Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit: Seitenlage oder HLW

Erste Hilfe bei Bewusstlosigkeit: Seitenlage oder HLW

Wer bewusstlos ist und normal atmet, gehört in die stabile Seitenlage, früher oft Genesungsposition genannt, damit Zunge, Blut oder Erbrochenes die Luftwege nicht versperren. Fehlt die normale Atmung oder sind nur unregelmäßige Schnappzüge da, gilt das als Kreislaufstillstand: Notruf 112 wählen, sofort fest und schnell auf die Brustmitte drücken und einen automatisierten externen Defibrillator holen, sobald einer in der Nähe ist.

Laienhilfe ersetzt keinen Rettungsdienst. Sie kauft Zeit, bis Sauerstoff wieder im Blut kreist. Die US-Herzgesellschaft AHA zitiert für 2024 im Register CARES ein Überleben bis zur Entlassung von 10,5 Prozent nach außerklinischem Stillstand; günstige Hirnfunktion lag bei etwa 8,2 Prozent. Nur 47,7 Prozent der Erwachsenen erhielten Druckmassage durch Umstehende, ein Defibrillator kam vor dem Rettungsdienst in 7,9 Prozent der Fälle zum Einsatz. Jede Minute ohne Durchblutung erhöht das Risiko bleibender Hirnschäden. MedlinePlus nennt rund vier Minuten als Schwelle, nach der Schäden rasch zunehmen können.

Was soll Erste Hilfe leisten, bevor der Rettungswagen da ist?

Erste Hilfe hält Leben, verhindert weitere Schäden und erleichtert die spätere Genesung, bis ausgebildetes Personal übernimmt. Sie umfasst einfache Handgriffe, die sich mit wenig Material lernen lassen, und sie gilt nicht als Ersatz für Klinikbehandlung.

Der Europäische Rat für Wiederbelebung (ERC) hat 2025 die Erste-Hilfe-Leitlinie auf den Konsens von ILCOR gestützt und das Gerüst ABCDE empfohlen: Atemweg, Atmung, Kreislauf, neurologischer Status, Entkleiden und Umgebung. Vor dem Buchstaben A stehen Sicherheit, Ansprechbarkeit und eine lebensbedrohliche Blutung. Ein Helfer, der selbst stürzt, verbrennt oder im Verkehr überfahren wird, kann niemandem mehr nützen. Deshalb zuerst die Lage sichern, dann die Person prüfen.

Ältere Lehrgänge setzten das Kürzel ABC fast automatisch mit Pulsfühlen gleich. Für Laien hat sich das umgekehrt. Die AHA schreibt 2025, dass Umstehende den Stillstand an fehlender Reaktion und fehlender oder unnormaler Atmung erkennen sollen, nicht am Puls. Selbst Klinikpersonal braucht oft länger als zehn Sekunden und liegt dabei häufig falsch. Ein kurzer Blick auf Brustkorb und Atemgeräusch ersetzt die Tastung am Hals. Reagiert jemand nicht und atmet nicht normal, beginnt die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) ohne weitere Prüfung.

Drei Ziele bleiben dabei konkret und klein.

  • Die eigene Haut bleibt unversehrt, weil Gefahrstoffe, Strom oder fließender Verkehr zuerst beurteilt werden.
  • Die betroffene Person verliert möglichst wenig Zeit, bis 112 und ein Defibrillator unterwegs sind.
  • Kleine Maßnahmen wie Wärme, ruhiges Zureden und Druck auf eine spritzende Wunde können den Zustand halten, bis Profis eintreffen.
[Symbol der Ersten Hilfe]

Wie prüfe ich Gefahr, Reaktion und Atmung?

Zuerst die Umgebung prüfen, dann laut ansprechen und an der Schulter rütteln, bei Säuglingen nur den Fuß berühren, niemals schütteln. Bleibt jede Antwort aus, den Kopf überstrecken, das Kinn anheben und höchstens zehn Sekunden schauen, hören und fühlen, ob die Brust sich hebt.

Die britische Gesundheitsseite NHS (klinisch geprüft im April 2025) rät, gelegentliche unregelmäßige Schnappzüge zu ignorieren. Solche Züge, oft als Schnarchen oder Röcheln beschrieben, treten in Beobachtungsstudien bei einem großen Teil der außerklinischen Stillstände auf und sind der häufigste Grund, warum Umstehende zu spät mit der Druckmassage beginnen. Die AHA nennt Anteile von 40 bis 60 Prozent in den ersten Minuten und betont, dass der Nutzen einer begonnenen HLW bei Unsicherheit den Schaden bei einem bewusstlosen Menschen ohne Stillstand überwiegt.

Sind mehrere Personen da, ruft eine 112 und sucht den Defibrillator, die andere startet die Maßnahmen. Wer allein ist und ein Smartphone hat, wählt mit Lautsprecher und beginnt parallel. Das NHS warnt ausdrücklich davor, einen liegenden Erwachsenen allein zu verlassen, um irgendwo ein Gerät zu suchen, dessen Standort unbekannt ist. Die Leitstelle kann den nächsten öffentlich zugänglichen Kasten nennen.

Reagiert die Person, atmet sie normal und hat keine lebensbedrohliche Blutung, bleibt sie so liegen, wie sie sich wohlfühlt, bis Hilfe da ist. Fehlt jede Reaktion bei erhaltener, ruhiger Atmung, folgt die seitliche Lagerung. Fehlt die normale Atmung, bleibt sie auf dem Rücken auf festem Untergrund und bekommt Druckmassage.

Wann gehört jemand in die stabile Seitenlage?

Die stabile Seitenlage ist für Menschen gedacht, die nicht ansprechbar sind, aber regelmäßig atmen und keine Reanimation brauchen. Sie hält den Mund tief, lässt Speichel, Blut oder Erbrochenes ablaufen und zieht die Zunge nach vorn, weil der Hustenreflex im Bewusstlosen ausfällt.

Die Cleveland Clinic (Stand März 2026) nennt als typische Anlässe Krampfanfall, Ohnmacht, Unterzucker, Kopfverletzung ohne Atemstillstand und eine Opioidvergiftung, solange noch geatmet wird. Der ERC hat 2025 eine ILCOR-Übersicht mit 34 Arbeiten ausgewertet und rät zur seitlichen Lage statt zum Liegen auf dem Rücken, wenn die Ursache nicht traumatisch ist und keine Kriterien für Beatmung oder Druckmassage vorliegen. Gleichzeitig soll der Helfer Atemweg, Atmung und Ansprechbarkeit weiter beobachten. Verschlechtern sich diese Zeichen, kommt die Person zurück auf den Rücken, und bei Bedarf beginnt die HLW.

Zwei Ausnahmen sind in Europa 2025 schärfer formuliert als in älteren Texten. Bei Schnappatmung darf niemand auf die Seite gedreht werden, weil das den Beginn der Druckmassage verzögert und den Blick auf den Brustkorb erschwert. Bei bekanntem Trauma soll die Person nach ERC auf dem Rücken bleiben. Das NHS erlaubt das Drehen trotzdem, wenn der Atemweg anders nicht offen bleibt, und verlangt dann, Kopf und Wirbelsäule in einer Linie zu halten; mit einer zweiten Person sichert eine die Halswirbelsäule. Beide Quellen von 2025 meinen dasselbe Risiko. Die Luftwege gehen vor, unnötiges Wenden bei Verletzung der Wirbelsäule soll unterbleiben.

Zustand Erste Maßnahme Sofort außerdem
Reaktionslos, atmet ruhig und regelmäßig Auf die Seite lagern, Kopf überstrecken 112 rufen, Atmung weiter prüfen
Reaktionslos, atmet nicht oder schnappt nur Auf dem Rücken lassen, Druckmassage starten 112, Defibrillator holen lassen
Trauma, atmet, Atemweg unsicher Laut ERC 2025 auf dem Rücken belassen Atemweg offen halten, 112
Kind ohne Lebenszeichen Druck und Beatmung, nicht nur die Hände 112, Kinderpads am Defibrillator wenn vorhanden
Schwangere, reaktionslos, atmet Auf die linke Seite drehen 112, Kreislauf der großen Hohlvene entlasten

Die Cleveland Clinic verlangt bei Schwangerschaft ausdrücklich die linke Seite, weil die rechte Lage die untere Hohlvene einengen kann. Ein Säugling unter einem Jahr wird nicht wie ein Erwachsener gekippt, sondern auf dem Arm gehalten, Gesicht nach unten, Kopf etwas tiefer als der Bauch, Mund und Nase frei.

Wie lagert man in der stabilen Seitenlage?

Man kniet seitlich, streckt die Beine, nimmt eine Brille ab und räumt dicke Gegenstände aus den Taschen, ohne kleinteilig zu kramen. Der nahe Arm kommt im rechten Winkel vom Körper weg, Ellbogen gebeugt oder gestreckt, Handfläche nach oben.

Der ferne Arm wandert über die Brust, der Handrücken liegt an der nahen Wange und bleibt dort fest. Mit der freien Hand das ferne Knie anziehen, bis der Fuß flach steht, dann am Bein ziehen und den Körper zu sich rollen. Das oben liegende Bein so setzen, dass Hüfte und Knie rechtwinklig sind und die Person nicht auf das Gesicht zurückkippt. Den Kopf leicht überstrecken, das Kinn vom Brustbein lösen, die Wangenhand nachjustieren, damit Speichel nach unten ablaufen kann. Das entspricht der Schrittfolge, die das NHS 2025 und die Cleveland Clinic 2026 beschreiben; der ERC erlaubt den nahen Arm wahlweise gerade oder angewinkelt.

Danach bleibt jemand bei der Person. Die Cleveland Clinic rät, Atmung und Puls im Blick zu behalten und bei Aussetzen der Atmung sofort zurück auf den Rücken zu drehen und mit der HLW zu beginnen. Das NHS nennt eine praktische Grenze von etwa 30 Minuten in derselben Lage; danach soll auf die andere Seite gewechselt werden, damit die unten liegende Schulter nicht zu lange belastet wird. Eine Decke oder Jacke kann vor Auskühlung schützen, außer bei Hitzeerschöpfung oder Fieber.

Ein Säugling liegt bäuchlings auf dem Unterarm des Helfers, Kopf gestützt, Mund frei. Die Cleveland Clinic empfiehlt, den Handrücken vor Mund und Nase zu halten, um den Luftstrom zu spüren. Ein kleiner Körper auf dem Boden drückt die Atemwege leicht zu, deshalb bleibt der Kopf etwas tiefer als der Rumpf.

Wie funktioniert die Herz-Lungen-Wiederbelebung beim Erwachsenen?

Bei einem Erwachsenen ohne normale Atmung beginnt die HLW mit festen, schnellen Drücken auf die untere Hälfte des Brustbeins, nicht mit der Suche nach einem Puls. Die Mayo Clinic (März 2026), gestützt auf die AHA-Leitlinie 2025, verlangt mindestens fünf Zentimeter Tiefe und höchstens 6 Zentimeter, 100 bis 120 Mal pro Minute, vollständige Entlastung nach jedem Stoß, gerade Ellbogen, Schultern senkrecht über den Händen.

Ältere Laienkurse nannten oft vier bis fünf Zentimeter und rund 100 Drücke. Die AHA hat 2025 die Untergrenze bei fünf Zentimetern belassen und die Obergrenze bei sechs bekräftigt, weil Beobachtungsstudien mit mehr als 10 700 Patienten eine bessere Entlassung bei mindestens fünf Zentimetern fanden und bei Tiefen über sechs Zentimetern schlechtere Werte sahen. Für die Frequenz lagen die günstigeren Entlassungsraten in mehreren Kohorten zwischen 100 und 119 pro Minute. Ein Lied mit 100 bis 120 Schlägen kann das Tempo halten, ersetzt aber keinen Kurs.

Die Reihenfolge heißt seit 2010 C-A-B. Zuerst Kreislauf durch Druck, dann Atemweg, dann Beatmung. Die Person liegt auf festem Untergrund; ein weiches Bett federt mit und frisst Tiefe. Das NHS rät, sie auf den Boden zu bringen, wenn das gefahrlos möglich ist. Die Handballen sitzen in der Brustmitte, Finger verschränkt, Arme gestreckt. Nach 30 Drücken, wer trainiert und bereit ist, den Kopf überstrecken, die Nase zukneifen, den Mund abdichten und zwei Atemzüge von je etwa einer Sekunde geben, bis sich der Brustkorb hebt. Hebt er sich nicht, den Atemweg neu öffnen, höchstens zwei Versuche, dann sofort wieder drücken. Pausen für die Beatmung sollen unter zehn Sekunden bleiben.

Die HLW startet das Herz selten neu. Sie hält einen Restfluss zu Hirn und Herzmuskel, bis ein Defibrillator ein schockbares Kammerflimmern beenden kann oder der Rettungsdienst Medikamente und Atemwegssicherung übernimmt. Knackgeräusche an Rippen können auftreten, besonders bei älteren, steifen Thoraces. Das ist kein Grund aufzuhören, solange die Tiefe im Zielkorridor bleibt und niemand die Hände zwischen den Stößen abheben lässt.

Reicht die Druckmassage allein, oder braucht es Beatmung?

Untrainierte Helfer und alle, die den Mund-zu-Mund-Kontakt nicht leisten wollen, sollen beim Erwachsenen durchgehend fest drücken, bis Hilfe übernimmt. Die Mayo Clinic formuliert das 2026 klar für Laien ohne Kurs und für Geübte, die unsicher sind. Trainierte, die sich die Atemspende zutrauen, sollen 30 zu 2 machen, weil mehrere Beobachtungsarbeiten und eine große Sekundäranalyse einen Vorteil für Druck plus Beatmung andeuten.

Eine Metaanalyse von Bielski und Kollegen (Cardiology Journal, 2023) verglich konventionelle Laien-HLW mit reiner Druckmassage bei Erwachsenen außerhalb der Klinik. Die Entlassung lag bei 10,2 Prozent gegen 9,3 Prozent, ein gutes neurologisches Ergebnis bei 6,5 gegen 5,8 Prozent; beide Differenzen waren statistisch nicht signifikant. Die AHA 2025 hält deshalb beide Wege für vertretbar und priorisiert, dass überhaupt jemand beginnt. Wer beatmet, soll sichtbares Heben des Brustkorbs anstreben und Überblähung vermeiden. Ein Atemzug dauert etwa eine Sekunde, nicht eine tiefe forcierte Einblasung.

Bei Kindern kehrt sich die Abwägung. Viele kindliche Stillstände beginnen als Atemversagen, nicht als primäres Kammerflimmern. Eine Metaanalyse von Kietlińska und Kollegen (2025) fand nach einem Monat 18,0 Prozent Überleben mit konventioneller HLW gegen 12,3 Prozent mit alleiniger Druckmassage; ein günstiges neurologisches Ergebnis lag bei 9,0 gegen 6,3 Prozent. MedlinePlus und die AHA raten deshalb ausdrücklich davon ab, bei Kindern nur die Hände zu benutzen, sofern der Helfer beatmen kann. Wer das nicht kann, soll trotzdem drücken statt nichts tun.

Zwei Helfer wechseln etwa alle zwei Minuten, ohne lange Lücken. Beim Kind mit zwei Geübten gilt oft 15 Drücke und zwei Atemzüge. Ein einzelner Helfer bleibt bei 30 zu 2, damit der Wechsel nicht zur Pause wird.

[Geschwindigkeitsübertretender Krankenwagen]

Wann und wie setzt man einen Defibrillator ein?

Ein automatisierter externer Defibrillator analysiert den Rhythmus und gibt einen Schock nur, wenn Kammerflimmern oder eine pulslose ventrikuläre Tachykardie vorliegen. Die Mayo Clinic beschreibt 2026 das Gerät als Sprachführer: einschalten, Pads auf die nackte Haut kleben, Abstand halten, wenn ein Schock gefordert wird, danach die Druckmassage sofort fortsetzen, typischerweise etwa zwei Minuten, bis die nächste Analyse kommt.

Für Erwachsene gilt: wer allein ist, ruft zuerst 112, holt das Gerät nur, wenn es unmittelbar daneben liegt, und beginnt dann zu drücken. Sind zwei Personen da, bleibt eine an der Brust, die andere holt den Kasten. Pads nicht über Schmuck, Schrittmacherbeulen oder Medikamentenpflaster kleben; ein nasser Brustkorb wird kurz abgetrocknet. Bei Frauen und Menschen mit Brustgewebe die Pads unter das Gewebe bzw. nach Herstellerbild setzen, nicht auf BH-Bügel aus Metall.

Für Kinder unter acht Jahren sollen, wenn vorhanden, Kinderpads oder ein Dämpfungsstecker genutzt werden. Fehlen sie, sind Erwachsenenpads zulässig; sie dürfen sich nicht berühren, notfalls eines vorn und eines auf dem Rücken. Die AHA und die American Academy of Pediatrics (AAP) haben 2025 bekräftigt, das Gerät so früh wie möglich anzuschließen, sobald die Situation das zulässt. Ein Defibrillator ersetzt die Druckmassage nicht. Er unterbricht sie nur für Analyse und Schock, dann geht es weiter, bis Lebenszeichen da sind oder der Rettungsdienst übernimmt.

Öffentliche Kästen hängen in Bahnhöfen, Sportstätten, Behörden und manchen Wohnhäusern. Die Leitstelle 112 kennt in vielen Regionen den nächsten Standort. Übung an einem Kursmodell bleibt sinnvoll, weil das erste Mal im Ernstfall selten ruhig wirkt. Fehlt jedes Training, folgen die Sprachansagen trotzdem; die Mayo Clinic hält fest, dass Handeln besser ist als Abwarten.

Was ändert sich bei Kindern und Säuglingen?

Kinder bis zur Pubertät und Säuglinge ab der fünften Lebenswoche brauchen früher Beatmung und eine angepasste Drucktiefe, weil der Stillstand oft hypoxisch beginnt. Die AHA und die AAP haben im Oktober 2025 die pädiatrische Basisversorgung erstmals seit 2020 wieder vollständig neu gefasst. Neugeborene in den ersten vier Lebenswochen folgen einem eigenen Kapitel und gehören nicht in dieses Schema.

Die Tiefe bleibt etwa ein Drittel des Brustkorbs, grob fünf Zentimeter beim Kind und vier Zentimeter beim Säugling, Frequenz 100 bis 120. Beim Kind eine oder zwei Hände auf der unteren Brustbeinhälfte. Beim Säugling empfehlen AHA und AAP 2025 den Ballen einer Hand oder den Daumen-Umfassungsgriff; die klassische Zwei-Finger-Technik entfällt, weil Registerdaten und Simulationsarbeiten die nötige Tiefe damit selten erreichten. Die Mayo-Seite beschrieb im März 2026 noch zwei Finger. Maßgeblich ist die jüngere Leitlinie der Fachgesellschaften.

Wer ein Kind allein findet und den Kollaps nicht gesehen hat, soll laut Mayo Clinic etwa zwei Minuten HLW geben, bevor der Notruf gewählt und ein Defibrillator geholt wird. Wurde der Kollaps beobachtet, kommt der Anruf zuerst, weil dann ein primär kardiales Ereignis wahrscheinlicher ist. Mit einem zweiten Helfer ruft dieser sofort und sucht das Gerät, während die Druck-Beatmungs-Zyklen laufen. Niemals ein Kind schütteln, um es „wachzukriegen“.

Fremdkörper in den Atemwegen folgen 2025 ebenfalls einem neuen Takt. Bei schwerer Verlegung, also ohne wirksamen Husten, wechseln Helfer bei Kindern fünf Rückenschläge und fünf Oberbauchstöße, bei Säuglingen fünf Rückenschläge und fünf Bruststöße. Oberbauchstöße sind bei Säuglingen nicht vorgesehen, weil Bauchorgane verletzt werden können. Wird die Person bewusstlos, beginnt die HLW, und der Mund wird nur inspiziert, wenn ein sichtbares Stück greifbar ist.

Was tun bei Verschlucken, Opioiden und anderen Notfällen?

Ein Erwachsener mit schwerer Atemwegsverlegung bekommt nach AHA 2025 Zyklen aus fünf Rückenschlägen und fünf Oberbauchstößen, bis das Stück herauskommt oder das Bewusstsein schwindet. Leichte Verlegung mit wirksamem Husten bleibt beobachtet; der Helfer greift nicht in den Mund, solange Luft kommt. Wird die Person bewusstlos, folgt die HLW, weil die Drücke selbst einen Fremdkörper nach oben pressen können.

Bei Verdacht auf eine Opioidvergiftung ändert sich die Reihenfolge nicht grundlegend. Die AHA hat 2025 Naloxon in die Laienalgorithmen aufgenommen. MedlinePlus (Stand Februar 2026) schreibt, das Gegenmittel zu geben, wenn es bereitliegt, ohne die Druckmassage zu unterbrechen. Der ERC nennt nasales Spray oder, nach Schulung, einen intramuskulären Autoinjektor und verweist auf die Packungsanweisung für eine zweite Dosis. Enge Pupillen, sehr langsame oder fehlende Atmung und tiefe Schläfrigkeit können den Verdacht stützen, ersetzen aber nicht den Notruf.

Weitere rote Flaggen, bei denen 112 ohne Zögern gewählt wird, sind unabhängig von der Lagerungstechnik.

  • Plötzlicher Kollaps mit fehlender oder schnappender Atmung, auch wenn jemand „noch röchelt“.
  • Starke, nicht stillbare Blutung, offener Brustkorb oder Verdacht auf Querschnittsverletzung.
  • Krampfanfall, der nicht endet, oder Bewusstlosigkeit nach dem Anfall ohne normale Atmung.
  • Zeichen eines Herzinfarkts mit Druck in der Brust, kalter Schweiß, Schmerz in Arm, Kiefer oder Rücken, besonders wenn die Person danach nicht mehr reagiert.

Ein Kurs mit Übungspuppe und Defibrillator-Trainer bleibt die zuverlässigste Vorbereitung. Lesen erklärt die Logik, ersetzt aber nicht das Muskelgedächtnis für Tiefe, Frequenz und den Griff unter das Kinn.

Häufige Fragen

Reicht die stabile Seitenlage, oder muss ich trotzdem 112 rufen?

Der Notruf gehört dazu, sobald jemand reaktionslos am Boden liegt, auch wenn die Atmung zunächst ruhig wirkt. Die Cleveland Clinic und das NHS behandeln jede unerwartete Bewusstlosigkeit als medizinischen Notfall. Die Seitenlage sichert nur den Atemweg, bis der Rettungsdienst die Ursache klärt.

Darf ich eine HLW machen, obwohl ich keinen Kurs hatte?

Ja. Für Erwachsene ohne normale Atmung genügt die reine Druckmassage in der Brustmitte, fest und schnell, 100 bis 120 Mal pro Minute. Die Mayo Clinic betont 2026, dass der Versuch mehr nützt als das Abwarten. Ein Kurs bleibt sinnvoll, ist aber keine Voraussetzung, um zu beginnen.

Was ist Schnappatmung und warum zählt sie nicht als Atmen?

Schnappatmung sind langsame, unregelmäßige Züge, oft mit Röcheln oder Schnarchen. Die AHA 2025 wertet sie als Zeichen des Stillstands, nicht als ausreichende Ventilation. Wer sie mit normaler Atmung verwechselt, verzögert die Druckmassage.

Soll ich bei Verdacht auf eine Halswirbelverletzung trotzdem drehen?

Der ERC rät 2025 bei Trauma gegen die Seitenlage und belässt die Person auf dem Rücken. Das NHS dreht nur, wenn der Atemweg anders nicht offen bleibt, und hält dann Kopf und Wirbelsäule in einer Linie. Die Luftwege haben Vorrang vor einem unnötigen Wendemanöver.

Wie tief muss ich bei einem Kind drücken?

Etwa ein Drittel des Brustkorbs, grob fünf Zentimeter beim Kind und vier Zentimeter beim Säugling, Frequenz 100 bis 120. AHA und AAP 2025 wollen beim Säugling eine Hand oder den Daumengriff, nicht mehr zwei Finger. Beatmung soll, wenn möglich, dazukommen.

Kann ich mit der Druckmassage Rippen brechen?

Ja, vor allem bei älteren Menschen mit steifem Brustkorb kann Knochen knacken. Die Leitlinien werten das nicht als Grund zum Aufhören, solange Tiefe und Frequenz im Zielkorridor bleiben. Ein zu flaches Drücken schützt die Rippen, rettet aber kaum Hirngewebe.

[Stabile Seitenlage]

Fazit

Die Gabelung am Boden ist einfach und hat sich seit 2018 vor allem in den Feinheiten verschärft. Normale Atmung bei fehlender Reaktion heißt seitliche Lagerung, Beobachten, 112. Fehlende oder schnappende Atmung heißt Rückenlage, Druck 5 bis 6 Zentimeter, 100 bis 120 Mal in der Minute, Defibrillator so früh wie möglich. Bei Trauma und Schnappatmung bleibt die Person nach europäischer Leitlinie 2025 auf dem Rücken.

Kinder und Säuglinge bekommen, wenn der Helfer es kann, Druck und Atemspende; die reine Handmassage ist dort schlechter belegt. Säuglinge werden 2025 mit einer Hand oder mit beiden Daumen gedrückt, nicht mehr mit zwei Fingern. Schwere Erstickung beginnt mit Rückenschlägen, Naloxon darf die HLW nicht ersetzen, nur ergänzen.

Wer morgen etwas tun will, sucht den nächsten öffentlichen Defibrillator im Haus oder im Viertel, speichert 112 fest im Kopf und bucht einen Kurs mit Übungspuppe. Lesen bereitet vor. Üben macht den Griff unter das Kinn und die Tiefe auf dem Brustbein zur Gewohnheit, bevor jemand neben einem zusammenbricht.

Quellen

  1. Mayo Clinic Staff: Cardiopulmonary resuscitation (CPR): First aid. Mayo Clinic, 27. März 2026.
  2. Cleveland Clinic: Recovery Position. Cleveland Clinic, Stand: 6. März 2026.
  3. MedlinePlus: CPR – adult and child after onset of puberty. MedlinePlus Medical Encyclopedia, 10. Februar 2026.
  4. Kleinman ME, Buick JE, Huber N et al.: Part 7: Adult Basic Life Support: 2025 American Heart Association Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care. Circulation, 21. Oktober 2025.
  5. Joyner BL Jr, Dewan M, Bavare A et al.: Part 6: Pediatric Basic Life Support: 2025 American Heart Association and American Academy of Pediatrics Guidelines for Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care. Circulation, 21. Oktober 2025.
  6. Bielski K, Smereka J, Chmielewski J et al.: Meta-analysis of chest compression-only versus conventional cardiopulmonary resuscitation by bystanders for adult with out-of-hospital cardiac arrest. Cardiology Journal, 2023.
  7. Kietlińska M, Krawczyk A, Witkowski G et al.: Conventional versus hands-only cardiopulmonary resuscitation by bystanders for pediatrics with out-of-hospital cardiac arrest: A systematic review and meta-analysis. Cardiology Journal, 2025.
  8. Djärv T et al.: European Resuscitation Council Guidelines 2025 First Aid. Resuscitation, Oktober 2025.
  9. National Health Service: How to do CPR | St John Ambulance. National Health Service, 28. April 2025.
  10. National Health Service: How to put someone in the recovery position. National Health Service, 28. April 2025.
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