Migräne behandeln: Anfall stoppen und vorbeugen

Migräne behandeln: Anfall stoppen und vorbeugen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Attacken, die unbehandelt meist 4 bis 72 Stunden dauern und oft Übelkeit sowie Empfindlichkeit für Licht und Geräusche mitbringen; sie ist mehr als ein starker Kopfschmerz. Die Mayo Clinic (Stand 8. Juli 2025) beschreibt pulsierenden oder pochenden Schmerz, häufig einseitig, der Arbeit, Familie und Alltag unterbrechen kann. Es gibt keine Heilung, aber Anfälle lassen sich oft früher dämpfen und seltener machen, wenn das Akutmittel rechtzeitig kommt und bei vielen Tagen im Monat eine Vorbeugung geplant wird.

Seit 2018 haben Antikörper und Tabletten gegen das Schmerzsignal Calcitonin-Gene-Related Peptide, kurz CGRP, die Vorbeugung verändert. Die American Headache Society stellt diese Mittel seit März 2024 als Erstlinie, während das britische NICE sie erst nach drei anderen Vorbeugemitteln prüft. Pestwurz, in älteren Ratgebern noch als Kraut genannt, gilt wegen Leberschäden nicht mehr als Option. Wer Muster kennt, Warnzeichen von der Migräne trennt und Schmerzmittel nicht täglich stapelt, kommt weiter als mit einer festen Liste aus fünf isolierten Hausmitteln.

Was unterscheidet Migräne von einem normalen Kopfschmerz?

Migräne erfüllt klinische Kriterien, kein Blutwert und kein MRT beweisen sie; die Diagnose steht, wenn typische Attacken wiederkehren und Warnzeichen fehlen. Nach NICE (Leitlinie CG150, zuletzt am 1. Dezember 2025 geprüft) dauert der Schmerz bei Erwachsenen 4 bis 72 Stunden, ist mittelstark bis stark, oft pulsierend und wird durch Alltagstätigkeit schlimmer oder führt dazu, dass man sich hinlegt.

Dazu kommen Licht- oder Geräuschempfindlichkeit oder Übelkeit beziehungsweise Erbrechen. Das Merck Manual (Review Februar 2025, Stand Juli 2025) nennt eine Ein-Jahres-Häufigkeit von 18 Prozent bei Frauen und 6 Prozent bei Männern in den USA; die Cleveland Clinic (Stand 23. Januar 2024) spricht von etwa 12 Prozent der US-Bevölkerung. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen. Hormonelle Schwankungen vor der Regel, in der Schwangerschaft oder um die Wechseljahre gelten als häufiger Auslöser, so Mayo und NINDS.

Viele Attacken haben Phasen. Ein bis zwei Tage vorher können Vorzeichen auftreten: Heißhunger, Stimmungsschwankung, Nackensteifigkeit, häufiges Gähnen oder vermehrtes Wasserlassen. Eine Aura betrifft nach Merck etwa ein Viertel der Betroffenen, nach Mayo etwa ein Drittel; sie baut sich über Minuten auf und dauert 5 bis 60 Minuten, meist als Flimmern, Zickzacklinien, Gesichtsfeldlücken oder Kribbeln. Nach dem Schmerz folgt oft ein Nachspiel mit Erschöpfung, das bis zu einem Tag (Mayo) oder zwei Tage (NINDS) anhalten kann. Nicht jede Attacke durchläuft alle Phasen.

Chronische Migräne bedeutet nach NICE und StatPearls (Update 5. Juli 2024) Kopfschmerz an mindestens 15 Tagen im Monat über mehr als drei Monate, davon mindestens acht Tage mit Migränemerkmalen. Viele Menschen haben daneben leichtere Tage, die wie Spannungskopfschmerz wirken, aber zur gleichen Erkrankung gehören. Bildgebung braucht es bei typischem Verlauf und ohne rote Flaggen nicht. NICE rät ausdrücklich davon ab, nur zur Beruhigung ein MRT anzuordnen.

Frau im Bett mit Kopfschmerzen

Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?

Ein Termin beim Hausarzt oder in der Neurologie gehört dazu, wenn Attacken regelmäßig den Alltag stören, das Muster sich ändert oder die bisherige Tablette kaum noch wirkt. Sofortige Notfallhilfe ist nötig bei Donnerschlagkopfschmerz, Fieber mit Nackensteifigkeit, neuen Lähmungen, Verwirrtheit oder Schmerz nach einem Schädeltrauma, weil das eine Blutung, Entzündung oder einen Schlaganfall sein kann und nicht „nur Migräne“.

Die Mayo Clinic listet als Alarmzeichen einen plötzlich extremen Schmerz, Fieber, steifen Nacken, Krampfanfälle, Doppelbilder, Taubheit oder Schwäche, Schmerz nach Verletzung, Zunahme bei Husten oder Anstrengung sowie neuen Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr. NICE ergänzt maximale Intensität innerhalb von fünf Minuten, Auslösung durch Husten, Pressen oder Niesen, lageabhängigen Schmerz, Persönlichkeitsänderung, kürzliches Trauma und Hinweise auf Riesenzellarteriitis oder akutes Engwinkelglaukom. Auch bei bekannter Migräne gilt ein neues Muster als Anlass zur Abklärung, schreibt das Merck Manual.

Zeichen Wohin Warum
Bekannte Migräne, Muster unverändert Hausarzt, Kopfschmerztagebuch Plan für Anfall und Vorbeugung
Mehr als vier Migränetage im Monat Hausarzt oder Neurologie Vorbeugung prüfen, CGRP-Optionen
Donnerschlag, Maximum in Sekunden oder fünf Minuten Notaufnahme Verdacht auf Blutung
Fieber, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit Notaufnahme Entzündung oder andere Notfälle
Neue Lähmung, Sprachstörung, Sehverlust Notaufnahme Schlaganfall oder atypische Aura
Erster starker Schmerz nach dem 50. Lebensjahr Rasch ärztlich Sekundärer Kopfschmerz häufiger
Schmerz nach Trauma oder bei Immunschwäche Rasch ärztlich Bildgebung oft nötig

Eine Aura mit typischen, voll reversiblen Seh- oder Gefühlsstörungen über 5 bis 60 Minuten passt zur Migräne. NICE verlangt weitere Diagnostik, wenn Schwäche, Doppelbilder, Symptome nur eines Auges, Gleichgewichtsstörung oder Bewusstseinstrübung dazukommen. Das Merck Manual warnt davor, einen Donnerschlag als Migräne zu werten, nur weil ein Triptan den Schmerz mindert; dasselbe Mittel kann auch bei einer Blutung vorübergehend helfen.

Welche Medikamente helfen im Anfall?

Akutmittel wirken am zuverlässigsten, wenn sie beim ersten klaren Migränesignal kommen, nicht erst nach Stunden im dunklen Zimmer. NICE empfiehlt als Standard die Kombination aus einem oralen Triptan plus einem NSAR oder aus einem Triptan plus Paracetamol; wer nur ein Präparat nehmen möchte, kann ein Triptan, ein NSAR, Acetylsalicylsäure 900 mg (nicht unter 16 Jahren, Reye-Risiko) oder Paracetamol wählen.

Eine Netzwerk-Metaanalyse im BMJ (18. September 2024) wertete 137 randomisierte Studien mit 89 445 Erwachsenen aus. Gegen Scheinmedikament war Eletriptan bei Schmerzfreiheit nach zwei Stunden am stärksten (Chancenverhältnis 5,19), gefolgt von Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan; diese vier lagen vor Lasmiditan, Rimegepant und Ubrogepant. Für anhaltende Schmerzfreiheit über 24 Stunden schnitten Eletriptan und Ibuprofen besonders gut ab. Die Sicherheit der Evidenz schwankte je nach Mittel von hoch bis sehr niedrig. Kosten und Herzrisiko bleiben Teil der Auswahl, schreiben Karlsson und Kollegen.

Triptane blockieren die Freisetzung von Neuropeptiden, die den Schmerz unterhalten; sie sind selbst keine klassischen Schmerzstiller. Das Merck Manual rät, sie früh zu nehmen, und warnt vor Verengung der Herzkranzgefäße. Bei koronarer Herzkrankheit oder unkontrolliertem Bluthochdruck gelten sie als kontraindiziert, bei älteren Menschen und Gefäßrisiko nur mit Vorsicht. NICE startet mit dem preiswertesten Triptan und wechselt, wenn es wiederholt versagt. Bei Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren bevorzugt die Leitlinie ein Nasenspray.

NSAR und Paracetamol bleiben sinnvoll bei leichten bis mittleren Attacken und als Partner der Triptane. Kombinationspräparate mit Koffein können nach Mayo bei milde verlaufenden Anfällen helfen, erhöhen aber das Risiko für Magenschleimhaut und Übergebrauch. Dihydroergotamin als Nasenspray nennt Mayo vor allem bei Attacken, die länger als 24 Stunden dauern; Menschen mit koronarer Herzkrankheit, unkontrolliertem Bluthochdruck oder schwerer Nieren- oder Leberkrankheit sollen es meiden. NICE lehnt Ergotamine und Opioide für die Akuttherapie der Migräne ab.

Was bringen Gepante, Lasmiditan und Mittel gegen Übelkeit?

Gepante und Lasmiditan sind Alternativen, wenn Triptane versagen, nicht vertragen werden oder wegen Herz-Kreislauf-Risiko nicht in Frage kommen; sie ersetzen die wirksamsten Triptane nicht als ersten Griff bei den meisten Erwachsenen. In der BMJ-Analyse 2024 lagen Rimegepant, Ubrogepant und Lasmiditan hinter Eletriptan, Rizatriptan, Sumatriptan und Zolmitriptan.

Gepante blockieren den CGRP-Rezeptor. Mayo nennt Ubrogepant und Rimegepant als Tabletten, die in Studien nach zwei Stunden häufiger Schmerzfreiheit brachten als Scheinmedikament, plus Wirkung auf Übelkeit und Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Häufige Begleiterscheinungen sind Mundtrockenheit, Übelkeit und Schläfrigkeit. Starke CYP3A4-Hemmer, etwa einige Krebsmittel, schließen die Einnahme aus. Zavegepant als Nasenspray kann nach Mayo innerhalb von zwei Stunden und bis zu 48 Stunden entlasten; Geschmacksänderung, Nasen- und Rachenreiz kommen vor. Das Merck Manual betont, dass Gepante keine Gefäßverengung auslösen, keine bekannten schweren Herz- oder Magen-Darm-Schäden haben und nach bisheriger Lage keinen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz erzeugen; einzelne Gepante eignen sich zugleich zur Vorbeugung.

Lasmiditan bindet selektiv an den Serotonin-1F-Rezeptor und gilt deshalb ohne die Gefäßwarnung der Triptane. Mayo fordert, nach der Einnahme mindestens acht Stunden weder Auto zu fahren noch Maschinen zu bedienen, weil Schläfrigkeit und Schwindel häufig sind. NICE empfiehlt Rimegepant zur Akuttherapie bei Erwachsenen nur, wenn mindestens zwei Triptane nicht ausreichten oder Triptane ungeeignet waren und NSAR plus Paracetamol ebenfalls versagt haben (Technologiebewertung TA919, 2023).

Gegen Übelkeit rät NICE zu einem Antiemetikum zusätzlich zur Schmerztherapie, auch wenn noch kein Erbrechen da ist. Metoclopramid oder Prochlorperazin können oral oder nicht oral gegeben werden; Nutzen und Risiken, inklusive Bewegungsstörungen, gehören ins Gespräch. Ein stiller, dunkler Raum, Flüssigkeit und ein kühles Tuch auf der Stirn bleiben sinnvolle Begleiter, ersetzen aber kein früh genommenes Akutmittel.

Wann lohnt sich eine Vorbeugung mit klassischen Mitteln?

Eine Vorbeugung lohnt, wenn Attacken trotz guter Akuttherapie häufig den Alltag zerlegen oder wenn die Rettungstablette so oft gebraucht wird, dass ein Übergebrauch droht. Das Merck Manual nennt als grobe Schwelle mehr als zwei Tage Akutmittel pro Woche; NINDS spricht von etwa einem Anfall pro Woche oder von selteneren, aber sehr schweren Attacken.

NICE hat im Juni 2025 die Formulierung geändert. Propranolol, Topiramat und Amitriptylin stehen gleichrangig als Optionen, die man nach Nutzen, Risiko, Begleiterkrankungen und Lebensqualität abwägt, nicht mehr als feste Pflichtstufen. Topiramat darf in der Schwangerschaft nicht zur Migränevorbeugung dienen und bei Frauen, die schwanger werden können, nur im Rahmen des britischen Schwangerschaftsverhütungsprogramms. Bei Depression und Migräne warnt NICE vor Propranolol wegen der Gefahr eines rasch toxischen Überdosisverlaufs. Amitriptylin braucht einen Plan für Absetzen und Wechselwirkungen. Gabapentin soll zur Migränevorbeugung nicht angeboten werden.

Die Wahl hängt oft an Begleiterkrankungen. Merck nennt Amitriptylin zur Nacht bei Schlafstörung, einen Betablocker bei Angst oder koronarer Herzkrankheit, Topiramat wenn Gewichtszunahme unerwünscht ist. Valproat und Topiramat sind nach Mayo bei Kinderwunsch ungeeignet. Nach drei bis sechs Monaten soll die Notwendigkeit der Vorbeugung geprüft werden. Wer gut eingestellt ist, setzt nicht ohne Rücksprache ab.

Onabotulinumtoxin A alle zwölf Wochen kann nach Mayo und NICE bei chronischer Migräne die Zahl der Tage senken, im britischen System erst nach drei erfolglosen oder ungeeigneten Vorbeugemitteln und wenn ein Übergebrauch mitbehandelt wird. Kombinierte hormonelle Verhütung soll NICE zufolge bei Migräne mit Aura nicht routinemäßig angeboten werden. Bei vorhersehbarer menstrueller Migräne, die auf die Standardakuttherapie schlecht anspricht, nennt NICE Frovatriptan 2,5 mg zweimal täglich oder Zolmitriptan 2,5 mg zwei- bis dreimal täglich an den erwarteten Tagen (außerhalb der Zulassung, Stand Juni 2025).

Was ändern CGRP-Antikörper und Gepante seit 2018?

CGRP-Antikörper und vorbeugende Gepante sind die größte Änderung seit der alten Fassung dieser Seite; sie greifen gezielt ins Schmerzsignal ein, das bei der Attacke ansteigt. Die American Headache Society schrieb am 11. März 2024, die Evidenz zu Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit übertreffe die älterer Erstlinienmittel, schwere Nebenwirkungen seien selten, und ein vorheriges Scheitern unspezifischer Tabletten sei keine Voraussetzung mehr.

Genannt werden die Antikörper Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab und Eptinezumab sowie die Gepante Rimegepant und Atogepant. Mayo beschreibt die Antikörper als Spritze monatlich oder alle drei Monate, mit Hautreaktion an der Einstichstelle als häufigster Begleiterscheinung. Atogepant ist eine tägliche Tablette; Übelkeit, Verstopfung und Müdigkeit können vorkommen. Rimegepant kann Anfall und Vorbeugung zugleich abdecken.

NICE bleibt strenger, weil das britische System Kosten und Vergleichstherapien prüft. CGRP-Hemmer kommen dort für Erwachsene mit mindestens vier Migränetagen im Monat erst, wenn mindestens drei Vorbeugemittel nicht wirkten, nicht vertragen wurden oder aus Sicherheitsgründen ungeeignet sind. Genannt sind Atogepant (TA973, 2024), Eptinezumab (TA871, 2023), Fremanezumab (TA764, 2022), Erenumab 140 mg (TA682, 2021), Galcanezumab (TA659, 2020) und Rimegepant zur Vorbeugung episodischer Migräne (TA906, 2023). Nach zwölf Wochen soll gestoppt werden, wenn die Häufigkeit bei episodischer Migräne nicht um mindestens 50 Prozent und bei chronischer nicht um mindestens 30 Prozent sinkt.

Für Leser in Deutschland bedeutet der Widerspruch vor allem eines: Die Mittel existieren und sind keine letzte Geheimwaffe mehr, die Erstattung und die Reihenfolge im Gespräch mit der Praxis hängen aber am jeweiligen System. Wer spritzen scheut, kann ein orales Gepant ansprechen. Wer rasch absetzen muss, etwa vor einer geplanten Schwangerschaft oder bei Gefäßrisiko, profitiert nach NICE-Diskussionen von der kürzeren Halbwertszeit der Tabletten gegenüber den Antikörpern.

Frau mit Pillen

Helfen Magnesium, Riboflavin und Pestwurz noch?

Riboflavin (Vitamin B2) 400 mg einmal täglich kann nach NICE bei manchen Menschen Häufigkeit und Stärke senken; Magnesium und Coenzym Q10 haben Hinweise, aber dünnere und uneinheitliche Daten, Pestwurz soll wegen Lebertoxizität nicht mehr genommen werden. Die American Academy of Neurology hatte Pestwurz 2012 noch empfohlen und die Empfehlung 2015 zurückgezogen, hält das NCCIH (Stand August 2021) fest. Mayo rät 2025 ausdrücklich von Pestwurz ab.

NCCIH fasst kleine Übersichten zusammen. Eine Auswertung von fünf Studien (253 Personen) fand Magnesium „möglicherweise wirksam“ gegen die Attackenhäufigkeit; drei der fünf Arbeiten zeigten Nutzen. Hohe Dosen können Durchfall, Übelkeit und Krämpfe auslösen und mit Antibiotika, Entwässerungsmitteln oder Osteoporose-Arzneimitteln wechselwirken. Weil die in Studien genutzten Mengen über der als sicher geltenden Obergrenze aus Ergänzungsmitteln liegen, soll Magnesium zur Migräne nur unter ärztlicher Aufsicht laufen. Zu Coenzym Q10 nennt NCCIH eine Übersicht von 2021 mit sechs Studien und 371 Personen: Dauer und Häufigkeit sanken, die Stärke oft nicht; die Effekte waren klein. Wechselwirkungen mit Warfarin und Insulin sind möglich.

Mutterkraut (Feverfew) lieferte in einer Übersicht von 2020 mit sieben Studien widersprüchliche Ergebnisse; Mundentzündung, Hautausschlag und Magenbeschwerden kommen vor. Omega-3-Kapseln senkten in großen und kleinen Arbeiten die Häufigkeit nicht zuverlässig; eine NIH-Ernährungsstudie von 2021 mit 182 Erwachsenen fand weniger Kopfschmerzstunden bei einer Kost reich an Omega-3 und arm an Linolsäure, das ist aber ein Speiseplan, keine Tablette.

Ergänzungsmittel ersetzen weder Triptan noch CGRP-Antikörper. NINDS und andere NIH-Texte betonen, dass Kombinationen mit verschriebenen Mitteln unerwünschte Effekte haben können. Wer schwanger ist oder stillt, soll vor jeder Kapsel die behandelnde Praxis fragen.

Was können Geräte, Akupunktur und Entspannung leisten?

Nichtinvasive Neuromodulation kann Anfälle dämpfen oder die Zahl der Tage senken, wenn Tabletten nicht ausreichen, nicht vertragen werden oder jemand weniger Wirkstoff will; die Geräte ersetzen keine Diagnose und keine Warnzeichenchecks. Mayo nennt Stimulation des supraorbitalen Nervs an der Stirn, äußere Vagusnervstimulation, elektrische Reize an der Extremität, kombinierte Hinterkopf- und Trigeminusreizung sowie Einzelpuls-Magnetstimulation am Hinterkopf.

Das Merck Manual beschreibt handliche Magnetstimulatoren, eine Armbinde mit nicht schmerzhaftem elektrischem Reiz und Stirn-Elektroden für Erwachsene. Schwere Nebenwirkungen sind bei den nichtinvasiven Varianten selten. Implantate bleiben Spezialzentren vorbehalten und tragen höhere Risiken. Ob ein bestimmtes Gerät in Deutschland verordnet oder selbst bezahlt wird, hängt am Zulassungs- und Erstattungsstatus; die US-Freigaben sind kein Kaufbeleg.

Akupunktur kann nach NICE erwogen werden, wenn Propranolol, Topiramat und Amitriptylin nicht wirkten, nicht vertragen wurden oder unsicher wären: bis zu zehn Sitzungen über fünf bis acht Wochen, abgestimmt auf Vorlieben und Begleiterkrankungen. NCCIH sieht in der Gesamtschau eine mögliche Linderung, schreibt aber einen großen Teil dem Erwartungs- und Placeboeffekt zu, nicht allein dem Nadeln. Sterile Nadeln und erfahrene Behandelnde senken das Risiko; unsachgemäße Technik kann ernsthafte Schäden verursachen.

Entspannung, Biofeedback und kognitive Verhaltenstherapie können Stress als Auslöser entschärfen. Mayo nennt Atemübungen, Yoga bei regelmäßigem Üben und kognitive Verhaltenstherapie als mögliche Hilfe für die Schmerzwahrnehmung. NCCIH findet für Biofeedback bei Migräne weniger klare Überlegenheit gegenüber Scheinbehandlung als oft behauptet. Meditation allein heilt die Erkrankung nicht; sie kann die Schwelle senken, ab der Alltagslärm oder Ärger eine Attacke anschieben.

Wie vermeiden Sie Auslöser und Medikamentenübergebrauch?

Regelmäßiger Schlaf, feste Mahlzeiten, genug Flüssigkeit, dosierte Ausdauerbewegung und ein Tagebuch senken bei vielen Menschen die Zahl der Tage, ersetzen aber kein Akutmittel, wenn die Attacke schon läuft. Mayo fasst das unter Schlaf, Bewegung, Essen, Tagebuch und Stress zusammen. Plötzlicher intensiver Sport kann selbst Kopfschmerz auslösen, deshalb langsam steigern. Alkohol, vor allem Wein, zu viel Koffein, grelles Licht, starke Gerüche, Wetterumschwung, übersprungene Mahlzeiten und manche Zusatzstoffe wie Glutamat oder Aspartam werden häufig genannt; Auslöser sind individuell und sollen nicht zu einer angstvollen Verbotsliste werden, warnt das Merck Manual.

NICE empfiehlt ein Tagebuch über mindestens acht Wochen: Häufigkeit, Dauer, Stärke, Begleitzeichen, alle eingenommenen Mittel, mögliche Auslöser und Bezug zur Regelblutung. Dieselbe Liste hilft später, den Erfolg einer Vorbeugung zu messen. NINDS ergänzt Schlafqualität, Wetter, Emotionen und Getränke der letzten 24 Stunden.

Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entsteht, wenn die Rettung selbst den nächsten Tag vorbereitet. NICE sieht das Risiko, wenn Triptane, Opioide, Ergotamine oder Kombinationsanalgetika an mindestens zehn Tagen im Monat über drei Monate oder länger genommen werden, oder wenn Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder ein NSAR an mindestens 15 Tagen im Monat so lange laufen. Mayo nennt für Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen mehr als 14 Tage und für Triptane mehr als neun Tage im Monat; das höchste Risiko sieht sie bei Kombipräparaten mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein. Cleveland Clinic rät im Patientenratgeber, rezeptfreie Schmerzmittel auf höchstens zwei Tage pro Woche zu begrenzen.

Die Behandlung besteht nach NICE darin, das überbrauchte Mittel mindestens einen Monat lang abzusetzen, in der Regel abrupt, mit der Ansage, dass der Schmerz zuerst schlimmer werden kann. Eine Vorbeugung der zugrundeliegenden Migräne kann parallel starten. Stationäres Absetzen ist nicht die Regel, außer bei starken Opioiden, schweren Begleiterkrankungen oder wiederholtem Scheitern. Kontrolle nach vier bis acht Wochen gehört dazu.

Häufige Fragen

Kann ich eine Migräneattacke allein zu Hause behandeln?

Ja, wenn das Muster bekannt ist, Warnzeichen fehlen und ein mit der Praxis abgesprochenes Akutmittel früh genommen wird. Dunkler Raum, Flüssigkeit und Kälte auf der Stirn können begleiten. Neue, andersartige oder extrem plötzliche Schmerzen gehören nicht ins Wartezimmer von morgen.

Wie oft darf ich Schmerzmittel oder Triptane nehmen?

NICE warnt ab zehn Tagen Triptan, Opioid oder Kombipräparat pro Monat über drei Monate, und ab 15 Tagen NSAR, Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Mayo setzt die Triptan-Schwelle bei mehr als neun Tagen. Wer darunter dauerhaft liegt, braucht oft eine Vorbeugung statt einer weiteren Packung.

Sind CGRP-Spritzen automatisch die erste Wahl?

In den USA ja nach Position der American Headache Society von März 2024, im NICE-System erst nach drei anderen Vorbeugemitteln. Die Mittel können Häufigkeit und Stärke senken, heilen die Erkrankung aber nicht. Ob die Kasse zahlt, entscheidet das jeweilige Land und die Diagnose episodisch oder chronisch.

Hilft Pestwurz noch gegen Migräne?

Nein als empfohlene Dauerlösung. Die amerikanische Fachgesellschaft für Neurologie zog die Empfehlung 2015 wegen Lebertoxizität zurück, NCCIH und Mayo halten das fest. Riboflavin 400 mg täglich bleibt die von NICE namentlich genannte Ergänzung mit einem möglichen Nutzen.

Darf ich die Pille nehmen, wenn ich eine Aura habe?

Kombinierte hormonelle Verhütung soll NICE zufolge bei Migräne mit Aura nicht routinemäßig angeboten werden, weil das Schlaganfallrisiko steigen kann. Andere Verhütungsmethoden bleiben möglich. Die Entscheidung trifft die behandelnde Praxis nach Blutdruck, Rauchen und familiärem Risiko.

Was gilt in der Schwangerschaft?

NICE nennt Paracetamol als erste Akutoption und erlaubt nach Nutzen-Risiko-Gespräch ein Triptan oder ein NSAR; NSAR nach der 20. Woche stehen unter britischer Sicherheitswarnung. Eine Vorbeugung in der Schwangerschaft braucht Spezialrat. Topiramat zur Migränevorbeugung ist in der Schwangerschaft ausgeschlossen.

Vitamin b 2

Fazit

Morgen zählt zuerst ein klares Paar aus früh genommenem Akutmittel und Grenze für die Zahl der Einnahmetage, nicht ein neues Kraut. Bei leichten Attacken reicht oft ein NSAR oder Paracetamol, bei typischer Migräne die Kombination mit einem Triptan; Gepante und Lasmiditan sind Reserve bei Unverträglichkeit oder Herzrisiko. Ein Tagebuch über einige Wochen macht Muster sichtbar, die sich aus dem Gefühl allein schlecht steuern lassen.

Wer vier oder mehr Migränetage im Monat hat oder die Rettungstablette zu oft braucht, sollte Vorbeugung ansprechen, von Betablocker und Amitriptylin bis zu CGRP-Antikörpern und Gepanten. Die Wissenschaft hat sich seit 2018 hier am stärksten bewegt: gezielte CGRP-Mittel sind Alltag, Pestwurz ist wegen der Leber heraus, Ergotamin und Opioide sind keine Standardakuttherapie mehr. Geräte, Akupunktur und Entspannung können ergänzen, wenn Tabletten nicht tragen.

Donnerschlag, Fieber mit steifem Nacken, neue Lähmung oder Schmerz nach Trauma bleiben Notfälle, auch bei langjähriger Migräne. Heilung verspricht niemand. Ein ruhiger Plan mit der Hausarztpraxis oder der Neurologie, der Akutmittel, Vorbeugung und Alltag zusammenbindet, senkt bei vielen die Zahl der verlorenen Tage.

Quellen

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  2. National Institute for Health and Care Excellence: Recommendations | Headaches in over 12s: diagnosis and management. National Institute for Health and Care Excellence, Juni 2025.
  3. Mayo Clinic: Migraine – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 8. Juli 2025.
  4. Mayo Clinic: Migraine – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 8. Juli 2025.
  5. Silberstein SD: Migraine – Neurology – Merck Manual Professional Edition. Merck Manual Professional Edition, Juli 2025.
  6. Cleveland Clinic: Migraine Headaches. Cleveland Clinic, 23. Januar 2024.
  7. National Institute of Neurological Disorders and Stroke: Migraine | National Institute of Neurological Disorders and Stroke. National Institute of Neurological Disorders and Stroke, Stand: 2025.
  8. National Center for Complementary and Integrative Health: Headaches: What You Need To Know. National Center for Complementary and Integrative Health, August 2021.
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  10. Charles AC et al.: Calcitonin gene-related peptide-targeting therapies are a first-line option for the prevention of migraine: An American Headache Society position statement update. Headache, 11. März 2024.
  11. Pescador Ruschel MA, De Jesus O: Migraine Headache. StatPearls, 5. Juli 2024.
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