Knieoperationen, um Knorpel zu reparieren, sind „Zeitverschwendung“

Neue Forschungen aus Finnland legen nahe, dass viele tausend Menschen, die eine arthroskopische Knieoperation haben, um einen gerissenen Knorpel zu reparieren, ihre Zeit verschwenden könnten.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht über die finnische Degenerative Meniskusläsionsstudie (FIDELITY) stellt fest, dass die Vorteile von Schlüssellochoperationen zur Behandlung von degenerativen Meniskusrissen nicht besser sind als Scheinoperationen.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Schlüssellochchirurgie am Knie Patienten mit Osteoarthritis nicht hilft, und solche Verfahren sind bei Arthritis-Patienten seltener geworden.

In der Zwischenzeit ist die Schlüssellochoperation zur Reparation von gerissenem Knorpel deutlich gestiegen, obwohl es keine Beweise dafür gibt, dass es tatsächlich hilft, sagt das finnische Team.

Andere Knieprobleme als Arthritis, die Steifheit und Schmerzen verursachen, sind sehr häufig und werden meistens durch allmählichen Verschleiß und nicht durch plötzliche Verletzung oder Trauma verursacht. Die am häufigsten behandlungsbedürftige Begleiterkrankung ist ein gerissener Meniskus, ein halbmondförmiger Knorpel, der wie ein Aschockabsorber wirkt und das Knie stabilisiert.

Das übliche Verfahren zur Reparation eines gerissenen Meniskus ist die Schlüssellochchirurgie oder Arthroskopie, bei der der Chirurg durch einen kleinen Einschnitt ein Zielfernrohr einführt, um das Gelenk zu untersuchen und bei Bedarf auch den beschädigten Knorpel durch einen weiteren Einschnitt teilweise entfernt.

Vergleichen partielle Entfernung von geschädigtem Knorpel mit Scheinverfahren

In dieser neuen Studie rekrutierte das finnische Team 146 Patienten im Alter von 35 bis 65 mit Meniskusschmerzen, die sich durch Verschleiß und nicht durch Verletzung oder Trauma entwickelt hatten. Keiner der Patienten hatte Arthritis am Knie.

Die Forscher wiesen die Patienten willkürlich einer von zwei Gruppen zu: Eine unterzog sich einer Schlüssellochoperation, um den geschädigten Meniskus teilweise zu entfernen, und die andere wurde einem Scheinverfahren unterzogen.

Im Scheinverfahren simulierten die Chirurgen die reale Operation. Sie manipulierten den Patienten und behandelten chirurgische Instrumente in der Nähe des Knies, so dass der Patient den Eindruck hatte, dass sie operiert wurden.

So wurde bei beiden Gruppen eine Arthroskopie durchgeführt, bei der das Zielfernrohr in das Schlüsselloch eingeführt wurde, so dass der Chirurg den gerissenen Knorpel sehen kann, aber nur eine Gruppe hatte tatsächlich einen Teil des Knorpels entfernt.

Aber weder die Patienten, die Menschen, die sich nach der Operation um sie kümmerten, noch die Forscher, die die Ergebnisse analysierten, wussten, welche Patienten die eigentliche Prozedur durchlaufen hatten und welche gerade die Scheinoperation hatten.

Beide Patientengruppen waren mit den Ergebnissen gleichermaßen zufrieden

Die Ergebnisse zeigen, dass ein Jahr später beide Patientengruppen eine ebenso geringe Symptomquote aufwiesen und mit der Gesamtsituation ihres Knies ebenfalls zufrieden waren.

Beide Gruppen von Patienten sagten, sie glaubten, dass sich ihr Knie besser anfühlte als vor der Operation.

Auf die Frage, ob sie das gleiche Verfahren erneut wählen würden, sprachen 93% der partiellen Meniskektomiegruppen ebenso wie 96% der Scheinprogressionsgruppe.

Die Forscher folgern:

"In dieser Studie mit Patienten ohne Kniearthrose, aber mit Symptomen eines adegenerativen Meniskusrisses, waren die Ergebnisse nach arthroskopischer partieller Meniskektomie besser als nach einer Scheinoperation."

Apropos Einfluss auf die Studie ist die Autorin Raine Sihvonen, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie am Hatanpää-Krankenhaus in Tampere in Südfinnland:

"Es ist schwer vorstellbar, dass ein solch klares Ergebnis zu keiner Änderung der Behandlungspraxis führen würde."

Er erklärt, dass diese Operation in fast allen westlichen Ländern heute die am häufigsten durchgeführte Operation nach einer Kataraktoperation ist.

"Indem wir die Verfahren, die sich als unwirksam erwiesen haben, einstellen, würden wir vermeiden, jedes Jahr allein in Finnland 10.000 Operationen ohne Eingriff durchzuführen. Die entsprechende Zahl für die USA beträgt mindestens 500.000 Staatsbetriebe."

Co-Autor und staatlicher Hilfsprofessor Teppo Järvinen vom CentralHospital der Universität Helsinki sagt:

"Basierend auf diesen Ergebnissen sollten wir die aktuelle Behandlungslinie in Frage stellen, nach der Patienten mit Knieschmerzen, die auf einen degenerativen Meniskusriss zurückzuführen sind, mit einer teilweisen Entfernung des Meniskus behandelt werden, da es offensichtlich ist, dass die Behandlung solcher Patienten statt einer Operation erfolgen sollte Übung und Rehabilitation. "

Anfang dieses Jahres hat eine wichtige Entdeckung über die Knieanatomie ihre Spuren hinterlassen, als Knieschirurgen in Belgien zum ersten Mal ein neues Kniegelenkband namens das anterolaterale Band (ALL) beschrieben haben.

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