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Saisonale affektive Störung: Warum braunäugige Frauen gefährdet sind

Zwei neue Studien legen nahe, dass Geschlecht und Augenfarbe das Risiko der Entwicklung einer saisonalen affektiven Störung beeinflussen. Die Forscher führen auch einige interessante Erklärungen dafür, warum dies der Fall sein könnte.

braunes Auge

Die saisonale affektive Störung (SAD), eine psychiatrische Erkrankung, ist oft gekennzeichnet durch Gefühle der Hoffnungslosigkeit und akuten Traurigkeit, die während der Herbst- und Wintermonate auftreten.

Eine Form der Depression, SAD wird geschätzt, um 5 Prozent der Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu beeinflussen. Und von diesen wird angenommen, dass Frauen ein höheres Risiko haben.

In der Tat sind 4 von 5 Menschen, die mit dieser Krankheit leben, Frauen.

Zuvor fanden Forscher heraus, dass die starke Prävalenz von SAD bei Frauen unabhängig von sozialen oder Lebensstilfaktoren ist, was darauf hindeutet, dass möglicherweise biologische geschlechtsspezifische Unterschiede für die Prädisposition verantwortlich sind.

Neueste Forschungsergebnisse bestätigen, dass Frauen anfälliger für die Erkrankung sind, aber sie fügt dem Mix ein interessantes Element hinzu: die Augenfarbe.

Darüber hinaus liefern die beiden neuen Studien interessante neue Erklärungen dafür, warum Sex und Augenfarbe das Risiko von SAD beeinflussen können.

Die Ergebnisse des Teams wurden auf der Jahrestagung der British Psychological Society in Nottingham, Vereinigtes Königreich, von Lance Workman vorgestellt, der Professor an der Universität von South Wales, ebenfalls in Großbritannien, ist.

Warum 'blaue Augen den Blues fernhalten'

Die erste von Prof. Workman vorgestellte Studie – mit dem treffenden Titel "Blaue Augen halten den Blues fern: die Beziehung zwischen SAD, lateralisierten Emotionen und Augenfarbe" – befragte 175 Studenten der University of South Wales und der Girne American University in North Zypern.

Die Ergebnisse der Fragebögen zeigten, dass Teilnehmer mit braunen Augen im Vergleich zu blauäugigen Teilnehmern signifikant häufiger Stimmungsschwankungen erfahren.

Prof. Workman hat dafür eine interessante Erklärung. Er sagt: "Wir wissen, dass Licht, das in das Gehirn eindringt, eine Abnahme der Melatoninspiegel bewirkt."

"Da blaue Augen mehr Licht ins Gehirn bringen, kann es sein, dass dies tagsüber zu einer stärkeren Reduktion des Melatonins führt und deshalb sind Menschen mit helleren Augen weniger anfällig für SAD."

Prof. Lance Workman

"Menschen mit blauen Augen scheinen eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber SAD zu haben", erklären die Autoren.

"Dies", fügen sie hinzu, "kann als ein Hinweis darauf angesehen werden, dass die Blauaugenmutation als schützender Faktor von SAD ausgewählt wurde, da Subpopulationen von Menschen in nördliche Breiten gewandert sind."

Menschen mit SAD benutzen ihr rechtes Gehirn

Das Team bat auch die Teilnehmer mit SAD, an einem zusätzlichen Test teilzunehmen, der untersuchte, wie ihre beiden Gehirnhälften reagierten, als sie versuchten, verschiedene emotionale Ausdrücke auf den Gesichtern anderer Menschen zu erkennen.

Dieser Test zeigte, dass Menschen mit SAD dazu neigen, ihr linkes Gesichtsfeld zu benutzen, wenn sie Gesichtsausdrücke erkennen und ihre Gehirnhemisphäre verwenden, um diese Ausdrücke zu "dekodieren".

Prof. Workman erklärt: "Diese Tendenz, das linke Gesichtsfeld und die rechte Gehirnhälfte zur Identifizierung von Gesichtsausdrücken zu verwenden, ist in der Allgemeinbevölkerung vorhanden, unabhängig davon, ob sie mit SAD leben oder nicht.

"Aber", fährt er fort, "Menschen, die konventionellere Formen der Depression haben, verlieren im Allgemeinen diesen Vorteil der rechten Hemisphäre."

"Im Fall von SAD haben wir festgestellt, dass dieser Vorteil des linken Gesichtsfeldes tatsächlich erhöht wurde. Dies legt nahe, dass SAD andere Ursachen hat als beispielsweise eine bipolare Depression", fügt Prof. Workman hinzu.

Warum Frauen ein höheres Risiko haben

Die zweite Studie, die auf der Konferenz vorgestellt wurde, umfasste eine viel größere Stichprobe von 2.031 Personen. Von diesen hatten 8 Prozent eine chronische Form von SAD, während 21 Prozent eine mildere Form der Krankheit hatten.

Frauen waren besonders gefährdet – tatsächlich waren sie 40 Prozent wahrscheinlicher als Männer. Die Studie weist auch darauf hin, dass SAD schwerer ist, wenn Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sind.

Dies machte Prof. Workman zu einer weiteren möglichen evolutionären Erklärung für die Ergebnisse. Er spekuliert, dass die Störung nichts anderes als ein energieschonender Mechanismus ist, der drunter und drüber gegangen ist.

Während der reproduktiven Jahre einer Frau, sagt er, müsste die Mutter Energie sparen, um das Überleben sowohl ihrer als auch ihrer Nachkommen zu sichern, besonders in den Wintermonaten.

Dies scheint durch die Tatsache unterstützt zu werden, dass die Symptome von SAD auch das Verlangen nach Kohlenhydraten beinhalten und dass eine Gewichtszunahme in den Wintermonaten auch dazu beigetragen haben könnte, dass unsere Vorfahren mit der Kälte zurechtkommen, sagt der Forscher.

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