Trichomoniasis: Symptome, Diagnose und Therapie

Trichomoniasis: Symptome, Diagnose und Therapie

Trichomoniasis ist eine sexuell übertragbare Infektion durch den einzelligen Parasiten Trichomonas vaginalis. Der Erreger sitzt vor allem in Scheide, Vulva, Gebärmutterhals und Harnröhre beziehungsweise in der männlichen Harnröhre und lässt sich mit Nitroimidazolen in der Regel beseitigen.

Viele Infizierte merken nichts. Die CDC schätzt für die Vereinigten Staaten mehr als zwei Millionen Infektionen im Jahr 2018; nur etwa 30 Prozent entwickeln Beschwerden (Stand Januar 2025). Trotzdem bleibt der Parasit übertragbar, oft über Monate. Weltweit zählte die WHO für 2020 rund 156 Millionen Neuinfektionen bei 15- bis 49-Jährigen. Damit ist Trichomonas vaginalis die häufigste nicht virale Geschlechtsinfektion.

Ältere Ratgeber nannten für Frauen und Männer dieselbe Einmaldosis Metronidazol. Die CDC-Leitlinie 2021 und die WHO-Empfehlung 2024 haben das geändert. Frauen sollen das Mittel sieben Tage lang zweimal täglich einnehmen, weil eine kontrollierte Studie die Quote positiver Kontrolltests gegenüber der Einmaldosis halbierte. Männer erhalten in den USA weiter die Einmaldosis. Ein Nativabstrich unter dem Mikroskop reicht oft nicht; ein Nukleinsäureamplifikationstest erkennt den Erreger deutlich zuverlässiger.

Was Trichomoniasis ist und wie häufig sie vorkommt

Trichomoniasis entsteht, wenn der bewegliche Einzeller Trichomonas vaginalis die Schleimhaut des unteren Genitaltrakts besiedelt. Der Parasit lebt nur im Menschen, bildet keine Zyste und überlebt außerhalb des Körpers nur kurz in feuchter Umgebung.

StatPearls (Aktualisierung April 2026) beschreibt ihn als etwa leukozytengroßen, birnen- oder rundlichen Organismus mit Geißeln. Nach der Anheftung wechselt er oft in eine amöboide Form, setzt zytotoxische Proteine frei und stört die natürliche Scheidenflora. Der pH-Wert der Scheide steigt dabei häufig über 4,5. Das begünstigt Begleitinfektionen, etwa eine bakterielle Vaginose.

In den USA ist die Krankheit nicht meldepflichtig, die Zahlen bleiben Schätzungen. Die CDC-Leitlinie 2021 nennt rund 2,6 Millionen betroffene Personen und eine bevölkerungsbezogene Prävalenz von 2,1 Prozent bei Frauen sowie 0,5 Prozent bei Männern. Ältere Übersichten, die noch 3,7 Millionen nannten, stützten sich auf frühere Hochrechnungen. Anders als bei Chlamydien oder Gonorrhö bleibt die Rate bei Frauen über 24 Jahren ähnlich hoch wie bei Jüngeren. In STI-Ambulanzen und Haftanstalten liegen die Anteile deutlich über dem Bevölkerungsdurchschnitt.

Global bleibt die Last groß. Die WHO bezifferte für 2020 etwa 73,7 Millionen neue Fälle bei Frauen und 82,6 Millionen bei Männern in der Altersgruppe 15 bis 49 Jahre. Rund ein Drittel dieser Neuinfektionen entfiel auf die WHO-Region Afrika, gefolgt von Nord- und Südamerika. Weil so viele Menschen keine Beschwerden haben, gilt die Infektion als unterdiagnostiziert. Wer nur auf typischen Ausfluss wartet, übersieht den größten Teil der Übertragungskette.

Trichomoniasis Symptome

Wie der Parasit übertragen wird

Der Erreger wandert vor allem beim vaginalen Geschlechtsverkehr von der Harnröhre in die Scheide oder umgekehrt und auch zwischen zwei Scheiden. Eine Ansteckung über genitale Flüssigkeiten ohne Eindringen ist möglich, etwa bei Hautkontakt im Intimbereich.

In der Frau findet sich der Parasit am häufigsten in Vulva, Scheide, Gebärmutterhals oder Harnröhre. Beim Mann sitzt er typischerweise in der Harnröhre, seltener in Prostata oder Nebenhoden. Die CDC (Stand 2022) stuft Infektionen von Mund, Händen oder After als ungewöhnlich ein. Extragenitale Abstriche sind nicht empfohlen, unter anderem weil kaum zugelassene Tests für diese Orte existieren und der Nutzen ungeklärt ist. MedlinePlus (November 2024) schreibt, der Parasit überlebe im Mund und im Enddarm nicht. Die Mayo Clinic (Dezember 2025) erwähnt orale und anale Kontakte dennoch als mögliche Wege. Für die Praxis zählt die Leitlinie. Wer Halsschmerzen nach Oralverkehr hat, braucht deshalb nicht automatisch einen Trichomonaden-Rachenabstrich.

Ansteckend ist auch, wer nichts spürt. Die CDC weist darauf hin, dass unbehandelte Infektionen Monate bis Jahre dauern können. StatPearls zitiert Partnerstudien, nach denen 14 bis 60 Prozent der männlichen Partner infizierter Frauen selbst infiziert waren und 67 bis 100 Prozent der weiblichen Partner infizierter Männer. Kondome senken das Risiko, decken aber nicht die gesamte Genitalhaut ab. Scheidenspülungen empfiehlt die CDC nicht, weil sie die Schutzflora stören und Infektionen begünstigen können.

Das Risiko steigt, wenn jemand ungeschützten Verkehr hat, mehrere Partner, bereits eine Geschlechtsinfektion oder eine frühere Trichomoniasis. Haft, Drogenkonsum und Sexarbeit nennt die Leitlinie als Settings mit höherer Prävalenz. Eine männliche Beschneidung senkt das Risiko für Partnerinnen in einzelnen Studien etwas, ersetzt aber keinen Barriereschutz.

Welche Symptome Frauen und Männer bemerken

Viele Infizierte bleiben ohne spürbare Zeichen. Die CDC nennt rund 70 Prozent ohne Symptome, die Leitlinie sogar 70 bis 85 Prozent mit fehlenden oder nur geringen Genitalbeschwerden. Wenn Zeichen auftreten, beginnen sie oft fünf bis 28 Tage nach dem Kontakt, manchmal später, und sie können kommen und gehen.

Frauen berichten am ehesten über veränderten Scheidenausfluss. Er kann dünn oder schaumig sein, klar, weiß, gelb oder grünlich und unangenehm oder fischartig riechen. Juckreiz, Brennen, Rötung oder Schmerzen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr kommen hinzu. Manche spüren Druck im Unterbauch. Bei der Spiegeluntersuchung sieht die Ärztin gelegentlich punktförmige Einblutungen an Scheide oder Gebärmutterhals, die sogenannte Erdbeerzervix. StatPearls beziffert diesen Befund auf etwa 2 Prozent der Untersuchungen; häufiger fällt er bei einer Kolposkopie auf als beim normalen Blick.

Männer merken oft gar nichts. Treten Zeichen auf, ähneln sie einer Harnröhrenentzündung. Juckreiz oder Reizung in der Harnröhre, Brennen nach dem Wasserlassen oder nach dem Samenerguss und ein klarer oder eitriger Ausfluss aus dem Penis sind die häufigsten Hinweise. Seltener entwickeln sich eine Nebenhodenentzündung oder eine Prostataentzündung. MedlinePlus erwähnt diese Komplikationen ausdrücklich, betont aber, dass die Diagnose beim Mann schwieriger bleibt als bei der Frau.

Warum die einen Beschwerden bekommen und die anderen nicht, ist nicht vollständig geklärt. Alter, Begleitflora und Immunlage spielen eine Rolle. Entscheidend für den Alltag ist ein anderer Punkt. Fehlende Symptome bedeuten nicht fehlende Ansteckungsfähigkeit. Wer einen positiven Partner hat oder unklaren Ausfluss bemerkt, sollte sich testen lassen, statt auf ein „klassisches“ Bild zu warten.

Wann ein Arztbesuch nötig ist

Ein Arztbesuch lohnt, sobald ungewöhnlicher Ausfluss, Genitalreizungen oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten oder ein Partner die Diagnose erhalten hat. Die Mayo Clinic rät in genau diesen Lagen zur Abklärung, nicht erst wenn der Ausfluss wochenlang anhält.

Die Infektion selbst führt selten in die Notaufnahme. Starke Unterbauchschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Blutungen in der Schwangerschaft gehören jedoch in die dringende Versorgung, weil dann eine aufsteigende Entzündung oder eine geburtshilfliche Komplikation ausgeschlossen werden muss. Schwangere mit Ausfluss oder bekanntem Partnerbefund sollten zeitnah getestet werden. Frauen mit HIV empfiehlt die CDC eine Untersuchung bei Übernahme in die Versorgung und danach mindestens jährlich, in der Schwangerschaft bereits beim ersten Vorsorgetermin.

Wer nach einer Therapie weiter brennt, juckt oder Ausfluss hat, braucht eine zweite Bewertung. Häufig steckt ein unbehandelter Partner dahinter, seltener eine unvollständige Einnahme oder eine verminderte Empfindlichkeit des Erregers. Gleichzeitig sollte nach anderen sexuell übertragbaren Infektionen gesucht werden, darunter HIV, Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien. Die Leitlinie verlangt diesen Zusatzcheck bei jedem nachgewiesenen Trichomonas-Befund.

Ein unauffälliger Krebsabstrich beruhigt hier nicht. Der Pap-Test sucht Zellveränderungen, nicht den Parasiten. Selbst wenn Laboratorien Trichomonaden zufällig im Abstrich sehen, gilt das nach CDC nicht als gesicherte Diagnose. Dann folgt ein empfindlicher Nachweis, und erst bei Bestätigung die Therapie.

Wie die Diagnose heute gestellt wird

Die Diagnose stützt sich nicht auf den Geruch oder die Farbe des Ausflusses allein. Anamnese und Untersuchung liefern Hinweise, bestätigt wird der Erreger im Labor, am zuverlässigsten mit einem Nukleinsäureamplifikationstest.

Das klassische Nativpräparat zeigt bewegliche Trichomonaden unter dem Mikroskop und ist dann sehr spezifisch. Die Sensitivität liegt nach CDC nur bei 44 bis 68 Prozent, nach StatPearls um 60 Prozent. Die Beweglichkeit lässt rasch nach. Innerhalb einer Stunde kann die Trefferquote auf etwa 20 Prozent sinken. Deshalb soll der Objektträger sofort betrachtet werden. Ein negativer Nativabstrich schließt die Infektion nicht aus.

Molekularnachweise erkennen Erbmaterial des Parasiten. Für das Aptima-Verfahren nennt die CDC eine Sensitivität von 95,3 bis 100 Prozent und eine Spezifität von 95,2 bis 100 Prozent gegenüber Nativpräparat und Kultur. Eine von StatPearls zitierte Metaanalyse kam auf etwa 99 Prozent Sensitivität und 100 Prozent Spezifität. Bei Frauen sind Scheidenabstriche etwas empfindlicher als Urin. Mehrere Schnelltests liefern Ergebnisse in 10 bis 40 Minuten; ihre Sensitivität liegt unter der der Labor-NAAT, aber klar über dem Nativpräparat. Kulturverfahren wie InPouch waren vor der Molekulardiagnostik der Referenzstandard, erreichen aber nur 44 bis 75 Prozent Sensitivität und bleiben vor allem für Resistenztests wichtig.

Wer Ausfluss hat, sollte gezielt auf Trichomonas getestet werden. Ein jährliches Screening kann die CDC in Settings mit hoher Prävalenz erwägen, etwa in STI-Sprechstunden oder Haftanstalten, und bei Frauen mit mehreren Partnern, früherer Geschlechtsinfektion oder Inhaftierung. Für Männer ohne Beschwerden gibt es keine allgemeine Screening-Empfehlung. Fehlt vor Ort ein Test, behandelt die WHO syndromisch den Ausfluss und deckt dabei bakterielle Vaginose, Hefe und Trichomonaden gemeinsam ab.

Welche Therapie Leitlinien jetzt empfehlen

Die Standardtherapie bei Frauen ist seit 2021 eine siebentägige orale Metronidazol-Gabe, nicht mehr die früher übliche Einmaldosis. Männer erhalten in der CDC-Leitlinie weiter zwei Gramm auf einmal. Die WHO hat 2024 die Mehrtagesdosis für Erwachsene und Jugendliche einschließlich Schwangerer als ersten Vorschlag festgeschrieben.

Nur Nitroimidazole wirken klinisch belegt gegen Trichomonas vaginalis. Ein Gel aus Metronidazol erreicht Harnröhre und Drüsen um die Scheide nicht in wirksamer Menge; oral ist es klar überlegen, das Gel wird nicht empfohlen. In randomisierten Studien lagen die Heilungsraten oraler Metronidazol-Schemata bei etwa 84 bis 98 Prozent, Tinidazol bei etwa 92 bis 100 Prozent. Tinidazol bleibt länger im Blut (Halbwertszeit 12,5 gegenüber 7,3 Stunden), verursacht oft weniger Magen-Darm-Beschwerden und ist teurer.

Personengruppe Empfohlene Gabe Quelle
Frauen ohne HIV Metronidazol 500 mg oral, zweimal täglich, 7 Tage CDC 2021
Männer Metronidazol 2 g oral als Einmaldosis CDC 2021
Alternative für Frauen und Männer Tinidazol 2 g oral als Einmaldosis CDC 2021
Erwachsene inklusive Schwangere Metronidazol 400 oder 500 mg oral, zweimal täglich, 7 Tage WHO 2024
Wenn die Mehrtageseinnahme kaum machbar ist Metronidazol 2 g oder Tinidazol 2 g einmalig; Tinidazol nicht in der Schwangerschaft WHO 2024

MedlinePlus warnt vor Alkohol während der Metronidazol-Einnahme und 48 Stunden danach, weil Übelkeit, Bauchschmerz und Erbrechen heftig ausfallen können. Dieselbe Vorsicht gilt für Tinidazol. Metallischer Geschmack und Sodbrennen kommen vor, sind aber kein Grund, die Kur selbst zu beenden.

Bleiben Beschwerden, prüft die Ärztin zuerst, ob ein Partner unbehandelt blieb. Frauen, die die Sieben-Tage-Kur beendet haben und erneut Kontakt zu einem unbehandelten Partner hatten, wiederholen dasselbe Schema. War kein neuer Kontakt da, folgt Metronidazol oder Tinidazol zwei Gramm täglich über sieben Tage. Bei Männern gilt spiegelbildlich zuerst die Wiederholung der Einmaldosis nach Reexposition, sonst die Sieben-Tage-Gabe. Resistenz gegen Metronidazol betrifft in US-Serien 4 bis 10 Prozent der Isolate, gegen Tinidazol seltener, in einer Untersuchung etwa 1 Prozent. Hartnäckige Fälle können über die CDC Resistenz getestet werden; dann kommen hoch dosiertes Tinidazol, manchmal kombiniert mit vaginalem Paromomycin, nur in fachärztlicher Hand infrage.

Was in Schwangerschaft, Stillzeit und bei HIV gilt

Schwangere mit Beschwerden sollen in jedem Trimenon getestet und mit Metronidazol behandelt werden. Tinidazol meidet man in der Schwangerschaft, weil Humandaten dünn sind und Tierdaten ein mittleres Risiko nahelegen.

Unbehandelte Infektionen hängen mit Frühgeburt, vorzeitigem Blasensprung und Kindern zusammen, die für ihr Reifealter zu klein sind. Die CDC beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt auf das etwa 1,4-Fache. Eine von StatPearls referierte Metaanalyse aus dem Jahr 2021 fand Odds Ratios von 1,27 für Frühgeburt, 1,87 für vorzeitigen Blasensprung und 2,12 für niedriges Geburtsgewicht. Eine Übertragung auf das Neugeborene ist ungewöhnlich, kann aber Scheiden- oder Atemwegsinfekte auslösen. Routinescreening bei beschwerdefreien Schwangeren ohne HIV hat die Leitlinie nicht als Nutzen belegt. Eine ältere Studie mit einem ungewöhnlichen Zwei-Gramm-Schema in festgelegten Schwangerschaftswochen zeigte keinen klaren Vorteil gegen Frühgeburt; die CDC wertet dieses Design als begrenzt und hält an der Behandlung symptomatischer Schwangerer fest.

Metronidazol geht in die Muttermilch über, die vom Säugling aufgenommene Menge bleibt unter üblichen Kindermengen. Manche Kliniker raten nach einer Einmaldosis, 12 bis 24 Stunden nicht zu stillen. Nach Tinidazol zwei Gramm soll das Stillen 72 Stunden ruhen. Eine siebentägige niedrigere Metronidazol-Gabe gilt in einer zitierten Untersuchung als mit dem Stillen vereinbar.

Frauen mit HIV tragen besonders häufig Trichomonas vaginalis, in manchen Serien bis zu 53 Prozent. Bei ihnen hängt die Infektion mit aufsteigenden Beckenentzündungen zusammen. Ohne virale Suppression kann die Behandlung die HIV-Menge in Genitalsekreten senken. Deshalb screenen Leitlinien alle Frauen mit HIV beim Einstieg und danach jährlich und behandeln sie mit der Sieben-Tage-Dosis, nicht mit der Einmaldosis. Schwangere mit HIV sollen bereits bei der ersten Vorsorge getestet werden, weil die Infektion das Risiko einer HIV-Übertragung auf das Kind erhöht.

Welche Folgen eine unbehandelte Infektion haben kann

Unbehandelt bleibt der Parasit ein Entzündungsreiz im Genitaltrakt und erleichtert anderen Erregern den Übertritt. Die CDC und die WHO verknüpfen Trichomonas vaginalis mit einem etwa 1,5-fach höheren Risiko, HIV aufzunehmen.

Die Entzündung verändert die Schleimhautbarriere und die lokale Abwehr. Bei Frauen ohne ausreichende HIV-Therapie kann eine erfolgreiche Trichomonaden-Behandlung die Virusausscheidung in der Scheide verringern. Ein Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs taucht in einer von der CDC zitierten Metaanalyse als etwa 2,1-fach erhöhtes Risiko auf. Für Prostatakrebs fand eine andere Metaanalyse nur eine leichte, statistisch nicht signifikante Assoziation. Die Mayo Clinic listet zusätzlich Zystitis, Prostata- und Nebenhodenentzündung. Das sind mögliche Begleitbilder, keine sicheren Spätfolgen bei jedem Infizierten.

In der Schwangerschaft zählen Frühgeburt, vorzeitiger Blasensprung und niedriges Geburtsgewicht zu den belegten Risiken. Eine Beckenentzündung tritt vor allem bei Frauen mit HIV gehäuft auf. Männer können neben der Harnröhre Prostata und Nebenhoden mitbeteiligen; über eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit wird diskutiert, belastbare Alltagszahlen fehlen.

Keine dieser Zahlen bedeutet, dass jede unbehandelte Infektion HIV oder eine Frühgeburt nach sich zieht. Sie begründen, warum man auch ohne starken Ausfluss behandelt, Partner einbezieht und nach drei Monaten kontrolliert. Hausmittel, Scheidenspülungen oder ausschließlich lokale Cremes ersetzen die Tablette nicht.

Wie Partner behandelt und eine neue Infektion verhindert wird

Jeder aktuelle Sexualpartner braucht eine Therapie, auch ohne Beschwerden. Sonst reicht oft ein einziger ungeschützter Kontakt, und die Infektion kehrt zurück.

Die CDC rät, auf Sex zu verzichten, bis beide die Tabletten beendet haben und vorhandene Beschwerden abgeklungen sind. Die Cleveland Clinic (Dezember 2022) legt zusätzlich etwa eine Woche Abstand nach der letzten Dosis nahe. Beides zielt auf dasselbe. Zu früher Verkehr ist eine der häufigsten Ursachen für den positiven Kontrolltest. In den USA darf in manchen Staaten ein Rezept für den Partner ohne eigene Untersuchung mitgegeben werden. In Deutschland gilt dieses Modell so nicht; der Partner braucht eine eigene ärztliche Klärung und seine eigene Packung.

Etwa einer von fünf Behandelten steckt sich innerhalb von drei Monaten erneut an, schreibt die CDC (Januar 2025). Deshalb sollen sexuell aktive Frauen rund drei Monate nach der ersten Therapie erneut getestet werden, unabhängig davon, ob sie den Partner für behandelt halten. Ist der Termin nicht haltbar, soll der Nachtest bei der nächsten Gelegenheit innerhalb von zwölf Monaten nachgeholt werden. Für Männer reichen die Daten nicht für ein pauschales Retesting. Ein zu früher Nukleinsäuretest, früher als drei Wochen nach dem letzten Tag der Einnahme, kann tote Erbgutreste anzeigen und falsch alarmieren.

Vorbeugen heißt in der Praxis Kondome konsequent nutzen, die Zahl der Partner begrenzen und Scheidenspülungen lassen. Eine festes Paar, das sich hat testen lassen, trägt ein niedrigeres Risiko. Nach einer durchgemachten Infektion entsteht keine belastbare Immunität. Wer erneut ungeschützten Kontakt hat, kann sich wieder anstecken. Offene Gespräche vor dem nächsten Kontakt und ein ehrlicher Hinweis an Partnerinnen und Partner unterbrechen die Kette zuverlässiger als Scham.

Häufige Fragen

Kann Trichomoniasis von allein verschwinden?

Mit einem spontanen Abklingen ist nicht zu rechnen. Die CDC beschreibt unbehandelte Verläufe über Monate bis Jahre, die Cleveland Clinic betont, dass der Parasit ohne Nitroimidazol nicht verschwindet. Einzelne ältere Enzyklopädie-Texte vermuten bei Männern kürzere Verläufe; das ändert nichts an der Empfehlung, jeden nachgewiesenen Fall und jeden Partner zu behandeln.

Muss mein Partner behandelt werden, obwohl er keine Beschwerden hat?

Ja, aktuelle Partner sollen gleichzeitig therapiert werden, auch wenn sie nichts spüren. Sonst bleibt ein Reservoir, und die Reinfektionsquote innerhalb von drei Monaten liegt bei etwa 20 Prozent. In Deutschland holt der Partner dafür ein eigenes Rezept, nicht das ungesehene US-Modell der Mitgabe.

Reicht ein Kondom als Schutz vor Trichomoniasis?

Ein korrekt und durchgehend genutztes Kondom senkt das Risiko deutlich und ist laut CDC der beste Schutz unter sexuell aktiven Menschen. Es bedeckt nicht die gesamte Genitalhaut, deshalb bleibt ein Restrisiko. Scheidenspülungen schützen nicht, sie können das Risiko sogar erhöhen.

Darf ich während der Einnahme von Metronidazol Alkohol trinken?

Nein. MedlinePlus rät, während der Therapie und 48 Stunden danach auf Alkohol zu verzichten, weil Übelkeit, Bauchschmerz und Erbrechen heftig werden können. Für Tinidazol gilt dieselbe Zurückhaltung; nach einer Einmaldosis Tinidazol soll zudem 72 Stunden nicht gestillt werden.

Wann sollte ich nach der Therapie erneut getestet werden?

Sexuell aktive Frauen sollen etwa drei Monate nach der ersten Behandlung erneut getestet werden. Ein Nukleinsäuretest ist frühestens zwei bis drei Wochen nach der letzten Tablette sinnvoll, weil sonst Rest-Erbgut stört. Männer werden in der Regel nur bei neuen Beschwerden oder unklarem Verlauf kontrolliert.

Kann ich Trichomoniasis durch Oralverkehr bekommen?

Eine etablierte Infektion von Mund oder Rachen gilt als selten. Die CDC empfiehlt keine Rachen- oder Afterabstriche auf Trichomonas, und MedlinePlus sieht den Parasiten dort als nicht überlebensfähig. Maßgeblich bleibt der genitale Kontakt; wer Ausfluss oder einen positiven Partner hat, lässt Scheide, Harnröhre oder Urin testen, nicht den Hals.

Fazit

Wer Ausfluss, Brennen oder einen infizierten Partner hat, holt einen gezielten Test und nicht nur einen Krebsabstrich. Der Nukleinsäureamplifikationstest findet den Parasiten deutlich häufiger als das Nativpräparat. Ein negativer Blick unter das Mikroskop beendet die Suche nicht, wenn die Beschwerden dazu passen.

Die Therapie hat sich gegenüber älteren Einmaldosis-Ratgebern verschoben. Frauen nehmen Metronidazol sieben Tage lang zweimal täglich, Männer in der US-Leitlinie weiter zwei Gramm auf einmal; die WHO setzt die Mehrtagesgabe auch als ersten Vorschlag für Schwangere. Alkohol bleibt während der Kur und zwei Tage danach weg. Der Partner schluckt dieselbe Wirkstoffklasse zur selben Zeit, Sex wartet, bis beide fertig sind und die Reizung ruht.

Drei Monate später lässt die Frau den Erfolg kontrollieren. Kondome, wenige Partner und der Verzicht auf Scheidenspülungen senken die Chance, denselben Einzeller erneut mit nach Hause zu bringen. Hausmittel ersetzen die Tablette nicht, und ein fehlendes Symptom ist kein Freibrief für ungeschützten Kontakt.

Quellen

  1. CDC: About Trichomoniasis. Centers for Disease Control and Prevention, 31. Januar 2025.
  2. Workowski KA, Bachmann LH et al.: Trichomoniasis – STI Treatment Guidelines. Centers for Disease Control and Prevention, 21. September 2022.
  3. WHO: Trichomoniasis fact sheet. World Health Organization, Stand: 2025.
  4. WHO: Table 1, Summary of the recommendations on treatment of Trichomonas vaginalis. World Health Organization, 2024.
  5. Mayo Clinic Staff: Trichomoniasis – Symptoms & causes. Mayo Clinic, 16. Dezember 2025.
  6. MedlinePlus: Trichomoniasis: MedlinePlus Medical Encyclopedia. MedlinePlus, 10. November 2024.
  7. Jenks JD, Plasner S: Trichomoniasis – StatPearls. StatPearls Publishing, 19. April 2026.
  8. Cleveland Clinic: Trichomoniasis: Causes, Symptoms, Testing & Treatment. Cleveland Clinic, 27. Dezember 2022.
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