
Kokosöl kann trockene Psoriasis-Plaques weich machen und Feuchtigkeit in der Hornschicht halten, die Immunentzündung selbst aber nicht stoppen. Eine Heilung gibt es nicht; die gemeinsame Leitlinie von American Academy of Dermatology und National Psoriasis Foundation aus dem Jahr 2021 führt rückfettende Pflege nur als Zusatz zu Wirkstoffcremes, nicht als eigene Therapie.
Wer silbrig schuppende, juckende Felder an Ellenbogen, Knien, Rücken oder Kopfhaut hat, sucht oft nach einem natürlichen Mittel, das in der Küche schon steht. Das Öl eignet sich als Fettsalben-Ersatz nach dem Baden oder zum Aufweichen dicker Kopfschuppen, bevor ein verschriebenes Kortikoid besser an die Haut kommt. NICE belässt Öle genau in dieser Hilfsrolle. Sobald Gelenke schmerzen, große Flächen aufflammen oder Pusteln und Fieber dazukommen, zählt medizinische Behandlung, nicht ein weiteres Glas Kokosfett.
Kann Kokosöl Psoriasis behandeln?
Nein. Kokosöl ersetzt keine entzündungshemmende Creme, keine Lichttherapie und kein Systemmittel. Es kann höchstens die trockene Oberfläche pflegen, während die Krankheit in der fehlgeleiteten Immunantwort steckt. Die Cleveland Clinic beschreibt Psoriasis als chronische Autoimmunlage, bei der Hornzellen in wenigen Tagen statt in etwa einem Monat nachreifen und sich zu Plaques stapeln. Die National Psoriasis Foundation nennt denselben beschleunigten Zellwechsel und betont, dass die Entzündung Organe und Gelenke mitziehen kann.
Ältere Ratgeber taten so, als reiche ein natürliches Fett gegen Schuppenflechte. Seit 2018 ist das Bild klarer und zugleich nüchterner. Es gibt weiter keine belastbare Studie, die natives oder raffiniertes Kokosöl als krankheitsverändernde Therapie der Psoriasis prüft. Was existiert, sind Arbeiten zur Hautbarriere bei atopischem Ekzem. Evangelista, Abad-Casintahan und Lopez-Villafuerte verglichen 2014 bei 117 Kindern mit leichter bis mittelschwerer Neurodermitis natives Kokosöl mit Mineralöl. Der SCORAD-Index fiel in der Kokosölgruppe um rund 68 Prozent, in der Mineralölgruppe um rund 38 Prozent; der Wasserverlust durch die Hornschicht sank stärker. Das ist ein Hinweis, dass das Öl Feuchtigkeit halten kann. Ekzem ist nicht Psoriasis. Wer die Zahlen auf Plaques überträgt, vermischt zwei Krankheiten.
Die National Psoriasis Foundation schreibt, Speiseöle und sogar Backfett könnten als günstiger Ersatz für kommerzielle Feuchtigkeitsmittel dienen, weil Dermatologen schwere Cremes und Salben empfehlen, die Wasser in der Haut einschließen. Das ist Pflegeökonomie, keine Zulassung. Mayo Clinic stellt Fettsalben und Öle für sehr trockene Haut neben Kortikoiden, Vitamin-D-Analoga, Teer und Salicylsäure. Wer nur ölt und die Entzündung unbehandelt lässt, riskiert, dass Plaques dicker werden, jucken und reißen, während die Systemlast weiterläuft.

Was sagen Leitlinien zu rückfettender Pflege?
Leitlinien behandeln Kokosöl nicht als Psoriasis-Arzneimittel. Sie sprechen von Emollienzien, also rückfettender Pflege, und von Ölen zum Schuppenlösen. Die AAD-NPF-Empfehlung 5.1 (Stufe B) erlaubt ein Emolliens zusammen mit einem topischen Kortikoid für vier bis acht Wochen, um Juckreiz, Abschuppung und betroffene Fläche zu mindern und einen raschen Rückfall nach dem Absetzen des Steroids zu bremsen. Kontaktallergien gegen Inhaltsstoffe kommen vor, bleiben aber selten. In Schwangerschaft und Stillzeit gilt diese Pflege als unbedenklich, sofern keine Unverträglichkeit besteht.
NICE hat die Evidenzprüfung bewusst auf Wirkstofftopika begrenzt, weil Emollienzien in der Versorgung schon üblich waren. Der Behandlungspfad beginnt mit aktiver Lokaltherapie, nicht mit einem Glas Öl. An der Kopfhaut nennt NICE Öle, Emollienzien und salicylsäurehaltige Mittel erst dann, wenn ein potentes Kortikoid nach vier Wochen die Schuppen nicht ausreichend gelichtet hat. Ziel ist, die festhaftende Hornschicht zu entfernen, damit das Steroid die Plaque erreicht. Alleiniges Teershampoo bei schwerer Kopfhaut-Psoriasis lehnt NICE ab.
Der Abstand zur älteren Hausmittel-Erzählung ist damit klar. Frühere Texte mischten Kokosöl, Aloe und Fischöl zu einem vermeintlichen Naturprotokoll. AAD-NPF hat Aloe, Johanniskraut, Fischöl, Kurkuma und glutenfreie Kost 2021 geprüft und wegen widersprüchlicher oder dünner Daten keine formale Empfehlung ausgesprochen. Mayo Clinic erwähnt Aloe-Extrakt, Fischöl und Mahonie noch als mögliche Ergänzung bei leichter bis mittelschwerer Erkrankung, ausdrücklich ohne starke Belege. Kokosöl taucht in dieser Alternativliste gar nicht auf.
| Situation | Was Öl leisten kann | Was Leitlinien vorschlagen |
|---|---|---|
| Trockene Plaques am Körper | Feuchtigkeit halten, Spannungsgefühl mindern | Emolliens plus Kortikoid 4–8 Wochen (AAD-NPF) |
| Dicke Kopfschuppen | Hornschicht aufweichen vor der Wirkstoffcreme | Potentes Kortikoid 4 Wochen, Öl nur zum Lösen (NICE) |
| Vor Schmalband-UVB oder PUVA | Kein schnellerer Rückgang der Plaques | Kein Routine-Öl vor fast erythemerzeugender Dosis |
| Gelenke, große Fläche, Fieber | Keine Wirkung auf die Systementzündung | Arztbesuch, bei Pusteln Notaufnahme (NHS) |
| Ernährung als angebliche Therapie | Kein Beleg für Plaque-Rückgang | Gesättigte Fette begrenzen (AHA, 2024) |
Wie weicht man dicke Kopfschuppen mit Öl auf?
Öl auf der Kopfhaut soll festhaftende Schuppen weich machen, nicht die Psoriasis dort heilen. Guy’s and St Thomas’ NHS Foundation Trust (Stand Januar 2025) nennt Kokosöl neben Olivenöl und Erdnussöl ausdrücklich als Mittel, das man vor der verordneten Creme einsetzen kann, damit Wirkstoffe die Plaque besser erreichen. Etwa die Hälfte der Betroffenen hat laut National Psoriasis Foundation irgendwann Kopfhautherde. Haare halten Schuppen fest; ohne vorheriges Aufweichen bleibt viel Steroid im Hornstapel hängen.
Die Klinik beschreibt ein praktisches Vorgehen, das sich zu Hause nachstellen lässt, sobald der Hautarzt es freigegeben hat. Zuerst das Öl abschnittsweise in die Kopfhaut massieren und möglichst wenig ins Haar ziehen. Danach Handtuch, Duschhaube oder Folie darüberlegen und eine Stunde warten, bei sehr festhaftenden Schuppen auch über Nacht. Anschließend mit einem normalen oder teerhaltigen Shampoo waschen. Gelockerte Schuppen vorsichtig mit einem Kunststoffkamm flach und kreisend abheben, nicht reißen. Wer zu grob kämmt, verletzt die Haut und kann vorübergehend Haare verlieren. Ein zweites Waschen entfernt Ölreste; Föhnen nur auf kalter oder niedriger Stufe.
NICE setzt vor dieses Ritual ein potentes Kortikoid einmal täglich über bis zu vier Wochen, sobald die Diagnose Kopfhaut-Psoriasis lautet. Bleibt die Kontrolle aus, ändert man die Galenik (Schaum, Shampoo, Lösung) oder löst zuerst Schuppen. Guy’s erinnert, dass eine gute Kontrolle oft acht Wochen braucht. Nach dem Abklingen halten teerhaltiges Shampoo oder regelmäßig ein Öl die Kopfhaut geschmeidig. Potente Steroide gehören nicht ins Gesicht und nicht hinter die Ohren. Wer Erdnussöl wählt, muss eine Erdnussallergie ausschließen; Kokosöl umgeht dieses Risiko, kann aber selbst reizen.
Wie pflegt man Körperhaut und Bad mit Kokosöl?
Nach dem Baden, solange die Haut noch feucht ist, kann eine dünne Schicht Kokosöl Wasser einschließen und das Spannungsgefühl mindern. Mayo Clinic empfiehlt genau diesen Moment für Öle oder schwere Salben, wenn die Haut sehr trocken ist, und rät zum Tupfen statt zum Reiben. Die National Psoriasis Foundation nennt Duftstoffe als unnötigen Reiz, kurze lauwarme Duschen von höchstens zehn Minuten und das Eincremen nach dem Waschen der Hände. Heißes Wasser zieht Fett aus der Hornschicht und macht Plaques spröder.
Ein Bad von rund fünfzehn Minuten mit etwas Öl, Hafer oder Badesalz kann Schuppen lockern. Danach sofort rückfetten, sonst verdunstet das aufgenommene Wasser und die Haut fühlt sich enger an als vorher. Die Stiftung beschreibt das als Erfahrungswert, nicht als geprüfte Dosis. Wer das Öl in die Badewanne gibt, sollte die Wanne später entfetten; rutschige Wannenböden sind ein Alltagsrisiko, kein dermatologisches. NHS warnt, dass Kleidung und Bettwäsche nach Kontakt mit fetthaltiger Pflege leichter brennen. Offene Flammen, Rauchen im Bett und Kerzen neben frisch geölter Haut gehören nicht zusammen.
Wie oft jemand ölt, hängt davon ab, ob die Haut danach weicher bleibt und nicht brennt. Mayo Clinic schreibt, bei spürbarer Besserung dürfe man die Pflege häufiger als einmal täglich auftragen. Eine feste „Heilzahl“ von zwei oder drei Anwendungen gibt es nicht. Dicke Schichten unter Folie oder Socken erhöhen die Aufnahme; die National Psoriasis Foundation verlangt dafür die Freigabe durch die behandelnde Person, weil Okklusion auch Reizung und Infektion begünstigen kann. Offene Risse, nässende Flächen und frische Kratzer zuerst dem Arzt zeigen, bevor Fett darüberkommt.
Stört Kokosöl die Lichttherapie?
Vor einer nahezu erythemerzeugenden Lichttherapie soll Kokosöl nicht zur Routine gehören. George, Bilsland, Wainwright und Ferguson prüften 1993 in einer halbseitigen, einfachblinden Studie Kokosöl unmittelbar vor PUVA (14 Personen, zweimal wöchentlich) oder Schmalband-UVB (15 Personen, dreimal wöchentlich). Die Start-Dosis lag bei 70 Prozent der zuvor bestimmten Schwellen; die Steigerung betrug 40 Prozent, sofern die Haut es zuließ. Auf der geölten Seite heilten die Plaques nicht schneller. Die Autoren rieten deshalb von der routinemäßigen Vorbehandlung mit Emollienzien ab, wenn die Dosis bereits nah an der Erythemschwelle liegt.
Manche Fettsalben werfen UV-Licht zurück oder schlucken es. George und Kollegen erwähnten genau dieses Problem als Grund, warum nicht jedes Pflegeprodukt vor der Kabine taugt. Mayo Clinic führt Schmalband-UVB, Breitband-UVB, PUVA und Excimer-Laser als etablierte Lichtverfahren und nennt die Lichttherapie bei mittelschwerer bis schwerer Erkrankung eine mögliche erste Linie, allein oder mit Wirkstoffen. Ob zu Hause ein Öl erlaubt ist, entscheidet die Phototherapie-Einheit, nicht ein Blog. Wer morgens geölt hat und nachmittags bestrahlt wird, sollte das Personal fragen, nicht raten.
Ältere Texte bezeichneten die Datenlage zur Ultravioletttherapie als „nicht schlüssig“. Die Dundee-Arbeit ist klein und alt, aber sie ist eine kontrollierte Halbseitenstudie und bleibt die konkrete Antwort auf die Frage nach Kokosöl vor TL-01 oder PUVA. Ein fehlender Nutzen ist nicht dasselbe wie ein nachgewiesener Schaden. Trotzdem lohnt sich kein Experiment mit der verordneten Dosis. Nach der Bestrahlung darf rückfettende Pflege die durch UV oft trockene Haut wieder versorgen, sobald die Klinik das vorsieht.
Welche Risiken hat Kokosöl auf der Haut?
Auf intakter Haut ist Kokosöl für die meisten Menschen verträglich, Allergie und Reizung kommen aber vor. AAD-NPF nennt ein kleines Risiko für Kontaktdermatitis bei Emollienzien. Neue Rötung, Brennen, Wärme und Juckreiz dort, wo zuvor nur trockene Schuppe lag, sprechen für Unverträglichkeit und nicht für einen „Anfangsreiz, der vorübergeht“. Ein Testfeld an einer kleinen, nicht geöffneten Stelle über ein bis zwei Tage ist vernünftiger als der erste Auftrag auf der ganzen Kopfhaut.
Nässende, rissige oder superinfizierte Plaques gehören nicht unter Küchenöl. Die Cleveland Clinic warnt, dass Kratzen die Haut aufreißen und Infektionen bahnen kann; starke Schmerzen, Schwellung und Fieber sind Gründe, die Praxis zu rufen. Öl verschließt die Oberfläche und kann Keime unter einem Fettfilm halten. Inverse Psoriasis in Leiste, Achsel oder unter der Brust braucht eher trocknende oder dünne Präparate als ein okklusives Fett; die National Psoriasis Foundation erwähnt für feuchte Falten andere Freihandmittel als für trockene Streckseiten.
Wer das Öl mit Aloe, Teebaum oder undeklarierten Duftmischungen streckt, addiert Allergene, ohne den Nutzen zu belegen. Mayo Clinic hält Aloe-Extrakt für möglich hilfreich gegen Schuppung und Juckreiz, verlangt aber oft mehrfaches tägliches Auftragen über Wochen und warnt vor starken Versprechen. Teebaumöl hat die Stiftung als unverträglichkeitsfähig beschrieben. Mischen aus dem Küchenschrank ersetzt keine geprüfte Rezeptur. Bei Kindern, in der Schwangerschaft und an Gesicht oder Genitale zuerst die behandelnde Person fragen, auch wenn das Glas „nur Pflege“ heißt.

Schadet essbares Kokosöl dem Herzen?
Essbares Kokosöl ist keine Psoriasis-Therapie und für viele Betroffene kardiologisch ungünstig. Die American Heart Association (Stand August 2024) zählt Kokos- und Palmfett zu den tropischen gesättigten Fetten, die das LDL-Cholesterin anheben können. Empfohlen bleibt ein Ernährungsmuster mit weniger als sechs Prozent der Kalorien aus gesättigten Fettsäuren; bei 2000 Kilokalorien sind das höchstens etwa 13 Gramm. Ungesättigte Öle wie Raps, Soja oder Olive sollen tropische Fette ersetzen.
Dieser Hinweis wiegt bei Psoriasis schwerer als in der Allgemeinbevölkerung. Mayo Clinic listet Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Adipositas als häufige Begleiter. Die National Psoriasis Foundation beschreibt die Entzündung als Mitspieler der Arteriosklerose und nennt Psoriasis-Arthritis bei etwa jedem Dritten. Wer Kokosöl löffelweise isst, weil Foren das als „innere Pflege“ verkaufen, erhöht ein Risiko, das die Hautkrankheit selbst schon mitbringt. Kurzfristige HDL-Anstiege, die ältere Ernährungstexte rühmten, ändern diese Bewertung nicht.
Ein Thai-Gericht mit etwas Kokosmilch ist kein Behandlungsfehler. Zur Gewohnheit als angeblich entzündungshemmendes Superfett taugt es nicht. NICE und NHS raten zu ausgewogener Kost, Bewegung, weniger Alkohol und Rauchstopp, weil diese Faktoren Schübe und Begleiterkrankungen mitprägen. Keine dieser Maßnahmen heilt Plaques, aber sie gehören zur gleichen Entscheidung wie die Frage, ob das Glas Kokosöl in die Pfanne oder auf die Schienbeine wandert. Auf die Haut bleibt es Pflege. In die Nahrung gehört es selten.
Welche Therapien wirken statt Hausmitteln?
Wirkstoffhaltige Lokalmittel, Licht und Systemtherapie behandeln die Entzündung; Kokosöl höchstens die Trockenheit daneben. Mayo Clinic (Stand Dezember 2025) gliedert die Optionen in topische Mittel, Phototherapie und orale oder gespritzte Arzneimittel. Die Wahl hängt von Typ, Fläche, Ansprechen und Begleiterkrankungen ab, nicht vom Inhalt des Vorratsschranks. Viele Menschen brauchen mehrere Anläufe, bevor eine Kombination trägt. Selbst nach guter Kontrolle kehrt die Krankheit oft zurück.
Topisch stehen Kortikosteroide weiter vorn, in unterschiedlicher Stärke und Galenik. Vitamin-D-Analoga wie Calcipotriol bremsen das Zellwachstum und lassen sich mit Steroiden koppeln. Calcineurinhemmer (Tacrolimus, Pimecrolimus) schonen dünne Haut an Gesicht und Falten. Tazaroten, Salicylsäure, Steinkohlenteer und Dithranol bleiben Werkzeuge für Schuppe und dicke Plaques. Die National Psoriasis Foundation erinnert, dass Salicylsäure und Teer in den USA als Freihandwirkstoffe gegen Psoriasis gelten; Teer kann reizen, flecken und die Sonneempfindlichkeit erhöhen.
Reicht Lokaltherapie nicht oder sind Gelenke beteiligt, rücken Licht und Systemmittel nach. Mayo nennt Schmalband-UVB zwei- bis dreimal wöchentlich, PUVA bei schwereren Verläufen und gezielte Excimer-Anwendung. Unter den Systemmitteln stehen Methotrexat, Ciclosporin, Acitretin, Apremilast und Deucravacitinib neben Biologika wie Adalimumab, Infliximab, Ustekinumab, Secukinumab, Ixekizumab, Guselkumab, Risankizumab und Bimekizumab. 2018 endete die Laienliste oft bei Methotrexat und zwei TNF-Hemmern. Die Palette ist breiter, die Infektions- und Kontrollpflichten sind geblieben. Keines dieser Mittel ersetzt die tägliche Hautpflege, und die Pflege ersetzt keines dieser Mittel.
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?
Bei Verdacht auf Psoriasis gehört die Haut zum Arzt, nicht zuerst unter ein Hausmittel. Mayo Clinic rät zur Abklärung, wenn der Ausschlag schwer oder flächig wird, schmerzt, belastet oder unter der bisherigen Behandlung nicht nachlässt. NHS schickt zur Hausarztpraxis, wenn Symptome neu sind, die Therapie versagt oder Nebenwirkungen auftreten und wenn Gelenke immer wieder schmerzen, steifen oder schwellen. Morgensteifigkeit, dicke Finger und entzündete Sehnenansätze können Psoriasis-Arthritis sein. Unbehandelt droht bleibender Gelenkschaden.
Die Cleveland Clinic nennt frühe Behandlung der Gelenkbeteiligung als Chance, Zerstörung zu begrenzen. Etwa jeder dritte Mensch mit Psoriasis kann laut National Psoriasis Foundation eine Arthritis entwickeln. Das ist kein Grund zur Panik beim ersten Ziehen im Knie, wohl aber ein Grund, den Befund nicht als „Altersrheuma“ abzutun. Nagelveränderungen, Augenrötung und neue Darmbeschwerden gehören in dieselbe Gesprächsliste, weil Mayo Clinic Augenentzündungen und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als mögliche Begleiter führt.
Manche Bilder dulden keinen Aufschub. NHS verlangt den Notruf oder die Notaufnahme, wenn die Haut rasch rot wird und sich weißliche, eitrige Pusteln zu Flächen verbinden; auf dunkler Haut ist die Rötung schwerer zu sehen. Gelbbraune, eitergefüllte Felder an den Fußsohlen sowie rote, schuppende Pusteln an Finger- oder Zehenspitzen gelten ebenfalls als Alarm. Fieber, Schüttelfrost und rascher Puls können dazukommen. Das kann eine generalisierte pustulöse oder erythrodermische Psoriasis sein, keine trockene Plaque, die Öl braucht.
- Ein neuer, schuppender Ausschlag an typischen Stellen verdient eine Diagnose, bevor Küchenöl zur Dauerlösung wird.
- Wiederkehrender Gelenkschmerz mit Steifigkeit gehört in die Sprechstunde, auch wenn die Haut gerade ruhig wirkt.
- Rasche Rötung mit Pusteln, Fieber oder Kreislaufzeichen ist ein Notfall und kein Pflegeproblem.
- Offene, nässende oder stark schmerzende Plaques zuerst ärztlich beurteilen lassen, statt Fett darüberzulegen.
Häufige Fragen
Kann Kokosöl Psoriasis heilen?
Nein. Es gibt keine Heilung, und Kokosöl verändert die Immunentzündung nicht. Es kann trockene Schuppen weicher machen und Juckreiz etwas nehmen, solange die Haut es verträgt. Die eigentliche Behandlung bleibt eine verordnete Creme, Licht oder ein Systemmittel.
Wie trage ich Kokosöl auf die Kopfhaut auf?
Abschnittsweise einmassieren, eine Stunde oder über Nacht unter einer Haube belassen, dann mit Shampoo auswaschen und gelöste Schuppen behutsam kämmen. Guy’s and St Thomas nennt genau dieses Vorgehen für Kokos-, Oliven- oder Erdnussöl. Danach folgt das verordnete Kortikoid, sobald die Hornschicht dünner ist. Grobes Kratzen kann die Haut verletzen und Haare lösen.
Darf ich Kokosöl vor der Lichttherapie nutzen?
Routine davor ist nicht sinnvoll. Die Dundee-Studie von 1993 fand keinen schnelleren Rückgang der Plaques, wenn Kokosöl unmittelbar vor Schmalband-UVB oder PUVA aufgetragen wurde. Manche Fettsalben mindern außerdem die UV-Dosis. Die Phototherapie-Einheit soll festlegen, was vor der Kabine erlaubt ist.
Ist natives Kokosöl besser als raffiniertes?
Für Psoriasis fehlt der Vergleich. Die Ekzemstudie von 2014 nutzte natives Öl und maß dort eine bessere Barriere als unter Mineralöl. Das belegt keinen Vorsprung raffiniert gegen nativ auf Plaques. Entscheidend bleibt, ob die Haut reizfrei bleibt und das Fett nach dem Baden wirklich Feuchtigkeit hält.
Hilft essbares Kokosöl von innen gegen Plaques?
Dafür gibt es keinen Beleg. Die American Heart Association stuft Kokosfett als tropisches gesättigtes Fett ein, das LDL anheben kann. Menschen mit Psoriasis tragen bereits ein höheres Herz-Kreislauf-Risiko. Auf die Haut pflegen, in der Pfanne eher andere Öle wählen.
Wann reicht Pflege nicht mehr?
Sobald Plaques schmerzen, sich ausbreiten, die Lebensqualität treffen oder Gelenke mitziehen, braucht es Wirkstoffe, nicht nur Fett. NHS nennt ausbleibenden Effekt und Nebenwirkungen als Gründe für die Hausarztpraxis. Pusteln, rasche Rötung und Fieber gehören in die Notaufnahme.

Fazit
Kokosöl bleibt ein Pflegefett. Es kann Schuppen weich machen, Wasser nach dem Baden halten und der Kopfhaut helfen, eine verordnete Creme besser aufzunehmen. Die Erkrankung selbst, die in Tagen statt Wochen Hornzellen stapelt und Gelenke sowie Gefäße mitziehen kann, behandelt es nicht. AAD-NPF 2021 und NICE haben diese Grenze festgezogen: Emollienzien und Öle sind Zusatz, nicht Ersatz.
Wer es versuchen will, sollte ein reines, duftstoffarmes Produkt auf eine kleine Stelle testen, nach dem Baden dünn auf noch feuchte Haut legen und an der Kopfhaut das Ritual aus Einwirken, Waschen und behutsamem Kämmen nutzen. Vor Lichttherapie das Personal fragen. Offene Stellen, Falten und Kinderhaut nicht auf eigene Faust ölen. In der Ernährung tropische gesättigte Fette klein halten, gerade weil Psoriasis das Herz-Kreislauf-Risiko schon erhöht.
Morgen zählt der Termin, nicht das nächste Hausmittelglas. Diagnose sichern, Gelenke und Fläche benennen, die verordnete Creme wie vorgesehen nutzen und Pflege danebenstellen. Kommt Fieber oder eine rasch eitrige Rötung, endet der Hausversuch in der Notaufnahme. Das Öl darf im Badschrank stehen. Die Entscheidung über Kortikoid, Licht oder Biologikum gehört in die Sprechstunde.
Quellen
- Elmets CA, Korman NJ et al.: Joint AAD-NPF Guidelines of care for the management and treatment of psoriasis with topical therapy and alternative medicine modalities for psoriasis severity measures. Journal of the American Academy of Dermatology, 30. Juli 2020.
- National Institute for Health and Care Excellence: Recommendations | Psoriasis: assessment and management. National Institute for Health and Care Excellence, Stand: 2017.
- Mayo Clinic Staff: Psoriasis – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 17. Dezember 2025.
- Mayo Clinic Staff: Psoriasis – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 17. Dezember 2025.
- National Psoriasis Foundation: About Psoriasis. National Psoriasis Foundation, 24. März 2026.
- National Psoriasis Foundation: Over-the-Counter Topicals. National Psoriasis Foundation, 27. März 2023.
- Cleveland Clinic: Psoriasis: What It Is, Symptoms, Causes, Types & Treatment. Cleveland Clinic, 15. September 2022.
- National Health Service: Psoriasis – NHS. National Health Service, 10. März 2026.
- Evangelista MT, Abad-Casintahan F, Lopez-Villafuerte L: The effect of topical virgin coconut oil on SCORAD index, transepidermal water loss, and skin capacitance in mild to moderate pediatric atopic dermatitis: a randomized, double-blind, clinical trial. International Journal of Dermatology, 10. Dezember 2013.
- George SA, Bilsland DJ et al.: Failure of coconut oil to accelerate psoriasis clearance in narrow-band UVB phototherapy or photochemotherapy. British Journal of Dermatology, März 1993.
- Guy’s and St Thomas‘ NHS Foundation Trust: Treating scalp psoriasis. Guy’s and St Thomas‘ NHS Foundation Trust, Januar 2025.
- American Heart Association: Saturated Fats | American Heart Association. American Heart Association, 23. August 2024.
