Ringworm Symptome, Ansteckung und Behandlung

Ringworm Symptome, Ansteckung und Behandlung

Ringworm, medizinisch Tinea oder Ringelflechte, ist eine ansteckende Infektion der obersten Hautschicht, der Haare oder der Nägel durch Dermatophyten. Trotz des Namens ist kein Wurm beteiligt; der ringförmige, oft juckende Ausschlag entsteht, weil der Pilz Keratin in der Hornschicht, in Haaren und Nägeln verwertet.

Fußpilz, Leistenpilz und die meisten Nagelpilzinfektionen gehören laut CDC (Stand Januar 2026) zu derselben Gruppe. Die WHO schätzt, dass Hautpilze weltweit über 650 Millionen Menschen betreffen und Ringworm etwa die Hälfte dieser Fälle ausmacht. Umschriebene Herde an Rumpf, Leiste oder Fuß können oft mit einer rezeptfreien Antimykotika-Creme über zwei bis vier Wochen zurückgehen. Kopfhaut und Nägel brauchen in der Regel Tabletten. Seit den späten 2010er-Jahren breiten sich zudem ausgedehnte, oft terbinafinresistente Stämme aus; Kortisoncremes ohne gesicherte Diagnose können den Befall verstärken.

Was ist Ringworm, und wodurch entsteht er?

Ringworm entsteht, wenn Fadenpilze der Gattungen Trichophyton, Microsporum oder Epidermophyton die keratinhaltige Hornschicht besiedeln. Das Merck Manual (Oktober 2025) betont, dass diese Schimmelpilze Keratin als Nährstoff brauchen und deshalb Haut, Haar und Nagel befallen, nicht innere Organe oder das Blut.

StatPearls (Aktualisierung 14. Februar 2025) nennt Trichophyton rubrum als häufigsten Erreger der letzten Jahrzehnte und gibt für diesen Stamm 80 bis 90 Prozent der pathogenen Isolate an. Weitere typische Arten sind Trichophyton mentagrophytes und Microsporum canis, Letzteres vor allem nach Kontakt mit Katzen oder Hunden. Trichophyton tonsurans wandert oft von einer Kopfhautinfektion auf den Körper und tritt bei Ringern mit intensivem Hautkontakt gehäuft auf.

Nicht jeder, der den Pilz auf der Haut trägt, entwickelt sichtbare Herde. Das Merck Manual erklärt, eine manifeste Infektion entstehe häufiger, wenn die Durchblutung der Stelle schlecht ist oder die Abwehr durch Diabetes, Krebs, HIV oder Medikamente geschwächt wird. Eine familiäre Neigung und Lücken der zellulären Abwehr, etwa ein Defizit an Defensin β4, können die Empfindlichkeit erhöhen. Wärme, hohe Luftfeuchtigkeit und eng anliegende Kleidung machen laut StatPearls ausgedehntere Verläufe wahrscheinlicher.

Der Name Ringworm ist eine optische Metapher. Die Herde wachsen von innen nach außen; die Mitte kann abblassen, während der Rand schuppt und sich hebt. Auf heller Haut wirkt der Ring oft rot, auf dunkler Haut grau, bräunlich oder violett. Wer nur auf die klassische Ringform wartet, verpasst Fuß-, Leisten- und Nagelbefall, die anders aussehen.

Ringworm hautnah

Welche Körperstellen kann der Pilz befallen?

Der medizinische Name folgt dem lateinischen Ort: Tinea corporis am unbehaarten Körper, Tinea capitis an der Kopfhaut, Tinea cruris in der Leiste, Tinea pedis am Fuß, Tinea unguium bzw. Onychomykose am Nagel, Tinea barbae im Bart. CDC und MedlinePlus (Review 1. April 2025) zählen Fußpilz und Leistenpilz ausdrücklich als Formen von Ringworm, nicht als getrennte Krankheiten.

Vor der Pubertät dominieren Körper- und Kopfhautbefall. Jugendliche und Erwachsene entwickeln häufiger Leisten-, Fuß- und Nagelpilz, weil Schwitzen, enge Schuhe und Rasur die Barriere belasten. Bartflechte betrifft Menschen mit Gesichtsbehaarung und kommt oft nach Tierkontakt. Gesichtsherde (Tinea faciei) und Handbefall (Tinea manuum) sind seltener, werden aber leicht mit Ekzem verwechselt.

Ein Herd kann einen zweiten nachziehen. Wer zwischen den Zehen einen mazerierten Riss hat, trägt Sporen mit den Händen in die Leiste oder unter den Nagelrand. CDC-Klinikseiten (15. Juli 2024) weisen darauf hin, dass Nagelpilz oft über kleine Verletzungen am Nagelwall beginnt und häufig mit Fußpilz zusammenhängt. Umgekehrt kann unbehandelter Fußpilz den Nagel immer wieder neu besiedeln.

Selten wandert der Pilz tiefer in den Haarfollikel und das Lederhautgewebe. StatPearls beschreibt das Majocchi-Granulom als knotige, manchmal abszedierende Folliculitis nach Mikrotrauma, etwa nach Rasur. Dann reicht eine Creme nicht; es braucht eine orale Therapie, die der Arzt festlegt. Bei geschwächter Abwehr können Herde zusammenfließen und große Flächen bedecken, ohne den Lehrbuchring zu zeigen.

Welche Symptome sind typisch?

Am Körper zeigt sich Ringworm meist als schuppende, leicht erhabene Ringe an Rumpf, Gesäß, Armen oder Beinen, oft mit Juckreiz und einer helleren oder schuppenden Mitte. Die Mayo Clinic (26. April 2022) nennt zusätzlich überlappende Ringe, einzelne flache juckende Flecken und Knötchen, deren Farbe von rot bis grau oder violett reicht.

An der Kopfhaut beginnt der Befall oft unscheinbar mit Schuppen und Juckreiz. Haare können in oder knapp über der Haut abbrechen. Ein Kerion ist ein schmerzhafter, teigiger, eiternder Knoten; unbehandelt kann er nach WHO-Angaben zu dauerhaftem Haarausfall führen. Fieber und geschwollene Nackenlymphknoten kommen vor, sind aber nicht zwingend. In manchen Ländern haben laut WHO mehr als 25 Prozent der Schüler unter zehn Jahren eine Kopfhauttinea.

In der Leiste juckt und brennt es vor allem in der Beugefalte und an den inneren Oberschenkeln. Enge Hosen und Bewegung verstärken das Brennen. Die Haut schuppt, rötet sich und kann nach außen wandern. Am Fuß sitzt der Pilz zuerst zwischen den Zehen: Jucken, Brennen, weiße aufgeweichte Haut, später Schuppen an Sohle und Seiten. Akute Schübe können Bläschen bilden.

Nagelbefall verdickt die Platte, verfärbt sie gelblich oder bräunlich und macht sie brüchig. Manche Nägel lösen sich vom Bett. Schmerzen sind nicht die Regel, stören aber beim Laufen, vor allem bei älteren Menschen. Bartflechte zeigt Rötung, Schwellung, eitrige Knötchen und Haarausfall, der nach wirksamer Therapie oft nachwächst. Das Merck Manual ergänzt, dass mancher Verlauf kaum entzündet und nur leicht juckt, während andere plötzlich nässen.

Wie steckt man sich an, und wer ist gefährdet?

Übertragung läuft über Hautkontakt mit infizierten Menschen oder Tieren, über geteilte Handtücher, Kleidung, Bettwäsche, Kämme und über feuchte Böden in Duschen oder Umkleiden. Die CDC nennt zusätzlich jüngere Berichte über sexuelle Hautkontakte. Die Mayo Clinic beschreibt seltenen, längeren Kontakt mit stark belastetem Erdboden als weiteren, ungewöhnlichen Weg.

Symptome beginnen laut CDC-Klinikübersicht meist 4 bis 14 Tage nach der Exposition. Sporen überleben auf Textilien und Oberflächen; wer denselben Kamm oder dieselbe Matte benutzt, kann sich anstecken, ohne den Infizierten zu berühren. MedlinePlus hebt Katzen als häufige Überträger hervor. Kahle, schuppige Fellstellen am Tier sind ein Warnzeichen, fehlen aber manchmal.

Risiko erhöhen öffentliches Duschen ohne Schuhe, Kontaktsport wie Ringen, enge Schuhe und Socken, starkes Schwitzen, enge Kleidung, Gemeinschaftsunterkünfte und ein geschwächtes Immunsystem. Warme, feuchte Klimazonen und Industriearbeitsplätze mit Gemeinschaftsumkleiden, etwa im Bergbau, nennt die WHO als typische Umgebungen für Fußpilz. Kinder tragen Kopfhautinfektionen in Schulen weiter; Ausbrüche kommen auch in Ländern mit sonst niedriger Prävalenz vor.

Die CDC schätzt, dass bis zu 25 Prozent der Menschen irgendwann im Leben Ringworm bekommen. Nagelpilz betrifft etwa 14 Prozent der Allgemeinbevölkerung und häuft sich im Alter sowie bei Diabetes. Immunschwäche erschwert die Abheilung und begünstigt atypische, flächige Bilder. Ansteckend bleibt, wer sichtbare Herde oder unbehandelte Nägel hat; die Ansteckung kann schon beginnen, bevor der Ring deutlich ist.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Ein geübter Blick erkennt viele Körper- und Leistenherde, aber Ekzem, Psoriasis, Pityriasis rosea und seborrhoische Dermatitis können denselben Ring vortäuschen. Die CDC empfiehlt deshalb eine Labortestung vor einer gezielten antimykotischen Therapie, besonders wenn Tabletten geplant sind oder der Verlauf untypisch ist.

Üblich ist ein schmerzarmes Hautgeschabsel oder eine Nagelprobe. Unter dem Mikroskop nach Kaliumhydroxid (KOH) zeigen Dermatophyten septierte, verzweigte Hyphen. StatPearls beziffert falsch-negative KOH-Befunde auf bis zu 15 Prozent. Wächst in der Kultur nichts binnen etwa vier Wochen, gilt die Probe als negativ; viele Arten wachsen innerhalb von fünf Tagen, manche brauchen länger. Polymerasekettenreaktion und Empfindlichkeitstestung helfen, wenn die Standardtherapie versagt.

Kultur lohnt vor allem an Kopfhaut und Nagel, weil die Art die Wahl zwischen Terbinafin und Griseofulvin steuern kann. Das Merck Manual hält eine Kultur dort für sinnvoll, am übrigen Körper oft für entbehrlich, wenn das Bild klar und die KOH positiv ist. Dermatoskopie kann korkenzieherartige Haare an der Kopfhaut zeigen. Eine Wood-Lampe hilft nur bei fluoreszierenden Microsporum-Arten, nicht bei dem in vielen westlichen Ländern häufigen Trichophyton tonsurans.

Kortisoncreme vor dem Arztbesuch verwischt den Ring. Das Merck Manual nennt das Bild Tinea incognito: der Rand flacht ab, der Befall dehnt sich aus, die Diagnose wird schwerer. Wer schon eine „Allergiecreme“ benutzt hat, sollte das sagen. Bleibt der Verdacht trotz negativer KOH, folgen Kultur, Überweisung zur Dermatologie oder selten eine Biopsie mit Pilzfärbung.

Welche Cremes und Tabletten helfen?

An Haut, Leiste und Fuß ist die erste Wahl eine antimykotische Creme, Salbe, Lotion oder ein Puder, oft rezeptfrei. Die CDC (9. Februar 2026) nennt Clotrimazol, Miconazol, Terbinafin und Ketoconazol und rät, das Mittel zwei bis vier Wochen durchgängig aufzutragen, auch wenn der Juckreiz früher nachlässt.

StatPearls beschreibt für umschriebene Tinea corporis einmal oder zweimal tägliches Auftragen über etwa zwei bis drei Wochen bis zur klinischen Ruhe. Genannt werden unter anderem Clotrimazol 1 Prozent zweimal täglich, Miconazol 2 Prozent zweimal täglich und Terbinafin 1 Prozent einmal oder zweimal täglich. Nystatin wirkt gegen Hefepilze, nicht gegen Dermatophyten; eine Nystatin-Creme ist deshalb die falsche Schublade.

Orale Therapie kommt ins Spiel, wenn der Befall großflächig ist, die Creme versagt, die Abwehr schwach ist oder Follikel tiefer mitbetroffen sind. Für Erwachsene mit Tinea corporis nennt StatPearls als typische Schemata Terbinafin 250 mg einmal täglich über zwei Wochen oder Itraconazol 100 mg täglich über zwei Wochen bzw. 200 mg täglich über eine Woche, Kapseln zu einer Mahlzeit. Fluconazol und Griseofulvin sind Alternativen. Diese Zahlen sind Orientierung aus einem klinischen Nachschlagewerk, keine Selbstmedikation; Leberwerte, Wechselwirkungen und Gegenanzeigen prüft die Praxis.

Befall Typische Zeichen Übliche erste Therapie Zeitrahmen
Körper, Leiste, Fuß juckende Schuppenringe oder Zwischenzehenrisse rezeptfreie Azol- oder Terbinafin-Creme 2 bis 4 Wochen (CDC 2026)
Kopfhaut Schuppen, Haarbruch, teigige Knoten Tabletten; Creme allein reicht nicht 1 bis 3 Monate (CDC 2026)
Nägel verdickt, brüchig, verfärbt meist oral nach Labortest Monate bis ein Jahr (CDC 2026)
Ausgedehnt oder ohne Ansprechen große Plaques, oft ohne helle Mitte systemisch nach Erregerklärung individuell, Reiseanamnese
Nässen, Eiter, Fieber Verdacht auf bakterielle Superinfektion ärztliche Abklärung statt nur Creme zeitnah vorstellen

Zwei Regeln gelten unabhängig vom Produkt. Erstens die Packungsdauer einhalten, sonst kehren Sporen in der Hornschicht zurück. Zweitens keine Kortisoncreme auf einen unklaren Ring geben. Die CDC schreibt, Steroide schwächten die lokale Abwehr, ließen den Pilz größer werden und machten Brennen und Röte heftiger. Kombipräparate aus Antimykotikum plus Steroid gehören deshalb nicht in die Hausapotheke, solange die Diagnose offen ist.

Ringelflechte auf der Haut

Was gilt bei Kopfhaut, Nägeln und resistenten Erregern?

Kopfhauttinea erreicht die Haarwurzel; eine Creme oder ein Shampoo kommt dort nicht an. Die CDC verlangt verschreibungspflichtige Tabletten über ein bis drei Monate. Genannt werden Griseofulvin, Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol. Antimykotische Shampoos können die Sporenlast senken und die Weitergabe in der Familie mindern, ersetzen die Tabletten aber nicht.

Die Cochrane-Übersicht zu systemischer Therapie bei Kindern (Suche bis November 2015, 25 Studien, 4449 Kinder) fand Terbinafin, Itraconazol und Fluconazol bei Trichophyton-Infektionen mindestens vergleichbar mit dem älteren Griseofulvin. Bei Trichophyton tonsurans schnitt Terbinafin besser ab; bei Microsporum, oft von Hunden und Katzen, war Griseofulvin überlegen. Nebenwirkungen waren meist leicht und vorübergehend: Juckreiz, Bauchbeschwerden, Kopfschmerz, Übelkeit. Schwere Ereignisse waren selten. Die Erregerart steuert also die Wahl, nicht ein pauschales „Kinder bekommen immer Griseofulvin“.

Nagelpilz heilt am ehesten, wenn die Therapie früh beginnt. Orale Mittel gelten als wirksamste Option; manchmal wird der Nagel entfernt. Bis die Platte nachgewachsen ist, können laut CDC Monate bis ein Jahr vergehen. Rückfälle sind häufig, besonders bei Diabetes. Vor der Therapie soll ein Test klären, ob wirklich ein Pilz vorliegt: Verletzungen, Schuhe und Durchblutungsstörungen verformen Nägel ähnlich.

Neu gegenüber älteren Ratgebern ist die globale Ausbreitung schwerer, oft resistenter Dermatophytosen. Die WHO beschreibt ausgedehnte Tinea corporis, zuerst in Indien beobachtet, inzwischen in Südostasien, im Nahen Osten, in Europa, Afrika und Amerika. CDC und WHO raten, bei ungewöhnlich großflächigen, hartnäckigen Plaques ohne klassische Ringmitte die Reiseanamnese zu erheben und nicht endlos dieselbe Terbinafin-Creme zu wiederholen. Trichophyton indotineae und verwandte Stämme brauchen häufig eine längere orale Azoltherapie unter fachärztlicher Führung, nicht die übliche Zwei-Wochen-Creme.

Was können Sie zu Hause tun?

Umschriebene, typische Ringe an Körper, Leiste oder Fuß dürfen Sie mit einer rezeptfreien Antimykotika-Creme behandeln, wenn Sie kein Kortison darunter mischen und die Dauer einhalten. Die Stelle täglich sanft waschen, gründlich trocknen, besonders Zehenzwischenräume und Hautfalten, und lockere Baumwollkleidung tragen. Feuchte Wärme ist der Nährboden des Pilzes.

Wechseln Sie Socken und Unterwäsche mindestens täglich, bei starkem Schwitzen öfter. Behandeln Sie Fuß und Leiste gemeinsam, wenn beide jucken, weil die Sporen zwischen diesen Feldern pendeln. Handtücher, Waschlappen, Kämme, Haar- und Nagelbürsten sowie Sportschuhe nicht teilen. Nach dem Sport duschen und die Trainingskleidung waschen. In öffentlichen Duschen und Umkleiden Sandalen tragen.

Haustiere mit kahlen oder schuppigen Stellen gehören zum Tierarzt, andere Tiere im Haushalt ebenfalls prüfen. Nach dem Kontakt Hände mit Seife waschen. Die CDC rät bei erkrankten Tieren zu Handschuhen und langen Ärmeln, zum Staubsaugen stark genutzter Flächen und zum Desinfizieren von Oberflächen und Liegeplätzen. Viele gängige Desinfektionsmittel, darunter verdünntes Chlorbleichmittel, können den Pilz abtöten; Reiniger nie mischen.

Kratzen öffnet die Haut und verteilt Sporen unter den Nägeln. Kurze, saubere Nägel senken dieses Risiko. Wer in einer Wohnung mit bekanntem Befall lebt, sollte die eigene Haut und Kopfhaut mitprüfen. Die Mayo Clinic erinnert, dass die Ansteckung schon vor dem sichtbaren Ring möglich ist; Hygiene schützt die Mitbewohner, während die Creme den Indexherd behandelt.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Kopfhaut- und Nagelverdacht gehören immer in die Praxis, weil Creme dort nicht ausreicht und ein Test die Therapie steuert. Die CDC rät auch bei jedem anderen vermuteten Ringworm zum Kontakt, damit die Ursache schneller klar wird. Die Mayo Clinic setzt eine konkrete Schwelle für Körperherde: bessert sich der Ausschlag nach zwei Wochen rezeptfreier Creme nicht, braucht es ein stärkeres topisches Mittel oder Tabletten.

Sofort vorstellen sollten Sie ausgedehnte Plaques, die trotz Creme wachsen, starke Entzündung mit Eiter oder Fieber, schmerzhafte teigige Knoten der Kopfhaut, Diabetes oder eine bekannte Immunschwäche, sowie Symptome nach Kontakt mit jemandem, der einen schweren, therapieresistenten Befall hat. Reise in Regionen mit bekannter resistenter Tinea oder sexueller Hautkontakt mit juckenden Ringen gehören in die Anamnese.

Bakterielle Superinfektion auf aufgerissener Haut kann Zellulitis oder Impetigo nach sich ziehen. Die WHO nennt schmerzhafte Fußinfekte, die arbeitsunfähig machen, und Kerion mit bleibendem Haarverlust, wenn die Therapie zu spät kommt. Menschen mit HIV oder anderer Abwehrschwäche werden den Pilz oft schwerer los. Kein Hausmittel, kein Tee und kein Essig ersetzen das Antimykotikum; sie verzögern nur die wirksame Behandlung.

Nehmen Sie zur Sprechstunde mit, welche Creme Sie schon genutzt haben, wie lange, ob Kortison dabei war, ob Haustiere oder Mitbewohner Herde haben und wohin Sie gereist sind. Der Arzt entscheidet über KOH, Kultur und über Leberwerte vor oralen Azolen. StatPearls erinnert an Hepatitis als dokumentierte Komplikation von Ketoconazol und an Wechselwirkungen der Azolgruppe; Terbinafin gilt bei bekannter Lebererkrankung als ungünstig.

Häufige Fragen

Ist Ringworm ansteckend?

Ja, der Pilz geht über Haut, Tiere, Textilien und feuchte Böden weiter, in neueren Berichten auch über sexuellen Kontakt. Die Ansteckung kann schon vor dem deutlichen Ring beginnen. Wer behandelt und Handtücher sowie Schuhe nicht teilt, senkt das Risiko für Mitbewohner deutlich.

Kann ich Ringworm nur mit Hausmitteln behandeln?

Hausmittel ersetzen kein Antimykotikum. Für typische, kleine Herde an Haut, Leiste oder Fuß ist eine rezeptfreie Clotrimazol- oder Terbinafin-Creme über zwei bis vier Wochen der belegte erste Schritt. Kopfhaut und Nägel brauchen ärztlich verordnete Tabletten.

Darf ich Kortisoncreme auf den juckenden Ring geben?

Nein. Kortisoncremes können den Pilz ausbreiten, Brennen verstärken und das typische Bild verwischen, sodass die Diagnose später schwerer fällt. Viele rezeptfreie „Hautcremes“ enthalten Steroide; bei Verdacht auf Ringworm gehören sie nicht auf die Stelle.

Wie lange dauert es, bis der Ausschlag zurückgeht?

An der Haut rechnen CDC und StatPearls mit zwei bis vier Wochen konsequenter Creme, manchmal etwas kürzer bei umschriebenen Herden. Die Kopfhaut braucht oft ein bis drei Monate Tabletten. Nägel wachsen über Monate nach; Rückfälle bleiben möglich.

Können Haustiere den Pilz übertragen?

Ja, besonders Katzen, aber auch Hunde und Rinder. Kahle, schuppige Fellstellen sind verdächtig, fehlen aber nicht immer. Das Tier gehört zum Tierarzt, andere Haustiere sollten mituntersucht werden, und nach dem Streicheln sind Hände zu waschen.

Muss ein Kind mit Kopfhautpilz Tabletten nehmen?

Ja, weil der Pilz in der Haarwurzel sitzt und Shampoo ihn dort nicht erreicht. Welcher Wirkstoff passt, hängt vom Erreger ab: Terbinafin oft bei Trichophyton, Griseofulvin eher bei Microsporum. Die Dosis legt die Kinderarztpraxis nach Gewicht fest.

Warum wird der Ausschlag unter der Creme größer?

Entweder ist es kein Dermatophyt, die Creme enthält Kortison, die Anwendung ist zu kurz, oder es handelt sich um einen resistenten Stamm. Dann braucht es einen Abstrich oder ein Geschabsel statt der nächsten Tube aus dem Regal.

Zehennagel mit Tinea

Fazit

Ringworm ist ein häufiger, ansteckender Hautpilz, kein Wurm und in der Regel keine bedrohliche Systemkrankheit. Für den klassischen Ring an Körper, Leiste oder Fuß bleibt die konsequente rezeptfreie Antimykotika-Creme über zwei bis vier Wochen der erste sinnvolle Schritt, ergänzt durch Trocknen, lockere Kleidung und getrennte Handtücher. Kortison ohne Diagnose gehört nicht auf den Herd.

Kopfhaut, Nägel, ausgedehnte Plaques, Immunschwäche, Diabetes und jeder Verlauf, der nach zwei Wochen nicht nachlässt, gehören in die Sprechstunde. Seit den Ausbrüchen resistenter Dermatophyten zählt die Reise- und Kontaktanamnese dazu, und ein einfacher KOH- oder Kulturbefund spart wochenlange Fehlversuche. Tabletten wählt der Arzt nach Ort, Erreger und Leberstatus, nicht die Hausapotheke.

Morgen konkret: juckende Ringe nicht kratzen, Zehen und Leiste trocken halten, eine Steroidcreme in der Hausapotheke beiseitelegen und bei Kopfhautschuppen mit Haarbruch oder verdickten Nägeln einen Termin machen, statt weitere Wochen zu warten.

Quellen

  1. CDC: Treatment of Ringworm. Centers for Disease Control and Prevention, 9. Februar 2026.
  2. CDC: Ringworm Basics. Centers for Disease Control and Prevention, 6. Januar 2026.
  3. CDC: Clinical Overview of Ringworm. Centers for Disease Control and Prevention, 15. Juli 2024.
  4. Mayo Clinic: Ringworm (body) – Symptoms & causes. Mayo Clinic, 26. April 2022.
  5. WHO: Ringworm (tinea). World Health Organization, Stand: 2025.
  6. Chen X, Jiang X et al.: Antifungal medicines for treating children with ringworm. Cochrane Database of Systematic Reviews, 2016.
  7. Yee G, Syed HA et al.: Tinea Corporis – StatPearls – NCBI Bookshelf. StatPearls, 14. Februar 2025.
  8. Aaron DM: Overview of Dermatophytoses (Ringworm, Tinea). Merck Manual Consumer Version, Oktober 2025.
  9. MedlinePlus: Ringworm: MedlinePlus Medical Encyclopedia. MedlinePlus Medical Encyclopedia, 1. April 2025.
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