
Joghurt kann mit einem niedrigeren Risiko für neuen Bluthochdruck zusammenhängen, ersetzt aber weder Tabletten noch eine ärztlich geplante Ernährung. In drei großen US-Kohorten lag das Risiko für eine erstmals festgestellte Hypertonie um 16 Prozent niedriger, wenn Erwachsene mindestens fünf Portionen Joghurt pro Woche aßen statt weniger als eine Portion im Monat.
Der Zusammenhang war stärker, wenn die übrige Kost dem DASH-Muster ähnelte. Randomisierte Studien zu fermentierter Milch und Probiotika zeigen nur kleine Druckunterschiede von etwa zwei bis drei Millimetern Quecksilber. Die amerikanische Leitlinie von 2025 hält fettarme Milchprodukte als Teil der DASH-Kost fest, nicht als Einzelheilmittel. Wer Werte um 180/120 mmHg plus Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörung misst, braucht den Notruf 112, keinen extra Becher Joghurt.
Kann Joghurt den Blutdruck senken?
Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang, keine sichere Senkung durch Joghurt allein. Buendia und Kollegen werteten 2018 die Nurses’ Health Study, die Nurses’ Health Study II und die Health Professionals Follow-Up Study aus. Über 184 000 Erwachsene wurden bis zu 30 Jahre begleitet. Wer mindestens fünf Portionen Joghurt pro Woche aß, hatte im gepoolten Modell 16 Prozent weniger neu auftretende Hypertonie als Menschen mit weniger als einer Portion im Monat.
Bei den Frauenkohorten lag der Unterschied bei 19 und 17 Prozent. Bei den Männern der Health Professionals Follow-Up Study waren es nur 6 Prozent, das Vertrauensintervall kreuzte die Eins. Die Autoren schreiben das unter anderem der deutlich geringeren Joghurtmenge bei den Männern zu, nicht einem bewiesenen Geschlechtsunterschied der Wirkung. Milch und Käse hingen ebenfalls mit etwas weniger Hypertonie zusammen, der Abstand war aber kleiner als beim Joghurt.
Ein Teil der Assoziation läuft vermutlich über das Körpergewicht. Nach zusätzlicher Adjustierung für den Body-Mass-Index blieb beim Joghurt noch eine Risikosenkung von 10 Prozent. Das spricht gegen ein reines Artefakt, schwächt aber die Idee, ein extra Becher auf dem Schreibtisch reiche aus, wenn Gewicht, Salz und Bewegung unverändert bleiben.
Wer schon erhöhten Druck hat, erscheint in einer zweiten Auswertung derselben Gruppen. Unter Teilnehmern mit bekannter Hypertonie hing ein Verzehr von mindestens zwei Portionen Joghurt pro Woche mit 17 Prozent weniger Herzinfarkt oder Schlaganfall bei Frauen und 21 Prozent weniger bei Männern zusammen, verglichen mit weniger als einer Portion im Monat. Das sind wieder Beobachtungsdaten. Menschen, die regelmäßig Joghurt essen, leben oft insgesamt anders. Der Befund begründet keinen Verzicht auf Blutdruckmittel.

Wie viel Joghurt und welche Sorte?
Fünf Portionen pro Woche waren in der Kohortenarbeit die Schwelle mit dem klarsten Abstand zum seltenen Verzehr. Eine Portion entspricht in den DASH-Tabellen einer Tasse Joghurt, also rund 240 Millilitern. Das National Heart, Lung, and Blood Institute und die Mayo Clinic rechnen dieselbe Tasse als eine der zwei bis drei täglichen fettarmen Milchportionen.
Täglich ein Becher ist damit mehr, als die Kohorten als „hoch“ definiert haben, und bleibt im Rahmen der DASH-Mengen, sofern die übrigen Milchprodukte nicht zusätzlich vollfett und salzig ausfallen. Zwei Portionen pro Woche waren in der Herz-Kreislauf-Auswertung bei bereits hypertonen Teilnehmern die untere Marke mit messbarem Unterschied. Weniger als eine Portion im Monat war jeweils die Vergleichsgruppe.
Fettarm oder fettfrei bleibt die Vorgabe der Leitlinie, nicht Vollfett mit Fruchtsoße. Die Fassung von 2025 nennt weiter fettarme oder fettfreie Milchprodukte als Baustein der DASH-Kost. Stark gesüßte Sorten schieben Zucker und oft Natrium nach, beides arbeitet gegen das Druckziel. Naturjoghurt mit frischem Obst erfüllt die Idee besser als ein Dessertbecher.
Griechischer Joghurt liefert mehr Eiweiß je Löffel, zählt aber nur dann als DASH-Milchportion, wenn er fettarm bleibt und nicht mit Sirup aufgefüllt wird. Pflanzliche Alternativen aus Soja, Hafer oder Mandel waren in den Kohorten nicht die untersuchte Speise. Sie ersetzen Kalzium und fermentierte Milchpeptide nicht automatisch, selbst wenn das Etikett „Joghurt“ trägt.
- Fünf Tassen Naturjoghurt über die Woche entsprechen der Menge, die in den Kohorten mit weniger neuer Hypertonie verknüpft war.
- Zwei Tassen pro Woche waren bei bereits erhöhtem Druck mit weniger Herzinfarkt und Schlaganfall assoziiert.
- Eine Tasse am Tag bleibt im DASH-Fenster von zwei bis drei Milchportionen, wenn Käse und Milch mitgezählt werden.
Mineralstoffe und Peptide als mögliche Wirkwege
Joghurt bringt Kalzium, Kalium und Magnesium mit, drei Mineralstoffe, die Gefäßtonus und Natriumhaushalt mitsteuern. Die DASH-Kost setzt genau auf diese Kombination aus Obst, Gemüse, Vollkorn und fettarmer Milch. Kalium fördert die Natriumausscheidung, Magnesium wirkt gefäßerweiternd, Kalzium beeinflusst die glatte Muskulatur der Arterien. Kein einzelnes Mineral erklärt den Befund allein.
Bei der Fermentation spalten Milchsäurebakterien Milcheiweiß in kurze Peptide. Manche dieser Bruchstücke hemmen im Labor das Angiotensin-konvertierende Enzym, denselben Schritt, den ACE-Hemmer pharmakologisch blockieren. Buendia und andere nennen diesen Weg als plausible Hypothese. Ein Becher Supermarktjoghurt ist trotzdem kein Captopril. Dosis, Stamm und Überleben der Peptide im Darm schwanken stark.
Lebende Kulturen können zusätzlich Eiweiß spalten und das Darmmilieu verändern. Ob der Druck deshalb sinkt, hängt vom Stamm, von der Dauer und vom Ausgangsdruck ab. Menschen mit bereits hoher Systole scheinen in den Metaanalysen etwas stärker zu reagieren als Normotoniker. Das passt zur klinischen Erfahrung, dass Lebensstileingriffe bei höheren Ausgangswerten sichtbarer ausfallen.
Der Body-Mass-Index als Zwischengröße bleibt ein nüchterner Hinweis. Wer Joghurt anstelle von süßen Snacks wählt, nimmt oft weniger Energie auf. Ein Teil des geringeren Hypertonierisikos kann daher über weniger Gewicht laufen, nicht über ein spezifisches Joghurtmolekül. Praktisch heißt das: der Becher hilft am ehesten, wenn er etwas Ungünstiges verdrängt, nicht wenn er zusätzlich zum Nachtisch kommt.
Was randomisierte Studien zu fermentierter Milch zeigen
Kontrollierte Versuche messen den unmittelbaren Druck, nicht das Risiko über Jahrzehnte. Dong und Kollegen fassten 2013 vierzehn placebokontrollierte Studien mit 702 Teilnehmern zusammen. Probiotische Sauermilch senkte den systolischen Wert im Mittel um 3,10 mmHg und den diastolischen um 1,09 mmHg. Hypertoniker lagen systolisch etwas günstiger als Menschen mit normalen Werten. Studien aus Japan fielen stärker aus als europäische Versuche.
Die Cochrane-Übersicht von Usinger, Reimer und Ibsen aus dem Jahr 2012 bleibt deutlich zurückhaltender. Über 15 Studien mit 1232 Personen fanden sie minus 2,45 mmHg systolisch und keinen belastbaren diastolischen Effekt. Wegen geringer Effektgröße, heterogener Methoden und wackliger Studienqualität raten die Autoren ausdrücklich davon ab, fermentierte Milch als Behandlung oder als Lebensstilmaßnahme gegen erhöhten Druck zu empfehlen.
Zhao und Kollegen prüften 2023 längere Probiotikagaben von mindestens acht Wochen. 26 Studien mit 1624 Personen zeigten minus 2,18 mmHg systolisch und minus 1,07 mmHg diastolisch in der Praxis, in drei Studien mit Langzeitmessung ähnliche Differenzen. Der Unterschied war bei Diabetes und Hypertonie klarer. Längere Einnahme steigerte den Effekt nicht weiter.
Drei Millimeter Quecksilber sind auf Bevölkerungsebene nicht nichts, ersetzen aber keine Leitlinientherapie. Die Diskrepanz zwischen Kohorten und Versuchen hat Gründe. Beobachtung erfasst jahrelange Essmuster, Randomisierung oft wenige Wochen und oft spezielle Stämme, nicht den Becher aus dem Kühlregal. Wer beides liest, bleibt bei einer vorsichtigen Formel: Joghurt kann Teil einer drucksenkenden Kost sein, die kurze Intervention allein verschiebt die Manschette nur wenig.
Joghurt in der DASH-Ernährung
Joghurt wirkt in den Kohorten am stärksten, wenn die übrige Kost dem DASH-Muster nahekommt. Buendia berichtete 30 Prozent weniger neue Hypertonie, wenn hoher Joghurtverzehr und ein hoher DASH-Score zusammenkamen, verglichen mit wenig Joghurt und niedriger DASH-Nähe. Bei bereits hypertonen Teilnehmern lag das Herz-Kreislauf-Risiko in den beiden Kohorten um 16 und 30 Prozent niedriger, wenn beides stimmte.
DASH steht für Dietary Approaches to Stop Hypertension, also ernährungsbezogene Ansätze gegen Bluthochdruck. Die Kost ist reich an Obst, Gemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen und fettarmer Milch, arm an Salz, Zucker und gesättigtem Fett. Die amerikanische Leitlinie von 2025 nennt dieses Muster weiter als Herzstück der nichtmedikamentösen Therapie, gemeinsam mit weniger Natrium, mehr Kalium, Bewegung, Gewicht und wenig Alkohol.
StatPearls fasst die Drucksenkung in DASH-Studien mit 1 bis 13 mmHg systolisch und 1 bis 10 mmHg diastolisch zusammen. Der Abstand wächst oft, wenn gleichzeitig Gewicht fällt oder das Salz unter 1500 Milligramm täglich rutscht. Joghurt füllt hier die Milchspalte, liefert Kalzium und etwas Kalium, ersetzt aber nicht das Gemüse und nicht den Salzverzicht.
Für 2000 Kilokalorien nennt das NHLBI zwei bis drei fettarme Milchportionen am Tag, vier bis fünf Portionen Gemüse, ebenso viel Obst, sechs bis acht Getreideportionen und höchstens 2300 Milligramm Natrium, besser 1500. Eine Tasse Joghurt schließt eine Milchportion. Wer dazu noch Käse und Milch trinkt, ist schnell über dem Fenster, ohne dass der Druckvorteil wächst.
Ältere Ratgeber, auch frühere Fassungen dieser Seite, erzählten vor allem von einem Kongressabstract aus dem Jahr 2016. Die begutachtete Arbeit von 2018 hat die Zahlen präzisiert. Aus „20 Prozent weniger bei Frauen“ wurde ein gepooltes Minus von 16 Prozent, aus „31 Prozent mit DASH“ ein Minus von 30 Prozent. Die Richtung blieb, die Einordnung als Baustein statt Wunderwaffe wurde schärfer.
Neue Blutdruckgrenzen seit 2017 und 2025
Die amerikanische Diagnosegrenze liegt seit 2017 bei 130/80 mmHg und blieb 2025 unverändert. Normal ist unter 120/80, erhöht 120 bis 129 bei diastolisch unter 80, Stadium 1 umfasst 130 bis 139 oder 80 bis 89, Stadium 2 beginnt bei 140 oder 90. Das CDC übernimmt dieselben Zahlen. Fast die Hälfte der Erwachsenen in den USA liegt damit im hypertonen Bereich.
Die Weltgesundheitsorganisation diagnostiziert Hypertonie weiter ab 140/90 mmHg, gemessen an zwei verschiedenen Tagen. Für die meisten Menschen nennt sie als Ziel unter 140/90, bei Herzkrankheit, Diabetes, Nierenerkrankung oder hohem Risiko unter 130/80. Die Cleveland Clinic hält fest, dass viele europäische Praxen ebenfalls 140/90 als Diagnosegrenze nutzen. In Deutschland begegnet man deshalb beiden Sprachen: US-Leitlinie ab 130/80, WHO und viele europäische Texte ab 140/90.
Die Leitlinie von 2025 hat andere Bausteine verschoben, nicht die Schwellen. Neu ist der PREVENT-Rechner für das Herz-Kreislauf-Risiko, früherer Medikamenteneinsatz bei Stadium 1 plus Risiko, ein systolisches Ziel unter 130 mmHg auch mit Blick auf Gedächtnis und Demenz, und die mögliche Ergänzung durch GLP-1-Wirkstoffe bei Übergewicht. Natrium soll unter 2300 Milligramm bleiben, ideal 1500. Kalium aus der Kost liegt bei 3500 bis 5000 Milligramm, sofern die Nieren das erlauben.
| Einteilung | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) | Wer so rechnet |
|---|---|---|---|
| Normal | unter 120 | und unter 80 | AHA/ACC 2025, CDC |
| Erhöht | 120–129 | und unter 80 | AHA/ACC 2025 |
| Stadium 1 | 130–139 | oder 80–89 | AHA/ACC, CDC |
| Stadium 2 | 140 oder höher | oder 90 oder höher | AHA/ACC 2025 |
| Diagnose laut WHO | 140 oder höher | oder 90 oder höher | WHO, viele europäische Praxen |
| Hypertensive Krise | über 180 | und/oder über 120 | Mayo, Cleveland Clinic |
Ältere Texte, darunter die Vorgängerversion dieser Seite, nannten 140/90 noch als AHA-Definition. Das gilt für die US-Herzgesellschaften seit 2017 nicht mehr. Wer zu Hause 135/85 misst, hat nach amerikanischer Lesart bereits Stadium 1, nach WHO oft noch keinen Diagnose-Stempel, aber Anlass für Lebensstil und ärztliche Einordnung.
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?
Bluthochdruck macht meist keine Beschwerden. Messen ist der einzige Weg, ihn zu finden. Die Mayo Clinic empfiehlt ab 18 Jahren mindestens alle zwei Jahre eine Kontrolle, ab 40 Jahren oder bei erhöhtem Risiko jährlich. Zwei erhöhte Messungen an getrennten Terminen tragen die Diagnose, nicht ein einzelner Wert in der Apotheke.
Zu Hause gilt eine hohe Einzelzahl zuerst als Anlass zum Wiederholen, nicht als Urteil. Manschette in Herzhöhe, nach ein paar ruhigen Minuten, Beine nicht übereinandergeschlagen. Bleibt der Mittelwert aus mehreren Tagen im Stadium 1 oder 2, gehört der Kalender zum Hausarzt, nicht die Hoffnung auf mehr Joghurt. Neu verordnete Mittel dürfen nicht eigenmächtig pausieren, nur weil die Kost „gesünder“ wirkt.
Werte über 180/120 mmHg ohne neue Beschwerden nennt die Cleveland Clinic schwere Hypertonie. Nach einer Minute erneut messen. Bleibt die Zahl so hoch, noch am selben Tag die Praxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst anrufen. Tabletten nach eigenem Ermessen nachzulegen oder wegzulassen ist riskant.
Dieselben Zahlen plus Warnzeichen sind ein Notfall. Brustschmerz, Luftnot, Rückenschmerz, Taubheit, Schwäche, Sehstörung oder Sprachstörung gehören zum Bild einer hypertensiven Krise mit Organbeteiligung. Die Mayo Clinic und die Cleveland Clinic raten dann zum sofortigen Notruf. In Deutschland ist das die 112. Bei Schwangerschaft gelten oft schon 160/110 mmHg plus Symptome als Alarmgrenze.
- Wiederholt erhöhte Werte um 130/80 oder 140/90 gehören in die Sprechstunde, auch ohne Kopfschmerz.
- Über 180/120 ohne neue Beschwerden heißt am selben Tag ärztlich klären lassen, nach einer Kontrollmessung.
- Über 180/120 mit Brustschmerz, Atemnot, Sehstörung oder Sprachstörung ist ein Grund für den Notruf 112.
Zucker, Laktose und Blutdruckmittel
Gesüßter Fruchtjoghurt kann die DASH-Logik unterlaufen. Zucker und Aromen heben die Energie, mancher Becher liefert dazu Salz aus der Fruchtzubereitung. Die Mayo-DASH-Liste begrenzt Süßes auf höchstens fünf kleine Portionen pro Woche. Naturjoghurt mit Banane oder Beeren bleibt näher an Obst und Kalium als ein Dessert mit Sirup.
Laktoseintoleranz schließt Joghurt nicht automatisch aus. Ein Teil des Milchzuckers ist bereits vergoren, viele Betroffene vertragen deshalb kleine Mengen besser als ein Glas Milch. Wer trotzdem bläht oder Durchfall bekommt, kann laktosefreie Kuhmilchjoghurts prüfen. Pflanzliche Becher bleiben ein anderes Lebensmittel und waren nicht die Exposition der Kohorten.
Nierenkranke und Menschen mit ACE-Hemmern, Sartanen oder kaliumsparenden Entwässerungsmitteln müssen Kaliumquellen mit der Praxis abstimmen. Joghurt allein sprengt selten das Labor, die Summe aus Salzersatz, Tabletten und kaliumreichen Speisen schon. Das ist der Grund, warum die Leitlinie Kalium aus der Kost lobt und zugleich vor unkontrollierten Supplementen warnt.
Blutdruckmittel bleiben, solange die Ärztin oder der Arzt sie nicht ändert. Drei Millimeter aus einer Metaanalyse ersetzen keinen ACE-Hemmer. Wer abnimmt, Salz kürzt und DASH umsetzt, darf nach einigen Wochen eine kontrollierte Dosisanpassung erwarten, nicht eine Selbstabsetzung nach dem ersten Naturbecher. Wechselwirkungen zwischen Joghurt und üblichen Antihypertensiva sind kein Thema der Leitlinie, im Gegensatz zu Grapefruit bei manchen Kalziumblockern.
Schwangere mit erhöhtem Druck brauchen ein eigenes Schema. Die Fassung von 2025 senkt die Behandlungsschwelle in der Schwangerschaft auf 140/90 und erinnert an niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zur Präeklampsie-Vorsorge, wenn die Praxis das empfiehlt. Joghurt als Kalziumträger kann in eine ausgewogene Kost passen. Er ersetzt weder Kontrolle noch Medikament.
Häufige Fragen
Hilft Joghurt wirklich gegen Bluthochdruck?
Er hängt in Langzeitkohorten mit weniger neuer Hypertonie und bei Kranken mit weniger Herzinfarkt und Schlaganfall zusammen. Randomisierte Studien zu fermentierter Milch finden nur kleine Druckunterschiede. Joghurt kann ein sinnvoller Baustein sein, kein Ersatz für Messung, Salzreduktion und bei Bedarf Medikamente.
Wie viel Joghurt pro Woche ist sinnvoll?
Fünf Portionen à einer Tasse lagen in der Arbeit von 2018 an der Schwelle mit dem klarsten Risikounterschied. Zwei Portionen pro Woche waren bei bereits hypertonen Teilnehmern mit weniger kardiovaskulären Ereignissen verknüpft. Mehr als die DASH-Milchmenge von zwei bis drei Portionen täglich bringt keinen belegten Extraeffekt.
Ist fettarmer Joghurt besser als Vollfett?
Die DASH-Kost und die Leitlinie von 2025 nennen fettarme oder fettfreie Milchprodukte. Vollfette Sorten liefern mehr gesättigtes Fett, das die Kost bewusst begrenzt. Ungezuckerter Magerjoghurt passt deshalb besser als ein vollfetter Fruchtbecher, auch wenn einzelne Studien zu Milchfett die alte Fettangst relativieren.
Kann ich Blutdruckmittel weglassen, wenn ich täglich Joghurt esse?
Nein. Der beobachtete Zusammenhang und die kleinen Millimeter aus Versuchen rechtfertigen keine eigenmächtige Pause. Dosisänderungen gehören in die Sprechstunde, nachdem mehrere häusliche Messreihen und die übrige Lebensführung dokumentiert sind.
Zählt Sojajoghurt genauso?
In den Kohorten zählte Kuhmilchjoghurt. Pflanzliche Alternativen liefern weder automatisch dieselbe Peptidmischung noch dasselbe Kalzium, außer sie sind gezielt angereichert. Für DASH bleiben fettarme Milchprodukte die Bezugsgröße, Sojadrinks können ergänzen, ersetzen die untersuchte Speise aber nicht.
Wann ist ein hoher Wert ein Notfall?
Über 180/120 mmHg plus Brustschmerz, Luftnot, Sehstörung, Sprachstörung, Schwäche oder Taubheit ist ein Notfall und bedeutet Notruf 112. Dieselbe Höhe ohne neue Beschwerden verlangt noch am selben Tag ärztlichen Kontakt nach einer zweiten Messung.
Fazit
Joghurt gehört in eine druckfreundliche Kost, sobald er ungezuckert, eher fettarm und Teil von Obst, Gemüse, Vollkorn und wenig Salz ist. Die Kohorten von 2018 machen daraus eine plausible Alltagsempfehlung, fünf Tassen über die Woche statt fast nie. Die Leitlinie von 2025 hat diese Rolle bestätigt, indem sie DASH und fettarme Milchprodukte belassen hat, während sie Diagnose und Medikamente früher ansetzt.
Drei bis vier Wochen Naturjoghurt statt Nachtisch sind ein vernünftiger Versuch, wenn die Nieren Kalium vertragen und keine Laktoseprobleme stören. Parallel zählen häusliche Messungen, das Salz auf dem Etikett und die verordneten Tabletten. Wer Stadium 2 hat oder bereits Organerkrankungen, plant die Kost mit der Praxis, nicht gegen sie.
Bleibt der Druck trotz DASH und Bewegung hoch, ist das kein Versagen des Joghurts, sondern der Punkt, an dem Leitlinien Medikamente vorsehen. Der Becher bleibt dann Frühstück, nicht Therapie.
Quellen
- Buendia JR, Li Y, Hu FB et al.: Long-term yogurt consumption and risk of incident hypertension in adults. Journal of Hypertension, August 2018.
- Buendia JR, Li Y et al.: Regular Yogurt Intake and Risk of Cardiovascular Disease Among Hypertensive Adults. American Journal of Hypertension, 13. April 2018.
- Dong JY, Szeto IM et al.: Effect of probiotic fermented milk on blood pressure: a meta-analysis of randomised controlled trials. British Journal of Nutrition, 3. Juli 2013.
- Usinger L, Reimer C, Ibsen H: Fermented milk for hypertension. Cochrane Database of Systematic Reviews, 18. April 2012.
- Zhao TX, Zhang L et al.: Long-term use of probiotics for the management of office and ambulatory blood pressure: A systematic review and meta-analysis of randomized, controlled trials. Food Science & Nutrition, 20. September 2022.
- Jones DW, Ferdinand KC, Taler SJ et al.: 2025 AHA/ACC/AANP/AAPA/ABC/ACCP/ACPM/AGS/AMA/ASPC/NMA/PCNA/SGIM Guideline for the Prevention, Detection, Evaluation and Management of High Blood Pressure in Adults. Hypertension, 14. August 2025.
- Mayo Clinic Staff: DASH diet: Healthy eating to lower your blood pressure. Mayo Clinic, 16. Juli 2026.
- Mayo Clinic Staff: High blood pressure (hypertension). Mayo Clinic, 29. Februar 2024.
- National Heart, Lung, and Blood Institute: DASH Eating Plan. National Heart, Lung, and Blood Institute, Stand: 25. Februar 2026.
- Centers for Disease Control and Prevention: About High Blood Pressure. Centers for Disease Control and Prevention, 28. Januar 2026.
- World Health Organization: Hypertension fact sheet. World Health Organization, Stand: 2025.
- Cleveland Clinic: High Blood Pressure (Hypertension). Cleveland Clinic, 23. Juni 2026.
