
Filzläuse (Phthirus pubis) lassen sich in der Regel mit einem frei verkäuflichen Läusepräparat auf Permethrin- oder Pyrethrin-Basis behandeln. Sexualpartner der letzten Wochen brauchen dieselbe Kur, und ein Test auf andere sexuell übertragbare Infektionen gehört dazu, weil der Befall oft über engen Hautkontakt weitergegeben wird.
Rasieren, Wachsen oder Zuckern ersetzt die Wirkstoffkur nicht. Kondome halten die Parasiten nicht auf, weil sie über grobes Haar wandern, nicht durch Schleimhaut. Das Haus muss niemand begasen. Was bleibt, ist eine saubere Anwendung auf allen behaarten Stellen außer Augen, eine Wiederholung, wenn noch lebende Tiere sitzen, heiße Wäsche der letzten zwei bis drei Tage und der Mut, Partner anzusprechen. Ältere Ratgeber nannten Lindan noch als Reserve; die STI-Leitlinie der US-Seuchenbehörde CDC von 2021 rät davon ab. Cirka-Zahlen wie „drei Millionen Fälle jährlich in den USA“ stehen in den aktuellen CDC-Texten nicht mehr. Berichte seit der Jahrtausendwende sprechen eher von einem Rückgang, parallel zur Mode, Schamhaar zu entfernen.
Was sind Filzläuse und wo sitzen sie?
Filzläuse sind blutsaugende Insekten der Art Phthirus pubis und klammern sich vor allem an grobes Haar in der Scham- und Analregion. Achseln, Brust, Rücken, Bart, Schnurrbart, Augenbrauen und Wimpern können mitbetroffen sein, das feine Kopfhaar fast nie.
Erwachsene messen nach CDC-Angaben vom Juni 2024 etwa 1,1 bis 1,8 Millimeter, ungefähr so lang wie eine Bleistiftspitze. Der Rumpf ist kurz und breit, die hinteren Beine wirken krabbenartig. Deshalb heißt der Parasit im Alltag oft Krabbenlaus. Kopf- und Kleiderläuse gehören zu einer anderen Gattung, sind schlanker und leben an anderen Orten. Das NHS schreibt klar, dass Filzläuse das Kopfhaar in der Regel nicht befallen. Sitzt dort eine Laus, handelt es sich meist um eine Kopflaus.
Ohne Blutmahlzeit sterben die Tiere nach CDC-Daten innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Ein Weibchen legt in einem Leben von drei bis vier Wochen rund 30 Eier, nicht Hunderte. Die Eier, Nissen genannt, kleben fest am Haarschaft nahe der Haut, schlüpfen nach etwa einer Woche, und die Nymphen reifen in sechs bis neun Tagen. Ältere Texte, die ein Leben von Monaten und 300 Eier behaupteten, passen nicht zu diesem Stand. Filzläuse übertragen nach CDC keine Viren oder Bakterien auf den Menschen. Der Schaden entsteht durch Juckreiz, Kratzen und, bei Wimpern, gereizte Lider. Tiere außerhalb des Menschen, etwa Hunde oder Katzen, spielen keine Rolle.

Wie steckt man sich mit Filzläusen an?
Der übliche Weg ist enger Haut-an-Haut-Kontakt, fast immer beim Sex. Die Läuse springen nicht, fliegen nicht und schwimmen nicht; sie krabbeln von einem Haar zum nächsten, sobald die Körper nahe genug sind.
Gelegentlich reicht geteilte Kleidung, Bettwäsche oder ein Handtuch. Ein gerade benutzter Toilettensitz gilt bei der CDC als sehr seltene Möglichkeit, nicht als typischer Ansteckungsweg. MedlinePlus nennt zusätzlich Anprobe von Badekleidung ohne Unterwäsche als theoretisches Risiko. In der Praxis bleibt der Sexualkontakt der Hauptpfad, vor allem bei Erwachsenen. Kinder können Tiere über engen familiären Körperkontakt oder über Textilien bekommen. Gleichzeitig gilt ein Befall an Wimpern oder Augenbrauen bei Kindern und Jugendlichen als Hinweis, der nach Mayo Clinic und CDC eine Prüfung auf sexuellen Übergriff einschließt, ohne dass jeder Fall Missbrauch beweist.
Kondome, Diaphragma oder andere Barrieremethoden schützen vor manchen Infektionen der Schleimhaut, nicht vor Filzläusen. Mehrere Partner erhöhen die Wahrscheinlichkeit, auf jemanden mit Befall zu treffen. Schlechte Hygiene ist keine Voraussetzung. Wer Schamhaar rasiert, senkt nach der CDC-STI-Leitlinie von 2021 eher die Häufigkeit in der Bevölkerung und verschiebt das Muster: Die Tiere sitzen dann untypisch an Wimpern, Bart oder Achseln, statt im klassischen Schamdreieck. Das Rasieren selbst beendet einen bestehenden Befall nicht.
Welche Symptome verursachen Filzläuse?
Leitsymptom ist starker Juckreiz in der Schamgegend, oft nachts stärker. Der Juckreiz entsteht nicht im Moment des Bisses, sondern als verzögerte Hautreaktion auf Speichel und Kot.
MedlinePlus schreibt, dass der Juckreiz sofort einsetzen kann oder erst nach zwei bis vier Wochen. Bei einer späteren erneuten Infestation kann er schon nach ein bis zwei Tagen kommen; das American Family Physician fasst die Überempfindlichkeit bei Läusearten allgemein so zusammen. Kleine rote Papeln, Kratzeffekte und nässende Stellen sind häufig. Merkmal, das fast nur hier vorkommt, sind blassblaue oder graublaue Flecken an Oberschenkeln, Gesäß oder Unterbauch, Maculae caeruleae genannt. Das Merck Manual (Stand November 2025) führt sie auf gerinnungshemmende Stoffe im Läusespeichel zurück. Auf dunkler Haut sind sie schwerer zu sehen.
Weitere Hinweise sind rostbraune oder schwärzliche Punkte auf Haut und Unterwäsche (Kot), Blutspuren nach Kratzen und sichtbare ovale, grauweiße oder gelbliche Nissen am Haaransatz. Das NHS nennt zusätzlich kleine rote oder blaue Bissflecken. Bei Wimpern jucken, brennen und tränen die Augen, die Lider können sich entzünden. Manche Menschen entdecken zuerst die Tiere selbst, weil der Juckreiz noch fehlt. Fieber und Mattigkeit erwähnt eine kanadische Praxisleitlinie nur bei sehr ausgedehntem Befall; das ist die Ausnahme, nicht der Alltag.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Die Diagnose steht, wenn jemand lebende Läuse oder frische Nissen an grobem Haar sieht. Eine Lupe oder ein Dermatoskop hilft, weil die Tiere klein sind, sich langsam bewegen und oft an mehr als einem Haar hängen.
Nissen allein beweisen keinen aktuellen Befall. Leere Hüllen bleiben nach erfolgreicher Kur wochenlang kleben und werden mit Schuppen, Haarspray oder Schmutz verwechselt. Die Mayo Clinic bestätigt den Befall vor allem über bewegliche Tiere. Das Merck Manual nennt als Stütze dunkelbraune Kotpunkte auf Haut oder Wäsche; eine Woods-Lampe oder Mikroskopie kann unsichere Fälle klären. Der Arzt prüft nicht nur das Schamhaar, sondern Achseln, Brust, Bart und Wimpern, sonst wandern überlebende Tiere in unbehandelte Bezirke.
Bei sexuell erworbenem Befall gehört die Suche nach anderen Infektionen zur Diagnose, nicht als Extra. Die CDC-STI-Leitlinie von 2021 nennt ausdrücklich HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö. Britische CKS-Texte, die die europäische Hautleitlinie zitieren, sprechen von begleitenden sexuell übertragbaren Infektionen bei etwa 30 Prozent der Betroffenen. Das ist kein automatischer Zweitbefund, aber ein Grund, das Angebot einer sexualmedizinischen Sprechstunde anzunehmen statt nur die Creme mitzunehmen.
Welche Mittel töten die Läuse zuerst?
Erste Wahl in den USA ist Permethrin 1 Prozent als Creme-Spülung oder ein Schaum mit Pyrethrinen plus Piperonylbutoxid, jeweils zehn Minuten auf den befallenen Stellen, dann abwaschen. Beide Mittel sind ohne Rezept erhältlich, wenn man die Packungsanweisung genau einhält.
Die CDC-Seite zur Behandlung (Stand 12. November 2024) verlangt vorheriges Waschen und Trocknen der Region, vollständiges Benetzen des Schamhaars und aller anderen befallenen Bezirke, danach Nissen mit feinem Kamm oder Fingernägeln entfernen und frische Unterwäsche anziehen. Wirkstoffhaltige Präparate gehören nicht an die Augen. In Großbritannien beschreibt das NHS ein anderes Schema: medikamentöse Creme oder Shampoo oft am ganzen Körper außer Augenbrauen und Wimpern, zwölf Stunden oder über Nacht einwirken, nach einer Woche wiederholen. Die CKS-Empfehlungen nennen dort Permethrin 5 Prozent Creme oder wässriges Malathion 0,5 Prozent. In Deutschland gibt die Apotheke das zugelassene Präparat und die Einwirkzeit; wer US-Packungsangaben und britische Schemata mischt, unter- oder überdosiert leicht.
| Mittel | Quelle und Schema | Rolle |
|---|---|---|
| Permethrin 1 % | CDC, 10 Minuten auf befallene Stellen | Erstlinie in den USA |
| Pyrethrin plus Piperonylbutoxid | CDC, 10 Minuten | Erstlinie, frei verkäuflich |
| Permethrin 5 % Creme | NICE CKS, nach Packung | Erstlinie in britischer Primärversorgung |
| Malathion 0,5 % | CDC, 8–12 Stunden; in den USA oft Off-Label | Alternative bei Versagen |
| Ivermectin oral 250 µg/kg | CDC, mit Essen, Wiederholung nach 7–14 Tagen | Alternative, begrenzt eizid |
Eine einzelne Anwendung tötet erwachsene Tiere oft, Eier aber unzuverlässig. Die europäische Leitlinie, die CKS zitiert, fand zehn Tage nach Kur und Kämmen noch bei 40 Prozent der Personen lebende Stadien. Deshalb folgt eine zweite Runde, sobald Nymphen schlüpfen, bevor sie selbst Eier legen. Die CDC-Patienteninformation nennt dafür Tag 9 bis 10, wenn noch lebende Läuse sichtbar sind. Das American Family Physician hält bei nicht eiziden Mitteln Tag 9 für einen günstigen Zeitpunkt. Juckreiz kann nach gelungener Kur noch Tage bis Wochen anhalten, besonders wenn die Haut schon wund ist. Das allein ist kein Beweis, dass die Tiere überlebt haben.
Was tun, wenn die erste Kur nicht reicht?
Zuerst die Technik prüfen, dann den Wirkstoff wechseln. Viele „Resistenzen“ sind zu kurze Einwirkzeit, zu wenig Menge, vergessene Achseln oder ein unbehandelter Partner.
Die CDC schreibt 2021, gemeldete Unempfindlichkeit gegen Permethrin und Pyrethrin nehme zu und sei weit verbreitet. Die Belege stammen zu einem großen Teil von Kopfläusen; für Filzläuse sind echte Resistenzfälle seltener dokumentiert, werden aber analog angenommen. Versagt ein korrekt angewendetes Erstmittel, folgt Malathion 0,5 Prozent über 8 bis 12 Stunden oder orales Ivermectin. Malathion riecht unangenehm, braucht lange auf der Haut und ist in den USA für Filzläuse nicht eigens zugelassen; die CDC-Klinikseite vom April 2024 stuft den Einsatz als Off-Label ein. Das Präparat ist leicht entzündlich, also fern von Zigaretten, Föhn und offenen Flammen halten.
Orales Ivermectin dosiert die STI-Leitlinie mit 250 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht, eingenommen mit einer Mahlzeit, weil Fett die Aufnahme und die Konzentration in der Haut hebt. Eine zweite Dosis nach 7 bis 14 Tagen ist nötig, weil der Stoff Eier kaum erreicht und die Halbwertszeit kurz ist. Bei schwerer Leberkrankheit ist die Sicherheit mehrerer Gaben unklar; die Nierendosis muss nicht angepasst werden. Die US-Zulassung gilt für die topische Ivermectin-Lotion, nicht für die Tablette. Die Mayo Clinic rät von oralem Ivermectin in Schwangerschaft und Stillzeit ab, während die CDC menschliche Daten als eher niedriges Risiko einstuft und trotzdem Permethrin vorzieht. Kinder unter 15 Kilogramm sollen Ivermectin nicht routinemäßig bekommen.
Lindan, in älteren Ratgebern noch als Reserve beschrieben, empfiehlt die CDC-STI-Leitlinie 2021 für Läuse nicht mehr. Gründe sind Neurotoxizität, Krampfanfälle nach Anwendung auf gereizter Haut, Berichte über aplastische Anämie und ein enges Verbot bei Schwangeren, Stillenden, Kindern unter zehn Jahren und Menschen mit ausgedehntem Hautschaden. In den USA und Kanada ist Lindan laut CDC-Klinikseite 2024 vom Markt. Wo es noch existierte, galt es nie als erste Wahl.
Wie behandelt man Wimpern, Schwangerschaft und Kinder?
Wimpern und Augenbrauen bekommen kein Insektizid aus der Körperflasche. Wenige Tiere und Nissen kann man mit Fingernägeln oder einem feinen Kamm ablösen; mehr Befall braucht eine sterilisierte Augensalbe.
Die CDC verlangt ophthalmologisches Petrolatum auf den Lidrändern zwei- bis viermal täglich über zehn Tage. Haushaltsvaseline ist ungeeignet, weil sie die Augen reizen kann. Die STI-Leitlinie formuliert etwas knapper: okkludierende Augensalbe oder Vaseline-Qualität für Augen, zweimal täglich, zehn Tage. Britische CKS-Texte bevorzugen eine inerte Paraffin-Augensalbe zweimal täglich über 8 bis 10 Tage und erlauben Permethrin 1 Prozent an den Wimpern nur bei Erwachsenen außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit, Augen geschlossen, nach zehn Minuten abwaschen. Unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit bleibt die Augensalbe die sichere Variante. Den Körper muss man parallel behandeln, sonst wandern Tiere zurück an die Lider.
Schwangere und Stillende sollen nach CDC und nach CKS topisches Permethrin oder Pyrethrin plus Piperonylbutoxid nutzen. Die Aufnahme durch die Haut ist gering, die Datenlage zu Fehlbildungen dünn, aber ohne Signal für ein klares Risiko. Orales Ivermectin bleibt Zweitlinie und in der Mayo-Lesart während Schwangerschaft und Stillzeit tabu. Kinder behandelt man mit Permethrin, nicht mit Lindan, nicht mit Ivermectin unter 15 Kilogramm. Ein Befall beim Kind ist kein Automatismus für sexuellen Missbrauch, weil enger nichtgenitaler Kontakt in der Wohnung reicht. Trotzdem muss die Möglichkeit geprüft und dokumentiert werden, besonders bei Wimpernbefall ohne plausiblen Haushaltskontakt.
Wann sollte man mit Filzläusen zum Arzt?
Zum Arzt oder in die sexualmedizinische Sprechstunde gehen lohnt immer dann, wenn die Diagnose unsicher ist, frei verkäufliche Mittel versagen, jemand schwanger ist oder die Haut eitert. Filzläuse verschwinden ohne Wirkstoffkur nicht von selbst, schreibt das NHS.
Die Mayo Clinic nennt vier konkrete Anlässe: unklare Diagnose, Versagen der Apothekenmittel, Schwangerschaft und infizierte Kratzeffekte. Kinder mit Befall gehören in ärztliche Hände, nicht nur wegen der Wirkstoffwahl, sondern wegen der Abklärung des Übertragungswegs. Wer nach einer Woche noch lebende Läuse oder Nissen direkt an der Hautgrenze sieht, braucht eine Zweitlinie, nicht die dritte Tube desselben Präparats. CKS rät bei weiterem Versagen, untypischem Bild oder Zweifeln an der Diagnose zur Überweisung ins Fachzentrum für sexuell übertragbare Infektionen.
| Lage | Typische Zeichen | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Klare Selbstsicht | Bewegliche Läuse, Juckreiz, Partner bekannt | Apotheke, Packung genau einhalten |
| Unsicher | Nur Juckreiz, keine Tiere gefunden | Hausarzt oder Hautarzt, Lupe |
| Versagen | Lebende Läuse nach korrekter Kur | Arzt, alternatives Mittel |
| Schwangerschaft oder Kind | Jeder bestätigte Befall | Ärztliche Auswahl des Präparats |
| Superinfektion | Eiter, zunehmende Rötung, Schmerz, Fieber | Arzt, ggf. Antibiotikum |
| Wimpern | Juckende Lider, sichtbare Tiere | Kein Körpershampoo ins Auge, Augensalbe |
Atemnot, Kreislaufkollaps oder eine rasch wandernde Hautrötung sind selten und gehören in die Notfallmedizin, nicht in die Selbstbehandlung. Der Alltagspfad ist unspektakulärer: Packungsbeilage, Partnerinfo, Kontrollblick nach einer Woche.
Wie schützt man Partner, Wäsche und Mitbewohner?
Sexualpartner des letzten Monats sollen nach CDC mitbehandelt werden, auch ohne Juckreiz. Europäische Leitlinien, die das American Family Physician 2019 und CKS zitieren, ziehen den Kreis auf drei Monate. CKS wählt die weitere Frist, damit beide Empfehlungen abgedeckt sind.
Sexuelle Kontakte pausieren, bis beide Seiten behandelt sind, Wäsche heiß gelaufen ist und die Nachkontrolle keine lebenden Tiere mehr zeigt. Handtücher, Rasierer und Unterwäsche nicht teilen. Waschbare Stücke aus den zwei bis drei Tagen vor der Kur kommen in die Maschine mit mindestens 54 °C (CDC: 130 Fahrenheit) und in den heißen Trockner. Das NHS nennt 50 °C oder höher, Chemischreinigung oder zwei Wochen im dichten Beutel. Matratzen absaugen reicht; das ganze Haus mit Sprays einnebeln ist nach CDC überflüssig und kann beim Einatmen oder über die Haut giftig sein. Gegenstände, die die Hitze nicht vertragen, bleiben zwei Wochen luftdicht verpackt, weil die Tiere ohne Blutmahlzeit nicht länger überleben.
Wer nur sich selbst behandelt und den Partner verschweigt, holt sich die Läuse oft innerhalb weniger Tage zurück. Das ist keine moralische Frage, sondern Biologie: Die Tiere sitzen schon auf dem nächsten Körper, bevor der Juckreiz dort beginnt. Haushaltsmitglieder ohne engen Hautkontakt brauchen keine Automatik-Kur, sollen aber grobes Haar prüfen, wenn jemand juckt.
Welche Komplikationen können auftreten?
Unbehandelt bleibt der Juckreiz und die Haut kann sich bakteriell entzünden. Die CDC betont, dass Filzläuse selbst keine anderen Infektionskrankheiten übertragen; gefährlich wird das Kratzen.
Offene Stellen können Impetigo oder eine tiefe Hautentzündung entwickeln. An den Lidern drohen Blepharitis, Bindehautentzündung und selten eine Reizung der Hornhaut; die Mayo Clinic nennt bei Kindern mit Wimpernbefall ausdrücklich eine Bindehautentzündung. Lymphknoten in der Leiste können anschwellen. Der soziale Schaden, Scham und die Angst, den Partner zu verlieren, wiegt für viele schwerer als der medizinische Verlauf. Das rechtfertigt keine Geheimhaltung. Wer den Befall verschweigt, verlängert die Kette.
Ein zweiter, oft übersehener Schaden ist die verpasste Zweitinfektion. Weil Filzläuse den gleichen Weg nehmen wie Chlamydien oder Gonokokken, kann ein „nur Läuse“-Besuch die Chance auf einen frühen Test vertun. Die CDC verlangt diese Tests ausdrücklich. Nach gelungener Kur bleiben leere Nissen sichtbar. Sie sind kein Rückfall. Bewegliche Tiere oder volle Eier an der Hautgrenze sind es.
Häufige Fragen
Kann man Filzläuse von einer Toilette bekommen?
Theoretisch ja, praktisch fast nie. Die CDC nennt einen gerade benutzten Toilettensitz als sehr seltene Möglichkeit, weil die Tiere ohne Blutmahlzeit schnell sterben und nicht springen. Der übliche Weg bleibt enger Körperkontakt, fast immer Sex. Wer nach einem öffentlichen Klo juckt und keine Tiere findet, hat eher eine Hautreizung als einen Befall.
Schützen Kondome vor Filzläusen?
Nein. Kondome senken das Risiko für viele sexuell übertragbare Infektionen der Schleimhaut, halten Läuse im Schamhaar aber nicht auf. Trotzdem bleiben sie sinnvoll, weil derselbe Kontakt oft mehrere Erreger gleichzeitig überträgt. Die CDC verlangt nach einem Filzlausbefall ohnehin Tests auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö.
Muss ich die Schamhaare rasieren, damit die Läuse verschwinden?
Nein. Die CDC schreibt seit 2024 ausdrücklich, dass Rasur, Wachs und Zuckerpaste Filzläuse nicht beseitigen. Haarlosigkeit in der Bevölkerung hat die Häufigkeit vermutlich gesenkt und ungewöhnliche Sitzorte begünstigt, ersetzt aber keine Wirkstoffkur. Nach der Behandlung kann man Nissen aus dem verbliebenen Haar kämmen.
Wie lange überlebt eine Filzlaus ohne Menschen?
Nach CDC-Angaben 24 bis 48 Stunden, weil sie Blut braucht. Deshalb reicht heiße Wäsche der letzten zwei bis drei Tage oder zwei Wochen im dichten Beutel. Wer die ganze Wohnung begast, gewinnt nichts und atmet unnötig Giftstoffe ein.
Bleiben Nissen nach der Kur ein Zeichen, dass der Befall weitergeht?
Leere Hüllen kleben weiter am Haar und bedeuten keinen aktiven Befall. Verdächtig sind bewegliche Läuse oder volle Eier direkt an der Haut. Dann folgt nach CDC eine zweite Anwendung um Tag 9 bis 10 oder ein Wechsel des Wirkstoffs, wenn die erste Kur technisch sauber war.
Soll ich meinen Partner informieren, auch wenn er nichts spürt?
Ja. Der Juckreiz kann Wochen auf sich warten lassen, während die Tiere schon sitzen. Die CDC verlangt die Information und Mitbehandlung der Partner des letzten Monats; europäische Texte gehen bis drei Monate. Schweigen führt fast sicher zur Rückkehr der Läuse.
Fazit
Wer bewegliche Filzläuse sieht, holt ein zugelassenes Permethrin- oder Pyrethrin-Präparat, behandelt alle grob behaarten Stellen außer den Augen und wiederholt die Kur, wenn nach gut einer Woche noch Tiere leben. Wimpern bekommen eine Augensalbe in Augenqualität, nicht die Körperflasche und nicht die Dose aus dem Haushalt. Schwangere, Stillende und Kinder brauchen ärztliche Auswahl des Mittels.
Am selben Tag informiert man Sexualpartner, wäscht Wäsche heiß und vereinbart Tests auf andere sexuell übertragbare Infektionen. Lindan gehört nicht mehr zur modernen Erstversorgung. Rasur ist keine Therapie, Begasung keine Hygiene. Der Befall sagt nichts über Sauberkeit, aber viel über engen Kontakt. Wer das nüchtern angeht, beendet die Kette meist mit zwei Anwendungen und einem offenen Gespräch, nicht mit Scham und einem dritten wirkstoffgleichen Shampoo.
Quellen
- Centers for Disease Control and Prevention: Treatment of Pubic Lice. Centers for Disease Control and Prevention, 12. November 2024.
- Centers for Disease Control and Prevention: Ectoparasitic Infections. Centers for Disease Control and Prevention, Stand: 22. Juli 2021.
- Centers for Disease Control and Prevention: About Pubic „Crab“ Lice. Centers for Disease Control and Prevention, 4. Juni 2024.
- Centers for Disease Control and Prevention: Caring for Patients with Pubic Lice. Centers for Disease Control and Prevention, 8. April 2024.
- Mayo Clinic: Pubic lice (crabs) – Symptoms & causes. Mayo Clinic, 18. Dezember 2025.
- Mayo Clinic: Pubic lice (crabs) – Diagnosis & treatment. Mayo Clinic, 18. Dezember 2025.
- MedlinePlus: Pubic lice – Medical Encyclopedia. MedlinePlus Medical Encyclopedia, 13. Oktober 2024.
- Dinulos JGH: Lice (Pediculosis). Merck Manual Professional Edition, Stand: November 2025.
- National Health Service: Pubic lice (sometimes called crabs). National Health Service, 15. Mai 2026.
- National Institute for Health and Care Excellence: Scenario: Management. NICE Clinical Knowledge Summaries, Stand: 2023.
- Gunning K, Kiraly B, Pippitt K: Lice and Scabies: Treatment Update. American Family Physician, 15. Mai 2019.
