Vaginale Manschette: Heilung, Riss und Warnzeichen

Vaginale Manschette: Heilung, Riss und Warnzeichen

Eine vaginale Manschette ist der chirurgische Verschluss am oberen Ende der Scheide, nachdem Gebärmutter und Gebärmutterhals entfernt wurden. Der Operateur näht die Wundränder so, dass Bauchhöhle und Scheidenkanal wieder getrennt sind.

Ohne diesen Verschluss bliebe nach einer totalen oder radikalen Hysterektomie eine offene Verbindung. Die Naht sitzt dort, wo zuvor der Muttermund die Scheide begrenzt hat. Bei einer subtotalen Operation, die den Gebärmutterhals belässt, entfällt sie. Ältere Ratgeber beschrieben oft wochenlange Bettruhe; aktuelle Hinweise des American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG, Stand Juli 2024) setzen frühzeitiges Aufstehen und eine klare Beckenruhe voraus. Ein Auseinanderweichen der Naht bleibt selten, kann aber einen Notfall auslösen, sobald Darm durch die Lücke tritt.

Was ist eine vaginale Manschette?

Die Manschette ist keine Prothese und kein Ring, den man einlegt. Sie entsteht, weil nach Entfernung von Gebärmutterkörper und Zervix das Scheidenende offen wäre. Der Chirurg fasst die Ränder und näht sie zu einem geschlossenen Gewölbe.

Anatomisch ersetzt dieser Verschluss die natürliche Grenze, die der Gebärmutterhals gebildet hat. Die Scheide selbst bleibt als Schlauch erhalten, wird oben aber blind. Medical News Today beschreibt den Schritt als Teil der totalen oder radikalen Gebärmutterentfernung. Manchmal näht ein Team dieselbe Stelle später nach, wenn die erste Heilung unvollständig war oder ein Riss aufgetreten ist.

Das Gewebe dort ist Schleimhaut plus etwas Bindegewebe, nicht so dick wie eine Bauchdecke. Deshalb zählt jeder Druck von innen: Pressen beim Stuhlgang, schweres Heben, Hustenstöße, früher Geschlechtsverkehr. Gleichzeitig braucht die Naht Durchblutung. Starke Verschorfung durch Elektrokauter und flache Stiche in bereits geschädigtem Rand gelten in Übersichten als ungünstig, weil der Faden dann eher durchschneidet.

Nach der Heilung tastet sich das Gewölbe oft etwas kürzer und fester an als zuvor. Das ist der erwartete Narbenverlauf, kein Hinweis auf ein Versagen der Operation. Bleibt ein roter, leicht blutender Fleck, kann Granulationsgewebe dahinterstecken; das ist überschießende Wundheilung, kein frischer Riss.

Chirurgen im Operationssaal

Bei welchen Operationen entsteht sie?

Eine Manschette entsteht nur, wenn der Gebärmutterhals mit entfernt wird. MedlinePlus nennt die totale Hysterektomie als häufigsten Typ: Uterus und Zervix gehen, Eierstöcke und Eileiter je nach Indikation. Die radikale Form nimmt zusätzlich Gewebe seitlich der Zervix und den oberen Scheidenanteil, meist bei bestimmten Krebserkrankungen.

Bleibt die Zervix stehen, spricht man von einer subtotalen, partiellen oder suprazervikalen Operation. Das US-Frauengesundheitsamt (Stand Februar 2025) hält fest, dass in diesem Fall keine Manschette nötig ist. Wer den Muttermund behält, braucht weiter Abstriche zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge. Nach totaler Entfernung entfällt der klassische Zervixabstrich oft, sofern kein Krebs oder keine Vorstufe der Grund war.

Der Weg in den Bauch ändert die äußere Narbe, nicht die Tatsache der inneren Naht. Abdominal, vaginal, laparoskopisch oder robotisch: sobald die Zervix fehlt, muss das Scheidenende geschlossen werden. Die Mayo Clinic schreibt zur robotischen Variante, dass viele Patientinnen am Operationstag nach Hause gehen können. Kleine Hautschnitte täuschen leicht darüber, wie groß der innere Eingriff bleibt.

Indikationen sind laut MedlinePlus unter anderem Myome mit starker Blutung, Endometriose, Senkung, therapieresistente Blutung, Adenomyose und Krebs. Eine Hysterektomie bleibt ein großer Schritt. Medikamente, eine Spirale, Myomenukleation oder eine Gebärmutterschleimhautverödung können vorher infrage kommen, wenn kein Tumor zur Entfernung zwingt.

Wie lange dauert die Heilung?

Die Haut kann nach wenigen Wochen unauffällig wirken, während die Scheidennaht länger braucht. Das ACOG rät, nichts in die Scheide einzuführen, solange die Frauenärztin das empfiehlt, meist sechs bis zwölf Wochen. Tampons, Spülungen und vaginaler Sex fallen darunter.

Die Cleveland Clinic (Stand Mai 2024) nennt für die Gesamterholung oft vier bis sechs Wochen, nach vaginalem oder laparoskopischem Zugang eher zwei bis vier, nach Bauchschnitt bis sechs. Die Mayo Clinic schätzt die volle Erholung nach robotischer Operation auf drei bis vier Wochen, verlangt aber trotzdem sechs Wochen ohne schweres Heben und ohne vaginale Penetration. Der NHS setzt nach offener abdominaler Operation eher sechs bis acht Wochen an, bis Alltag und Beruf ohne Heben wieder tragbar sind.

Diese Spannen widersprechen sich nicht, wenn man äußeres Wohlbefinden und innere Nahtfestigkeit trennt. Wer sich nach 14 Tagen schon fit fühlt, hat die Manschette noch nicht belastbar verheilt. Das ACOG warnt genau davor: winzige Schnitte außen, großer Umbau innen. Frühe Mobilisation senkt das Thromboserisiko; Liegen den ganzen Tag auf dem Sofa gilt dort nicht mehr als Tugend.

Leichter roter oder bräunlicher Ausfluss über mehrere Wochen ist laut NHS und Cleveland Clinic üblich, sollte aber schwächer bleiben als eine normale Periode. Binden statt Tampons. Baden, Pool und Whirlpool warten, bis Hautwunden zu sind; die Cleveland Clinic nennt dafür oft sechs Wochen. Duschen ist nach den meisten Protokollen früher erlaubt, sofern der Operateur nichts anderes gesagt hat.

Was belastet die Naht in den ersten Wochen?

Jeder Anstieg des Drucks im Bauch zieht an der frischen Naht. Schweres Heben, Pressen, unkontrollierter Husten und früher Geschlechtsverkehr sind die klassischen Belastungen. Das ACOG fasst den Schutz unter dem Begriff Beckenruhe zusammen.

Die Mayo Clinic nennt als grobe Grenze Gegenstände über 15 Pfund, rund 6,8 Kilogramm, für sechs Wochen. Die Cleveland Clinic setzt die Schwelle bei etwa 10 Pfund und vier bis sechs Wochen. Das Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG, zuletzt geprüft Juni 2025) rät nach Bauchschnitt in den ersten ein bis zwei Wochen nur zu Lasten in der Größenordnung einer Ein-Liter-Flasche. Unterschiede erklären sich durch Zugang und lokale Gewohnheit; verbindlich bleibt die schriftliche Freigabe des eigenen Teams.

Sinnvoll in der Schonzeit:

  • Heben Sie nichts, das Sie pressen lässt, und bitten Sie um Hilfe beim Einkauf oder bei Kindern.
  • Stützen Sie den Unterbauch beim Husten oder Niesen mit der Hand oder einem Kissen.
  • Trinken Sie genug und nutzen Sie bei Bedarf einen Stuhlweichmacher, damit Sie nicht pressen müssen.
  • Führen Sie nichts in die Scheide ein, außer verordneten Cremes oder Zäpfchen.
  • Gehen Sie täglich kurze Strecken, statt im Bett zu bleiben, sobald das Team das erlaubt.

Rauchen verzögert die Wundheilung. Das ACOG empfiehlt, mindestens vier Wochen vor der Operation aufzuhören. Chronischer Husten und hartnäckige Verstopfung gehören vor und nach dem Eingriff aktiv behandelt, weil beide den Druck stoßweise erhöhen. Beckenbodentraining darf nach RCOG früh und schmerzfrei beginnen; es ersetzt nicht die Hebegrenze.

Wie häufig reißt die Manschette?

Ein Auseinanderweichen der Scheidennaht, fachlich Dehiszenz, bleibt selten. Die Metaanalyse von Zorzato und Kollegen (2025) fasste 26 Studien mit 10 039 Patientinnen nach laparoskopischer oder robotischer Hysterektomie bei gutartiger Indikation zusammen. Die gepoolte Rate lag bei 0,7 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,4 bis 1,1).

Ältere Texte behaupteten oft, der minimalinvasive Weg sei klar gefährlicher als der offene. Neuere Serien relativieren das. Polin und Kollegen zählten 2023 an einem großen US-Zentrum 15 Dehiszenzen bei 4059 totalen Hysterektomien, insgesamt 0,37 Prozent. Robotisch lag die Rate bei 0,66 Prozent, laparoskopisch bei 0,32, offen bei 0,27; der Unterschied zur offenen Operation war statistisch nicht signifikant. In der Zorzato-Auswertung blieb der robotische Anteil mit 1,7 Prozent höher als der laparoskopische mit 0,7 Prozent, ohne dass jede Technikdifferenz die Schwelle zur Signifikanz überschritt.

Quelle und Jahr Kollektiv Gemessene Dehiszenzrate
Zorzato et al., 2025 10 039 minimalinvasive Hysterektomien, benigne Indikation 0,7 % insgesamt; robotisch 1,7 %, laparoskopisch 0,7 %
Polin et al., 2023 4059 totale Hysterektomien an einem Zentrum 0,37 % insgesamt; robotisch 0,66 %, laparoskopisch 0,32 %, offen 0,27 %
Uccella et al., 2018 1395 totale laparoskopische Hysterektomien, randomisiert 2,7 % nach transvaginaler Naht, 1,0 % nach laparoskopischer Naht
Jaime Moens et al., 2023 narrative Übersicht mit Fallberichten laparoskopischer Verschluss gilt als schützender als der transvaginale

Der Zeitpunkt verschiebt sich gegenüber älteren Patientenratgebern. Polin fand im Mittel 39 Tage bis zur Diagnose, Spanne 8 bis 145 Tage. Der häufigste Auslöser war Geschlechtsverkehr (41 Prozent). Ein Riss in den ersten postoperativen Tagen kommt vor, der Gipfel liegt aber eher in der fünften bis sechsten Woche, genau dann, wenn sich viele wieder belastbarer fühlen.

Tritt Darm oder Netz durch die Lücke, spricht man von Eviszeration. Jaime Moens, Buonomo und De Sutter (2023) betonen die hohe Morbidität dieses Bildes. Das ist der eigentliche Notfall hinter der seltenen Nahtkomplikation, nicht jeder kleine Spalt in der Schleimhaut.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko?

Technik und Gewebequalität wirken zusammen. Im randomisierten italienischen Vergleich von Uccella und Kollegen (2018) war die transvaginale Naht nach totaler laparoskopischer Hysterektomie mit 2,7 Prozent Dehiszenz belastet, die laparoskopische Naht mit 1,0 Prozent. Auch Blutungen, Hämatome und Infekte am Gewölbe häuften sich nach transvaginalem Verschluss. Die Studie wurde vorzeitig beendet. Jaime Moens und Mitautoren sehen im laparoskopischen Verschluss den klareren Schutzfaktor gegenüber der transvaginalen Naht.

Rauchen blieb in der Uccella-Auswertung und in der Metaanalyse 2025 ein unabhängiger Risikofaktor. Prämenopausaler Status ebenfalls, vermutlich weil sexuell aktiveres Gewebe und anderer Hormonstatus zusammenkommen. Früher Geschlechtsverkehr als Auslöser ist klinisch oft beschrieben; Zorzato nennt die Datenlage dazu noch uneinheitlich, während Polin Koitus als häufigstes Triggerereignis fand.

Weitere Belastungen, die Teams regelmäßig abfragen:

  • Schlecht eingestellter Diabetes kann die Wundheilung verlangsamen und Infekte begünstigen.
  • Adipositas erschwert Übersicht und Nahtlage; einzelne Serien nennen sie als Begleitfaktor.
  • Beckenbestrahlung und ausgeprägte Schleimhautatrophie nach den Wechseljahren machen das Gewebe dünner.
  • Immunsuppression, schwere Infekte am Gewölbe und ein Hämatom schwächen die Nahtlinie.
  • Chronischer Husten, Obstipation und schweres Heben erhöhen den Druck stoßweise.

Barbed, also widerhakenartige, Fäden zeigten in der Zorzato-Zusammenfassung niedrigere Raten (0,35 gegenüber 1,52 Prozent bei konventionellem Faden), ohne dass der Unterschied überall signifikant wurde. Für Patientinnen zählt weniger die Marke des Fadens als die Frage, ob das Team den Rand in vitales Gewebe gelegt und die sakrouterinen Bänder mitgefasst hat. Das entscheidet der Operateur, nicht die Nachsorge zu Hause.

Frau steht auf Skalen

Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?

Plötzlicher starker Unterbauchschmerz, ein Schwall Flüssigkeit, hellrote Blutung stärker als eine Periode oder das Gefühl, Gewebe trete aus der Scheide, gehören in die Notaufnahme. Das gilt auch Wochen oder Monate nach der Operation, nicht nur in der ersten Nacht.

Die Cleveland Clinic nennt als Anlässe für einen sofortigen Anruf hellrote vaginale Blutung, Fieber über 37,8 Grad Celsius, zunehmende Schmerzen statt Besserung, starkes Erbrechen und Probleme beim Wasserlassen. Die Mayo Clinic ergänzt Schmerzen, die schlimmer werden, Fieber, Übelkeit oder Erbrechen und Blutung, die eine Periode übersteigt. Das ACOG schickt bei Luftnot in Ruhe in die Notaufnahme, weil eine Lungenembolie hinter unerwarteter Atemnot stecken kann.

Fäulnisgeruch, eitriger Ausfluss und Fieber sprechen eher für Infekt oder Abszess als für einen stillen Nahtbruch. Beides braucht zeitnahe Untersuchung, weil ein infiziertes Gewölbe sekundär aufgehen kann. Ein Speculum und eine vorsichtige Tastuntersuchung klären, ob die Nahtlinie geschlossen ist, ein Hämatom sitzt oder Darmschlingen sichtbar sind.

Nicht jeder Fleck Blut ist ein Notfall. NHS-Hinweise rechnen mit Ausfluss bis zu sechs Wochen; Klumpen, eine plötzlich sehr starke Blutung oder übel riechender Ausfluss sollen jedoch den Hausarzt oder die Klinik erreichen. Wer unsicher ist, verliert nichts durch eine frühe Vorstellung. Ein übersehener Darmvorfall kostet Zeit, die das Gewebe nicht hat.

Wie wird ein Riss behandelt?

Ein vollständiger Nahtbruch und erst recht eine Eviszeration werden operativ versorgt. Jaime Moens und Kollegen beschreiben vaginale, laparoskopische und kombinierte Wege; die Wahl hängt davon ab, ob Darm verletzt oder minder durchblutet wirkt und ob sich der Befund von unten sicher darstellen lässt.

Kleine, stabile Spalten ohne Vorfall kann das Team nach Ausschluss von Abszess und Hämatom manchmal beobachten und lokal behandeln. Das ersetzt keine Untersuchung. Zweifel an der Integrität der Naht führen zur Revision, nicht zum Abwarten zu Hause. Vor einer Reparatur gehören Kreislaufstabilisierung und, wenn Darm frei liegt, Schutz des vorgefallenen Gewebes in die Hand des Rettungs- und Klinikpersonals. Selbst zurückschieben ist kein sinnvoller Versuch.

Nach der Naht gelten wieder Schonregeln, oft strenger als nach der ersten Hysterektomie. Heben, Sport und Sex warten auf die Freigabe nach Kontrolle. Medical News Today nennt für die Phase nach einer Manschettenreparatur häufig mehrere zusätzliche Wochen. Verbindliche Fristen setzt nur das behandelnde Team, weil Infekt, Darmbeteiligung und Nahtspannung den Verlauf steuern.

Komplikationen, die ebenfalls eine Revision nach sich ziehen können, sind Abszess, Bauchfellentzündung und ein größeres Hämatom am Gewölbe. Intravenöse Flüssigkeit und Breitspektrumantibiotika gehören in der Klinik zum Standard, sobald ein offener Befund oder eine Eviszeration vorliegt. Wie lange die Antibiotikagabe dauert, richtet sich nach dem intraoperativen Bild, nicht nach einer Hausnummer aus dem Internet.

Granulationsgewebe, Trockenheit und Abstriche

Rötliches, leicht blutendes Gewebe am Gewölbe ist oft Granulation, also überschießendes Heilungsgewebe, kein frischer Riss. Es kann Schmierblutung oder Ausfluss machen, sobald die Schleimhaut reibt. Medical News Today beschreibt, dass man solches Gewebe in der Sprechstunde behandeln kann, häufig mit chemischer Verödung.

Die Maßnahme kann brennen und danach wässrigen Ausfluss auslösen. Sie ersetzt nicht die Prüfung, ob die Nahtlinie darunter geschlossen ist. Große oder hartnäckige Bezirke werden manchmal abgetragen und histologisch untersucht, vor allem wenn die ursprüngliche Operation wegen Krebs oder Vorstufe erfolgte.

Lokale Östrogene verordnen manche Teams bei trockener, atropher Schleimhaut, besonders nach Entfernung beider Eierstöcke oder nach den Wechseljahren. Das ist ein Unterstützungsversuch für die Gewebequalität, kein bewiesener Schutz vor Dehiszenz. Systemische Hormontherapie entscheidet sich nach Alter, Brust- und Thromboserisiko, nicht nach der Manschette allein. Gleitmittel ohne Hormone helfen beim späteren Sex, ersetzen aber keine Freigabe der Naht.

Pap-Abstriche bleiben nötig, wenn die Zervix belassen wurde oder die Hysterektomie wegen Krebs oder Vorstufe erfolgte. Das Frauengesundheitsamt und die Cleveland Clinic raten, das Intervall mit der Gynäkologie festzulegen statt pauschal alle Vorsorge zu streichen.

Häufige Fragen

Bekommt jede Frau nach einer Hysterektomie eine Manschette?

Nein. Nur wenn der Gebärmutterhals mit entfernt wird, näht das Team das Scheidenende zu. Bei einer subtotalen Operation bleibt die Zervix stehen, und die natürliche Grenze zur Scheide bleibt erhalten. Ob Eierstöcke oder Eileiter mitgehen, ändert nichts an dieser Unterscheidung.

Wann darf ich wieder Sex haben?

Erst wenn die Naht freigegeben ist, nicht wenn der Alltag schon leichter fällt. Das ACOG nennt meist sechs bis zwölf Wochen Beckenruhe. NHS und RCOG sprechen nach Heilung der Narben oft von mindestens vier bis sechs Wochen. Die Mayo Clinic verlangt nach robotischer Operation sechs Wochen ohne vaginale Penetration. Die schriftliche Freigabe nach Spekulumkontrolle bleibt maßgebend.

Kann die Naht auch Jahre später aufgehen?

Ja, das ist ungewöhnlich, aber beschrieben. Die meisten Ereignisse treten in den ersten Wochen bis Monaten auf; bei Polin lag der Mittelwert bei 39 Tagen. Späte Risse hängen häufiger mit Atrophie, neuem Druckereignis oder einer weiteren Beckenoperation zusammen. Jeder plötzliche Schwall oder Gewebevorfall nach Hysterektomie bleibt ein Notfall, unabhängig vom Kalender.

Ist der Riss nach laparoskopischer oder robotischer Operation häufiger?

Frühere Serien sahen den minimalinvasiven Weg klar im Nachteil. Aktuelle Zahlen liegen meist unter einem Prozent, und der Unterschied zum offenen Zugang ist nicht immer signifikant. Robotische Raten fallen in manchen Auswertungen etwas höher aus. Stärker als der Zugang zählt, wie die Naht gelegt wird: im Uccella-RCT schnitt der laparoskopische Verschluss besser ab als der transvaginale.

Hilft wochenlange Bettruhe der Manschette?

Nein. Das ACOG will frühes Aufstehen und möglichst viele Stunden außer Bett, sobald Kreislauf und Schmerz das zulassen, weil Bewegung Thrombosen vorbeugt. Geschont wird die Naht durch Hebeverzicht, Beckenruhe und Pressvermeidung, nicht durch Liegen. Kurze Spaziergänge sind Teil der Genesung, kein Leichtsinn.

Brauche ich nach totaler Hysterektomie noch Abstriche?

Oft nicht, wenn die Zervix entfernt wurde und kein Krebs oder keine Vorstufe der Grund war. Nach subtotaler Operation oder onkologischer Indikation bleiben Abstriche nötig. Die Gynäkologie legt Intervall und Methode fest; eine pauschale Absage an jede Vorsorge wäre falsch.

Was tun bei Schmierblutung Wochen nach der Operation?

Leichter bräunlicher Ausfluss kann zur normalen Heilung gehören. Zunehmend hellrotes Blut, Klumpen, Fieber oder Geruch brauchen zeitnahe Untersuchung. Manchmal findet sich Granulationsgewebe, das in der Sprechstunde behandelt wird. Erst die Inspektion unterscheidet das von einem echten Nahtspalt.

Frau schläft

Fazit

Die vaginale Manschette ist der erwartete Verschluss nach totaler oder radikaler Gebärmutterentfernung, kein Extraeingriff und kein Implantat. Sie heilt langsamer als die Haut. Wer die Hebegrenze, die Beckenruhe und die Freigabe zum Sex ernst nimmt, senkt die Chance, dass die Naht in der fünften oder sechsten Woche reißt, genau dann, wenn der Alltag wieder lockt.

Ein Riss bleibt nach aktuellen Serien selten, oft unter einem Prozent. Technik der Naht, Rauchen und Druckereignisse wie früher Verkehr wiegen schwerer als die bloße Frage, ob der Bauch offen oder über kleine Schnitte operiert wurde. Plötzlicher Schmerz, ein Flüssigkeitsschwall, starke Blutung oder sichtbares Gewebe gehören in die Klinik, nicht auf den nächsten Routinetermin.

Praktisch zählt für die nächsten Tage: schriftliche Anweisungen des eigenen Teams einhalten, früh laufen, nicht pressen, nichts in die Scheide einführen, bis die Kontrolle das erlaubt. Fragen zu Östrogen, Granulation und Abstrichen gehören in die Nachsorge, nicht in eine pauschale Internetfrist.

Quellen

  1. American College of Obstetricians and Gynecologists: Recovery After Hysterectomy: What You Need to Know. American College of Obstetricians and Gynecologists, Juli 2024.
  2. Mayo Clinic Staff: Robotic hysterectomy. Mayo Clinic, 17. Januar 2025.
  3. MedlinePlus: Hysterectomy | Endometriosis | Fibroids. MedlinePlus, National Library of Medicine, Stand: 2025.
  4. National Health Service: Hysterectomy – Recovery. National Health Service, 11. Oktober 2022.
  5. Office on Women’s Health: Hysterectomy: surgery to remove the uterus. Office on Women’s Health, U.S. Department of Health and Human Services, 27. Februar 2025.
  6. Cleveland Clinic: Hysterectomy: Surgery, Types, Side Effects and Recovery. Cleveland Clinic, 31. Mai 2024.
  7. Zorzato PC, Vizza R et al.: Incidence and Prevention of Vaginal Cuff Dehiscence After Laparoscopic and Robotic Hysterectomy in Benign Conditions: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis. Medicina (Kaunas), 1. April 2025.
  8. Uccella S, Malzoni M et al.: Laparoscopic vs transvaginal cuff closure after total laparoscopic hysterectomy: a randomized trial by the Italian Society of Gynecologic Endoscopy. American Journal of Obstetrics and Gynecology, 2. Februar 2018.
  9. Polin M, Boone R et al.: Hysterectomy Trends and Risk of Vaginal Cuff Dehiscence: An Update by Mode of Surgery. Journal of Minimally Invasive Gynecology, 14. März 2023.
  10. Jaime Moens B, Buonomo A et al.: Vaginal Cuff Dehiscence: Two Case Reports and a Review of the Literature. Journal of Clinical Medicine, 21. Juni 2023.
  11. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists: Abdominal hysterectomy – recovering well. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, 27. Juni 2025.
  12. Fletcher J: Vaginal cuff after hysterectomy: What you need to know. Medical News Today, 20. Oktober 2023.
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