HIDA-Scan bei Gallenbeschwerden Ablauf und Befund

HIDA-Scan bei Gallenbeschwerden Ablauf und Befund

Ein HIDA-Scan zeigt, ob Galle aus der Leber in die Gallenblase und weiter in den Dünndarm fließt. Die Nuklearmedizin spritzt dazu ein schwach radioaktives Radiopharmakon in eine Vene; eine Gammakamera folgt seinem Weg, statt nur die Form der Organe festzuhalten.

Angeordnet wird die Untersuchung vor allem, wenn der Ultraschall Steine oder eine verdickte Wand nicht eindeutig mit den Beschwerden verbindet, oder wenn die Entleerungsleistung der Gallenblase gemessen werden soll. Die Tokyo-Leitlinien von 2018 belassen den Ultraschall als erste Bildgebung bei Verdacht auf akute Cholezystitis, obwohl eine Metaanalyse von 2012 der Choleszintigraphie die höhere Treffsicherheit zuschreibt. Seit 2010 gilt für die Auswurffraktion ein 60-Minuten-Protokoll mit Sincalid; seit 2023 beschreiben europäische und US-Gesellschaften zusätzlich die quantitative Messung der Restleberfunktion vor großen Leberoperationen.

Was der HIDA-Scan misst und wann er angeordnet wird

Der Test prüft Funktion und Durchgängigkeit des Gallensystems, nicht die bloße Anatomie. Das Radiopharmakon folgt dem Weg des Bilirubins: Aufnahme in Leberzellen, Ausscheidung in die Gallenwege, Speicherung in der Gallenblase, Übertritt in den Zwölffingerdarm.

Der Name HIDA stammt vom ersten Iminodiessigsäure-Präparat. StatPearls (Aktualisierung Juli 2023) hält fest, dass dieser ursprüngliche Stoff kommerziell nicht mehr verfügbar ist. Heute wird meist Technetium-99m-Mebrofenin verwendet, weil die Leber es auch bei erhöhtem Bilirubin noch gut aufnimmt; Disofenin bleibt eine Alternative. Andere Bezeichnungen sind Choleszintigraphie und hepatobiliäre Szintigraphie.

Die Mayo Clinic (Juni 2025) nennt als typische Anlässe eine Entzündung der Gallenblase, einen Verschluss der Gallenwege, angeborene Fehlbildungen wie die Gallengangsatresie, postoperative Komplikationen wie Gallenlecks oder Fisteln sowie die Kontrolle nach einer Lebertransplantation. Dazu kommt die Messung, wie viel Galle die Blase nach einem Reiz abgibt, die Gallenblasen-Auswurffraktion.

Die Cleveland Clinic (Mai 2022) beschreibt den häufigsten Anlass als starken Schmerz rechts oben im Bauch, oft mit Fieber. Etwa 90 Prozent der akuten Cholezystitiden entstehen durch Steine, die den Ductus cysticus verlegen. Die restlichen Fälle sind steinfrei und treffen vor allem sehr alte, sehr junge oder schwerkranke Menschen sowie Patientinnen und Patienten unter künstlicher Ernährung. Nach Gallenblasen- oder Leberoperation, nach einem Lebertransplantat oder bei einem liegenden Gallengangsstent kann derselbe Scan klären, ob Galle austritt oder der Abfluss stockt.

Funktionale Beschwerden ohne Stein im Ultraschall sind ein eigener Grund. Dann geht es nicht um eine verstopfte Mündung, sondern um eine Gallenblase, die sich schlecht zusammenzieht. Das interdisziplinäre Panel um DiBaise (2011) sieht darin die Hauptindikation für die stimulierte Choleszintigraphie, verlangt aber eine sorgfältige Auswahl: typischer biliärer Schmerz, unauffällige Anatomie, andere Ursachen bereits bedacht.

Gamma-Kamera für Hida-Scan

Wie der Tracer durch Leber und Gallenwege wandert

Nach der Injektion bindet das Radiopharmakon an Albumin, erreicht die Leber und wird von den Hepatozyten aufgenommen. Von dort gelangt es in die Gallenkanälchen, die sich zu den großen extrahepatischen Gängen vereinen, und weiter in die Gallenblase oder direkt in den Darm, je nachdem, ob der Ductus cysticus offen ist und die Blase erschlafft.

Genau diese Physiologie macht den Test nützlich. Fehlt die Füllung der Gallenblase trotz offener extrahepatischer Wege, spricht das für einen verschlossenen Ductus cysticus. Erscheint Aktivität außerhalb von Leber, Gallenbaum und Darm, liegt ein Leck nahe. Kommt nichts im Darm an, obwohl die Leber den Stoff aufgenommen hat, steht ein Abflusshindernis oder, beim Säugling, eine Atresie im Raum.

Die Gesellschaft für Nuklearmedizin (SNM-Leitlinie 4.0, 2010) beschreibt den Normalablauf so: Leberparenchym sofort sichtbar, Blutpool im Herzen rasch leer, danach intra- und extrahepatische Gänge, Gallenblase und oberer Dünndarm, alles binnen einer Stunde. Eine gefüllte Gallenblase bedeutet einen offenen Ductus cysticus und schließt eine akute Cholezystitis mit hoher Sicherheit aus. Nach einer Sincalid-Vorbehandlung kann der Darm später erscheinen, weil die Galle bevorzugt in die entleerte Blase fließt; das ist dann kein Verschluss.

Zwei technische Details ändern die Bilder. Fasten kürzer als zwei bis vier Stunden lässt die Blase noch kontrahiert; Fett in der letzten Mahlzeit hat körpereigenes Cholecystokinin ausgelöst. Fasten länger als 24 Stunden dickt die Galle ein, und der Tracer kommt oft nicht mehr hinein. Beide Extreme können eine nicht sichtbare Gallenblase vortäuschen. Opioide erhöhen den Tonus des Sphincter Oddi und können einen echten Verschluss nachahmen.

Wann zuerst der Ultraschall kommt und wann die Szintigraphie

Bei Verdacht auf Gallensteine oder akute Cholezystitis bleibt der Bauchultraschall die erste Aufnahme. Er ist schnell verfügbar, belastet nicht mit ionisierender Strahlung und findet Steine größer als zwei Millimeter mit hoher Sicherheit. Die Tokyo-Leitlinien 2018 verlangen für die definitive Diagnose lokale Zeichen, systemische Entzündung und ein Bild; als Methode empfehlen sie den Ultraschall, obwohl ältere Vergleiche der Szintigraphie die bessere Trefferquote gaben.

Die Metaanalyse von Kiewiet und Kollegen (Radiology, 2012) fasste 57 Studien mit 5859 Patientinnen und Patienten zusammen. Die Choleszintigraphie erreichte 96 Prozent Sensitivität (95-Prozent-Konfidenzintervall 94–97) und 90 Prozent Spezifität (86–93). Der Ultraschall lag bei 81 Prozent Sensitivität (75–87) und 83 Prozent Spezifität (74–89). Magnetresonanztomographie lag dazwischen, Computertomographie war kaum vergleichbar untersucht. Das ist eine langfristige Beobachtung, kein neuer Datensatz von 2025, aber sie erklärt, warum Nuklearmedizin nach einem unklaren Ultraschall noch Sinn hat.

Das ACR-Panel zu Schmerzen im rechten Oberbauch (Update 2022, erschienen 2023) ordnet Röntgen, Ultraschall, Nuklearmedizin, CT und MRT nach klinischen Varianten. Fieber, Leukozytose und Druckschmerz rechts oben lenken zuerst zur Sonographie. Fehlt die systemische Entzündung, bleiben mehr Differenzialdiagnosen offen: Pankreatitis, Ulkus, Cholangitis, Leberabszess, Hepatitis. Der HIDA-Scan beantwortet dann eine engere Frage, nämlich ob der Ductus cysticus durchgängig ist oder die Blase sich entleert.

Das Merck Manual (Fachfassung, Review November 2025) schreibt, die zunehmende Verfügbarkeit der MRCP habe den Alltagswert der HIDA-Untersuchung bei akuter Cholezystitis deutlich gesenkt. Für den Nachweis eines Gallenlecks, für anatomische Varianten nach Operation und für die Quantifizierung des Gallenflusses nach Cholezystektomie bleibt die Szintigraphie nützlich. Bei schwerer Cholestase scheidet die Leber weniger Tracer aus; dann täuscht der Scan oft.

Seit 2023 kommt eine zweite, spezialisierte Rolle hinzu. Die gemeinsame Verfahrensleitlinie von EANM, SNMMI und IHPBA standardisiert die Mebrofenin-SPECT/CT zur Schätzung der Funktion des künftigen Leberrests vor großer Resektion oder vor selektiver interner Radiotherapie. Volumen allein unterschätzt oder überschätzt die Leistung, wenn das Parenchym ungleich krank ist. Als praktischer Schwellenwert gilt 2,7 Prozent pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche; darunter steigt das Risiko eines postoperativen Leberversagens. Das ersetzt keine Volumetrie, sondern ergänzt sie.

Wie Sie sich auf den HIDA-Scan vorbereiten

Vier bis sechs Stunden nüchtern bleiben, innerhalb der letzten 24 Stunden aber etwas gegessen haben. Die Mayo Clinic nennt vier Stunden und erlaubt oft klare Flüssigkeiten. MedlinePlus (Review Januar 2025) verlangt ebenfalls vier Stunden Pause und ausdrücklich eine Mahlzeit am Vortag. Länger als einen Tag ohne Nahrung erhöht das Risiko, dass die Gallenblase unsichtbar bleibt.

Opioide gehören mindestens sechs Stunden vorher abgesetzt, wenn der Arzt den Abfluss oder die Auswurffraktion beurteilen will. StatPearls listet Morphin und verwandte Stoffe als häufigste Störer, weil sie den Schließmuskel an der Papille verkrampfen. Die SNM-Leitlinie rechnet mit etwa vier Halbwertszeiten des jeweiligen Mittels. Wer starke Schmerzen hat und regelmäßig Opioide braucht, sollte das vor der Terminvergabe sagen; sonst droht ein falsch auffälliges Bild statt einer Klärung.

Weitere Stoffe können die Kontraktion dämpfen. StatPearls nennt Atropin, Benzodiazepine, Ethanol, Indometacin, Nikotin, Nifedipin, orale Kontrazeptiva, Octreotid und Theophyllin. Ob ein Mittel pausiert wird, entscheidet die verordnende Praxis, nicht die Patientin oder der Patient allein. Barium aus einer vorausgegangenen Röntgenuntersuchung und wismuthaltige Magenschutzmittel können die Bilder überlagern; ein Abstand von etwa zwei Tagen ist in pädiatrischen Protokollen üblich.

Schwangerschaft und Stillzeit gehören vor der Injektion auf den Tisch. In den meisten Fällen wird ein nuklearmedizinischer Test in der Schwangerschaft verschoben, schreibt die Mayo Clinic, weil eine Strahlenbelastung des Fetus möglich ist. Stillen behandelt die SNM-Leitlinie unter Verweis auf ICRP-Publikation 106 anders als viele Klinikzettel: Für Technetium-99m-Iminodiessigsäure-Verbindungen sei keine Unterbrechung nötig. Die Cleveland Clinic rät trotzdem, 24 Stunden abgepumpte Milch zu verwerfen. Beides kann nebeneinander stehen; maßgeblich ist das Protokoll der ausführenden Abteilung und der verwendete Stoff.

Neugeborene, bei denen eine Gallengangsatresie ausgeschlossen werden soll, brauchen oft eine medikamentöse Vorbereitung über mehrere Tage. Das gehört in die Kinderklinik, nicht in eine kurzfristige Nüchternphase wie beim Erwachsenen.

Schmuck und Metall am Bauch stören die Kamera. Ein Klinikhemd ist üblich. Wer Enge schlecht aushält, kann das sagen: Die Kamera liegt über dem Bauch und bleibt seitlich offen, sie ist kein geschlossener Röhre.

Was während der Untersuchung passiert

Sie liegen auf dem Rücken, eine Kanüle kommt in Hand oder Arm, das Radiopharmakon wird gespritzt. Kälte oder Druck an der Einstichstelle sind möglich; der Scan selbst erzeugt keinen Schmerz. Die Kamera steht dicht über dem Oberbauch und nimmt in der ersten Stunde meist minütlich Bilder auf. Stillhalten verbessert die Qualität; zwischen Serien darf die Lage oft gewechselt werden.

Die SNM-Leitlinie gibt für Erwachsene 111 bis 185 MBq Disofenin oder Mebrofenin an, bei hohem Bilirubin eher mehr. Mebrofenin wird bei eingeschränkter Leberleistung bevorzugt. Nach 60 Minuten folgen oft Schräg- und Seitenaufnahmen, damit sich Gallenblase, Gallengang und Duodenum nicht überlagern. Fehlt die Gallenblase und besteht Verdacht auf eine akute Entzündung, gibt es zwei Wege: verzögerte Bilder nach drei bis vier Stunden oder eine Morphin-Gabe.

Morphinsulfat, 0,04 Milligramm pro Kilogramm oder fest 2 Milligramm, läuft über zwei bis drei Minuten intravenös. Es verengt vorübergehend den Sphincter Oddi, der Druck in den Gängen steigt, und offene Zystikusgänge füllen die Blase. Sichtbar wird das bei durchgängigem Gang meist innerhalb von 30 Minuten; die gesamte Sitzung kann so in etwa 90 Minuten enden. Voraussetzungen sind Restaktivität in Leber und Gängen sowie Tracer im Dünndarm. Gegenanzeigen laut SNM sind erhöhter Hirndruck bei Kindern, Atemdepression ohne Beatmung, Morphinallergie und, relativ, akute Pankreatitis.

Soll die Entleerung gemessen werden, folgt Sincalid, ein synthetisches Bruchstück des Hormons Cholecystokinin. Das interdisziplinäre Panel und die SNM-Leitlinie empfehlen 0,02 Mikrogramm pro Kilogramm über 60 Minuten. Kürzere Infusionen über 15 oder 30 Minuten erzeugen bei Gesunden stark streuende Werte und Bauchkrämpfe, die nichts über die Krankheit sagen. Manche Abteilungen ersetzen Sincalid durch ein fettreiches Getränk; die Leitlinie hält das für schlechter reproduzierbar.

Unscharfe oder unvollständige Serien können eine zweite Aufnahme innerhalb von 24 Stunden nach sich ziehen, besonders bei Leckverdacht, schwerer Leberstörung oder Verdacht auf Gallengangsatresie. SPECT oder SPECT/CT hilft, ausgetretene Aktivität räumlich zuzuordnen. Nach dem Termin trinken die meisten Menschen viel Wasser; der Marker verlässt den Körper über Stuhl und Urin binnen ein bis zwei Tagen. Alltag und Nähe zu anderen Menschen sind laut Cleveland Clinic danach in der Regel wieder möglich.

Wie der Arzt die Bilder und die Auswurffraktion liest

Ein unauffälliger Lauf bedeutet, dass der Tracer frei von der Leber in die Gallenblase und den Dünndarm gelangt. Langsamer Transport kann einen Teilverschluss, eine gestörte Leberleistung oder, in bis zu 20 Prozent, eine Normvariante sein. Entscheidend bleibt die Kombination aus Klinik, Labor und Zweitbild.

Bleibt die Gallenblase nach drei bis vier Stunden oder 30 Minuten nach Morphin unsichtbar, spricht das für eine akute Cholezystitis, sofern Fasten, Opioide und schwere Begleiterkrankung bedacht wurden. Ein bandförmiger Aktivitätsraum um die Blase, das Rim-Zeichen der SNM-Leitlinie, gilt als Hinweis auf eine schwere, phlegmonöse oder gangränöse Form und als chirurgischer Notfall. Füllt sich die Blase nach Morphin oder auf den Spätbildern, ist eine akute Zystikusobstruktion unwahrscheinlich.

Befund Mögliche Bedeutung Was meist folgt
Gallenblase und Darm binnen einer Stunde sichtbar Offener Ductus cysticus, akute Cholezystitis unwahrscheinlich Klinik und Labor bleiben trotzdem maßgeblich
Gallenblase nach 3–4 h oder 30 min nach Morphin unsichtbar Passend zu akuter Cholezystitis bei passendem Krankheitsbild Chirurgische Entscheidung, nicht der Scan allein
Auswurffraktion unter 38 Prozent nach 60-Minuten-Sincalid Passend zu funktioneller Störung, nur bei typischem Schmerz Steinfreier Ultraschall, andere Ursachen ausgeschlossen
Aktivität außerhalb von Leber, Gallenwegen und Darm Hinweis auf ein Gallenleck SPECT/CT, chirurgische oder endoskopische Versorgung
Kein Tracer im Darm nach 24 Stunden beim Säugling Mit Gallengangsatresie vereinbar, nicht beweisend Invasive Darstellung oder Operation zur Sicherung

Die Auswurffraktion ist der Anteil der Aktivität, der die Gallenblase nach dem Reiz verlässt. Bei der 60-Minuten-Infusion von 0,02 Mikrogramm Sincalid pro Kilogramm liegt die untere Normgrenze bei 38 Prozent; das stammt aus einer multizentrischen Untersuchung an 60 Gesunden und wurde 2010/2011 zum Standard erklärt. Ältere Kliniktexte, darunter die Patientenseite der Cleveland Clinic von 2022, nennen noch 30 bis 35 Prozent. Der Unterschied entsteht durch kürzere Infusionen, nicht durch eine neue Krankheit. Ein niedriger Wert allein begründet keine Gallenblasenentfernung.

Falsch auffällig wird die nicht sichtbare Blase bei zu kurzem oder zu langem Fasten, bei schwerer Leberkrankheit, bei hochgradigem Choledochusverschluss, bei schwerer Begleiterkrankung und nach bereits erfolgter Cholezystektomie. Falsch unauffällig, also eine sichtbare Blase trotz akuter Entzündung, ist selten; dazu gehören eine Darmschlinge, die eine Blase vortäuscht, und einzelne Fälle steinfreier Cholezystitis.

Eine IV-Linie

Wie der Scan Neugeborenen mit Ikterus hilft

Bei anhaltendem Ikterus in den ersten Lebenswochen muss eine Gallengangsatresie von einer neonatalen Hepatitis unterschieden werden. Die Atresie verschließt die extrahepatischen Wege; ohne Operation in den ersten zwei bis drei Monaten droht bleibender Leberschaden. StatPearls und die Cleveland Clinic beschreiben die Kasai-Portoenterostomie als Überbrückung, bis ein Transplantat möglich wird.

Phenobarbital, 5 Milligramm pro Kilogramm und Tag, über mindestens drei bis fünf Tage vor dem Termin, steigert die enzymatische Ausscheidung und senkt falsch verdächtige Bilder durch unreife Leber. Die SNM-Leitlinie erlaubt als Alternative Ursodeoxycholsäure, 20 Milligramm pro Kilogramm und Tag in zwei Dosen über zwei bis drei Tage, ohne die Sedierung des Barbiturats. Mebrofenin ist bei diesen Kindern dem Disofenin vorzuziehen.

Erscheint der Tracer im Darm, ist eine komplette Atresie szintigraphisch unwahrscheinlich. Bleibt der Darm bis 24 Stunden leer, obwohl die Leber den Stoff aufgenommen hat, passt das zur Atresie, kann aber auch durch schwere hepatozelluläre Krankheit oder unreife Transportwege entstehen. Aktivität in der Windel aus dem Urin darf nicht mit Darm verwechselt werden. Die Diagnose bleibt invasiv zu sichern, durch Cholangiographie oder Operation.

Säuglinge unter sechs Monaten dürfen in manchen Kinderprotokollen vor dem Termin weiter trinken; ältere Kinder fasten zwei bis vier Stunden. Eine Bariumbreisuntersuchung sollte 48 Stunden zurückliegen. Sedierung kommt vor, wenn das Kind die Stunde unter der Kamera nicht still halten kann; eine Vollnarkose ist unüblich.

Welche Risiken, welche Dosis, was fürs Stillen gilt

Allergie gegen das Radiopharmakon, Bluterguss an der Einstichstelle und eine geringe Strahlenexposition sind die genannten Risiken. Eine schwere anaphylaktische Reaktion auf den Stoff ist laut StatPearls die einzige absolute Gegenanzeige und sehr selten.

StatPearls ordnet eine typische Untersuchung bei 3 bis 4 Millisievert ein, etwa der natürlichen Hintergrundstrahlung eines Jahres. Die SNM-Leitlinie rechnet mit 0,017 Millisievert pro Megabecquerel effektiver Dosis; bei 111 bis 185 MBq ergibt das grob 1,9 bis 3,1 Millisievert. Das kritische Organ ist die Gallenblasenwand. MedlinePlus schreibt, die Menge sei kleiner als bei einem üblichen Röntgenbild und nach ein bis zwei Tagen weitgehend verschwunden; gegenüber den Leitlinienwerten ist der Vergleich mit einem Thoraxröntgen zu niedrig gegriffen. Wiederholte Scans addieren Dosis, einzelne Untersuchungen bleiben im niedrigen diagnostischen Bereich.

In der Schwangerschaft bleibt die Abwägung streng. Die SNM-Tabelle zur fetalen Dosis nennt früh etwa 0,017 Milligray pro Megabecquerel und sinkende Werte im späteren Verlauf; Daten zum plazentaren Übertritt fehlen. Praktisch wird der Test verschoben, wenn er nicht die Therapie ändert.

Beim Stillen widersprechen sich Quellen. ICRP 106, von der SNM-Leitlinie zitiert, verlangt für Technetium-99m-IDA keine Pause. Einzelne große Kliniken, darunter die Cleveland Clinic 2022, empfehlen 24 Stunden verwerfen und vorher Milch anlegen. Ältere Ratgeber, die mehrere Tage Abstillen forderten, bilden diesen Stand nicht ab. Fragen Sie die ausführende Abteilung nach Stoff und lokalem Schema, statt eine Internetfrist zu übernehmen.

Nach Morphin kann Müdigkeit folgen. Sincalid in der langsamen 60-Minuten-Infusion soll nach der Leitlinie keine spezifischen Bauchkrämpfe auslösen; treten sie bei kurzer Infusion auf, sind sie kein Krankheitsbeweis. Flüssigkeit, Händewaschen und einmaliges Spülen der Toilette reichen als Alltagshygiene.

Wann der Oberbauchschmerz nicht auf den Termin warten darf

Plötzlicher starker Schmerz unter dem rechten Rippenbogen mit Fieber, Schüttelfrost oder anhaltendem Erbrechen gehört in die Notaufnahme, nicht auf eine elektive Warteliste. Gelbfärbung von Haut oder Augen, hellgrauer Stuhl und dunkler Urin machen einen gestörten Gallenabfluss wahrscheinlich. Nach Gallenblasen- oder Leberoperation sind Fieber, zunehmender Schmerz und Galle in einer Drainage Gründe für eine rasche Wiedervorstellung.

Die Cleveland Clinic nennt schweren rechtsseitigen Bauchschmerz als häufigsten Anlass für den Scan, betont aber die Klinik zuerst. Ein HIDA-Termin ersetzt keine Ultraschalluntersuchung in der Bereitschaft und keine chirurgische Beurteilung, wenn Murphy-Zeichen, Leukozytose und CRP bereits eine akute Cholezystitis tragen. Tokyo 2018 koppelt die Schweregrade an Sterblichkeit, Liegedauer und Umstieg auf offene Operation; Bildgebung bestätigt, sie ersetzt die Schweregrad-Einschätzung nicht.

Beim Neugeborenen bleiben Ikterus nach der zweiten Lebenswoche, entfärbter Stuhl und dunkler Urin Alarmzeichen, unabhängig vom Scantermin. Phenobarbital-Vorbereitung darf eine nötige Kinderchirurgie nicht um Wochen verschieben, wenn die Klinik bereits hoch verdächtig ist.

Wer den Termin wahrnimmt, kann am selben Tag drei Dinge klären: letzte Mahlzeit und letzte Opioidgabe, mögliche Schwangerschaft oder Stillzeit, und welche Frage der Scan beantworten soll. Ohne diese drei Angaben steigt das Risiko eines Bildes, das mehr verwirrt als erklärt.

Häufige Fragen

Tut ein HIDA-Scan weh?

Der Scan selbst ist schmerzfrei. Der Einstich der Kanüle kann kurz stechen, und bestehende Gallenbeschwerden bleiben während der Aufnahme oft spürbar, weil Schmerzmittel vom Opioidtyp das Ergebnis verfälschen können.

Wie lange dauert die Untersuchung?

Die meisten Sitzungen brauchen etwa eine Stunde, manche vier Stunden. Verzögerte Bilder bis 24 Stunden kommen bei Leck, schwerer Leberstörung oder Verdacht auf Gallengangsatresie vor.

Darf ich nach dem Scan stillen?

Die SNM-Leitlinie nennt unter Verweis auf ICRP 106 keine Pflichtpause für Technetium-99m-IDA. Manche Kliniken lassen 24 Stunden Milch verwerfen; halten Sie sich an das Schema der Abteilung, die injiziert hat.

Was bedeutet eine niedrige Auswurffraktion?

Beim 60-Minuten-Sincalid-Protokoll gelten Werte unter 38 Prozent als auffällig. Sie stützen eine funktionelle Gallenblasenstörung nur zusammen mit typischem Schmerz und ohne alternative Erklärung, nicht als alleiniger Operationsgrund.

Ersetzt der HIDA-Scan den Ultraschall?

Nein. Tokyo 2018 und das ACR-Update 2022 setzen den Ultraschall an den Anfang. Die Szintigraphie folgt, wenn die Sonographie unklar bleibt oder Funktion, Leck oder Auswurffraktion gefragt sind.

Bekomme ich Morphin oder Sincalid?

Morphin kommt infrage, wenn die Gallenblase nach 30 bis 60 Minuten unsichtbar bleibt und eine akute Entzündung geprüft wird. Sincalid oder ein fettreiches Getränk dient der Entleerungsmessung, nicht der Notfalldiagnostik.

Ist der Test in der Schwangerschaft erlaubt?

Meist wird er verschoben. Nutzen und fetale Dosis wägt das nuklearmedizinische Team nur dann ab, wenn das Ergebnis die Behandlung sofort ändert.

Fazit

Der HIDA-Scan bleibt ein Funktionsfilm des Gallensystems: Er zeigt, ob der Tracer den Weg der Galle mitgeht, nicht ob ein Stein zwei Millimeter misst. Für den akuten rechten Oberbauchschmerz bleibt der Ultraschall die erste Aufnahme; die Szintigraphie klärt den unklaren Rest, das Leck nach Operation und die Entleerung bei steinfreiem, typischem Schmerz.

Drei Zahlen haben den Alltag seit den älteren Kurztexten verändert. Die Auswurffraktion gehört an ein 60-Minuten-Sincalid und an die 38-Prozent-Grenze, nicht an bunte 15-Minuten-Infusionen. Stillende brauchen nach ICRP und SNM keine mehrtägige Pause, höchstens das lokale 24-Stunden-Schema. Vor großer Leberchirurgie kann dieselbe Technik seit 2023 die Restfunktion in Prozent pro Minute messen und das Volumen ergänzen.

Wer morgen zum Termin geht, notiert letzte Mahlzeit, letzte Schmerzmittel und ob eine Schwangerschaft möglich ist. Wer heute Fieber, Gelbsucht oder vernichtenden rechtsseitigen Schmerz hat, wartet nicht auf diesen Termin, sondern auf die nächste ärztliche Beurteilung.

Quellen

  1. Mayo Clinic: HIDA scan – Mayo Clinic. Mayo Clinic, 17. Juni 2025.
  2. Cleveland Clinic: HIDA Scan: What It Is, Purpose, Procedure & Results. Cleveland Clinic, 10. Mai 2022.
  3. MedlinePlus: Gallbladder radionuclide scan. MedlinePlus, 1. Januar 2025.
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  6. DiBaise JK, Richmond BK et al.: Cholecystokinin-cholescintigraphy in adults: consensus recommendations of an interdisciplinary panel. Clinical Gastroenterology and Hepatology, Mai 2011.
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