Hilft Ibuprofen bei Erkältung und Halsschmerzen

Hilft Ibuprofen bei Erkältung und Halsschmerzen

Ibuprofen macht eine Erkältung oder Halsschmerzen im Mittel nicht erträglicher als Paracetamol. In der bisher größten praxisnahen Vergleichsstudie der britischen Hausarztmedizin blieb die Symptomlast an den Tagen 2 bis 4 praktisch gleich, egal ob jemand Ibuprofen, Paracetamol oder beides empfohlen bekam.

Dampfinhalation senkte die Beschwerden dort ebenfalls nicht messbar, während einzelne Teilnehmende leichte Verbrühungen notierten. Die britische Leitlinie NICE NG84 von 2018, die weiter gilt, nennt Paracetamol als erste Option gegen Schmerz und Fieber und lässt Ibuprofen zu, wenn es jemand bevorzugt und verträgt. Der Alltagssatz, ein Entzündungshemmer wirke bei Schnupfen automatisch stärker, hält diesem Bild nicht stand. Wer Tabletten nimmt, lindert oft nur Schmerz oder Fieber und kürzt den Infekt selbst nicht ab.

Hilft Ibuprofen bei Erkältung wirklich?

Nein, jedenfalls nicht klar besser als Paracetamol, wenn man die Gesamtsymptome eines akuten Atemwegsinfekts misst. Little und Kollegen randomisierten 889 Menschen ab drei Jahren in britischen Hausarztpraxen zu Ratschlägen für Paracetamol, Ibuprofen oder beide Mittel und kreuzten das mit Hinweisen zu bedarfsweiser oder regelmäßiger Einnahme sowie zu Dampfinhalation.

Die mittlere Symptomschwere an den Tagen 2 bis 4 lag bei Ibuprofen um 0,04 Punkte neben Paracetamol, bei der Kombination um 0,11 Punkte. Beide Differenzen lagen im Zufallsbereich. Fieber, Antibiotikaverbrauch und die meisten vorab festgelegten Untergruppen (Ohrschmerz, hohe Temperatur, schwere Anfangsbeschwerden) trennten die Arme nicht. Nur zwei Teilgruppen deuteten einen kurzfristigen Vorteil für Ibuprofen an: Kinder unter 16 Jahren und Menschen mit einem Brustinfekt.

Der Preis zeigte sich später. Innerhalb eines Monats kamen 20 Prozent der Ibuprofen-Gruppe und 17 Prozent der Kombinationsgruppe mit ungelösten oder neuen Beschwerden zurück, gegenüber 12 Prozent nach alleinigem Paracetamol-Rat. Das adjustierte Risikoverhältnis für Ibuprofen lag bei 1,67. Die Autoren warnten 2013, routinemäßig Ibuprofen statt Paracetamol zu empfehlen, und vermuteten, die entzündungshemmende Wirkung könne Teile der Immunantwort dämpfen. Diesen Mechanismus haben sie nicht selbst gemessen. Die Studie bleibt eine langfristige Beobachtung aus der Zeit vor 2018, aber sie ist bis heute der größte praxisnahe Vergleich genau dieser Alltagsfrage.

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Lindern NSAR Husten und Schnupfen?

Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika können Kopf-, Ohr- und Gliederschmerzen einer Erkältung lindern. Für Husten und laufende Nase fehlt ein klarer Beleg, so die Cochrane-Auswertung von Kim und Kollegen aus dem Jahr 2015 mit neun Studien und 1069 Teilnehmenden.

Der Gesamtsymptomwert sank unter NSAR nicht zuverlässig (standardisierte Mittelwertdifferenz −0,40, Konfidenzintervall von −1,03 bis 0,24). Die Erkältungsdauer verkürzte sich um 0,23 Tage, ebenfalls ohne belastbaren Unterschied. Husten blieb unverändert, Niesen besserte sich in zwei Studien. Magenbeschwerden, Hautausschlag und Wassereinlagerungen kamen in den NSAR-Armen vor; das Risiko unerwünschter Wirkungen war gegenüber Scheinpräparat nicht scharf zu trennen, weil die Fallzahlen klein waren.

Cochrane stufte die Qualität als mäßig ein, vor allem wegen ungenauer Schätzungen und unterschiedlicher Studiendesigns. Die Autoren schrieben ausdrücklich, der Nutzen gegen Unwohlsein müsse gegen Nebenwirkungen abgewogen werden. Genau das erklärt, warum eine Tablette gegen Gliederschmerzen sinnvoll sein kann, während dieselbe Tablette den Schnupfen selbst kaum bewegt. Wer Ibuprofen schluckt, weil die Nase tropft oder der Husten reizt, erwartet eine Wirkung, die diese Auswertung nicht trägt.

Wann Ibuprofen trotzdem sinnvoll sein kann

Ibuprofen kommt infrage, wenn Schmerz oder Fieber im Vordergrund stehen, Paracetamol nicht ausreicht oder nicht gewünscht wird und keine Gegenanzeigen vorliegen. NICE nennt seit Januar 2018 Paracetamol als erste Selbstsorge bei akutem Halsweh und lässt Ibuprofen zu, sofern es jemand bevorzugt und verträgt.

Das Komitee stützte sich auf etablierte Schmerz- und Fieberwirkung, nicht auf die Hoffnung, NSAR würden den Infekt abkürzen. Lutschtabletten mit lokalem Betäubungsmittel, NSAR oder Antiseptikum dürfen Erwachsene versuchen; der Schmerzgewinn bleibt laut derselben Leitlinie klein. Mundspülungen, unmedikamentöse Bonbons und alleinige Rachensprays hatten in der Evidenzschau keine belastbare Grundlage. Flüssigkeit trinken bleibt die einzige Selbstsorgemaßnahme, die NICE ohne diesen Vorbehalt empfiehlt.

Little fand den kurzfristigen Symptomvorteil vor allem bei Kindern und bei Brustinfekten. Das rechtfertigt keine Automatik. Kinder brauchen gewichtsbezogene Dosen, und ein Brustinfekt kann in eine Lungenentzündung kippen, die Tabletten nicht ersetzen. Erwachsene mit Magengeschwür, Nierenschwäche, schlecht eingestelltem Bluthochdruck oder einer NSAR-Unverträglichkeit gehören nicht in die Gruppe, für die „lieber Ibuprofen“ eine gute Faustregel wäre. Geeignet heißt hier: der Schmerz stört spürbar, der Beipackzettel passt, und die Einnahme bleibt kurz.

Bringt Dampfinhalation etwas gegen Erkältung?

Regelmäßige Dampfinhalation hat in der britischen Praxisstudie die Beschwerden nicht messbar gesenkt. Cochrane prüfte 2017 erwärmte, befeuchtete Luft vor allem über das Gerät RhinoTherm und fand nur unsichere, widersprüchliche Effekte bei niedriger Evidenzqualität.

In der Little-Studie meldeten 4 von den Teilnehmenden mit vollständigen Tagebüchern (2 Prozent) leichte thermische Verletzungen. Niemand suchte deswegen erneut die Praxis auf. Die Autoren rieten trotzdem, Dampf in der Sprechstunde nicht routinemäßig zu empfehlen. Die Cochrane-Versuche liefen zwischen 1987 und 1995, oft mit festgelegter Temperatur und Flussrate. Ein Schüsselchen über dem Herd ist etwas anderes als ein geprüftes Gerät. Laborideen, Wärme töte Rhinoviren, haben sich klinisch nicht bestätigt; die Virusausscheidung blieb in der einen geprüften Studie unverändert.

Die NHS rät Erwachsenen, bei verstopfter Nase eher im Badezimmer mit laufender heißer Dusche zu sitzen. Kinder sollen nicht über eine Schüssel heißen Wassers atmen, weil Verbrühungen dort real sind. MedlinePlus nennt einen sauberen Luftbefeuchter mit kühlem Nebel als ruhige Variante, wenn trockene Heizungsluft die Schleimhaut reizt. Wer Dampf als Ritual mag, kann das tun, sollte den Nutzen aber nicht überschätzen und heißes Wasser von Kindergesichtern fernhalten.

Was Behörden nach der COVID-Debatte 2020 sagten

Ein wissenschaftlicher Beleg, dass Ibuprofen COVID-19 verschlimmert, fehlt laut der EMA vom 18. März 2020. Die Behörde riet, NSAR weiter nach Zulassungstext zu nutzen, in der niedrigsten wirksamen Dosis und so kurz wie möglich. Wer Ibuprofen dauerhaft gegen eine chronische Krankheit nimmt, sollte das Mittel nicht aus Angst vor dem Virus absetzen.

Im Mai 2019 hatte das EMA-Sicherheitskomitee PRAC Ibuprofen und Ketoprofen bereits geprüft, nachdem die französische Arzneimittelbehörde Hinweise auf schwerere Verläufe bei Windpocken und manchen bakteriellen Infekten gemeldet hatte. Viele Packungsbeilagen warnen seither, die entzündungshemmende Wirkung könne das Fortschreiten einer Infektion verschleiern. Das ist ein anderer Satz als „Ibuprofen erzeugt COVID“. Eine rasche Übersicht von von Philipsborn und Kollegen in BMJ Open 2020 fand keine belastbare Aussage zu Tod oder schweren Herzereignissen unter NSAR bei Virusinfekten der Atemwege. Sie zitierte die Little-Studie als Hinweis auf mehr Hausarztbesuche nach Ibuprofen und stufte diesen Befund als Evidenz niedriger Sicherheit ein.

Beobachtungsstudien zu eitrigen Brustfellkomplikationen bei Kindern oder zu verzögerter Antibiotikagabe leiden oft am Verzerrungseffekt der Indikation. Schwerer Kranke schlucken eher ein NSAR, und genau diese Schwere treibt Komplikationen. Die Abwesenheit eines klaren Schadensbelegs ist kein Freibrief. Sie bedeutet, dass die bekannten Risiken von Ibuprofen (Magen, Niere, Herz-Kreislauf, Maskierung) weiter gelten und dass die COVID-Panik von 2020 die Nutzen-Schaden-Rechnung der Erkältung nicht neu geschrieben hat.

Welche Dosis und welche Risiken gelten

Rezeptfreies Ibuprofen dürfen Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren laut MedlinePlus in der Regel alle vier bis sechs Stunden nehmen, höchstens sechs Einzeldosen in 24 Stunden. Die kleinste wirksame Menge gilt. NICE nennt in der Evidenzschau zu NG84 eine Tagesdosis bis 1200 Milligramm bei Erwachsenen als niedrig und magenschonender als viele andere NSAR. Fieber, das länger als drei Tage bleibt, oder Schmerz über zehn Tage sollen die Selbstbehandlung beenden und zur Klärung führen.

Kinder und Säuglinge bekommen rezeptfreie Säfte oft alle sechs bis acht Stunden, höchstens vier Dosen am Tag, nach Alter und Gewicht auf der Packung. Erwachsenepräparate gehören nicht in Kinderhände. Kombinationsmittel gegen Husten und Schnupfen können denselben Wirkstoff noch einmal enthalten. MedlinePlus warnt, solche Mischungen unter vier Jahren nicht zu geben und zwischen vier und elf Jahren nur nach Packungsanleitung. Die NHS warnt vor abschwellenden Mitteln unter sechs Jahren. Gegen Fieber bleiben Paracetamol oder Ibuprofen in der kindgerechten Dosis möglich, wenn der Beipackzettel das hergibt.

Schwere Risiken stehen auf dem US-Beipacktext klar. NSAR außer Acetylsalicylsäure können Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigen, besonders bei hoher Dosis oder langer Einnahme. Geschwüre und Blutungen in Speiseröhre, Magen oder Darm können ohne Vorwarnung auftreten. Nach einem frischen Herzinfarkt oder unmittelbar um eine Bypass-Operation herum ist Ibuprofen tabu, sofern kein Arzt etwas anderes anordnet. Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche kann der Wirkstoff dem Ungeborenen schaden. Menschen ab 75 Jahren, mit Asthma plus Nasenpolypen, mit Herzschwäche, Nieren- oder Leberkrankheit, mit Gerinnungshemmern, Kortison oder bestimmten Antidepressiva brauchen vor der ersten Tablette eine Rücksprache. Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen oder Durchfall erhöht bei Kindern das Nierenrisiko.

Was zu Hause besser hilft als Routine-Ibuprofen

Ruhe, Flüssigkeit und gezielte Linderung einzelner Beschwerden helfen zuverlässiger als die Hoffnung, Ibuprofen würde den Infekt abkürzen. Die NHS und MedlinePlus betonen, dass eine Erkältung von selbst abklingt, oft innerhalb einer bis zwei Wochen. Antibiotika ändern daran nichts, weil Schnupfenviren keine Bakterien sind.

Was den Alltag trägt, hängt vom Leitsymptom ab, nicht von der stärksten Tablette im Schrank.

  • Viel trinken verhindert, dass Fieber und Mundatmung den Körper austrocknen und den Schleim zäher machen.
  • Salzwassergurgeln kann Halsweh bei Erwachsenen lindern; Kinder sollen die Lösung nicht ausprobieren oder schlucken.
  • Honig im warmen Getränk darf ab einem Jahr den Hustenreiz dämpfen, darunter besteht das Risiko eines Säuglingsbotulismus.
  • Kochsalztropfen oder -spray halten die Nase feucht, ohne den Kreislauf so zu belasten wie abschwellende Tabletten.
  • Ein sauberer Luftbefeuchter mit kühlem Nebel entlastet trockene Schleimhäute, wenn die Heizung die Raumluft ausdörrt.
  • Abschwellende Nasensprays gehören nach NHS-Angabe nicht länger als eine Woche auf die Schleimhaut und nicht zu Kindern unter sechs Jahren.

Acetylsalicylsäure bleibt unter 16 Jahren tabu. Vitamin C, Echinacea und Knoblauch verkürzen eine Erkältung laut NHS nicht zuverlässig. Wer Paracetamol und Ibuprofen schon als Einzeltabletten nimmt, soll Erkältungsmischungen meiden, weil dieselben Wirkstoffe dort oft noch einmal stecken. Grippeähnliche oder COVID-ähnliche Verläufe gehören bei Risikopersonen früh zum Test, weil nur dafür gezielt wirkende Virostatika existieren. Für banale Rhinoviren gibt es ein solches Mittel nicht.

Wann zum Arzt bei Erkältung und Halsschmerzen

Ein Arztbesuch lohnt, wenn Fieber länger als drei bis vier Tage bleibt, die Beschwerden nach etwa zehn Tagen nicht nachlassen oder Atemnot, Brustschmerz oder Schluckunfähigkeit auftreten. NHS und MedlinePlus liegen nah beieinander und unterscheiden sich vor allem bei der Zahl der Fiebertage.

Lage Typische Schwelle Quelle
Fieber ohne Besserung länger als 3 Tage (NHS) oder länger als 4 Tage (MedlinePlus) NHS 2024, MedlinePlus
Gesamte Erkältung ohne Fortschritt länger als 10 Tage NHS, MedlinePlus
Husten, der nicht weicht länger als 3 Wochen NHS
Halsweh ohne Wendung länger als 1 Woche, oder häufige Wiederkehr NHS, NICE
Atemnot, Brustschmerz, sehr hohes Fieber zeitnah ärztlich klären, nicht weiter selbst behandeln NHS, MedlinePlus
Schlucken unmöglich, Speichelfluss, pfeifendes Einatmen Notaufnahme, kein Hausmittelversuch NHS
Vorerkrankung oder schwaches Immunsystem schon bei gewöhnlichem Schnupfen Rücksprache halten NHS, MedlinePlus

NICE verlangt bei Halsschmerzen eine Neubewertung, wenn sich das Bild rasch verschlechtert oder Scharlach, Pfeiffersches Drüsenfieber oder ein Abszess denkbar werden. Ein Peritonsillarabszess, tiefe Halsinfekte oder ein schwerer systemischer Infekt gehören ins Krankenhaus, nicht an die Hausapotheke. Die Scores FeverPAIN und Centor helfen der Praxis zu entscheiden, wer ein Antibiotikum sofort, verzögert oder gar nicht braucht. Sie ersetzen keine Untersuchung bei Atemnot.

MedlinePlus verlangt bei Kindern mit heftigem oder anhaltendem Halsweh plus Fieber, Kopfschmerz, Übelkeit oder Erbrechen einen raschen Anruf. Dasselbe gilt, wenn ein Kind in den ersten 24 Stunden der Behandlung nicht anspringt. Wer nach kurzer Besserung erneut hohes Fieber oder stärkeren Husten bekommt, soll nicht von einer „zweiten Erkältung“ ausgehen. MedlinePlus nennt genau dieses Auf und Ab als Grund, nach einer möglichen bakteriellen Folge zu suchen.

Häufige Fragen

Soll ich bei Erkältung Ibuprofen oder Paracetamol nehmen?

Paracetamol ist nach NICE die erste Selbstsorge gegen Schmerz und Fieber, Ibuprofen die Alternative, wenn es jemand bevorzugt und verträgt. Die britische Praxisstudie fand für die Gesamtsymptome keinen Vorteil von Ibuprofen. Wer Magenschutz, Nierenfunktion oder Schwangerschaftswoche 20 oder später im Blick hat, bleibt bei Paracetamol, sofern das Mittel dort erlaubt ist.

Darf ich Ibuprofen und Paracetamol gleichzeitig nehmen?

In der Little-Studie senkte die Kombination die Symptomlast nicht klar stärker als Paracetamol allein, und die erneuten Arztbesuche lagen höher als nach Paracetamol. Wer beide Wirkstoffe mischt, muss jede Erkältungsmischung auf doppelte Inhaltsstoffe prüfen. Eine Kombination gehört nicht zur Routine, sondern höchstens in eine kurze, von Packung oder Praxis gedeckelte Phase starken Schmerzes.

Hilft Dampf gegen die verstopfte Nase?

Ein belastbarer Symptomgewinn fehlt in der großen Praxisstudie, und Cochrane fand für Geräte-Dampf nur unsichere Effekte. Leichte Verbrühungen kamen vor. Erwachsene können im dampfenden Bad sitzen. Kinder atmen nicht über eine Schüssel heißen Wassers.

Macht Ibuprofen eine Virusinfektion schlimmer?

Einen nachgewiesenen COVID-Schaden hat die EMA 2020 nicht gefunden. Die Little-Studie zeigte mehr Folgekonsultationen nach Ibuprofen, ohne den Mechanismus zu beweisen. Beobachtungen zu eitrigen Brustkomplikationen bleiben unsicher, weil schwerer Kranke eher NSAR nehmen. Bekannte Risiken an Magen, Niere und Herz gelten unverändert.

Wie lange darf ich Ibuprofen bei Halsschmerzen schlucken?

MedlinePlus verlangt, rezeptfreies Ibuprofen zu beenden, wenn Fieber länger als drei Tage oder Schmerz länger als zehn Tage dauert. NICE erwartet, dass Halsweh oft innerhalb einer Woche von selbst nachlässt. Länger schlucken, ohne den Verlauf zu prüfen, verschleiert eher eine andere Ursache, als dass es heilt.

Brauche ich ein Antibiotikum, wenn Ibuprofen nicht hilft?

Fehlender Tablettennutzen beweist keine Bakterien. NICE hält fest, dass Antibiotika Halsschmerzen im Mittel um etwa 16 Stunden verkürzen und die meisten Menschen nach einer Woche auch ohne Rezept besser sind. Ein Mittel gegen Bakterien kommt nach Score, Test und Schwere ins Spiel, nicht weil die Schmerztablette enttäuscht hat.

Fazit

Wer morgen mit Schnupfen oder Halsweh aufwacht, darf zuerst Paracetamol gegen Schmerz und Fieber wählen und Ibuprofen nur dann dazunehmen oder ersetzen, wenn es besser passt und der Beipackzettel das hergibt. Die Erwartung, ein Entzündungshemmer würde Husten, Nase und Krankheitsdauer spürbar drehen, stützt weder die britische Praxisstudie noch Cochrane. Dampf bleibt ein Ritual mit Verbrühungsrisiko, kein Ersatz für Schlaf und Flüssigkeit.

Die Leitlinie hat sich seit 2018 nicht von Ibuprofen verabschiedet, sie hat es relativiert. COVID-19 hat 2020 eine kurze Panik ausgelöst, die die EMA nicht bestätigt hat. Geblieben sind die alten Grenzen: niedrige Dosis, kurze Dauer, keine Mischung mit versteckten Wirkstoffen, kein NSAR ab der mittleren Schwangerschaft und kein Abwarten bei Atemnot, Schluckunfähigkeit oder Fieber, das die Drei- bis Viertagesmarke reißt.

Ein erneuter Arztbesuch nach Ibuprofen ist in der größten Alltagsstudie häufiger gewesen als nach Paracetamol. Das ist kein Grund zur Angst, aber ein Grund, die Tablette nicht zur Gewohnheit zu machen, während der Infekt seinen üblichen Weg von einer bis zwei Wochen geht.

Quellen

  1. Little P, Moore M et al.: Ibuprofen, paracetamol, and steam for patients with respiratory tract infections in primary care: pragmatic randomised factorial trial. The BMJ, 30. Oktober 2013.
  2. von Philipsborn P, Biallas R et al.: Adverse effects of non-steroidal anti-inflammatory drugs in patients with viral respiratory infections: rapid systematic review. BMJ Open, November 2020.
  3. NICE: Recommendations | Sore throat (acute): antimicrobial prescribing. National Institute for Health and Care Excellence, 26. Januar 2018.
  4. NICE: Summary of the evidence | Sore throat (acute): antimicrobial prescribing. National Institute for Health and Care Excellence, 26. Januar 2018.
  5. Kim SY, Chang YJ et al.: Non-steroidal anti-inflammatory drugs for the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews, 21. September 2015.
  6. Singh M, Singh M et al.: Heated, humidified air for the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews, August 2017.
  7. NHS: Common cold – NHS. National Health Service, 22. März 2024.
  8. NHS: Sore throat – NHS. National Health Service, 8. April 2024.
  9. MedlinePlus: Ibuprofen: MedlinePlus Drug Information. MedlinePlus, 15. September 2023.
  10. MedlinePlus: Common Cold | MedlinePlus. MedlinePlus, Stand: 2024.
  11. EMA: EMA gives advice on the use of non-steroidal anti-inflammatories for COVID-19. European Medicines Agency, 18. März 2020.
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