zum Arzt?
Leichte Krämpfe und Schmierblutung am Tag des Zugs sind erwartet. Eine Praxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst brauchen Sie, wenn der Verlauf kippt oder Zeichen einer Infektion, einer unvollständigen Bergung oder einer unbemerkten Schwangerschaft auftreten. Mayo Clinic listet für die Zeit mit liegender Spirale Fieber, ungewohnt starke Blutung, Unterbauchschmerz, üblen Ausfluss, sehr starke Kopfschmerzen und das Fehlen oder plötzliche Längerwerden der Fäden. Dieselben Warnungen gelten in den Tagen nach dem Zug.
| Befund | Zeitrahmen | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Fieber, Schüttelfrost, übler Ausfluss | Stunden bis Tage nach dem Zug | Am selben Tag ärztlich beurteilen, Infekt ausschließen |
| Sehr starke Blutung, Schwindel, Ohnmacht | Unmittelbar oder in den nächsten Stunden | Notfallabklärung, Kreislauf und Nachblutung prüfen |
| Stechender Unterbauch, Abwehrspannung | Jederzeit nach dem Termin | Ausschluss Perforation, Schwangerschaft, Adnexbefund |
| Fäden vor dem geplanten Termin weg, Plastik tastbar | Sobald bemerkt | Lage prüfen, bis dahin Extra-Verhütung |
| Ausbleibende Periode bei Kinderwunsch nach Monaten | Nach etwa einem Jahr Versuch | Kinderwunschabklärung, nicht „Spiralen-Pause“ abwarten |
Rote Flaggen, die nicht bis zum nächsten Routine-Slot warten, sind einseitiger plötzlicher Unterbauchschmerz mit Schwindel (Verdacht auf ektope Schwangerschaft oder Blutung in den Bauch), Fieber mit steinharter Bauchdecke und eine Blutung, die Vorlagen in kurzer Folge durchnässt. Das sind keine typischen Entfernungsfolgen, sondern Hinweise auf ein akutes Unterbauchgeschehen.
Fehlt nach einer als vollständig dokumentierten Entfernung ein Stück im Ultraschall, entscheidet das Ziel. Ein kleines Fragment, das nicht schmerzt und den Kinderwunsch nicht stört, kann in den nächsten Blutungen abgehen. Schmerz, Kinderwunsch oder Unsicherheit über die Lage rechtfertigen die gezielte Bergung. Eine zweite Meinung in einer Klinik mit Hysteroskopie ist angemessener als wiederholtes blindes Ziehen.
Häufige Fragen
Kann ich die Spirale selbst entfernen?
Nein. MedlinePlus betont, dass nur die behandelnde Person die Fäden zum Herausziehen nutzen soll. Ein Heimzug verschiebt das T oft nur, macht Schmerzen und nimmt den Schutz, ohne das System zu bergen. Die Praxisentfernung dauert bei sichtbaren Fäden in der Regel wenige Minuten.
Wie schnell kann ich nach der Entfernung schwanger werden?
Sofort, sobald Eisprung und Verkehr zusammenkommen. NHS und Mayo stehen darin übereinstimmend. In der Metaanalyse von Girum lag die Schwangerschaftsrate im ersten Jahr nach Absetzen verschiedener Methoden bei gut acht von zehn Frauen, die ein Kind wollten; Spiralen lagen in derselben Größenordnung. Ein Jahr erfolgloses Versuchen ist der übliche Zeitpunkt für eine Abklärung.
Darf ich in den Tagen vor der Entfernung Sex haben?
Körperlich ja, verhüten müssen Sie extra, wenn kein Kind geplant ist. Der NHS verlangt sieben Tage Kondom oder Enthaltsamkeit vor dem Zug. Spermien überleben länger als der Termin dauert; das IUP schützt nicht mehr, sobald es draußen ist, und schon der letzte ungeschützte Verkehr davor kann reichen.
Was passiert, wenn die Fäden bei der Untersuchung fehlen?
Zuerst Bürste und Schwangerschaftstest, dann Ultraschall. Sitzt das System in der Höhle, holen Zange oder Ultraschallzug es oft ohne Narkose. Townsend berichtet 97,7 Prozent Erfolg nach gescheiterten Praxisversuchen. Fehlt es im Ultraschall, folgt Röntgen zum Ausschluss einer Wanderung in den Bauch.
Muss die Spirale bei einer Unterleibsentzündung sofort raus?
In der Regel nein. Die CDC lässt 2024 das IUP unter Antibiotika liegen und prüft nach zwei bis drei Tagen. Nur wenn sich der Zustand nicht bessert oder die Frau das System nicht mehr will, kommt es nach Therapiebeginn heraus. Kondome bleiben während der Infektion nötig.
Kann ich am selben Tag eine neue Spirale bekommen?
Ja, sofern keine Schwangerschaft vorliegt und keine akute eitrige Infektion am Muttermund besteht. StatPearls, DailyMed und MedlinePlus erlauben den direkten Wechsel. Bei einer Hormonspirale, die nicht in den ersten sieben Zyklustagen eingelegt wird, braucht es sieben Tage Extra-Schutz.
Tut die Entfernung mehr weh als die Einlage?
Meist weniger, weil die Höhle nicht neu sondiert und das T nicht neu entfaltet wird. Ein kurzer Krampf beim Passieren des Muttermunds bleibt häufig. Lokale Betäubung lohnt, wenn Instrumente in die Höhle müssen oder schon einmal ein Zug scheiterte.

Fazit
Die Entscheidung, ein IUP zu entfernen, liegt bei Ihnen und dem medizinischen Team, nicht beim Kalender allein. Sichtbare Fäden machen den Zug in der Sprechstunde zum kurzen Eingriff. Sieben Tage Extra-Schutz davor schließen die Lücke, die entsteht, sobald das System draußen ist. Wer weitermachen will, kann in derselben Sitzung ein neues System bekommen; 52-Milligramm-Hormonspiralen dürfen zur Verhütung heute acht Jahre bleiben, gegen starke Blutung fünf.
Schwierige Fälle haben ein Stufenprogramm statt sofortiger Narkose. Bürste, Ultraschall und gezielte Zange holen die Mehrheit der „verlorenen“ Systeme. Eine Unterleibsentzündung wird zuerst behandelt; die automatische Entfernung aus älteren Listen gilt so nicht mehr. Eine Schwangerschaft mit liegender Spirale braucht den Ausschluss einer ektopen Lage und, wenn die Fäden greifbar sind, das rasche Herausnehmen.
Nach dem Termin zählen Fieber, starke Blutung und stechender Unterbauch mehr als Restmüdigkeit auf der Liege. Kinderwunsch braucht keine Pause nach der Spirale. Bleibt die Schwangerschaft ein Jahr aus, gehört die Abklärung der Fruchtbarkeit auf den Tisch, nicht die Suche nach einem angeblichen Spiralen-Schaden.
Quellen
- Curtis KM et al.: Intrauterine Contraception. Centers for Disease Control and Prevention, 19. November 2024.
- CDC: Appendix F: Management of Intrauterine Devices When Users Are Found To Have Pelvic Inflammatory Disease. Centers for Disease Control and Prevention, 19. November 2024.
- Mayo Clinic Staff: Hormonal IUD (Mirena). Mayo Clinic, 11. April 2024.
- MedlinePlus: Levonorgestrel Intrauterine System. MedlinePlus, National Library of Medicine, 15. August 2023.
- Casey FE: Intrauterine Device (IUDs; IUD). Merck Manual Professional Edition, Dezember 2025.
- NHS: Getting an IUD (intrauterine device) or copper coil fitted or removed. National Health Service, 15. Februar 2024.
- NHS: Getting an IUS (intrauterine system) or hormonal coil fitted or removed. National Health Service, 22. Februar 2024.
- Lanzola EL, Auber M, Ketvertis K: Intrauterine Device Placement and Removal. StatPearls, 14. Februar 2025.
- Townsend L et al.: Effectiveness of ultrasound-guided removal of intrauterine devices. Australian and New Zealand Journal of Obstetrics and Gynaecology, 11. Juli 2022.
- Bayer HealthCare: MIRENA- levonorgestrel intrauterine device. DailyMed, National Library of Medicine, Stand: 2023.
- Girum T, Wasie A: Return of fertility after discontinuation of contraception: a systematic review and meta-analysis. Contraception and Reproductive Medicine, 2018.
