Palmoplantare Pustulose: Symptome und Therapie

Palmoplantare Pustulose: Symptome und Therapie

Die palmoplantare Pustulose ist eine chronische Hautentzündung mit sterilen Pusteln an Handflächen und Fußsohlen. Sie juckt weniger oft als sie brennt, reißt und beim Gehen oder Greifen schmerzt; eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.

Ältere Texte sortierten das Bild einfach als Schuppenflechte der Hände. Seit genetischen Arbeiten um 2018 und der Stellungnahme des International Psoriasis Council gilt die Pustulose für viele Dermatologinnen als eigene Krankheit. Plaques am restlichen Körper sind die Ausnahme, das Haupt-Risikogen der Plaque-Psoriasis fehlt, und Standard-Biologika gegen Plaques wirken unzuverlässiger. DermNet (Überarbeitung April 2025) nennt einen Verlauf über Jahre mit Schüben und unvollständiger Ruhe. Heilung verspricht niemand; Ziel ist weniger Schmerz, weniger neue Pusteln und wieder nutzbare Hände und Füße.

Was palmoplantare Pustulose von Plaque-Psoriasis trennt

Die Pustulose bleibt in der Regel auf Palmar- und Plantarhaut beschränkt und bildet dort sterile Makropusteln auf gerötetem, schuppendem Grund. Plaque-Psoriasis an anderen Körperstellen kommt vor, ist aber deutlich seltener als bei der generalisierten pustulösen Psoriasis.

Freitas und Torres (Übersicht 2020, Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology) fassen die europäische ERASPEN-Definition als primäre, länger als drei Monate bestehende, sterile, mit bloßem Auge sichtbare Pusteln an Handflächen, Fußsohlen oder beidem. Die National Psoriasis Foundation (Aktualisierung 30. Januar 2025) zitiert Twelves und Kollegen (2019). Nur 15,8 Prozent der Betroffenen hatten gleichzeitig Plaque-Psoriasis, gegenüber mehr als der Hälfte bei generalisierter pustulöser Psoriasis. Frauen erkrankten 3,5-mal so oft wie Männer, 79,8 Prozent rauchten aktuell oder früher, das mittlere Erkrankungsalter lag bei 43,7 Jahren. Freitas beziffert die Prävalenz in westlichen Ländern auf 0,01 bis 0,05 Prozent; japanische Register lagen höher, um 0,12 Prozent.

Genetik stützt die Trennung. Das starke Psoriasis-Risikolocus PSORS1 und HLA-C*06:02, die Plaques und guttate Schübe prägen, fehlen bei der Pustulose. Mutationen im Interleukin-36-Rezeptor-Antagonisten (IL36RN) sind bei generalisierter pustulöser Psoriasis häufig, bei der palmaren Form laut Twelves nur in etwa 3 Prozent der Allele; wer sie trägt, erkrankt im Mittel früher. CARD14- und AP1S3-Varianten kommen vor, erklären aber nur eine Minderheit. DermNet nennt zusätzlich ATG16L1. Praktisch bleibt eine Familienanamnese für klassische Schuppenflechte möglich, aber kein Muss. An den Finger- oder Zehenspitzen mit Nagelzerstörung spricht man eher von Acrodermatitis continua Hallopeau, einer verwandten, noch selteneren Lokalform.

Frau kratzte sich die Handfläche

Welche Symptome typisch sind

Leitsymptom sind Schübe steriler Pusteln von wenigen Millimetern bis etwa einem Zentimeter an Handflächen und Fußsohlen. Die Haut darunter ist rot, später braun gefleckt, schuppt und kann schmerzhaft einreißen.

DermNet lokalisiert die Herde vor allem am Thenar und Hypothenar, in der Hohlhand sowie am Fußgewölbe, an den Fußrändern und an der Ferse. StatPearls (Aktualisierung 8. August 2023) beschreibt den Start oft einseitig mit stecknadelkopfgroßen gelben Pusteln; nach Tagen trocknen sie zu rostbraunen Punkten ein, während neue nachschießen. Freitas zitiert Serien, in denen beide Seiten in rund zwei Dritteln betroffen waren, nur die Hände in etwa 15 Prozent, nur die Füße in etwa 18 Prozent. Nagelveränderungen wie Onycholyse, Grübchen, subunguale Pusteln oder Dystrophie fanden sich in derselben Übersicht bei gut 42 Prozent.

Schmerz und Brennen stehen vor Juckreiz. Dicke Hornschicht und Rhagaden machen das Zupacken, das Schreiben, langes Stehen und festes Schuhwerk zur Qual. Die Mayo Clinic (Aktualisierung 17. Dezember 2025) beschreibt pustulöse Psoriasis so. Die Haut wird binnen Stunden empfindlich und verfärbt, dann sitzen Eiterbläschen darauf; die Bläschen können in wenigen Tagen abheilen und wiederkommen. Als Auslöser nennt sie Infekte, bestimmte Arzneimittel und abruptes Absetzen systemischer Kortikoide. Die Pusteln sind steril, der Eiter entsteht durch Neutrophile, nicht durch Bakterien. Wer Fieber, Krankheitsgefühl und Pusteln am gesamten Stamm bekommt, hat kein lokal begrenztes Hand-Fuß-Bild mehr, sondern eine generalisierte pustulöse Psoriasis. Das ist ein anderer Notfall.

Ursachen, Rauchen und Auslöser

Eine einzelne Ursache gibt es nicht. Zusammenwirken von Schweißdrüsenausführungsgängen, angeborener Immunabwehr, Nikotin und äußeren Reizen erklärt den heutigen Forschungsstand am besten.

Histologisch beginnt die Entzündung oft im Akrosyringium, dem intraepidermalen Ende der ekkrinen Drüse. Nikotin wird dort ausgeschieden und bindet an nikotinische Acetylcholinrezeptoren, wenn Acetylcholin selbst knapp ist. Freitas schildert, wie das Neutrophile und Eosinophile anlockt, die Hornschicht verdickt und Interleukin-17 in der Umgebung steigert. Interleukin-8 und Interleukin-36γ halten den Kreis in Gang; Interleukin-23 ist in manchen Biopsien schwächer vertreten als bei Plaques, was mit schwächeren Ansprechen mancher IL-23- und IL-12/23-Blocker zusammenpassen kann. Die relative Risikoangabe, aktuelle Raucherinnen erkrankten 74-mal häufiger als Nichtraucherinnen, stammt aus älteren schwedischen Arbeiten und wird in der Übersicht 2020 noch zitiert; sie gilt als langfristige Beobachtung, nicht als neue Inzidenzstudie.

Weitere Auslöser sind nach DermNet und Freitas Reibung, irritierende Chemikalien, Stress, fokale Infekte (Zähne, Tonsillen, Nebenhöhlen) und Kontaktallergene, vor allem Nickel und andere Metalle. Eine systematische Auswertung zu Allergien fand positive Epikutantests bei 23,3 Prozent; nach Meiden des Allergens besserten sich die Herde in 58,3 Prozent der dokumentierten Fälle. Eine Klasse, die das Bild neu erzeugen oder verschlimmern kann, sind TNF-Hemmer (Adalimumab, Infliximab, Etanercept) und in Einzelfällen Rituximab. StatPearls und die Mayo-Erfahrung nennen diesen paradoxen Effekt ausdrücklich. Streptokokkenanginen werden als Schubfaktor beschrieben; eine Tonsillektomie bleibt außerhalb Ostasiens umstritten, weil die Evidenz vor allem retrospektiv ist.

Diagnose und Abgrenzung

Die Diagnose stellt die Hautärztin in der Regel klinisch anhand steriler Pusteln, der typischen Lokalisation und des Verlaufs in Schüben. Abstrich, Kalilauge und manchmal eine Stanzbiopsie dienen dem Ausschluss von Infekt, Ekzem und Tinea, nicht dem „Beweis“ der Pustulose.

DermNet empfiehlt KOH-Präparat und mykologische Kultur gegen Dermatophyten, bakteriologische und virale Abstriche sowie eine Stanzbiopsie bei atypischem oder therapieresistentem Bild. Epikutantestung lohnt, wenn Cremes versagen oder Metallkontakt plausibel ist. StatPearls rät bei jeder schuppenden Rötung an Händen und Füßen zum KOH-Test; die Histologie zeigt unilokuläre intraepidermale Pusteln mit Neutrophilen, oft am Akrosyringium, dazu Parakeratose. Gegen Pompholyx (dyshidrotisches Ekzem) helfen laut Freitas Checklisten. Vesikel ohne Spongiose und Mikroabszesse am Blasenrand sprechen für Pustulose, spongiotische Bläschen ohne Randabszess für Ekzem.

Weitere Differenzialdiagnosen sind irritatives Kontaktekzem, Tinea manuum oder pedis, Acrodermatitis continua, Pityriasis rubra pilaris und selten das Andrews-Bakterid nach Atemwegsinfekt, das viele Autoren mit der Pustulose überlappen lassen. Die Mayo Clinic nutzt bei unklarer Psoriasis eine Hautbiopsie, um den Typ festzulegen. Blutwerte wie CRP sind bei der lokalen Form oft unauffällig; stark erhöhtes CRP plus Fieber lenkt den Blick auf eine generalisierte Pustulose. Ein genetisches IL36RN-Screening erwägen Übersichten vor allem bei Beginn vor dem 40. Lebensjahr, nicht als Routine für jede Raucherin mit Fußsohlenpusteln.

Wann zum Hautarzt, wann in die Klinik

Neue Pusteln an Händen oder Füßen, die nach wenigen Tagen nicht abklingen oder das Gehen und Arbeiten stören, gehören zur Hautärztin, nicht in die Selbstbehandlung mit Hausmitteln. Fieber, Schüttelfrost und Pusteln am Stamm sind ein Notfall desselben Tages.

NICE (Leitlinie CG153, Empfehlungen von 2012, mit späteren Sicherheitshinweisen zu Retinoiden) verlangt die Überweisung, wenn die Diagnose unsicher ist, topische Mittel nicht reichen, oder die Krankheit Alltag, Beruf oder Stimmung schwer belastet. Kinder und Jugendliche mit jeder Psoriasisform sollen laut NICE bereits bei Erstvorstellung zur Fachärztin. Generalisierte pustulöse Psoriasis und Erythrodermie müssen am selben Tag stationär beurteilt werden. Die Mayo Clinic nennt als Arztanlass außerdem starke Schmerzen, ausbleibende Besserung und Sorge um das Hautbild.

Situation Typische Hinweise Erster sinnvoller Schritt
Hautarzt in den nächsten Tagen Neue Pusteln an Hand oder Fuß, Brennen, Rhagaden, gestörtes Gehen Klinische Diagnose, KOH-Test, Raucherstatus, Medikamentencheck
Rasche Fachüberweisung Topika versagen, Schlaf bricht weg, Beruf unmöglich, Nagelverlust Dermatologie, PPPASI oder PGA dokumentieren, Systemtherapie prüfen
Notaufnahme am selben Tag Fieber, Krankheitsgefühl, Pusteln am Stamm oder fast am ganzen Körper Generalisierte pustulöse Psoriasis ausschließen, oft stationär
Rheumatologische Mitbeurteilung Brustwandschmerz, steifer Nacken, Schwellung an Finger oder Zeh PsA, pustulöse Arthroosteitis oder SAPHO abklären
Therapie neu bewerten Schub unter TNF-Hemmer oder nach Kortisonentzug Auslöser streichen, nicht selbst die Dosis verdoppeln

Gelenkschmerz an der vorderen Brustwand, an Schlüsselbein oder Wirbelsäule kann zur pustulösen Arthroosteitis oder zum SAPHO-Syndrom gehören. Freitas nennt osteoartikuläre Beteiligung in rund einem Viertel der Serien und eine Psoriasisarthritis-Spanne von 10 bis 25,6 Prozent. NICE empfiehlt bei jeder Psoriasisform eine jährliche Gelenksuche, besonders in den ersten zehn Jahren.

Topische Therapie und Licht

Erste medikamentöse Stufe sind stark wirksame Kortikoidsalben, oft unter Folie, Handschuh oder Vinyl, für begrenzte Zeit. Reicht das nicht, kommen Lichtverfahren hinzu, vor allem lokale PUVA.

DermNet nennt potente Salben unter Okklusion als pharmakologische Erstlinie. Die dicke Hornschicht der Palmae lässt Wirkstoff sonst schlecht durch. Okklusion über Stunden oder über Nacht steigert die Aufnahme; Daueranwendung verdünnt die Haut und stumpft ab, auch wenn Hand und Fuß dicker sind als das Gesicht. Ergänzend helfen rückfettende Grundlagen und Keratolytika (Harnstoff, Salicylsäure), damit Rhagaden weniger reißen. Vitamin-D-Analoga und Teerpräparate werden genutzt; die Cochrane-Übersicht (Obeid und Kollegen, 20. Januar 2020) fand nur für das in Europa wenig gebräuchliche Maxacalcitol Hinweise, dass Abheilung gegenüber Placebo wahrscheinlicher sein kann, bei ähnlichen lokalen Reizungen.

NICE empfiehlt, lokale PUVA (Psoralen plus UVA, als Bad, Creme oder Tablette plus Bestrahlung) bei palmoplantarer Pustulose zu erwägen. Vorher soll über Hautkrebsrisiko gesprochen werden; das Risiko steigt mit der Zahl der Sitzungen, besonders über 150 Behandlungen, und Ciclosporin danach kann es weiter erhöhen. NICE rät, PUVA nicht routinemäßig mit Acitretin zu kombinieren und PUVA nicht als Dauererhaltung einzusetzen. Freitas hält PUVA trotzdem für das in Studien am besten belegte Lichtverfahren und beschreibt synergistische Reihen mit Acitretin. Das steht im Widerspruch zur NICE-Routine und muss die Fachärztin einzeln abwägen. Schmalband-UVB und 308-Nanometer-Excimerlicht können helfen, schneiden in kleinen Vergleichen oft schwächer ab als UVA. Absolute Kontraindikation für Phototherapie ist eine Vorgeschichte mit Hautkrebs; familiäres Melanom und Xeroderma pigmentosum schließen PUVA laut NICE aus.

Palmoplantare Pustulose zu Fuß

Systemische Mittel und Biologika

Wenn Cremes und Licht den Alltag nicht zurückgeben, rücken orale Retinoide, Ciclosporin, Methotrexat und bei refraktärem Verlauf Apremilast oder ausgewählte Biologika in den Blick. Keines dieser Mittel heilt die Krankheit; alle brauchen Nutzen-Risiko-Gespräch und Laborkontrollen.

NICE setzt Ciclosporin als konventionelle Erstwahl, wenn Systemtherapie nötig ist und palmoplantare Pustulose vorliegt, oder wenn rasche Kontrolle zählt. Die Leitlinie nennt 2,5 bis 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag, Steigerung auf 5 mg/kg nur bei ausbleibendem Ansprechen oder instabilem Verlauf; nach drei Monaten auf Zielniveau soll abgebrochen werden, wenn die Besserung unzureichend bleibt. Dauer über ein Jahr nur in Ausnahmen. Blutdruck und Niere müssen mitlaufen. Acitretin kommt laut NICE bei pustulösen Formen in Betracht, wenn Methotrexat und Ciclosporin ungeeignet sind oder versagt haben. Zieldosis bei Erwachsenen 25 mg täglich, höchstens 50 mg; Beurteilung nach vier Monaten. Acitretin ist teratogen. Die britische Arzneimittelbehörde verlangt einen strukturierten Schwangerschaftsschutz, der weit über das Absetzen hinausreicht. Methotrexat bleibt eine Option, gilt in Übersichten für die reine Pustulose aber oft als schwächer als bei Plaques; NICE startet mit 5 bis 10 mg einmal wöchentlich, höchstens 25 mg, und warnt vor Leberfibrose.

Freitas rückt Acitretin bei fehlender Arthritis an die Spitze der klassischen Oraltherapie und PUVA-Kombinationen; bei Gelenkbeteiligung eher Methotrexat oder Ciclosporin. Cochrane 2020 betont die Lücke. Für genau diese Alltagsmittel fehlen belastbare RCTs. Alitretinoin war Placebo in der Schweregradsenkung wahrscheinlich nicht überlegen. Etanercept und Ustekinumab blieben unklar. Secukinumab senkte die Schwere wahrscheinlich stärker als Placebo, führte aber auch häufiger zu schweren unerwünschten Ereignissen. Guselkumab senkte in der japanischen RCT von Terui (JAMA Dermatology, 7. Februar 2018; 49 Patientinnen und Patienten, 200 mg in Woche 0 und 4) den PPPASI gegenüber Placebo in Woche 16 signifikant; 50-Prozent-Besserung war häufiger. Freitas notiert die spätere Phase-3-Zulassung von Guselkumab für PPP in Japan; in Europa und den USA fehlt eine eigene PPP-Zulassung. Neuere Netzwerkanalysen und japanische Phase-3-Daten zu Apremilast und Risankizumab liegen vor, ersetzen aber keine europäische Leitlinie. TNF-Hemmer können das Bild paradox verschlechtern und sind keine automatische Eskalation.

Alltag, Hautschutz und Rauchstopp

Rauchstopp ist die einzige Lebensstilmaßnahme mit belastbarer pathophysiologischer und klinischer Begründung. Feuchtigkeit, milde Reinigung und Schutz vor Reibung mindern Rhagaden, ersetzen aber keine ärztliche Therapie.

DermNet stellt den Nikotinverzicht an die Spitze der Allgemeinmaßnahmen, gefolgt von Behandlung dentaler oder tonsillärer Infektquellen, seifenfreier Waschlotion, regelmäßigen Emollienzien, bequemen Schuhen, schweißableitenden Socken und Kühlen. Freitas zitiert Fallserien, in denen Herde nach dem Aufhören zurückgingen. Das belegt keinen automatischen Stillstand jedes bestehenden Schubs. Wer weiter raucht, antwortet in einzelnen Biologika-Serien schlechter.

Praktisch hilft, was die Hornschicht schont.

  • Waschen Sie mit lauwarmem Wasser und einer rückfettenden Syndet-Waschlotion statt mit Duftseifen oder Schaumbad.
  • Tragen Sie Baumwoll- oder Vinylhandschuhe über der Salbe, wenn Sie putzen, und wechseln Sie nasse Socken noch am selben Tag.
  • Cremen Sie Harnstoff oder milde Keratolytika in trockene Risse, nicht in offene, nässende Pusteln.
  • Meiden Sie enge Synthetikschuhe und langes Stehen ohne Pause, sobald die Sohlen reißen.
  • Lassen Sie Zähne und Hals abklären, wenn Schübe nach Infekten kommen, statt Antibiotika auf Verdacht zu verlangen.

Stress nennen ältere Fragebogenstudien als Schubbegleiter; Entspannungstechniken können die Belastung senken, sie ersetzen keine Salbe. Eine glutenfreie Diät ohne nachgewiesene Zöliakie ist kein Standard. Schwedische Arbeiten fanden Antikörper, deutsche und polnische Kohorten oft nicht. Nahrungsergänzungen ohne Befund gehören nicht in den Therapieplan.

Begleiterkrankungen und Verlauf

Die Pustulose bleibt jahrelang unvorhersehbar und kehrt nach ruhigen Phasen oft zurück. Begleiterkrankungen an Schilddrüse, Stoffwechsel und Gelenken sind häufig genug, dass eine einmalige Hautinspektion nicht reicht.

Freitas fasst Schilddrüsenstörungen mit 20 bis 40 Prozent zusammen, häufiger bei Frauen; Stoffwechselstörungen (Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Fettstoffwechsel, Bluthochdruck) und Depression liegen in Serien deutlich über Zufall. Eine schwedische Registerarbeit, die DermNet zitiert, fand mehr Typ-2-Diabetes, COPD und eine höhere Gesamtlast an Begleiterkrankungen. Zöliakie-Antikörper sind populationsabhängig. SAPHO (Synovitis, Akne, Pustulose, Hyperostose, Osteitis) und pustulöse Arthroosteitis der vorderen Brustwand gehören zum rheumatologischen Rand. NICE verlangt bei schwerer Psoriasis jeder Form eine kardiovaskuläre Risikoabschätzung und achtet auf Depression, weil die sichtbare, schmerzende Haut den Alltag einengt.

Der Verlauf ist laut DermNet lang, schwer vorhersagbar und oft therapieresistent; selbst nach scheinbarer Ruhe sind Rückfälle üblich. Die National Psoriasis Foundation stellt der generalisierten Form gegenüber, die spontan abklingen kann. Die palmare Pustulose braucht Monate bis Jahre, bis sie greifbar ruhiger wird. Freitas formuliert das Therapieziel ehrlich als nicht zwingend völlige Pustelfreiheit, sondern wieder schmerzarmes Greifen, Gehen und Arbeiten. Das ändert die Erwartung an Cremes, Licht und Spritzen und schützt vor dem Wechsel von Präparat zu Präparat jede zweite Woche.

Häufige Fragen

Ist palmoplantare Pustulose ansteckend?

Nein. Die Pusteln sind steril, der Inhalt entsteht durch Neutrophile, nicht durch übertragbare Bakterien oder Viren. Händeschütteln, gemeinsames Handtuch oder Sexualkontakt verbreiten die Krankheit nicht. Ein Abstrich dient nur dem Ausschluss einer zusätzlichen Infektion, die ähnlich aussehen kann.

Ist das dasselbe wie Schuppenflechte?

Nicht unbedingt. Manche Menschen haben beides, die Mehrzahl der Pustulose-Patientinnen hat laut Twelves 2019 keine Plaques am Körper. Genetisch fehlt das Hauptlocus der Plaque-Psoriasis, und viele Plaque-Biologika wirken schwächer. Die Behandlung überlappt trotzdem. Kortikoide, PUVA, Acitretin und Ciclosporin stammen aus der Psoriasis-Schublade.

Hilft der Rauchstopp wirklich gegen die Pusteln?

Er kann den Entzündungsreiz an den Schweißdrüsen senken und in Fallserien die Haut beruhigen. Ein Garant für Abheilung ist er nicht, und wer schon Jahrzehnte raucht, braucht oft trotzdem Creme oder Systemtherapie. Für Herz, Lunge und Wundheilung bleibt der Verzicht unabhängig davon sinnvoll.

Welche Creme soll ich zuerst versuchen?

Ohne Diagnose keine Dauer-Cortison-Selbstmedikation. Nach Bestätigung verordnet die Hautärztin in der Regel ein starkes Kortikoid in Salbengrundlage, oft unter Folie oder Handschuh, plus Pflege. Freiverkäufliche Hydrocortison-Cremes sind für die dicke Palmarhaut meist zu schwach; sie ersetzen keine Untersuchung auf Pilz oder Allergie.

Wann braucht man Tabletten oder Spritzen?

Wenn Gehen, Greifen oder Schlaf trotz konsequenter Lokaltherapie und ggf. Licht leiden, oder wenn Gelenke mitspielen. NICE nennt dann Ciclosporin oder Acitretin; bei Versagen oder Kontraindikation kommen Methotrexat, Apremilast oder (off-label bzw. im Ausland zugelassen) IL-23-Blocker wie Guselkumab in Frage. Die Entscheidung trifft die Fachärztin, nicht ein Online-Forum.

Kann die Krankheit von selbst verschwinden?

Einzelne Schübe trocknen ab, die Anlage bleibt meist. DermNet beschreibt lange, unvorhersehbare Verläufe mit häufigem Rückfall. Wer Monate ohne Pustel bleibt, kann die Erhaltungstherapie mit der Ärztin zurückfahren, sollte Auslöser aber weiter meiden.

Soll ich systemische Kortisontabletten nehmen?

In der Regel nein. Abruptes Absetzen oraler oder injizierter Kortikoide gehört zu den Auslösern pustulöser Schübe, den die Mayo Clinic nennt. NICE warnt bei Psoriasis vor unbedachtem systemischem Kortison. Lokale starke Salben unter Okklusion sind etwas anderes als Tabletten über Wochen.

Womans Beine im Schaumbad

Fazit

Wer sterile Pusteln an Handflächen oder Fußsohlen bekommt, hat meist keine Infektion und keine „gewöhnliche“ Plaque-Psoriasis, sondern eine eigene, nikotinnahe Neutrophilenkrankheit. Der nächste sinnvolle Schritt ist ein Hautarzttermin mit Medikamentenliste und Raucheranamnese, kein wochenlanges Ausprobieren duftender Cremes. Fieber und stammbetonte Pusteln gehören noch am selben Tag in die Klinik.

Therapie folgt Stufen, nicht Versprechen. Zuerst starke Salbe unter Folie, Pflege und Licht nach NICE, dann Ciclosporin oder Acitretin mit Schwangerschaftsschutz und Labor. Neuere Studien zu Guselkumab und Apremilast ändern die Eskalation bei refraktären Fällen, ändern aber nichts daran, dass in Europa keine spezifische PPP-Zulassung den Alltag ersetzt. TNF-Hemmer, die aus anderem Grund laufen, können das Bild paradox anfachen.

Morgen zählt, was Hände und Füße schont. Nikotin lassen, nasse Socken wechseln, Rhagaden fetten, Zähne und Gelenke nicht ignorieren. Ziel ist wieder schmerzarmes Gehen und Greifen, nicht eine makellose Haut um jeden Preis.

Quellen

  1. Ninkov T, Foster R et al.: Palmoplantar pustulosis. DermNet, Stand: April 2025.
  2. National Institute for Health and Care Excellence: Psoriasis: assessment and management. National Institute for Health and Care Excellence, Stand: 2012, Sicherheitsupdate Retinoide Juni 2019.
  3. Mayo Clinic Staff: Psoriasis — Symptoms and causes. Mayo Clinic, 17. Dezember 2025.
  4. Mayo Clinic Staff: Psoriasis — Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, Stand: 2025.
  5. Freitas E, Rodrigues MA, Torres T: Diagnosis, Screening and Treatment of Patients with Palmoplantar Pustulosis (PPP): A Review of Current Practices and Recommendations. Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology, 14. August 2020.
  6. National Psoriasis Foundation: Palmoplantar Pustular Psoriasis. National Psoriasis Foundation, 30. Januar 2025.
  7. Miceli A, Schmieder GJ: Palmoplantar Psoriasis. StatPearls, 8. August 2023.
  8. Terui T, Kobayashi S et al.: Efficacy and Safety of Guselkumab, an Anti-interleukin 23 Monoclonal Antibody, for Palmoplantar Pustulosis: A Randomized Clinical Trial. JAMA Dermatology, 7. Februar 2018.
  9. Obeid G, Do G et al.: Interventions for chronic palmoplantar pustulosis. Cochrane Database of Systematic Reviews, 20. Januar 2020.
  10. Twelves S, Mostafa A et al.: Clinical and genetic differences between pustular psoriasis subtypes. Journal of Allergy and Clinical Immunology, März 2019.
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