Antipsychotika: Machen sie mehr Schaden als Nutzen?

Millionen von Menschen in den Vereinigten Staaten leben mit Schizophrenie und anderen schweren psychischen Störungen. Viele dieser Menschen kontrollieren ihre Symptome mit Hilfe von Antipsychotika, aber überwiegen die Nebenwirkungen von Antipsychotika die Vorteile? Neue Forschung untersucht.

[Wort Antipsychotikum buchstabiert in bunten Schaum Buchstaben]

Mehr als 3,5 Millionen US-Amerikaner (oder 1,1 Prozent der Bevölkerung des Landes) sind von Schizophrenie betroffen. Darüber hinaus wird geschätzt, dass in jedem Jahr in den USA rund 9,8 Millionen Menschen eine schwere psychische Störung entwickeln, die ihr Leben erheblich beeinträchtigen kann.

Es ist noch nicht bekannt, was Schizophrenie verursacht, aber Behandlungsmöglichkeiten wie Antipsychotika und psychosoziale Therapien stehen zur Verfügung, um den Patienten bei der Bewältigung ihrer Symptome zu helfen. Fast 7 Millionen Menschen in den USA nehmen antipsychotische Medikamente zur Behandlung von Schizophrenie und anderen ähnlichen Erkrankungen ein.

In letzter Zeit haben jedoch einige Studien vorgeschlagen, dass Antipsychotika mehr Schaden als Nutzen bringen können, insbesondere auf lange Sicht. Einige Forscher haben Bedenken über die toxischen Wirkungen dieser Medikamente geäußert, was darauf hindeutet, dass Patienten von der Medikation nur kurzfristig profitieren können.

Diese Bedenken haben an Popularität gewonnen, wobei einige Artikel in den Mainstream-Medien darauf hindeuten, dass Patienten mit Schizophrenie und Gemütsstörungen ohne Medikation besser behandelt werden könnten.

In diesem Zusammenhang untersuchte ein internationales Forscherteam die Daten, die hinter dieser kontroversen Sichtweise stehen.

Das Team – unter der Leitung von Dr. Jeffrey Lieberman, Lawrence C. Kolb Professor und Vorsitzender der Psychiatrie am Columbia University College in New York – untersuchte die langfristigen Auswirkungen von antipsychotischen Medikamenten auf das Gehirn und das Verhalten von Menschen mit Schizophrenie, wie sich in bestehenden Studien widerspiegelt Forschung.

Die Ergebnisse wurden im Internet veröffentlicht.

Die Vorteile von Antipsychotika überwiegen bei weitem die Risiken

Die Forschung bestand aus einer Meta-Analyse bestehender klinischer Studien mit einem Fokus auf die Langzeitwirkung dieser Medikamente auf klinische Ergebnisse und die Gehirnstruktur des Patienten.

Lieberman und sein Team untersuchten klinische Studien und neurowissenschaftliche Daten und stellten fest, dass die therapeutischen Vorteile von Antipsychotika bei weitem die Nebenwirkungen überwiegen.

"Die Ergebnisse randomisierter klinischer Studien und bildgebender Studien legen überwältigend nahe, dass die Mehrheit der Patienten mit Schizophrenie von einer antipsychotischen Behandlung profitieren, sowohl bei der Erstpräsentation der Erkrankung als auch bei längerfristiger Erhaltung, um einen Rückfall zu verhindern."

Dr. Jeffrey Lieberman

"Wer diese Schlussfolgerung bezweifelt, sollte mit Menschen sprechen, deren Symptome durch die Behandlung gelindert wurden und buchstäblich ihr Leben zurückgeben", fügt Lieberman hinzu.

Nach dieser neuesten Forschung ist eine verzögerte antipsychotische Behandlung oder die Nichtverabreichung von Medikamenten mit negativen langfristigen Patientenergebnissen verbunden.

"Während eine Minderheit von Patienten, die sich von einer anfänglichen psychotischen Episode erholen, ihre Remission ohne antipsychotische Behandlung beibehalten können, gibt es derzeit keinen klinischen Biomarker, um sie zu identifizieren, und es ist eine sehr kleine Anzahl von Patienten, die in diese Untergruppe fallen könnten", Dr. Lieberman erklärt.

"Folglich könnte die Zurückhaltung der Behandlung für die meisten Patienten mit Schizophrenie schädlich sein."

Die neue Forschung befasst sich auch mit den präklinischen Daten aus Nagerstudien. Obwohl einige dieser Tiermodelle darauf hinwiesen, dass antipsychotische Medikamente die Dopaminrezeptoren sensibilisieren und die Toleranz im Laufe der Zeit erhöhen können, unterstreicht die neue Studie die Tatsache, dass nicht genügend Beweise vorliegen, die darauf hindeuten, dass Antipsychotika das Risiko eines Rückfalls erhöhen.

Frühere Forschungen haben auch gezeigt, dass die Verwendung von Antipsychotika das Risiko eines metabolischen Syndroms bei Patienten mit Schizophrenie erhöhen kann. Das metabolische Syndrom wurde wiederum mit Herzerkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht.

In der vorliegenden Studie wurden jedoch die Risiken und Nutzen von Antipsychotika in Bezug auf das metabolische Syndrom nicht untersucht.

"Obwohl mehr Forschung erforderlich ist, um diese Fragen zu beantworten, sollten die starken Beweise für die Vorteile antipsychotischer Medikamente den Patienten und ihren Familien klar gemacht werden, während sie gleichzeitig vernünftig eingesetzt werden sollten", sagt Dr. Lieberman.

Erfahren Sie, wie Schizophrenie im Mutterleib beginnen kann.

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