
Kaffee stoppt verstopfte Arterien nicht und löst vorhandene Plaques nicht auf. Beobachtungsstudien verknüpfen mäßigen Konsum oft mit etwas weniger Herz-Kreislauf-Ereignissen, doch der Kalk in den Herzkranzgefäßen bleibt ein Surrogat, und eine brasilianische Querschnittstudie von 2018 fand den Zusammenhang nur bei Menschen, die nie geraucht hatten.
Die Tasse ist dabei kein einheitliches Maß. In São Paulo zählte die ELSA-Brasil-Arbeit Tassen zu 50 Millilitern; die American Heart Association rechnet 2026 mit 237-Milliliter-Tassen und nennt bis 400 Milligramm Koffein am Tag für die meisten Erwachsenen unbedenklich. Unfiltrierter Kaffee kann über Cafestol das LDL-Cholesterin heben. Wer Brustschmerz, plötzliche Lähmung oder Sprachstörung bemerkt, braucht keine Extra-Tasse, sondern Notfallhilfe.
Stoppt Kaffee verstopfte Arterien wirklich?
Nein. Weder Koffein noch die übrigen Kaffeeinhaltsstoffe gelten als Mittel, das Arterien wieder öffnet oder Plaque abbaut. Die Mayo Clinic beschreibt Arteriosklerose als behandelbare Erkrankung, deren Verlauf sich durch Lebensstil und Medikamente beeinflussen lässt; ein Getränk steht in dieser Liste nicht.
Was Studien zeigen, ist eine Assoziation, keine Heilung. In langfristigen Kohorten lag das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei mäßigem Konsum oft etwas niedriger als bei sehr wenig oder keinem Kaffee. Ding, Bhupathiraju, Satija und Kollegen werteten 2014 sechsunddreißig prospektive Arbeiten mit 1 279 804 Teilnehmenden und 36 352 Ereignissen aus. Gegenüber der niedrigsten Kategorie (Median null Tassen) lag das relative Risiko bei einem Median von 3,5 Tassen bei 0,85. Fünf Tassen lagen nahe 0,95 und waren weder klar schädlich noch klar schützend. Die Kurve war nicht linear. Das ist eine Beobachtung über Jahre, kein Beweis, dass die Tasse die Gefäßwand repariert.
Koronarkalk auf dem Computertomogramm misst verkalkte Plaque, nicht den gesamten Fettstreifen und nicht das akute Gerinnsel. Ein niedrigerer Kalkwert in einer Momentaufnahme kann mit dem Trinkverhalten zusammenhängen, mit Bildung, Bewegung, Rauchen oder mit der Tatsache, dass gesündere Menschen häufiger Filterkaffee trinken. Die European Society of Cardiology formulierte 2021 vorsichtig: drei bis vier Tassen täglich sind wahrscheinlich nicht schädlich, vielleicht mäßig nützlich. Das ist eine Freigabe in der Prävention, keine Therapieempfehlung gegen verstopfte Arterien.
Wer die alte Botschaft „mehr als drei Tassen senkt die Verkalkung um 63 Prozent“ noch im Ohr hat, liest eine verdichtete Pressefassung der ELSA-Brasil-Arbeit. Die Odds Ratio 0,37 bei Nie-Rauchern bedeutet niedrigere Chancen für einen Kalkwert ab 100 Agatston-Punkten, nicht eine Heilungsrate und nicht denselben Effekt für alle.

Was hat die brasilianische Studie 2018 gemessen?
Sie hat bei 4426 Erwachsenen in São Paulo den Kaffeekonsum per Fragebogen mit dem Koronarkalk auf dem CT verglichen, ohne dass jemand absichtlich mehr oder weniger trinken musste. Miranda, Steluti, Goulart und Kollegen veröffentlichten die Querschnittanalyse im Journal of the American Heart Association. Das Medianalter lag bei 50 Jahren, 9,9 Prozent hatten einen Kalkwert von mindestens 100. Nach Anpassung an Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Bewegung und Ernährung lag die Odds Ratio für diesen Schwellenwert bei mehr als drei Tassen täglich bei 0,33, wenn die Wechselwirkung mit dem Rauchen im Modell stand.
Die Zahl gilt nur für Nie-Raucher belastbar. In der Schichtanalyse lag die Odds Ratio dort bei 0,37 (0,15 bis 0,91). Bei ehemaligen und aktuellen Rauchern verschwand der Zusammenhang. Die Autorinnen und Autoren selbst vermuten, der Schaden des Rauchens überdecke einen möglichen Kaffeeeffekt. Sie schreiben ausdrücklich, die Anlage könne Ursache und Wirkung nicht belegen.
Entscheidend für Leserinnen und Leser in Europa ist das Tassenmaß. Die Studie zählte haushaltsübliche brasilianische Tassen zu 50 Millilitern. Drei solche Tassen entsprechen 150 Millilitern, also weniger als einer üblichen Tasse Filterkaffee in Deutschland. Wer die Schlagzeile von 2018 auf drei große Becher überträgt, vervielfacht die Dosis. Rund 82 Prozent der Teilnehmenden tranken Filterkaffee, fast alle mit Koffein, viele mit Zucker. Die Gruppe mit mehr als drei Tassen umfasste 515 Personen. Das ist eine Beobachtung in einer Stadt, kein weltweites Rezept.
Warum widersprechen spätere Untersuchungen?
Weil Koronarkalk, klinische Infarkte und genetische Instrumente verschiedene Fragen beantworten. Choi, Chang, Ryu und Kollegen fanden 2015 bei jungen und mittelalten Koreanern ohne bekannte Herzkrankheit eine U-förmige Kurve: die niedrigste Prävalenz von Koronarkalk lag bei drei bis unter fünf Tassen täglich, etwa 41 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe. Das passte damals zur ELSA-Richtung, blieb aber ebenfalls eine Querschnittbeobachtung.
Yuan, Niu und Ma prüften 2024 denselben Surrogat mit Mendel-Randomisierung. Genetisch vorhergesagter Konsum von Kaffee, Filterkaffee und löslichem Kaffee hing mit höherem Koronarkalk zusammen; entkoffeinierter Kaffee zeigte keinen solchen Zusammenhang. Der Body-Mass-Index vermittelte rund 40 Prozent des Effekts beim allgemeinen Kaffee. Solche Analysen umgehen einige Verzerrungen des Fragebogens, ersetzen aber keine randomisierte Langzeitstudie und hängen an den gewählten Genvarianten.
Die Stellungnahme der American Heart Association vom Juli 2026 fasst den klinischen Kern so: koffeinhaltiger schwarzer Kaffee ohne Zucker und Zusätze war in der ausgewerteten Literatur mit weniger Typ-2-Diabetes, koronarer Krankheit, Schlaganfall, Herzschwäche und manchen Rhythmusstörungen verknüpft. Zwei bis vier Tassen lagen bei Herzkrankheit, Herzschwäche und Schlaganfall günstiger; mehr als vier Tassen können das Risiko für Herzschwäche wieder anheben. Randomisierte Versuche zeigten weniger Vorhofflimmern, zugleich mehr ventrikuläre Extrasystolen. Kausalität bleibt unsicher, weil die meisten Arbeiten Beobachtung sind und Milch, Sirup und Zucker den Nutzen verwässern können.
Ältere Empfehlungen und Schlagzeilen um 2018 betonten fast nur den möglichen Schutz vor Kalk. Die aktuelle Linie der Fachgesellschaften lautet: mäßiger Filterkaffee darf in einem herzgesunden Muster bleiben, wird aber nicht als Therapie gegen Arterienverkalkung verordnet.
Wie viel Kaffee gilt als unbedenklich?
Für die meisten Erwachsenen gelten rund 400 Milligramm Koffein am Tag als Menge, die in der Regel nicht mit negativen Effekten verknüpft ist. Die US-Arzneimittelbehörde nennt dafür etwa zwei bis drei Tassen à 355 Milliliter. Die Mayo Clinic rechnete im Februar 2025 mit ungefähr vier Tassen Brühkaffee. Die Herzgesellschaft spricht 2026 von drei bis fünf Tassen à 237 Milliliter schwarzen Kaffees ohne Zucker, Süßstoff, Aromen oder Sahne. Eine Tasse Brühkaffee ohne Spezialrezept enthält laut dieser Stellungnahme etwa 9,4 bis 20,6 Milligramm Koffein je 30 Milliliter.
| Quelle und Jahr | Genannte Menge | Was die Aussage trägt |
|---|---|---|
| FDA, Verbrauchertext | 400 mg, etwa 2–3 Tassen à 355 ml | Meist ohne negative Effekte bei Erwachsenen |
| Mayo Clinic, 2025 | 400 mg, etwa 4 Tassen Brühkaffee | Bei Nebenwirkungen reduzieren |
| AHA-Stellungnahme, 2026 | 3–5 Tassen à 237 ml, schwarz | Für die meisten Erwachsenen unbedenklich |
| ESC-Leitlinie, 2021 | 3–4 Tassen täglich | Wahrscheinlich nicht schädlich, vielleicht mäßig nützlich |
| ELSA-Brasil, 2018 | mehr als 3 Tassen à 50 ml | Weniger Koronarkalk nur bei Nie-Rauchern beobachtet |
Schwangere, Stillende und Menschen mit bestimmten Krankheiten oder Arzneimitteln sollen die Menge mit der behandelnden Praxis klären, so FDA und Mayo Clinic. Kinder unter zwei Jahren sollen koffeinhaltige Getränke meiden. Sensibilität und Abbaugeschwindigkeit unterscheiden sich stark. Wer mit 200 Milligramm schon Herzklopfen oder Schlaflosigkeit bekommt, liegt für sich selbst über der tolerablen Dosis, auch wenn 400 Milligramm auf dem Papier gelten.
Die ESC-Leitlinie 2021 bleibt im Präventionsteil bewusst weich. Sie empfiehlt nicht, mit Kaffee anzufangen, um Arterien zu schützen. Wer bereits trinkt und keine Beschwerden hat, muss die Tasse deshalb nicht aus Angst vor dem Herzen absetzen.
Filterkaffee oder unfiltriert: was ändert sich am Cholesterin?
Papierfilter und löslicher Kaffee lassen Cafestol praktisch nicht durch; Stempelkanne, türkischer, griechischer und gekochter Kaffee liefern es in relevanter Menge. Cafestol steckt in koffeinhaltigen und entkoffeinierten Bohnen. Randomisierte Versuche, die die Herzgesellschaft 2026 zitiert, verknüpfen Cafestol mit höherem LDL-Cholesterin. Espresso liegt dazwischen: die Stellungnahme zählt ihn zu den unfiltrierten Zubereitungen.
Für Menschen mit hohem LDL-Cholesterin oder bekannter Arteriosklerose ist die Zubereitung oft wichtiger als die dritte Tasse. Filterkaffee verändert die Blutfette in gepoolten Versuchen kaum. Unfiltrierter Kaffee in hoher Menge kann das LDL anheben. Wer morgens die Stempelkanne liebt und abends noch türkischen Kaffee trinkt, addiert Cafestol, ohne dass die Schlagzeile von 2018 das erwähnt hätte.
Zucker, Sirup, Sahne und aromatisierte Spezialitäten können den möglichen Vorteil wieder auffressen. Die Herzgesellschaft schreibt 2026, solche Zusätze mindern den beobachteten Nutzen wahrscheinlich. Entkoffeinierter Kaffee enthält laut FDA noch 2 bis 15 Milligramm Koffein je 237 Milliliter. Er ist kein koffeinfreies Placebo, liefert aber weniger Reiz auf Puls und Schlaf.
- Papierfilter hält Cafestol zurück und lässt das LDL-Cholesterin in Versuchen meist unberührt.
- Stempelkanne, türkischer und gekochter Kaffee liefern Cafestol in einer Menge, die das LDL anheben kann.
- Espresso liegt dazwischen; große Mengen können das Cholesterin leicht steigen lassen.
- Zucker und Sahne gehören nicht zur Menge, die Leitlinien als unbedenklichen schwarzen Kaffee meinen.
Hilft Kaffee auch Rauchern und Herzkranken?
Bei Rauchern und ehemaligen Rauchern zeigte ELSA-Brasil keinen belastbaren Zusammenhang zwischen Kaffee und Koronarkalk. Die Autorinnen und Autoren halten es für plausibel, dass der Gefäßschaden des Rauchens einen möglichen Kaffeenutzen überdeckt. Kaffee ersetzt keinen Rauchstopp. Tabak bleibt laut Mayo Clinic und MedlinePlus ein zentraler, veränderbarer Risikofaktor der Arteriosklerose.
Menschen mit bereits bekannter koronarer Krankheit, unkontrolliertem Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen brauchen eine individuelle Grenze, keine Pauschalregel aus einer Querschnittstudie. Die Herzgesellschaft betont 2026, es gebe keine Strategie, die für alle passt: Alter, Arzneimittel, Vorerkrankungen und der persönliche Abbau von Koffein verschieben die Schwelle. Sehr hohe Dosen, vor allem aus Energy-Drinks, können Blutdruck und Rhythmus belasten, auch bei jüngeren Erwachsenen ohne bekannte Herzkrankheit.
Ein kurzfristiger Blutdruckanstieg nach der Tasse ist häufig. Langfristig war gewohnheitsmäßiger Kaffee in der Stellungnahme 2026 nicht klar mit dauerhaftem Bluthochdruck verknüpft; die Dosis-Wirkungs-Kurve blieb uneinheitlich. Wer blutdrucksenkende Mittel nimmt und nach dem Kaffee Herzrasen spürt, sollte Menge und Uhrzeit mit der Praxis besprechen statt die Dosis auf Verdacht zu verdoppeln.
Was passiert bei Arteriosklerose in den Gefäßen?
Plaque aus Fett, Cholesterin, Blutbestandteilen und Kalzium lagert sich in der Arterienwand ab, verengt das Lumen und kann reißen. Das National Heart, Lung, and Blood Institute beschreibt diesen Prozess als häufige Krankheit, deren Folgeleiden in den Vereinigten Staaten und weltweit die Todesstatistik anführen. Die Ablagerung beginnt oft schon in der Kindheit und wächst über Jahrzehnte.
Arteriosklerose ist die Verhärtung und Verdickung der Arterien. Atherosklerose ist die häufige Form durch Plaque. MedlinePlus unterscheidet die betroffenen Stromgebiete: Herzkranzgefäße, Beinarterien, Halsschlagadern, Nierenarterien. milde Formen machen meist keine Beschwerden. Die Cleveland Clinic notiert 2024, viele Menschen merken erst etwas, wenn ein Gefäß stark eingeengt ist; nach Angaben des US-Gesundheitsinstituts, die die Klinik zitiert, weiß in den USA etwa die Hälfte der 45- bis 84-Jährigen nichts von vorhandenen Ablagerungen.
Kalzium im CT ist ein Marker für bereits verkalkte Plaque und hilft, das Risiko einzuschätzen. Er ist kein Beweis, dass Kaffee die Entstehung verhindert hat. Ein gerissener Plaque mit Gerinnsel erklärt Infarkt und Schlaganfall besser als die reine Enge. Deshalb zielt Behandlung auf Blutdruck, LDL-Cholesterin, Blutzucker, Tabak und Bewegung, nicht auf eine bestimmte Tassenzahl.
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?
Brustschmerz oder Druck sowie Zeichen einer Durchblutungsstörung des Gehirns sind Notfälle, kein Anlass für eine Extra-Tasse Kaffee. Die Mayo Clinic nennt als Alarmzeichen plötzliche Taubheit oder Schwäche in Arm oder Bein, Sprechstörung, verwaschene Sprache, plötzlichen oder vorübergehenden Sehverlust auf einem Auge und hängende Gesichtsmuskeln. Das sind Symptome einer transitorischen ischämischen Attacke oder eines Schlaganfalls.
| Beschwerde | Was tun | Quelle |
|---|---|---|
| Brustschmerz oder Brustdruck | Sofort Notaufnahme | Mayo Clinic, 2024 |
| Plötzliche Lähmung, Sprach- oder Sehstörung | Notarzt, Schlaganfallverdacht | Mayo Clinic, 2024 |
| Wadenschmerz beim Gehen, der in Ruhe nachlässt | Zeitnah hausärztliche Abklärung | MedlinePlus |
| Koffein mit Herzrasen, Angst oder Schlaflosigkeit | Menge prüfen, bei Anhalten Arzt | FDA, Mayo Clinic 2025 |
| Bekannte hohe Blutfette und unfiltrierter Kaffee | Zubereitung und LDL beim nächsten Termin ansprechen | AHA, 2026 |
Frühe Arteriosklerose bleibt oft still. MedlinePlus nennt bei Männern Erektionsstörungen als mögliches frühes Warnsignal für ein erhöhtes Plaquerisiko. Wadenschmerz beim Gehen kann auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit hinweisen. Solche Hinweise gehören in die Sprechstunde, zusammen mit Blutdruck, Blutfetten, Blutzucker und der Familienanamnese. Ein CT auf Koronarkalk entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Risiko, nicht der Wunsch, eine Kaffeestudie nachzustellen.
Was schützt die Arterien zuverlässiger als Kaffee?
Rauchverzicht, herzgesunde Kost, Bewegung, Gewicht im Zielbereich sowie eingestellter Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin. NHLBI, Mayo Clinic und MedlinePlus nennen dieselben Säulen, unabhängig vom Getränk. NHLBI schreibt 2024, die meisten Menschen könnten Entstehung oder Fortschritt verzögern; manchmal lasse sich der Befund mit Lebensstil und Arzneimitteln zurückbilden. Das ist die therapeutische Linie, nicht die Tasse.
Kaffee kann in dieses Muster passen, wenn er schwarz oder wenig gesüßt und vorzugsweise gefiltert bleibt und die Koffeinmenge verträglich ist. Er ersetzt kein Statin, kein Blutdruckmittel und keinen Spaziergang. Wer nie Kaffee trinkt, muss nicht damit beginnen, um das Herz zu schützen. Die ESC-Formulierung von 2021 und die AHA-Stellungnahme von 2026 lassen bestehenden mäßigen Konsum zu, ohne ihn zur Pflicht zu machen.
Alkohol begrenzt MedlinePlus auf höchstens zwei Drinks täglich bei Männern und einen bei Frauen, weniger ist besser. Schlaf und Stressmanagement gehören ebenfalls zur Liste. Wer diese Punkte ignoriert und nur die Tassenzahl steigert, verfehlt den Kern der Leitlinien seit 2021.
- Tabak vollständig lassen, weil Rauchen in ELSA-Brasil jeden beobachteten Kaffeezusammenhang mit Kalk aufhob.
- LDL-Cholesterin, Blutdruck und Blutzucker messen und behandeln, statt auf eine Getränkewirkung zu hoffen.
- Filterkaffee ohne Zucker wählen, wenn Kaffee ohnehin zur Routine gehört.
- Bewegung und Gewicht mit der Praxis festlegen, bevor jemand die Dosis verdoppelt.
Welche Koffeinquellen belasten Herz und Schlaf?
Energy-Drinks und hochkonzentrierte Koffeinprodukte belasten Puls und Blutdruck stärker als eine übliche Tasse Filterkaffee. Die Herzgesellschaft warnt 2026 vor Dosen, wie sie in Energy-Drinks und Shots vorkommen: 40 bis 69 Milligramm je 30 Milliliter, etwa das Drei- bis Vierfache von Brühkaffee. Solche Mengen waren mit Blutdruckanstieg und Rhythmusstörungen verknüpft, auch bei jüngeren Erwachsenen. Die FDA schätzt toxische Effekte wie Krampfanfälle bei rascher Aufnahme von etwa 1200 Milligramm; reines Koffeinpulver kann tödlich sein.
Koffein steckt außerdem in Tee, Cola, Schokolade, manchen Schmerzmitteln und Nahrungsergänzungen. Die Behörde erinnert daran, dass „entkoffeiniert“ nicht koffeinfrei heißt. Wer die 400-Milligramm-Grenze einhalten will, muss alle Quellen zählen, nicht nur die morgendliche Tasse. Mayo Clinic rät, Koffein nicht mit ephedrinhaltigen Mitteln zu kombinieren, weil Blutdruck, Infarkt, Schlaganfall oder Krampfanfälle wahrscheinlicher werden können.
Zu viel Koffein zeigt sich als Herzrasen, Herzklopfen, höherer Blutdruck, Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe, Übelkeit oder Kopfschmerz. Tritt das auf, gehört die Menge auf den Tisch der Praxis. Abrupt absetzen kann Entzugserscheinungen auslösen; die FDA empfiehlt, schrittweise zu reduzieren.
Häufige Fragen
Kann Kaffee verstopfte Arterien auflösen?
Nein. Plaque löst sich durch Kaffee nicht auf. Leitlinien behandeln Arteriosklerose über Risikofaktoren, Lebensstil und bei Bedarf Medikamente. Beobachtete Unterschiede im Koronarkalk oder bei Ereignissen belegen keine Auflösung bestehender Engstellen.
Wie viele Tassen Kaffee sind pro Tag unbedenklich?
Für die meisten Erwachsenen orientieren FDA, Mayo Clinic und AHA an etwa 400 Milligramm Koffein, grob drei bis fünf kleine Tassen schwarzen Brühkaffees. Die brasilianische Studie zählte Tassen zu 50 Millilitern; drei solche Tassen sind deutlich weniger als drei deutsche Filtertassen. Bei Herzrasen, Schlaflosigkeit oder Schwangerschaft gilt eine niedrigere, individuell geklärte Menge.
Ist entkoffeinierter Kaffee für die Arterien besser?
Er enthält weniger Koffein und reizt Puls und Schlaf oft schwächer, ist aber nicht koffeinfrei. Die Mendel-Analyse von 2024 fand keinen Zusammenhang zwischen entkoffeiniertem Kaffee und höherem Koronarkalk; das beweist keinen Schutz. Cafestol hängt an der Zubereitung, nicht am Koffein.
Schadet unfiltrierter Kaffee dem Cholesterin?
Er kann es. Cafestol in Stempelkanne, türkischem und gekochtem Kaffee hob in Versuchen das LDL-Cholesterin. Papierfilter und löslicher Kaffee enthalten davon praktisch nichts. Wer hohe Blutfette hat, sollte die Zubereitung beim nächsten Blutwert-Gespräch erwähnen.
Hilft Kaffee auch, wenn ich rauche oder geraucht habe?
In ELSA-Brasil zeigte sich der Zusammenhang mit weniger Koronarkalk nur bei Nie-Rauchern. Bei Rauchern und ehemaligen Rauchern fehlte er. Ein Rauchstopp bleibt die wirksamere Maßnahme für die Arterien als jede zusätzliche Tasse.
Wann muss ich wegen Arterienverkalkung zum Arzt?
Bei Brustschmerz, plötzlicher Lähmung, Sprach- oder Sehstörung sofort die Notaufnahme. Wadenschmerz beim Gehen, neu hoher Blutdruck oder Erektionsstörungen gehören zeitnah in die Sprechstunde. Frühe Plaque macht oft keine Beschwerden; Blutdruck, Blutfette und Blutzucker sind die praktikablen Kontrollen.
Fazit
Kaffee ist kein Mittel gegen verstopfte Arterien. Die oft zitierte brasilianische Arbeit von 2018 verglich kleine Tassen zu 50 Millilitern mit einem CT-Kalkwert und fand niedrigere Odds nur bei Nie-Rauchern; Ursache konnte sie nicht beweisen. Neuere genetische Analysen zum Koronarkalk zeigen sogar die Gegenrichtung. Kohorten zu Infarkt, Schlaganfall und Herzschwäche bleiben günstiger bei mäßigem Konsum, vor allem zwei bis vier Tassen gefilterten schwarzen Kaffees.
Für den Alltag zählt die Linie der Fachgesellschaften seit 2021 und 2026: bis etwa 400 Milligramm Koffein sind für die meisten Erwachsenen unbedenklich, Filter ist bei hohen Blutfetten die klügere Zubereitung, Zucker und Energy-Drinks gehören nicht dazu. Arterien schützen Rauchverzicht, Bewegung, Gewicht und behandelte Risikofaktoren. Brustschmerz oder plötzliche Lähmung sind Notfälle.
Wer schon Kaffee trinkt und ihn verträgt, muss die Tasse nicht aus Angst vor dem Herzen absetzen. Wer sie als Therapie gegen Kalk steigert, folgt einer Schlagzeile, nicht der aktuellen Leitlinie.
Quellen
- Miranda AM, Steluti J, Goulart AC et al.: Coffee Consumption and Coronary Artery Calcium Score: Cross-Sectional Results of ELSA-Brasil (Brazilian Longitudinal Study of Adult Health). Journal of the American Heart Association, 24. März 2018.
- Ding M, Bhupathiraju SN, Satija A et al.: Long-Term Coffee Consumption and Risk of Cardiovascular Disease: A Systematic Review and a Dose–Response Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies. Circulation, 11. Februar 2014.
- Choi Y, Chang Y, Ryu S et al.: Coffee consumption and coronary artery calcium in young and middle-aged asymptomatic adults. Heart, 2015.
- American Heart Association: Coffee and heart health: How many cups of caffeinated coffee are safe to drink each day?. American Heart Association, 20. Juli 2026.
- U.S. Food and Drug Administration: Spilling the Beans: How Much Caffeine is Too Much?. U.S. Food and Drug Administration, Stand: 2024.
- Visseren FLJ, Mach F, Smulders YM et al.: 2021 ESC Guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice. European Heart Journal, 7. September 2021.
- Mayo Clinic Staff: Arteriosclerosis / atherosclerosis – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 20. September 2024.
- Mayo Clinic Staff: Caffeine: How much is too much?. Mayo Clinic, 21. Februar 2025.
- MedlinePlus: Atherosclerosis. MedlinePlus, National Library of Medicine, Stand: 2025.
- National Heart, Lung, and Blood Institute: Atherosclerosis – What Is Atherosclerosis?. National Heart, Lung, and Blood Institute, 28. Oktober 2024.
- Yuan Y, Niu C, Ma L: The role of coffee and potential mediators in subclinical atherosclerosis: insights from Mendelian randomization study. Frontiers in Nutrition, 25. Juli 2024.
