
Grünes oder gelbes Erbrochenes ist in den meisten Fällen Galle, die aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückgelaufen ist. Die Cleveland Clinic (Stand Februar 2026) spricht von galligem Erbrechen; geringe Beimengungen gelten als üblich, vorwiegend Galle erscheint, wenn nach wiederholtem Würgen kaum noch Mageninhalt da ist oder wenn ein Rückfluss beziehungsweise eine Dünndarmblockade die Flüssigkeit nach oben drückt.
Der britische Gesundheitsdienst NHS stuft grünes Erbrechen bei Erwachsenen und gelbgrünes oder grünes Erbrechen bei Kindern als Grund für die Notaufnahme ein, weil dahinter ein Darmverschluss stecken kann. Nach einer Magen-Darm-Infektion oder einem Alkoholrausch bleibt das gelbliche Nachwürgen auf nüchternen Magen oft ohne chirurgische Ursache. Begleitzeichen entscheiden: krampfartiger Bauchschmerz, fehlender Stuhl und Wind, anhaltendes Erbrechen oder ein schlaffes Kleinkind.
Was bedeuten grünes und gelbes Erbrechen?
Grünliche oder gelbliche Farbe im Erbrochenen stammt meist von Galle, nicht von verdorbenem Essen. Laut Cleveland Clinic ist Galle eine zähe Verdauungsflüssigkeit, die Fette spaltet; die Leber bildet sie, die Gallenblase speichert sie und gibt sie nach fetthaltigen Speisen in den oberen Dünndarm ab.
Zwei Farbtöne helfen der Einschätzung, ersetzen aber keine Diagnose. Grün wertet die Klinik als wenig veränderte Galle aus dem oberen Dünndarm; dieser Ton kann zu einem Passagehindernis passen. Gelb beschreibt eher schon mit Mageninhalt vermischte Galle und tritt häufig auf, wenn jemand mehrfach auf leeren Magen würgt, etwa bei einer Virusgastroenteritis oder nach stundenlangem Fasten.
Physiologisch bleibt der Pförtner, ein Muskelring am Magenausgang, fast geschlossen. Die Mayo Clinic (Aktualisierung September 2025) beschreibt, dass er nur kleine Schlucke flüssigen Speisebreis durchlässt, rund 3,75 Milliliter, und den Rückstrom von Verdauungssäften damit begrenzt. Öffnet sich dieser Ring zu weit oder staut sich der Dünndarm vor einem Hindernis, läuft Galle in den Magen und kann mit dem nächsten Würgereiz nach außen kommen.
Farbe allein trennt harmlos von gefährlich nicht zuverlässig. Dieselbe gelbgrüne Flüssigkeit erscheint nach einer durchzechten Nacht und bei einem hohen Dünndarmileus. Wer nur die Farbe betrachtet und den Bauch, den Stuhlgang und die Trinkfähigkeit ignoriert, verpasst den chirurgischen Notfall oder beunruhigt sich umgekehrt ohne Grund.

Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?
Grünes Erbrechen gilt für den NHS (letzte Prüfung Dezember 2023) bei Erwachsenen als Anlass, den Rettungsdienst zu rufen oder die Notaufnahme aufzusuchen; bei Kindern gilt dasselbe für gelbgrünes oder grünes Erbrochenes. Die britische Leitlinie behandelt die Farbe als Warnsignal für einen möglichen Ileus, nicht als Beweis.
NICE Clinical Knowledge Summaries listen galliges Erbrechen zusammen mit kolikartigen Schmerzen, fehlendem Stuhl und Wind sowie klingenden Darmgeräuschen als chirurgische Red Flags. Weitere Warnzeichen sind ein geblähter Bauch, blutiges Erbrochenes, Blut im Stuhl, eine tastbare Schwellung, zunehmender Schmerz und ungewollter Gewichtsverlust. Kaffeesatzartiges Erbrochenes, steifer Nacken mit Lichtscheu, plötzlicher stärkster Kopfschmerz, blasse oder fleckige Haut und schwere Atemnot gehören ebenfalls in die Notaufnahme.
Die Cleveland Clinic ergänzt vier Alltagsregeln, die unabhängig von der Farbe gelten: starker Bauchschmerz, Unfähigkeit Stuhl oder Wind abzusetzen, unstillbares Erbrechen und die Unfähigkeit, Flüssigkeit zu behalten. Diese Kombination macht einen Darmverschluss wahrscheinlich und duldet kein Abwarten bis zum nächsten Werktag.
| Lage | typisches Bild | nächster Schritt |
|---|---|---|
| Nüchtern nach Infekt oder Fasten | gelblich, weicher Bauch, etwas Flüssigkeit bleibt | schluckweise trinken, Praxis wenn länger als ein bis zwei Tage |
| Gallereflux nach OP oder Ulkus | Oberbauchschmerz, Sodbrennen, wiederkehrend über Wochen | Gastroenterologie, oft Magenspiegelung |
| Dünndarmverschluss | Koliken, kein Stuhl und kein Wind, oft grünlich | sofort Notaufnahme, meist CT |
| Invagination beim Kleinkind | Schmerzattacken alle 15–20 Minuten, dann Apathie | sofort Kinderklinik, Ultraschall, oft Lufteinlauf |
Säuglinge und Kleinkinder verlieren Flüssigkeit schneller als Erwachsene. Der NHS rät bei Babys unter zwölf Monaten, bei ausbleibenden nassen Windeln und bei Kindern unter fünf Jahren mit Dehydratationszeichen zur telefonischen Dringlichkeitsberatung, noch bevor die Farbe des Erbrochenen diskutiert wird.
Warum kommt Galle hoch, wenn der Magen leer ist?
Wiederholtes Erbrechen leert zuerst Speisereste, dann Magensaft und schließlich Galle, die aus dem Zwölffingerdarm nachläuft. Die Cleveland Clinic nennt Magen-Darm-Infekte, Lebensmittelvergiftung, Alkoholintoxikation, schwere Migräne und ausgeprägten Flüssigkeitsmangel als typische Auslöser dieses Mechanismus.
Nach einer durchwachten Nacht mit viel Alkohol reizt Ethanol die Magenschleimhaut und löst Würgereize aus, lange nachdem die letzte Mahlzeit verdaut ist. Dasselbe Bild entsteht bei viralen Gastroenteritiden, wenn Stundenlang nichts mehr im Magen liegt und trotzdem der Brechreiz anhält. In beiden Situationen ist die Farbe ein Zeichen der Leere, nicht automatisch einer Blockade.
Hausmaßnahmen bleiben einfach und begrenzt. Kleine Schlucke Wasser oder Lutschen von Eiswürfeln, später verdünnte klare Getränke und dann kleine Bissen trockener, fettarmer Kost können den Magen wieder an Flüssigkeit gewöhnen. Der NHS rät von Fruchtsaft und kohlensäurehaltigen Getränken ab, weil sie Durchfall verstärken können, und von Durchfallmitteln bei Kindern unter zwölf Jahren.
Hält das Erbrechen bei Erwachsenen länger als zwei Tage an oder bleibt gar keine Flüssigkeit, verlangt der NHS eine Dringlichkeitsberatung. Ältere Menschen, Immunschwäche und Begleiterkrankungen erhöhen das Risiko einer Dehydratation. Paracetamol darf Unwohlsein lindern, wenn der Beipackzettel das erlaubt; Acetylsalicylsäure bleibt bei Kindern unter 16 Jahren tabu.
Wie unterscheidet sich Gallereflux vom Sodbrennen?
Gallereflux entsteht, wenn Galle aus dem Dünndarm in den Magen und manchmal in die Speiseröhre zurückläuft; saures Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure nach oben steigt. Beide Bilder können gleichzeitig bestehen, und die Beschwerden ähneln sich so sehr, dass die Anamnese allein oft nicht trennt.
Typisch für den Gallereflux sind laut Mayo Clinic starker Oberbauchschmerz, häufiges Sodbrennen mit saurem Geschmack, Übelkeit, Erbrechen einer grünlich-gelben Flüssigkeit und Appetitverlust. Manche Patientinnen und Patienten berichten zusätzlich über Husten oder Heiserkeit. Wer trotz kräftiger Säureblocker ungenügend entlastet wird, sollte den Gallereflux mitdenken, statt die Dosis endlos zu steigern.
Ursächlich stehen Operationen am Magen vorn, darunter Teil- oder Totalentfernung und Bypass-Verfahren zur Gewichtsreduktion. Ein Magengeschwür kann den Pförtner so verformen, dass er nicht mehr richtig schließt. Nach Entfernung der Gallenblase fließt Galle ununterbrochen aus der Leber in den Dünndarm; die Mayo Clinic stellt fest, dass Betroffene danach deutlich häufiger Reflux von Galle haben als Menschen mit erhaltener Blase.
Risikofaktoren ergänzen das Bild, ohne es zu beweisen. Lange schlecht eingestellter Diabetes kann den Vagusnerv stören, der die Darmbewegung steuert. Ein Body-Mass-Index über 30 hängt in Studien mit häufigerem Gallereflux zusammen. Gallensteine und -polypen, Rauchen und hoher Alkoholkonsum gelten als Mitfaktoren. Ob Helicobacter pylori kausal beteiligt ist, bleibt umstritten.
Langfristig kann die Mischung aus Galle und Säure die Speiseröhre entzünden, ein Barrett-Ösophagus begünstigen und in Tierversuchen allein schon Speiseröhrenkrebs auslösen. Die Mayo Clinic verknüpft Gallenrefluxgastritis außerdem mit einem erhöhten Risiko für Magenkrebs. Das ist kein Automatismus für jede Refluxepisode, aber ein Argument, anhaltende Beschwerden nicht als „nur Sodbrennen“ abzuhaken.
Wann steckt ein Darmverschluss dahinter?
Ein mechanisches oder funktionelles Hindernis im Dünn- oder Dickdarm staut Inhalt nach oben; beim Dünndarmileus kommt Galle früh und in großen Mengen. StatPearls (Aktualisierung Juli 2023) beschreibt kolikartigen, oft wellenförmigen Schmerz, der sich nach dem Erbrechen kurz bessern kann, während der Dickdarmileus eher dumpf-ständig schmerzt und später kotig riechendes Erbrechen zeigt.
In Industrieländern verursachen Verwachsungen nach Bauch- oder Beckenoperationen die meisten Dünndarmverschlüsse; mindestens zwei Drittel der Operierten tragen Adhäsionen. Weitere äußere Ursachen sind ein eingeklemmter Bruch und ein Tumor, der von außen drückt. Von innen verengen narbige Engstellen bei Morbus Crohn den Durchmesser. Dickdarmverschlüsse machen nur 10 bis 15 Prozent aller intestinalen Obstruktionen aus; hier führen Adenokarzinome vor Divertikulitis und Volvulus.
Ohne Entlastung sammelt sich Flüssigkeit vor dem Hindernis, die Darmwand schwillt, Gefäße werden abgedrückt. Eine Strangulation, besonders in einer geschlossenen Schlinge, endet unbehandelt fast immer tödlich; erfolgt die Operation innerhalb von 24 bis 48 Stunden, sinkt die Sterblichkeit unter 10 Prozent. Die Gesamtsterblichkeit des Darmverschlusses liegt in der Übersicht bei etwa 5 bis 8 Prozent.
NICE nennt denselben Vierer als klinisches Bild: Kolik, absolute Obstipation, galliges Erbrechen, klingende Geräusche. Wer nach einer früheren Bauchoperation plötzlich nicht mehr abführen kann und grünlich erbricht, braucht keine Hausmittelkur, sondern eine chirurgische Beurteilung. Ein nicht reponierbarer, druckschmerzhafter Bruch gehört ebenfalls sofort in die Klinik.
Warum ist galliges Erbrechen bei Kindern besonders ernst?
Bei Säuglingen und Kleinkindern gilt galliges Erbrechen als Warnsignal für eine chirurgische Ursache, nicht als banaler Mageninfekt. Die AAFP-Übersicht von Dezember 2024 nennt biliouses Erbrechen, schwallartiges Erbrechen und andere Red Flags als Grund für Bildgebung in enger Absprache mit der Kinderchirurgie.
Invagination, das Einstülpen eines Darmabschnitts in den nächsten, tritt meist zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem dritten Geburtstag auf; etwa 70 Prozent der Fälle ereignen sich vor dem zweiten Lebensjahr, mit leichter Jungenwendigkeit. Merck (Vollrevision August 2025) beschreibt plötzliche, alle 15 bis 20 Minuten wiederkehrende Koliken, oft mit Anziehen der Beine. Dazwischen wirkt das Kind zunächst wieder unauffällig.
Erbrechen beginnt häufig noch ohne Galle und wird gallig, sobald die Passage steht. Himbeergeleartiger Stuhl durch Blut und abgeschilferte Schleimhaut kommt spät; Ärztinnen und Ärzte sollen nicht auf dieses Zeichen warten. Rund 15 Prozent erscheinen ohne klare Kolikphase, nur schlaff und wie sediert. Ein wurstförmiger Tastbefund rechts im Bauch fehlt oft.
Ultraschall ist heute die bevorzugte Diagnostik, weil er ohne Strahlung das Zielscheibenzeichen zeigt. Den Bariumeinlauf, den ältere Schemata noch als Erstmaßnahme führten, hat der Lufteinlauf abgelöst; Barium im Bauchfell nach einer unbemerkten Perforation kann eine schwere Entzündung auslösen. Die pneumatische Reposition gelingt bei mehr als 80 Prozent der ileokolischen Invaginationen. Scheitert sie oder besteht bereits ein Durchbruch, folgt die Operation. Nach erfolgreichem Einlauf liegt die Rückfallquote je nach Methode bei höchstens etwa 13 Prozent.
Unter zwölf Monaten sind eingeklemmte Leistenbrüche und Invagination die häufigsten chirurgischen Gründe für Bauchschmerz; jenseits des ersten Lebensjahres führt die Appendizitis. Ein Neugeborenes mit eindeutig grünem Erbrechen gehört in die Klinik, bis eine Malrotation mit Volvulus ausgeschlossen ist.

Kann Schwangerschaft Galle im Erbrochenen auslösen?
Schwangerschaftsübelkeit kann so heftig werden, dass nach Stunden nur noch Galle hochkommt, weil der Magen leer ist. Die Cleveland Clinic nennt die Hyperemesis gravidarum ausdrücklich als mögliche Ursache galligen Erbrechens. Das Merck Manual (Revision Mai 2025) grenzt diese Form von der gewöhnlichen Morgenübelkeit ab, sobald mehr als 5 Prozent des Ausgangsgewichts verloren gehen, Dehydratation, Ketose oder Elektrolytstörungen hinzukommen.
Übelkeit beginnt oft um die fünfte Schwangerschaftswoche, gipfelt um die neunte und klingt bei den meisten bis zur 16. bis 18. Woche. Hyperemesis, die nach diesem Fenster anhält, bleibt ungewöhnlich und kann Leberzellen schädigen, eine Wernicke-Enzephalopathie oder einen Speiseröhrenriss nach sich ziehen. Andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden, darunter Gastroenteritis, Gallenwegserkrankungen, Magengeschwür, Darmverschluss, Pyelonephritis und Migräne.
Die Erstversorgung setzt auf vorübergehenden Nahrungsstopp und Infusionen. Bevor zuckerhaltige Lösungen laufen, sollen 100 Milligramm Thiamin intravenös gegeben werden, damit kein Wernicke-Syndrom ausgelöst wird; diese Dosis wiederholt Merck über drei Tage. Kalium, Magnesium und Phosphat werden nach Labor ersetzt. Natrium darf nicht zu rasch angehoben werden, weil sonst eine osmotische Demyelinisierung droht.
Gegen den Brechreiz nennt Merck Pyridoxin 10 bis 25 Milligramm alle sechs bis acht Stunden, oft kombiniert mit Doxylamin 12,5 Milligramm im selben Abstand, sowie weitere Mittel wie Promethazin, Metoclopramid oder Ondansetron, letzteres im ersten Trimenon nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung wegen eines kleinen zusätzlichen Risikos für Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten. Kortikosteroide bleiben Reserve und sollen in der Organogenese gemieden werden.
Welche Untersuchungen braucht der Arzt?
Zuerst zählen Zeitpunkt, Menge, Farbe, Begleitschmerz, Stuhl, Wind, Voroperationen, Schwangerschaft und Medikamente. Eine weiche, undeutliche Anamnese plus ein weicher Bauch nach einer klaren Gastroenteritis kann die Beobachtung rechtfertigen. Kolik, geblähter Bauch und galliges Erbrechen nach einer früheren Laparotomie verschieben den Weg in die Bildgebung.
Beim Erwachsenen ist die Computertomographie von Bauch und Becken mit Kontrast das Standardverfahren, um den Übergangspunkt, die Ursache und Zeichen einer Minderdurchblutung zu sehen. StatPearls nennt die CT mit oralem Kontrast als gegenwärtigen Standard; Laborwerte ergänzen Leukozyten, Elektrolyte und Laktat, wobei ein normales Laktat eine Mikroperforation nicht ausschließt. Eine Magensonde entlastet den gestauten Darm, mindert Aspirationsgefahr und macht Bilanzen ehrlich.
Gallereflux und saures Sodbrennen trennt die Klinik nicht sicher. Die Mayo Clinic setzt deshalb auf drei Instrumente. Eine 24-Stunden-Säuremessung schließt überschüssige Säure aus, beweist aber keinen Gallereflux. Die Magenspiegelung kann Galle im Magen, Geschwüre und Entzündung zeigen und Gewebe für Barrett-Zellen entnehmen. Die Impedanzmessung erkennt auch nichtsaure Flüssigkeit in der Speiseröhre und eignet sich, wenn die Säuresonde stumm bleibt.
Kinder starten mit Ultraschall, nicht mit CT. Die AAFP-Übersicht 2024 begründet das mit Kosten, Verfügbarkeit und fehlender Strahlung; eine Point-of-Care-Untersuchung kann den Weg zur Kinderchirurgie verkürzen. Blutbild, CRP, Urin und bei gebärfähigen Jugendlichen ein Schwangerschaftstest gehören zur Basis, ersetzen aber das Bild nicht, sobald galliges Erbrechen oder Abwehrspannung vorliegt.
Welche Behandlung hilft je nach Ursache?
Die Therapie folgt dem Auslöser, nicht der Farbe. Bei Gastroenteritis oder Alkoholintoxikation reichen oft Flüssigkeit, Elektrolyte und Zeit; im Krankenhaus können Infusionen den Kreislauf stabilisieren, wenn schluckweises Trinken scheitert. Antiemetika kann die behandelnde Ärztin geben, sobald ein Ileus unwahrscheinlich ist.
Für den Gallereflux räumt die Mayo Clinic (September 2025) ein, dass die Evidenz dünn bleibt, weil die Diagnose schwer zu sichern ist. Ursodesoxycholsäure kann Häufigkeit und Stärke der Beschwerden mindern. Protonenpumpenhemmer senken begleitende Säure. Sucralfat legt einen Schutzfilm auf Magen- und Speiseröhrenschleimhaut. Gallensäurebinder, früher oft gleichberechtigt genannt, gelten in Studien als schwächer wirksam und können stark blähen. Baclofen kann das vorzeitige Erschlaffen des unteren Speiseröhrenschließmuskels hemmen. Meist kombiniert die Praxis mehrere dieser Ansätze.
Eine Metaanalyse von Wu und Kollegen (Digestive Diseases and Sciences, August 2025) wertete 14 Studien mit 1605 Patientinnen und Patienten aus. Zusätzliche Ursodesoxycholsäure senkte die Zahl der Refluxepisoden im Mittel um knapp 18, verkürzte die längste Episode um etwa neun Minuten und hob die klinische Ansprechrate (Risikoverhältnis 1,15). Acht Wochen schnitten besser ab als vier. Weltweit fehlt weiter eine Leitlinie zur Gallenrefluxgastritis; die Autoren sehen in den Daten ein Argument, Ursodesoxycholsäure künftig als Erstoption zu prüfen. Die Mayo-Seite vom selben Jahr bleibt zurückhaltender und spricht weiter von begrenzter Evidenz. Beide Aussagen stehen nebeneinander, ohne dass eine Dosis aus der Metaanalyse in den Alltag kopiert werden darf.
Scheitern Medikamente oder entstehen Krebsvorstufen, kommen Umleitungsoperationen infrage, die den Gallestrom weiter distal in den Dünndarm leiten. Eine Fundoplikatio, die den Mageneingang manschettenartig verstärkt, hilft gut gegen Säure, hat für reinen Gallereflux wenig Beleg. Beim Ileus entscheiden Peritonitis, Strangulation und Versagen der konservativen Therapie über den Zeitpunkt der Operation; eine nasogastrale Sonde, Infusionen und Nahrungskarenz bleiben die erste Stabilisierung. Beim Krebs richtet sich die Strategie nach Stadium und Lage.
Was kann ich zu Hause tun?
Solange der Bauch weich bleibt, etwas Flüssigkeit gehalten wird und Stuhl oder Wind noch abgehen, darf der erste Tag zu Hause verbracht werden. Der NHS empfiehlt Ruhe, häufige kleine Schlucke Wasser oder Schorle und Rückkehr zur Nahrung, sobald der Appetit kommt; fettige und scharfe Speisen können warten.
Vier konkrete Schritte entlasten den gereizten Magen, ohne einen Ileus zu übersehen.
- Trinken Sie in kleinen Schlucken und ersetzen Sie Verluste mit einer oralen Rehydratationslösung aus der Apotheke, sobald Wasser allein nicht reicht.
- Beginnen Sie die Ernährung mit wenigen Bissen trockener, fettarmer Kost und steigern Sie erst, wenn nichts mehr hochkommt.
- Bleiben Sie nach dem Essen zwei bis drei Stunden aufrecht, weil die Mayo Clinic diese Pause als Hilfe gegen gemischten Reflux beschreibt.
- Heben Sie das Kopfende des Bettes um 15 bis 20 Zentimeter an, statt extra Kissen zu stapeln, die den Rumpf knicken.
Gallereflux allein hängt laut Mayo Clinic kaum an der Lebensführung. Weil aber Säure und Galle oft gemeinsam reizen, können kleinere Mahlzeiten, weniger Fett, weniger Alkohol, Nikotinverzicht und Gewichtsabnahme die Mischsymptome mildern. Kaffee, Limonade, Schokolade, Zitrus, Tomate, Minze und scharfe Würzung lockern den unteren Schließmuskel und steigern die Säureproduktion.
Vorbeugen heißt, vermeidbare Auslöser zu kappen, nicht jede Episode zu verhindern. Maßvoller Alkoholkonsum, Hygiene bei Lebensmitteln, das Meiden schwerer Hebelasten bei Bruchneigung und die Teilnahme an empfohlenen Darmkrebsvorsorgen senken einzelne Risiken. Nach Bauchoperationen bleibt das Adhäsionsrisiko bestehen; hier zählt vor allem, das Vierersyndrom aus Kolik, Erbrechen, Blähbauch und fehlendem Wind ernst zu nehmen.
Häufige Fragen
Ist gelbes Erbrechen immer Galle?
Meist ja, wenn nach wiederholtem Würgen nur noch eine klare, bittere, gelbliche Flüssigkeit kommt. Die Cleveland Clinic ordnet Gelb eher der schon vermischten Galle bei leerem Magen zu. Selten täuschen gefärbte Getränke oder Medikamente denselben Ton vor.
Muss ich bei grünem Erbrechen sofort in die Klinik?
Der NHS behandelt grünes Erbrechen bei Erwachsenen und gelbgrünes oder grünes Erbrechen bei Kindern als Notfall, bis ein Ileus ausgeschlossen ist. Nach eindeutigem Mageninfekt mit weichem Bauch und erhaltener Flüssigkeitsaufnahme kann die hausärztliche Einschätzung ausreichen. Kolik, Blähbauch oder fehlender Wind lassen diese Ausnahme nicht zu.
Hilft ein Magensäureblocker gegen Gallereflux?
Protonenpumpenhemmer können begleitende Säure senken und so den Mischreflux erträglicher machen. Gegen Galle selbst wirken sie nicht zuverlässig. Bleiben Oberbauchschmerz und galliges Erbrechen unter der Therapie, braucht es eine gezielte Abklärung statt einer weiteren Dosissteigerung.
Welche Hausmittel stoppen Galleerbrechen?
Keines stoppt die Ursache. Schluckweises Trinken, Eiswürfel und später trockene Kost können den Magen beruhigen, während ein Infekt abklingt. Anhaltendes Erbrechen, Dehydratation oder chirurgische Warnzeichen gehören nicht in die Hausapotheke.
Ist Galleerbrechen in der Schwangerschaft gefährlich?
Einzelne nüchterne Episoden bei bekannter Morgenübelkeit sind häufig und oft selbstlimitierend. Mehr als 5 Prozent Gewichtsverlust, dunkler Urin, Schwindel oder die Unfähigkeit zu trinken sprechen für eine Hyperemesis und brauchen Infusionen, Thiamin und Antiemetika. Galliges Erbrechen plus steinharter Bauch oder Fieber muss andere Ursachen ausschließen.
Wann ist eine Invagination wahrscheinlich?
Plötzliche, alle 15 bis 20 Minuten wiederkehrende Schmerzattacken bei einem Kind zwischen sechs Monaten und drei Jahren, oft mit Erbrechen, das gallig wird, machen die Diagnose wahrscheinlich. Schlaffheit ohne klare Kolik ersetzt das Lehrbuchbild bei einem Teil der Kinder. Himbeergeleartiger Stuhl kommt spät und darf nicht abgewartet werden.

Fazit
Grünes oder gelbes Erbrochenes bedeutet fast immer, dass Galle den Magen erreicht hat. Das kann die harmlose Folge eines leeren Magens nach Infekt, Alkohol oder Schwangerschaftsübelkeit sein, genauso aber der Hinweis auf Gallereflux oder einen Darmverschluss. Der NHS nimmt die grüne Farbe so ernst, dass sie allein schon die Notaufnahme rechtfertigt; die Cleveland Clinic betont zusätzlich Schmerz, fehlenden Wind und unstillbares Erbrechen als die Kombination, die nicht warten darf.
Seit den Texten um 2018 hat sich die Praxis verschoben. Erwachsene mit Verdacht auf Ileus erhalten primär ein CT, nicht Bariumeinläufe. Die Invagination wird per Ultraschall gesucht und per Lufteinlauf reponiert. Für den Gallereflux fehlt weiter eine globale Leitlinie; Gallensäurebinder gelten als schwächer, Ursodesoxycholsäure hat 2025 erstmals eine Metaanalyse hinter sich, die Acht-Wochen-Kurse begünstigt, ohne dass daraus eine Hausdosis abzuleiten wäre.
Wer morgen entscheidet, prüft drei Dinge: ob Flüssigkeit bleibt, ob Stuhl oder Wind abgehen und ob der Bauch weich bleibt. Fehlt eines davon, oder ist das Erbrochene bei einem Kind eindeutig grün, gehört der Weg in die Klinik vor jedes Hausrezept.
Quellen
- Cleveland Clinic: Why I am Throwing up Bile & How to Stop. Cleveland Clinic, Stand: 26. Februar 2026.
- Mayo Clinic: Bile reflux – Symptoms & causes. Mayo Clinic, 20. September 2025.
- Mayo Clinic: Bile reflux – Diagnosis & treatment. Mayo Clinic, 20. September 2025.
- NHS: Diarrhoea and vomiting. National Health Service, 21. Dezember 2023.
- NICE: Red flags | Diagnosis | Abdominal pain – acute. NICE Clinical Knowledge Summaries, Stand: 2023.
- Smith DA, Kashyap S, Nehring SM: Bowel Obstruction. StatPearls, 31. Juli 2023.
- Belkind-Gerson J: Intussusception. Merck Manual Professional Edition, August 2025.
- Dulay AT: Hyperemesis Gravidarum. Merck Manual Professional Edition, Mai 2025.
- Wu ZY, Zhang MH et al.: Clinical Efficacy of Ursodeoxycholic Acid in Bile Reflux Gastritis: A Systematic Review and Meta-Analysis. Digestive Diseases and Sciences, 24. August 2025.
- Buel KL, Wilcox J, Mingo PT: Acute Abdominal Pain in Children: Evaluation and Management. American Family Physician, Dezember 2024.
