
Rund 40,3 Prozent der Erwachsenen in den Vereinigten Staaten erfüllen den Body-Mass-Index-Schwellenwert für Adipositas; weltweit lebten 2022 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation etwa 890 Millionen Erwachsene damit. Der BMI bleibt das Werkzeug der Bevölkerungsstatistik, für die einzelne Person reicht er oft nicht, weil Fettverteilung und Organfunktion mitentscheiden.
Die ältere Faustformel „mehr als jeder Dritte in den USA, jeder Achte auf der Welt“ stammt aus Zyklen um 2016. Neuere Messungen der National Health and Nutrition Examination Survey von August 2021 bis August 2023 und die WHO-Auswertung für 2022 zeichnen ein anderes Bild. Die Gesamtrate in den USA hat sich gegenüber dem Jahrzehnt davor kaum noch nach oben bewegt, die schwere Form mit BMI 40 oder höher ist jedoch häufiger geworden. Global hat sich die Erwachsenenzahl gegenüber den früher genannten rund 650 Millionen klar erhöht.
Wer die eigenen Werte einordnet, braucht drei Ebenen. Erstens die offiziellen BMI-Klassen für Erwachsene und die Perzentile für Kinder. Zweitens die Frage, ob Taillenumfang, Begleiterkrankungen oder Einschränkungen im Alltag schon vorliegen. Drittens der Zeitpunkt, wann eine Praxis Größe, Gewicht, Blutdruck und Stoffwechsel prüfen sollte, statt nur eine Zahl aus dem Rechner zu übernehmen.
Wie wird Fettleibigkeit heute gemessen?
Adipositas gilt bei Erwachsenen ab 20 Jahren als BMI von 30 oder mehr, schwere Adipositas als BMI von 40 oder mehr; Übergewicht liegt dazwischen, bei 25 bis unter 30. Die US-Seuchenschutzbehörde CDC teilt die Adipositas zusätzlich in Klasse 1 (30 bis unter 35), Klasse 2 (35 bis unter 40) und Klasse 3 (40 oder höher) ein. Dieselben Schwellen nutzt die WHO für internationale Vergleiche.
Der BMI entsteht aus Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Er ist billig, standardisiert und deshalb die Basis fast aller hier genannten Prävalenzen. Er misst Fettmasse nicht direkt. Muskulöse Menschen können denselben Index haben wie Personen mit viel viszeralem Fett, ältere Menschen mit Muskelschwund denselben Index bei höherem Fettanteil. Die CDC schreibt das in ihrem Datenbrief 508 ausdrücklich als Grenze der Methode.
Eine Kommission in The Lancet Diabetes & Endocrinology hat 2025 zwei klinische Kategorien vorgeschlagen. Präklinische Adipositas meint bestätigte überschüssige Fettmasse bei noch erhaltener Organfunktion, klinische Adipositas eine chronische Erkrankung, bei der genau diese Fettmasse Gewebe oder Organe stört oder alltägliche Verrichtungen wie Waschen, Anziehen oder Gehen erheblich erschwert. Zur Bestätigung soll der BMI um mindestens ein weiteres Maß ergänzt werden, etwa Taillenumfang, Taille-Hüft-Verhältnis, Taille-Größe-Verhältnis oder eine direkte Fettmessung. Bei BMI über 40 darf überschüssige Fettmasse pragmatisch angenommen werden. Ältere Texte behandelten den Index oft als Diagnose; der aktuelle Rahmen behandelt ihn als Screening und Epidemiologie-Werkzeug.
| Kategorie | Erwachsene ab 20 Jahren | Kinder und Jugendliche 2–19 Jahre |
|---|---|---|
| Untergewicht | BMI unter 18,5 | unter dem 5. Perzentil nach Alter und Geschlecht |
| normales Gewicht | 18,5 bis unter 25 | 5. bis unter 85. Perzentil |
| Übergewicht | 25 bis unter 30 | 85. bis unter 95. Perzentil |
| Adipositas | 30 oder höher | 95. Perzentil oder höher |
| schwere Adipositas | BMI 40 oder höher (Klasse 3) | mindestens 120 % des 95. Perzentils oder BMI 35 oder höher |
Bei Menschen asiatischer Herkunft kann das Risiko für Stoffwechselstörungen schon unterhalb von BMI 25 steigen. Mayo Clinic nennt für viele asiatische Gruppen einen Hinweiswert ab 23; das Merck Manual spricht ebenfalls von etwas niedrigeren Schwellen. Das ersetzt keine individuelle Abklärung, erklärt aber, warum ein „normaler“ Index nicht automatisch unauffällig ist.
Kinder und Jugendliche werden nicht an denselben festen Grenzen gemessen. Weil sie wachsen, zählt das alters- und geschlechtsspezifische Perzentil der CDC-Wachstumskurven. Die American Academy of Pediatrics unterscheidet in ihrer Leitlinie 2023 zusätzlich Klasse 2 und Klasse 3 anhand von 120 bzw. 140 Prozent des 95. Perzentils. Für unter Zweijährige empfiehlt die CDC Gewicht-zu-Länge nach WHO-Kurven statt BMI.

Wie häufig ist Adipositas bei Erwachsenen in den USA?
Gemessenes Körpergewicht und gemessene Größe in der NHANES-Welle August 2021 bis August 2023 ergeben 40,3 Prozent Adipositas unter Erwachsenen ab 20 Jahren. Männer lagen bei 39,2 Prozent, Frauen bei 41,3 Prozent; der Unterschied war statistisch nicht signifikant. Das National Center for Health Statistics hat diese Zahlen im September 2024 als Datenbrief 508 veröffentlicht.
Die Last sitzt klar in der Lebensmitte. Zwischen 40 und 59 Jahren erfüllten 46,4 Prozent das Kriterium, zwischen 20 und 39 Jahren 35,5 Prozent, ab 60 Jahren 38,9 Prozent. Derselbe Altersbogen zeigte sich bei beiden Geschlechtern. Wer nur „ältere Menschen“ als Risikogruppe denkt, liegt damit falsch; der Gipfel liegt vor dem Rentenalter.
Bildung trennt die Raten deutlicher als das Geschlecht. Erwachsene mit Bachelorabschluss oder höher kamen auf 31,6 Prozent, Personen mit höchstens Highschool-Abschluss auf 44,6 Prozent, mit etwas College auf 45,0 Prozent. Zwischen den beiden niedrigeren Bildungsstufen fand sich kein relevanter Abstand. Das Muster galt für Frauen und Männer ähnlich, anders als in älteren Berichten, die den Bildungseffekt vor allem bei Frauen beschrieben.
Das Health E-Stat 111 des NCHS (Februar 2026) nennt für dieselbe Welle altersbereinigt 31,7 Prozent Übergewicht, roh 32,1 Prozent. Zusammen leben also grob sieben von zehn Erwachsenen mit einem BMI von 25 oder höher. Die CDC-Seite „Adult Obesity Facts“ zitiert für 2017 bis März 2020 noch 41,9 Prozent Adipositas; der neuere Datenbrief 508 findet zwischen diesem Vorpandemie-File und 2021–2023 keinen signifikanten Sprung. Das US-Ziel Healthy People 2030 von 36,0 Prozent bleibt verfehlt.
Warum nimmt vor allem schwere Adipositas zu?
Schwere Adipositas, definiert als BMI 40 oder höher, betraf in der Welle 2021–2023 ungeglättet 9,4 Prozent der Erwachsenen, altersbereinigt 9,7 Prozent. Frauen lagen mit 12,1 Prozent klar über Männern mit 6,7 Prozent, und das in jeder Altersgruppe. Zwischen 40 und 59 Jahren war die schwere Form mit 12,0 Prozent am häufigsten, ab 60 Jahren mit 6,6 Prozent am seltensten.
Von 2013–2014 bis 2021–2023 stieg die altersbereinigte schwere Adipositas von 7,7 auf 9,7 Prozent, während die Gesamtadipositas in dem Jahrzehnt keinen signifikanten linearen Anstieg mehr zeigte. Genau das ist die zentrale Verschiebung gegenüber Texten, die um 2018 noch einen steilen Anstieg der Gesamtquote beschrieben. Die Kurve der Klasse 3 läuft weiter nach oben, die der Klassen 1 und 2 zusammen nicht mehr im selben Tempo.
Mayo Clinic beschreibt Adipositas als chronische Krankheit aus Genetik, Hormonen, Umgebung, Ernährung und Bewegung, nicht als bloßen Willensmangel. Kalorienreiche Getränke, große Portionen, sitzende Arbeit und wenig Alltagsbewegung können die Energiebilanz über Jahre kippen. Medikamente wie bestimmte Antidepressiva, Neuroleptika, Steroide, manche Diabetesmittel und Betablocker können zusetzen, ebenso Schilddrüsenunterfunktion, Cushing-Syndrom oder schmerzhafte Gelenke, die Aktivität drosseln. Schlafmangel und Stress können Appetit und Heißhunger auf energiedichte Kost verstärken.
Ein hoher BMI allein sagt wenig über den Verlauf. Viszerales Fett um die Organe treibt laut CDC und Mayo Clinic das Risiko für Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herzkrankheit stärker als Fett an Hüften oder Oberschenkeln. Deshalb gehört zur Einordnung der Zahlen immer die Frage nach Taillenumfang und Begleiterkrankungen, nicht nur nach der einen Indexzahl.
Welche Kinder und Jugendlichen sind betroffen?
Unter US-Kindern und Jugendlichen von 2 bis 19 Jahren lag die Adipositas von August 2021 bis August 2023 bei 21,1 Prozent, die schwere Form bei 7,0 Prozent. 1999–2000 waren es 13,9 bzw. 3,6 Prozent. Das MMWR hat diese Reihe im Oktober 2024 als QuickStats veröffentlicht.
Die CDC-Seite zu Kinderzahlen stützt sich für die Feingliederung noch auf 2017 bis März 2020. Damals hatten 12,7 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen Adipositas, 20,7 Prozent der Sechs- bis Elfjährigen und 22,2 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen, insgesamt etwa 14,7 Millionen Jugendliche. Hispanische Kinder lagen bei 26,2 Prozent, nicht-hispanische schwarze Kinder bei 24,8 Prozent, weiße bei 16,6 Prozent, asiatische bei 9,0 Prozent. Bei Mädchen war die Rate unter nicht-hispanischen Schwarzen am höchsten (30,8 Prozent), bei Jungen unter Hispanischen (29,3 Prozent).
Einkommen verschiebt die Kurve deutlich. Oberhalb von 350 Prozent der US-Armutsgrenze lag die Kinderadipositas bei 11,5 Prozent, zwischen 130 und 350 Prozent bei 21,2 Prozent, darunter bei 25,8 Prozent. Das ist kein individuelles Versagen von Familien, sondern ein Muster aus Preis, Verfügbarkeit von Lebensmitteln, sicheren Bewegungsräumen und Zugang zur Versorgung.
Die WHO warnt, dass Übergewicht in Kindheit und Jugend mit früherem Typ-2-Diabetes, früherer Herzkrankheit, schlechterer Schulleistung und Stigma einhergehen kann. Viele betroffene Kinder werden als Erwachsene ebenfalls einen hohen BMI haben. Die AAP-Leitlinie 2023 behandelt pädiatrische Adipositas deshalb als chronische Erkrankung, die jährlich bewertet werden soll, nicht als Thema, das man „auswächst“.
Wie unterscheiden sich Bundesstaaten und Regionen?
In der telefonischen BRFSS-Erhebung 2024 lag die selbstberichtete Adipositas in allen US-Staaten und erfassten Territorien bei mindestens 25 Prozent. Mississippi, West Virginia und Guam erreichten 40 Prozent oder mehr. Der Mittlere Westen kam auf 35,9 Prozent, der Süden auf 34,5 Prozent, der Westen auf 30,2 Prozent, der Nordosten auf 30,3 Prozent. Die CDC hat die Karten am 3. Dezember 2025 aktualisiert.
Acht Staaten plus der District of Columbia lagen zwischen 25 und unter 30 Prozent, 22 Staaten zwischen 30 und unter 35 Prozent, 17 Staaten sowie Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln zwischen 35 und unter 40 Prozent. Listen mit exakten Nachkommastellen für Colorado oder Hawaii, wie sie ältere Artikel für 2016 druckten, ersetzt die aktuelle CDC-Seite durch diese Klassen. Die Richtung ist gleich geblieben. Der Süden und der Mittlere Westen liegen höher, mehrere West- und Nordoststaaten niedriger, aber nirgends mehr unter der Marke „jeder Vierte“.
Selbstangabe unterschätzt den gemessenen BMI regelmäßig, weil viele Menschen Größe überschätzen und Gewicht unterschätzen. Deshalb dürfen BRFSS-Karten nicht mit NHANES-Prozenten in eine Tabelle gezwungen werden. Die Karten zeigen relative Lage und Trend, die Messstudie die nationale Höhe.
Nach Alter waren Erwachsene von 40 bis 59 Jahren in der BRFSS 2024 etwa 30 Prozent häufiger adipös als 18- bis 39-Jährige und etwa 25 Prozent häufiger als Menschen ab 60. 43 Staaten und drei Territorien knackten in der mittleren Altersgruppe die 35-Prozent-Marke, in der jüngsten nur sechs Staaten und ein Territorium. Bildung senkte die selbstberichtete Rate von 37,6 Prozent ohne Highschool-Abschluss auf 27,3 Prozent bei College-Absolventen.
Welche Gruppen tragen die höchste Last?
Gemessene NHANES-Daten 2017 bis März 2020, die die CDC auf ihrer Fakten-Seite weiter als Referenz für Ethnizität nutzt, zeigen 49,9 Prozent bei nicht-hispanischen schwarzen Erwachsenen, 45,6 Prozent bei hispanischen, 41,4 Prozent bei nicht-hispanischen weißen und 16,1 Prozent bei nicht-hispanischen asiatischen Erwachsenen. Mehr als 100 Millionen Erwachsene hatten demnach Adipositas, mehr als 22 Millionen die schwere Form.
Die Welle 2021–2023 hat die Überstichprobe nach Herkunft und Einkommen gestrichen. Feinere Herkunftsschätzungen aus diesem Zyklus sind deshalb unsicherer; der Datenbrief 508 verzichtet auf eine neue Rassentabelle. Wer 2016er Listen mit vier Nachkommastellen zitiert, arbeitet mit einem älteren Zyklus und einer anderen Stichprobe.
BRFSS 2022–2024 bestätigt die Richtung auf Staatenebene. Kein erfasster Staat lag bei asiatischen Erwachsenen bei 35 Prozent oder mehr. Bei weißen Erwachsenen taten das 17 Gebiete, bei hispanischen 33, bei amerikanischen Indianern oder Alaska Natives 36, bei schwarzen Erwachsenen 41. Das ist kein biologisches Schicksal. Zugang zu Lebensmitteln, Bewegung, medizinischer Versorgung, Stress und Diskriminierung überlagern sich.
Asiatische Erwachsene haben den niedrigsten mittleren BMI, aber nicht automatisch das niedrigste Risiko. Bei gleichem Index kann der Fettanteil höher liegen, und Stoffwechselstörungen können früher beginnen. Deshalb gehören Taillenumfang und Labore zur Bewertung dazu, sobald jemand asiatischer Herkunft trotz „unauffälligem“ BMI Bluthochdruck, erhöhte Blutfette oder einen auffälligen Zuckerwert hat.

Wie sehen die weltweiten Zahlen aus?
2022 lebte nach WHO jeder achte Mensch mit Adipositas. 2,5 Milliarden Erwachsene ab 18 Jahren waren übergewichtig, darunter 890 Millionen mit Adipositas, das entspricht 43 Prozent Übergewicht (43 Prozent der Männer, 44 Prozent der Frauen) und 16 Prozent Adipositas. 1990 lag Übergewicht noch bei 25 Prozent, die weltweite Adipositasrate hat sich seither mehr als verdoppelt, die der Jugendlichen vervierfacht.
Regional klafft die Last. In der WHO-Region Amerika waren 67 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, in Südostasien und Afrika 31 Prozent. Fast die Hälfte der übergewichtigen oder adipösen Kinder unter fünf Jahren lebte 2024 in Asien. In Afrika stieg die Zahl übergewichtiger Unter-Fünfjähriger seit 2000 um knapp 12,1 Prozent. 35 Millionen Kinder unter fünf waren 2024 übergewichtig. Unter Fünf- bis 19-Jährigen waren 2022 rund 390 Millionen übergewichtig, 160 Millionen adipös; 1990 lag die Adipositas in dieser Altersgruppe bei 2 Prozent, 2022 bei 8 Prozent.
Viele Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen tragen eine doppelte Last. Unterernährung und Adipositas kommen im selben Land, manchmal im selben Haushalt vor. Billige, energie-dichte und nährstoffarme Produkte treffen auf weniger Bewegung und ungelöste Mangelernährung. Die WHO formuliert das als strukturelles Problem der Lebensmittelumgebung, nicht als Privatsache einzelner Haushalte.
Ranglisten kleiner Pazifikstaaten aus dem Jahr 2016 fehlen in den aktuellen Factsheets. Wer Nauru oder die Cookinseln als Spitzenreiter nennt, zitiert einen älteren WHO-Stand. Die aktuelle Botschaft der Organisation lautet anders. Der größte Teil der Weltbevölkerung lebt in Ländern, in denen Übergewicht und Adipositas mehr Menschen töten als Untergewicht. 2021 gingen schätzungsweise 3,7 Millionen Todesfälle durch nichtübertragbare Krankheiten auf einen zu hohen BMI zurück.
Welche Folgen hat Adipositas, und wann zum Arzt?
Adipositas erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, bestimmte Krebserkrankungen, Arthrose, Schlafapnoe, Fettleber und schwere Verläufe von Covid-19. Unter US-Erwachsenen mit Adipositas hatten laut CDC 58 Prozent Bluthochdruck und etwa 23 Prozent Diabetes. Mayo Clinic nennt zusätzlich Gallenleiden, Sodbrennen, Einschränkungen der Lebensqualität, Depression und soziale Isolierung. Keine dieser Zahlen bedeutet, dass jede betroffene Person erkrankt; sie beschreiben verschobene Wahrscheinlichkeiten.
Taillenumfang hilft, das Risiko grob zu sortieren. Werte über 102 Zentimeter bei Männern und über 89 Zentimeter bei Frauen gehen häufiger mit Stoffwechsel- und Herzproblemen einher. Das Merck Manual schreibt, dass bereits 5 bis 10 Prozent Gewichtsverlust viele dieser Marker verbessern können. Bei 90 Kilogramm sind das 4,5 bis 9 Kilogramm, kein Ziel im Bereich einer „Idealfigur“.
Eine Praxis aufsuchen sollten Sie, wenn der BMI bei 30 oder höher liegt, der Taillenumfang die genannten Marken überschreitet oder bereits Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, Schlafapnoe, Gelenkschmerz oder eine Fettleber bekannt sind. Dasselbe gilt, wenn das Gewicht rasch steigt, Medikamente verdächtig mitgehen oder bei Kindern das Perzentil die 95er-Linie kreuzt. Mayo Clinic rät ausdrücklich dazu, Risiken und Optionen mit dem Behandlungsteam zu besprechen, statt allein am Rechner zu bleiben.
Warnzeichen, die nicht auf den nächsten Routine-Termin warten:
- Plötzliche Brustschmerzen, Luftnot in Ruhe oder halbseitige Lähmung gehören in die Notaufnahme, unabhängig vom BMI.
- Nächtliche Atempausen, sehr lautes Schnarchen und Tagesschläfrigkeit können auf Schlafapnoe hinweisen und brauchen Abklärung.
- Starker Durst, häufiges Wasserlassen, Sehstörungen oder ungeklärte Infekte können einen entgleisten Zucker anzeigen.
- Bei Kindern sind steile Sprünge über das 95. Perzentil, Hüft- oder Knieschmerz und Atemnot bei geringer Belastung Gründe für zeitnahe pädiatrische Bewertung.
Die WHO erwartet von Kliniken, Größe und Gewicht zu messen, zu beraten und bei festgestellter Adipositas Therapieoptionen zu erklären, einschließlich medikamentöser und operativer Verfahren, wo sie indiziert sind. Im Dezember 2025 hat sie eine Leitlinie zu GLP-1-Therapien bei Erwachsenen veröffentlicht. Das ersetzt weder Ernährung noch Bewegung noch die Behandlung von Begleiterkrankungen und ist kein Heilversprechen.
Was kostet Adipositas das Gesundheitssystem?
In Dollar von 2019 lagen die jährlichen Mehrkosten für Erwachsene mit Adipositas bei 1861 US-Dollar pro Person gegenüber normalgewichtigem BMI, bei schwerer Adipositas bei 3097 Dollar. Hochgerechnet ergibt das nahe 173 Milliarden Dollar medizinischer Ausgaben in den USA. Die CDC-Fakten-Seite stützt sich dafür auf eine Analyse von Ward und Kollegen in PLOS One. Ältere Artikel nannten 147 Milliarden für 2008 und 1429 Dollar Mehrkosten; beide Größen sind durch die neueren, inflationsbereinigten Schätzungen ersetzt.
Kinder verursachen geringere, aber nicht vernachlässigbare Beträge. 1,3 Milliarden Dollar jährliche Kosten (ebenfalls 2019er Dollar), 116 Dollar mehr pro Kind mit Adipositas, 310 Dollar mehr bei schwerer Form. Das sind Behandlungskosten, nicht die späteren Erwachsenenfolgen, die sich über Jahrzehnte addieren.
Weltweit rechnet die WHO ohne wirksame Gegensteuer mit drei Billionen US-Dollar Folgekosten pro Jahr bis 2030 und mehr als 18 Billionen bis 2060. Solche Prognosen hängen von Annahmen zu Wachstum, Preisen und Therapie ab. Sie zeigen vor allem, dass Adipositas kein reines Individualthema der Krankenversicherung ist, sondern ein makroökonomischer Faktor.
Wer Zahlen vergleicht, muss die Quelle benennen. NHANES misst, BRFSS fragt, die WHO modelliert Länderstudien. Ein Prozentpunkt Unterschied zwischen zwei Jahren kann Zufall sein, ein Sprung von 13 auf 16 Prozent weltweiter Erwachsenenadipositas zwischen den 2016er Factsheets und 2022 ist das nicht. Ebenso wenig der Anstieg der schweren Form in den USA bei gleichzeitigem Plateau der Gesamtrate.
Häufige Fragen
Ab welchem BMI gilt Adipositas beim Erwachsenen?
Ab einem Body-Mass-Index von 30, schwere Adipositas ab 40. Dazwischen liegen Klasse 1 (30 bis unter 35) und Klasse 2 (35 bis unter 40). Der Index allein ersetzt keine klinische Bewertung, besonders bei sehr muskulösen oder sehr schlanken Menschen und bei asiatischer Herkunft.
Ist Übergewicht dasselbe wie Fettleibigkeit?
Nein. Übergewicht meint bei Erwachsenen BMI 25 bis unter 30, Adipositas 30 oder höher. In den USA kommen auf die 40,3 Prozent mit Adipositas noch rund 32 Prozent mit Übergewicht. Beide Stufen können Risiken erhöhen, die schweren Folgeschäden häufen sich vor allem in den höheren Klassen.
Warum weichen US-Gesamtzahlen von den bunten Staatskarten ab?
Die nationale Rate von 40,3 Prozent stammt aus gemessener NHANES-Untersuchung. Die Staatskarten nutzen Selbstangaben der BRFSS und liegen deshalb oft niedriger. Vergleichen Sie Klassen und Trends, nicht einzelne Nachkommastellen über beide Systeme hinweg.
Wie wird Adipositas bei Kindern festgestellt?
Über das BMI-Perzentil nach Alter und Geschlecht, nicht über die Erwachsenengrenze 30. Ab dem 95. Perzentil spricht die CDC von Adipositas, ab 120 Prozent dieses Perzentils oder einem BMI von 35 von schwerer Adipositas. Unter zwei Jahren gelten WHO-Kurven für Gewicht zu Länge.
Wann sollte ich wegen des Gewichts zum Arzt?
Wenn der BMI bei 30 oder höher liegt, der Taillenumfang über 102 Zentimeter (Männer) oder 89 Zentimeter (Frauen) steigt oder bereits Zucker, Blutdruck, Atemaussetzer oder Gelenke betroffen sind. Kinder brauchen eine Bewertung, sobald das 95. Perzentil erreicht oder überschritten wird. Brustschmerz, Ruhe-Luftnot oder neurologische Ausfälle sind Notfälle.
Kann schon wenig Gewichtsverlust etwas nützen?
Ja. Das Merck Manual nennt 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts als Schwelle, ab der Blutdruck, Zucker und Blutfette sich bei vielen Menschen bessern können. Das ist kein Heilversprechen und kein Ersatz für die Behandlung bestehender Krankheiten.

Fazit
Die Zahlen hinter Fettleibigkeit haben sich seit den Berichten um 2018 verschoben. In den USA bleibt die gemessene Erwachsenenadipositas bei etwa 40 Prozent und hat sich über zehn Jahre nicht mehr signifikant nach oben bewegt; die schwere Form liegt nahe 10 Prozent und ist klar häufiger als 2013–2014. Weltweit sind es 890 Millionen Erwachsene und zusätzlich 160 Millionen Kinder und Jugendliche mit Adipositas, nicht mehr die 650 Millionen der 2016er WHO-Rechnung.
Für den Alltag zählt weniger die eine Nachkommastelle als die Kombination aus BMI-Klasse, Taillenumfang, Blutdruck, Zucker und Einschränkungen. Lassen Sie Größe und Gewicht messen, nicht schätzen. Fragen Sie nach Begleiterkrankungen, auch wenn der Index „nur“ im Übergewicht liegt, und nach dem Perzentil Ihres Kindes, nicht nach einer Erwachsenenzahl.
Wer Behandlung erwägt, findet 2025 und 2026 ein anderes Angebot als 2018, von intensiver Lebensstiltherapie über zugelassene Medikamente bis zur metabolischen Chirurgie. Keines davon heilt Adipositas im Sinne eines dauerhaften Verschwindens der Krankheit. Kleine, gehaltene Verluste und die Behandlung von Blutdruck, Zucker und Schlafapnoe verändern aber die Risiken, die hinter den großen Prozentzahlen stehen.
Quellen
- Emmerich SD, Fryar CD et al.: Obesity and Severe Obesity Prevalence in Adults: United States, August 2021–August 2023. National Center for Health Statistics, September 2024.
- WHO: Obesity and overweight. World Health Organization, Stand: 2024.
- CDC: Adult Obesity Facts. Centers for Disease Control and Prevention, 14. Mai 2024.
- CDC: Adult Obesity Prevalence Maps. Centers for Disease Control and Prevention, 3. Dezember 2025.
- Emmerich SD, Ogden CL: QuickStats: Prevalence of Obesity and Severe Obesity Among Persons Aged 2–19 Years — United States, 1999–2000 Through 2021–2023. Morbidity and Mortality Weekly Report, 17. Oktober 2024.
- CDC: Adult BMI Categories. Centers for Disease Control and Prevention, 19. März 2024.
- CDC: Child and Teen BMI Categories. Centers for Disease Control and Prevention, 28. Juni 2024.
- Mayo Clinic Staff: Obesity – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 2. Dezember 2025.
- Rubino F, Cummings DE et al.: Definition and diagnostic criteria of clinical obesity. The Lancet Diabetes & Endocrinology, 14. Januar 2025.
- CDC: Childhood Obesity Facts. Centers for Disease Control and Prevention, 6. Mai 2026.
- Levy SM, Nessen M: Obesity – Hormonal and Metabolic Disorders. Merck Manual Consumer Version, Oktober 2025.
- Fryar CD, Afful J et al.: Prevalence of Overweight, Obesity, and Severe Obesity Among Adults Age 20 and Older: United States, 1960–1962 Through August 2021–August 2023. National Center for Health Statistics, Februar 2026.
