Vitamin-D-Präparate bei Asthma: Nutzen bleibt begrenzt

Vitamin-D-Präparate bei Asthma: Nutzen bleibt begrenzt

Vitamin-D-Kapseln senken schwere Asthmaanfälle bei den meisten Patientinnen und Patienten nicht. Die Cochrane-Aktualisierung vom Februar 2023, die 20 Zufallsversuche mit 1155 Kindern und 1070 Erwachsenen zusammenführte, fand gegenüber einem Scheinpräparat keinen Schutz vor Anfällen, die Kortisontabletten brauchen, und auch keine bessere Symptomkontrolle.

Ältere Auswertungen, darunter die Cochrane-Fassung von 2016 und eine Teilnehmerdaten-Analyse von 2017, hatten noch weniger Steroidkurse unter Cholecalciferol beschrieben. Neuere Studien haben dieses Signal aufgelöst. Kapseln ersetzen weder den Asthma-Aktionsplan noch inhalative Kortikosteroide. Ein nachgewiesener Knochenmangel bleibt ein eigener Grund für eine ärztlich geplante Gabe, nicht ein Freibrief, die Inhalatoren wegzulassen.

Senken Vitamin-D-Präparate Asthmaanfälle wirklich?

Für die große Gruppe mit leichtem bis mittelschwerem Asthma tun sie das nach der aktuellen Cochrane-Lage nicht. Williamson, Martineau und Kollegen werteten plazebokontrollierte Doppelblindstudien aus, die mindestens zwölf Wochen liefen und entweder Anfallsrisiko oder Symptomkontrolle maßen. Die Suche reichte bis zum 8. September 2022. Fünfzehn Versuche steuerten Daten zu schweren Verschlechterungen bei, definiert als Gabe systemischer Kortikosteroide.

Der Anteil der Teilnehmenden mit mindestens einem solchen Anfall lag unter Vitamin D und Scheinpräparat praktisch gleich. Das Chancenverhältnis betrug 1,04 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,81 bis 1,34; 14 Studien, 1778 Personen; hohe Evidenzgüte). Umgerechnet erlebten 226 von 1000 Behandelten mindestens einen steroidpflichtigen Anfall, in der Vergleichsgruppe 219 von 1000. Auch die Anfallshäufigkeit (Ratenverhältnis 0,86) und die Zeit bis zum ersten Ereignis trennten sich nicht belastbar. Lungenfunktion und Werte im Asthma-Kontrolltest rührten sich ebenfalls nicht.

Schwere unerwünschte Ereignisse waren unter der Nachlage nicht häufiger (Chancenverhältnis 0,89). In keiner Studie starb jemand an einem Anfall. Sechs Versuche nannten mögliche Vitamin-D-Reaktionen wie vermehrten Calciumverlust im Urin, zu hohe Blutwerte, Nierensteine, Magen-Darm-Beschwerden oder leichten Juckreiz; sie traten in beiden Armen auf. Die Übersichtsautorinnen halten fest, dass schweres Asthma und Ausgangswerte unter 25 Nanomol pro Liter (10 Nanogramm pro Milliliter) kaum vorkamen. Ob genau diese Gruppen anders reagieren, bleibt offen.

Vitamin D in Briefen mit Pillen und einem Stethoskop

Warum die Übersicht von 2016 nicht mehr gilt

Die ältere Cochrane-Fassung von 2016 hatte weniger schwere Anfälle unter Vitamin D beschrieben; die Aktualisierung 2023 findet diesen Schutz nicht. Martineau, Erstautor damals und Mitautor heute, sagte zur Veröffentlichung, neu hinzugekommene Versuche hätten das Gesamtergebnis gekippt. Aus neun Studien mit rund 1090 Personen wurden zwanzig mit 2225 Teilnehmenden. Kinder sind besser vertreten als zuvor. Die Mehrheit blieb bei leichtem bis mittelschwerem Verlauf.

Warum das Signal verschwand, können die Autorinnen nicht festnageln. Mögliche Erklärungen aus dem Cochrane-Kommentar sind eine bessere Grundtherapie als vor einem Jahrzehnt und seltener tiefer Mangel, weil mehr Menschen angereicherte Lebensmittel oder Kapseln nutzen. Beides würde einen Zusatznutzen der Studienkapsel verdecken. Strengere Einschlussregeln spielen mit: ohne Scheinpräparat-Vergleich oder bei Beobachtung unter zwölf Wochen blieb eine Arbeit draußen.

Die Teilnehmerdaten-Analyse von Jolliffe und Martineau aus dem Jahr 2017 erklärt, warum viele Praxen damals Kapseln empfahlen. In sieben Versuchen mit 955 Personen sank die Rate steroidpflichtiger Anfälle um 26 Prozent (angepasstes Inzidenzratenverhältnis 0,74). Wer zu Beginn unter 25 Nanomol pro Liter lag, schien stärker zu profitieren (0,33), allerdings nur 92 Personen in drei Studien; der Interaktionstest blieb ohne Nachweis eines echten Gruppenunterschieds (p = 0,25). Der Anteil der Menschen mit mindestens einem Anfall und die Zeit bis zum ersten Ereignis unterschieden sich schon 2017 nicht. Die neue Übersicht hat genau diese Endpunkte mit mehr Daten erneut geprüft und das frühere Signal nicht bestätigt.

Vergleich Cochrane 2016 (Martineau) Cochrane 2023 (Williamson)
Eingeschlossene Versuche 9 Studien, etwa 1090 Personen 20 Studien, 2225 Personen
Schwere Anfälle mit systemischen Steroiden Rückgang gegenüber Scheinpräparat beschrieben kein Unterschied (Chancenverhältnis 1,04)
Symptomkontrolle und Lungenfunktion ohne klaren Gewinn ohne Effekt, mittlere bis hohe Evidenzgüte
Wer fehlt in den Versuchen Kinder und schwerer Verlauf dünn besetzt schweres Asthma und Spiegel unter 25 nmol/l weiter selten
Schluss für die Praxis Nachlage als mögliche Zusatzstrategie diskutiert kein Beleg für Anfallsschutz oder bessere Kontrolle

Die Tabelle folgt der Cochrane-Aktualisierung vom 6. Februar 2023 und dem Begleitkommentar derselben Arbeitsgruppe. Wer 2018 noch die Halbierung von Notaufnahmen las, las die damalige Datenlage, nicht die heutige.

Wer mit sehr niedrigem Spiegel noch profitieren könnte

Ein Nutzen bleibt denkbar bei sehr niedrigem 25-Hydroxyvitamin-D-Wert und bei Calcidiol statt üblichem Cholecalciferol, ist aber nicht belegt. Die Cochrane-Untergruppen nach Ausgangsspiegel, Dosis, Einnahmerhythmus und Alter zeigten 2023 keine Wirkung. Sehr tiefer Mangel unter 25 Nanomol pro Liter war schlicht zu selten, um ihn belastbar zu prüfen. Die 2017er Nachanalyse hatte genau dort ein Signal gesehen, bei zu kleiner Zahl und ohne gesicherte Interaktion.

Eine einzelne spanische Zufallsstudie (ACVID, Andújar-Espinosa und Kollegen, Thorax 2021) prüfte Calcifediol, das der Leberstoffwechsel sonst aus Vitamin D3 bildet. 112 Erwachsene mit Asthma und Serumwerten unter 30 Nanogramm pro Milliliter (75 Nanomol pro Liter) erhielten sechs Monate lang wöchentlich 16 000 Internationale Einheiten oral oder ein identisch aussehendes Scheinpräparat, jeweils zusätzlich zur üblichen Inhalationstherapie. 106 schlossen ab. Der Asthma-Kontrolltest stieg in der Verumgruppe um 3,09 Punkte und fiel unter Scheinpräparat um 0,57; die Differenz von 3,66 Punkten lag über der Schwelle, die Kliniker als spürbar werten. Die Lebensqualität im Mini-AQLQ besserte sich ebenfalls.

Cochrane wertet genau diesen Versuch als einzigen positiven Ausreißer zur Symptomkontrolle und verlangt Bestätigung. Wöchentlich 16 000 Einheiten Calcifediol sind keine Supermarkt-Dosis und gehören nicht in die Hausapotheke. Wer seinen Spiegel nicht kennt, kann aus ACVID keine Packungsanweisung ableiten. Offen bleibt außerdem, ob der Gewinn bei schwerem, biologikapflichtigem Asthma oder bei Kindern gilt; die Studie war erwachsen, überwiegend weiblich und im Mittel 55 Jahre alt.

Wie Vitamin D Atemwege und Abwehr berührt

Laborbefunde erklären das Interesse, ersetzen aber keinen klinischen Nutzen. Das fettlösliche Vitamin steuert Calciumaufnahme und Knochenumbau; das Office of Dietary Supplements der US-National Institutes of Health nennt zusätzlich Entzündungshemmung und eine Modulation der Immunabwehr. Viele Gewebe tragen Vitamin-D-Rezeptoren und können 25-Hydroxyvitamin D lokal aktivieren. In Zellversuchen dämpft das Hormon TH17-Zytokine und kann die Ansprechbarkeit auf inhalative Kortikosteroide für Interleukin-10 verbessern. Das ist Biologie im Reagenzglas, keine Packungsbeilage.

Atemwegsinfekte, Erkältung und Grippe gehören laut Mayo Clinic und NHLBI zu den häufigsten Auslösern von Husten, Pfeifen und Enge. Die Hoffnung war, eine bessere Abwehr würde virusgetriggerte Anfälle seltener machen. Beobachtungsstudien verknüpften niedrige Blutwerte mit schlechterer Lungenfunktion und häufigeren Verschlechterungen. Solche Kurven messen Lebensstil, Hautfarbe, Zeit im Freien und Krankheitsschwere gleichzeitig. Wer weniger vor die Tür geht, weil die Brust eng ist, hat oft beides: niedrigeren Spiegel und mehr Anfälle. Der Zufallsversuch zerlegt diesen Knäuel und hat den Sprung von der Korrelation zur Therapie 2023 nicht geschafft.

Knochen brauchen das Vitamin unabhängig vom Asthma. MedlinePlus und Cleveland Clinic beschreiben Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen als Folge tiefen Mangels, dazu Muskelschwäche und Knochenschmerz. Wer Kortisontabletten wiederholt braucht, hat ein Extra-Risiko für Knochendichteverlust. Genau deshalb kann eine hausärztlich geplante Gabe sinnvoll sein, ohne dass sie den nächsten Anfall verhindert.

Was Leitlinien statt Kapseln zur Kontrolle raten

Aktuelle Asthmaleitlinien setzen auf inhalative Kortikosteroide, nicht auf Vitamin-D-Kapseln. Die gemeinsame britische Leitlinie von BTS, NICE und SIGN (NG245, 27. November 2024) empfiehlt für Menschen ab zwölf Jahren zu Beginn ein niedrig dosiertes inhalatives Kortikosteroid plus Formoterol nach Bedarf. Kinder von fünf bis elf Jahren sollen zweimal täglich ein pädiatrisch niedrig dosiertes Kortisoninhalat plus ein kurzwirksames Beta-2-Mimetikum bei Beschwerden erhalten. Vitamin D taucht in diesen Startregeln nicht als Asthmamittel auf.

Das US-National Heart, Lung, and Blood Institute schreibt, etwa jede dreizehnte Person in den Vereinigten Staaten habe Asthma. Heilbar ist die Krankheit nicht, steuerbar schon, über Aktionsplan, Triggervermeidung und Medikamente. Mayo Clinic nennt inhalative Kortikosteroide das Rückgrat der Dauertherapie; Bedarfsinhalatoren sollen Engstellen rasch öffnen. Wer den Notfallspray öfter braucht als vereinbart, braucht keine extra Kapsel, sondern eine Anpassung der Dauertherapie. Bei schwerem Verlauf stehen Biologika wie Omalizumab, Mepolizumab, Benralizumab, Dupilumab oder Tezepelumab zur Verfügung, jeweils nach Facharztindikation.

Grippe- und Pneumokokkenimpfung, Rauchstopp, Gewicht, Refluxbehandlung und das Meiden persönlicher Auslöser (Pollen, Hausstaubmilben, Schimmel, kalte Luft, berufliche Dämpfe) gehören zum Plan, den Mayo und NHLBI beschreiben. Keiner dieser Punkte macht Vitamin D überflüssig, wo ein Knochenmangel besteht. Keiner ersetzt die Inhalationstechnik, die in der Sprechstunde geprüft werden sollte, bevor jemand eine neue Dose kauft.

Wann ein Vitamin-D-Bluttest sinnvoll ist

Routinemessung allein wegen Asthma ist nicht belegt. Das Food-and-Nutrition-Board der US-Nationalakademien setzt die Knochenschwelle bei 20 Nanogramm pro Milliliter (50 Nanomol pro Liter) 25-Hydroxyvitamin D. Unter 12 Nanogramm (30 Nanomol) steigt das Risiko für Rachitis und Osteomalazie. Zwischen 12 und 20 Nanogramm gilt die Versorgung für den Knochen oft als unzureichend. Werte über 50 Nanogramm (125 Nanomol) verknüpft dasselbe Gremium mit möglichen Nachteilen. Die US-Präventionsbehörde USPSTF findet laut NIH-Merkblatt (Stand 27. Juni 2025) keine ausreichende Evidenz, symptomfreie Erwachsene flächendeckend zu screenen; die Endocrine Society rät Gesunden ebenfalls von der Reihenmessung ab.

Ein Test lohnt, wenn Mangelzeichen oder Risikolagen zusammenkommen, nicht weil die Diagnose Asthma auf dem Briefkopf steht.

  • Wiederholte Kortisontabletten, bekannte Osteoporose oder Knochenbruch ohne angemessenes Trauma sollen den Calcium-Vitamin-D-Status in der Praxis auf die Tagesordnung setzen.
  • Dunkle Haut, höheres Alter, wenig Sonnenlicht, Adipositas, Magenbypass sowie Crohn, Zöliakie oder schwere Nieren- und Leberkrankheit erhöhen das Mangelrisiko, so MedlinePlus und Cleveland Clinic.
  • Stillkinder brauchen 400 Internationale Einheiten täglich als Tropfen, weil Muttermilch den Bedarf selten deckt; das ist Knochenschutz, kein Asthma-Protokoll.
  • Steroide, bestimmte Antiepileptika, Colestyramin, Orlistat und Abführmittel können Aufnahme oder Stoffwechsel stören und eine gezielte Messung begründen.
  • Müdigkeit, Knochenschmerz und Muskelschwäche ohne andere Erklärung gehören in die Sprechstunde, nicht in den Online-Laborshop ohne Verlaufsplan.

Labore messen mit Antikörper- oder Chromatografieverfahren; derselbe Mensch kann je nach Methode etwas anders liegen. 1,25-Dihydroxyvitamin D eignet sich laut NIH nicht als Statusmarker, weil die Niere den Spiegel eng steuert. Der 25-OH-D-Wert hat eine Halbwertszeit von etwa 15 Tagen und spiegelt Haut, Nahrung und Kapseln gemeinsam.

Sichere Mengen, Formen und Wechselwirkungen

Für Knochen und Stoffwechsel gelten 600 Internationale Einheiten (15 Mikrogramm) täglich vom ersten bis zum siebzigsten Lebensjahr und 800 Einheiten (20 Mikrogramm) danach, so das NIH-Merkblatt und Mayo Clinic. Schwangere und Stillende liegen in derselben Tabelle bei 600 Einheiten. Die tolerierbare Obergrenze aus allen Quellen zusammen beträgt ab neun Jahren 4000 Einheiten (100 Mikrogramm) pro Tag. Höhere Mengen gehören in ärztliche Hände, befristet und mit Calciumkontrolle. Toxizität entsteht fast nur durch Präparate, nicht durch Sonne, weil die Haut die eigene Bildung begrenzt.

Cholecalciferol (D3) hebt den Blutspiegel stärker und länger als Ergocalciferol (D2). Calcidiol, das in ACVID verwendet wurde, ist pro Mikrogramm wirksamer; in den USA ist es als Verbraucherkapsel kaum verfügbar, in Teilen Europas als verschreibungspflichtiges Calcifediol. Fetter Fisch, Leber, Eigelb und angereicherte Milch decken einen Teil des Bedarfs; wer vegan isst oder Laktose meidet, liegt öfter darunter. Mayo Clinic listet Wechselwirkungen, die vor der Selbstmedikation zählen: Thiaziddiuretika plus Vitamin D können Calcium im Blut hochtreiben, besonders bei älterer Niere. Digoxin und hohe Dosen sind eine ungünstige Kombination, weil Hyperkalzämie Herzrhythmusstörungen verschärfen kann. Prednison dämpft Calciumaufnahme und Vitamin-D-Wirkung; Orlistat und Colestyramin senken die Resorption. Phenytoin und Phenobarbital beschleunigen den Abbau.

Zeichen einer Überdosierung sind Übelkeit, Erbrechen, Durst, häufiges Wasserlassen, Verwirrtheit, Muskelschwäche und Nierensteine. Sehr hohe Spiegel (typisch über 150 Nanogramm pro Milliliter) können Nierenversagen und tödliche Rhythmusstörungen auslösen, so NIH und MedlinePlus. Wer bereits ein Multivitamin, angereicherte Drinks und eine Extra-Kapsel stapelt, überschreitet die Obergrenze leiser, als die Packung suggeriert.

Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme

Zunehmende Atemnot, häufiger Notfallspray und nächtlicher Husten gehören in die Sprechstunde, nicht in den Vitaminregal-Gang. Mayo Clinic rät, den Plan zu überprüfen, sobald Beschwerden zunehmen oder der Bedarfsinhalator öfter nötig wird. NHLBI nennt als Warnzeichen häufigere oder stärkere Symptome, nächtliches Erwachen und Einschränkung alltäglicher Aktivität. Ein Peak-Flow-Gerät kann die Lungenleistung senken, bevor das Gefühl nachkommt; ein tiefer Wert ist ein Grund, den Aktionsplan zu öffnen, nicht eine Kapsel zu verdoppeln.

Sofortige Hilfe, in Deutschland über den Notruf 112, ist laut NHLBI angezeigt, wenn die Medikamente den Anfall nicht lösen oder das Atmen sehr schwer bleibt. Mayo Clinic nennt drei praktische Schwellen: rasch zunehmende Luftnot oder Pfeifen, keine Besserung nach dem Notfallspray, Atemnot schon bei geringer Anstrengung. Bei Kleinkindern warnt das NHLBI vor Schläfrigkeit, Verwirrtheit, bläulichen Lippen und sehr schnellem Herzschlag. Wer im vergangenen Jahr stationär lag, kürzlich orale Steroide brauchte, mehr als eine Dose kurzwirksames Beta-2-Mimetikum pro Monat leer macht oder den Aktionsplan nicht einhält, soll bei neuen Beschwerden früher kommen, nicht später.

Kapseln ändern diese Schwellen nicht. Ein Anfall wartet nicht, bis der 25-OH-D-Wert nachgezogen hat. Wer nach dem Spray keine Luft bekommt, braucht Sauerstoff, Vernebler oder intravenöse Steroide in der Notaufnahme, nicht eine Nachbestellung im Internet.

Häufige Fragen

Senken Vitamin-D-Kapseln meine Asthmaanfälle?

Bei den meisten Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Asthma tun sie das nach der Cochrane-Lage von 2023 nicht. Weder der Anteil steroidpflichtiger Anfälle noch die Symptomkontrolle trennten sich vom Scheinpräparat. Ein nachgewiesener tiefer Mangel oder Calcidiol in Studien bleibt eine Forschungsfrage, keine Garantie für weniger Notaufnahmen.

Soll ich meinen Vitamin-D-Spiegel messen lassen, nur weil ich Asthma habe?

Nein, allein die Diagnose Asthma begründet keinen Reihentest. Sinnvoll ist die Messung bei Mangelzeichen, wiederholten Kortisontabletten, Knochenerkrankung oder klassischen Risikolagen wie wenig Sonne, dunkler Haut, Adipositas, Darmerkrankung oder Magenbypass. Das Ergebnis gehört in die behandelnde Praxis, die Dosis und Verlauf festlegt.

Welche Dosis ist bei Asthma die richtige?

Eine eigene Asthmadosis gibt es nicht. Für Knochen gelten 600 Internationale Einheiten täglich bis 70 Jahre und 800 Einheiten danach, Obergrenze 4000 Einheiten aus allen Quellen, so NIH und Mayo Clinic. Therapie eines nachgewiesenen Mangels kann vorübergehend höher liegen und braucht Calciumkontrolle.

Hilft Calcidiol besser als normales Vitamin D3?

Eine spanische Studie mit wöchentlich 16 000 Einheiten Calcifediol verbesserte den Kontrolltest bei Erwachsenen mit Werten unter 30 Nanogramm pro Milliliter. Cochrane verlangt Bestätigung, bevor daraus eine Regel wird. Ohne Rezept und Spiegel gehört diese Form nicht in die Selbstmedikation.

Können Kinder mit Asthma unbedenklich Vitamin D nehmen?

In der Cochrane-Aktualisierung waren Kinder besser vertreten als 2016, ein Anfallsschutz zeigte sich trotzdem nicht. Die Referenzzufuhr für Knochen liegt ab einem Jahr bei 600 Einheiten täglich; Stillkinder sollen 400 Einheiten als Tropfen bekommen. Hochdosen ohne Arzt und ohne Mangel sind bei Kindern unnötig und können schaden.

Wann muss ich in die Notaufnahme statt eine Kapsel zu nehmen?

Wenn der Notfallspray nicht greift, die Luftnot rasch zunimmt oder schon in Ruhe bleibt, ist das ein Notfall. Kapseln wirken nicht in Minuten. Bläuliche Lippen, Verwirrtheit oder Erschöpfung bei Kindern sind Gründe für den Notruf, unabhängig vom letzten Laborwert.

Fazit

Wer 2018 las, Vitamin D halbiere Klinikbesuche bei Asthma, liest heute eine andere Evidenz. Dieselbe Arbeitsgruppe, die 2016 einen Nutzen beschrieb, findet 2023 in der größeren Datenmenge keinen Schutz vor schweren Anfällen und keine bessere Kontrolle. Die britische Leitlinie von 2024 und die US-Institute setzen weiter auf inhalative Kortikosteroide, Aktionsplan und Triggervermeidung. Kapseln sind dort kein Asthmamittel.

Sinnvoll bleibt Vitamin D, wo Knochen, Muskeln oder ein laborbestätigter Mangel es verlangen. Die Referenzzufuhr von 600 bis 800 Einheiten ist dafür meist genug; Megadosen ohne Verlauf erhöhen Calcium und Nierenrisiko. Calcidiol verdient neue Studien, nicht den Sprung ins Badezimmerschränkchen.

Für den nächsten Anfall zählt der Aktionsplan, der geprüfte Inhalator und die Schwelle, ab der 112 gewählt wird. Eine Kapsel kann den Knochen stützen. Die Atemwege steuert sie nach heutigem Kenntnisstand nicht.

Quellen

  1. Cochrane: Does vitamin D reduce risk of severe asthma attacks or improve control of asthma symptoms?. Cochrane, 6. Februar 2023.
  2. Williamson A, Martineau AR et al.: Vitamin D for the management of asthma. Cochrane Database of Systematic Reviews, 6. Februar 2023.
  3. Jolliffe DA, Greenberg L et al.: Vitamin D supplementation to prevent asthma exacerbations: a systematic review and meta-analysis of individual participant data. The Lancet Respiratory Medicine, November 2017.
  4. Andújar-Espinosa R, Salinero-González L et al.: Effect of vitamin D supplementation on asthma control in patients with vitamin D deficiency: the ACVID randomised clinical trial. Thorax, Februar 2021.
  5. National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Vitamin D – Health Professional Fact Sheet. National Institutes of Health, 27. Juni 2025.
  6. Mayo Clinic Staff: Vitamin D – Mayo Clinic. Mayo Clinic, 21. März 2025.
  7. Mayo Clinic Staff: Asthma – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 8. März 2025.
  8. Mayo Clinic Staff: Asthma – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, Stand: 2025.
  9. National Institute for Health and Care Excellence: Asthma: diagnosis, monitoring and chronic asthma management (BTS, NICE, SIGN). National Institute for Health and Care Excellence, 27. November 2024.
  10. National Heart, Lung, and Blood Institute: Asthma – What Is Asthma?. National Heart, Lung, and Blood Institute, 17. April 2024.
  11. National Heart, Lung, and Blood Institute: Asthma – Asthma Attack. National Heart, Lung, and Blood Institute, 17. April 2024.
  12. MedlinePlus: Vitamin D Deficiency. MedlinePlus, National Library of Medicine, Stand: 2025.
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