
Kurze, kontrollierte UVB-Dosen können Plaques der Schuppenflechte dämpfen, weil sie das überhastete Wachstum der Hornzellen bremsen. Unkontrolliertes Sonnenbaden, Sonnenbrand und kommerzielle Solarien können dieselben Herde ausweiten, neue Flecken setzen und das Hautkrebsrisiko steigern.
Die National Psoriasis Foundation (Aktualisierung Januar 2025) hält fest, dass das UVB im Tageslicht im Prinzip wie das UVB in der Praxis wirkt, aber schwächer und schwerer zu dosieren bleibt als eine ärztlich verordnete Phototherapie. Die Mayo Clinic rät zu kurzen täglichen Sonnenzeiten nur nach Rücksprache, mit Protokoll der Minuten und mit Lichtschutzfaktor mindestens 30 auf der nicht befallenen Haut. Eine Heilung der Anlage versprechen weder Fachgesellschaften noch Kliniken; das Ziel bleibt, Schübe zu verkürzen und Schäden zu vermeiden.
Wie wirkt UV-Licht auf die Schuppenflechte?
Ultraviolettes Licht, vor allem UVB, kann die überschießende Teilung der Keratinozyten verlangsamen und örtlich das Immunsystem dämpfen. Genau diese beiden Vorgänge treiben die dicken, schuppenden Plaques.
Tageslicht enthält UVB und UVA. Laut Foundation wirkt UVB auf die Psoriasis deutlich stärker; UVA allein bleibt ohne lichtsensibilisierenden Wirkstoff (Psoralen) schwach. Die American Academy of Dermatology beschreibt den Nutzen so, dass die Zellteilung gebremst wird, die Entzündung sinkt, der Juckreiz nachlassen kann und die Haut Zeit zum Abheilen bekommt. Schmalband-UVB um 311 Nanometer konzentriert die Dosis auf den Bereich, der in Studien am zuverlässigsten Plaques aufhellt. Breitband-UVB wird seltener eingesetzt, weil es mehr unnötige Wellenlängen mitliefert.
Dass viele Menschen im Sommer weniger schuppen, hängt also nicht an Wärme oder Urlaubsstimmung allein. UVB erreicht die Epidermis, verändert Botenstoffe und T-Zellen in der Haut und kann so die sichtbare Fläche verkleinern. Gleichzeitig bleibt das Licht ein Klasse-1-Karzinogen, schreibt DermNet zur Heliotherapie. Jede Minute zählt doppelt, als mögliche Linderung und als kumulative Belastung der DNA.
Die Wirkung tritt nicht nach einem Nachmittag ein. In der Praxis braucht Schmalband-UVB laut AAD meist zwei bis drei Sitzungen pro Woche über mehrere Wochen; die ersten Kontrollen setzt die Fachgesellschaft oft nach vier bis sechs Terminen an. Freies Sonnenlicht liefert keine so gleichmäßige Dosis. Bewölkung, Breitengrad, Uhrzeit, Fensterglas und der eigene Hauttyp verschieben die biologisch wirksame Menge von Tag zu Tag.

Reicht natürliches Sonnenlicht oder braucht es Phototherapie?
Für die meisten Menschen mit mittelschwerer oder ausgedehnter Psoriasis ist die gesteuerte Phototherapie wirksamer und sicherer als freies Sonnenbaden. Natürliches Licht kann bei milder Plaque-Krankheit ein Baustein sein, ersetzt aber weder Creme noch eine Lichtkabine.
Die Mayo Clinic stuft Lichttherapie als Erstlinie bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis ein, allein oder zusammen mit Arzneimitteln. NICE (CG153) empfiehlt Schmalband-UVB, wenn topische Mittel Plaques oder tropfenförmige Herde nicht mehr beherrschen; die Sitzungen dürfen zwei- oder dreimal wöchentlich stattfinden, dreimal oft schneller. Die Foundation betont in der Patientenfassung von 2025, dass Sonnenlicht nicht für jede Person geeignet ist und die verschriebene Phototherapie vorhersagbarer bleibt.
In der Kabine steht die Dosis in Millijoule, nicht in Bauchgefühl. Die Haut wird nach Phototyp oder minimaler Erythemdosis eingestellt, Genitalien und Augen geschützt, die Reaktion nach jeder Sitzung notiert. Zu Hause darf eine Lichtquelle nur mit Rezept und nach Einweisung laufen; die Foundation und die AAD behandeln solche Geräte wie andere verschreibungspflichtige Hilfsmittel. Wer parallel PUVA oder eine andere Lichtserie erhält, soll natürliches Sonnenlicht nach Angabe der Foundation meiden, sofern die Praxis nichts anderes festlegt. Sonst addieren sich die Dosen unbemerkt.
Ältere Ratgeber stellten die Sonne als billiges Allheilmittel dar. Die aktuelle Leitlinie von 2019 und die britische NICE-Fassung rücken das zurecht. Phototherapie ist ein medizinisches Verfahren mit Indikation, Kontraindikation und Endpunkt. NICE rät ausdrücklich davon ab, UVB oder PUVA routinemäßig als Dauererhaltung zu nutzen. Wer nach einem Kurs rasch wieder auf mehr als die Hälfte der Ausgangsfläche zurückfällt oder ein besonders hohes Hautkrebsrisiko trägt, soll andere Zweit- oder Drittlinien prüfen, nicht endlos nachbronzieren.
| Verfahren | Was es leisten kann | Wichtige Grenze |
|---|---|---|
| Natürliche Sonne | UVB kann Plaques dämpfen, wenn die Zeit kurz und geplant bleibt | Dosis schwankt; Sonnenbrand und Hautkrebsrisiko |
| Schmalband-UVB | Leitlinienoption, oft 2–3 Sitzungen pro Woche | Theoretisches Krebsrisiko; Genitalien und Augen schützen |
| PUVA | Stärker bei dicken Plaques sowie Hand- und Fußbefall | Höheres Hautkrebsrisiko; nach Psoralen extra Lichtschutz |
| Solarium | Liefert vor allem UVA, kaum therapeutisches UVB | Foundation, AAD und CDC raten klar ab |
Was hat Vitamin D mit der Sonne zu tun?
Niedrige Vitamin-D-Spiegel sind bei Psoriasis häufig, ersetzen aber weder UVB-Wirkung noch eine Tablette die Phototherapie. Entscheidend für die Plaques bleibt das Licht auf der Haut, nicht der Laborwert allein.
Eine Metaanalyse in Nutrients (Formisano und Kollegen, 2023) fasste 23 Studien mit 1876 Betroffenen und 7532 Kontrollpersonen zusammen. Der mittlere 25-Hydroxy-Vitamin-D-Wert lag bei 21,0 gegenüber 27,3 Nanogramm pro Milliliter. Vier randomisierte Studien mit 173 behandelten und 160 Placebo-Personen zeigten nach drei, sechs und zwölf Monaten oraler Gabe keinen belastbaren Vorteil im Psoriasis Area and Severity Index. Wer also im Winter einen Mangel ausgleichen soll, tut das wegen Knochen und Allgemeinzustand, nicht als Ersatz für Licht oder Calcipotriol-Creme.
Topische Vitamin-D-Analoga bleiben ein anderes Werkzeug. Die Mayo Clinic nennt Calcipotrien und Calcitriol als Mittel, die das Zellwachstum lokal bremsen, oft zusammen mit einem Kortikosteroid. NIAMS führt solche Cremes in der Erstlinie der äußeren Therapie. Sie brauchen kein Sonnenbad, um zu wirken, und sie ersetzen auch keines.
UVB in der Kabine und am Strand kann den Serumspiegel anheben, weil dieselbe Wellenfamilie in der Epidermis Cholecalciferol bildet. Der klinische Gewinn an den Plaques hängt trotzdem vor allem an der immunologischen und antiproliferativen Wirkung des Lichts. Eine hohe Tablettendosis „für die Haut“ ohne ärztliche Indikation ist nach der gepoolten Evidenz von 2023 kein sinnvoller Selbstversuch.
Wie lange darf die Haut in die Sonne?
Es gibt keine allgemein gültige Minutenzahl für den Garten oder den Badesee. Die sichere Zeit hängt vom Hauttyp, vom UV-Index, von der Vorbräunung, von Arzneimitteln und davon ab, ob die Praxis gerade eine Lichtserie fährt.
Die Mayo Clinic formuliert die Hausregel in kleinen, protokollierten Mengen. Zu viel Sonne kann Schübe auslösen oder verstärken und das Hautkrebsrisiko heben. Die gesunde Haut soll Hut, Kleidung oder ein Mittel mit Lichtschutzfaktor mindestens 30 tragen. NIAMS (Stand Oktober 2023) beschreibt denselben Zwiespalt. Begrenzte Sonne kann Symptome lindern, ein Zuviel sie verschlechtern; die Dosis gehört mit der behandelnden Person abgesprochen. Ältere Laienregeln mit festen Startminuten und täglichen Halbminuten-Schritten fehlen in diesen Quellen; sie gehören nicht in einen Therapieplan.
Die US-Seuchenschutzbehörde CDC (Seite Juni 2026) setzt den Schutz schon bei einem UV-Index von 3 oder höher an. Dazu gehören Schatten, bedeckte Arme und Beine, eine Kappe mit Krempe, eine Sonnenbrille mit UVA- und UVB-Filter und ein Breitbandmittel. In den kontinentalen USA gelten die Stunden von 10 bis 16 Uhr (Sommerzeit) als die stärksten. Die CDC nennt Lichtschutzfaktor 15 als Untergrenze für die Allgemeinbevölkerung; für Menschen mit Psoriasis bleiben Mayo Clinic und AAD bei mindestens 30, weil ein Sonnenbrand hier nicht nur schmerzt, sondern neue Herde bahnen kann.
DermNet beschreibt für Kurorte am Toten Meer ein gestuftes Schema mit zwei kurzen Blöcken am Tag und langsamer Steigerung über Wochen. Das ist ein ärztlich begleitetes Klimaprogramm, kein Rezept für den Balkon in Mitteleuropa. Wer zu Hause bleibt, richtet sich nach dem lokalen UV-Index, nach der eigenen Vorgeschichte mit Brennen und nach der laufenden Creme, nicht nach Urlaubsprotokollen aus Israel oder den Kanaren.
- Plaques dürfen Licht sehen, aber die umgebende gesunde Haut braucht Kleidung oder Lichtschutzfaktor 30.
- Die Minuten sollten notiert werden, damit sich ein schleichendes Mehr nicht unbemerkt festsetzt.
- Zwischen 10 und 16 Uhr, bei Index 3 oder höher, gehört Schatten zur Planung, nicht erst zur Notbremse.
- Nach dem Baden oder starkem Schwitzen muss das Mittel erneut aufgetragen werden, sonst bricht der Schutz zusammen.
Wann macht die Sonne die Psoriasis schlimmer?
Bei etwa jedem zehnten Menschen verschlechtert Sonnenlicht die Haut, und ein Sonnenbrand kann auf zuvor gesunden Stellen neue Plaques setzen. Das ist kein Widerspruch zum Nutzen des UVB, sondern die andere Seite derselben Strahlung.
DermNet beziffert die Gruppe, bei der Heliotherapie die Psoriasis verschlimmert, auf rund 10 Prozent. Vollständige Abheilung durch Sonne allein bleibt danach die Ausnahme. Die Cleveland Clinic beschreibt das Koebner-Phänomen so, dass nach einer Verletzung, die Epidermis und Dermis trifft, innerhalb von oft 10 bis 20 Tagen neue Herde in der Form der Grunderkrankung entstehen. Sonnenbrand steht auf dieser Liste neben Schnitt, Tattoo, Impfung und starkem Kratzen. Die Mayo Clinic nennt intensives Sonnenlicht und Hautverletzungen ausdrücklich als Schubauslöser.
Ein Sonderfall ist die photosensible Psoriasis. Hier reicht schon eine Dosis unterhalb des Sonnenbrands, um bestehende Plaques anzufachen oder eine begleitende Lichtkrankheit wie eine polymorphe Lichtdermatose zu triggern, die dann ihrerseits Koebner-Herde nachzieht. Wer nach den ersten Sonnenstunden Juckreiz, stechende Rötung außerhalb der alten Plaques oder einen plötzlichen Tropfenschub bemerkt, bricht die Selbstbesonnung ab und lässt die Haut ärztlich beurteilen.
NIAMS warnt vor einem seltenen, schweren Bild. Eine Erythrodermie, bei der fast die gesamte Haut rot und schuppend wird und der Kreislauf belastet ist, kann nach einem heftigen Sonnenbrand entstehen, vor allem wenn die Psoriasis vorher schon schlecht geführt war. Das ist kein Argument gegen jede Minute Licht, aber eines gegen das „nachbrennen lassen, damit es schneller wird“.
Welche Arzneimittel erhöhen die Lichtempfindlichkeit?
Mehrere Mittel gegen Psoriasis und etliche Alltagsarzneien machen die Haut empfindlicher für UV. Wer sie nutzt, darf die Sonne nicht nach dem Schema unbehandelter Haut dosieren.
Die Foundation nennt Tazaroten und Steinkohlenteer als Stoffe, die das Sonnenbrandrisiko heben; vor dem Hinausgehen soll die Praxis den Plan festlegen. Die Mayo Clinic bestätigt für Tazaroten eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit und rät Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Kinderwunsch von diesem Retinoid ab. Nach PUVA (Psoralen plus UVA) sollen Betroffene natürliches Licht begrenzen, weil das Psoralen die Haut stundenlang sensibilisiert. Die AAD beschreibt die Tablettenvariante mit Einnahme, einer Wartezeit von etwa 45 bis 60 Minuten und anschließend der UVA-Kabine; danach gelten extra Schutzregeln für Haut und Augen.
Systemische Retinoide wie Acitretin verstärken die Wirkung von UV; unkontrollierte Solarien und langes, ungeschütztes Sonnen sind damit unvereinbar. Die gemeinsame Leitlinie von 2019 warnt vor der Kombination aus Cyclosporin und Schmalband-UVB, weil sich das Risiko für hellen Hautkrebs addieren kann. Methotrexat und andere Immunsuppressiva gehören in dieselbe Vorsichtsschublade. Sie sind nicht automatisch verboten mit Licht, aber nur unter dermatologischer Regie sinnvoll.
Die AAD schließt Phototherapie aus, wenn jemand Arzneimittel nehmen muss, die empfindlich für UV machen, darunter bestimmte Antibiotika, Entwässerungsmittel und Antimykotika, oder wenn eine Lichtkrankheit wie Lupus oder eine Porphyrie besteht. Vor dem ersten Kabinentermin und vor jedem geplanten Strandtag gehört die aktuelle Medikamentenliste auf den Tisch, einschließlich frei verkäuflicher Teer- und Salicylsäureprodukte. Salicylsäure vor UVB mindert laut AAD die Wirksamkeit der Sitzung, weil sie das Licht abschirmt.

Warum Solarien keine Phototherapie ersetzen
Kommerzielle Sonnenbänke sind kein Ersatz für eine Lichtkabine und erhöhen das Risiko für Melanom und hellen Hautkrebs. Die Foundation lehnt sie als Psoriasis-Therapie ausdrücklich ab.
Solarien strahlen überwiegend UVA ab. Genau dieser Anteil wirkt auf Plaques ohne Psoralen kaum, während er die tieferen Hautschichten belastet. Die Foundation verweist auf AAD, FDA und CDC. Alle drei raten von Solarien und Sonnenlampen ab. Die FDA hat solche Geräte 2014 von der Risikoklasse I in die Klasse II heraufgestuft. Die von Foundation zitierte Angabe von AAD und WHO beziffert den Anstieg des Melanomrisikos durch Indoor-Bräunen auf 59 Prozent.
Die CDC (2026) ergänzt den Alltagsblick. Eine „Grundbräune“ schützt nicht vor Sonnenbrand, sie ist selbst schon eine Verletzung. Jede Farbänderung nach UV, ob Bräune oder Rötung, signalisiert Schaden, nicht Gesundheit. Wer die Praxiswarteliste scheut, hat mit einem rezeptierten Heimgerät unter Kontrolle einen anderen Weg als den Salon um die Ecke. Gebrauchte Kabinen weiterzugeben, verbietet in den USA das Arzneimittelrecht; die Foundation weist darauf hin, dass Phototherapiegeräte verschreibungspflichtig bleiben.
Wer trotzdem bräunt, addiert Dosis auf Dosis, ohne dass jemand die Joules notiert oder die Genitalhaut abdeckt. Das ist das Gegenteil der AAD-Regel, nach der eine leichte Rosafärbung nach einer Sitzung geplant und überwacht sein soll, nicht das Ziel eines Freizeitgeräts.
Was bringt eine Klimakur am Toten Meer?
Eine ärztlich geplante Klimatherapie kann Plaques rasch zurückdrängen, die Besserung hält aber oft nur Wochen bis wenige Monate. Sie ist Urlaub plus Medizin, kein einmaliges Heilverfahren.
Die AAD-NPF-Leitlinie von 2019 hält die Evidenz für Klimatherapie für ausreichend (Empfehlungsstärke B). Typisch sind Orte mit viel Sonne, Salz und strukturiertem Tagesplan, etwa das Tote Meer, die Kanaren und vereinzelt weitere Küsten. Am Toten Meer, rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel, filtert die Atmosphäre kürzeres UVB stärker; längeres UVA kommt anteilig mehr an, die Erythemschwelle liegt höher, die Aufenthalte im Freien können länger dauern als am Nordseeufer. Bäder im mineralreichen Wasser und der Abstand vom Alltag kommen hinzu.
Eine dänische Kohorte (Emmanuel und Kollegen, 2020) begleitete 18 Personen über vier Wochen in Ein Gedi. Der Psoriasis Area and Severity Index fiel im Mittel um 13 Punkte, das entsprach etwa 88 Prozent; die Fünf-Punkte-Arztbewertung sank um 2,3 Punkte. Die Lebensqualität stieg, sichtbare Hautzeichen kehrten im Mittel nach 93,8 Tagen zurück (Spanne 31 bis 219). Die Leitlinie selbst nennt ältere Serien mit sehr hohen PASI-75-Raten nach vier Wochen am Toten Meer und zugleich das zentrale Problem. Der Gewinn verblasst, sobald Alltag, Stress und mitteleuropäisches Licht zurückkehren.
NICE führt Klimakuren nicht als Standardpfad. Wer eine solche Reise plant, braucht vorher die Diagnose, eine Hautkrebsanamnese, den Medikamentenplan und ein Schutzkonzept für Gesicht, Dekolleté und nicht befallene Haut. Nach der Rückkehr gehört die Erhaltung in Creme, Lebensstil und, falls indiziert, eine kurze, dokumentierte UVB-Serie, nicht in wöchentliche Solarienbesuche.
Wann zum Dermatologen, wann in die Klinik?
Neue oder rasch wachsende Plaques, ein Sonnenbrand mit frischen Herden und jede flächige Rötung mit Krankheitsgefühl gehören nicht in den Selbstversuch mit der Mittagssonne. Zuerst die Haut beurteilen lassen, dann Licht dosieren.
Die Mayo Clinic rät zur Vorstellung, wenn die Psoriasis stark, schmerzhaft, kosmetisch belastend oder gegen die laufende Therapie resistent wird. NICE schickt Kinder und Jugendliche mit jeder Form früh zur Fachärztin oder zum Facharzt. Bei Erwachsenen gilt eine Fläche von etwa 10 Prozent der Haut oder das Versagen äußerer Mittel als Schwelle, Phototherapie oder Systemtherapie zu prüfen. Ein besonders hohes Hautkrebsrisiko (früheres Melanom, viele helle Tumoren, Lupus, Porphyrie) spricht laut AAD und NICE gegen weiteres UV, egal ob Strand oder Kabine.
Zwei Bilder sind Notfälle. NIAMS beschreibt die Erythrodermie als seltene, schwere Variante, die nach heftigem Sonnenbrand aufflammen kann. Fast die ganze Haut wird rot und schuppend, der Mensch friert oder fiebert, der Kreislauf schwankt. Generalisierte Pusteln, die sich rasch ausbreiten, gehören ebenfalls noch am selben Tag in die Klinik. Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit oder ein dicker Finger deuten auf Psoriasis-Arthritis; dann ist Licht auf der Haut nicht die Antwort, sondern die Rheumatologie.
| Situation | Nächster Schritt | Quelle |
|---|---|---|
| Milde Plaques, Sonne bisher gut vertragen | Kurze, notierte Zeiten, LSF 30 auf gesunder Haut | Mayo Clinic 2025 |
| Topika reichen nicht, Fläche wächst | Dermatologie, Schmalband-UVB prüfen | NICE CG153 |
| Früheres Melanom, Lupus, Porphyrie | Kein weiteres UV ohne Sonderplan | AAD Phototherapie |
| Sonnenbrand plus neue streifenförmige Herde | Praxis aufsuchen, Koebner behandeln | Cleveland Clinic |
| Fast ganze Haut rot, Fieber, sterile Pusteln | Noch am selben Tag Klinik | NIAMS, NICE |
Wer bereits eine Lichtserie macht, soll verpasste Termine und jede stärkere Rötung als Sonnenbrand der Praxis nennen. Die AAD hält fest, dass ohne zwei bis fünf Sitzungen pro Woche der Kurs oft wirkungslos bleibt; mehr als zwei ausgefallene Termine gehören auf den Tisch, bevor jemand den fehlenden Schwung am Wochenende in der Sonne nachholt.
Häufige Fragen
Hilft Sonnenbaden bei Psoriasis wirklich?
Bei vielen Menschen mit Plaques kann dosiertes UVB die Fläche und den Juckreiz mindern. Die Foundation und die Mayo Clinic sehen darin einen möglichen Baustein, nicht die zuverlässigste Therapie. Wer brennt, riskiert den gegenteiligen Effekt.
Soll ich Sonnencreme auf die Plaques auftragen?
Die gesunde Haut braucht Schutz, die befallene Fläche oft eine vom Arzt festgelegte Lichtdosis. Ein Breitbandmittel mit Faktor 30 auf Gesicht, Ohren, Nacken und unbefallenen Armen verhindert, dass die „gesunde“ Haut den Preis für die Plaques zahlt. Ob die Herde selbst eingecremt werden, hängt vom Plan ab. In der Kabine soll Salicylsäure vorher nicht liegen, am Strand entscheidet die Praxis.
Darf ich ins Solarium, wenn die Praxis voll ist?
Nein. Solarien liefern vor allem UVA, gelten bei Foundation, AAD und CDC nicht als Phototherapie und erhöhen das Melanomrisiko. Ein rezeptiertes Heimgerät oder ein späterer Kabinentermin bleibt der vorgesehene Ausweg, nicht der Bräunungssalon.
Ersetzt eine Vitamin-D-Tablette die Sonne?
Nach der Metaanalyse von 2023 senkt orale Vitamin-D-Gabe den PASI nicht zuverlässig, obwohl der Blutspiegel bei Psoriasis oft niedriger liegt. Ein dokumentierter Mangel darf behandelt werden; die Plaques brauchen weiterhin Creme, Licht nach Plan oder Systemtherapie.
Wie schnell wirkt eine Phototherapie?
Die AAD rechnet mit mehreren Wochen und zwei bis drei Terminen pro Woche; ohne diese Dichte bleibt der Kurs oft wirkungslos. Ein einzelnes Sonnenwochenende ersetzt die Serie nicht.
Wann ist Sonnenlicht für die Haut gefährlich?
Sobald Rötung, Schmerz oder Blasen drohen, bei photosensibilisierenden Arzneimitteln, nach PUVA, bei früherem Hautkrebs und wenn fast die ganze Haut entzündet ist. Dann zählt Pause und ärztliche Bewertung, nicht „noch zehn Minuten, damit es sich lohnt“.

Fazit
Sonne ist bei Psoriasis ein Werkzeug mit schmalem Spielraum. UVB kann Plaques dämpfen, unkontrollierte Dosen setzen Koebner-Herde, altern die Haut und heben das Krebsrisiko. Wer im Sommer weniger schuppt, hat damit keinen Freibrief für den Mittagsstrand und kein Argument für die Sonnenbank.
Der belastbare Weg bleibt nüchtern. Zuerst die äußere Therapie halten, mit der Dermatologie klären, ob Schmalband-UVB, gezieltes Excimer-Licht oder seltener PUVA sinnvoll ist, und natürliches Licht nur in kurzen, notierten Blöcken nutzen. Gesunde Haut trägt Kleidung oder Lichtschutzfaktor 30; die CDC-Regel zu Schatten und UV-Index gilt zusätzlich. Orales Vitamin D ersetzt diesen Plan nicht, eine Klimakur kann ihn für Wochen stützen, ändert aber die Langzeitführung nicht.
Morgen zählt eine konkrete Absprache. Medikamentenliste mitnehmen, nach Lichtempfindlichkeit und Hautkrebsvorgeschichte fragen, die ersten Sonnenminuten aufschreiben. Brennt die Haut oder stehen neue streifenförmige Herde, ist der nächste Schritt die Praxis, nicht eine längere Liegezeit.
Quellen
- National Psoriasis Foundation: Light Therapy for Psoriasis. National Psoriasis Foundation, 23. Januar 2025.
- Mayo Clinic Staff: Psoriasis – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, Stand: 2025.
- NICE: Recommendations | Psoriasis: assessment and management. National Institute for Health and Care Excellence, Stand: 2017.
- American Academy of Dermatology: Psoriasis treatment: Phototherapy. American Academy of Dermatology, Stand: 2025.
- Elmets CA, Lim HW et al.: Joint American Academy of Dermatology-National Psoriasis Foundation guidelines of care for the management and treatment of psoriasis with phototherapy. Journal of the American Academy of Dermatology, 25. Juli 2019.
- Chung J, Oakley A: Heliotherapy (sunlight phototherapy). DermNet, Dezember 2015.
- Cleveland Clinic: Koebner Phenomenon. Cleveland Clinic, 27. April 2022.
- Formisano E, Proietti E et al.: Psoriasis and Vitamin D: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients, 30. Juli 2023.
- CDC: Reducing Risk for Skin Cancer. Centers for Disease Control and Prevention, 17. Juni 2026.
- NIAMS: Psoriasis: Diagnosis, Treatment, and Steps to Take. National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases, Oktober 2023.
- Emmanuel T, Lybæk D et al.: Effect of Dead Sea Climatotherapy on Psoriasis; A Prospective Cohort Study. Frontiers in Medicine, 18. März 2020.
