
Ein Frauenkondom ist ein weicher Beutel mit zwei flexiblen Ringen, den man vor dem Sex in die Scheide oder in den After schiebt, damit Sperma und andere Körperflüssigkeiten nicht in den Körper gelangen. Bei üblicher Nutzung werden laut CDC-Übersicht (Stand August 2024) etwa 21 von 100 Anwenderinnen im ersten Jahr schwanger; wer das Produkt jedes Mal korrekt einsetzt, liegt näher bei fünf Schwangerschaften auf 100.
In deutschsprachigen Apotheken heißt das Gerät oft Frauenkondom oder Femidom. Die US-Arzneimittelbehörde FDA nennt es seit der Reklassifizierung 2018 „single-use internal condom“, also Einmalkondom zur inneren Anwendung. Das in den USA zugelassene Modell FC2 besteht aus Nitril, einem synthetischen Kunststoff ohne Naturlatex, und enthält keine Hormone. Einlegen kann man es unmittelbar vor dem Kontakt oder bis zu acht Stunden früher. Ein Rezept ist nicht nötig.
Was ist ein Frauenkondom und wie wirkt es?
Es ist eine Barrieremethode. Der Beutel kleidet die Scheide oder den After aus, fängt Ejakulat auf und trennt Haut- und Schleimhautflächen, über die Erreger wechseln können.
Am geschlossenen Ende sitzt ein dickerer Ring. Ihn drückt man zusammen und schiebt ihn so tief, dass er hinter dem Schambein bzw. vor dem Gebärmutterhals liegt und die Hülle hält. Der dünnere Ring bleibt außen und bedeckt Schamlippen und einen Teil des Damms. Genau diese äußere Abdeckung unterscheidet das Produkt vom Kondom für den Penis. Die Cleveland Clinic (Aktualisierung Juni 2025) beschreibt den Stoff als Nitril, also als weichen Kunststoff. MedlinePlus (Stand März 2026) erinnert daran, dass die erste Generation FC1 aus Polyurethan bestand und durch das günstigere FC2 ersetzt wurde.
Die Größe ist einheitlich. Die Länge ähnelt einem äußeren Kondom, die Weite ist etwas größer, eine Anpassung in der Praxis entfällt. Beide Seiten sind bereits gleitfähig. Zusätzliches Gleitmittel kann das Einführen erleichtern und Reibegeräusche mindern. Hormone, Kupfer oder Spermizid gehören nicht zur Wirkweise. Nach dem Absetzen kehrt die Fruchtbarkeit ohne Wartezeit zurück, weil nichts resorbiert wurde.
Wer die Hülle richtig platziert, verhindert, dass Spermien zur Eizelle gelangen, und verringert den Austausch von Sekreten. Der Schutz beginnt mit dem Einlegen und endet, sobald man den Beutel entfernt. Für jeden neuen Akt und jeden Wechsel der Praktik braucht man ein unbenutztes Exemplar.

Wie wirksam schützt es vor einer Schwangerschaft?
Unter Alltagsbedingungen werden nach CDC-Angaben 21 von 100 Personen, die sich im ersten Jahr allein auf das interne Kondom stützen, schwanger. Bei durchgehend korrekter Nutzung nennen NHS (Februar 2024), Cleveland Clinic und das Merck Manual (Dezember 2025) etwa fünf Schwangerschaften auf 100.
Die Lücke zwischen beiden Zahlen entsteht fast nie durch Löcher aus der Fabrik, sondern durch verspätetes Einlegen, Verrutschen, einen Penis neben der Hülle oder fehlende Nutzung bei einem Teil der Akte. Das NHS listet genau diese Fehler als typische Ursachen. Ältere Laientexte setzten die typische Versagerquote des Männerkondoms oft bei 15 Prozent an. Die CDC-Seite von 2024 nennt 13 Prozent und stützt sich auf die 22. Auflage von Contraceptive Technology (2023). Das Merck Manual führt für das äußere Kondom noch 18 Prozent typische Nutzung an, weil es eine ältere Zusammenstellung zitiert. Für das interne Modell bleiben 21 Prozent in beiden Quellen gleich.
| Methode | Schwangerschaften je 100 im ersten Jahr, typische Nutzung | Quelle |
|---|---|---|
| Implantat | 0,1 | CDC 2024 |
| Hormonspirale | 0,1–0,4 | CDC 2024 |
| Kupferspirale | 0,8 | CDC 2024 |
| Pille, Pflaster oder Ring | 7 | CDC 2024 |
| Äußeres (Männer-)Kondom | 13 | CDC 2024 |
| Inneres (Frauen-)Kondom | 21 | CDC 2024 |
| Spermizid allein | 21 | CDC 2024 |
| Diaphragma mit Spermizid | 17 | CDC 2024 |
Wer Schwangerschaft sehr sicher vermeiden will, kombiniert das interne Kondom mit einer hormonellen Methode oder einer Spirale. Beide gleichzeitig auf Penis und in der Scheide zu tragen, senkt die Sicherheit nicht, sondern erhöht die Reißgefahr. Nach einem Riss, einem Verrutscher oder wenn der Penis neben der Hülle eingedrungen ist, bleibt die Notfallverhütung der nächste Schritt, nicht ein zweites Kondom über dem ersten.
Wie setzt man ein Frauenkondom richtig ein?
Man öffnet die Packung vorsichtig, prüft Ablaufdatum und Unversehrtheit, legt den inneren Ring tief in die Scheide und lässt den äußeren Ring außen. Der Penis muss in die Öffnung der Hülle gleiten, nicht daneben.
Die CDC-Anleitung (3. April 2024) und die NHS-Seite beschreiben denselben Ablauf. Zähne oder scharfe Nägel zerreißen die Folie leicht. Vor dem Öffnen kann man die noch verschlossene Hülle zwischen den Fingern reiben, damit das vorhandene Gleitmittel sich verteilt. Eine bequeme Haltung erleichtert das Einführen, etwa Hocken, Liegen oder ein Fuß auf einem Stuhl. Den inneren Ring zusammendrücken, in die Scheide schieben und mit einem Finger so weit nach oben führen, bis er am Gebärmutterhals anliegt. MedlinePlus verlangt zusätzlich, dass dieser Ring hinter dem Schambein sitzt. Der Beutel darf nicht verdreht sein. Außen sollen etwa zwei bis drei Zentimeter und der offene Ring sichtbar bleiben.
Während des Akts führt man den erigierten Penis oder das Spielzeug in die Mitte der Öffnung. Wandert der äußere Ring nach innen oder rutscht der Penis zwischen Hülle und Scheidenwand, unterbricht man und korrigiert oder wechselt das Produkt. Nach dem Samenerguss und noch vor dem Aufstehen den äußeren Ring zusammendrücken und verdrehen, damit nichts ausläuft, dann vorsichtig ziehen. Der Beutel gehört in den Hausmüll, nicht in die Toilette. Ein Tampon muss vorher entfernt werden.
Für den Analverkehr gelten dieselben Grundregeln. Den inneren Ring kann man belassen und mit dem Finger tief schieben oder die Hülle wie ein äußeres Kondom über Penis bzw. Spielzeug streifen. Gleitmittel innen und außen mindert Reibung. Jeder Wechsel von vaginal zu anal braucht ein frisches Exemplar.
Schützt das Frauenkondom vor HIV und anderen STI?
Es kann die Übertragung sexuell übertragbarer Infektionen (STI) einschließlich HIV verringern, wenn es von Anfang bis Ende jedes Kontakts sitzt. Die Datenlage ist dünner als beim Latex-Kondom für den Penis.
Die CDC-Verhütungsseite formuliert zurückhaltend, interne Kondome „might help prevent STIs“. Die U.S. Medical Eligibility Criteria 2024 und die STI-Primärprävention (letzte Prüfung Juni 2024) wiederholen, korrekte Nutzung könne Erwerb und Weitergabe von STI mindern, die Evidenz bleibe begrenzt. Konsistente Latex-Kondome für den Penis gelten dort weiter als die am besten belegte Barriere gegen HIV.
Eine systematische Übersicht von Wiyeh und Kollegen (BMC Public Health, 12. März 2020) wertete 15 Studien mit 6921 Frauen aus. Zugang zu Polyurethan-Frauenkondomen plus Männerkondomen senkte gegenüber Männerkondomen allein die Gonorrhoe-Rate (zwei Clusterstudien, effektive Stichprobe 790, relatives Risiko 0,59) und die Chlamydien-Rate (relatives Risiko 0,67). Für HIV blieb der Unterschied in einer kleinen Studie mit Sexarbeiterinnen in Simbabwe ohne statistische Sicherheit. Wichtig bleibt die Unterscheidung. Die Frauen bekamen beide Produktarten zur Auswahl, sie trugen sie nicht übereinander. Neuere Modelle wie Cupid, Velvet oder Woman’s Condom waren in Funktionstests dem FC2 nicht unterlegen. Eigene HIV- oder STI-Wirksamkeitsstudien zu diesen Typen fehlten 2020.
Der äußere Ring bedeckt Vulva und Damm und kann Hautkontakt verringern, über den Herpesviren oder humane Papillomviren wechseln. Einen zahlenfesten Extra-Schutz für HPV oder Herpes weist die CDC dem internen Kondom nicht zu. Hormonelle Verhütung, Spirale und Sterilisation ersetzen diesen Barriereschutz nicht. Bei relevantem HIV-Risiko gehört die Präexpositionsprophylaxe in dasselbe Gespräch wie das Kondom.
Darf man es beim Analverkehr verwenden?
Viele Fachseiten beschreiben die Nutzung im After als übliche Praxis. Eine eigene, belastbare Wirksamkeitszahl für HIV- oder STI-Schutz bei Analverkehr fehlt weiter.
Die CDC-Anwendungsseite von 2024 schreibt ausdrücklich, interne Kondome könnten auch anal verwendet werden und folgten denselben Grundregeln. Die STI-Leitlinie hält fest, dass die Hülle beim empfangenden Analverkehr vorkommt, die Schutzwirkung dieser Praxis aber unbekannt bleibt. Der NHS sagt, korrekte anale Nutzung könne STI-Risiko senken, die Daten reichten nicht, um das Ausmaß zu beziffern.
Die FDA ließ das FC2 am 10. März 2009 zur Vorbeugung von Schwangerschaft, HIV/Aids und anderen STI zu. Die Indikation bezog sich auf den vaginalen Gebrauch. Am 29. Oktober 2018 stufte die Behörde Einmalprodukte von Klasse III auf Klasse II herab und erlaubte künftigen Antragstellern, vaginale und/oder anale Nutzung anzugeben, sofern klinische Versagensraten dafür gemessen wurden. Für das bereits vermarktete FC2 blieb eine gesonderte Anal-Zulassungsstudie aus. Wer die Hülle anal nutzt, folgt also einer von Behörden beschriebenen, aber nicht gleich stark geprüften Anwendung.
Den inneren Ring zu entfernen, kann das Herausrutschen erleichtern. Ohne Ring fehlt der Halt, den die Scheide sonst bietet. Großzügig Gleitmittel innen und außen mindert Risse. Nach einem Wechsel der Körperöffnung gehört das benutzte Exemplar in den Müll.
Welche Vorteile hat es gegenüber dem Männerkondom?
Die empfangende Person kann die Barriere selbst einlegen, unabhängig von einer Erektion und bis zu acht Stunden vor dem Akt. Hormone und eine Anpassung in der Praxis entfallen.
Die Cleveland Clinic und MedlinePlus nennen dieselben praktischen Punkte. Das Produkt ist ohne Rezept erhältlich, wirkt sofort und hinterlässt nach dem Entfernen keine Depotwirkung. Menstruation, Schwangerschaft und das Wochenbett schließen die Nutzung nicht aus. Wer Naturlatex nicht verträgt, findet im Nitril-FC2 eine Alternative; der NHS warnt, einzelne andere Marken könnten trotzdem Latex enthalten, deshalb die Packung lesen. Der äußere Ring bedeckt mehr Haut als ein Peniskondom und kann so Kontaktflächen an Vulva und Damm verkleinern.
Im Alltag zählt oft die Steuerung. Wo das Verhandeln über ein Kondom auf dem Penis scheitert, bleibt ein bereits eingelegter Beutel eine Option, die die empfangende Person vorbereitet hat. Eine Erektion muss nicht gehalten werden, damit die Hülle sitzt. Die FDA-Kennzeichnung des FC2 betont genau diese von Frauen initiierbare Anwendung und das frühe Einlegen als Vorteil gegenüber dem äußeren Kondom.
Preis und Regalplatz bleiben schwächer als beim Massenprodukt für den Penis. Wer beides in der Schublade hat und jeweils nur eines benutzt, erhöht die Chance, dass überhaupt eine Barriere sitzt. Genau dieses Mehr an verfügbaren Optionen, nicht das Übereinanderlegen, erklärt den STI-Vorteil in den älteren Kombinationsstudien.

Welche Nachteile und Nebenwirkungen kommen vor?
Häufiger als schwere Schäden sind Reizung, Geräusch, Verrutschen und die geringere Schwangerschaftssicherheit im Vergleich zu Spirale oder Implantat. Allergien kommen vor, lebensbedrohliche Reaktionen gehören nicht zum typischen Bild.
MedlinePlus listet Reibung an der Klitoris, weniger Gleitfilm, Brennen, Jucken und das raschelnde Geräusch der Folie. Die neuere Nitrilgeneration gilt als leiser als das frühere Polyurethan. Manche Personen stört, dass kein direkter Hautkontakt und kein Wärmegefühl des Ejakulats spürbar bleiben. Die Cleveland Clinic ergänzt Irritation durch schlechte Passung oder Unverträglichkeit und den Aufwand, das Produkt rechtzeitig zu beschaffen. Wiyeh und Kollegen fanden in den älteren Studien Unbehagen beim Einführen, Druck auf die Blase und selten Ausschlag; schwere, dem Produkt eindeutig zugeordnete Verletzungen waren selten.
Mechanisch unterscheidet sich das Versagensmuster vom Peniskondom. In den von Wiyeh ausgewerteten Vergleichen riss das äußere Kondom häufiger, das innere glitt häufiger. Einstülpen des äußeren Rings und Fehlleitung des Penis neben die Hülle lagen in einzelnen Serien etwa zwischen drei und sechs Prozent der Nutzungen und wurden mit Übung seltener. Jedes Exemplar gilt nur für einen Akt. Wer die Hülle wäscht und erneut verwendet, erhöht das Risiko für Risse und Leckagen.
Sichtbarkeit des äußeren Rings und der Preis gegenüber dem Massen-Peniskondom halten manche Paare vom regelmäßigen Kauf ab. Wer Schwangerschaft sehr niedrig halten will, braucht zusätzlich eine Methode mit Versagerquoten unter einem Prozent.
Gleitmittel, Doppelkondom und andere Anwendungsfehler
Zusätzliches Gleitmittel kann Rutschen und Risse mindern. Ein zweites Kondom auf dem ersten erhöht die Reibung und soll unterbleiben. Öl ist vor allem bei Latex problematisch.
Die CDC-Dos-and-Don’ts verlangen Gleitmittel, verbieten die Kombination aus innerem und äußerem Kondom, verbieten Wiederverwendung und verbieten das Herunterspülen. Zum Öltyp bleibt die Behörde auf dieser Seite unbestimmt. Der NHS unterscheidet nach Material. Latex verträgt kein ölhaltiges Gleitmittel, etwa Vaseline, Babyöl oder viele Massageöle; Wasser oder Silikon bleiben die sichere Wahl. Die Cleveland Clinic rät pauschal von Öl ab, weil es die Hülle schädigen könne. MedlinePlus bezieht das Ölverbot auf Latex. Das FC2 besteht aus Nitril. Wer die Packungsbeilage des konkreten Produkts nicht kennt, bleibt bei Wasser oder Silikon und umgeht den Widerspruch der Laienquellen.
Häufige Fehler, die die Schwangerschafts- und STI-Rate nach oben ziehen, lassen sich in wenigen Sätzen benennen.
- Die Hülle kommt erst, nachdem der Penis die Scheide bereits berührt hat, und verpasst so Präejakulat.
- Der Penis gleitet zwischen Folie und Scheidenwand, wodurch die Barriere wirkungslos wird.
- Ablaufdatum oder sichtbare Risse werden nicht geprüft, und die Folie gibt unter Belastung nach.
- Zwei Barriereschichten reiben aneinander und reißen, statt sich zu ergänzen.
- Die benutzte Hülle wird gespült oder gewaschen und ein zweites Mal verwendet.
Nagelkanten und Schmuck können schon beim Auspacken ein Loch reißen. Kühl und trocken lagern, nicht im heißen Auto. Antimykotische Cremes am Genitale können nach NHS-Hinweis Latex angreifen; dann ein latexfreies Modell wählen oder die Creme-Pause mit der Beratung in der Apotheke klären.
Wann Notfallverhütung oder einen Arzt holen?
Reißt die Hülle, rutscht sie nach innen oder läuft Samen aus, braucht es so früh wie möglich Notfallverhütung und oft einen STI-Test. Brennen, Ausschlag oder ein fest sitzender Beutel gehören in die Sprechstunde, nicht in den nächsten Versuch mit demselben Exemplar.
Der NHS stuft Riss, Verrutschen und Leckage als Anlass für rasche Hilfe in Apotheke, sexualmedizinischer Ambulanz oder Hausarztpraxis ein. MedlinePlus nennt ausdrücklich die Pille danach, wenn die Hülle reißt oder der Inhalt beim Herausziehen ausläuft, und rät Personen, die Kondome als alleinige Verhütung nutzen, ein solches Präparat vorrätig zu halten. Die CDC-Verhütungsseite erinnert daran, dass die Notfallpille bis zu fünf Tage nach dem Akt möglich ist, je früher desto besser, und dass eine Kupferspirale in demselben Zeitfenster eingesetzt werden kann.
Ein fest sitzender Beutel, den man selbst nicht greift, oder Blutungen, die nicht zur Periode passen, sollen ärztlich geklärt werden. Anhaltendes Brennen, Schwellung oder ein Ausschlag nach dem Gebrauch können auf Reizung oder Unverträglichkeit deuten. Nach ungeschütztem Kontakt mit einem Partner, dessen STI-Status unbekannt ist, gehört ein Testzeitpunkt ins Gespräch, auch wenn die Hülle äußerlich intakt wirkte. Fieber, stärkster Unterbauchschmerz oder eitriger Ausfluss sind keine „Kondom-Nebenwirkung“, sondern Warnzeichen einer Infektion.
Wer unsicher ist, ob der Penis in der Hülle war, behandelt die Lage wie einen ungeschützten Akt. Ein zweites Kondom danach ersetzt weder Notfallverhütung noch Labortest.
Wo bekommt man Frauenkondome, und was hat die FDA geändert?
Sie sind rezeptfrei, oft aber schlechter bevorratet als Peniskondome. Seit 2018 stuft die FDA Einmalprodukte als Klasse-II-Gerät zur inneren Anwendung ein und bestätigt den Verkauf ohne Verschreibung.
Die Cleveland Clinic nennt das FC2 als einziges in den USA zugelassenes internes Kondom und verweist auf Online-Händler und die Herstellerseite. Der NHS verteilt interne Kondome in manchen sexualmedizinischen Stellen, Arztpraxen und Apotheken kostenfrei und verkauft sie zusätzlich in Drogerien. MedlinePlus nennt Apotheken, STI-Ambulanzen und Familienplanungsstellen. Ein Praxisbesuch ist für den Kauf nicht nötig. Die Verfügbarkeit in einzelnen Läden schwankt stärker als beim äußeren Kondom.
Ältere Berichte, das Produkt werde alsbald nur noch auf Rezept abgegeben, haben sich nicht bestätigt. Im Gegenteil. Am 27. September 2018 veröffentlichte die FDA die endgültige Anordnung, Einmal-Frauenkondome in „single-use internal condom“ umzubenennen, von Klasse III auf Klasse II zu senken und den Weg über eine 510(k)-Anzeige statt einer vollständigen PMA zu öffnen. Die Regelung gilt seit 29. Oktober 2018, die Geräte bleiben OTC. Hersteller müssen klinische Versagensraten, Virusdichtigkeit, Mechanik, Gleitmittelverträglichkeit, Biokompatibilität und Haltbarkeit belegen und in der Kennzeichnung typische und perfekte Nutzungsraten neben andere Methoden stellen.
Weltweit hat die WHO zusammen mit dem UN-Bevölkerungsfonds mehrere Typen vorqualifiziert, darunter Cupid, FC2, Velvet und das Woman’s Condom. In Deutschland entscheidet das konkrete CE- oder UKCA-Zeichen auf der Packung über die Verkehrsfähigkeit, nicht der US-Markenname.
Häufige Fragen
Kann man Frauen- und Männerkondom gleichzeitig benutzen?
Nein. Die Reibung zwischen beiden Schichten kann eine oder beide Hüllen zerreißen. CDC und NHS raten ausdrücklich davon ab. Wer mehr Sicherheit bei der Schwangerschaft will, kombiniert das interne Kondom mit Pille, Implantat oder Spirale, nicht mit einem zweiten Kondom.
Wie lange vorher darf man das Frauenkondom einlegen?
Bis zu acht Stunden vor dem Sex, so CDC, NHS, Cleveland Clinic und Merck Manual. Unmittelbar vor dem Kontakt ist ebenfalls möglich. Entscheidend bleibt, dass die Hülle sitzt, bevor der Penis die Scheide berührt.
Schützt das Frauenkondom vor HPV und Herpes?
Einen belegten Extra-Schutz nur für diese Viren weist die CDC dem internen Kondom nicht zu. Der äußere Ring kann Haut an Vulva und Damm abdecken und so Kontaktflächen verkleinern. Für HIV und bakterielle STI gilt die Evidenz als begrenzt, aber plausibel, solange die Hülle durchgehend sitzt.
Was tun, wenn das Kondom reißt oder verrutscht?
Die Hülle entfernen, bei Vaginalverkehr so früh wie möglich Notfallverhütung holen und einen STI-Test planen. Der NHS nennt Apotheke, sexualmedizinische Ambulanz oder Hausarztpraxis als erste Anlaufstellen. Ein neues Kondom danach ersetzt diese Schritte nicht.
Darf man es bei einer Latexallergie verwenden?
Das weit verbreitete FC2 besteht aus Nitril und enthält kein Naturlatex. Einzelne andere Marken können laut NHS trotzdem Latex enthalten. Die Packung entscheidet, nicht der Gattungsname Frauenkondom.
Ist das Frauenkondom offiziell für Analverkehr zugelassen?
Das FC2 wurde vaginal für Schwangerschafts- und Infektionsschutz zugelassen. Die CDC-Anwendungsseite 2024 nennt Analverkehr als mögliche Nutzung, die STI-Leitlinie hält die Schutzwirkung dabei für unbekannt. Eine eigene Anal-Zulassungsstudie zum FC2 fehlt.

Fazit
Wer Schwangerschaft und STI-Risiko selbst steuern will, ohne Hormone, hat im internen Kondom eine sofort wirkende, rezeptfreie Barriere. Die Alltagszahl bleibt nüchtern. 21 Schwangerschaften je 100 im ersten Jahr heißen, dass Übung, rechtzeitiges Einlegen und der Verzicht auf das Doppelkondom den Unterschied machen, nicht der Stoff allein.
Seit den Texten um 2018 hat sich der Rahmen verschoben. Die FDA führt das Gerät als internes Einmalkondom der Klasse II und bestätigt den Verkauf ohne Rezept. Die CDC nennt für das Männerkondom 13 Prozent typische Versagerquote statt älterer 15-Prozent-Zahlen und beschreibt Analverkehr als mögliche, aber schlechter belegte Nutzung. Öl-Gleitmittel sind vor allem bei Latex tabu, nicht pauschal bei jedem Nitrilprodukt.
Für den nächsten Akt reicht ein prüfbares Paket, Gleitmittel nach Packungsangabe und die Abrede, den Penis in die Hülle zu führen. Wer reißen oder danebengleiten sieht, holt Notfallverhütung und klärt einen Test. Wer Schwangerschaft sehr niedrig halten will, legt eine Spirale oder ein Implantat darunter und behält das Kondom für die Infektionen.
Quellen
- CDC: Contraception and Birth Control Methods. Centers for Disease Control and Prevention, 6. August 2024.
- CDC: How to Use an Internal Condom. Centers for Disease Control and Prevention, 3. April 2024.
- CDC: Primary Prevention Methods. Centers for Disease Control and Prevention, Stand: 3. Juni 2024.
- CDC: U.S. Medical Eligibility Criteria for Contraceptive Use, 2024. Morbidity and Mortality Weekly Report, 2024.
- Cleveland Clinic: Internal Condom: Types, How It Works & How To Use. Cleveland Clinic, 12. Juni 2025.
- MedlinePlus: Female condoms (MedlinePlus Medical Encyclopedia). MedlinePlus Medical Encyclopedia, 17. März 2026.
- NHS: Internal (female) condoms. National Health Service, 15. Februar 2024.
- Casey FE: Barrier and Other Pericoital Contraceptives. Merck Manual Professional Edition, Dezember 2025.
- Wiyeh AB, Mome RKB, Mahasha PW et al.: Effectiveness of the female condom in preventing HIV and sexually transmitted infections: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health, 12. März 2020.
- FDA: Premarket Approval (PMA) FC2 FEMALE CONDOM. U.S. Food and Drug Administration, 10. März 2009.
- FDA: Obstetrical and Gynecological Devices; Reclassification of Single-Use Female Condom, To Be Renamed Single-Use Internal Condom. Federal Register, 27. September 2018.
