
Feigwarzen, auch Genitalwarzen oder Condylomata acuminata genannt, sind ansteckende, meist gutartige Wucherungen an Haut und Schleimhaut von Genitale und After. In rund 90 Prozent der Fälle stecken die HPV-Typen 6 oder 11 dahinter, die nicht als krebserregend gelten.
Viele Herde bleiben unbemerkt oder jucken nur leicht. Sie können innerhalb von Monaten von selbst zurückgehen, gleich bleiben oder sich vermehren. Die CDC-Leitlinie von 2021 erlaubt bewusstes Abwarten, weil ein Teil der Warzen in weniger als einem Jahr verschwindet. Wer Beschwerden, Scham oder Unsicherheit hat, lässt behandeln. Die gewählte Methode entfernt die sichtbare Wucherung; ob sie die Weitergabe des Virus senkt, bleibt laut derselben Leitlinie unbekannt.
In den USA lag die Prävalenz bei 18- bis 59-Jährigen 2013 bis 2016 bei 1,3 Prozent der Männer und 3,1 Prozent der Frauen, so eine Auswertung, die American Family Physician im Februar 2025 zusammenfasst. Gegenüber 1999 bis 2004 ist das ein klarer Rückgang. Impfprogramme erklären einen großen Teil davon. Unten stehen Erscheinungsbild, die Trennung zu Hochrisiko-HPV, Diagnose, Therapie, Schwangerschaft, Impfung und das, was sich beim Krebsabstrich seit 2018 geändert hat.
Wie sehen Feigwarzen aus und wo sitzen sie?
Feigwarzen sind einzelne oder gruppierte Knötchen an Vulva, Penis, Hodensack, Damm oder After; sie können flach, gestielt, papulös oder blumenkohlartig wirken. Die Farbe reicht von hautfarben über rötlich bis dunkler als die Umgebung, schreibt der NHS (Stand Juli 2023). Manche Herde sind so klein, dass sie nur bei der Untersuchung auffallen.
Die CDC nennt typische Sitze: am Scheideneingang, unter der Vorhaut, am Penisschaft, an der Harnröhrenmündung, in der Scheide, am Gebärmutterhals, am Damm, um den After und im Analkanal. Warzen im After treten vor allem nach aufnehmendem Analverkehr auf, kommen aber auch ohne diese Vorgeschichte vor. Nach Oralverkehr können ähnliche Wucherungen an Lippen, Zunge oder Rachen entstehen. Die Mayo Clinic (19. Dezember 2023) ergänzt Juckreiz, Druckgefühl und Blutspuren beim Sex als mögliche, nicht zwingende Begleiter.
Feuchte Hautfalten begünstigen Gruppen. Bei intaktem Immunsystem bleiben die Herde oft klein. Unter HIV, nach Organtransplantation oder in der Schwangerschaft können sie rasch wachsen, brüchig werden und bluten. Das Merck Manual (Vollprüfung August 2025, Stand Februar 2026) beschreibt den Beginn als weiche, rasch wachsende Erhebungen, die später eine unregelmäßige, manchmal weißliche Oberfläche bekommen.
Nicht jeder Knoten am Genitale ist eine Feigwarze. Die AAFP-Übersicht 2025 listet als Verwechslung Fordyce-Drüsen, perlmuttartige Penispapeln, Vestibularpapillen, Molluscum contagiosum und Condylomata lata der sekundären Syphilis. Dunkle, derbe, fest mit der Unterlage verbundene, blutende oder geschwürige Läsionen gehören nicht in die Selbstzuschreibung. Hier entscheidet die Untersuchung, oft mit Gewebeprobe.

Welche HPV-Typen verursachen Warzen, welche Krebs?
Die Typen, die Feigwarzen machen, sind andere als die Hochrisiko-Typen, die Gebärmutterhalskrebs treiben. Die CDC formuliert das 2021 ausdrücklich als Beratungsstandard: HPV 6 und 11 gelten als nicht onkogen und erklären etwa neun von zehn anogenitalen Warzen. Gelegentlich finden sich in denselben Herden zusätzlich die Typen 16, 18, 31, 33 oder 35, vor allem bei HIV. Dann können Anteile einer hochgradigen intraepithelialen Läsion (HSIL) vorkommen.
Über 100 HPV-Typen sind bekannt. MedlinePlus (letzte Prüfung 15. Oktober 2024) trennt Typen, die gewöhnliche Hautwarzen machen, von den genitalen Niedrigrisiko-Typen 6 und 11 und von Hochrisiko-Typen, die Vorstufen an Gebärmutterhals, Scheide, Vulva, After, Penis oder Rachen auslösen können. Das Merck Manual schätzt, dass mehr als 80 Prozent der sexuell aktiven, nicht geimpften Menschen irgendwann mindestens einen Typ aufnehmen. Jährlich kommen in den USA rund 13 Millionen Neuinfektionen hinzu. Vor der Impfung suchten dort jedes Jahr etwa 340.000 bis 360.000 Menschen wegen sichtbarer Warzen Hilfe.
Eine Infektion mit Hochrisiko-HPV bleibt oft unsichtbar. Sie macht keine Blumenkohlherde und wird nur durch Screening oder durch eine später entdeckte Krebsvorstufe erkennbar. Umgekehrt beweist eine Feigwarze nicht, dass gleichzeitig ein onkogener Typ vorliegt. Beide Infektionen können nebeneinander bestehen, weil Partner mehrere Typen teilen. Deshalb ersetzt das Entfernen der Warze weder den Krebsabstrich noch den HPV-Test auf Hochrisiko-Typen.
Gebärmutterhalskrebs ist laut CDC derzeit die einzige HPV-assoziierte Krebserkrankung mit etablierter Reihenuntersuchung. Für After, Penis, Vulva oder Rachen gibt es kein vergleichbares flächiges Screening. Wer unter Immunschwäche lebt oder rezeptiven Analverkehr hat, spricht die gezielte Untersuchung mit der Praxis ab, statt auf ein allgemeines Programm zu warten.
Wie steckt man sich an und wann treten die Warzen auf?
HPV gelangt vor allem durch Haut- und Schleimhautkontakt im Genital- und Analbereich in die basalen Epithelzellen, auch ohne sichtbare Warze beim Gegenüber. Die AAFP-Übersicht 2025 nennt penetrierenden und nicht penetrierenden Sex sowie oralen und digitalen Kontakt. Mikroverletzungen erleichtern den Eintritt. Der NHS hält fest, dass Küssen, Handtücher, Besteck, Tassen oder Toilettensitze als Übertragungsweg nicht gelten. Sexspielzeug kann das Virus weitergeben, wenn es ungeschützt geteilt wird.
Den Zeitpunkt der Ansteckung kann niemand zuverlässig festnageln. Die CDC schreibt, Warzen könnten Monate oder Jahre nach der Aufnahme auftreten. MedlinePlus nennt ein Fenster von sechs Wochen bis sechs Monaten, manchmal deutlich länger. Nach nachgewiesener Infektion mit Typ 6 oder 11 entwickeln laut der von der AAFP zitierten Kohorte rund 65 Prozent ungeimpfter Frauen zwischen 18 und 20 Jahren innerhalb von 35 Monaten sichtbare Herde, im Median nach 2,9 Monaten. Bei ungeimpften Männern zwischen 18 und 21 Jahren lag der Anteil in einer anderen Kohorte bei etwa 60 Prozent über 24 Monate, im Median nach 11 Monaten. Das ist keine Partnerquote nach einem Kontakt, sondern der Verlauf nach bereits dokumentierter Infektion.
Risiko steigern neue Partner, eine höhere Lebenszeitpartnerzahl, andere sexuell übertragbare Infektionen, Immunsuppression und aktuelles Rauchen. Die AAFP zitiert für Raucher ein um 27 Prozent höheres Warzenrisiko und nach erfolgreicher Behandlung eine etwa fünffach höhere Rückkehrquote gegenüber Nichtrauchern. Kondome senken die Chance einer Weitergabe, wenn sie durchgängig und korrekt sitzen. Die Evidenz zur Prävalenz sichtbarer Warzen unter Kondomnutzern bleibt widersprüchlich, weil das Virus Haut außerhalb der Latexfläche infiziert. Eine Metaanalyse, die dieselbe Übersicht 2025 zitiert, fand für die männliche Beschneidung keinen Effekt auf die Warzenrate; das Merck Manual hält dagegen fest, dass die Beschneidung das Risiko einer HPV-Infektion insgesamt senken kann. Die beiden Aussagen betreffen also nicht denselben Endpunkt.
Wann zum Arzt und wie wird die Diagnose gestellt?
Neue Knötchen, Juckreiz, Ausfluss oder ungewöhnliche Blutung am Genitale oder After gehören in die Sprechstunde, nicht in die Selbstdiagnose vor dem Spiegel. Die Mayo Clinic rät zum Arztbesuch, sobald bei einem selbst oder beim Partner Warzen oder warzenähnliche Höcker auftreten. Der NHS schickt zusätzlich bei bleibender Änderung des Harnstrahls und bei einem Partner mit nachgewiesenen Feigwarzen in eine Einrichtung für sexuelle Gesundheit.
Die Diagnose ist in der Regel eine Blickdiagnose. Die CDC lehnt einen HPV-Test zur Bestätigung sichtbarer Warzen ab, weil das Ergebnis weder beweist noch die Therapie steuert. Eine Gewebeprobe ist angezeigt, wenn der Befund untypisch wirkt, die Standardtherapie versagt, sich der Herd unter der Behandlung verschlechtert oder die Person immunsupprimiert ist. Als atypisch gelten pigmentierte, derbe, fest verwachsene, blutende oder ulzerierte Läsionen. Bei Frauen mit exophytischen Warzen am Gebärmutterhals soll vor jeder Zerstörung eine Probe eine hochgradige Vorstufe ausschließen. Peri- und intraanale Herde rechtfertigen die Inspektion des Analkanals, oft durch eine spezialisierte Praxis.
Eine Kolposkopie folgt vor allem auf einen auffälligen Abstrich, nicht automatisch auf jede äußere Warze. Condylomata lata der Syphilis können täuschen; serologische Tests klären das. Die CDC und die AAFP empfehlen bei neu festgestellten Feigwarzen die Suche nach weiteren sexuell übertragbaren Infektionen. Aktuelle Partner sollten über die Diagnose Bescheid wissen und sich untersuchen lassen. Einen HPV-Test nur weil der Partner Warzen hat, rät die Leitlinie nicht an. Wie lange das Virus nach dem Verschwinden der Herde noch übertragbar bleibt, ist unbekannt. Deshalb gibt die CDC keine Regel vor, künftige Partner routinemäßig über eine ausgeheilte Episode zu informieren.
MedlinePlus nennt Feigwarzen bei einem Kind als Anlass, Missbrauch als mögliche Ursache zu prüfen. Das ist eine klinische Vorsicht, keine Automatik. Andere Übertragungswege, einschließlich der seltenen perinatalen Infektion, bleiben im Einzelfall zu klären.
Zum Arzt oder in die Fachstelle gehören insbesondere folgende Situationen.
- Sichtbare Höcker an Vulva, Penis, Damm oder After sind neu aufgetreten oder wachsen weiter.
- Ein aktueller oder früherer Sexualpartner hat Feigwarzen oder eine andere sexuell übertragbare Infektion.
- Juckreiz, Ausfluss oder Blutung nach dem Sex kommen hinzu und bleiben bestehen.
- Die Person ist schwanger, plant eine Schwangerschaft oder lebt mit HIV oder einer anderen Immunschwäche.
- Ein Kind hat warzenartige Veränderungen im Genital- oder Analbereich.
Welche Behandlungen entfernen sichtbare Warzen?
Keine Methode ist für alle Sitze und alle Menschen überlegen; die Wahl richtet sich nach Größe, Zahl, Ort, Wunsch, Kosten, Nebenwirkung und Erfahrung der Praxis. Die CDC betont 2021 das gemeinsame Entscheiden. Ziel ist die Entfernung der Wucherung und die Linderung von Juckreiz, Schmerz oder kosmetischer Belastung, nicht die nachweisliche Ausrottung von HPV. Mittel aus der Apotheke gegen Fuß- oder Fingerwarzen gehören nicht auf Genitalhaut, warnt der NHS.
Patientenseitig nennt die Leitlinie Imiquimod 3,75 oder 5 Prozent, Podophyllotoxin 0,5 Prozent als Lösung oder Gel und Sinecatechine 15 Prozent. In der Praxis stehen Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff, operative Entfernung (Schere, Skalpell, Kürette, Laser, Elektrokauter) und Trichloressigsäure oder Bichloressigsäure 80 bis 90 Prozent. Für die Harnröhrenmündung bleiben Kryotherapie oder Operation. In Scheide, Gebärmutterhals und Analkanal entfallen die selbst aufgetragenen Immunmodulatoren; dort arbeiten Praxen mit Stickstoff, Säure oder Schnitt, am Gebärmutterhals und intraanal nach Rücksprache mit der Spezialdisziplin. Eine Kryosonde in der Scheide verbietet die CDC wegen Perforations- und Fistelgefahr.
Dosierungen trägt die CDC 2021 so: Imiquimod 5 Prozent abends dreimal pro Woche bis zu 16 Wochen, Abwaschen nach 6 bis 10 Stunden; die 3,75-Prozent-Creme jede Nacht bis zu 8 Wochen. Podophyllotoxin zweimal täglich an drei Tagen, dann vier Tage Pause, höchstens vier Zyklen, behandelte Fläche höchstens 10 Quadratzentimeter, Menge höchstens 0,5 Milliliter pro Tag. Sinecatechine dreimal täglich als dünner 0,5-Zentimeter-Strang je Warze, nicht länger als 16 Wochen, ohne Abwaschen; Sex unter der Salbe unterlassen. Imiquimod und Sinecatechine können Kondome und Diaphragmen schwächen. Sinecatechine sind bei HIV, anderer Immunschwäche und Genitalherpes nicht geprüft und dort nicht vorgesehen.
| Mittel oder Verfahren | Anwendung laut CDC 2021 | Häufige lokale Reaktion | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Imiquimod 5 % | abends dreimal pro Woche, höchstens 16 Wochen | Rötung, Reizung, Bläschen | nach 6–10 Stunden abwaschen |
| Imiquimod 3,75 % | jede Nacht, höchstens 8 Wochen | ähnlich | schwächt Kondome und Diaphragma |
| Podophyllotoxin 0,5 % | zweimal täglich 3 Tage, 4 Tage Pause, bis 4 Zyklen | Schmerz, Juckreiz | höchstens 10 cm² und 0,5 ml/Tag |
| Sinecatechine 15 % | dreimal täglich, höchstens 16 Wochen | Brennen, Schwellung, Ulkus | nicht bei HIV oder Genitalherpes |
| Kryotherapie | flüssiger Stickstoff, oft wöchentlich | Schmerz, Blase, Pigmentwechsel | in der Scheide keine Kryosonde |
| TCA oder BCA 80–90 % | dünn nur auf die Warze bis zum weißen Belag | Schmerz, Ulkus | wöchentlich wiederholbar |
| Operation oder CO2-Laser | einmalige Entfernung nach örtlicher Betäubung | Narbe, Pigmentwechsel | hohe Abheilung am Behandlungsende |
Die CDC 2021 erklärt keine Therapie zur Siegerin. Neuere Netzwerkmetaanalysen, die die AAFP 2025 zitiert, stufen Podophyllotoxin 0,5 Prozent als wirksamste selbst aufgetragene Option ein. Für die Abheilung am Behandlungsende liegen CO2-Laser, Schnitt und Elektrokauter vorn. Barton und Kollegen fanden 2019 in BMJ Open denselben Trend, bewerteten die Evidenz insgesamt aber als schwach, weil viele Studien ein unklares oder hohes Verzerrungsrisiko hatten. Podophyllinharz 10 bis 25 Prozent ist seit der Leitlinie 2021 keine empfohlene Standardoption mehr; schwere systemische Giftigkeit nach großflächigem Auftrag auf nässende Haut war der Grund. Ältere Texte führten das Harz noch regelmäßig auf.
Feuchte Intertrigostellen sprechen auf Cremes oft besser an als trockene, hornige Herde. Nach einem vollen Kurs ohne klaren Rückgang oder bei heftigen Hautschäden wechselt die Praxis das Verfahren. Kombinationen, etwa Kryotherapie plus häusliche Creme, sind üblich, aber schwach untersucht.
Was leistet die Therapie nicht, und wie oft kommen Warzen zurück?
Die Behandlung tilgt HPV nicht zuverlässig; Rezidive sind vor allem in den ersten drei Monaten häufig, die meisten erfolgreich behandelten Herde bleiben danach weg. Die CDC macht daraus einen festen Beratungssatz. Ob weniger Virus-DNA nach der Entfernung die Weitergabe senkt, ist unbekannt. Wer die Warzen stehen lässt, riskiert Wachstum, nimmt aber einer möglichen Spontanremission nichts weg. Die AAFP zitiert ältere Beobachtungen, wonach rund 30 Prozent der Fälle binnen vier Monaten von selbst abklingen. Der NHS nennt sechs Monate als grobes Fenster. Die CDC hält Abwarten unter einem Jahr für akzeptabel, wenn jemand das so entscheidet.
Narben, bleibende Hell- oder Dunkelfärbung und selten chronische Schmerzsyndrome (etwa Vulvodynie oder schmerzhafter Stuhl nach analer Therapie) sind mögliche Folgen zu aggressiver Zerstörung. Zwischen den Sitzungen braucht die Haut Zeit. Immunsupprimierte Menschen sprechen oft schlechter an und erleben häufiger Rückfälle; die CDC ändert die Mittelwahl deshalb nicht grundsätzlich, senkt aber die Schwelle zur Gewebeprobe, weil unter HIV Plattenepithelkarzinome in warzenähnlichen Herden häufiger vorkommen.
Rauchen verschlechtert die Prognose nach erfolgreicher Entfernung. Der NHS rät ausdrücklich, während der Therapie nicht zu rauchen, weil viele Verfahren dann besser greifen. Einen Hausmittelpfad mit Badeöl, freiverkäuflichen Schmerztabletten oder Fußwarzensalbe als Ersatz für die leitliniengerechte Behandlung beschreiben die ausgewerteten Primärquellen nicht. Feuchte Pflege der gereizten Haut nach Anweisung der Praxis und das Meiden von Seifen oder Ölen auf offenen Stellen bleiben vernünftig, ersetzen aber kein Rezeptmittel.
Partner teilen HPV oft, auch wenn nur eine Person Warzen sieht. Die Untersuchung des Gegenübers sucht sichtbare Herde und andere Infektionen. Einen „Freitest“ auf Virusfreiheit gibt es nach verschwundenen Warzen nicht.

Was gilt in der Schwangerschaft und für das Neugeborene?
Podophyllotoxin, Podophyllin und Sinecatechine dürfen in der Schwangerschaft nicht verwendet werden; Imiquimod meidet man, bis belastbarere Humandaten vorliegen. So die CDC 2021. Die AAFP-Übersicht 2025 formuliert schärfer und rät bei allen drei patientenseitigen Mitteln vom Einsatz in der Schwangerschaft ab. Kryotherapie, Säure und Operation bleiben mögliche Praxisoptionen, wenn die Herde stören, bluten oder den Geburtsweg einengen. Unvollständige Rückbildung bis zur Entbindung ist häufig; viele Warzen schrumpfen in den Wochen danach von allein, schreibt der NHS.
Hormone und Durchblutung können die Wucherungen in der Schwangerschaft vergrößern, brüchig machen und vermehren. Selten behindern große vulväre oder vaginale Herde das Wasserlassen oder das Dehnen unter der Geburt und bluten dann stark. Ein Kaiserschnitt allein, um HPV vom Kind fernzuhalten, ist laut CDC nicht indiziert. Unklar bleibt, ob die Schnittentbindung die seltene respiratorische Papillomatose (Warzen im Kehlkopf des Kindes) verhindert. Der Schnitt bleibt vorbehalten, wenn der Beckenausgang verlegt ist oder eine vaginale Geburt unverhältnismäßig bluten würde.
HPV 6 und 11 können sehr selten Kehlkopfwarzen bei Säuglingen und Kindern auslösen. Der Übertragungsweg (vor, während oder nach der Geburt) ist nicht vollständig geklärt. Schwangere mit Feigwarzen sollen über dieses niedrige Risiko aufgeklärt werden, nicht über eine wahrscheinliche Komplikation. Seit der Impfeinführung 2006 ist die juvenile Form der rezidivierenden respiratorischen Papillomatose in den USA deutlich seltener geworden, berichtet die CDC in ihrer Wirksamkeitsübersicht vom 9. Juli 2024.
Die HPV-Impfung selbst ist in der Schwangerschaft nicht vorgesehen. Ein versehentlich gegebener Stoß ist kein Grund zur Alarmierung; die restlichen Dosen wartet man bis nach der Geburt ab. Ein Schwangerschaftstest vor der Impfung ist laut CDC nicht nötig.
Wie schützen Impfung und Kondome vor Genitalwarzen?
Die HPV-Impfung verhindert neue Infektionen durch die enthaltenen Typen, behandelt bestehende Warzen aber nicht. In den USA ist seit Ende 2016 nur noch der neunvalente Impfstoff verfügbar. Er deckt unter anderem die Warzentypen 6 und 11 sowie die Hochrisiko-Typen 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 ab. Die CDC empfiehlt die Serie routinemäßig mit 11 oder 12 Jahren, frühestens mit 9. Nachholen sollen alle bis 26 Jahre, die früher unvollständig geimpft wurden. Für 27- bis 45-Jährige gilt seit der ACIP-Aktualisierung 2019 eine gemeinsame Entscheidung: Nutzen hat vor allem, wer neue Partner und damit neue Typen erwartet. Jenseits von 45 Jahren gibt es keine allgemeine Empfehlung.
Zwei Dosen im Abstand von 6 bis 12 Monaten reichen, wenn die Serie vor dem 15. Geburtstag beginnt. Drei Dosen (0, 1–2 und 6 Monate) gelten ab 15 Jahren und für immunsupprimierte Menschen, einschließlich HIV, bereits ab 9 Jahren. In England impft das NHS Mädchen und Jungen mit 12 bis 13 Jahren; das nationale Schema weicht vom US-Schema in Details ab. Die Impfung wirkt am stärksten vor dem ersten HPV-Kontakt. Sie ersetzt weder Kondome noch das Krebs-Screening.
Der Bevölkerungseffekt ist inzwischen gemessen. Zwischen 2006 und 2014 sanken in US-Versichertendaten die anogenitalen Warzen bei 15- bis 19-jährigen Frauen um 61 Prozent und bei 20- bis 24-jährigen um 44 Prozent. Eine Metaanalyse aus 14 Ländern mit hohem Einkommen, die die AAFP 2025 zitiert, fand nach 5 bis 8 Jahren Impfprogramm 67, 54 und 31 Prozent weniger Warzendiagnosen bei Frauen von 15 bis 19, 20 bis 24 und 25 bis 29 Jahren. Bei jungen Männern folgte der Rückgang später, zunächst als Herdeneffekt, nachdem Jungen ab 2011 routinemäßig mitgeimpft wurden. Der Schutz hält nach vorliegenden Nachbeobachtungen über zehn Jahre, ohne bisher erkennbares Nachlassen.
Kondome bleiben sinnvoll gegen viele sexuell übertragbare Infektionen. Gegen HPV sind sie unvollständig, weil Vorhautband, Vulva, Damm und Afterhaut oft frei bleiben. Offen über sichtbare Herde zu sprechen und Sex auf gereizter, behandelter Haut zu verschieben, senkt die unmittelbare Reibung. Einen Zeitpunkt „virusfrei nach X Wochen“ nennt keine der ausgewerteten Leitlinien.
Brauchen Frauen mit Feigwarzen häufigere Krebsabstriche?
Nein. Frauen mit Feigwarzen brauchen den Abstrich nicht häufiger als andere Frauen gleichen Alters und Risikos. Die CDC macht daraus 2021 einen eigenen Beratungspunkt und korrigiert damit ältere Praxis, die nach Warzen automatisch engere Pap-Intervalle setzte. MedlinePlus nennt für Warzen am Gebärmutterhals noch zeitweise kürzere Kontrollen; das betrifft den behandelten Zervixbefund nach Spezialabklärung, nicht jede äußere Feigwarze.
Was sich seit 2018 am Screening selbst geändert hat, ist die Methode und das Einstiegsalter. Die American Cancer Society empfiehlt seit 2020 für Personen mit Gebärmutterhals und durchschnittlichem Risiko den Start mit 25 Jahren. Bevorzugt ist der primäre Hochrisiko-HPV-Test an einer durch die Praxis entnommenen Probe alle fünf Jahre. Co-Test (HPV plus Zellbild) alle fünf Jahre oder alleiniger Pap-Test alle drei Jahre bleiben akzeptabel, wo der Primärtest fehlt. Im Dezember 2025 ergänzte die ACS den selbst entnommenen HPV-Abstrich alle drei Jahre als Option, wenn zugelassene Sets über die Praxis laufen. Ein positives Selbstabstrich-Ergebnis zieht eine erneute Entnahme am Gebärmutterhals nach sich.
Ältere US-Empfehlungen begannen mit 21 Jahren und setzten bei Jüngeren oft allein auf das Zellbild. Die ACS begründet den späteren Start mit der Seltenheit von Gebärmutterhalskrebs vor 25 und mit unnötigen Eingriffen nach vorübergehenden Infektionen. Wer geimpft ist, bleibt im Programm, weil der Impfstoff nicht alle onkogenen Typen abdeckt. Nach vollständiger Gebärmutter- und Gebärmutterhalsentfernung ohne Krebs- oder Vorstufengrund entfällt das Screening. Immunsuppression, frühere Vorstufen oder DES-Exposition in der Schwangerschaft der Mutter brauchen ein individuelles, oft engeres Schema.
Feigwarzen sind also ein Anlass, den eigenen Vorsorgestatus zu prüfen, nicht ein Automatismus für monatliche Abstriche.
Häufige Fragen
Verschwinden Feigwarzen von allein?
Ja, ein Teil geht ohne Therapie zurück, ein Teil bleibt, ein Teil wächst. Die CDC hält Abwarten unter einem Jahr für vertretbar, wenn jemand das so möchte. Die AAFP zitiert ältere Zahlen von rund 30 Prozent Rückgang in vier Monaten, der NHS nennt sechs Monate als grobes Fenster. Wer Schmerzen, Blutung oder starken Leidensdruck hat, muss nicht warten.
Kann ich Feigwarzen mit Apothekenmitteln gegen Hautwarzen behandeln?
Nein. Freiverkäufliche Tinkturen und Pflaster für Hände oder Füße sind für Genital- und Analhaut nicht vorgesehen. Der NHS und MedlinePlus warnen ausdrücklich davor. Rezeptcremes und Praxisverfahren folgen anderen Wirkstoffen und anderen Sicherheitsgrenzen, besonders in der Schwangerschaft.
Steckt mein Partner sich an, obwohl keine Warzen sichtbar sind?
Ja, HPV kann ohne sichtbare Herde weitergegeben werden. Partner teilen die Typen oft, auch wenn nur eine Person Warzen bemerkt. Die CDC rät, aktuelle Partner zu informieren und untersuchen zu lassen, einen HPV-Test allein wegen der Partnerwarzen aber nicht durchzuführen.
Schützt die HPV-Impfung, wenn ich schon Warzen habe?
Die Impfung behandelt vorhandene Warzen und eine bestehende Infektion nicht. Sie kann vor noch nicht erworbenen Impftypen schützen, also vor weiteren Warzen- oder Hochrisiko-Typen. Die CDC und die Mayo Clinic betonen den Nutzen vor dem ersten Sexualkontakt; ein Gespräch über Nachholimpfung bis 26 Jahre und über die Altersgruppe 27 bis 45 bleibt sinnvoll.
Müssen künftige Partner von früheren Feigwarzen erfahren?
Eine feste Regel gibt die CDC nicht, weil unbekannt ist, wie lange das Virus nach verschwundenen Warzen noch sitzt. Aktuelle Partner sollen Bescheid wissen. Ob und wie man eine ausgeheilte Episode später erwähnt, bleibt eine persönliche Abwägung, kein Leitlinienbefehl.
Sind Feigwarzen ein Zeichen für Gebärmutterhalskrebs?
Nein. Die Warzentypen 6 und 11 gelten als nicht onkogen. Hochrisiko-Typen können unsichtbar daneben bestehen. Deshalb bleibt das altersgerechte Screening nötig, nicht aber ein Extra-Abstrich allein wegen äußerer Warzen.

Fazit
Feigwarzen sind häufig, ansteckend und in der Regel gutartig. Hinter ihnen stehen fast immer HPV 6 oder 11, nicht die Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen. Sichtbare Herde darf man beobachten oder entfernen; die CDC 2021 und die AAFP 2025 lassen beides zu, wenn Diagnose und Sitz passen. Hausmittel und Fußwarzensalben haben in diesem Feld keinen Platz.
Wer morgen etwas tun will, vereinbart eine Untersuchung bei neuen Knötchen, nennt der Praxis Schwangerschaftswunsch oder Immunschwäche und fragt nach Imiquimod, Podophyllotoxin oder Kryotherapie statt nach einem Allheilmittel. Aktuelle Partner gehören mit ins Gespräch. Den Krebsabstrich holt, wer im Alter und Intervall der ACS-Empfehlung dran ist, nicht häufiger nur weil Warzen da waren.
Die größte Änderung seit 2018 liegt nicht in einer neuen Wundersalbe, sondern in der Impfung und im Screening. Warzen sind in geimpften Jahrgängen klar seltener geworden. Der neunvalente Impfstoff verhindert neue Infektionen, heilt vorhandene nicht. Der Gebärmutterhals-Check startet in der ACS-Linie später und setzt auf den Hochrisiko-HPV-Test. Beides entlastet, ersetzt aber weder Kondom noch den Arztblick auf einen atypischen Herd.
Quellen
- CDC: Anogenital Warts. Centers for Disease Control and Prevention, 22. Juli 2021.
- Temple RW, Larker JCL, Brus JM: Genital Warts: Rapid Evidence Review. American Family Physician, Februar 2025.
- Mayo Clinic: Genital warts – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 19. Dezember 2023.
- MedlinePlus: Genital warts: MedlinePlus Medical Encyclopedia. MedlinePlus, 15. Oktober 2024.
- CDC: HPV Vaccine Recommendations. Centers for Disease Control and Prevention, 9. Juli 2024.
- NHS: Genital warts – NHS. National Health Service, 10. Juli 2023.
- Morris SR: Human Papillomavirus (HPV) Infection. Merck Manual Consumer Version, August 2025.
- American Cancer Society: The American Cancer Society Guideline for Cervical Cancer Screening. American Cancer Society, 4. Dezember 2025.
- Barton S, Wakefield V et al.: Effectiveness of topical and ablative therapies in treatment of anogenital warts: a systematic review and network meta-analysis. BMJ Open, 21. Oktober 2019.
