Marihuana bei Teenagern: Risiken und mögliche Erholung

Marihuana bei Teenagern: Risiken und mögliche Erholung

Regelmäßiger Marihuana-Konsum in der Pubertät kann Lernen, Aufmerksamkeit und das Stirnhirn belasten und das Risiko für Psychose sowie eine Cannabiskonsumstörung erhöhen. Ein Teil der kognitiven Einbußen kann sich nach Wochen ohne THC wieder bessern, vor allem die Impulskontrolle; ob sich alle Veränderungen zurückbilden, ist offen. Die 2017 an Ratten gezeigte Umkehr mit einem GABA-Wirkstoff ist kein zugelassenes Heilmittel für Jugendliche.

Die alte Botschaft, Teenager-Effekte seien einfach reversibel, stammte aus einem Tiermodell. Seither haben Gesundheitsbehörden und eine randomisierte Jugendstudie das Bild geschärft. Die US-Seuchenschutzbehörde warnt 2024 vor möglichen Dauerfolgen bei frühem, häufigem Konsum. Gleichzeitig zeigte eine Prüfung aus Boston Ende 2025, dass vier Wochen belegte Abstinenz die Hemmungskontrolle messbar anheben kann. Beides gehört in denselben Satz, statt Hoffnung oder Angst allein zu verkaufen.

Was ändert Cannabis im Teenagergehirn?

Das Gehirn reift etwa bis Mitte 20, und THC greift genau in diese Bauphase ein. Jugendliche, die Cannabis nutzen, haben laut CDC im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Konsum häufiger Schwierigkeiten beim Denken, Problemlösen, Erinnern, Lernen und Aufmerksamhalten. Koordination und schulische sowie soziale Abläufe können leiden. Wer vor dem 18. Geburtstag einsteigt, stört möglicherweise, wie das Gehirn Verbindungen für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen legt.

Kurzfristig, definiert als Nutzung innerhalb von 24 Stunden, dämpft Cannabis Denken, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Koordination, Bewegung und Zeitgefühl. Das gilt für Jugendliche und Erwachsene. Längerfristig zählt nicht nur die letzte Dosis. Die Behörde nennt vier Stellschrauben, nämlich den THC-Gehalt des Produkts, die Häufigkeit, das Alter beim ersten Joint oder Essprodukt und ob gleichzeitig Tabak oder Alkohol mitlaufen. Genau diese Mischung erklärt, warum zwei Jugendliche mit „ein bisschen Gras“ sehr verschiedene Verläufe haben können.

Nicht jeder Rückgang in Tests beweist einen dauerhaften Hirnschaden. Dieselbe CDC-Seite erinnert daran, dass Gene, das Zuhause oder unbekannte Faktoren Langzeiteffekte mittragen können. Die große US-Langzeitstudie Adolescent Brain Cognitive Development soll diese Rollen trennen; sie läuft noch. Bis diese Daten reifen, bleibt die praktische Linie nüchtern. Früher, häufiger und stärkerer Konsum ist das riskantere Muster, nicht der einmalige Experimentierzug an einem Abend.

Cannabis auf einem Tisch

Warum bringt THC GABA und Dopamin durcheinander?

THC dockt an Cannabinoid-Rezeptoren vom Typ 1 und dämpft dort die Freisetzung hemmender und erregender Botenstoffe, darunter Gamma-Aminobuttersäure. Weniger Hemmung im Stirnhirn kann Pyramidenzellen überaktiv machen. Das Stirnhirn verliert dann an Griff auf tiefer liegende Dopaminsysteme, die Belohnung, Antrieb und das Gefühl steuern, was real ist. Genau diese Kette untersuchten Renard, Szkudlarek, Kramar und Kollegen 2017 an heranwachsenden Ratten.

Nach mehrwöchiger THC-Gabe in der Adoleszenz fanden sie im erwachsenen Stirnhirn weniger GAD67, das Enzym, das GABA herstellt. GAD65 und das Interneuron-Merkmal Parvalbumin blieben unauffällig. Die Pyramidenzellen feuerten häufiger und in Salven, die schnellen Gamma-Schwingungen wurden stärker, Dopaminzellen im ventralen Tegmentum liefen heißer. Die Tiere zeigten schlechteres Kurzzeitgedächtnis, weniger soziale Motivation, mehr Angst und weniger Erkundung. Das ähnelt Mustern, die man bei Schizophrenie diskutiert, ist aber kein Beweis, dass jeder kiffende Teenager erkrankt.

Die American Heart Association beschrieb 2022 in einer wissenschaftlichen Stellungnahme zur Hirngesundheit denselben Mechanismus für wiederholte Jugendexposition. Dazu gehören eine stärkere und weiter verbreitete Abschaltung der CB1-Rezeptoren als bei Erwachsenen, Störung von Glutamat- und GABA-Reifung, überschießender Synapsenabbau, schiefe Erregung-Hemmung-Balance und Entkopplung von Stirnhirn-Netzen, die das mesolimbische Dopamin mitziehen. Diese Veränderungen seien nach Erwachsenen-THC so nicht beschrieben. Renard und Laviolette fassten 2018 in einer Übersicht zusammen, dass die frontale GABA-Schwäche ein Schlüssel sein kann, warum das Stirnhirn die Dopaminbahn nicht mehr bremst.

Sind die Auswirkungen umkehrbar?

Teilweise ja bei Kognition nach Abstinenz, nein als pauschales Versprechen und nicht durch frei verkäufliche GABA-Mittel. In der Rattenarbeit kehrte eine direkte Gabe des GABA-A-Agonisten Muscimol ins Stirnhirn Gedächtnis-, Sozial- und Angsteffekte sowie die Dopaminüberaktivität um. Das war eine stereotaktische Infusion ins Gehirn erwachsener Tiere, kein Tablettenrezept. Niemand sollte daraus ableiten, Beruhigungsmittel oder Nahrungsergänzung „schützten“ vor Joints.

Am Menschen bleibt die Erholung ein Mischbild. Die AHA schrieb 2022 ausdrücklich, es sei unklar, ob sich kognitive Effekte nach Abstinenz zurückbilden. Die CDC formuliert 2024 noch schärfer. Folgen für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen können lange anhalten oder dauerhaft bleiben, mehr Forschung sei nötig. Gleichzeitig liefern kontrollierte Pausen neue, vorsichtig hoffnungsvolle Zahlen. Schuster, Costello, Potter, Gilman und Evins randomisierten Jugendliche mit mindestens wöchentlichem Konsum auf vier Wochen belohnte, urinbelegte Abstinenz oder bloße Beobachtung ohne Stoppzwang.

Von 238 Teilnehmenden zwischen 13 und 19 Jahren nutzten 154 regelmäßig Cannabis, 84 dienten als Vergleich ohne aktuellen Konsum. Zu Beginn lagen die Konsumierenden bei verbalem Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit schlechter. Nach vier Wochen ähnelte die Abstinenzgruppe den Nichtnutzenden. Die Hemmungskontrolle besserte sich stärker als im Beobachtungsarm. Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstests trennten die beiden Konsumarme am Ende nicht zuverlässig. Kurze Pause kann also etwas zurückgeben, vor allem Steuerungsimpulse. Sie löscht nicht automatisch jedes Defizit und heilt keine Schizophrenie.

Wie häufig nutzen Jugendliche Marihuana heute?

In den Vereinigten Staaten bleibt Cannabis die am weitesten verbreitete federrechtlich illegale Droge, und die Jugendzahlen liegen weiter hoch, auch wenn sie unter den Vor-Pandemie-Spitzen schwanken. Die CDC zitiert für 2022 die US-Schülerbefragung. Unter den Zwölftklässlern gaben 30,7 Prozent Konsum im Vorjahr an, 6,3 Prozent täglichen Konsum in den letzten 30 Tagen. Bedampfen von Cannabis blieb nach dem Anstieg 2018 und 2019 auf beachtlichem Niveau, mit 6 Prozent der Achtklässler, 15 Prozent der Zehntklässler und 21 Prozent der Zwölftklässler im Vorjahr.

Die ältere deutsche Seite nannte noch 9,4, 23,9 und 35,6 Prozent Jahreskonsum für die Klassen 8, 10 und 12 plus 6 Prozent Fast-täglich-Nutzung in der Abschlussklasse. Das war der Stand einer früheren Welle. Der aktuelle CDC-Satz für 2022 liegt bei den Zwölftklässlern niedriger im Jahreswert, der tägliche Anteil bleibt ähnlich. Wer nur die alten Prozent fortschreibt, überschätzt den jüngsten Jahreskonsum und unterschätzt zugleich eine andere Verschiebung. Produkte sind stärker, Formen vielfältiger, das wahrgenommene Risiko oft kleiner.

StatPearls, zuletzt 2026 aktualisiert, nennt für die US-Haushaltsbefragung 2023 rund 15,4 Prozent Monatsnutzung ab 12 Jahren und 6,8 Prozent mit Cannabiskonsumstörung im Vorjahr. Unter 18- bis 25-Jährigen lag die Störung bei 16,6 Prozent. Der Einstieg vor dem 15. Geburtstag verdoppelt in älteren Verlaufsdaten näherungsweise das lebenslange Störungsrisiko gegenüber späterem Beginn. Genau deshalb zielen Präventionsprogramme auf den ersten Kontakt, nicht erst auf die Klinik.

Wann steigt das Psychose- und Sucht-Risiko?

Das Risiko wächst mit frühem Beginn, hoher Frequenz, starkem THC und einer bereits belasteten Psyche, nicht mit jedem Probierzug. Die CDC verknüpft Cannabis mit Depression und sozialer Angst. Menschen, die konsumieren, entwickeln häufiger eine vorübergehende Psychose mit Realitätsverlust, Halluzinationen und Paranoia sowie seltener anhaltende Erkrankungen einschließlich Schizophrenie. Der Verband ist enger, wenn der Konsum früher startet und dichter getaktet ist. Kausalität bleibt umstritten. Manche Jugendliche nutzen Cannabis, weil Symptome schon nagen; Gene und Umfeld wirken mit.

Suchttechnisch gilt die Faust der CDC. Etwa drei von zehn Personen mit Cannabiskonsum erfüllen Kriterien einer Störung. Typische Zeichen sind gescheiterte Aufhörversuche und das Aufgeben wichtiger Treffen zugunsten des Konsums. Jugendlicher Beginn und häufige Nutzung machen diese Bahn wahrscheinlicher. MedlinePlus ergänzt, stärkere Produkte und täglicher Gebrauch heben das Abhängigkeitsrisiko, besonders wenn der Einstieg in der Pubertät lag.

Komorbide Depression, Angst, bipolare Störung, Psychose oder Traumafolgen erschweren den Verlauf. StatPearls betont, dass anhaltende psychotische Symptome jenseits der Rausch- und Entzugsfenster eher für eine eigenständige psychiatrische Erkrankung sprechen. Umgekehrt kann ein Rausch eine erste Episode entlarven, die ohne THC vielleicht später oder gar nicht gekippt wäre. Beides ernst zu nehmen heißt, nicht zu moralisieren, aber auch nicht „nur eine Phase“ zu sagen, wenn Stimmen, Wahn oder sozialer Absturz dazukommen.

Welche Rolle spielt hochdosiertes THC?

Je konzentrierter das Produkt, desto schärfer können Rausch, Panik, Abhängigkeit und psychiatrische Komplikationen ausfallen. StatPearls beschreibt einen drei- bis fünffachen Anstieg der durchschnittlichen THC-Stärke über zwei Jahrzehnte. Öle, Destillate und „Dabs“ mit sehr hohem Anteil belegen CB1-Rezeptoren rasch und dicht. Werte über etwa 15 bis 20 Prozent THC gelten dort als Hochpotenz, die das Störungsrisiko dosisabhängig steigert. Einatmen liefert in fünf bis zehn Minuten den Gipfel im Blut; Essen verzögert den Peak auf zwei bis sechs Stunden und verführt zum Nachlegen, weil der Effekt später kommt.

Essprodukte tragen ein Extra-Risiko für Kinder. Die CDC warnt vor Verpackungen, die Süßigkeiten nachahmen. Kleine Kinder können nach versehentlichem Schlucken schwer erkranken. MedlinePlus nennt bei sehr hoher Dosis Angst, Panik und Herzrasen, selten Paranoia und Halluzinationen; Todesfälle allein durch Cannabis sind dort nicht dokumentiert. Synthetische Cannabinoide, oft als Kräutermischung verkauft, gehören in eine andere Liga. Sie können Agitation, Krampfanfälle, Nierenschäden und Herzereignisse auslösen und bleiben im Routine-Urintest oft unsichtbar.

Für Eltern zählt die Hausregel, die CDC und KidsHealth teilen. Produkte gehören weggeschlossen, kindersicher und außer Sicht. Wer selbst konsumiert, sollte das vor dem Jugendgespräch nicht verharmlosen. Legalität für Erwachsene in manchen Regionen ändert nichts an der Entwicklungsbiologie des Stirnhirns.

Wann zum Arzt oder in die Notaufnahme?

Hausärztin oder Kinderarzt gehören ins Boot, sobald Konsum Schule, Freunde oder Schlaf dauerhaft stört, Aufhören nicht gelingt oder Angst und Stimmung kippen. Die Notaufnahme oder der psychiatrische Dienst sind zuständig bei Suizidgedanken, anhaltender Psychose, schwerer Unruhe, unsicherer Versorgung oder wenn ein Kind ein THC-Produkt geschluckt hat. StatPearls reserviert stationäre Aufnahme genau für diese Lagen plus schweren Entzug und Mischkonsum. Die meisten Räusche und leichten Entzüge lassen sich ambulant begleiten.

Lage Typische Zeichen Nächster Schritt
Frischer Rausch verlangsamtes Denken, Hunger, gerötete Augen, verändertes Zeitgefühl ruhiger Raum, Wasser, nicht fahren, beobachten
Entzug nach häufigem Konsum Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, weniger Appetit, Verlangen, Unruhe Kinderarzt oder Suchtberatung binnen weniger Tage
Drohende Psychose Stimmen, festes Verfolgtwerden, Realitätsverlust über den Rausch hinaus noch am selben Tag psychiatrische Abklärung
Medizinischer Notfall Suizidgedanken, schwere Agitation, Kind nach Essprodukt, Atemnot Notaufnahme oder Rettungsdienst ohne Verzug
Kreisendes Erbrechen wiederholtes Erbrechen, vorübergehende Linderung unter heißem Duschen Klinik zum Ausgleich, danach Abstinenz als eigentliche Therapie

KidsHealth nennt bei vermuteter Überdosis den Notruf, Seitenlage gegen Verschlucken, Wachhalten und bei Atemstillstand Wiederbelebung. Weil mancher Joint oder Gummibärchen mit Opioiden gestreckt sein kann, erwähnen die Autoren zusätzlich Naloxon, das bei reinem Cannabis nichts nützt, bei Mischintoxikation aber Leben retten kann. Wer unsicher ist, behandelt die Lage wie einen Notfall. Warten auf „Ausnüchtern“ ist falsch, wenn das Kind nicht mehr ansprechbar ist oder Krampfanfälle hat.

Was passiert nach dem Aufhören?

In den ersten ein bis zwei Wochen kann der Körper entziehen, während Denken und Steuerung langsam klarer werden. StatPearls datiert den Entzug so, dass der Beginn oft binnen 24 Stunden liegt, der Gipfel um Tag zwei bis drei und das Abklingen in etwa ein bis zwei Wochen. Reizbarkeit, Angst, Schlafstörung, Appetitverlust, Unruhe oder gedrückte Stimmung plus wenigstens ein körperliches Zeichen wie Bauchschmerz, Zittern, Schwitzen, Fiebergefühl, Schüttelfrost oder Kopfschmerz erfüllen das übliche Muster nach schwerem Konsum. MedlinePlus und KidsHealth zählen dieselben Alltagsbeschwerden plus Verlangen.

Kognitiv beschreibt StatPearls eine Besserung innerhalb von Wochen und eine teilweise Normalisierung frontaler Aktivität in Bildgebungen. Die Bostoner Zufallsstudie von 2025 stützt das für Hemmungskontrolle nach vier Wochen. Ältere Beobachtungen nach einem Monat überwachter Abstinenz fanden bei manchen Jugendlichen noch feine Defizite in Tempo, komplexer Aufmerksamkeit, Geschichtenmerken und Planung. Das widerspricht sich nicht hart. Wer lange und dicht konsumiert hat, braucht vermutlich mehr als 28 Tage, und vorbestehende Schwächen bleiben. Die AHA-Formel von 2022 bleibt gültig, denn eine vollständige Rückkehr ist nicht belegt.

Rückfall in den ersten zwölf Monaten ist häufig, oft getriggert durch Stress oder unbehandelte psychische Symptome. Früher Beginn, hochpotentes THC und unbehandelte seelische Krankheit sagen einen schwereren Verlauf voraus. Motivation, dranbleiben und ein tragendes Umfeld zählen in der Prognose stärker als jede einzelne Testbatterie. Wer nach vier ruhigen Wochen wieder täglich dampft, verschenkt den gerade gewonnenen Spielraum.

Welche Hilfe wirkt ohne Wundermittel?

Erste Wahl sind Gespräche und Familienarbeit, nicht eine Pille gegen Cannabis. Bis 2025 hat die US-Arzneimittelbehörde kein Mittel gegen die Cannabiskonsumstörung zugelassen. StatPearls nennt kognitive Verhaltenstherapie, motiverende Gesprächsführung, belohnungsbasierte Abstinenzhilfe und familienzentrierte Verfahren als tragende Säulen. Versuche mit THC-Analoga, Cannabidiol, Gabapentin, N-Acetylcystein und Antidepressiva blieben uneinheitlich oder klein. Für Jugendliche gelten dieselben psychosozialen Bausteine; Arzneiversuche bleiben experimentell.

Ziele dürfen Abstinenz oder Schadensminderung sein, etwa weniger Konsumtage, schwächere Produkte, sicherere Wege und kein Fahren im Rausch. Die meisten Fälle laufen ambulant. Stationär wird es bei Suizidalität, Psychose, schwerem Entzug oder Mischkonsum. Screening in der Kinder- und Jugendmedizin, ehrliche Fragen ohne Anschrei-Ritual und rasche Überweisung in altersgerechte Angebote verkürzen die Zeit, in der Schule und Freundeskreis weiter bröckeln.

Was die Rattenarbeit von 2017 nicht liefert, ist eine Kombinationsstrategie „Cannabis plus GABA-Booster“ für Freizeit oder Medizin. Laviolette diskutierte das damals als Forschungsidee. Weder CDC noch StatPearls noch die AHA empfehlen ein solches Regime. Wer Depression, Angst oder Psychose mitbehandelt, behandelt die Komorbidität nach psychiatrischem Standard, nicht mit Hanföl aus dem Laden.

Häufige Fragen

Gehen die Gehirnveränderungen nach dem Aufhören wieder weg?

Ein Teil der Steuerungsleistung kann sich binnen Wochen ohne THC bessern, eine Garantie auf vollständige Erholung gibt es nicht. Die randomisierte Jugendstudie von 2025 zeigte vor allem Gewinn bei der Impulskontrolle nach vier Wochen belegter Pause. CDC und AHA lassen ausdrücklich offen, ob Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Lernen dauerhaft beeinträchtigt bleiben.

Schützt ein GABA-Medikament vor den Folgen von Teenager-Joints?

Nein. Die Umkehr gelang 2017 nur im Rattenhirn nach gezielter Infusion eines GABA-A-Agonisten, nicht als zugelassene Schutztherapie. Es gibt kein offizielles Schema, das Freizeit- oder Medizinalcannabis mit GABA-Steigerern kombiniert. Wer Beruhigungsmittel auf eigene Faust dazunimmt, riskiert Sedierung, Abhängigkeit und Wechselwirkungen.

Wie schnell merkt man eine Cannabiskonsumstörung?

Oft erst, wenn Schule, Freunde oder Schlaf schon gelitten haben und Aufhören wiederholt scheitert. Die CDC nennt gescheiterte Stoppversuche und das Opfern wichtiger Aktivitäten als Kernzeichen. Etwa drei von zehn Konsumierenden erfüllen Störungskriterien; Jugendlicher Beginn und täglicher Gebrauch machen das wahrscheinlicher.

Wann ist Cannabis-Psychose ein Notfall?

Sobald Stimmen, festes Verfolgtwerden oder ein Bruch mit der Wirklichkeit über den Rausch hinaus anhalten oder jemand sich oder andere gefährdet. StatPearls wertet anhaltende Psychose und Suizidalität als Aufnahmegrund. Eine vorübergehende rauschgebundene Episode braucht trotzdem noch am selben Tag ärztliche Klärung, weil dahinter eine erste Schizophrenie-Episode stecken kann.

Hilft CBD, die THC-Risiken für Teenager zu mindern?

Dafür fehlt eine belastbare Jugend-Empfehlung. MedlinePlus erinnert, dass die US-Arzneimittelbehörde gereinigtes Cannabidiol nur für bestimmte schwere Kinder-Epilepsien zugelassen hat, nicht als Schutz vor Joints. Ladenöle haben schwankende Gehalte und können heimlich THC enthalten. CBD ersetzt weder Abstinenz noch Psychotherapie.

Sollen Eltern den Kinderarzt ansprechen, auch wenn der Konsum „nur am Wochenende“ läuft?

Ja, sobald der Konsum regelmäßig wird, die Noten kippen oder Angst und Stimmung mitlaufen. KidsHealth rät zu ruhigem Gespräch über Motive und zu einer gemeinsamen Suche nach Schlaf, Bewegung und sozialen Alternativen. Die Praxis kann screenen, körperliche Ursachen prüfen und in ein altersgerechtes Angebot vermitteln, bevor eine Störung festzementiert.

Fazit

Für Jugendliche bleibt die ehrlichste Linie weniger, später, schwächer, besser gar nicht, und bei Stimmen, Wahn oder Suizidgedanken noch am selben Tag Hilfe. Die Rattenarbeit von 2017 erklärt elegant, warum das Stirnhirn nach frühem THC GABA verlieren und Dopamin enthemmen kann. Sie begründet keine Selbstmedikation und kein grünes Licht für den täglichen Vaporizer.

Was sich seit 2018 geändert hat, ist die Gewichtung. Behörden sprechen offen von möglichen Dauerfolgen, Produkte sind stärker, Esswaren erreichen Kinder. Zugleich zeigt eine kontrollierte Vier-Wochen-Pause, dass sich Hemmungskontrolle wieder heben kann. Das ist ein Argument für rasches Aufhören, nicht für Abwarten, bis „das Gehirn sich schon irgendwie fängt“.

Wer morgen handelt, braucht keinen GABA-Trick. Gespräch mit dem Jugendlichen ohne Demütigung, Termin in der Kinder- und Jugendpraxis, Absprache über Schule und Freundeskreis, Produkte wegschließen, nicht fahren nach Konsum. Wenn Aufhören allein nicht trägt, sind Verhaltenstherapie und Familie die Mittel mit Beleg, nicht die Hoffnung auf eine noch nicht existierende Pille.

Quellen

  1. Centers for Disease Control and Prevention: Cannabis and Teens. Centers for Disease Control and Prevention, 15. Februar 2024.
  2. Centers for Disease Control and Prevention: Cannabis and Brain Health. Centers for Disease Control and Prevention, 15. Februar 2024.
  3. Renard J, Szkudlarek HJ, Kramar CP et al.: Adolescent THC Exposure Causes Enduring Prefrontal Cortical Disruption of GABAergic Inhibition and Dysregulation of Sub-Cortical Dopamine Function. Scientific Reports, 12. September 2017.
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  9. Renard J, Rushlow WJ, Laviolette SR: Effects of Adolescent THC Exposure on the Prefrontal GABAergic System: Implications for Schizophrenia-Related Psychopathology. Frontiers in Psychiatry, 2018.
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