Peronealsehnenentzündung: Symptome und Behandlung

Peronealsehnenentzündung: Symptome und Behandlung

Eine Peronealsehnenentzündung ist eine Reizung oder ein degenerativer Umbau der beiden Sehnen, die außen am Unterschenkel zum Fuß ziehen. Der Schmerz sitzt hinter und unter dem Außenknöchel und wird bei Belastung stärker, in Ruhe oft schwächer.

Ältere Texte beschrieben fast nur eine Entzündung durch Reibung am Knochen. Die Übersicht der American Family Physician von 2022 spricht eher von Tendinopathie: das Kollagen der Sehne verändert sich, ohne dass eine große Entzündung vorliegen muss. Die europäische Fachgesellschaft ESSKA-AFAS trennt seit 2018 drei Gruppen, die sich überlappen können: Tendinopathie einschließlich Sehnenscheidenreizung, Riss oder komplette Trennung, und Instabilität mit Herausgleiten der Sehne. Unbehandelt kann aus einer Reizung ein Längsriss oder ein unsicherer Knöchel werden. Reine Reizungen sprechen bei den meisten Betroffenen auf Entlastung und dosiertes Training an; ein kompletter Riss oder eine luxierende Sehne braucht andere Wege.

Was genau ist eine Peronealsehnenentzündung?

Die Alltagsbezeichnung deckt mehrere Störungen der Wadenbeinsehnen ab, nicht nur eine akute Entzündung. Gemeint ist Schmerz und Verdickung entlang der Sehne des kurzen oder des langen Wadenbeinmuskels, meist hinter dem Außenknöchel.

In der Fachsprache heißt der kurze Muskel Peroneus brevis oder Fibularis brevis, der lange Peroneus longus oder Fibularis longus. Beide drehen den Fuß nach außen und senken die Fußspitze mit. Der kurze Muskel setzt an der Basis des fünften Mittelfußknochens an, der lange zieht unter dem Fuß zum ersten Mittelfußknochen und zum inneren Keilbein. StatPearls (Aktualisierung Mai 2023) beschreibt eine gemeinsame Sehnenscheide hinter dem Wadenbein; weiter distal hat jede Sehne eine eigene Hülle. Den Tunnel begrenzen das obere Peronealsehnenretinakulum, die Rinne an der Hinterseite des Wadenbeins und das Außenband zum Fersenbein.

ESSKA-AFAS klassifiziert 2018 nach dem Typ der Störung, nicht nach einer starren Wochengrenze zwischen akut und chronisch. Eine Tendinopathie bleibt eine gereizte oder umgebaute Sehne. Ein Riss meint meist einen Längsspalt ohne komplette Trennung; eine Ruptur trennt die Sehne quer. Instabilität heißt, die Sehne gleitet in der Scheide oder springt über den Außenknöchel. Sportler und Nichtsportler behandelt das Panel unterschiedlich, weil Trainingsziel und Prognose auseinanderlaufen.

Die Cleveland Clinic (Oktober 2021) betont, dass die Diagnose leicht mit einer Distorsion, Arthrose oder einem Bruch verwechselt wird. In einer älteren Serie von 40 Fällen lag die erste Diagnose nur bei etwa 60 Prozent richtig. Wer außen am Knöchel Schmerzen hat und nach einem Umknicken nicht weiterkommt, braucht deshalb eine gezielte Prüfung der Sehnen, nicht nur der Bänder.

Schließen Sie oben von den Füßen in den Laufschuhen, Personengehen.

Wie sind die Sehnen aufgebaut?

Zwei Sehnen pro Bein laufen hinter dem Außenknöchel in einem engen Kanal und halten den Fuß unter Last gegen das Umknicken nach innen. Reibung entsteht dort, wo der Verlauf um die Wadenbeinspitze knickt oder der Kanal zu voll ist.

Am Knöchel liegt die Sehne des kurzen Muskels vorn und innen zur Sehne des langen Muskels. Anatomische Varianten können den Tunnel zusetzen. ESSKA-AFAS nennt einen tief stehenden Muskelbauch, einen zusätzlichen Peroneus-quartus-Muskel (in Serien etwa 10 bis 22 Prozent) und einen prominenten Peronealhöcker am Fersenbein. Die Form der knöchernen Rinne allein erklärt Instabilität weniger als die Integrität des Retinakulums und das Volumen im Kanal. Ein Os peroneum, ein zusätzliches Knöchelchen in der langen Sehne am Würfelbein, kommt in Schätzungen bei 4 bis 30 Prozent der Menschen vor und kann dort reiben oder mitreißen.

Der Rückfuß entscheidet mit. Ein Varus, also eine nach innen gekippte Ferse, und ein Hohlfuß erhöhen den Zug auf die Sehnen. StatPearls verknüpft eine vorbestehende Varusstellung mit Überlastung der langen Sehne. In Leichenstudien fand sich die Rinne in 82 Prozent konkav, in 11 Prozent flach und in 7 Prozent konvex; eine flache oder konvexe Form gilt als ungünstiger für den Halt der Sehnen. Das erklärt, warum zwei Läufer mit gleichem Trainingsumfang sehr unterschiedlich reagieren können.

Funktionell sichern die Sehnen den seitlichen Knöchel und das Längsgewölbe beim Abrollen. Schwäche nach einer nicht abgeschlossenen Rehabilitation einer Distorsion lässt den Fuß erneut nach innen kippen. Dann reibt dieselbe Stelle erneut. Das ist kein seltenes Randproblem: ESSKA-AFAS hält Peronealschäden nach Distorsionen für eine relevante Ursache lateraler Beschwerden, obwohl sie lange als Rarität galten.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

Wiederholte Last oder ein plötzliches Umknicken nach innen kann die Sehnen reizen, aufspalten oder aus dem Kanal heben. Beides trifft besonders Sportarten mit Richtungswechseln und Läufer, die vermehrt über den Vorfuß aufsetzen.

Die Cleveland Clinic nennt Überlastung als häufigsten Weg und ein akutes Trauma als zweiten. Wer älter als 40 Jahre ist, hohe Fußgewölbe hat, übergewichtig ist, raucht oder Diabetes, Arthrose, rheumatoide Arthritis oder Gicht hat, trägt ein höheres Risiko. Enge oder abgelaufene Schuhe und fehlendes Aufwärmen kommen hinzu. In einer Studie mit mehreren Tausend Läufern fanden sich nur 13 Fälle, also unter einem Prozent; die Störung ist seltener als eine Achillessehnenreizung, aber leicht zu übersehen.

Die American Family Physician ergänzt 2022 den Varus-Rückfuß als bekannten Risikofaktor und den Vorfußlauf als zusätzliche Last, vor allem bei Läufern. Schon die Verletzung eines einzelnen Außenbandes kann die Sehnen mitreißen. Chronische laterale Instabilität hält die Sehnen in Bewegung und dehnt das Retinakulum; daraus können Subluxation und Längsrisse entstehen. StatPearls nennt zusätzlich Fluorchinolon-Antibiotika und frühere Steroidinjektionen als Hinweise in der Vorgeschichte, weil beide mit Sehnenschäden verknüpft sind.

Ein plötzlicher Umfangssprung im Training, etwa von kurzen Joggingrunden zu langen Bergläufen, setzt dieselbe Mechanik unter Zeitdruck. Der Kanal wird nicht weiter, die Sehne verdickt sich und gleitet schlechter. Narben und Verdickung sind dann Folge des Versuchs, Last zu tragen, nicht ein Zeichen von Heilung. Wer nach einer Distorsion die seitliche Muskulatur nicht wieder aufbaut, bleibt in genau diesem Kreislauf.

Welche Symptome sind typisch?

Schmerz und Druckempfindlichkeit verlaufen entlang der Sehnen hinter und unter dem Außenknöchel und nehmen bei Aktivität zu. Schwellung, Wärme und ein Gefühl, der Knöchel gebe nach, kommen häufig hinzu.

Die Cleveland Clinic beschreibt Schmerz über die Sehnenlänge, Zunahme bei Belastung, Rötung oder Wärme und manchmal einen derben Knoten, der sich mit der Sehne bewegt. StatPearls lokalisiert die Druckdolenz hinter und unter der Wadenbeinspitze; in der Scheide kann Flüssigkeit tastbar sein, gelegentlich mit Reiben. Passive Dehnung in Innenkippung und Anheben des Fußes kann den Schmerz auslösen, ebenso das Gegenhalten beim Auswärtsdrehen.

Ein Riss fühlt sich oft instabiler an. Die Cleveland Clinic (November 2023) nennt Schmerz außen am Knöchel, der bei chronischen Rissen kommen und gehen kann, Schwäche auf unebenem Boden und Schwellung. Ein kompletter Riss trennt die Sehne; das ist die schwerste Stufe. Die Sehne des kurzen Muskels reißt häufiger. In einer von StatPearls zitierten Serie betrafen 88 Prozent der Risse den kurzen Muskel, 13 Prozent den langen, 37 Prozent beide.

Instabilität kündigt sich oft durch Schnappen oder Knacken am Außenknöchel an. Manche können die Sehne willentlich über den Knochen gleiten lassen. Ein scharfer, peitschenartiger Schmerz nach einem Umknicken spricht für eine akute Zerrung oder einen Riss, nicht für eine rein schleichende Reizung. Wärme allein beweist keine bakterielle Entzündung; zusammen mit Fieber oder rasch zunehmender Rötung gehört sie aber nicht zum üblichen Bild einer Überlastung.

Wann zum Arzt, wann in die Klinik?

Gehen Sie in die Sprechstunde, wenn der Außenschmerz den Alltag bremst, der Knöchel unsicher wirkt oder nach ein bis zwei Wochen kein sicheres Auftreten möglich ist. Sofortige Hilfe braucht, wer nach einem Unfall kaum belasten kann, ein Schnappen spürt oder den Fuß nicht mehr drehen kann.

Die American Family Physician rät 2022 zur Überweisung, wenn der Schmerz trotz Therapie bleibt, die Belastung länger als ein bis zwei Wochen unmöglich ist, ein kompletter Riss vorliegt oder die Sehne luxiert. ESSKA-AFAS verlangt bei frischen Verletzungen zuerst die Ottawa-Regeln für Röntgenaufnahmen und eine Fachvorstellung, wenn ein Knochenabriss am Wadenbein sichtbar ist, ein deutliches Schnappen bestand oder nach ein bis zwei Wochen immer noch kein Auftreten möglich ist. Die Cleveland Clinic listet als Schwellen: kein Gehen möglich, keine Drehung, Schnappen oder Knacken, plötzlicher starker Schmerz, Schwellung oder Verfärbung.

Situation Nächster Schritt Quelle
Schmerz nur bei Sport, Gehen möglich Hausarzt oder Orthopädie in den nächsten Tagen Cleveland Clinic, 2021
Kein Auftreten nach 1–2 Wochen Facharzt, Röntgen nach Ottawa-Regeln ESSKA-AFAS 2018; AAFP 2022
Schnappen, Sehne gleitet über den Knochen Zeitnahe Facharztvorstellung ESSKA-AFAS, 2018
Plötzlicher starker Schmerz plus Instabilität Gleichtags klären, nach Unfall eher Notaufnahme Cleveland Clinic, 2023
Schwellung mit Verfärbung, Fuß nicht drehbar Unverzüglich ärztlich untersuchen Cleveland Clinic, 2021

Ein isolierter Muskelschmerz in der Wade ohne Druck am Sehnenverlauf ist ein anderes Bild. Bruch der fünften Mittelfußbasis, gebrochenes Os peroneum, rheumatoide Arthritis und seltene Nervenerkrankungen mit Hohlfuß gehören zur Abgrenzung, die StatPearls nennt. Die Tabelle ersetzt keine Untersuchung; sie sortiert nur die Dringlichkeit.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose stützt sich auf Vorgeschichte und Untersuchung; Bildgebung bestätigt oder schließt Riss, Luxation und Knochenursachen aus. Röntgen kommt zuerst nach einem Unfall, Ultraschall und MRT danach, wenn der Verlauf unklar bleibt oder eine Operation im Raum steht.

Der Arzt prüft Schwellung, Kraft beim Auswärtsdrehen und Senken der Fußspitze und tastet die Sehnen in Bewegung. Die American Family Physician beschreibt den Peronealkompressionstest: Druck in der Wadenbeinrinne bei gegengehaltener Senkung und Auswärtsdrehung. Zusätzlich sucht man Subluxation bei Kreisbewegung des Fußes und beurteilt den Rückfuß im Stand. StatPearls ergänzt die Bauchlage mit gebeugtem Knie, um ein Gleiten der Sehne sichtbarer zu machen, und den Schubladentest für die Bänder.

Röntgen soll belastet in den Standardbenen erfolgen, plus Fußaufnahmen bei Verdacht auf Mittelfuß- oder Würfelbeinprobleme. Hinweise sind ein Abriss an der Basis des fünften Mittelfußknochens, ein Knochenstück an der Wadenbeinrinne, ein Os peroneum oder eine abgeflachte Rinne. Ultraschall zeigt die Sehne in Bewegung und eignet sich für Injektionen. StatPearls zitiert ältere Arbeiten mit hoher Trefferquote für Risse im Ultraschall und etwas niedrigeren Werten im MRT für Risse des kurzen Muskels.

Neuere Zahlen sind vorsichtiger. Melville und Kollegen verglichen 2024 bei 21 Operierten Ultraschall und MRT mit dem Situs: für Risse lag die Sensitivität im Ultraschall bei 88 Prozent und im MRT bei 100 Prozent, die Spezifität bei beiden bei 100 Prozent; für Tendinopathie erkannten beide Verfahren alle Fälle; für Subluxation war der Ultraschall mit 100 Prozent Sensitivität dem MRT (66 Prozent) überlegen. Die Metaanalyse von Ghandour und Kollegen 2025 in European Radiology fasste zwölf Studien zusammen. Für Risse des kurzen Muskels lag die gepoolte Sensitivität im Ultraschall bei 93 Prozent, im MRT bei 73 Prozent; die Spezifität war ähnlich. Für die lange Sehne war der Ultraschall sensitiv und spezifisch um 94 Prozent, das MRT spezifisch, aber weniger sensitiv. Die Autoren warnen vor Verzerrung und uneinheitlichen Daten. ESSKA-AFAS hält beide Verfahren für geeignet; eine Sehnenspiegelung bleibt Fällen mit klarem klinischem Verdacht ohne Bildbefund vorbehalten.

Fußanatomie, die Muskeln zeigt.

Was hilft konservativ?

Zuerst die auslösende Last senken, Schwellung dämpfen und die Sehne wieder dosiert belasten, sobald der Schmerz das zulässt. Langes Ruhigstellen der reinen Tendinopathie rät ESSKA-AFAS 2018 ausdrücklich nicht.

Das Panel sieht konservative Therapie bei fast allen Peronealschäden als ersten Schritt. Bei frischer Verletzung stehen Begleitschäden wie ein Außenbandriss im Vordergrund: Kühlen, Kompression, Hochlagern. Tritt der Schmerz zurück, folgen Bewegung und Sehnenbelastung. Die American Family Physician beschreibt dasselbe Gerüst für die Tendinopathie: Aktivität anpassen, Orthese, Physiotherapie mit früher Beweglichkeit, steigender Last und Gleichgewicht. Eine laterale Fersenkeilsohle oder eine Vertiefung unter dem ersten Mittelfußköpfchen kann den Fuß etwas nach außen kippen und die Sehnen entlasten. Ein Fersenkissen dient dem Komfort.

Die Cleveland Clinic fasst haushaltsnahe Maßnahmen so: anstrengende Läufe und Sprünge pausieren; Kühlpackung etwa 20 Minuten, mehrfach am Tag; elastische Wicklung gegen Schwellung; Hochlagern über Herzniveau. OrthoInfo der American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) nennt für Weichteilverletzungen ebenfalls Kühlung von etwa 20 Minuten und warnt davor, Eis direkt auf die Haut zu legen. Ein Gehstiefel oder eine weiche Schiene kommt infrage, wenn jeder Schritt stark schmerzt. StatPearls nennt Gips oder Gehstiefel und einen lateralen Fersenkeil; den konservativen Versuch setzt die Übersicht auf vier bis sechs Monate an.

ESSKA-AFAS sieht nach drei Monaten anhaltender Beschwerden Raum für Stoßwellentherapie, gestützt auf Daten zu Sehnenleiden der unteren Extremität, nicht auf große Peronealstudien. Thrombozytenreiches Plasma hält das Panel für unzureichend belegt. Die Cleveland Clinic erwartet bei einfacher Reizung oft Besserung in drei bis vier Wochen; dauert die Störung länger oder steckt eine Distorsion dahinter, zieht sich die Erholung. Wer zu früh in denselben Umfang zurückkehrt, holt den Schmerz zurück.

Sinnvolle Übungen, sobald der Ruheschmerz nachlässt, zielen auf Auswärtsdrehung gegen Widerstand, langsames Nachgeben in dieser Bewegung und Einbeinstand. Die genaue Dosis gehört in die Physiotherapie, weil eine noch gereizte Sehne auf zu frühen Seitwärtslauf schlecht reagiert. Radfahren oder Schwimmen können die Ausdauer halten, ohne den Kanal am Außenknöchel jedes Mal zu stauchen.

Medikamente und Spritzen

Schmerzmittel können die Beschwerden dämpfen, heilen die Sehne aber nicht. NSAR eignen sich kurzfristig; Kortison in die Sehne selbst bleibt riskant, eine ultraschallgezielte Spritze in die Scheide ist umstritten, aber besser untersucht als früher.

Die American Family Physician hält Paracetamol und nichtsteroidale Antirheumatika für hilfreich gegen Schmerz, warnt aber, dass sie den Umbau von Sehne und Muskelmatrix verändern und die Erholung stören können. Eine Packungsdosis ohne ärztliche Klärung der Begleiterkrankungen gehört nicht in den Text; Magen, Niere, Blutdruck und Gerinnung begrenzen die Dauer. OrthoInfo erwähnt Ibuprofen als Beispiel für ein entzündungshemmendes Mittel bei Schleimbeutelreizung, nicht als Pflichtstoff für jede Peronealsehne.

Kortison direkt in die Sehne kann sie schwächen. Die Übersicht von 2022 rät, eine Scheidenspritze auf eine einzige Gabe zu begrenzen. Fram und Kollegen werteten 2019 in Foot & Ankle International 109 ultraschallgezielte Spritzen bei 96 Patienten aus. Nach der Injektion berichteten 43,7 Prozent nur null bis eine Woche Linderung, 36,8 Prozent mehr als zwölf Wochen; 25 Prozent kamen später zur Operation an den Sehnen. Zwei Komplikationen (1,8 Prozent) traten auf: eine vorübergehende Reizung des N. suralis und eine Zunahme eines Risses der langen Sehne. Längere Beschwerden vor der Spritze hingen mit längerer Linderung zusammen. ESSKA-AFAS fand 2018 keinen Konsens zur Kortisoninjektion, hielt das Risiko eines kompletten Risses nach ultraschallgezielter Scheidenspritze aber für niedrig.

Thrombozytenreiches Plasma erwähnen StatPearls und die Cleveland Clinic als möglichen Zusatz; ESSKA-AFAS sieht dafür keine ausreichende Grundlage. Stoßwelle, Prolotherapie oder Nadeltenotomie nennt die American Family Physician als Zweitlinienoptionen mit dünner Evidenz für genau diese Sehnen. Keines dieser Verfahren ersetzt das schrittweise Belasten.

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Operiert wird, wenn konservative Therapie bei anhaltendem Schmerz versagt oder wenn ein kompletter Riss, eine luxierende Sehne beim Sportler oder ein grober Funktionsverlust vorliegt. Ziel ist, möglichst viel eigene Sehne zu erhalten und Engstellen im Kanal mitzubehandeln.

ESSKA-AFAS operiert nur symptomatische Risse. Zuerst Debridement und Naht oder Schlauchbildung, auch wenn weniger als die früher oft genannte Hälfte der Sehne betroffen ist, sofern noch belastbares Gewebe bleibt. Die 50-Prozent-Schwelle gilt dem Panel als willkürlich. Ist eine Sehne nicht zu retten, folgen ein einzeitiges autologes Transplantat, bevorzugt aus der Beinbeuge, oder eine Seit-zu-Seit-Tenodese; ein Transplantat steht vor der Tenodese, weil diese die Balance des Fußes verändert. Beugesehnenverlagerung bleibt letzte Option. Eine komplette Ruptur einer Sehne kann bei wenig aktiven, beschwerdearmen Menschen konservativ bleiben; aktive Betroffene werden eher genäht. Nach Rupturoperation erreichen nicht alle Leistungssportler das alte Niveau.

Bei Luxation bietet man Nichtsportlern mit frischem Ereignis einen konservativen Versuch an, mit dem Hinweis auf etwa 50 Prozent erneutes Herausgleiten. Sportler sollen früh operiert werden, in der Regel mit Vertiefung der Rinne. Nach Naht des Retinakulums folgt laut Konsens zwei Wochen Entlastung im Unterschenkelgips, dann vier Wochen Belasten im Gips oder Walker; aktive Bewegung ab Woche zwei, Sehnenlast erst nach sechs Wochen. Ohne Retinakulumnaht soll die Ruhigstellung kürzer bleiben, höchstens etwa vier Wochen, damit die Sehne nicht verklebt.

Die Cleveland Clinic beschreibt bei hartnäckiger Tendinopathie eine Synovektomie, also das Abtragen gereizter Hüllschichten, teils über kleine Zugänge. Risiken sind Blutung, Infekt, Nervenschaden, Thrombose, Narben und erneuter Schmerz. StatPearls zitiert Fallserien mit hoher Rückkehr in den Alltag nach Rissnaht, darunter 98 Prozent volle Aktivität nach im Mittel 13 Monaten in einer älteren Nachuntersuchung. Solche Zahlen stammen aus ausgewählten Operierten, nicht aus der Hausarztpraxis.

Begleitende Engstellen, ein extra Muskel, ein tiefer Muskelbauch, eine luxierende Sehne oder ein großer Peronealhöcker sollen in derselben Sitzung mitbehandelt werden. Eine Rückfußumstellung bleibt ESSKA-AFAS Fällen mit Fehlstellung plus Gelenkverschleiß oder Instabilität vorbehalten, nicht der isolierten Sehnenreizung, und bei Leistungssportlern eher zurückhaltend.

Heilung, Sport und Vorbeugung

Eine unkomplizierte Reizung kann in wenigen Wochen nachlassen; ein Riss oder eine Operation braucht Monate. Der Wiedereinstieg folgt der Funktion, nicht einem festen Kalenderdatum.

Die Cleveland Clinic erwartet bei Tendinitis oft etwa einen Monat bis zur Alltagsbelastung und rät, Sport erst nach Freigabe zu steigern. Nach Operation trägt man vier bis sechs Wochen einen Unterschenkelgips, anfangs oft mit Gehstützen. Bei Rissen nennt dieselbe Klinik für nichtoperative Wege ein bis drei Monate und nach Operation mehrere Monate; Teilbelastung kann um Woche vier beginnen, Physiotherapie um Woche sechs. ESSKA-AFAS koppelt Laufen nach Retinakulumnaht an Einbeinfersenstand, Kraft, Kontrolle und Gleichgewicht, nicht an die bloße Wochenzahl.

Rückfälle entstehen, wenn der Umfang springt, der Schuh den Außenrand nicht führt oder der Varus unberücksichtigt bleibt. Vorbeugung nach Cleveland Clinic und OrthoInfo heißt: Umfang langsam steigern, zwischen harten Einheiten Pause lassen, vor der Last aufwärmen und danach herunterfahren, Schuhe wechseln wenn die Sohle nachgibt, und bei hohem Gewölbe nur dann Einlagen tragen, wenn sie verordnet wurden. OrthoInfo warnt vor dem Muster, unter der Woche stillzusitzen und am Wochenende denselben Sport in voller Härte zu spielen. Rauchen erschwert die Sehnenheilung; die Cleveland Clinic verweist dazu auf die AAOS.

Wer nach einer Distorsion nur auf das Band schaut und die Sehnen ignoriert, trägt denselben Mechanismus in die nächste Saison. Ein kurzes Erhaltungsprogramm für Auswärtsdrehung und Einbeinstand nach der Rückkehr ins Training ist pragmatischer als ein einmaliges Dehnen in der Kabine. Schmerz, der den Laufstil ändert, ist ein Stoppsignal, kein Zeichen von Willen.

Häufige Fragen

Kann ich mit Peronealsehnenentzündung weiterlaufen?

Laufen, das den Außenschmerz deutlich steigert, sollten Sie pausieren, bis Alltagsschritte wieder erträglich sind. Ersatz wie Radfahren oder Schwimmen kann die Fitness halten, wenn es den Knöchel nicht seitlich staucht. Den Umfang später in kleinen Schritten steigern, nicht in einem Sprung auf die alte Wochendistanz.

Wie lange dauert die Heilung einer Peronealsehnenentzündung?

Bei einer reinen Reizung nennen die Cleveland Clinic oft drei bis vier Wochen konservativer Maßnahmen, manchmal länger nach einer Distorsion. StatPearls setzt den konservativen Versuch auf vier bis sechs Monate an, bevor man eine Operation plant. Risse und Operationen brauchen nach Klinikangaben von 2023 häufig mehrere Monate bis zum Sport.

Hilft eine Kortisonspritze bei Peronealsehnenentzündung?

Eine ultraschallgezielte Spritze in die Sehnenscheide kann den Schmerz vorübergehend senken, heilt die Sehne aber nicht. In der Serie von Fram und Kollegen 2019 hatte gut ein Drittel mehr als zwölf Wochen Linderung, ein ähnlicher Anteil fast keine. Das Risiko schwerer Schäden war niedrig, ein Fortschreiten eines Risses kam vor; mehr als eine Spritze rät die American Family Physician nicht.

Ist eine Operation bei Peronealsehnenentzündung nötig?

Bei reiner Tendinopathie bleibt die Operation die Ausnahme nach monatelanger, konsequenter Therapie. Komplette Risse, luxierende Sehnen bei Sportlern und anhaltende Schwäche nach ausgeschöpfter konservativer Behandlung sind die typischen Gründe. ESSKA-AFAS will möglichst viel eigene Sehne erhalten und Engstellen im selben Eingriff beseitigen.

Woran erkenne ich den Unterschied zu einer Bänderdehnung?

Eine Distorsion schmerzt oft über den Außenbändern vorn unten am Knöchel, eine Peronealreizung eher hinter und unter der Wadenbeinspitze. Beide können zusammen auftreten. Druck auf die Sehne plus Schmerz beim gegengehaltenen Auswärtsdrehen und mögliches Schnappen lenken zur Sehne; unsicherer Halt nach innen eher zum Band. Eine Untersuchung trennt das zuverlässiger als Selbsttests.

Welche Schuhe oder Einlagen sind sinnvoll?

Schuhe mit stabilem Fersenhalt und genug Platz für den Vorfuß entlasten den Kanal am Außenknöchel. Eine laterale Fersenkeilsohle oder eine Vertiefung unter dem ersten Mittelfußköpfchen kann laut American Family Physician die Sehnen entlasten. Einlagen bei hohem Gewölbe nur nach Beratung, nicht aus dem Regal ohne Befund.

Röntgenaufnahme vom Fuß der Frau gemacht.

Fazit

Außenseitiger Knöchelschmerz nach Last oder Umknicken kann von den Peronealsehnen kommen, nicht nur von den Bändern. Seit dem ESSKA-AFAS-Konsens 2018 zählt die genaue Entität: gereizte oder umgebaute Sehne, Riss, oder Gleiten aus dem Kanal. Davon hängt ab, ob früh bewegt, kurz ruhiggestellt oder operiert wird.

Für die nächsten Tage gilt: schmerzhafte Seitwärtsläufe streichen, kühlen ohne Eis auf der Haut, den Fuß hochlegen und sobald Alltagsschritte gehen, die Sehne unter Anleitung belasten statt wochenlang stillzulegen. NSAR höchstens kurz. Eine Kortisonspritze ist kein Standard und gehört, wenn überhaupt, einmal und unter Ultraschall in die Scheide, nicht in die Sehne.

Zum Arzt, wenn der Knöchel nachgibt, die Sehne schnappt oder nach ein bis zwei Wochen kein sicheres Auftreten möglich ist. Bildgebung beginnt nach Unfall mit Röntgen; Ultraschall zeigt Bewegung, das MRT Weichteil und Knochenödem. Wer den Umfang danach langsam steigert und den Rückfuß nicht ignoriert, senkt die Chance, denselben Schmerz in der nächsten Saison wiederzutreffen.

Quellen

  1. van Dijk PA, Miller D et al.: The ESSKA-AFAS international consensus statement on peroneal tendon pathologies. Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy, 16. Mai 2018.
  2. Deu RS, Coslick AM, Dreher G: Tendinopathies of the Foot and Ankle. American Family Physician, Mai 2022.
  3. Walt J, Massey P: Peroneal Tendon Syndromes. StatPearls, 23. Mai 2023.
  4. Cleveland Clinic: Peroneal Tendonitis: Causes, Treatment and Prevention. Cleveland Clinic, 27. Oktober 2021.
  5. Cleveland Clinic: Peroneal Tendon Tear: Tests, Symptoms & Treatment. Cleveland Clinic, 15. November 2023.
  6. Melville DM, Taljanovic MS et al.: Comparison of Ultrasound and MRI with Intraoperative Findings in the Diagnosis of Peroneal Tendinopathy, Tears, and Subluxation. Journal of Clinical Medicine, 27. Januar 2024.
  7. Ghandour S, Mercer RW et al.: Diagnostic accuracy of MRI and US for peroneal tendon tears: a systematic review and meta-analysis. European Radiology, 4. März 2025.
  8. Fram BR, Rogero R et al.: Clinical Outcomes and Complications of Peroneal Tendon Sheath Ultrasound-Guided Corticosteroid Injection. Foot & Ankle International, 8. Mai 2019.
  9. American Academy of Orthopaedic Surgeons: Sprains, Strains, and Other Soft-Tissue Injuries. OrthoInfo, Stand: 2024.
DeMedBook