
Häufiger Verzehr von gepökeltem Fleisch kann mit einer Zunahme von Asthmasymptomen einhergehen. In der französischen Langzeitstudie EGEA hatten Erwachsene mit mindestens vier Portionen Schinken, Wurst oder getrockneter Wurst pro Woche nach Adjustierung um 76 Prozent höhere Odds für eine Verschlechterung als Menschen mit weniger als einer Portion.
Ursache ist damit nicht bewiesen. Die Beobachtung blieb nach Kontrolle von Rauchen, Bewegung, Alter, Geschlecht, Bildung, Energieaufnahme und Ernährungsweise bestehen; der Body-Mass-Index (BMI, Körpermasseindex) erklärte nur einen kleinen Teil. Zwei ältere US-Kohorten fanden nach ähnlicher Anpassung kein Mehr an neu diagnostiziertem Asthma. Wer Wurst gerne isst und ohnehin pfeift, nachts aufwacht oder das Spray häufiger braucht, sollte die Menge trotzdem als einen von mehreren Faktoren mit dem Arzt besprechen, nicht als Ersatz für die Inhalationstherapie.
Asthma bleibt eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Die US-Seuchenbehörde CDC beschreibt Pfeifen, Luftnot, Enge und Husten vor allem nachts oder am frühen Morgen. Anfälle entstehen, wenn Schwellungen und Schleim die Bronchien engstellen. Ernährung ändert diese Mechanik nicht über Nacht. Sie kann aber, zusammen mit Gewicht, Rauchfreiheit und der richtigen Inhalation, die Last der Entzündung mitbestimmen.
Was zählt als gepökeltes und verarbeitetes Fleisch?
Verarbeitetes Fleisch ist nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation Fleisch, das durch Salzen, Pökeln, Fermentieren, Räuchern oder vergleichbare Schritte haltbar oder würziger gemacht wurde. Typische Beispiele sind Hotdogs, Schinken, Würste, Corned Beef, Trockenfleisch, Dosenfleisch und fleischhaltige Fertigsaucen. Die meisten Produkte enthalten Schwein oder Rind; Geflügel, Innereien oder Blut können ebenfalls vorkommen.
Gepökelt und verarbeitet überlappen sich, sind aber nicht deckungsgleich. In der EGEA-Auswertung zählten drei französische Positionen, nämlich zwei Scheiben Schinken als eine Portion, eine Wurst als eine Portion und zwei Scheiben getrocknete Wurst als eine Portion. US-Arbeiten rechneten häufiger Speck, Hotdogs und Bratwurst dazu. Frisches, ungewürztes Muskelfleisch ohne Pökelung fällt nicht unter diese Gruppe; die IARC stuft solches rote Fleisch gesondert als wahrscheinlich krebserregend ein.
Nitrit und Nitrat dienen der Haltbarkeit und der typischen Farbe. Sie können im Körper Nitrosamine bilden, die die IARC-Arbeitsgruppe als einen der Wege zur Krebsgefahr beschreibt. Ob eine Charge mit Selleriesaft statt reinem Natriumnitrit markiert ist, trennt die Asthma-Studien nicht. Wer „ohne Nitritzusatz“ auf der Packung liest, hat deshalb keinen Beleg, dass die Atemwege unbeteiligt bleiben. Salz, gesättigtes Fett und die übrigen Zutaten einer Wurst bleiben Teil derselben Mahlzeit.
Rohes Fleisch ist in dieser Bewertung kein sicherer Ausweg. Zur Krebsfrage lagen der IARC keine Daten vor; Infektionsrisiken durch unzureichend gegartes Fleisch bleiben ein eigenes Thema. Braten, Grillen und starkes Anbraten können zusätzlich polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und heterozyklische Amine erzeugen. Für Asthma ist dieser Garweg nicht eigens geprüft.
![[Köstliche Wurstwaren]](https://demedbook.com/images/2/cured-meats-can-worsen-asthma-symptoms.jpg)
Hängt Wurst wirklich mit schlechteren Asthmasymptomen zusammen?
Ja, in einer prospektiven Beobachtung über im Mittel sieben Jahre, nicht in einer randomisierten Therapieprüfung. Li und Kollegen werteten 971 Erwachsene der EGEA-Kohorte aus, Baseline 2003 bis 2007, Nachbefragung 2011 bis 2013. Das mittlere Alter lag bei 43 Jahren, 49 Prozent waren Männer, 42 Prozent hatten jemals Asthma. Der Median der Pökelware lag bei 2,5 Portionen pro Woche.
Der Symptomscore zählte fünf Angaben der letzten zwölf Monate, darunter pfeifende Atemnot, nächtliche Enge, Luftnot in Ruhe, Luftnot nach Belastung und nächtliches Erwachen durch Luftnot. Ein Anstieg um mindestens einen Punkt galt als Verschlechterung. Insgesamt blieb der Score bei 53 Prozent gleich, bei 27 Prozent besser, bei 20 Prozent schlechter. Unadjustiert verschlechterten sich 14 Prozent der Wenigesser, 20 Prozent der mittleren Gruppe und 22 Prozent der Vielesser.
| Aufnahme (EGEA) | Anteil der Stichprobe | Anteil mit Symptomzunahme |
|---|---|---|
| unter 1 Portion pro Woche | 19 Prozent | 14 Prozent |
| 1 bis 3,9 Portionen pro Woche | 48 Prozent | 20 Prozent |
| mindestens 4 Portionen pro Woche | 33 Prozent | 22 Prozent |
Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Rauchen, Bildung, Freizeitaktivität, Energie, zwei Ernährungsmuster und den Asthma-Status lag die Odds Ratio für die höchste gegen die niedrigste Stufe bei 1,76 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01 bis 3,06). Der indirekte Weg über den BMI trug eine Odds Ratio von 1,07 bei und machte 14 Prozent des Gesamteffekts aus. Eine Wechselwirkung zwischen Wurstmenge und BMI fand das Team nicht.
Zwei große US-Kohorten, die Li zitiert, hatten zuvor kein höheres Risiko für neu diagnostiziertes Erwachsenen-Asthma gefunden, sobald der BMI mitmodelliert war. Der Unterschied erklärt sich zum Teil über den Endpunkt. Inzidenz behandelt Asthma als Ja-Nein-Diagnose; der Score fängt Schwankungen bei bereits Betroffenen und bei Kontrollen ein. Erinnerungsfehler im Ernährungsfragebogen, mögliche Überlappung mit COPD-Symptomen und der Beobachtungscharakter bleiben Grenzen. Eine Ursache-Wirkung-Kette folgt daraus nicht.
Warum könnten Nitrite die Atemwege belasten?
Nitrite aus Pökelware können reaktive Stickstoffverbindungen bilden und so nitrosativen sowie oxidativen Stress in Lungengewebe anstoßen. Li und Kollegen nennen genau diesen Weg als plausibel, weil nitrosative Entzündung zu den bekannten Prozessen bei Asthma gehört. Ein zweiter Kandidat ist die systemische Entzündung. Höherer Verzehr von Pökelware wurde in älteren Arbeiten mit höheren Werten des C-reaktiven Proteins verknüpft.
Salz und gesättigtes Fett kommen als Mitspieler infrage, die Evidenz dazu stammt aber vor allem aus der Kindheit. UCLA Health zieht die klinische Grenze so, dass Nitrate und Nitrite bestehende Beschwerden theoretisch verstärken können, während ungewiss bleibt, ob sie Asthma neu erzeugen. Die vorliegenden Studien trennten zudem nicht zuverlässig zwischen klassisch nitritgepökelter Ware und anders gereiften Produkten.
Asthma selbst erzeugt bereits Stickstoffmonoxid in den entzündeten Bronchien. MedlinePlus führt den Test auf fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid als Maß für Atemwegsentzündung. Zusätzliche Nitritlast aus der Nahrung lagert sich in dieses Milieu, ohne dass jemand die genaue Dosis-Wirkungs-Kurve am Menschen gemessen hätte. Laborwege ersetzen keine randomisierte Diätprüfung.
Wer Sulfite schlecht verträgt, hat ein anderes, engeres Problem. Mayo Clinic nennt Wein, Trockenfrüchte, Essiggurken sowie manche Garnelen als typische Träger; bei einem Teil der Betroffenen können Sulfite Anfälle auslösen. Das ist keine Aussage über jede Wurst, aber ein Grund, Fertigprodukte mit dem Allergologen durchzugehen, wenn nach bestimmten Speisen regelmäßig die Brust eng wird.
Wie stark mischt das Körpergewicht mit?
Übergewicht kann Asthma schwerer steuerbar machen; schon ein mäßiger Verlust kann Beschwerden lindern. Das National Heart, Lung, and Blood Institute schreibt das 2024 ausdrücklich in die Alltagshilfe. Mayo Clinic sagt dasselbe. Eine Diät, die Asthma auslöscht, gibt es nicht, aber ein gesundes Gewicht gehört zu den wenigen ernährungsnahen Hebeln mit praktischem Nutzen.
In der EGEA-Analyse war der BMI deshalb kein bloßer Störfaktor, den man einfach herausrechnet. Wer viel Wurst isst, nimmt oft mehr Energie auf und hat häufiger Übergewicht; das Gewicht liegt dann auf dem Weg zwischen Teller und Bronchien. Die Mediationsrechnung trennte diesen indirekten Anteil vom Rest. Nur 14 Prozent liefen über den BMI. Der größere Teil blieb ein direkter Zusammenhang, unabhängig vom gemessenen Gewicht.
Zu Studienbeginn waren 35 Prozent der Teilnehmenden übergewichtig und 9 Prozent adipös. Eine Wechselwirkung zwischen Wurststufe und BMI fehlte. Schlanke Vielesser und schwerere Vielesser zeigten kein grundsätzlich anderes Muster. Wer also hofft, die Wurst werde harmlos, sobald die Waage stimmt, stützt sich nicht auf diese Daten.
Gewichtsziele gehören trotzdem in jedes Asthma-Gespräch. NHLBI rät zu Programmen, die der Arzt mitaussucht, und warnt vor unkontrolliertem Hungern. Schwangerschaft verändert zudem oft die Kontrolle; wer schwanger ist, soll die Inhalation nicht eigenmächtig streichen, nur weil der Speiseplan umgestellt wird.
Was gilt für COPD und die Lungenfunktion?
Häufiger Verzehr von verarbeitetem Rotfleisch hängt in Kohorten mit einem höheren Risiko für die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung zusammen. Eine Dosis-Wirkungs-Metaanalyse von Salari-Moghaddam und Kollegen aus fünf prospektiven Studien (289 952 Personen, 8338 COPD-Fälle) fand 2018 je 50 Gramm zusätzlich pro Woche ein um 8 Prozent höheres Risiko. Die Arbeiten stammten aus Schweden und den USA.
Bereits 2007 zeigte eine Querschnittsauswertung von Jiang und Kollegen an 7352 US-Erwachsenen ab 45 Jahren ein obstruktives Muster. Wer Pökelware mindestens 14-mal im Monat aß, hatte im Mittel 110 Milliliter weniger Einsekundenkapazität (FEV1) als Menschen ohne solchen Verzehr. Das Verhältnis FEV1 zur Vitalkapazität lag um 2,13 Prozentpunkte niedriger. Die Odds für spirometrisch definierte COPD lagen bei 1,78.
Diese Zahlen beschreiben COPD, nicht Asthma. Beide Krankheiten können pfeifen, engstellen und nachts wecken; die Therapie und der Verlauf unterscheiden sich. Li weist selbst darauf hin, dass der Symptomscore durch Rauchen oder eine unerkannte COPD mitgeprägt sein kann. Für die Lunge als Organ bleibt die Richtung jedoch gleich, denn mehr Pökelware ging in mehreren unabhängigen Datensätzen mit ungünstigeren Funktionswerten einher.
Seit 2018 ist genau diese COPD-Lage das sichtbarste Update. Eine neue, große randomisierte Studie, die Wurst weglässt und Asthma-Anfälle zählt, fehlt weiter. Wer beide Diagnosen trägt oder jahrzehntelang geraucht hat, sollte die Menge trotzdem nicht als reines Genussdetail behandeln.
Krebs, Herz und Diabetes im weiteren Kontext
Verarbeitetes Fleisch stuft die IARC seit 2015 als krebserregend für den Menschen ein, Gruppe 1. Die Einordnung beruht auf überzeugender Evidenz für Darmkrebs, nicht darauf, dass Wurst so gefährlich wäre wie Tabak. Dieselbe Gruppe 1 bedeutet gleiche Beweislage, nicht gleiches Risiko. Eine Auswertung von zehn Studien schätzte je 50 Gramm verarbeitetem Fleisch täglich rund 18 Prozent mehr Darmkrebsrisiko. Magenkrebs zeigte eine schwächere, nicht schlüssige Verbindung.
Etwa 34 000 Krebstodesfälle pro Jahr weltweit rechnete das Global-Burden-of-Disease-Projekt damals der hohen Aufnahme von verarbeitetem Fleisch zu. Zum Vergleich nannte die WHO rund eine Million krebsbedingte Todesfälle durch Rauchen. Rotes, unverarbeitetes Fleisch blieb in Gruppe 2A, also wahrscheinlich krebserregend, mit schwächerer epidemiologischer Lage.
Viele nationale Empfehlungen begrenzen Pökelware bereits wegen Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes und Salz. Die IARC selbst gibt keine Portionsgrenze aus, ab der das Krebsrisiko null wäre. Li zitiert ältere Zusammenfassungen, in denen verarbeitetes Fleisch mit koronarer Herzkrankheit und Diabetes verknüpft war. Für Menschen mit Asthma kommen diese Risiken hinzu, sie ersetzen aber nicht die Frage nach der Bronchienkontrolle.
Ein völliger Verzicht auf Fleisch ist aus der IARC-Bewertung nicht ableitbar. Die Arbeitsgruppe verglich Vegetarier und Fleischesser nicht direkt und betonte bekannte Nährstoffvorteile von Fleisch. Das praxisnahe Ziel lautet anders. Pökelware drosseln, nicht jede Proteinquelle streichen.
Welche Ernährung raten Kliniken bei Asthma?
Keine Klinik empfiehlt eine spezielle „Anti-Wurst-Asthma-Diät“ als Heilung. Mayo Clinic schreibt 2023, eine informierte Wahl verbessere möglicherweise Symptome und Gesamtgesundheit, tilge die Krankheit aber nicht. Genannt werden ein stabiles Gewicht, viel Obst und Gemüse als Quelle für Antioxidantien, das Meiden bekannter Lebensmittelallergene, ausreichend Vitamin D und, bei Empfindlichkeit, Sulfite.
Das NHLBI knüpft Obst und Gemüse 2024 an zwei Beobachtungen, nämlich ein geringeres Risiko, überhaupt Asthma zu entwickeln, und eine bessere Kontrolle bei bestehender Erkrankung. Bewegung bleibt erwünscht, auch wenn Anstrengung Auslöser sein kann; der Arzt soll den sicheren Umfang und bei Bedarf eine Vorinhalation festlegen. Rauchen, Passivrauch und das Dampfen nikotinhaltiger Produkte erschweren die Therapie.
Ein Übersichtsartikel von Alwarith und Kollegen in Nutrition Reviews (2020) ordnet die westliche Kost mit viel Fertigware, raffiniertem Getreide und verarbeitetem Fleisch als entzündungsfördernd ein. Höhere Obst- und Gemüsemengen hingen in mehreren Arbeiten mit weniger Risiko und besserer Kontrolle zusammen. In einer kurzen randomisierten Prüfung hatten Erwachsene nach zwei Wochen mit höchstens zwei Gemüse- und einer Obstportion niedrigere Prozentwerte von FEV1 und Vitalkapazität als die Gruppe mit mindestens fünf Gemüse- und zwei Obstportionen täglich.
NHS England formuliert 2025 den medikamentösen Rahmen neu. Ein blaues Bedarfspräparat allein soll nicht mehr die einzige Therapie sein. Die meisten Erwachsenen erhalten inhalative Kortikosteroide, oft als entzündungshemmender Bedarfsinhalator oder als kombinierte Erhaltungs- und Bedarfstherapie. Ernährung ergänzt diesen Rahmen, sie ersetzt ihn nicht.
Was lässt sich im Alltag konkret ändern?
Vier oder mehr Portionen Pökelware pro Woche markieren in der EGEA-Rechnung die Stufe mit dem klarsten Signal. Wer darunter bleibt, hat damit keine Garantie ruhiger Nächte, nähert sich aber dem Referenzbereich der Studie. Eine Portion dort war klein, nämlich zwei Scheiben Schinken oder eine Wurst. Wer täglich ein belegtes Brot mit Aufschnitt isst, liegt schnell in der oberen Gruppe.
Sinnvolle nächste Schritte, jeweils als vollständiger Entschluss und nicht als Ersatz für den Inhalator:
- Pökelware auf höchstens wenige Portionen in der Woche begrenzen und die restlichen Mahlzeiten mit Hülsenfrüchten, Fisch oder unverarbeitetem Fleisch füllen.
- Obst und Gemüse so oft auf den Teller legen, dass mehrere Portionen am Tag zur Gewohnheit werden, roh oder gegart.
- Das Gewicht mit dem Arzt oder einer Ernährungsfachkraft planen, statt eine Radikaldiät ohne Plan zu starten.
- Sulfithaltige Fertigprodukte und bekannte Allergene weglassen, wenn nach dem Essen wiederholt Enge oder Pfeifen auftritt.
- Den schriftlichen Asthma-Aktionsplan mitführen und die Inhalationstechnik bei der nächsten Kontrolle zeigen lassen.
„Nitritfrei“ auf dem Etikett löst die Frage nicht. Die Studien haben diese Variante nicht getrennt ausgewertet. Wer trotzdem Wurst behalten will, kann Menge und Häufigkeit senken und den Platz auf dem Brot mit Gemüse, Käse ohne bekannte Unverträglichkeit oder Hühnchen ohne Pökelung füllen. Alkohol, den ältere Ratgeber oft neben Wurst nannten, ist hier kein geprüfter Asthmahebel; er bleibt aus anderen medizinischen Gründen ein eigenes Thema.
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?
Zunehmende Asthmabeschwerden gehören in die Sprechstunde, sobald das Bedarfspräparat häufiger gebraucht wird, die Nacht unruhig bleibt oder der Alltag schrumpft. NHS England rät zum zeitnahen Arztkontakt, wenn die Behandlung nicht mehr greift, das Spray öfter nötig ist oder der Schlaf leidet. Nach einem überstandenen Anfall soll innerhalb von zwei Tagen nachkontrolliert werden, auch wenn die Luft wieder besser scheint.
Das NHLBI nennt Situationen, in denen nicht gewartet werden soll. Dazu gehören ein Klinikaufenthalt wegen Asthma im vergangenen Jahr, lebensbedrohliche Anfälle früher, kürzliche Kortisontabletten, fehlende inhalative Kortikosteroide, mehr als eine Dose kurzwirksamen Beta-2-Agonisten pro Monat, eine bekannte Nahrungsmittelallergie oder ein Aktionsplan, der nicht eingehalten wird. Bei Kindern gelten Benommenheit, Verwirrtheit, bläuliche Haut oder Lippen und ein sehr schneller Puls als Gründe für den sofortigen Notruf.
Laut NHLBI, Stand April 2024, ist der Notruf angezeigt, wenn die Mitnahmemedikamente die Beschwerden nicht lindern oder das Atmen sehr schwer bleibt. NHS England, Stand April 2025, beschreibt dasselbe Muster, nämlich sich verschlechtern, nach der vorgesehenen Maximaldosis keine Besserung oder gar kein Inhalator zur Hand. Für das blaue Bedarfspräparat nennt das NHS bis zu zehn Hübe im Abstand von 30 bis 60 Sekunden, für kombinierte Erhaltungs- und Bedarfsinhalatoren bis zu sechs Hübe im Abstand von einer bis drei Minuten, sofern der persönliche Plan nichts anderes festlegt. In Deutschland gilt bei denselben Warnzeichen der Notruf 112.
Blau-graue Lippen oder Nägel, Sprechen nur in einzelnen Worten und das Gefühl, trotz Anstrengung keine Luft zu bekommen, sind Alarmzeichen. CDC erinnert, dass ein Anfall die Bronchien anschwellen und mit Schleim füllen kann, bis wenig Luft passiert. Wurst weglassen hilft in dieser Minute nicht. Zuerst sitzen, den Inhalator nutzen, Hilfe rufen.
Häufige Fragen
Verursacht Wurst Asthma oder macht sie bestehende Beschwerden nur schlimmer?
Eine Ursache für neu entstehendes Asthma ist nicht belegt. Zwei US-Kohorten sahen nach Anpassung an den BMI kein Mehr an Erstdiagnosen. Die EGEA-Arbeit beschreibt eine Verschlechterung des Symptomscores bei bereits gemessenen Erwachsenen, als Beobachtung und nicht als Beweis.
Wie viel gepökeltes Fleisch gilt in den Studien als viel?
Mindestens vier Portionen pro Woche bildeten in der EGEA-Studie die oberste Stufe. Eine Portion war dort zwei Scheiben Schinken, eine Wurst oder zwei Scheiben getrocknete Wurst. Der Median der gesamten Gruppe lag bei 2,5 Portionen.
Hilft Wurst ohne Nitritzusatz den Atemwegen?
Das ist nicht geprüft. Weder EGEA noch die zitierten US-Arbeiten trennten klassische Nitritpökelung von anderen Verfahren. Menge, Salz, Fett und die übrige westliche Kost bleiben unabhängig vom Etikett relevant.
Muss ich wegen Asthma vegetarisch essen?
Nein. Die IARC hat Vegetarier und Fleischesser nicht gegeneinander aufgerechnet, und Mayo Clinic verlangt keinen Fleischverzicht als Heilkost. Weniger Pökelware plus mehr Obst und Gemüse ist die belegbare Richtung, nicht ein Dogma.
Kann die Ernährung das Spray ersetzen?
Nein. NHS England und das NHLBI stellen Inhalation, Aktionsplan und Triggervermeidung in den Mittelpunkt. Eine pflanzenbetonte Kost kann die Kontrolle stützen; sie stoppt einen Anfall nicht.
Wann ist schlechtere Luft ein Notfall?
Wenn das Bedarfspräparat nicht greift, die Atmung sehr schwer bleibt, Lippen oder Nägel blau wirken oder nur noch einzelne Worte möglich sind. NHLBI und NHS nennen dann den Notruf; in Deutschland 112.
Spielt das Körpergewicht eine größere Rolle als die Wurst?
In der EGEA-Rechnung nicht. Der BMI erklärte 14 Prozent des Zusammenhangs, der direkte Anteil war größer. Trotzdem bleibt Gewicht laut NHLBI und Mayo ein eigener, veränderbarer Faktor der Kontrolle.
Fazit
Vier oder mehr Portionen Schinken, Wurst oder ähnlicher Pökelware pro Woche hingen in der bisher größten prospektiven Auswertung zu diesem Thema mit schlechteren Asthmasymptomen zusammen. Der statistische Abstand zur niedrigsten Stufe blieb nach Kontrolle wichtiger Lebensstilfaktoren bestehen; das Gewicht erklärte nur einen Bruchteil. Ursache ist das nicht, aber die Richtung passt zu älteren Befunden zu Lungenfunktion und COPD und zur IARC-Lage bei Krebs.
Für den nächsten Einkauf reicht ein nüchterner Schnitt. Pökelware seltener, Obst und Gemüse dichter, Gewicht mit dem Behandlungsteam angehen, Inhalator nicht zur Verhandlungsmasse machen. Seit 2018 hat sich vor allem der Rahmen um die Wurst herum geschärft. Die COPD-Metaanalyse liefert eine Dosisbeziehung, NHLBI und Mayo verankern pflanzliche Kost und Gewicht in der Kontrolle, das NHS hat die alleinige Bedarfstherapie ohne Kortison abgelöst. Eine Leitlinie, die Wurst als eigenen Asthma-Trigger streicht, gibt es weiter nicht.
Wer nachts aufwacht, tagsüber pfeift oder das Spray häufiger schüttelt, holt sich einen Termin, statt nur den Aufschnitt zu wechseln. Bei Luftnot, die trotz vereinbarter Maximaldosis bleibt, zählt die Minute, nicht der Speiseplan.
Quellen
- Li Z, Rava M et al.: Cured meat intake is associated with worsening asthma symptoms. Thorax, 20. Dezember 2016.
- World Health Organization: Cancer: Carcinogenicity of the consumption of red meat and processed meat. World Health Organization, 26. Oktober 2015.
- Salari-Moghaddam A, Milajerdi A et al.: Processed red meat intake and risk of COPD: A systematic review and dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. Clinical Nutrition, 1. Juni 2018.
- Mayo Clinic Staff: Asthma diet: Does what you eat make a difference?. Mayo Clinic, 7. Dezember 2023.
- National Heart, Lung, and Blood Institute: Asthma – Managing Asthma. National Heart, Lung, and Blood Institute, 17. April 2024.
- National Heart, Lung, and Blood Institute: Asthma – Asthma Attack. National Heart, Lung, and Blood Institute, 17. April 2024.
- National Health Service: Asthma – NHS. National Health Service, 7. April 2025.
- Alwarith J, Kahleova H et al.: The role of nutrition in asthma prevention and treatment. Nutrition Reviews, 1. Mai 2020.
- Jiang R, Paik DC et al.: Cured meat consumption, lung function, and chronic obstructive pulmonary disease among United States adults. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, 15. April 2007.
- Centers for Disease Control and Prevention: About Asthma | Asthma | CDC. Centers for Disease Control and Prevention, Stand: 2024.
