
Ätherische Öle verkleinern Krampfadern nicht. Sie können höchstens Begleitbeschwerden wie Schwere oder Jucken vorübergehend milder erscheinen lassen, etwa durch Wärme der Hand und Duft, ohne den Rückstrom in der Vene zu korrigieren.
Was ältere Ratgeber als Venenoil anpriesen, war oft ein standardisierter Pflanzenextrakt und kein Destillat aus Blüte oder Nadel. Samenextrakt der Rosskastanie und Blattextrakt der roten Weinrebe haben in Studien Beinumfang und Schmerz etwas gesenkt. Die britische Leitlinie NICE und die amerikanischen Gefäßgesellschaften von 2022/2023 setzen bei symptomatischem Stammreflux auf endovenöse Verfahren, nicht auf Fläschchen aus der Drogerie. Wer ein Geschwür, eine Blutung oder eine plötzlich harte, schmerzhafte Vene bemerkt, braucht eine Gefäßabklärung statt eines Einreibens.
Verkleinern ätherische Öle Krampfadern wirklich?
Nein. Es fehlt der Beleg, dass ein Destillat den Durchmesser einer Krampfader messbar verringert oder undichte Klappen wieder schließt. Sichtbare Stränge bleiben, solange Blut in der oberflächlichen Vene steht und die Wand gedehnt ist.
Die Mayo Clinic beschreibt Krampfadern als erweiterte, gewundene oberflächliche Venen, meist an den Beinen, weil Stehen und Gehen den Druck dort erhöhen. Therapieziel ist Bewegung, Hochlegen, Kompression oder ein Verfahren, das die kranke Vene verschließt oder entfernt. Ätherische Öle stehen in dieser Aufzählung nicht. Die Cleveland Clinic schreibt 2026 klar, es gebe keine Heilung; Verfahren und Alltagshilfen können Beschwerden mindern und das Risiko von Hautschäden senken. Ein Duftöl ändert die Mechanik der Klappe nicht.
Massage mit einem verdünnten Öl kann sich angenehm anfühlen, weil die Wadenmuskulatur Blut nach oben schiebt und Wärme die Haut beruhigt. Derselbe Effekt entsteht mit einem neutralen Trägeröl oder nur mit der Hand. Wer daraus ableitet, die Ader sei kleiner geworden, verwechselt vorübergehende Entstauung mit einem anatomischen Rückbau. Die NHLBI betont, dass neue Krampfadern auch nach einer korrekten Behandlung wieder entstehen können. Ein ätherisches Öl kann diesen Verlauf nicht aufhalten.
Besenreiser sind kleinere, flache Gefäße nahe der Oberfläche. Sie gelten als milde Form derselben Störung, nicht als eigene Krankheit, die Öle „wegzaubern“. Laser oder Verödung können sie blasser machen. Einreiben bleibt Kosmetik.

Warum Extrakt und ätherisches Öl nicht dasselbe sind
Ätherische Öle sind flüchtige Aromastoffe, die durch Destillation oder Pressung aus Blüten, Nadeln, Schalen oder Harz gewonnen werden. Standardisierte Samen- oder Blattextrakte sind wässrig-alkoholische oder sonstige Auszüge mit gemessenen Inhaltsstoffen, oft als Kapsel oder Gel. Beide Produkte stammen von Pflanzen, enthalten aber andere Moleküle in anderen Mengen.
Rosskastanie liefert das Beispiel. Der Samenextrakt, den Cochrane und das US-Zentrum für komplementäre Medizin (NCCIH, Stand April 2025) meinen, ist auf Aescin standardisiert. Rohe Samen, Rinde, Blüten und Blätter enthalten einen giftigen Anteil und sind zum Einnehmen unsicher. Das Destillat, das manche Shops als Rosskastanienöl verkaufen, ist häufig nur ein Auszug ins Trägerfett oder ein seltenes, kaum untersuchtes Destillat. Es trägt nicht automatisch die Studiendosis Aescin.
Ähnlich bei Weinrebe und Seekiefer. Was in Versuchen den Unterschenkelumfang senkte, war Blattextrakt der roten Weinrebe (AS 195) oder Rindenextrakt der französischen Seekiefer, nicht Pressöl aus Kernen und nicht Nadelöl. Wer „Weinrebenöl gegen Krampfadern“ sucht, findet oft Speiseöl oder ein Parfümöl ohne die geprüfte Blattzubereitung.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA stuft ein Produkt nach dem behaupteten Zweck ein, nicht nach dem Wort „natürlich“. Soll ein Öl Schmerzen behandeln, Muskeln entspannen oder eine Krankheit beeinflussen, gilt es als Arzneimittel und bräuchte vor dem Verkauf den Nachweis von Nutzen und Sicherheit. Als Duft oder Pflege ohne Heilversprechen bleibt es Kosmetik, die die Behörde nicht vorab zulässt. „Bio“ oder „rein pflanzlich“ bedeutet laut FDA nicht „ungefährlich“.
Was Rosskastanie, Weinrebe und Seekiefer belegen
Oral eingenommener, standardisierter Samenextrakt der Rosskastanie kann bei chronischer Veneninsuffizienz Schmerzen, Juckreiz und Beinvolumen über Wochen etwas senken. Das ist kein ätherisches Öl und ersetzt keine Ablation.
Pittler und Ernst werteten 2012 für Cochrane 17 randomisierte Studien aus. In sechs Placebovergleichen mit 502 Personen lag das Beinvolumen unter Extrakt im Mittel 32,1 Milliliter niedriger. Eine Auswertung zur Schmerzskala zeigte 42,4 Millimeter weniger auf einer 100-Millimeter-Skala. Nebenwirkungen waren meist leicht, vor allem Magenbeschwerden, Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz oder Jucken. Die Autoren nannten den Extrakt eine vertretbare Kurzzeitoption und forderten größere, strengere Studien. Das NCCIH wiederholt 2025 diesen Befund und begrenzt die sichere Anwendung in Studien auf bis zu zwölf Wochen. Ob der Extrakt in Schwangerschaft oder Stillzeit unbedenklich ist, bleibt offen.
Die Leitlinie der Society for Vascular Surgery, des American Venous Forum und der American Vein and Lymphatic Society (Teil II, 2023) schlägt bei Symptomen, wenn ein Eingriff nicht möglich oder noch ausstehend ist, schwach und mit niedriger Evidenz unter anderem Rosskastanienextrakt oder Blattextrakt der roten Weinrebe vor. Stärker, aber immer noch als schwache Empfehlung, stehen mikronisierte Flavonoide und Mäusedorn. Keines dieser Mittel ist in den USA als Arzneimittel gegen Krampfadern zugelassen; sie laufen dort als Nahrungsergänzung.
Blattextrakt der roten Weinrebe (AS 195) senkte in placebokontrollierten Zwölf-Wochen-Studien das Beinvolumen, wenn Teilnehmende 360 oder 720 Milligramm täglich einnahmen. Die Leitlinie 2023 stützt sich auf diese Versuche. Das ist eine Kapseldosis eines standardisierten Blattextrakts, kein Tropfen „Weinrebenöl“ auf die Wade.
Seekiefernrinde (oft als Pycnogenol bezeichnet) taucht in der Cochrane-Übersicht zu Venenmitteln von 2020 und in der Leitlinie 2023 als Rindenextrakt auf, der Schwellung und Schwere etwas mindern kann. Nadelöl derselben Baumart ist ein anderes Gemisch. Die ältere Behauptung, Seekiefernöl sei dem Rosskastanienextrakt überlegen, bezog sich auf Rindenpräparate, nicht auf ein ätherisches Öl.
Was Lavendel, Rosmarin und Schafgarbe leisten
Lavendelöl ist gegen Krampfadern nicht geprüft. Das NCCIH (Stand Februar 2025) sieht Hinweise, dass bestimmte orale Lavendelpräparate Angst lindern können, nennt die Studien aber klein und oft industrieabhängig. Ob Einatmen bei Angst, Schmerz oder Schlaf hilft, bleibt unklar. Auf der Haut kann Lavendel ein allergisches Ekzem auslösen. Eine Wirkung auf Venendurchmesser, Ulkusgröße oder Klappenfunktion beschreibt das Zentrum nicht.
Rosmarinöl erschien 2024 in einer doppelblinden Studie aus Kaschan als Bestandteil eines Gels zusammen mit Rosskastanienextrakt. 90 Personen rieben das Gel oder ein Scheinpräparat 14 Tage zweimal täglich ein. Der Symptomsummenscore fiel in der Wirkgruppe von 7,88 auf 4,34, in der Vergleichsgruppe von 6,21 auf 5,63. Gemessen wurden Schmerz, Ödem, Jucken und Schwere, nicht der Venendurchmesser. Die Laufzeit war kurz, das Produkt eine Mischung. Daraus folgt kein Beleg, dass Rosmarinöl allein Krampfadern verkleinert.
Schafgarbe gilt in der Volksmedizin als Mittel für „schwache Venen“. Belastbare randomisierte Studien, die ein Schafgarbendestillat gegen Placebo am Beinvolumen oder am Duplexbefund messen, fehlen. Tradition ersetzt diesen Nachweis nicht.
Einzeln betrachtet bleibt die Lage damit nüchtern.
- Lavendel kann als Duft subjektiv entspannen, ändert aber weder Reflux noch Kaliber.
- Rosmarinöl wurde nur in einem Kurzgels mit Rosskastanie gegen Symptome getestet.
- Schafgarbe stützt sich auf Überlieferung ohne belastbare Venenstudien.
- Keines dieser Destillate schließt eine Stammvene oder heilt ein Ulkus.
Wer Lavendel oder Rosmarin trotzdem verdünnt auf intakte Haut gibt, sollte das als Wohlfühlversuch behandeln, nicht als Therapie. Offene Stellen, nässende Ekzeme und frische Wunden sind der falsche Ort.
Wie Krampfadern entstehen und welche Stadien es gibt
Schwache oder beschädigte Venenklappen lassen Blut zurücksacken. Die Wand weitet sich, die Ader schlängelt sich und wird unter der Haut sichtbar. Die Wadenmuskulatur arbeitet als Pumpe gegen die Schwerkraft; ohne intakte Klappen reicht das nicht.
Risiko steigt mit Alter, familiärer Häufung, Übergewicht, Schwangerschaft und langem Sitzen oder Stehen. Frauen sind häufiger betroffen, weil Hormone die Venenwand lockern können; die Pille kann denselben Weg verstärken. Rauchen schädigt Gefäße. Die Cleveland Clinic nennt zusätzlich Beckenkrampfadern nach Geburten und Hämorrhoiden als Varianten derselben Störung an anderer Stelle.
Beschwerden müssen nicht zur Sichtbarkeit passen. Manche Menschen sehen dicke Stränge und haben kaum Schmerz. Andere klagen über Schwere, Brennen, Nachtkrämpfe und Schwellung, besonders nach langem Stehen, und fühlen sich besser, sobald die Beine hochliegen. Jucken um die Ader und Braunverfärbung am Knöchel kündigen Hautschaden an. Die Mayo Clinic nennt Geschwüre meist in Knöchelnähe, Gerinnsel in tiefen Venen mit anhaltendem Schmerz und Schwellung sowie seltenes Platzen einer oberflächlichen Ader als Komplikationen.
Klinisch reicht die Spanne von unsichtbarer Störung über Besenreiser und knotige Varizen bis zu Ödem, Ekzem, verhärteter Haut und offenem oder abgeheiltem Ulkus. Die NHLBI rät, früh zu behandeln, weil Geschwüre schlecht heilen und bluten können. Ein Öl ändert die Stufe nicht. Pigment und Ekzem sind Gründe für eine Gefäßuntersuchung, keine Indikation für ein Destillat.
Wann zum Arzt und wann in die Notaufnahme
Zum Hausarzt oder in eine Gefäßsprechstunde gehört, wer schmerzende, juckende oder geschwollene Krampfadern hat, deren Alltagshilfe nicht reicht, oder wer Hautverfärbung und Ekzem am Unterschenkel bemerkt. NICE verlangt die Überweisung in einen gefäßmedizinischen Dienst bei symptomatischen primären oder wiederkehrenden Varizen, bei Hautzeichen der chronischen Insuffizienz, bei Verdacht auf oberflächliche Venenthrombose mit Inkompetenz, bei einem Beingeschwür unterhalb des Knies, das nach zwei Wochen offen ist, und nach einem abgeheilten venösen Ulkus.
Blutung aus einer Krampfader ist kein Hausmittelthema. NICE fordert die sofortige Überweisung. Die NHLBI schreibt, bei Blutung den Notruf zu wählen. Die Cleveland Clinic unterscheidet: bei starker Blutung Notruf, bei schmerzhafter, warmer, geröteter oder geschwollener Ader rasch die Praxis. Der NHS empfiehlt bei Blutung eine dringende hausärztliche Abklärung oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Eine plötzlich dicke, harte, schmerzhafte oberflächliche Vene kann eine Thrombophlebitis sein. Tiefer Schmerz und Schwellung eines ganzen Beins wecken den Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose; die Cleveland Clinic nennt das erhöhte Risiko und die mögliche Lungenembolie. In diesem Fall zählt Stunden, nicht die Suche nach einem Öl.
Schwangere bekommen laut NICE in der Regel keinen Eingriff, außer in Ausnahmefällen. Kompressionsstrümpfe können Schwellung lindern. Nach der Geburt bilden sich manche Varizen zurück. Rohe Rosskastanie und unklare Destillate gehören in dieser Zeit nicht in den Selbstversuch; das NCCIH kennt keine ausreichenden Sicherheitsdaten für den Samenextrakt in Schwangerschaft und Stillzeit.

Was Leitlinien statt Ölen empfehlen
Bei bestätigt symptomatischen Krampfadern mit Stammreflux soll zuerst die kranke Stammvene behandelt werden, nicht monatelang nur ein Strumpf und nicht ein Öl. Das ist die deutliche Verschiebung gegenüber älteren Texten, die Kompression als Dauerlösung in den Mittelpunkt stellten.
NICE (CG168, 2013, weiter aktuell) nennt die Reihenfolge: endothermische Ablation mit Radiofrequenz oder Laser; wenn das ungeeignet ist, ultraschallgesteuerte Schaumverödung; wenn auch das nicht geht, Operation. Unzureichende Seitenäste sollen, wenn behandelt, in derselben Sitzung mitversorgt werden. Kompressionsstrümpfe als alleinige Therapie sollen nur angeboten werden, wenn ein Eingriff ungeeignet ist. Nach einem Eingriff soll Kompression höchstens sieben Tage dauern, sofern sie überhaupt verordnet wird.
Die amerikanische Leitlinie 2022/2023 kommt zum selben Kern. Intervention schlägt langfristige Strümpfe, weil der Strumpf den Reflux nicht beseitigt. Bevorzugt wird der endoluminale Verschluss, thermisch oder nichtthermisch, vor klassischem Herausziehen. Venenaktive Präparate, darunter Rosskastanienextrakt und Weinrebenblatt, sind Zusatz bei Wartenden oder bei Menschen ohne Eingriffsoption, mit schwacher Empfehlung und ohne FDA-Zulassung als Krampfaderarznei.
Duplexultraschall bestätigt Diagnose und Ausmaß des Stammrefluxes und plant den Eingriff. NICE und NHS setzen ihn vor der Therapie voraus. Tasten allein reicht nicht, wenn ein Verfahren folgen soll.
Ätherische Öle kommen in keiner dieser Empfehlungen vor. Wer sie neben der leitliniengerechten Strecke nutzt, nutzt sie als Pflege, nicht als Ersatz.
Welche Verfahren die Vene schließen
Verfahren zerstören oder entfernen die kranke oberflächliche Vene. Tiefere Bahnen übernehmen den Rückfluss. Die meisten Eingriffe geschehen ambulant.
| Verfahren | Was es leistet | Wann Leitlinien es vorsehen | Typische Grenze |
|---|---|---|---|
| Kompressionsstrumpf | Drückt Gewebe, mindert Schwellung und Schmerz | Wenn ein Eingriff ungeeignet ist, in der Schwangerschaft, nach Therapie | Beseitigt den Reflux nicht |
| Endothermische Ablation | Hitze verschließt die Stammvene von innen | Erste Wahl bei Stammreflux (NICE, NHS 2024) | Selten Hautverbrennung, Taubheit, Gerinnsel |
| Schaumverödung | Schaum verklebt die Vene unter Ultraschall | Wenn Hitze ungeeignet ist | Mehrere Sitzungen möglich, Hautverfärbung |
| Phlebektomie | Kleine Knoten werden durch Minischnitte gezogen | Oft in derselben Sitzung wie die Stammtherapie | Örtliche Blutergüsse |
| Ligatur und Stripping | Vene wird unterbunden und herausgezogen | Wenn weniger invasive Wege nicht gehen | Längere Erholung als bei Katheterverfahren |
Die Mayo Clinic beschreibt Sklerotherapie als Spritze einer Lösung oder eines Schaums, der die Vene vernarbt; manche Adern brauchen mehrere Sitzungen. Katheter mit Radiofrequenz oder Laser gelten dort als häufigstes Verfahren für größere Varizen. Ligatur und Stripping bleiben Reserve. Der NHS nennt dieselbe Stufenfolge und erinnert, dass kosmetische Wünsche ohne Beschwerden im öffentlichen Dienst oft nicht finanziert werden.
Neue Krampfadern können nachwachsen. Die Cleveland Clinic nennt höheres Wiederkehrrisiko bei Adipositas, langem Sitzen und einer späteren Schwangerschaft. Das Gespräch vor dem Eingriff soll Nutzen, Risiken, mögliche Mehrfachbehandlung und die höhere Rückfallchance bei bereits behandelten Beinen enthalten, so NICE.
Was im Alltag Schwere und Schwellung mindert
Alltagshilfen entlasten die Pumpe, sie reparieren keine Klappe. Die Mayo Clinic, die NHLBI und der NHS nennen dieselben Hebel: Gewicht, das die Venen nicht zusätzlich belastet; Gehen statt stundenlangen Stillstands; Beine zeitweise über Herzhöhe; Salz zurücknehmen, wenn Wasser ins Gewebe zieht; keine engen Bündchen an Taille, Leiste und Oberschenkel; Absätze, die das Sprunggelenk noch bewegen lassen.
Kurze Gehpausen bei Stehberufen bringen mehr als ein Duftöl in der Schreibtischschublade. Die NHLBI warnt vor sehr schwerem Heben, das den Druck in den Beinvenen hochtreibt; das passende Maß klärt die behandelnde Praxis. Rauchen aufzugeben schützt die Gefäßwand, nicht nur die Lunge.
Kompressionsstrümpfe gehören in diese Gruppe, sind aber kein Freestyle-Kauf. Der NHS rät zur Anpassung, weil arterielle Durchblutungsstörungen gegen starken Druck sprechen. Tags tragen, nachts ablegen, lautet die übliche Praxisanweisung dort. NICE und der NHS sehen den Strumpf als Therapieersatz nur, wenn Ablation, Schaum oder Operation nicht infrage kommen. Nach einem Eingriff ist er oft kurzfristig Teil der Nachsorge.
Hochlegen wirkt, wenn es wirklich über Herzniveau geschieht, etwa mit mehreren Kissen, mehrmals am Tag für einige Minuten, so die NHLBI. Halbes Hochlagern auf einem Hocker beim Fernsehen ändert den Venendruck kaum.
Welche Risiken ätherische Öle auf der Haut haben
Unverdünnte Öle können reizen, sensibilisieren und bei manchen Sorten nach Sonne bleibende Flecken hinterlassen. Destillate gehören nicht in den Mund und nicht auf geschädigte Haut.
Die FDA erinnert, dass pflanzliche Herkunft Gift, Reiz und Allergie nicht ausschließt. Kreuzkümmelöl etwa ist in Speisen üblich und kann auf der Haut Blasen ziehen. Bestimmte Zitrusöle, in Lebensmitteln geduldet, werden in der Kosmetik unter Sonne zum Problem. DermNet (Januar 2020) beschreibt das allergische Kontaktekzem als verzögerte Reaktion nach 24 bis 72 Stunden. Häufige Auslöser sind Teebaum, Ylang-Ylang, Zitronengras, Sandelholz, Nelke und Jasmin. Viele Betroffene reagieren auf mehrere Öle, weil Inhaltsstoffe sich überschneiden. Unverdünntes Auftragen fördert die Sensibilisierung. Behandlung ist Meiden plus örtliches Kortison, nicht „mehr Öl dagegen“.
Phototoxische Reaktionen nach Bergamotte-, Limetten- oder anderen Zitrusschalenölen plus Sonnenlicht können wie eine Verbrennung aussehen. Wer solche Öle trotzdem nutzt, hält die Stelle von UV fern. Diffusoren können bei Empfindlichen ein luftgetragenes Ekzem auslösen.
Verschlucken konzentrierter Öle kann Übelkeit, Erbrechen, Atemnot durch Aspiration und bei einzelnen Sorten Leberschäden verursachen. Das NCCIH nennt bei oralem Lavendel Durchfall, Kopfschmerz und Übelkeit; Wechselwirkungen mit Beruhigungsmitteln sind denkbar. Kinder und Haustiere erreichen offene Fläschchen leicht.
Ein Pflastertest auf intakter Haut über ein bis zwei Tage senkt das Risiko, ersetzt aber keine Allergiediagnostik. Bei Luftnot, Schwellung im Gesicht oder nässendem Ausschlag endet der Selbstversuch. Offene Beingeschwüre sind Wunden für die Ulkusbehandlung, kein Massagefeld.
Häufige Fragen
Können ätherische Öle Krampfadern zum Verschwinden bringen?
Nein. Es gibt keinen Beleg, dass ein Destillat eine Krampfader dauerhaft unsichtbar oder klein macht. Sichtbare Stränge folgen dem Reflux und dem Wanddruck, nicht dem Duft. Verfahren, die die Vene verschließen oder entfernen, ändern das Bild; Öle tun das nicht.
Ist Rosskastanienöl dasselbe wie der Samenextrakt?
Nein. Der geprüfte Samenextrakt ist auf Aescin standardisiert und wurde als Kapsel über Wochen untersucht. Rohe Pflanzenteile sind giftig. Was als Öl verkauft wird, ist oft ein fettiger Auszug ohne die Studiendosis. Cochrane und das NCCIH sprechen vom Extrakt, nicht vom Destillat.
Darf ich Öle auf ein Beingeschwür geben?
Nein. Ein Ulkus unterhalb des Knies, das nach zwei Wochen offen bleibt, gehört laut NICE in den gefäßmedizinischen Dienst. Unverdünnte oder auch verdünnte Öle auf Wunden können reizen, allergisieren und die Heilung stören. Kompression und Wundversorgung stehen dort, nicht Aromapflege.
Reichen Kompressionsstrümpfe als einzige Behandlung?
Nur falls Ablation, Schaum oder Operation nicht möglich sind, etwa in der Schwangerschaft. NICE rät ausdrücklich davon ab, Strümpfe als Therapie anzubieten, solange ein Verfahren offensteht. Der Strumpf mindert Symptome, belässt den Reflux.
Wann muss ich mit Krampfadern in die Notaufnahme?
Bei kräftiger Blutung aus einer Ader, so NHLBI und Cleveland Clinic. Bei plötzlich dickem, schmerzhaftem, geschwollenem Bein oder Atemnot zählt der Verdacht auf tiefe Thrombose oder Embolie. Harte, rote, heiße oberflächliche Venen gehören zumindest am selben Tag in ärztliche Hand.
Hilft Lavendelöl gegen Venenschmerzen?
Einen eigenen Beleg für Venenschmerz oder Ulkusheilung liefert das NCCIH nicht. Orale Spezialpräparate wurden bei Angst getestet, nicht bei Varizen. Auf der Haut bleibt Allergie das greifbare Risiko. Wer Duft als Entspannung nutzt, soll das von einer Venentherapie trennen.

Fazit
Krampfadern sind ein Klappen- und Druckproblem, kein Duftproblem. Ätherische Öle können eine Massage angenehmer machen und höchstens subjektive Schwere lindern. Sie verkleinern die Ader nicht, schließen keinen Reflux und ersetzen weder Strumpf nach Vorschrift noch die von NICE und den amerikanischen Gesellschaften vorgesehene Ablation.
Wer Beschwerden hat, lässt Duplex und Stufentherapie planen, statt Fläschchen zu sammeln. Samenextrakt der Rosskastanie oder Blattextrakt der Weinrebe können als ergänzende Option bei Wartenden diskutiert werden; das sind geprüfte Extrakte mit begrenzter Evidenz, keine Destillate. Rohe Kastanie bleibt giftig.
Blutung, Ulkus, harte schmerzhafte Venen und ein plötzlich dickes Bein gehören in die Klinik, nicht unter ein Öl. Verdünnung, Meiden von Sonne nach Zitrusölen und der Verzicht aufs Schlucken gelten für jeden, der Destillate trotzdem auf intakte Haut gibt.
Quellen
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