
Schwarzer Tee kann die Zusammensetzung der Darmbakterien verschieben, ersetzt aber keine Behandlung von Übergewicht. Beim Menschen bleiben gemessene Kiloeffekte klein und oft vorübergehend; die häufig zitierte UCLA-Arbeit von 2017 prüfte Mäuse, nicht Patientinnen und Patienten.
Die Weltgesundheitsorganisation zählt Adipositas seit Jahren als chronische, rückfällige Erkrankung. 2022 lebten nach dem Factsheet rund 890 Millionen Erwachsene mit Adipositas, 43 Prozent der Erwachsenen galten als übergewichtig. Im Dezember 2025 ergänzte die WHO eine Leitlinie zu GLP-1-Arzneimitteln. Weder dort noch in der britischen NICE-Leitlinie NG246, zuletzt im Januar 2026 nachgeschärft, taucht Schwarztee als Therapie auf. Wer eine Tasse trinkt, trinkt ein Getränk mit Polyphenolen und Koffein, kein zugelassenes Abnehmittel.
Ältere Ratgeber stellten Grüntee als Stoffwechselhilfe dar und Schwarztee als bloßen Geschmack. Die Mausdaten von Henning und Li zeigten einen anderen Weg über den Darm. Humanstudien und Cochrane-Auswertungen haben diese Hoffnung seither auf ein bescheidenes Maß zurückgeholt. Die folgenden Abschnitte trennen Mechanismus, Klinik und Sicherheit.
Was die UCLA-Mausstudie wirklich zeigte
Die Gruppe um Susanne Henning an der David Geffen School of Medicine prüfte entkoffeinierte Grüntee- und Schwarztee-Polyphenole an C57BL/6J-Mäusen. Vier Wochen lang aßen die Tiere eine Kost mit 32 Prozent Energie aus Fett und 25 Prozent aus Saccharose, mit oder ohne 0,25 Prozent Tee-Polyphenole, oder eine fettärmere Vergleichskost. Die Arbeit erschien online am 30. September 2017 im European Journal of Nutrition und 2018 im Heft.
Beide Tee-Zusätze senkten die Gewichtszunahme und verschoben die Blinddarmflora, mit weniger Firmicutes und mehr Bacteroidetes. Anteile von Blautia, Bryantella, Collinsella, Lactobacillus, Marvinbryantia, Turicibacter, Barnesiella und Parabacteroides hingen mit dem Gewichtsverlauf zusammen. Nur Schwarztee hob zusätzlich Pseudobutyrivibrio und die Bildung kurzkettiger Fettsäuren. Propionsäure im Blinddarm korrelierte mit diesem Bakterium. In der Leber stieg die Phosphorylierung der AMP-aktivierten Proteinkinase unter Grüntee um 70 Prozent und unter Schwarztee um 289 Prozent.
Die Autoren vermuten zwei Wege. Kleine Catechine aus Grüntee erreichen die Leber und aktivieren AMPK dort direkt. Die größeren Theaflavine und Thearubigine bleiben im Darm, füttern bestimmte Keime und liefern Fettsäuren, die das Leberenzym von unten anstoßen. Die UCLA-Mitteilung vom 2. Oktober 2017 schrieb, das Gewicht der Tee-Mäuse habe das Niveau der fettarm ernährten Gruppe erreicht. Das ist ein sauberes Laborsignal. Es ist keine Dosisanleitung für die Küche und kein Beleg, dass drei Tassen Frühstückstee dasselbe tun.

Warum Theaflavine im Darm bleiben
Schwarzer Tee entsteht, wenn zerriebene Blätter von Camellia sinensis oxidieren. Catechine polymerisieren zu Theaflavinen und Thearubiginen. Diese Moleküle sind größer als Epigallocatechingallat aus Grüntee. Henning erklärte 2017, sie würden im Dünndarm schlecht resorbiert und träfen deshalb vor allem auf die Dickdarmflora.
Dort können Bakterien Gallatreste abspalten und kleinere Phenole bilden. Kurzkettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat entstehen, wenn Mikroben unverdaute Reste vergären. Im Mausmodell hing Propionat mit Pseudobutyrivibrio zusammen, und AMPK in der Leber sprang an. AMPK ist ein Energiesensor der Zelle. Ist ATP knapp, drosselt das Enzym Fettsynthese und fördert Fettsäureoxidation. So lässt sich erzählen, warum ein Stoff, der kaum ins Blut geht, trotzdem den Leberstoffwechsel berühren könnte.
Ob derselbe Kreis beim Menschen greift, ist offen. Stuhlflora, Transitzeit, Ausgangs-Mikrobiom und die genaue Teemischung unterscheiden sich von Käfig zu Käfig und von Person zu Person. Die wenigen Humanversuche zur Stuhlflora nach Schwarztee bleiben kurz und uneinheitlich, im Gegensatz zu den klareren Mausmustern. Kurze Laborfermentationen mit Theaflavinen zeigen dagegen Verschiebungen einzelner Gattungen. Beides kann wahr sein. Der Mechanismus existiert im Reagenzglas, die Alltagsdosis ändert das Mikrobiom vieler Trinkender kaum messbar.
Senkt schwarzer Tee das Gewicht beim Menschen?
Eine randomisierte Doppelblindstudie aus Perth prüfte genau die Frage nach Kilo und Taille, unabhängig vom Koffein. Bøhn, Hodgson und Kollegen gaben 111 Erwachsenen mit Body-Mass-Index 20 bis 35 sechs Monate lang drei Beutel pro Tag, entweder Schwarztee-Pulver mit 429 Milligramm Polyphenolen und 96 Milligramm Koffein oder ein koffein- und geschmacksgleiches Scheinpräparat ohne Tee-Feststoffe. 77 Personen beendeten die Prüfung. Publiziert wurde sie 2014 in Food & Function.
Nach drei Monaten lag das Gewicht unter Tee um 0,64 Kilogramm niedriger als unter Kontrolle, der Taillenumfang um 1,88 Zentimeter, das Verhältnis Taille zu Hüfte um 0,03. Nach sechs Monaten waren diese Differenzen nicht mehr signifikant. Nüchternzucker, Insulin, Blutfette und die Gefäßfunktion unterschieden sich nicht. Der Effekt, falls er echt war, war klein, an Polyphenole statt Koffein gebunden und nicht haltbar. Genau das trennt eine Pressezeile von einer Therapie.
Spätere Humanversuche zu Fettausscheidung oder Sättigung bleiben kurz, klein oder an angereicherte Getränke gebunden. Sie ersetzen keine Energiebilanz. Wer Zucker, Milchschaum und Gebäck zur Tasse isst, kann den statistischen Vorsprung von einem halben Kilo leicht überholen. Die Cochrane-Übersicht zu Grüntee-Zubereitungen, zitiert 2021, fand außerhalb Japans im Mittel minus 0,04 Kilogramm. Das ist der Maßstab, an dem auch Schwarztee zu messen ist, messbar in manchen Protokollen, klinisch kaum spürbar.
| Ebene | Was geprüft wurde | Ergebnis |
|---|---|---|
| Maus, UCLA 2017 | 0,25 % Polyphenole, 4 Wochen | Gewicht wie fettarme Gruppe, mehr Pseudobutyrivibrio |
| Mensch, Bøhn 2014 | 3 Beutel täglich, 6 Monate | −0,64 kg und −1,88 cm Taille nach 3 Monaten, nach 6 Monaten nicht mehr signifikant |
| Cochrane 2021 | Grüntee-Zubereitungen, 12–13 Wochen | außerhalb Japans −0,04 kg, klinisch unbedeutend |
| Leitlinien 2024–2026 | Therapie der Adipositas | Tee nicht als Behandlung genannt |
Ist grüner Tee wirklich wirksamer?
Grüntee-Catechine erreichen Blut und Leber leichter. Deshalb galt Grüntee lange als der „stoffwechselaktive“ Tee, Schwarztee als Rest. Die Mausarbeit von 2017 widerspricht dieser Hierarchie. Beide Extrakte dämpften die Gewichtszunahme, Schwarztee aktivierte AMPK in der Leber sogar stärker, vermutlich über den Darmweg. Für den Menschen hat diese Rivalität wenig praktischen Wert.
Jurgens und Kollegen werteten 15 Abnehmstudien und drei Erhaltungsstudien mit Grüntee-Zubereitungen aus, insgesamt 1945 abgeschlossene Teilnahmen, Laufzeit meist 12 bis 13 Wochen. Außerhalb Japans lag der Mittelwert bei minus 0,04 Kilogramm Gewicht, minus 0,2 Body-Mass-Index-Punkten und minus 0,2 Zentimetern Taille, jeweils ohne statistische Sicherheit. Japanische Studien ließen sich nicht sinnvoll poolen; die Spanne reichte von fast null bis minus 3,5 Kilogramm. Die Autorinnen stuften den Verlust als klinisch unwichtig ein. Die Erhaltung nach einer Diät gelang nicht besser als unter Kontrolle.
Nebenwirkungen in den erfassten Arbeiten waren meist Übelkeit, Verstopfung, Bauchdruck oder höherer Blutdruck, als leicht bis mäßig bewertet. Zwei Krankenhausaufenthalte wurden als nicht mit der Intervention verknüpft gemeldet. Das American Academy of Family Physicians-Papier von Keating, Woodruff und Saner aus August 2024 nennt Grüntee neben Chrom und Garcinia ausdrücklich unter den Supplementen mit begrenzter Evidenz. Wer zwischen grün und schwarz wählt, wählt Aroma und Koffeingehalt, nicht eine nachgewiesene Rangfolge der Kilo.
Was Leitlinien statt Tee empfehlen
NICE bündelt seit NG246 die ältere britische Adipositas-Führung und hat sie 2025/2026 nachgezogen. Erwachsene sollen die Energieaufnahme unter den Verbrauch senken, Bewegung aufbauen und langfristige Begleitung bekommen. Zur Vorbeugung nennt die Leitlinie 45 bis 60 Minuten mäßig intensive Aktivität täglich, nach bereits verlorenem Gewicht oft 60 bis 90 Minuten, damit die Pfunde nicht zurückkehren. Medikamente und Operationen stehen als Optionen neben dem Lebensstil, nicht dahinter versteckt.
Die Cleveland Clinic beschrieb im September 2024 Adipositas als häufige chronische Krankheit. In den USA betrifft sie etwa zwei von fünf Erwachsenen. Schon 5 bis 10 Prozent weniger Gewicht können Stoffwechselrisiken senken. Die Behandlung besteht aus angepasster Kost, mehr Bewegung und psychischer Unterstützung; bei Bedarf kommen zugelassene Arzneimittel oder bariatrische Eingriffe hinzu. Tee fehlt in dieser Liste, weil er die Energiebilanz nicht zuverlässig dreht.
Die amerikanische Hausarztzeitschrift fasste 2024 fünf Säulen zusammen, nämlich Verhalten, Ernährung, Aktivität, Pharmakotherapie und Operation. GLP-1-Agonisten, Kombinationspräparate und Orlistat haben klare Indikationen ab Body-Mass-Index 30 oder ab 27 plus Begleiterkrankung. Supplemente, darunter Grüntee, trägt die Übersicht nicht. Die WHO ergänzte im Dezember 2025 eine globale Leitlinie zu GLP-1-Therapien als Teil chronischer Versorgung, ausdrücklich nicht als Alleinlösung. Wer 2018 aus der UCLA-Maus eine Teekur ableitete, folgt damit keiner aktuellen Leitlinie.
Wie viel Koffein aus Tee vertretbar ist
Für die meisten gesunden Erwachsenen gelten 400 Milligramm Koffein pro Tag als Menge, die die US-Arzneimittelbehörde und die Mayo Clinic nicht mit typischen Schäden verknüpfen. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nannte 2015 dieselbe Tagesgrenze, dazu 200 Milligramm als unkritische Einzeldosis und 200 Milligramm über den Tag in der Schwangerschaft. Schon 100 Milligramm nahe am Schlafengehen können bei manchen Menschen den Schlaf kürzen.
Eine 355-Milliliter-Portion Schwarztee enthält laut FDA-Tabelle etwa 71 Milligramm Koffein, dieselbe Menge Grüntee etwa 37 Milligramm. EFSA rechnet für 220 Milliliter Schwarztee rund 50 Milligramm, für 200 Milliliter Filterkaffee 90 Milligramm. Drei bis vier ungesüßte Tassen bleiben für viele Erwachsene im Rahmen, wenn Kaffee, Cola, Energy-Drinks und koffeinhaltige Schmerzmittel dazugezählt werden. Entkoffeinierter Tee ist nicht koffeinfrei.
MedlinePlus rät, den Konsum zu drosseln bei Angst, Schlafstörung, Reflux oder Magengeschwür, schlecht eingestelltem Bluthochdruck, schnellem oder unregelmäßigem Puls und chronischem Kopfschmerz. In der Schwangerschaft gilt unter 200 Milligramm pro Tag als Orientierungsgrenze, etwa ein bis zwei kleine Tassen. Kinder und Jugendliche sollen Energy-Drinks meiden; für Kleinkinder unter zwei Jahren raten die US-Ernährungsleitlinien von koffeinhaltigen Getränken ab.
| Getränk | Typische Portion | Koffein | Quelle |
|---|---|---|---|
| Schwarzer Tee | 355 ml | 71 mg | FDA, 2024 |
| Grüner Tee | 355 ml | 37 mg | FDA, 2024 |
| Schwarzer Tee | 220 ml | etwa 50 mg | EFSA, 2015 |
| Filterkaffee | 200 ml | etwa 90 mg | EFSA, 2015 |
| Cola | 355 ml | 40 mg | EFSA, 2015 |
Wann Extrakte und Fertiggetränke problematisch werden
Eine Tasse Aufguss ist nicht dasselbe wie eine Kapsel mit konzentrierten Catechinen oder Theaflavinen. Cochrane prüfte gerade solche Zubereitungen, nicht nur den Beutel. Hohe Dosen können Magen, Darm und Blutdruck belasten. Leberreaktionen sind vor allem für hoch dosierte Grüntee-Extrakte beschrieben; Schwarztee-Konzentrate sind weniger systematisch geprüft, aber ebenfalls kein Freifahrtschein.
Die FDA warnt vor reinem oder hoch konzentriertem Koffein. Rund 1200 Milligramm in kurzer Zeit können Krampfanfälle auslösen, weniger als ein halber Teelöffel Pulver. Energy-Drinks liefern oft 41 bis 246 Milligramm pro 355 Milliliter, dazu Zucker. Mayo Clinic rät, Koffein nicht mit ephedrinhaltigen Mitteln zu mischen, weil Blutdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krampfanfälle wahrscheinlicher werden können. Wer Abnehmkapseln mit Synephrin, Guarana und Tee-Extrakt stapelt, addiert Reizstoffe, ohne den Cochrane-Befund zu verbessern.
Fertige Flaschentees tragen häufig Zucker in Mengen, die den möglichen Polyphenol-Effekt überwiegen. Pulverbeutel aus Studien enthielten teils über ein Gramm Saccharose pro Portion, weil das Placebo gleich schmecken sollte. Zu Hause zählt, was in der Kanne landet, Wasser und Blatt oder Sirup. Nahrungsergänzungsmittel werden in den USA vor dem Verkauf nicht wie Arzneimittel auf Nutzen geprüft. Wer Tabletten schluckt, sollte das dem Ärzteteam nennen, besonders vor Operationen und neben Gerinnungshemmern, Schilddrüsenmitteln oder Psychopharmaka.
Wann zum Arzt statt zur Teekanne?
Tee ersetzt weder Diagnose noch Therapie, wenn der Body-Mass-Index bei 30 oder höher liegt oder bei 27 plus Diabetes, Bluthochdruck oder Schlafapnoe. Dann gehören nach AAFP und Cleveland Clinic Gespräch, Labor und ein Plan auf den Tisch, der Kost, Bewegung und gegebenenfalls zugelassene Medikamente umfasst. Unerklärliche Gewichtszunahme, nächtliches Schnarchen mit Atempausen, Durst mit häufigem Wasserlassen oder Brustschmerz gehören nicht in die Teedose.
Koffein selbst liefert rote Flaggen. Die FDA listet Herzrasen, Herzklopfen, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, Angst, Zittern, Übelkeit und Kopfschmerz. Tritt eines davon neu auf, ist die Dosis zu hoch oder der Zeitpunkt falsch, nicht „die Kur wirkt“. Brustschmerz, Ohnmacht oder ein unregelmäßiger Puls, der nicht aufhört, sind ein Grund für notfallmedizinische Abklärung, nicht für eine weitere Tasse.
Schwangere, Stillende und Menschen mit Reflux, Geschwür, unkontrolliertem Blutdruck oder bekannter Rhythmusstörung sollten Menge und Uhrzeit mit der Praxis klären, wie Mayo Clinic und MedlinePlus empfehlen. Kinder brauchen keinen Schwarztee als Abnehmtrick. Wer bereits ein GLP-1-Mittel, Orlistat oder ein anderes Adipositas-Arzneimittel nimmt, gewinnt nichts durch hoch dosierte Extrakte und riskiert Wechselwirkungen plus Magenbeschwerden.
- Ein Body-Mass-Index ab 30 oder ab 27 mit Stoffwechselkrankheit rechtfertigt eine ärztliche Gewichtsplanung, nicht nur einen anderen Beutel.
- Neu aufgetretenes Herzrasen, Brustschmerz oder anhaltende Übelkeit nach Tee oder Kapseln gehören in die Sprechstunde oder die Notaufnahme.
- Schwangerschaft begrenzt das Koffein auf unter 200 Milligramm täglich; Konzentrate bleiben außen vor.
- Medikamente mit Ephedrin und koffeinhaltige Abnehmstapel sollen nicht mit Tee-Extrakt kombiniert werden.
Zucker, Milch und der Inhalt der Tasse
Der Nutzen, den Studien andeuten, hängt an ungesüßtem Aufguss oder an genau definierten Pulvern. Haushaltszucker, Kondensmilch und aromatisierte Sirups machen aus der Tasse eine kalorische Beilage. Drei gezuckerte Gläser täglich können mehrere hundert Kilokalorien liefern. Das übersteigt den in Perth gemessenen Unterschied von 640 Gramm nach drei Monaten, ohne dass irgendwer schummelt.
Milch bindet einen Teil der Polyphenole. Ob das die Darmflora-Wirkung zunichtemacht, ist nicht in großen Humanstudien geklärt. Wer Tee mit Milch trinkt, weil er sonst nicht schmeckt, verliert keinen nachgewiesenen Therapieeffekt, denn einen solchen Effekt in klinisch relevanter Größe gibt es nicht. Entscheidend bleibt, ob die Tasse Wasser mit Blatt ersetzt oder eine Cola, nicht ob ein Schuss Milch die Theaflavine um einige Prozent senkt.
Ziehzeit und Blattmenge ändern Koffein und Bitterkeit. Länger ziehen hebt beides. Mayo Clinic nennt kürzeres Ziehen als Weg, Koffein zu senken. Koffeinfreier Kräutertee ist botanisch kein Camellia-sinensis-Tee und liefert keine Theaflavine. Als Abendgetränk ohne Schlafproblem ist das eine vernünftige Wahl. Als „Darmflora-Kur“ ist es Etikettenschwindel.
Häufige Fragen
Hilft schwarzer Tee wirklich beim Abnehmen?
Beim Menschen höchstens wenig und oft nur vorübergehend. Die beste randomisierte Prüfung fand nach drei Monaten 0,64 Kilogramm und 1,88 Zentimeter Taille gegenüber einem koffeingematchten Placebo; nach sechs Monaten war der Unterschied weg. Mausdaten erklären einen möglichen Darmweg, ersetzen aber keine Energiebilanz.
Wie viele Tassen pro Tag sind sinnvoll?
Drei bis vier ungesüßte Tassen bleiben für viele gesunde Erwachsene im Koffeinrahmen von 400 Milligramm, sofern Kaffee und andere Quellen mitzählen. EFSA rechnet etwa 50 Milligramm pro 220 Milliliter, die FDA 71 Milligramm pro 355 Milliliter. Mehr Tassen bringen keinen belegten Extraverlust an Fett.
Ist grüner Tee besser als schwarzer Tee?
Für das Körpergewicht nicht in einem Maß, das klinisch zählt. Cochrane fand für Grüntee-Zubereitungen außerhalb Japans im Mittel minus 0,04 Kilogramm. Bei Mäusen wirkten beide Extrakte, über verschiedene Wege. Die Wahl darf nach Geschmack und Verträglichkeit fallen.
Darf ich in der Schwangerschaft schwarzen Tee trinken?
Kleine Mengen sind laut MedlinePlus üblich, die Grenze liegt unter 200 Milligramm Koffein pro Tag aus allen Quellen. Ein bis zwei kleine Tassen können hineinpassen, Energy-Drinks und Extrakte nicht. Die genaue Menge gehört ins Gespräch mit der betreuenden Praxis.
Sind Kapseln mit Tee-Extrakt wirksamer als die Tasse?
Sie sind höher dosiert, nicht besser belegt. Cochrane und AAFP sehen in Teezubereitungen und Supplementen keinen klinisch wichtigen Gewichtsverlust. Konzentrate erhöhen das Risiko für Magenbeschwerden und, bei manchen Grüntee-Extrakten, für Leberwerte. Die Tasse bleibt die transparentere Form.
Wann sollte ich wegen des Gewichts zur Ärztin oder zum Arzt?
Wenn der Body-Mass-Index bei 30 oder höher liegt, bei 27 plus Begleiterkrankung, oder wenn Schnarchen, Durst, Brustschmerz oder ein plötzlicher Gewichtssprung auftreten. Leitlinien empfehlen dann strukturierte Hilfe, nicht eine Teekur. Koffeinbedingtes Herzrasen ist ein eigener Vorstellungsgrund.
Zerstört Milch den Nutzen für die Darmbakterien?
Das ist nicht in großen Humanstudien belegt. Milch kann Polyphenole binden, aber ein klinisch relevanter Flora- oder Kiloeffekt der Tasse ist ohnehin unsicher. Wer Milch braucht, damit der Tee trinkbar bleibt, macht damit keine nachgewiesene Therapie kaputt.
Fazit
Schwarzer Tee bleibt ein kalorienarmes Getränk mit Polyphenolen, das im Tierversuch die Darmflora und den Leberstoffwechsel berühren kann. Beim Menschen reicht die Evidenz für eine kleine, oft vorübergehende Verschiebung von Gewicht und Taille, nicht für eine Behandlung. Seit 2018 haben Leitlinien Adipositas als chronische Krankheit geschärft und Medikamente wie GLP-1 in die Versorgung geholt; Tee kommt darin nicht vor.
Wer morgen etwas ändern will, kann gezuckerte Getränke durch ungesüßten Aufguss ersetzen und die Koffeinmenge im Blick behalten. Das ist ein Getränkewechsel, kein Ersatz für Kost, Bewegung und, wo indiziert, ärztlich begleitete Therapie. Herzrasen, Schwangerschaft, Reflux oder ein Body-Mass-Index im Adipositasbereich gehören in die Sprechstunde, nicht in den Kräuterregal-Mythos.
Drei Tassen können Teil eines normalen Tages sein. Sie heilen weder Adipositas noch „reparieren“ sie das Mikrobiom nach dem Muster der UCLA-Mäuse. Die ehrlichere Lesart der letzten Jahre trennt beides. Mechanismen gibt es, einen klinischen Hebel kaum.
Quellen
- Henning SM, Yang J et al.: Decaffeinated green and black tea polyphenols decrease weight gain and alter microbiome populations and function in diet-induced obese mice. European Journal of Nutrition, 30. September 2017.
- Bøhn SK, Croft KD et al.: Effects of black tea on body composition and metabolic outcomes related to cardiovascular disease risk: a randomized controlled trial. Food & Function, 25. Juli 2014.
- Jurgens TM, Whelan AM et al.: Green tea for weight loss and weight maintenance in overweight or obese adults. Cochrane Database of Systematic Reviews, Stand: 2021.
- FDA: Spilling the Beans: How Much Caffeine is Too Much?. U.S. Food and Drug Administration, 28. August 2024.
- Mayo Clinic Staff: Caffeine: How much is too much?. Mayo Clinic, 21. Februar 2025.
- MedlinePlus: Caffeine in the diet. MedlinePlus, 1. April 2025.
- WHO: Obesity and overweight. World Health Organization, Stand: 2026.
- NICE: Overweight and obesity management. National Institute for Health and Care Excellence, 8. Januar 2026.
- Cleveland Clinic: Obesity: What It Is, Classes, Symptoms, Causes. Cleveland Clinic, 10. September 2024.
- EFSA: Scientific Opinion on the safety of caffeine. European Food Safety Authority, 27. Mai 2015.
- Keating MK, Woodruff RK et al.: Management of Obesity: Office-Based Strategies. American Family Physician, August 2024.
