Ätherische Öle bei Asthma können Anfälle auslösen

Ätherische Öle bei Asthma können Anfälle auslösen

Ätherische Öle ersetzen keine Asthmamedikamente und gelten bei Fachgesellschaften nicht als Behandlung. Die Asthma and Allergy Foundation of America stellt klar, dass ein Nutzen nicht belegt ist; eingeatmete Partikel aus den Destillaten können im Gegenteil einen Anfall auslösen.

Wer nach einem „natürlichen“ Zusatz zum Spray sucht, trifft oft auf Lavendel, Eukalyptus oder Pfefferminze. Solche Fläschchen sind in den USA nicht wie Arzneimittel überwacht, schreibt die American Lung Association (Stand Oktober 2025). Sie geben flüchtige organische Verbindungen ab, die Husten, Enge und Kurzatmigkeit auslösen können, besonders bei schon gereizten Bronchien. Geprüfte Therapie bleibt ein schriftlicher Aktionsplan mit entzündungshemmendem Inhalator und einem Mittel, das bei Beschwerden sofort greift. Duftlampen gehören in diese Planung nicht hinein.

Können ätherische Öle Asthma behandeln?

Nein. Sie senken die Entzündung in den unteren Atemwegen nicht nachweisbar und öffnen verengte Bronchien nicht wie ein zugelassenes Spray. Die AAFA rät ausdrücklich davon ab, Destillate als Asthmamittel zu nutzen.

Asthma ist eine dauerhafte Erkrankung der Atemwege: Schleimhaut schwillt, Muskeln um die Bronchien ziehen sich zusammen, zäher Schleim verengt den Luftweg. Das National Heart, Lung, and Blood Institute betont, dass es keine Heilung gibt, Kontrolle aber mit Medikamenten, Auslöservermeidung und einem Aktionsplan möglich ist. Ein kühles Gefühl in der Nase nach Mentholduft ändert diese Entzündung nicht. Wer nach wenigen Atemzügen subjektiv „freier“ wirkt, hat oft nur die oberen Luftwege gereizt oder den Geruchssinn überdeckt, nicht die verengten Bronchien weit gestellt.

Das National Center for Complementary and Integrative Health fasst 2022 zusammen: Komplementäre Verfahren ersetzen die geprüfte Behandlung nicht. Wer Stress, Angst oder niedrige Stimmung mindert, kann sich subjektiv besser fühlen und manchmal die Kontrolle erleichtern. Das gilt für Entspannungsübungen, nicht für unregulierte Destillate im Diffusor. Pflanzliche Zubereitungen insgesamt bewertete eine Auswertung von 26 Studien aus dem Jahr 2010 als zu dünn, um irgendein Kraut für Asthma zu empfehlen.

Frische, unbelastete Raumluft bleibt laut Lungenvereinigung die bessere Strategie. Alles, was zusätzlich in die Atemluft gelangt, einschließlich ätherischer Öle, rät sie ab. Wer trotzdem einen Duft ausprobiert, sollte das nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis tun und das verordnete Schema unangetastet lassen.

Eine Flasche Eukalyptusöl mit einigen Blättern.

Lavendel, Eukalyptus, Pfefferminze: was fehlt an Belegen?

Keines der im Handel beworbenen Öle hat eine belastbare Humanstudie, die Anfälle, nächtliches Erwachen oder Lungenfunktion bei Asthma zuverlässig verbessert. Werbeversprechen zu Histaminblockade, „freien Bronchien“ oder Desinfektion der Raumluft überziehen, was gemessen wurde.

Lavendel (Lavandula) wirkt in manchen Alltagsberichten beruhigend. Eine Arbeit von Ueno-Iio und Kollegen aus dem Jahr 2014 zeigte im Mausmodell weniger eosinophile Entzündung und weniger Schleimzellen nach Inhalation. Mäuse sind kein Ersatz für Menschen mit unterschiedlich schweren Phänotypen, Begleitallergien und Dauerinhalatoren. Menschliche Daten, die Lavendel gegen Asthmakontrolle prüfen, fehlen in einer Qualität, die Leitlinien tragen könnte.

Eukalyptus und Pfefferminze werden oft gegen verstopfte Nase angepriesen. Starke Terpendämpfe können dieselben gereizten Schleimhäute treffen, die ohnehin auf Rauch, Putzmittel oder Kälte reagieren. Teebaumöl besitzt im Labor antimikrobielle Eigenschaften. Die Lungenvereinigung merkt an, dass dieser Effekt in der Raumluft vor allem in den ersten 30 bis 60 Minuten nach dem Verdampfen greifbar war; dauerhaftes Diffundieren zur „Luftreinigung“ sei deshalb ungeeignet. Römische Kamille und ähnliche Destillate bleiben in derselben Lage: entzündungshemmende Laborhinweise, kein gesicherter Platz in der Asthmatherapie.

Ansatz Was bislang geprüft wurde Stellung für Menschen mit Asthma
Lavendelduft Mausmodell 2014, keine belastbare Humanstudie zur Kontrolle Kein Therapieplatz
Eukalyptus, Pfefferminze Starkes Aroma, mögliche Schleimhautreizung AAFA: Partikel können Anfall auslösen
Teebaumöl im Diffusor Kurzer antimikrobieller Effekt in Luft (ALA) Kein Ersatz für Reinigen und Lüften
Spray mit 41 Ölen Levy 2018, 25 milde oder mittlere Fälle, vier Wochen Keine Änderung von Entzündung oder Kontrolle
Inhalative Kortikosteroide, bei Bedarf Formoterol NHLBI-Update 2020, große Therapiestudien Bevorzugte Dauer- und Bedarfstherapie

Verkaufstexte vermischen oft Erkältungsgefühl, Entspannung und Asthmakontrolle. Ein freieres Atmen durch die Nase ist kein geöffnetes Bronchialsystem. Wer nach solchen Versprechen das Kortisonspray weglässt, tauscht ein geprüftes Mittel gegen ein ungeregeltes Konzentrat.

Warum Düfte und Diffusoren die Bronchien reizen

Starke Gerüche zählen zu den klassischen Reizauslösern. Die Lungenvereinigung beschreibt 2026, dass Duftstoffe Husten, Pfeifen, Kurzatmigkeit und eine Verschlechterung von Asthma oder COPD auslösen können, unabhängig davon, ob der Duft „natürlich“ oder synthetisch deklariert ist.

Flüchtige organische Verbindungen verdampfen schon bei Zimmertemperatur. In ätherischen Ölen stecken Terpene, Alkohole, Ketone und Phenole in hoher Konzentration. Gemische mehrerer Destillate können laut Lungenvereinigung sekundäre Reizstoffe bilden, darunter Formaldehyd, der Nase, Rachen und Lunge zusätzlich belastet. Ein Diffusor verteilt diese Stoffe stundenlang im Wohnraum. Wer im selben Zimmer schläft, atmet sie die ganze Nacht. Kinder, Schwangere, Menschen mit Allergien oder chemischer Empfindlichkeit gelten als besonders verletzlich.

Nicht jeder reagiert gleich. Manche vertragen einen Tropfen Lavendel auf einem Tuch, andere bekommen nach wenigen Minuten im bedufteten Raum Enge. Diese Streuung erklärt, warum Anekdoten „hat mir geholfen“ und „hat mich umgeworfen“ nebeneinanderstehen. Für die eigene Planung zählt der individuelle Auslöser, nicht der Mittelwert aus Foren.

Drei praktische Punkte entlasten, ohne ein neues Fläschchen zu kaufen:

  • Raumgerüche durch Lüften und Reinigen entfernen, statt sie mit Duft zu überdecken.
  • Weichspüler, Raumsprays, Räucherstäbchen und Duftkerzen weglassen, wenn die Brust darauf reagiert.
  • Beim Besuch in bedufteten Wohnungen rasch ins Freie gehen und den Aktionsplan bereithalten.

Ein „natürlicher“ Ursprung ändert die Chemie in der eingeatmeten Luft nicht. Pflanzenöle sind Konzentrate, keine verdünnte Wiesenluft.

Haut, Schlucken und Kinder: wo die Gefahren liegen

Unverdünntes Destillat kann die Haut reizen oder eine Kontaktallergie bahnen; geschluckt sind viele Öle giftig, besonders für Kinder. Die AAFA erinnert daran, dass bereits kleine Mengen bei Kleinkindern gefährlich werden können.

Ätherische Öle sind keine einheitliche Arzneimittelklasse. Zusammensetzung schwankt von Pflanze, Ernte und Hersteller. In den USA fehlt eine Qualitätsaufsicht wie bei Inhalatoren, schreibt die Lungenvereinigung. Was auf dem Etikett „rein“ heißt, sagt wenig über Konzentration, Lösungsmittel oder Verunreinigungen. Vor dem ersten Hautkontakt gehört deshalb ein Test auf einer kleinen Stelle, Beobachtung über einen Tag, und immer ein Trägeröl. Quaddeln, Brennen oder Atemnot bedeuten Absetzen, nicht „mehr verdünnen und nochmal“.

Schlucken als Selbstversuch gegen Asthma ist kein Hausmittel. Manche Destillate tauchen in winzigen Mengen als Aroma in Lebensmitteln auf. Das ist kein Freibrief für Tropfen im Tee gegen Enge. Bei versehentlicher Einnahme nennt die Lungenvereinigung in den USA die Giftnotrufnummer; in Deutschland gilt der örtliche Giftinformationsdienst. Warten auf Besserung oder Milch als Hausrezept ersetzen diesen Anruf nicht.

Kinder brauchen eine eigene Schwelle. Enge Atemwege, höheres Atemminutenvolumen pro Kilogramm und die Neigung, Flaschen zu öffnen, machen Diffusor und Vorratsregal riskant. Ohne ausdrückliche ärztliche Freigabe gehören Konzentrate nicht ins Kinderzimmer, nicht auf die Brust gerieben und nicht in den Luftbefeuchter. Schwangere sollten unregulierte Inhalate ebenfalls nicht „nebenbei“ aus dem Familienregal nutzen; geprüfte Asthmamedikamente in der Schwangerschaft entscheidet die Praxis, nicht ein Dufttrend.

Was Mausdaten und ein kleiner Sprayversuch zeigen

Labor- und Kleinstudien ersetzen keine Leitlinie. Sie erklären höchstens, warum das Thema immer wieder auftaucht, und wo die Lücken bleiben.

Ueno-Iio und Kollegen sensibilisierten Mäuse mit Ovalbumin und ließen eine Gruppe Lavendeldampf einatmen. Weniger eosinophile Zellen, weniger Interleukin-5 und Interleukin-13 in der Spülflüssigkeit, weniger Schleimzellen: das ist ein Signalweg im Tier, kein Dosierschema für den Menschen. Übertragbarkeit scheitert an Dosis, Expositionsweg, fehlender Dauertherapie und fehlenden schweren Verläufen.

Levy, Neukirch und Kollegen prüften 2018 ein Raumspray mit 41 Ölen bei 25 Erwachsenen mit leichtem oder mittelschwerem allergischem Asthma. Zweimal täglich ein Sprühstoß im Schlafzimmer über vier Wochen. Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft, Lungenfunktion, Methacholinreiz und der Fragebogen zur Asthmakontrolle änderten sich nicht signifikant. Die Studie war offen, klein und ohne Kontrollspray. Sie belegt weder Nutzen noch allgemeine Unbedenklichkeit, vor allem nicht bei schwerem oder schlecht kontrolliertem Verlauf.

Eine taiwanische Beobachtung von Lee und Kollegen (2022) folgte 200 gesunden Haushaltsführenden über Jahre. Wer ätherische Öle länger als eine Stunde täglich in die Raumluft gab, zeigte höhere Herzfrequenz, höheren Blutdruck und einen niedrigeren Peak-Flow, bezogen auf den Sollwert. Menschen mit bekanntem Asthma waren ausgeschlossen. Selbst ohne vorbestehende Lungenerkrankung hing also längere Exposition mit ungünstigeren Messwerten zusammen. Wer bereits enge Bronchien hat, trägt dieses Risiko nicht als Erstes.

Was sich an der Asthmabehandlung seit 2020 geändert hat

Seit dem Update 2020 der US-Asthmaleitlinie (NHLBI) steht bei mittelschwerem und schwerem persistierendem Asthma ab vier Jahren ein Inhalator mit Kortison plus Formoterol als tägliche und als Bedarfstherapie vorne. Ältere Schemata mit alleinigem kurzwirksamem Beta-2-Agonisten bei jedem Piepen gelten für die meisten Betroffenen nicht mehr als ausreichend.

Mayo Clinic beschreibt 2025 weiter den Zweiklang aus entzündungshemmender Dauertherapie und rasch wirkendem Bedarfsspray. Inhalative Kortikosteroide wie Budesonid oder Fluticason brauchen oft Tage bis Wochen, bis die volle Wirkung da ist. Kombipräparate mit langwirksamem Beta-2-Agonisten kommen dazu, wenn die Kontrolle nicht reicht. Leukotrienhemmer, darunter Montelukast, können Symptome lindern; Mayo Clinic warnt vor psychischen Reaktionen bis hin zu suizidalen Gedanken und verlangt dann sofortige ärztliche Klärung. Bei schwerem, unkontrolliertem Verlauf stehen Biologika wie Omalizumab, Mepolizumab oder Tezepelumab zur Verfügung. Bronchiale Thermoplastie bleibt eine seltene Option mit unsicherem Langzeitnutzen.

Das NHLBI-Update nennt für die Formoterol-Kortison-Strategie konkrete Obergrenzen, bezogen auf 4,5 Mikrogramm Formoterol pro Hub: höchstens acht Hübe am Tag bei Kindern von vier bis elf Jahren (36 Mikrogramm), höchstens zwölf Hübe ab zwölf Jahren (54 Mikrogramm). Wer diese Menge überschreitet, soll die Praxis kontaktieren. Formoterol als Bedarf eignet sich nicht, wenn die Dauertherapie Salmeterol enthält. Die Zahlen gehören in den persönlichen Plan, nicht ins Selbstexperiment.

Häufigerer Griff zum Bedarfsspray ist selbst ein Warnzeichen. Mayo Clinic rät, die Hübe zu notieren; steigt der Verbrauch über die Absprache, muss die Dauertherapie angepasst werden. Das NHLBI nennt mehr als eine Dose kurzwirksamen Beta-2-Agonisten im Monat als Grund, rasch ärztlichen Rat zu suchen. Ein Fläschchen Öl ändert diese Rechnung nicht.

Eine Frau hat Probleme beim Atmen.

Wie Asthma entsteht und wie die Diagnose läuft

Ursache und Auslöser sind nicht dasselbe. Warum jemand Asthma entwickelt, bleibt oft unklar; Familie, frühe Virusinfekte, Übergewicht, Passivrauch und berufliche Stäube erhöhen das Risiko, schreibt MedlinePlus. Ein Anfall entsteht, wenn ein persönlicher Auslöser auf schon entzündete Bronchien trifft.

Allergisches Asthma hängt an Milben, Pollen, Tierhaaren, Schimmel oder Schaben. Nichtallergische Formen reagieren auf Kälte, Infekte, Tabakrauch, Außenluftschadstoffe, manche Arzneimittel oder Haushaltchemie. Berufsbedingtes Asthma folgt Stäuben oder Dämpfen am Arbeitsplatz. Belastung kann die Bronchien verengen, besonders in trockener Luft. Dieselben Wege, über die ein Putzmittel reizt, können ein konzentriertes Pflanzenöl reizen.

Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, körperliche Untersuchung und Lungenfunktion. Mayo Clinic nennt Spirometrie vor und nach einem bronchienerweiternden Mittel sowie Peak-Flow-Messungen im Alltag. Unklare Fälle können eine Methacholinprovokation, Allergietests, Röntgen zum Ausschluss anderer Ursachen oder die Messung von Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft brauchen. Das NHLBI-Update 2020 erlaubt FeNO ab fünf Jahren als Zusatz, wenn Anamnese und Spirometrie nicht reichen; allein zur Kontrolle oder zur Vorhersage eines Anfalls taugt der Wert nicht.

Schweregrade nach Symptomhäufigkeit (intermittierend bis schwer persistierend) helfen bei der ersten Einordnung, ändern sich aber mit der Zeit. Deshalb gehören regelmäßige Kontrollen zum Plan, nicht nur der Griff ins Regal, wenn die Brust wieder eng wird.

Wann zur Praxis, wann der Rettungsdienst

Enge, die nach dem verordneten Bedarfsspray nicht rasch nachlässt, oder Atemnot, die das Sprechen in ganzen Sätzen verhindert, ist ein Notfall. Das NHLBI (Stand April 2024) verlangt den Notruf, wenn die Medikamente während eines Anfalls nicht greifen oder das Atmen sehr schwer bleibt.

Zur Praxis oder in die Notaufnahme gehört, wer im vergangenen Jahr stationär wegen Asthma lag, kürzlich Kortisontabletten brauchte, keine inhalativen Kortikosteroide nutzt, mehr als eine Dose kurzwirksames Spray im Monat verbraucht, den Aktionsplan nicht einhält oder eine Nahrungsmittelallergie hat. Psychische Erkrankungen und Substanzkonsum erhöhen ebenfalls das Risiko schwerer Verläufe. Bei Kindern gelten Schläfrigkeit, Verwirrtheit, bläuliche Haut oder Lippen und ein sehr schneller Puls als Gründe für den sofortigen Notruf.

Der Peak-Flow-Wert, falls gemessen, hilft bei der Einordnung. Werte unter der im Plan festgelegten Schwelle, typischerweise unter der Hälfte des persönlichen Bestwerts in älteren Zonenschemata, bedeuten rote Zone: Kortisontabletten nach Plan, sofort die Praxis, bei ausbleibender Besserung Krankenhaus. Blaue Lippen oder Fingernägel, Unfähigkeit zu gehen oder zu sprechen, Einsatz der Hals- und Atemhilfsmuskulatur und zunehmende Verwirrtheit warten nicht auf den nächsten Werktag.

Nach Kontakt mit einem Diffusor oder einem starken Duft gelten dieselben Schwellen. Öl absetzen, Raum verlassen, verordnetes Spray nutzen, Plan befolgen. Wer hofft, „der Duft müsse sich erst setzen“, verliert Zeit, in der die Bronchien weiter zuschwellen.

Was zu Hause hilft, ohne Duftöle

Auslöser meiden, Medikamente wie verordnet nehmen, Impfungen aktuell halten und einen schriftlichen Plan griffbereit haben. Das ist die Hausarbeit, die Leitlinien tatsächlich tragen.

Mayo Clinic nennt konkrete Schritte gegen Milben und Schimmel: allergendichte Bezüge, glatte Böden statt Teppich, Waschen der Bettwäsche, Feuchtigkeit begrenzen, Schimmel in Bad und Küche entfernen. Bei Tierhaarallergie helfen Abstand, Waschen des Tiers durch eine andere Person und das Fernhalten vom Schlafzimmer mehr als ein Teebaumzusatz in der Wäsche. Kalte, trockene Luft lässt sich mit einem Schal vor Mund und Nase abmildern. Regelmäßige Bewegung bleibt erwünscht; der Inhalator vor dem Sport folgt der Absprache, nicht einem Pfefferminztuch.

Atemwegsinfekte stoßen häufig Anfälle an. Die US-Seuchenschutzbehörde schreibt 2024, Menschen mit Asthma hätten ein höheres Risiko schwerer Grippekomplikationen einschließlich Lungenentzündung, selbst bei gut kontrolliertem Verlauf. Die Grippeimpfung als Spritze gilt als geeignet; das nasale Lebendvakzin sollen die meisten mit Asthma meiden, Kleinkinder mit pfeifender Atmung im letzten Jahr gar nicht erhalten. Pneumokokkenimpfung gehört auf denselben Impfplan. Zanamivir als Grippemittel kann bei Asthma pfeifende Atmung auslösen und ist deshalb ungeeignet.

Das National Center for Complementary and Integrative Health erwähnt Atemübungen, die in einer Auswertung von 22 Studien die Lebensqualität und Überatmungszeichen etwas bessern können, Asthma-Symptomskalen aber wahrscheinlich nicht. Yoga zeigte in älteren Zusammenfassungen kleine Verbesserungen von Befinden und Beschwerden, wenn es zur üblichen Therapie dazukam. Das sind Ergänzungen mit geringer Nebenwirkung, sofern die Technik stimmt, kein Ersatz für den Inhalator.

Häufige Fragen

Hilft Eukalyptusöl bei Asthma?

Als Behandlung nein. Ein mentholähnlicher Kühleindruck in Nase oder Rachen bedeutet nicht, dass verengte Bronchien offen sind. Die AAFA sieht keinen Beleg für einen Nutzen und hält eingeatmete Partikel für einen möglichen Anfallsauslöser. Wer Erkältungsgefühl und Asthma verwechselt, verzögert das verordnete Spray.

Darf ich einen Diffusor im Kinderzimmer laufen lassen?

Ohne ärztliche Freigabe eher nicht. Kleine Atemwege und lange Nachtstunden in geschlossenen Räumen erhöhen die eingeatmete Menge. Konzentrate können außerdem verschluckt werden. Frische Luft, ein feuchtearmes Bett und der schriftliche Plan der Kinderarztpraxis sind die sicherere Routine.

Können ätherische Öle das Kortisonspray ersetzen?

Nein. Inhalative Kortikosteroide und, wo indiziert, Formoterol im selben Gerät senken das Risiko schwerer Anfälle; Öle tun das in Humanstudien nicht. Das NCCIH warnt davor, Komplementäres an die Stelle der verordneten Therapie zu setzen. Wer das Spray weglässt, weil ein Duft „natürlicher“ wirkt, erhöht das Risiko für Klinik und Kortisontabletten.

Sind pflanzliche Öle ungefährlicher als Parfüm?

Nicht automatisch. Die Lungenvereinigung stellt 2026 natürliche und künstliche Duftstoffe auf dieselbe Stufe: beide können Schadstoffe in die Innenraumluft abgeben und Asthma verschlechtern. Konzentration, Raumgröße und persönliche Empfindlichkeit zählen mehr als das Wort „bio“ auf der Flasche.

Was tun, wenn nach Aromatherapie die Brust eng wird?

Raum verlassen, Fenster öffnen, verordnetes Bedarfsspray nach Plan nutzen. Bessert sich die Atemnot nicht rasch oder wird Sprechen anstrengend, gilt der Notruf, wie das NHLBI für jeden Anfall beschreibt. Das auslösende Öl danach streichen und die Praxis informieren, damit der Aktionsplan den neuen Auslöser enthält.

Dürfen Schwangere ätherische Öle gegen Asthma nutzen?

Nicht auf eigene Faust. Schwangerschaft ändert Dosis und Auswahl der geprüften Inhalatoren; unregulierte Destillate haben dafür keine belastbare Sicherheitsbasis. Die Entscheidung über Medikamente trifft die betreuende Praxis. Ein Diffusor im Schlafzimmer ist keine Ersatztherapie.

Eine Frau benutzt einen Asthmainhalator.

Fazit

Wer mit Asthma nach ätherischen Ölen greift, sucht oft Entlastung ohne Tabletten und findet ein Konzentrat, das die Raumluft belastet. AAFA und Lungenvereinigung sehen keinen Beleg für eine Behandlungswirkung; eingeatmete Dämpfe können Husten, Enge und einen Anfall auslösen. Kleine Humanversuche und Mausdaten ändern diese Lage nicht.

Geprüfte Schritte liegen woanders: inhalative Kortikosteroide, seit 2020 oft Formoterol im selben Inhalator für Alltag und Bedarf, ein schriftlicher Plan, Impfschutz gegen Grippe und Pneumokokken, duftarme Wohnung. Steigt der Sprayverbrauch, nachts weckt die Brust oder das Bedarfsmittel versagt, gehört das in die Sprechstunde, nicht unter die Duftlampe.

Ein Fläschchen im Bad kann höchstens ein Ritual sein, wenn die eigene Brust Düfte verträgt und die verordnete Therapie unangetastet bleibt. Die Entscheidung über Anfälle, Klinikrisiko und Lungenfunktion fällt am Peak-Flow, am Inhalator und am Aktionsplan.

Quellen

  1. Asthma and Allergy Foundation of America: AAFA Explains: Can Essential Oils Help Asthma?. Asthma and Allergy Foundation of America, März 2017.
  2. American Lung Association: Essential Oils: More Harmful Than Helpful?. American Lung Association, 16. Oktober 2025.
  3. American Lung Association: Fragrances as indoor air pollutants. American Lung Association, 23. Juni 2026.
  4. National Heart, Lung, and Blood Institute: Asthma – Asthma Attack. National Institutes of Health, 17. April 2024.
  5. Mayo Clinic: Asthma – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 8. März 2025.
  6. Centers for Disease Control and Prevention: Most Recent Asthma Data. Centers for Disease Control and Prevention, Stand: 2023.
  7. National Center for Complementary and Integrative Health: Asthma and Complementary Health Approaches: What You Need To Know. National Institutes of Health, März 2022.
  8. Lee CY, Lin LY et al.: Long-Term Exposure to Essential Oils and Cardiopulmonary Health from a Population-Based Study. Atmosphere, April 2022.
  9. National Heart, Lung, and Blood Institute: 2020 Focused Updates to the Asthma Management Guidelines: Clinician’s Guide. National Institutes of Health, Dezember 2020.
  10. Centers for Disease Control and Prevention: Flu and People with Asthma. Centers for Disease Control and Prevention, 5. September 2024.
  11. Levy J, Neukirch C et al.: Tolerance to exposure to essential oils exposure in patients with allergic asthma. Journal of Asthma, 8. Oktober 2018.
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