Männergesundheit-Blogs seriös prüfen und nutzen

Männergesundheit-Blogs seriös prüfen und nutzen

Männergesundheit-Blogs können Orientierung geben, ersetzen aber weder Blutdruckmessung noch Krebsfrüherkennung noch ein Gespräch in der Praxis. Seriöse Texte nennen Betreiber, Quellen und Prüfdatum, trennen Erlebnis von Leitlinie und schicken weiter, wenn Symptome anhalten.

Ältere Ranglisten mischten Magazine, Fitnesscoaches und Klinikseiten, als wäre Reichweite ein Gütesiegel. Viele Kanäle sind umgezogen, verkaufen Pulver oder wiederholen Ratschläge, die vor der Darmkrebs-Empfehlung ab 45 Jahren und vor der Blutdruckleitlinie von 2025 geschrieben wurden. Ein Beitrag hilft, wenn er zur Messung, zum Screening und zum Arztgespräch führt. Er schadet, wenn Kommentare Diagnosen bauen oder Gele ohne Laborwerte empfehlen.

In den Vereinigten Staaten bezeichneten 2024 laut Centers for Disease Control and Prevention (CDC, Stand Juni 2026) 14,2 Prozent der erwachsenen Männer ihre Gesundheit als mittelmäßig oder schlecht. Herzkrankheiten, Krebs und Unfälle führen die Todesursachen an. 50,8 Prozent der Männer ab 18 Jahren hatten in den Erhebungsjahren 2021 bis 2023 Bluthochdruck, gemessen oder medikamentös behandelt; 39,2 Prozent der Männer ab 20 Jahren waren adipös. Zigaretten rauchten 11,5 Prozent, elektronische Zigaretten nutzten 7,7 Prozent. Nur 28,3 Prozent erfüllten die US-Vorgabe von 2018 für Ausdauer und Muskelkraft. Wer Blogs liest, liest also in einem Feld, in dem Herz, Stoffwechsel und Früherkennung den Alltag bestimmen, nicht Trainingstipps allein.

Was Männergesundheit-Blogs wirklich leisten

Ein Blog kann Formulierungen für die Sprechstunde liefern und die Schwelle senken, über Erektion, Stimmung oder Prostata zu sprechen. Er senkt weder den Blutdruck noch ersetzt er einen Stuhltest oder eine Koloskopie. Die CDC-Zahlen oben zeigen, wo die Last liegt. Texte, die nur Sixpack und „natürliches Testosteron“ feiern, verfehlen diese Last.

Hilfreich bleibt Alltag, der den Weg in die Versorgung beschreibt. Viele Männer verschieben den Termin, weil sie Symptome als Alterserscheinung deuten. Ein Bericht, der erklärt, welche Fragen zur Familienvorgeschichte, zu Medikamenten und zu nächtlichem Schnarchen sinnvoll sind, kann die erste Stunde in der Praxis verkürzen. Nützlich sind auch Seiten, die US-Leitlinien als US-Leitlinien kennzeichnen und nicht so tun, als gelte jede Schwelle weltweit gleich.

Persönliche Stimmen bleiben einzelne Stimmen. Was einem Autor nach einer Diät half, muss bei einem anderen Menschen mit Schlafapnoe oder Diabetes nicht wirken. MedlinePlus rät ausdrücklich, gefundenes Material mit der behandelnden Person zu besprechen, bevor daraus Entscheidungen werden. Ein Kanal, der „erst selbst ausprobieren, der Arzt bremst nur“ als Klugheit verkauft, dreht diese Reihenfolge um.

Redaktionelle Magazine können Themen setzen, die 2018 kaum vorkamen: Risikoformeln statt Bauchgefühl, Erektionsstörung als Gefäßhinweis, Darmkrebs vor dem 50. Geburtstag. Sie bleiben Medien, keine Ambulanz. Lesen begleitet, nachdem Werte gemessen, Medikamente geprüft und Fristen für Screening geklärt sind.

Mann pausiert um Rat auf seinem Handy vor dem Laufen

Wie sich seriöse Seiten von Verkaufstexten trennen

Seriös ist ein Männergesundheit-Text, wenn Betreiber, Finanzierung und Quellen sichtbar sind und Wunderversprechen fehlen. MedlinePlus empfiehlt, zuerst die Seite „Über uns“ zu lesen. Fehlt jeder Hinweis, wer die Seite betreibt und wie man die Redaktion erreicht, sinkt die Vertrauenswürdigkeit. Gute Informationen kommen häufig von Behörden, medizinischen Fakultäten und großen Fachgesellschaften, nicht von anonymen Shops.

Drei Fragen reichen oft. Wer zahlt die Seite, und sind Anzeigen als Anzeigen erkennbar? Werden Autorinnen und Autoren oder ein Redaktionsgremium genannt, und liegen Links zu Studien oder Leitlinien? Steht ein Datum der Erstellung oder Prüfung auf der Seite? MedlinePlus warnt vor dramatischer Sprache, Heilungsversprechen und Behauptungen, die zu glatt klingen, um wahr zu sein. Dieselben Fragen gelten für Beiträge in sozialen Netzen. Ein geteilter Clip von Bekannten ist kein Beleg.

Merkmal Eher hilfreich Eher riskant
Betreiber Behörde, Klinik, Fachgesellschaft, erreichbares Impressum Anonym, nur Shop, keine Kontaktadresse
Zweck Informieren, zur Abklärung schicken Präparat oder Abo als einzige Lösung
Belege Leitlinie oder Studie mit Jahr Anekdote, „Geheimtipp“, keine Quellen
Ton Grenzen und Unsicherheit benannt Heilung, Entgiftung, „was Ärzte verschweigen“
Aktualität Prüfdatum sichtbar, jünger als wenige Jahre Archivtext ohne Jahr als aktuelle Regel
Kommentare Moderiert, keine Rezepttäusche Dosierungen und Selbstversuche im Forum

Vergleichen Sie denselben Sachverhalt auf einer zweiten, unabhängigen Seite. MedlinePlus rät dazu ausdrücklich. Ein PSA-Text sollte zur USPSTF-Empfehlung oder zu einer urologischen Fachgesellschaft passen, nicht nur zum Shop, der ein „Prostata-Paket“ verkauft. Persönliche Tagebücher können trotzdem wertvoll bleiben, wenn die Autorin Distanz hält, Rückschläge nicht romantisiert und Leser an die Praxis verweist.

Datenschutz gehört zur Prüfung. Seiten, die ohne Erklärung E-Mail, Geburtsdatum oder Laborwerte abfragen, nutzen oft Marketinglisten. Medizinische Entscheidungen brauchen keine Mitgliedschaft in einem Forum.

Herz und Blutdruck: die Leitlinie 2025 statt Fitnessmythen

Für erwachsene Männer zählt der Blutdruck zu den wenigen Zahlen, die ein Blog nicht ersetzen kann, weil fast jeder Zweite betroffen ist. Die American Heart Association und das American College of Cardiology haben im August 2025 die Hypertonie-Leitlinie von 2017 abgelöst. Die Schwellen bleiben: unter 120/80 mmHg gilt als normal, 120–129 und unter 80 als erhöht, 130–139 oder 80–89 als Stadium 1, ab 140 oder 90 als Stadium 2. Fast die Hälfte der Erwachsenen in den USA (46,7 Prozent) liegt bei mindestens 130/80 mmHg.

Neu ist vor allem der Rechner PREVENT (Predicting Risk of cardiovascular disease EVENTs) für Menschen zwischen 30 und 79 Jahren. Er verbindet Herz, Niere und Stoffwechsel und ersetzt ältere Formeln, die viele Blogs noch als Standard zitieren. Bei Stadium-1-Werten und einem Zehn-Jahres-Risiko von mindestens 7,5 Prozent raten die Fachgesellschaften zum früheren Start von Medikamenten. Liegt das Risiko darunter, bleibt zuerst eine Phase von drei bis sechs Monaten mit Lebensstil, bevor Tabletten folgen, sofern der Druck nicht in Stadium 2 steigt.

Lebensstil bleibt die erste Linie, aber mit konkreten Grenzen statt „clean eating“. Die Leitlinie 2025 nennt unter anderem weniger als 2300 Milligramm Natrium pro Tag, besser Richtung 1500; idealerweise keinen Alkohol, höchstens zwei Getränke täglich für Männer; mindestens 75 bis 150 Minuten Bewegung pro Woche; und bei Übergewicht ein Ziel von wenigstens fünf Prozent weniger Körpergewicht. Hausmessungen sollen die Praxiswerte ergänzen, nicht ersetzen. Wer in einem Fitnessblog liest, Salz sei egal, solange man schwitzt, widerspricht dieser Linie.

Ältere Ratschläge, erst bei 140/90 zu handeln, stammen aus der Zeit vor 2017 und tauchen in Archivbeiträgen weiter auf. Die CDC-Zahl von 50,8 Prozent hypertoner Männer misst genau diese breitere Definition plus Behandlung. Ein aktueller Text erklärt den Unterschied, statt Panik vor „neuen Epidemien“ zu schüren, die vor allem neue Schwellen abbilden.

PSA und Darmkrebs: zwei verschiedene Entscheidungen

PSA-Screening und Darmkrebs-Früherkennung werden in Blogs oft in einen Topf geworfen, folgen aber verschiedenen Nutzen-Schaden-Rechnungen. Die U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) hält beim prostataspezifischen Antigen seit Mai 2018 fest: Männer zwischen 55 und 69 Jahren sollen nach einem Gespräch über Nutzen und Schaden selbst entscheiden (Empfehlungsgrad C). Ab 70 Jahren rät die Task Force gegen routinemäßiges PSA-Screening. Längere Nachbeobachtung der europäischen ERSPC-Studie zeigte etwa 1,28 verhinderte Todesfälle durch Prostatakrebs je 1000 gescreente Männer; in Teilkohorten sanken auch metastasierte Fälle um etwa drei je 1000. Gleichzeitig schätzen die Autoren eine Überdiagnose in 20 bis 50 Prozent der per Screening gefundenen Tumoren, plus falsch positive Werte, Biopsien und mögliche Inkontinenz oder Erektionsstörung nach Behandlung.

Ein Blog, der „jeder Mann ab 50 braucht den PSA-Test“ schreibt, ignoriert diese Abwägung. Ein Blog, der den Test pauschal als nutzlos bezeichnet, ignoriert den kleinen Sterblichkeitsgewinn und die höhere Last bei familiärer Vorbelastung oder afroamerikanischer Herkunft, die die USPSTF ausdrücklich nennt. Die individuelle Entscheidung bleibt in der Sprechstunde, nicht in einer Kommentarspalte.

Beim Darm hat sich die Lage seit 2018 klar verschoben. Im Mai 2021 senkte die USPSTF den Start des Screenings für Menschen ohne erhöhtes Risiko auf 45 Jahre (Grad B für 45–49, Grad A für 50–75). Zuvor galt in der Task-Force-Linie vor allem das 50. Lebensjahr. Wer einen Text von 2017 liest, der „ab fünfzig zur Darmspiegelung“ als einzige Zahl kennt, liegt für die Altersgruppe 45–49 hinter dem aktuellen Stand. Welche Methode (Stuhltest, DNA-Stuhltest, Koloskopie) passt, hängt von Vorerkrankungen, Familienvorgeschichte und Bereitschaft zur Vorbereitung ab. Das klärt die Praxis, nicht ein Ranking von „besten Detox-Kuren“.

Blut im Stuhl, anhaltender Wechsel der Stuhlgewohnheiten oder ungewollter Gewichtsverlust gehören nicht in die Selbstbeobachtung über Monate. Solche Zeichen können Anlass für eine zeitnahe Abklärung sein, unabhängig vom Screening-Kalender.

Erektionsstörung als frühes Gefäßsignal

Anhaltende Erektionsstörung ist ein medizinischer Befund und oft ein Hinweis auf Gefäße, nicht bloß ein Thema für Potenzforen. Die Mayo Clinic (Stand März 2025) beschreibt sie als wiederkehrende Schwierigkeit, eine für sexuelle Aktivität ausreichende Erektion zu erreichen oder zu halten. Gelegentliche Probleme sind häufig. Bleibt die Störung, kann sie Stress, Selbstwert und Beziehung belasten und auf behandlungsbedürftige Krankheiten weisen, darunter Herzkrankheit, Diabetes, Bluthochdruck und Rauchen.

Weil die Arterien im Penis enger sind als die Herzkranzgefäße, kann die Erektionsstörung Jahre vor Brustschmerz auftreten. Mayo (Stand Januar 2026) erklärt das über die Innenhaut der Gefäße: dieselbe Störung der Endothelfunktion, die den Blutfluss zum Herzen mindert, trifft zuerst die kleineren Gefäße. Ein Umbrella-Review in BJU International (Mostafaei und Kollegen, 2021) fasste systematische Übersichten zusammen. Männer mit Erektionsstörung hatten ein relatives Risiko von 1,45 für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 1,50 für koronare Herzkrankheit, 1,50 für kardiovaskulären Tod, 1,55 für Herzinfarkt, 1,36 für Schlaganfall und 1,25 für Tod jeglicher Ursache. Die Autoren nennen die Störung einen unabhängigen Prädiktor, der der symptomatischen Herzkrankheit oft vorausgeht.

Deshalb gilt: Wer anhaltend Erektionsprobleme hat und keine offensichtliche Verletzung als Ursache, sollte vor Tabletten aus dem Netz Blutdruck, Blutzucker, Lipide und Lebensstil klären lassen. Mayo rät zu dieser Herzabklärung, bevor eine Behandlung der Erektion startet. Phosphodiesterase-5-Hemmer und Nitrate für die Brustenge vertragen sich nicht; das steht in denselben Mayo-Texten und ist kein Detail für Foren. Depression, Angst und Beziehungskonflikte können die Störung verstärken oder allein tragen. Beides gleichzeitig abzuklären ist kein Umweg, sondern der klinische Weg.

Mehr als die Hälfte der Männer zwischen 40 und 70 Jahren erlebt irgendeine Form der Störung, so die Mayo Clinic. Scham verschiebt den Termin. Ein Blog, der nur „natürliche Booster“ listet und das Herz verschweigt, lässt genau dieses Fenster zu.

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Testosteron: Messung zuerst, Gel nicht aus dem Kommentar

Testosteron gehört zu den Themen, an denen Männergesundheit-Blogs am häufigsten scheitern, weil Wunsch und Labor auseinanderlaufen. Die American Urological Association (AUA) hat ihre Leitlinie von 2018 im Jahr 2024 bestätigt. Diagnose und Therapie setzen eine genaue Messung, Symptome und Überwachung voraus. Die AUA schreibt, Verordnungen seien stark gestiegen, zugleich erhielten schätzungsweise bis zu 25 Prozent der Behandelten vorher keinen Test, fast die Hälfte keinen Kontrollwert, und bis zu einem Drittel erfülle die Kriterien eines Mangels nicht.

Zwei nüchterne Morgenwerte unter 300 Nanogramm pro Deziliter plus passende Beschwerden sind der Rahmen der großen Studien, nicht ein einzelnes Abendblut nach wenig Schlaf. Exogenes Testosteron unterdrückt die eigene Samenbildung. Männer mit aktuellem Kinderwunsch sollen laut AUA kein Ersatzhormon bekommen. Vor dem Start empfiehlt die Fachgesellschaft bei Männern über 40 Jahren ein PSA, um ein Prostata-Karzinom nicht zu übersehen. Ein Anstieg des PSA unter Therapie kann die Prostata als androgenempfindliches Organ spiegeln und bedeutet nicht automatisch Krebs; die Bewertung gehört in die Urologie.

Die Herzdebatte hat sich 2023 verschoben. In der TRAVERSE-Studie (Lincoff, Bhasin und Kollegen, New England Journal of Medicine) erhielten 5246 Männer zwischen 45 und 80 Jahren mit Symptomen, zwei Nüchternwerten unter 300 Nanogramm pro Deziliter und bestehender Herzkrankheit oder hohem Risiko Gel oder Platzbo. Nach im Mittel 21,7 Monaten Behandlung und 33 Monaten Nachbeobachtung trat der primäre Herzendpunkt (kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher Infarkt oder Schlaganfall) bei 7,0 Prozent unter Testosteron und 7,3 Prozent unter Scheinpräparat auf (Risikoverhältnis 0,96). Das war für schwere Herzereignisse nicht schlechter als das Scheinpräparat. Häufiger waren Vorhofflimmern, akute Nierenschädigung und Lungenembolie.

Blogs, die TRAVERSE als Freibrief für Selbstkauf lesen, lassen die Zusatzrisiken weg. Blogs, die jedes Gel als Herzinfarktmaschine darstellen, sind nach 2023 ebenfalls unvollständig. Die Studie prüfte behandelte Männer mit bestätigt niedrigem Spiegel, nicht Freizeitsportler mit einem vagen Gefühl von „zu wenig Hormon“. Dosierungen aus Kommentarspalten haben in diesem Text nichts verloren.

Psyche, Suizidrisiko und die Schwelle zur Hilfe

Stimmung, Schlaf und Suizidgedanken gehören zur Männergesundheit, auch wenn Fitnesskanäle sie ans Ende schieben. In den USA starben 2024 laut CDC 48.824 Menschen durch Suizid, 14,4 je 100.000 Einwohner; das war die zehnthäufigste Todesursache. Ein systematisches Review in BMC Public Health (Shi, Sutori und Kollegen, Juni 2026) hält fest, dass Männer zwei- bis viermal häufiger an Suizid sterben als Frauen, obwohl Frauen häufiger über Suizidgedanken und nichttödliche Versuche berichten. Als Gründe nennen die Autorinnen unter anderem tödlichere Methoden und geringere Hilfesuche, oft gebunden an starre Männlichkeitsnormen und Scham.

Blogs können Formulierungen liefern („ich funktioniere, aber ich schlafe nicht“) und zeigen, dass ein Termin keine Schwäche ist. Sie können nicht die 24-Stunden-Krise tragen. Gedanken, sich das Leben zu nehmen, Pläne oder das Gefühl, anderen zur Last zu fallen, brauchen sofort persönliche Hilfe: Notaufnahme, kassenärztlicher Notdienst oder die örtliche psychiatrische Klinik. Ein Forum, das „durchhalten“ als Tugend feiert, verschiebt genau diese Schwelle.

Depression äußert sich bei Männern oft als Reizbarkeit, Rückzug, Alkoholanstieg oder Risikoverhalten statt als sichtbare Traurigkeit. Ein Text, der nur „positiv denken“ und Kältebad empfiehlt, verfehlt das. Sinnvoll ist Lesen, das zur Abklärung von Depression, Angst, Schlafapnoe und Substanzkonsum rät, weil diese Faktoren Erektion, Blutdruck und Unfallrisiko mitformen. Die CDC-Rangfolge der Todesursachen bei Männern beginnt mit Herz und Krebs, Unfälle stehen an dritter Stelle. Wer nur Muskeln trainiert und Schlaf sowie Alkohol ausklammert, trainiert an der Statistik vorbei.

Wann der nächste Schritt in die Praxis gehört

Ein Blog endet dort, wo Schwellenwerte, Zeitdruck oder Selbstgefährdung beginnen. Brustschmerz, plötzliche Luftnot, halbseitige Schwäche, Sprachstörung oder ein sehr hoher Blutdruck mit Kopfschmerz und Sehstörung gehören in den Notfall, nicht in eine Suchmaschine. Anhaltende Erektionsstörung, neu aufgetretene Brustenge beim Gehen oder ein wiederholter Praxis- oder Heimwert ab 130/80 mmHg gehören in die Sprechstunde der nächsten Tage oder Wochen, je nach Beschwerde.

Konkrete Anlässe, bei denen Lesen nicht mehr die Hauptstrategie sein sollte:

  • Sie haben Suizidgedanken, einen Plan oder das Gefühl, nicht mehr sicher zu sein.
  • Brustschmerz, Luftnot, Lähmung oder Sprachstörung treten plötzlich auf.
  • Die Erektionsstörung hält an, besonders zusammen mit Diabetes, Rauchen oder familiärer Herzkrankheit.
  • Sie sind 45 oder älter und hatten noch kein Darmkrebs-Screening, oder Sie sehen Blut im Stuhl.
  • Sie erwägen Testosteron oder bestellen es bereits ohne zwei Morgenwerte und ohne Verlaufskontrolle.
  • Ein Beitrag rät, verordnete Herz- oder Blutdruckmittel abzusetzen und durch Pulver zu ersetzen.

Nitrate plus Potenzmittel, selbst gekauftes Testosteron und das Absetzen von Blutdrucktabletten nach einem Video sind keine häuslichen Experimente. Die AUA und die Herzgesellschaften schreiben Überwachung vor, weil Nutzen und Schaden an Labor, Symptomen und Begleiterkrankungen hängen. Drucken Sie den Text, der Sie beunruhigt, und legen Sie ihn in der Praxis vor. MedlinePlus nennt genau diesen Schritt, nachdem eine Seite geprüft wurde.

Häufige Fragen

Reichen gute Männergesundheit-Blogs statt der Praxis?

Nein. Auch geprüfte Texte ersetzen weder Messung noch Untersuchung noch eine individuelle Nutzen-Schaden-Abwägung. MedlinePlus stellt klar, dass selbst zutreffende Informationen nicht automatisch zu Ihrer Vorgeschichte passen. Nutzen Sie Blogs, um Fragen zu sammeln, nicht um Diagnosen zu stellen.

Woran erkenne ich einen seriösen Männergesundheit-Blog am schnellsten?

Schauen Sie, wer die Seite betreibt, wer sie finanziert, ob Quellen und ein Prüfdatum stehen und ob Heilungsversprechen fehlen. MedlinePlus nennt genau diese Punkte. Fehlt jede Redaktion und führt jeder Link in einen Shop, ist das kein Zufall.

Ab welchem Alter ist der PSA-Test sinnvoll?

Zwischen 55 und 69 Jahren soll die Entscheidung nach einem Gespräch über den kleinen Sterblichkeitsgewinn und die Risiken von Überdiagnose und Behandlung fallen, so die USPSTF seit 2018. Ab 70 Jahren rät sie gegen routinemäßiges Screening. Familiäre Vorbelastung verschiebt das Gespräch nach vorn, ersetzt es aber nicht durch einen Blog-Kalender.

Ist eine Erektionsstörung ein Grund, das Herz prüfen zu lassen?

Ja, wenn sie anhält und keine offensichtliche Verletzung vorliegt. Mayo und der Umbrella-Review von 2021 beschreiben die Störung als möglichen Vorboten von Gefäßerkrankungen, oft Jahre vor Brustschmerz. Klären Sie Blutdruck, Zucker, Lipide und Medikamente, bevor Sie Mittel aus dem Netz nehmen, besonders wenn Sie Nitrate brauchen.

Kann ich Testosteron nach Tipps aus einem Blog starten?

Nein. Die AUA verlangt bestätigte niedrige Morgenwerte, Symptome und Überwachung; bei Kinderwunsch ist Ersatzhormon ungeeignet. TRAVERSE hat schwere Herzereignisse gegenüber dem Scheinpräparat nicht erhöht, zeigte aber mehr Vorhofflimmern und Lungenembolien. Selbstkauf ohne Labor bleibt außerhalb dieser Evidenz.

Warum raten neuere Texte zum Darmkrebs-Screening schon mit 45?

Weil die USPSTF im Mai 2021 den Start für Menschen ohne besonderes Risiko auf 45 Jahre vorzog, nachdem jüngere Altersgruppen mehr Fälle zeigten. Texte, die nur „ab fünfzig“ kennen, spiegeln den Stand vor dieser Änderung. Welche Untersuchung passt, entscheidet die Praxis anhand der Vorgeschichte.

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Fazit

Männergesundheit im Netz ist nützlich, wenn sie zur Messung und zur Sprechstunde führt, nicht wenn sie Ranglisten von 2018 als Qualität ausgibt. Die Last liegt bei Herz, Krebs, Unfällen, Blutdruck, Gewicht und bei der stillen Lücke zwischen Symptom und Termin. Ein Text, der Betreiber und Quellen nennt, PSA und Darmkrebs getrennt erklärt und Erektionsstörung als Gefäßhinweis ernst nimmt, liegt näher an den Leitlinien der letzten Jahre als jeder „beste Blog“ ohne Datum.

Für die kommenden Wochen reichen wenige konkrete Schritte: Blutdruck zu Hause und in der Praxis notieren, das Alter für Darmkrebs-Screening prüfen, anhaltende Erektions- oder Stimmungsprobleme ansprechen, Testosteron nicht ohne zwei Morgenwerte anfassen. Bei Brustschmerz, plötzlicher Schwäche oder Suizidgedanken zählt Minutenhilfe, nicht die nächste Folge eines Kanals.

Leitlinien ändern sich. Die USPSTF kann den PSA-Stand neu bewerten, Herzgesellschaften justieren Rechner und Medikamentenschwellen. Ein Blog, der das Datum seiner Quelle mitführt, altert langsamer als einer, der „schon immer so“ behauptet. Lesen Sie weiter, aber lassen Sie Werte und Termine die Ranglisten schlagen.

Quellen

  1. Centers for Disease Control and Prevention: FastStats – Men’s Health. Centers for Disease Control and Prevention, Stand: 13. Juni 2026.
  2. MedlinePlus: Evaluating Health Information. MedlinePlus, Stand: 2025.
  3. Mayo Clinic: Erectile dysfunction – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 1. März 2025.
  4. Mayo Clinic: Erectile dysfunction: A sign of heart disease?. Mayo Clinic, 21. Januar 2026.
  5. U.S. Preventive Services Task Force: Prostate Cancer: Screening. U.S. Preventive Services Task Force, 8. Mai 2018.
  6. U.S. Preventive Services Task Force: Colorectal Cancer: Screening. U.S. Preventive Services Task Force, 18. Mai 2021.
  7. American Urological Association: Testosterone Deficiency Guideline. American Urological Association, 2018, bestätigt 2024.
  8. Lincoff AM, Bhasin S et al.: Cardiovascular Safety of Testosterone-Replacement Therapy. New England Journal of Medicine, 16. Juni 2023.
  9. American Heart Association: New high blood pressure guideline emphasizes prevention, early treatment to reduce CVD risk. American Heart Association, 14. August 2025.
  10. Mostafaei H, Mori K et al.: Association of erectile dysfunction and cardiovascular disease: an umbrella review of systematic reviews and meta-analyses. BJU International, 9. Januar 2021.
  11. Centers for Disease Control and Prevention: Suicide and Self-Harm Injury. Centers for Disease Control and Prevention, Stand: 20. Februar 2026.
  12. Shi L, Sutori S et al.: Effectiveness and gender-tailoring of suicide prevention interventions for men: a systematic review. BMC Public Health, 23. Juni 2026.
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