
Tinea manuum ist eine oberflächliche Infektion der Hände durch Dermatophyten, Fadenpilze, die Hornstoff (Keratin) in Haut und Nägeln nutzen. Sie sitzt an Handflächen, Handrücken oder in den Fingerzwischenräumen, häufig nur auf einer Seite, und zeigt sich oft als trockene Schuppung statt als klassischer Ring.
Der häufigste Erreger weltweit ist Trichophyton rubrum. Viele Betroffene haben gleichzeitig Fußpilz; beidseitige Sohlen plus eine schuppende Handfläche gelten in älteren Fallserien als häufigste Kombination. StatPearls (Aktualisierung März 2024) schätzt, dass zehn bis 25 Prozent der Weltbevölkerung irgendwann eine Dermatophyteninfektion durchmachen. Die CDC nennt in ihrer klinischen Übersicht vom Juli 2024 bis zu 25 Prozent im Lebensverlauf. Tinea manuum selbst bleibt seltener als Fußpilz; ihr Anteil an Dermatophytosen schwankt je nach Region zwischen etwa 0,3 und 13 Prozent.
Eine Handcreme aus der Drogerie reicht nicht immer, und vier Wochen sind kein festes Ende. Seit etwa 2018 berichten Behörden über ausgedehntere, teils terbinafinresistente Dermatophyten. CDC und die Übersicht in American Family Physician (Oktober 2025) raten deshalb zum Erregernachweis, wenn der Verlauf atypisch ist, und raten von Kortisoncremes ab, solange ein Handpilz nicht ausgeschlossen ist.
Wie sieht Tinea manuum an den Händen aus?
An den Handflächen überwiegt meist eine langsam wachsende, trockene Schuppung mit verdickter Hornschicht, oft nur leichtem Juckreiz. DermNet beschreibt diese hyperkeratotische Form als den häufigeren Verlauf, wenn ein menschenadaptierter Pilz (anthropophil) die Ursache ist. Die Hautlinien können betont wirken; die Schuppen in den Furchen erscheinen dann weißlich.
Am Handrücken ähnelt das Bild eher einer Ringelflechte am Körper. Es entsteht eine gerötete, schuppende Plaque mit aktivem Rand und hellerer Mitte, manchmal in mehreren konzentrischen Ringen. Cleveland Clinic (Stand August 2022) hält fest, dass die Herde auf heller Haut eher rot oder rosa, auf dunkler Haut eher braun oder grau wirken. Mehrere Ringe nebeneinander kommen vor.
An den Fingerkanten oder in der Hohlhand können kleine Bläschen mit zähflüssig-klarer Flüssigkeit aufschießen. Sie jucken oder brennen und hinterlassen nach dem Platzen einen schuppenden Saum. Diese Form täuscht leicht ein dyshidrotisches Ekzem vor. Zoophile oder bodenständige Erreger, etwa von Katze, Rind, Igel oder Erde, liefern eher schmerzhafte, pustulöse, stark gerötete Plaques; selten kommen Lymphbahnentzündungen dazu.
In einer thailändischen Klinikserie mit 107 mykologisch gesicherten Fällen (Scientific Reports, Januar 2025) war Juckreiz das führende Symptom (75,7 Prozent), Schuppung der Handfläche der häufigste Befund (85,9 Prozent). Bläschen zeigten sich nur bei 12,1 Prozent der palmaren Verläufe, die Zwischenfingerräume fast nie isoliert. Diabetes bestand bei 26,2 Prozent, eine vorausgegangene Kortisoncreme bei 23,4 Prozent. Das ist eine Spezialambulanz, keine Bevölkerungszahl, erklärt aber, warum viele Betroffene erst spät kommen: die Hand wirkt „nur trocken“.
Nägel der befallenen Hand verdicken, verfärben oder bröckeln oft mit. In derselben Serie hatten 43 Prozent eine Fingernagelmykose, 59,8 Prozent zusätzlich eine Pilzinfektion an anderer Haut. Wer nur die Handfläche eincremt und Fuß oder Nagel übersieht, lässt das Reservoir stehen.

Woran unterscheidet sich der Handpilz von Ekzem und Psoriasis?
Tinea manuum sitzt typischerweise einseitig oder deutlich ungleich; chronisches Handekzem und Psoriasis der Handflächen betreffen meist beide Seiten ähnlich. DermNet nennt weitere Hinweise: weiße Schuppen genau in den Furchen, ein erhabener Rand, zusammenhängender Befall von Fläche und Rücken sowie benachbarte Nagelveränderungen. Keines dieser Zeichen beweist die Diagnose allein.
Handekzem juckt oft stärker, wechselt mit Schüben und hängt an Kontaktstoffen, Atopie oder Feuchtarbeit. Kontaktekzem folgt dem Muster der Exposition, etwa unter einem Ring oder am Handrücken nach Nickel. Dyshidrotisches Ekzem liefert juckende Bläschen an Fingerkanten, ähnlich der bläschenbildenden Tinea, bleibt aber mykologisch leer. Psoriasis zeigt scharf begrenzte, oft silbrig-schuppende Plaques, häufig mit Grübchen oder Ölflecken an den Nägeln und Herden an Ellenbogen, Kopfhaut oder Gesäßfalte; Familienanamnese hilft.
Keratolysis exfoliativa löst rundliche Hornlamellen an den Handflächen, ohne Ring und ohne Erreger. Bakterielle oder herpetische Entzündungen der Fingerkuppe können eine stark entzündliche, zoophile Tinea nachahmen; StatPearls warnt vor dieser Verwechslung bei Igel- oder Kleintierkontakt. Steroidcremes, die monatelang auf ein „Ekzem“ gehen, können das Bild verwischen (Tinea incognita) und die Ausbreitung erleichtern.
Dermatoskopisch liegen die weißlichen Schuppen bei Tinea manuum vor allem in den Furchen und Hautleisten. Bei Psoriasis der Handfläche sind die Schuppen eher diffus weiß, beim chronischen Handekzem eher gelblich mit Krusten oder winzigen Bläschenpunkten. Diese Muster ersetzen den Labortest nicht, können die Auswahl der Abschabung aber gezielter machen.
| Merkmal | Tinea manuum | Chronisches Handekzem | Psoriasis der Hände |
|---|---|---|---|
| Verteilung | oft eine Hand, ungleich | meist beide Hände | meist beide Hände |
| Schuppung | weißlich in den Furchen | gelblich, Krusten möglich | diffus, oft silbrig |
| Rand | kann erhaben, ringförmig sein | unscharf, schubweise | scharf, plaqueartig |
| Begleitbefund | Fußpilz, Nagelmykose | Atopie, Kontaktstoffe | Kopfhaut, Nägel, Gelenke |
| Ansteckend | ja, über Haut, Tiere, Flächen | nein | nein |
Die CDC betont seit 2024, dass Blickdiagnose allein Ringelflechte, Ekzem und Psoriasis unzuverlässig trennt. Wer eine einseitige „trockene Hand“ über Wochen mit Fettcreme oder Kortison behandelt und die Füße nie zeigen lässt, verliert Zeit.
Wie steckt man sich an und wer ist gefährdet?
Dermatophyten haften über Mannane an keratinhaltiger Haut und öffnen sich mit Proteasen den Weg ins Stratum corneum. Die Hornschicht verdickt sich als Abwehr, klinisch als Schuppung und derbe Fläche. T. rubrum kann zusätzlich die Lymphozytenantwort dämpfen; das erklärt langsame, wenig entzündliche Verläufe an Hand und Fuß.
Die CDC (klinische Übersicht, Juli 2024) nennt Hautkontakt mit infizierten Menschen oder Tieren, geteilte Handtücher, Kleidung und Bettwäsche sowie feuchte Böden in Duschen und Umkleiden. Symptome beginnen meist vier bis 14 Tage nach der Exposition. Autoinokulation ist der Alltagsweg an der Hand: wer juckende Zehen oder bröckelnde Fußnägel kratzt, trägt denselben Stamm auf die dominante Hand. Cleveland Clinic beschreibt genau diesen Ablauf als häufigen Einstieg.
Zoophile Arten kommen von Katze, Hund, Rind, Meerschweinchen oder Igel (Trichophyton erinacei). Geophile Arten sitzen in Erde und an Gartengeräten (Nannizzia gypsea). Anthropophile Arten (T. rubrum, T. interdigitale, Epidermophyton floccosum) wandern vor allem von Mensch zu Mensch und von Fuß zu Hand. Selten sind Nicht-Dermatophyten wie Neoscytalidium; in der thailändischen Serie stellten sie 14 Prozent der positiven Kulturen und heilten deutlich schlechter.
Risiko steigt bei Männern im Jugend- und Erwachsenenalter, Diabetes, Immunsuppression, starkem Schwitzen, feuchtwarmem Klima und Feuchtarbeit. StatPearls listet außerdem Okklusivschuhe, Gemeinschaftsbäder, Sportstätten, wiederholte Handtraumata bei Mechanikern oder Maschinenführern und engen Tierkontakt. Kontaktsport, enge Unterkünfte und geteilte Sportgeräte nennt Cleveland Clinic zusätzlich. Eine geschwächte Abwehr kann atypische, ausgedehnte Bilder liefern.
Warum sind oft beide Füße und nur eine Hand befallen?
Beide Fußsohlen oder Zehenzwischenräume sind befallen, eine Hand schuppt oder wirkt derb-trocken, die andere bleibt frei. StatPearls zitiert Serien, in denen dieses Muster rund 65 Prozent der Tinea-manuum-Fälle ausmacht; beidseitiger Fuß- plus beidseitiger Handbefall folgte mit etwa 19 Prozent, isoliert eine Hand mit knapp 12 Prozent, beide Hände allein mit rund 4 Prozent. Cleveland Clinic gibt dieselben Größenordnungen wieder.
In der thailändischen Klinikstudie 2025 lag das Muster nur bei 10,3 Prozent. Unterschiedliche Regionen, Überweisungswege und Definitionen erklären die Spanne. Für die Praxis zählt weniger die Prozentzahl als die Regel: bei jedem Handverdacht die Füße und Nägel mituntersuchen. Stammvergleiche an T. rubrum haben identische Isolate an Hand und Fuß gefunden; der Fuß ist meist das Reservoir. In Lehrtexten heißt die Konstellation oft Einhand-Zweifuß-Syndrom.
Warum eine Hand verschont bleibt, ist nicht restlos geklärt. Kratzen mit der Gebrauchshand, ungleiche Schweiß- und Hornschicht und wiederholte Mikrotraumata gelten als plausibel. Nagelbefall sitzt oft an derselben Hand. StatPearls wertet das Muster, Nagelmitbefall, zwei oder mehr Körperstellen, Immunsuppression, Rückfälle und Versagen der Creme als Gründe für eine systemische Therapie.
Wer nur die schuppende Handfläche behandelt und den Mokassin-Befall an beiden Sohlen ignoriert, sieht die Hand nach Wochen wiederkommen. Dasselbe gilt für unbehandelte Fußnägel. Die American Academy of Dermatology formuliert das Prinzip so: Ringelflechte muss überall am Körper gleichzeitig behandelt werden, sonst bleibt ein Streuherd.
Wie stellt der Arzt Tinea manuum fest?
Zuerst kommt die gezielte Untersuchung von beiden Händen, Füßen, Nägeln und, wenn nötig, Leiste und Körperstamm, plus Fragen zu Tieren, Sport, Reisen, Vorcremes und Immunlage. Cleveland Clinic beschreibt, dass viele Ärzte die Füße mit ansehen, weil der gemeinsame Befall so häufig ist. Ein einseitiges „Handekzem“, das auf Fettcreme nicht reagiert, ist für StatPearls bereits ein Hinweis, mykologisch nachzudenken.
Der nächste Schritt ist ein Kalilauge-Präparat (KOH) vom Schuppenrand oder aus einer Pustel. Hyphen werden unter dem Mikroskop oft innerhalb eines Tages sichtbar. Die gepoolte Analyse, die StatPearls zitiert, nennt für KOH-Ausstriche eine Sensitivität von 73,3 Prozent und eine Spezifität von 48 Prozent; ein negatives Präparat schließt die Infektion also nicht aus. Die Kultur dauert zwei bis sechs Wochen, kann die Art bestimmen und, wo verfügbar, Empfindlichkeiten gegen Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol liefern. Die Behandlung startet trotzdem, sobald Klinik plus Direktnachweis passen.
Die CDC empfiehlt seit 2024 den Test vor der antimykotischen Verordnung, weil Fehldiagnosen Kortison auf einen Pilz setzen und Resistenzprobleme wachsen. American Family Physician (2025) stuft den KOH-Test in der Praxis als sinnvoll ein, akzeptiert aber einen zwei-wöchigen Versuch mit reiner Antimykotikacreme (ohne Kortison), wenn Test oder Überweisung nicht greifbar sind und die Kontrolle den Verlauf dokumentiert. Wird es unter Kortison schlechter, rückt ein Dermatophyt nach vorn.
Weitere Werkzeuge: Dermatoskopie der Furchen, bei unklaren Bildern eine Probe mit PAS-Färbung, bei hartnäckigen Verläufen PCR oder moderne Nukleinsäuretests, vor allem wenn resistente Arten wie Trichophyton indotineae im Raum stehen. Eine Wood-Lampe hilft bei T. rubrum, dem häufigsten Handerreger, selten weiter, weil dieser Stamm typischerweise nicht fluoresziert. Nagelspäne gehören dazu, sobald die Platte verdickt oder sich löst.

Welche Behandlung hilft bei Tinea manuum?
Lokale Antimykotika sind die erste Wahl, solange die Fläche begrenzt ist, Nägel frei bleiben und keine Immunschwäche besteht. StatPearls nennt vergleichbare Heilraten für Allylamine (Terbinafin, Naftifin), Imidazole (Clotrimazol, Ketoconazol und verwandte), Butenafin und Ciclopirox. Nystatin wirkt gegen Sprosspilze, nicht gegen Dermatophyten, und gehört nicht auf diese Diagnose. Die CDC (Aktualisierung Februar 2026) listet für Hautbefall frei verkäufliches Clotrimazol, Miconazol, Terbinafin und Ketoconazol und nennt übliche Auftragezeiten von zwei bis vier Wochen, auch wenn der Juckreiz früher nachlässt.
StatPearls setzt die typische Lokalphase eher bei vier bis sechs Wochen an, kürzer bei neueren Azolen wie Luliconazol oder Econazol (etwa zwei bis vier Wochen). Cleveland Clinic spricht von ein- bis zweimal täglichem Auftrag bis zu sechs Wochen. Mayo Clinic rät bei milde verlaufender Körper-Ringelflechte zu Clotrimazol oder Terbinafin nach Packungsangabe und zu trockener, sauberer Haut. Die AAD hält fest, dass eine milde Handinfektion mit Creme abklingen kann, an den Händen aber häufig ein orales Mittel wie Terbinafin oder Itraconazol nötig wird, und bei Nagelbefall fast immer.
| Situation | Übliche Strategie | Quelle |
|---|---|---|
| Umschriebene Haut ohne Nagel | Azol- oder Allylamin-Creme 2–6 Wochen | CDC 2026, StatPearls 2024 |
| Beidseitiger Fußpilz plus eine Hand oder mehrere Areale | Oral plus Lokal, Füße mitbehandeln | StatPearls 2024, AAD |
| Nagelmitbefall | Orales Terbinafin oder Itraconazol nach Test | AAD, AAFP 2025 |
| Versagen der Creme, Rückfall, Immunschwäche | Umstellung auf oral, Artbestimmung | StatPearls 2024 |
| Verdacht auf resistente Dermatophyten | Speziallabor, oft längeres Itraconazol | CDC 2024, AAFP 2025 |
| Kortison- oder Kombi-Creme | In der Regel nicht verwenden | CDC 2026, AAFP 2025 |
Orale Optionen mit ähnlichen Heilraten sind laut StatPearls Terbinafin und Itraconazol. Die AAFP-Tabelle 2025 nennt für orales Terbinafin 250 mg einmal täglich (Zulassung vor allem Nagel und Kopfhaut, Handbefall ohne eigene Zulassung) und für Itraconazol höhere, kürzere Schemata; bei T. indotineae kann die Dauer deutlich länger sein. Dosierung, Leberwerte, Wechselwirkungen und Dauer legt der behandelnde Arzt fest, nicht die Packung von der Drogerie. Fluconazol tauchte in der thailändischen Serie häufig auf; die Heilrate dort lag insgesamt bei 56,4 Prozent mykologisch, die mediane Zeit bis zur Heilung bei 7,6 Monaten. Das spiegelt schwere, oft vorbehandelte Fälle, nicht den Alltag einer frischen, umschriebenen Infektion.
Ältere Texte hoben Terbinafin und Naftifin als besonders wirksam hervor. StatPearls 2024 sieht zwischen den gängigen Lokalstoffklassen keinen relevanten Unterschied in der Heilrate. Die neue Linie liegt woanders: Steroid-Antimykotika-Kombis meiden, Testen vor langen oralen Kursen, bei ausbleibender Besserung an Resistenz und an unbehandelte Füße denken. Ein älteres Expertengremium erlaubte Kortison höchstens in der ersten Woche parallel zum Antimykotikum bei sehr starker Entzündung. CDC und AAFP 2025 stellen den Steroidanteil klar hinter die Diagnose und hinter den Resistenzschutz.
Wann zum Arzt und welche Warnzeichen gelten?
Die CDC hält es für sinnvoll, bei jedem Verdacht auf Ringelflechte ärztlichen Rat zu holen, auch wenn Drogeriecremes existieren. Unbedingt abklären sollte man Nagelveränderungen, ausbleibende Besserung nach der vorgesehenen Cremephase, ausgedehnte oder ungewöhnlich schwere Herde, Kontakt zu jemandem mit hartnäckiger Infektion und Reisen in Regionen mit bekannten resistenten Dermatophyten. Cleveland Clinic nennt sechs Wochen ohne klare Besserung als Schwelle, wieder vorstellig zu werden.
Rote Streifen am Unterarm, Fieber, rasch zunehmende Schwellung oder eitrige Pusteln nach Tierkontakt können eine bakterielle Superinfektion oder eine stark entzündliche zoophile Tinea anzeigen. StatPearls beschreibt Lymphangitis vor allem bei zoonotischen Erregern. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund für zeitnahe Untersuchung statt weiterer Selbstversuche mit Mischcremes.
Unklare Diagnose, Versagen der Therapie, Verdacht auf Immundefekt oder ein Bild, das trotz Creme und vermeintlichem „Ekzem“ über Monate läuft, gehören zum Dermatologen. Primärversorgung kann die Mehrzahl der Fälle steuern. Chronische Kortison- oder Calcineurininhibitor-Therapie auf eine einseitige Handfläche ohne Mykologie verschleppt die Diagnose und erzeugt Tinea incognita.
Kinder sind seltener betroffen als Erwachsene, aber nicht geschützt, besonders bei Haustieren mit kahlen Stellen. Schwangere und Menschen mit Lebererkrankung brauchen vor oralen Azolen oder Terbinafin eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung; die Mittel sind nicht „harmlos, weil sie gegen Hautpilz sind“. Wer Diabetes hat, sollte Fuß- und Nagelpilz ernst nehmen, weil Reservoire und bakterielle Folgeinfekte dort häufiger werden.
Wie lässt sich eine erneute Infektion vermeiden?
Hände trocken und sauber halten, nach Tierkontakt waschen, in Gemeinschaftsduschen Schuhe tragen und Handtücher nicht teilen, senkt das Risiko, wie die CDC für Ringelflechte insgesamt beschreibt. Der wirksamste Handschutz ist oft der behandelte Fuß. Unbehandelter Fußpilz, gekratzte Zehen und bröckelnde Nägel füttern die dominante Hand immer wieder.
StatPearls und Cleveland Clinic raten konkret dazu, Füße nicht zu kratzen, Fußpilz früh und vollständig mitzubehandeln, mögliche Kontaktpersonen und Haustiere zu prüfen und Kortison-Selbstversuche zu lassen. Sportler sollen nach dem Training duschen, Trikots und Matten nicht teilen. Gärtner und Landwirte schützen rissige Hände und achten auf kahle, schuppende Stellen bei Tieren.
- Wer juckende Zehen oder Fußnägel hat, behandelt diese Stellen parallel zur Hand, sonst bleibt das Reservoir.
- Gemeinschaftsduschen und Umkleiden bleiben feucht; festes Schuhwerk dort senkt den Fuß- und damit den Handbefall.
- Handtücher, Waschlappen und Sportbinden gehören nicht in den Familienpool, solange Herde aktiv sind.
- Haustiere mit kahlen, schuppigen Flecken brauchen den Tierarzt, bevor man sie weiter intensiv streichelt.
- Die Creme oder Tablette wird so lange genutzt, wie verordnet, auch wenn der Juckreiz früher nachlässt.
Rückfälle bleiben häufig, weil symptomfreie Träger in Haushalt oder Stall den Pilz halten und weil Sporen auf Böden und Textilien überdauern. Desinfektion von Schuhen, Duschböden und gemeinsam genutzten Geräten gehört deshalb zur Therapie, nicht nur zur Hygienepredigt. Eine „geheilte“ Handfläche bei weiter schuppender Sohle ist ein unvollständiger Kurs.
Häufige Fragen
Ist Tinea manuum ansteckend?
Ja, Dermatophyten springen über Hautkontakt, Tiere, Erde und kontaminierte Gegenstände. Die CDC nennt auch sexuelle Übertragung bei bestimmten neueren Stämmen; der klassische Weg an der Hand bleibt Autoinokulation vom Fuß und enger Kontakt im Alltag. Handschuhe bei der Cremeanwendung an eigenen Füßen können die Verschleppung mindern.
Kann ich die Infektion selbst mit Drogeriecreme behandeln?
Eine umschriebene, frische Schuppung ohne Nagelbefall kann auf Clotrimazol, Miconazol oder Terbinafin ansprechen, zwei bis sechs Wochen durchgängig. Fehlt die Besserung, sitzt der Pilz an Nägeln oder beiden Füßen, oder die Fläche wächst, braucht es ärztliche Diagnose und oft ein orales Mittel. Mayo Clinic rät bei ausbleibendem Ansprechen zu verschreibungspflichtigen Präparaten.
Warum ist oft nur eine Hand betroffen?
Weil viele den Fußpilz mit derselben Hand kratzen und die andere Hand weniger Kontakt hat. Ältere Serien fanden genau diese Kombination in etwa zwei Dritteln der Fälle. Beidseitiger, aber ungleicher Befall kommt vor; spiegelgleicher, schubweiser Juckreiz spricht eher für Ekzem.
Wie lange dauert es, bis die Haut ruhiger wird?
An glatter Körperhaut sieht die CDC oft zwei bis vier Wochen Lokaltherapie. An der derben Handfläche rechnet StatPearls eher mit vier bis sechs Wochen, Cleveland Clinic mit bis zu sechs Wochen, die AAD mit längeren Verläufen und häufiger oraler Therapie. Nägel brauchen Monate. In einer schwer vorselektierten Klinikserie 2025 lag die mediane Zeit bis zur mykologischen Heilung bei 7,6 Monaten.
Hilft Kortisoncreme gegen den Juckreiz?
Kortison kann den Juckreiz kurz dämpfen und den Pilz zugleich fördern, das Bild verändern und die Diagnose erschweren. CDC und AAFP 2025 raten klar von Steroidcremes und von Kombipräparaten mit Clotrimazol plus Betamethason ab. Juckreiz mindert das Antimykotikum, sobald die Last sinkt; kühle, feuchte Umschläge ohne Steroid können überbrücken.
Müssen Haustiere untersucht werden?
Bei entzündlichen, einseitigen, pustulösen Herden und bei Igeln, Meerschweinchen, Katzen oder Rindern im Umfeld ja. Zoophile Erreger bleiben im Bestand, wenn nur der Mensch behandelt wird. Kahle, schuppende Stellen am Tier gehören in die Tierarztpraxis, nicht unter Hausmittel.

Fazit
Eine einseitige, schuppende, derbe Handfläche ist so lange ein Handpilzverdacht, bis Füße, Nägel und ein einfacher Mykologietest das Gegenteil zeigen. Blickdiagnose allein trennt Ekzem, Psoriasis und Tinea zu unsicher, und Kortison auf den unklaren Ausschlag macht den nächsten Schritt schwerer.
Creme über zwei bis sechs Wochen kann eine umschriebene Infektion beruhigen, wenn der Kurs zu Ende geführt wird und Nystatin nicht anstelle eines Dermatophytenmittels steht. Nägel, der kombinierte Befall von beiden Sohlen und einer Hand, Rückfälle und ausbleibende Besserung gehören in die Sprechstunde; dort entscheiden Test und, wenn nötig, Terbinafin oder Itraconazol über Wochen. Resistente Stämme sind nicht der Alltag jeder trockenen Hand, ändern aber die Regel „einfach irgendetwas Antimykotisches, ohne Probe“.
Morgen zählt der praktische Dreischritt: Füße ansehen und mitbehandeln, Steroidcreme liegen lassen, bei fehlender Besserung oder Nagelbefall den Termin machen statt die Tube zu wechseln.
Quellen
- Chamorro MJ, Syed HA, House SA: Tinea Manuum – StatPearls – NCBI Bookshelf. StatPearls, 1. März 2024.
- Centers for Disease Control and Prevention: Treatment of Ringworm. Centers for Disease Control and Prevention, 9. Februar 2026.
- Centers for Disease Control and Prevention: Clinical Overview of Ringworm. Centers for Disease Control and Prevention, 15. Juli 2024.
- Cleveland Clinic: Tinea Manuum: Symptoms, Causes & Treatment. Cleveland Clinic, 25. August 2022.
- Suphatsathienkul P, Jirawattanadon P et al.: Tinea manuum: a 5 year retrospective study of demographic data, clinical characteristics, and treatment outcomes. Scientific Reports, 27. Januar 2025.
- American Academy of Dermatology Association: Ringworm: Diagnosis and treatment. American Academy of Dermatology, Stand: 2025.
- Caplan AS, Gold JAW et al.: Diagnosis and Management of Tinea Infections. American Family Physician, Oktober 2025.
- DermNet New Zealand: Tinea manuum — extra information. DermNet, Stand: 2003.
- Mayo Clinic Staff: Ringworm (body) – Diagnosis & treatment. Mayo Clinic, 26. April 2022.
