
Eine unkomplizierte Erkältung braucht keine spezielle Therapie und klingt bei den meisten Menschen in etwa sieben bis zehn Tagen von selbst ab. Ziel der Maßnahmen ist es, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und leichtes Fieber erträglicher zu machen, nicht das Virus aus dem Körper zu drängen.
Antibiotika ändern daran nichts, weil Erkältungen von Viren ausgehen. Mehr als zweihundert Erreger kommen infrage, am häufigsten Rhinoviren. Seit der COVID-19-Pandemie gilt ein Zusatz. Wer zur Risikogruppe für schwere Atemwegsinfekte zählt und grippe- oder covidähnliche Beschwerden hat, sollte früh testen lassen. Für Influenza und COVID-19 gibt es antivirale Mittel mit engem Zeitfenster; gegen die übrigen Erkältungsviren existiert laut CDC (Stand 11. März 2026) kein solches Medikament.
Erwachsene bekommen im Schnitt zwei bis drei Erkältungen pro Jahr, Kinder deutlich mehr. Die folgenden Abschnitte trennen, was die Studienlage und die Leitlinien wirklich stützen, von dem, was nur Tradition oder Werbung ist.
Was hilft zu Hause bei einer Erkältung?
Ruhe, ausreichend trinken, Kochsalz in der Nase und bei Bedarf ein feuchtes Raumklima können die Beschwerden lindern, während der Körper die Infektion selbst begrenzt. Die CDC nennt genau diese Schritte als Grundlage der Selbstversorgung und erinnert, dass rezeptfreie Mittel höchstens Symptome dämpfen.
Schleim und Fieber entziehen Flüssigkeit. Wasser, ungesüßter Tee oder eine klare Brühe ersetzen den Verlust und halten den Schleim dünnflüssiger, sodass er sich leichter lösen lässt. Die Cleveland Clinic (Stand 7. Februar 2023) rät zu häufigen kleinen Schlucken statt zu großen Mengen auf einmal, wenn Übelkeit dazukommt. Kaffee in üblichen Mengen muss niemand streichen, sofern er nicht zusätzlich den Schlaf raubt. Alkohol trocknet aus und stört die Nachtruhe; beides bremst die Erholung.
Ein sauberer Kaltvernebler oder Luftbefeuchter hält Nasenschleimhaut und Rachen feucht, besonders in geheizten Räumen. Die FDA bevorzugt Kaltnebel gegenüber Warmnebel, weil heißer Dampf die Schleimhaut anschwellen und die Atmung erschweren kann. Das Gerät täglich leeren, spülen und trocknen, sonst vermehren sich Keime im Wasserbehälter.
Kochsalztropfen oder -sprays befeuchten die Nase und lösen Krusten. Bei Säuglingen folgt nach wenigen Tropfen oft ein Nasensauger. Wer eine Spülkanne oder ein ähnliches Gerät nutzt, braucht abgekochtes, destilliertes oder steril gefiltertes Wasser. Leitungswasser ohne diese Behandlung ist für die Nasenspülung unsicher; das NCCIH verweist auf schwere Infektionen nach unsachgemäßer Spülung.
Dampf aus der Dusche oder über einer Schüssel heißen Wassers empfehlen CDC und MedlinePlus als Linderung für verstopfte Nase. American Family Physician wertete 2019 die Studienlage strenger und fand für klassische Dampfinhalation keinen überzeugenden Nutzen. Praktisch bleibt die Dusche die sicherere Variante, weil offene Töpfe Verbrühungen verursachen, vor allem bei Kleinkindern. Niemals den Kopf über sprudelndes kochendes Wasser halten.
Warme Getränke, Tee mit Zitrone oder eine Hühnersuppe, können Halskratzen und Engegefühl etwas nehmen. Das ist Trost und Flüssigkeit, kein nachgewiesener antiviraler Mechanismus. Lutschtabletten beruhigen den Rachen bei Erwachsenen; die CDC warnt davor, sie Kindern unter vier Jahren zu geben, weil sie verschluckt werden können.

Wie lange dauert eine Erkältung wirklich?
Die meisten unkomplizierten Erkältungen dauern etwa eine Woche bis zehn Tage; der Husten kann länger nachhängen. Mayo Clinic (24. Mai 2023) nennt sieben bis zehn Tage als typischen Rahmen, bei Rauchenden oft länger. MedlinePlus schreibt, einzelne Symptome könnten zehn bis vierzehn Tage anhalten.
Die Cleveland Clinic teilt den Verlauf grob in drei Phasen. In den ersten ein bis drei Tagen nach der Ansteckung beginnt oft ein Kratzen im Hals, dazu Niesen und klare Nase. Zwischen Tag vier und sieben erreichen Schnupfen, Müdigkeit und bei Kindern häufiger Fieber den Höhepunkt. Ab Tag acht ebbt das Bild meist ab. Ein Reizhusten kann danach noch Wochen bleiben, ohne dass gleich eine neue Krankheit dahintersteckt.
NICE-Leitlinie NG120 zum akuten Husten (Stand 2019, Ergänzung 2021) setzt die Erwartung sogar weiter. Ein Husten nach Infekt der oberen Atemwege klingt häufig erst nach drei bis vier Wochen ab und braucht in dieser Zeit kein Antibiotikum, sofern keine Warnzeichen auftreten. Wer nach zehn Tagen insgesamt keine Besserung spürt oder nach einer Pause erneut Fieber bekommt, soll laut CDC die Praxis aufsuchen. Das ist der Unterschied zwischen einem hartnäckigen Resthusten und einem Verlauf, der sich nicht in die richtige Richtung bewegt.
Kinder brauchen im Mittel etwa acht Tage, wenn sie überhaupt vorgestellt werden; in einer von der AAFP zitierten Serie waren nach 23 Tagen neun von zehn Fälle vorbei. Das erklärt, warum Eltern das Gefühl haben, „die Erkältung ginge nie weg“, obwohl der natürliche Verlauf genau so lang ist.
Ansteckend ist man oft schon einen Tag vor den ersten Beschwerden und bis zu zwei Wochen, am stärksten in den ersten drei Krankheitstagen. Die Inkubationszeit liegt laut Cleveland Clinic zwischen zwölf Stunden und drei Tagen. Gelber oder grüner Nasenschleim bedeutet für sich genommen keine bakterielle Superinfektion. Mayo Clinic betont, dass sich die Farbe im Verlauf einer viralen Erkältung regelmäßig ändert.
Warum Antibiotika bei einer Erkältung nicht helfen
Antibiotika töten Bakterien oder hemmen ihr Wachstum; gegen Rhinoviren, saisonale Coronaviren und die übrigen Erkältungserreger leisten sie nichts. Sie verkürzen die Krankheit nicht, machen niemanden weniger ansteckend und schützen nicht zuverlässig vor einer späteren Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung, die nach einer viralen Phase entstehen kann.
Die CDC beschreibt den Preis klar. Unnötige Mittel können Hautausschlag, schwere Allergien, resistente Keime und eine Clostridioides-difficile-Darmentzündung auslösen, die den Dickdarm schwer schädigt. Genau deshalb lautet die Regel für die unkomplizierte Erkältung seit Jahren, kein Antibiotikum zu geben. Ältere Ratschläge, die älteren Menschen nach einem „Brustinfekt“ prophylaktisch ein Mittel gaben, sind in den aktuellen Leitlinien durch Risikoprüfung und, wo nötig, gezielte Diagnostik ersetzt.
NICE NG237 (letzte Prüfung 2. September 2025) verlangt bei Erwachsenen über 16 Jahren zuerst die Frage, ob eine Sepsis denkbar ist, und dann eine klinische Einschätzung, ob die Beschwerden zu Hause tragbar sind. Nur am Telefon sollen Ärztinnen und Ärzte Antibiotika nicht routinemäßig verordnen. Bleibt nach Untersuchung unklar, ob eine untere Atemwegsinfektion Bakterien braucht, kann ein Test des C-reaktiven Proteins in der Praxis helfen. Über 100 Milligramm pro Liter eher sofort behandeln, zwischen 20 und 100 ein Rezept für später, unter 20 in der Regel keines.
NG120 ergänzt für den akuten Husten, dass Antibiotika das Gesamtbild einer Bronchitis kaum bessern und den Husten im Schnitt um etwa einen halben Tag kürzen, bei Durchfall und Übelkeit als häufige Begleiter. Purulenter Schnupfen allein ist nach der AAFP-Übersicht 2019 ebenfalls kein Grund. Bakterien kommen ins Spiel, wenn sich nach Tagen der Besserung Fieber, einseitiger Gesichtsschmerz, Atemnot oder ein Mittelohrdruck neu aufbauen. Dann gehört die Entscheidung in die Sprechstunde, nicht ins Hausapothekenregal.
Schmerz- und Fiebermittel für Erwachsene
Paracetamol und Ibuprofen können Kopfschmerz, Gliederschmerzen, Halsweh und Fieber erträglicher machen, ändern aber weder Dauer noch Ansteckung. Die CDC rät, vor der Kombination mehrerer rezeptfreier Packungen die Praxis oder Apotheke zu fragen, weil viele „Erkältungs-Kombi“-Produkte bereits ein Schmerzmittel enthalten.
American Family Physician fasste 2019 die Cochrane-Lage so zusammen. Nichtsteroidale Entzündungshemmer, vor allem Ibuprofen, linderten in Studien Kopf-, Ohr-, Muskel- und Gelenkschmerz sowie Niesen, nicht aber Husten oder den Gesamtscore. Paracetamol in Einzeldosen von 500 bis 1000 Milligramm besserte kurzfristig verstopfte und laufende Nase, ließ Hals, Abgeschlagenheit, Niesen und Husten unbeeinflusst. Die Packungsobergrenze und der Abstand zwischen den Dosen stehen auf dem Beipackzettel; wer die Leber (Paracetamol) oder Niere und Magen (Ibuprofen) schon belastet hat, braucht eine individuelle Freigabe.
Azetylsalicylsäure bleibt Erwachsenen vorbehalten. Kinder und Jugendliche sollen sie laut MedlinePlus nicht bekommen, weil das seltene, schwere Reye-Syndrom mit diesem Wirkstoff verknüpft ist. Wer mehrere Präparate gleichzeitig nimmt, addiert oft unbemerkt Paracetamol und riskiert eine Überdosis.
Leichtes Fieber ist bei einer viralen Infektion häufig und kein automatischer Startschuss für Tabletten. Behandelt wird, was den Schlaf oder das Trinken verhindert, nicht die Zahl auf dem Thermometer um ihrer selbst willen. Hält Fieber bei Erwachsenen länger als vier Tage an, kehrt es nach einer fieberfreien Pause zurück oder steigt über 38,5 Grad Celsius und bleibt mehr als drei Tage, soll laut CDC bzw. Mayo Clinic die Praxis entscheiden, ob noch eine Erkältung vorliegt.
Verstopfte Nase, Abschwellmittel und Antihistaminika
Abschwellende Nasensprays mit Oxymetazolin können bei Erwachsenen die Nasenmuscheln vorübergehend schrumpfen und die Luftpassage erleichtern. Die AAFP-Übersicht warnt vor einer Anwendung länger als drei Tage, weil danach eine medikamentöse Rhinitis entstehen kann. Die Nase schwillt nach dem Absetzen stärker an als zuvor. Mayo Clinic nennt für Erwachsene bis zu fünf Tage; die konservativere Drei-Tage-Grenze ist die sicherere Hausregel, solange niemand in der Praxis etwas anderes festlegt.
Kinder unter sechs Jahren sollen abschwellende Tropfen oder Sprays nach Mayo Clinic nicht bekommen; über sechs Jahren nur nach Rücksprache. Orale Abschwellmittel wie Pseudoephedrin gehören ebenfalls nicht in die Selbstmedikation bei Bluthochdruck, Herzrhythmusproblemen, Prostataenge oder bestimmten Antidepressiva, ohne dass Apotheke oder Praxis die Liste geprüft hat.
Antihistaminika allein helfen gegen Erkältungssymptome kaum. In Kombination mit einem Abschwellmittel oder Schmerzmittel sah eine Cochrane-Auswertung, die die AAFP zitiert, in den ersten zwei Behandlungstagen bei Erwachsenen etwas weniger Therapieversagen. Der Preis sind Müdigkeit, trockener Mund und bei älteren Menschen Sturz- und Verwirrungsrisiko, vor allem bei Mitteln der ersten Generation. Für den Husten selbst bringen Antihistaminika, Abschwellmittel und Codein laut NICE NG120 wenig.
Ipratropium als Nasenspray oder Inhalation ist verschreibungspflichtig. Bei Erwachsenen kann es hartnäckigen Husten nach Infekt etwas dämpfen, bei Kindern ab fünf Jahren eher den Fließschnupfen als die verstopfte Nase. Nasenbluten und Trockenheit sind typische, meist begrenzte Begleiter. Intranasale Kortikoide, die bei Allergie nützen, haben in kleinen Studien die Erkältung nicht verkürzt.
Husten lindern mit Honig, Tropfen und Leitlinien
Honig zur Nacht kann Husten bei Menschen über einem Jahr etwas lindern und den Schlaf verbessern; unter zwölf Monaten ist er wegen Säuglingsbotulismus tabu. CDC und NICE NG120 nennen ihn ausdrücklich als Selbstsorgemittel mit begrenzter, aber vorhandener Evidenz. Das American College of Chest Physicians stufte Honig bei Kindern von einem bis 18 Jahren günstiger ein als gar keine Therapie, Diphenhydramin oder Placebo, nicht aber klar besser als Dextromethorphan.
Husten ist ein Schutzreflex, der Schleim aus den Atemwegen befördert. Ihn um jeden Preis zu unterdrücken, ist weder nötig noch immer sinnvoll. NICE rät bei akutem Husten durch Infekt der oberen Atemwege von schleimlösenden Mitteln wie Acetylcystein ab und ebenso von bronchienerweiternden Sprays oder Kortison, sofern kein Asthma oder eine andere Atemwegserkrankung bekannt ist. Die AAFP-Übersicht 2019 nannte Acetylcystein bei Kindern ab zwei Jahren noch als mögliche Option nach sechs bis sieben Tagen; die neuere britische Leitlinie setzt hier den strengeren Maßstab.
Rezeptfreie Hustensäfte mit Guaifenesin oder mit einem nichtopioiden Hustenstiller dürfen laut NICE Menschen ab zwölf Jahren versuchen, wenn der Husten den Schlaf raubt und kein persistierendes Asthma oder sehr viel Sekret vorliegt. Die Beweislage ist dünn. Codeinhaltige Mittel sollen Kinder und Jugendliche nicht bekommen; die FDA beschränkt opioidhaltige Hustenrezepte auf Erwachsene ab 18 Jahren, weil Atemdepression, Abhängigkeit und Todesfälle dokumentiert sind.
Brustsalben mit Campher, Menthol und Eukalyptus können bei Kindern ab zwei Jahren nach der AAFP-Übersicht den nächtlichen Husten subjektiv etwas nehmen. Menthol allein ändert oft nur das Gefühl freierer Nase. In die Nase gehören solche Salben nicht, und offene Flamme neben mentholhaltigen Präparaten ist gefährlich.

Zink, Vitamin C und Echinacea nach aktuellen Studien
Zinkpräparate zur Vorbeugung senken das Erkältungsrisiko kaum; als Therapie können sie die Dauer um etwa zwei Tage verkürzen, bei unsicherer Evidenz und häufigeren Geschmacksstörungen sowie Magenbeschwerden. Das ist das Fazit der Cochrane-Review von Nault und Kollegen (Ausgabe 5/2024, Suche bis 22. Mai 2023) über 34 Studien mit 8526 Teilnehmenden.
Die mittlere Verkürzung lag bei minus 2,37 Tagen gegenüber Placebo, allerdings mit sehr hoher Streuung zwischen den Studien und nur niedriger Sicherheit. Ob die Beschwerden insgesamt milder werden, blieb unklar. Nichtschwerwiegende Nebenwirkungen waren unter Zink als Therapie wahrscheinlicher (Risikoverhältnis 1,34). Ältere Ratgeber, die Zinkacetat-Lutschtabletten mit mindestens 75 Milligramm Elementarzink innerhalb von 24 Stunden als fast gesichert darstellten, sind damit relativiert. Wer es trotzdem versucht, sollte es mit der Apotheke gegen Kupferhaushalt, Antibiotika und andere Wechselwirkungen abstimmen und nasales Zink meiden. Gele und Stäbchen in der Nase hat die FDA 2009 wegen anhaltendem oder bleibendem Riechverlust abgeraten. Das NCCIH hält dieses Risiko für schwerer als jeden möglichen Nutzen bei einer banalen Erkältung.
Vitamin C in der Allgemeinbevölkerung verhindert Erkältungen nicht. Die große Cochrane-Auswertung von Hemilä und Chalker (29 Studien, über 11 000 Menschen), die das NCCIH zusammenfasst, fand nur eine leichte Verkürzung, wenn das Vitamin regelmäßig vorher eingenommen wurde. Startet man erst mit den ersten Symptomen, ändert sich Dauer und Schwere kaum. Unter kurzer, extremer körperlicher Belastung, etwa bei Marathonläufen oder Skitouren, halbierte vorbeugendes Vitamin C in älteren Studien die Zahl der Erkältungen. Hohe Dosen können Durchfall, Übelkeit und Krämpfe auslösen; bei Hämochromatose sind sie ungeeignet.
Echinacea bleibt uneinheitlich. Eine umfassende Bewertung von 2014, die das NCCIH zitiert, fand keinen überzeugenden Nutzen, räumte aber einzelnen Zubereitungen einen schwachen Effekt ein. Präparate unterscheiden sich nach Art, Pflanzenteil und Herstellung so stark, dass ein positives Ergebnis nicht auf das nächste Fläschchen übertragbar ist. Allergien kommen vor, in einer Kinderstudie häufiger Hautausschläge. Knoblauch, amerikanischer Ginseng und die meisten anderen Kräuter erfüllen die Evidenzschwelle nicht.
Welche Erkältungsmittel sind bei Kindern tabu?
Rezeptfreie Husten- und Erkältungssäfte gehören bei Kleinkindern nicht in die Hausapotheke; Nutzen ist nicht belegt, schwere Nebenwirkungen inklusive Atemstillstand sind dokumentiert. Die FDA rät von solchen Mitteln unter zwei Jahren ab. Die Hersteller kennzeichnen freiwillig „nicht unter vier Jahren“. Die CDC zieht die Grenze 2026 bei unter sechs Jahren und erinnert, dass diese Stoffe bei Kindern unter fünf Jahren zu den häufigsten tödlichen Substanzgruppen zählen.
Paracetamol oder Ibuprofen gegen Fieber und Schmerzen bleiben möglich, aber nur in der Kinderformulierung, mit der beigefügten Spritze oder dem Messbecher, nie mit einem Küchenlöffel. Die FDA warnt, dass Säuglinge unter drei Monaten kein Paracetamol bekommen, bevor eine Ärztin oder ein Arzt das Kind gesehen hat. Ibuprofen erst ab sechs Monaten und nicht bei anhaltendem Erbrechen oder bereits bestehendem Flüssigkeitsmangel. Aspirin ist tabu. Mehrere Produkte mit demselben Wirkstoff dürfen nicht parallel laufen.
Homöopathische Hustenmittel für Kinder hat die FDA nicht zugelassen. In einzelnen Chargen lagen Wirkstoffe weit über der deklarierten Menge; Krampfanfälle, Atemnot und Allergien wurden nach der Einnahme bei unter Vierjährigen gemeldet. Die Behörde rät ausdrücklich davon ab.
Was stattdessen bleibt, ist unspektakulär und tragfähig. Dazu gehören Flüssigkeit, aufrechter Oberkörper zum Schlafen, Kochsalz plus Absaugen, Kaltvernebler, bei Kindern über einem Jahr Honig und bei Fieber das passende Schmerzmittel nach Gewicht. Wer in der Kita oder Schule bleibt, solange das Kind fiebert oder sich elend fühlt, trägt die Viren weiter; die CDC-Hygieneregeln gelten hier genauso wie bei Erwachsenen.
Säuglinge unter drei Monaten mit Fieber ab 38,0 Grad Celsius (100,4 Fahrenheit) gehören sofort in ärztliche Obhut. Die FDA nennt zusätzlich 38,9 Grad (102 Fahrenheit) in jedem Kindesalter als Anrufgrund, dazu blaue Lippen, sichtbare Einziehungen zwischen den Rippen, pfeifende Atmung, Trinkverweigerung und ungewöhnliche Schläfrigkeit.
Erkältung, Grippe oder COVID-19?
Am Symptom allein lassen sich Erkältung, Influenza und COVID-19 oft nicht sicher trennen; ein Test entscheidet, wenn das Ergebnis die Therapie ändert. Die CDC (8. August 2024) betont, dass Grippe in der Regel heftiger und plötzlicher beginnt, während eine Erkältung milder verläuft und häufiger mit laufender oder verstopfter Nase einhergeht. Schwere Komplikationen, Lungenentzündung und Klinikaufenthalte sind bei Grippe deutlich häufiger.
COVID-19 teilt Husten, Hals, Schnupfen und Abgeschlagenheit mit beiden. Der einzige zuverlässige Nachweis ist ein Antigen- oder PCR-Test. Wer älter ist, immunsupprimiert, schwanger oder mit Herz-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselkrankheit lebt, soll laut CDC schon bei leichten grippe- oder covidähnlichen Zeichen die Praxis kontaktieren. Antivirale Mittel gegen COVID-19 wirken am besten, wenn sie innerhalb von fünf bis sieben Tagen nach Symptombeginn starten, gegen Grippe innerhalb von zwei Tagen.
NICE NG237 gilt ausdrücklich nicht für bekannte COVID-19-Fälle; dafür gibt es eigene Leitlinien. Saisonale Coronaviren, die klassische Erkältungen auslösen, sind nicht SARS-CoV-2. Allergische Rhinitis juckt eher, fehlt das Fieber und zieht sich über Wochen mit klarem Sekret. Keuchhusten, bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung und eine isolierte Streptokokken-Angina brauchen andere Kriterien als „Schnupfen plus Husten“.
Ein praktischer Kompass hilft. Schleichender Start, vor allem Nase und Hals, kein schweres Krankheitsgefühl spricht für eine Erkältung. Plötzliches hohes Fieber, starke Muskelschmerzen und trockener Husten sprechen eher für Grippe, also testen. Kontakt zu COVID-19, Geruchsverlust oder ein Risikoprofil rechtfertigen denselben Test, unabhängig davon, wie banal der Schnupfen wirkt.
Wann zum Arzt, wann in die Notaufnahme?
Die meisten Erkältungen bleiben Hausfälle; Atemnot, anhaltendes Fieber, ein Verlauf über zehn Tage ohne Besserung oder ein Wiederaufflammen nach kurzer Erholung gehören in die Sprechstunde. Die CDC-Liste gilt für jedes Alter und ist bewusst nicht vollständig. Jedes Symptom, das Angst macht oder rasch schlimmer wird, rechtfertigt denselben Anruf.
| Situation | Eher Selbstversorgung | Eher Praxis oder Notfall |
|---|---|---|
| Dauer der Beschwerden | Besserung innerhalb von etwa 10 Tagen | Über 10 Tage ohne Fortschritt (CDC, 2026) |
| Fieber | Kurz, erträglich, trinken möglich | Länger als 4 Tage; bei Säuglingen ab 38,0 °C |
| Atmung | Freie oder nur nasale Enge | Schnelle Atmung, Luftnot, Pfeifen, blaue Lippen |
| Verlauf | Langsam leichter | Erst besser, dann Fieber oder Husten neu stärker |
| Begleiter | Bekannte leichte Erkältung | Chronische Krankheit, die sich verschlechtert |
| Bewusstsein | Wach, ansprechbar | Neue Verwirrtheit, nicht erweckbar (NICE NG237) |
Mayo Clinic ergänzt für Erwachsene starke einseitige Kopf- oder Nebenhöhlenschmerzen, keuchende Atmung und Fieber über 38,5 Grad Celsius länger als drei Tage. Für Kinder kommen Ohrschmerz, anhaltende Trinkunlust und eine Wesensänderung hinzu. NICE NG237 markiert neu aufgetretene Luftnot oder Verwirrtheit als Warnzeichen einer unteren Atemwegsinfektion.
In die Notaufnahme oder den Rettungsdienst gehören anhaltender Brustschmerz oder -druck, schwere Atemnot, blaugraue Lippen oder Nägel und ein Kind, das zwischen den Rippen einzieht oder nicht mehr trinkt. Das sind keine „abwartenden“ Bilder. Wer zur Risikogruppe zählt, soll die Praxis schon bei milden Zeichen erreichen, weil das Zeitfenster für Virostatika sonst schließt.
Hygienisch gilt weiter das Unspektakuläre. Hände 20 Sekunden mit Seife, Husten in die Armbeuge, benutzte Tücher sofort weg, Oberflächen wischen, zu Hause bleiben, solange man sich krank fühlt. Einen Impfstoff gegen „die“ Erkältung gibt es nicht. Die jährliche Grippeimpfung und die empfohlenen COVID-19-Auffrischungen schützen vor den beiden Erregern, die am ehesten hospitalisieren.
Häufige Fragen
Wie lange ist eine Erkältung ansteckend?
Oft schon einen Tag vor den ersten Symptomen und bis zu zwei Wochen, am stärksten in den ersten drei Krankheitstagen. Die Cleveland Clinic nennt dieses Fenster; wer arbeitet oder eine Kita besucht, steckt andere vor allem dann an, wenn Nase und Husten am heftigsten sind. Zu Hause bleiben, solange Fieber besteht oder man sich elend fühlt, senkt die Weitergabe, ersetzt aber nicht das Händewaschen.
Hilft Hühnersuppe bei einer Erkältung?
Warme Brühe kann Hals und Nase subjektiv entlasten und Flüssigkeit ersetzen, mehr ist wissenschaftlich nicht belegt. CDC und Mayo Clinic zählen warme Getränke zu den komfortablen Maßnahmen, nicht zu den antiviralen Therapien. Wer kein Huhn mag, erreicht denselben Trost mit Tee oder Gemüsebrühe.
Darf ich mit Erkältung arbeiten oder die Kita besuchen?
Solange Fieber besteht oder die Beschwerden den Alltag deutlich einschränken, ist Abstand die sauberere Wahl. Die CDC-Hygieneregeln gelten unabhängig vom Test und meinen Hände, Distanz und Tücher. Ein negativer COVID-19- oder Influenzatest macht die Erkältung nicht weniger ansteckend für Kolleginnen, Großeltern oder Säuglinge in der Gruppe.
Warum wird der Schnupfen gelb oder grün?
Die Farbe wechselt im natürlichen Verlauf, weil Zellen und Eiweiße den Schleim trüben; das beweist keine Bakterien. Mayo Clinic nennt den Wechsel von klar zu dick und gelbgrün ausdrücklich normal. Ein Antibiotikum hängt an anderen Zeichen, etwa erneutem Fieber, einseitigem Gesichtsschmerz, Atemnot oder einem Kind, das deutlich kränker wirkt als am Vortag.
Hilft Vitamin C, wenn die Erkältung schon da ist?
Kaum. Das NCCIH fasst die große Cochrane-Auswertung so zusammen, dass der Start nach Symptombeginn Dauer und Schwere nicht zuverlässig ändert. Wer das Vitamin dauerhaft in moderater Dosis nimmt, kann eine geringfügig kürzere Erkältung erleben, verhindert sie in der Allgemeinbevölkerung aber nicht. Megadosen erzeugen vor allem Durchfall.
Wann brauche ich einen Test auf Grippe oder COVID-19?
Immer dann, wenn das Ergebnis eine Therapie oder den Schutz anderer ändert, besonders bei Risiko für schwere Verläufe, bei Kontakt zu Hochrisikopersonen oder bei plötzlich heftigem Krankheitsgefühl. Die CDC rät, in diesen Situationen nicht auf „es ist bestimmt nur eine Erkältung“ zu setzen, weil Virostatika früh beginnen müssen. Bei sonst Gesunden mit klassischem Schnupfen ohne Warnzeichen reicht oft Abwarten plus Selbstversorgung.

Fazit
Eine Erkältung ist unangenehm und meist harmlos. Was morgen zählt, bleibt schlicht. Trinken, schlafen, Nase mit Kochsalz pflegen, bei Bedarf Paracetamol oder Ibuprofen nach Beipackzettel, Honig ab einem Jahr gegen den Nachthusten, und kein Antibiotikum „zur Sicherheit“.
Zink, Vitamin C und Echinacea bleiben optional und enttäuschend, sobald man die aktuellen Reviews danebenlegt. Nasales Zink und rezeptfreie Hustensäfte für Kleinkinder gehören nicht in den Warenkorb. Gelber Schleim allein ist kein bakterieller Notfall.
Zeichnet sich nach zehn Tagen keine Besserung ab, kehrt Fieber zurück oder kommt Luftnot, Verwirrtheit oder ein Säuglingsfieber dazu, endet die Selbstversorgung. Bei Risiko für schwere COVID-19- oder Grippeverläufe beginnt die Abklärung früher, weil die antiviralen Fenster kurz sind. Das ist die Linie, die CDC, NICE und die großen klinischen Übersichten seit 2019 gegenüber den Hausmittel-Listen von 2018 verschoben haben.
Quellen
- CDC: Manage Common Cold. Centers for Disease Control and Prevention, 11. März 2026.
- CDC: Cold Versus Flu. Centers for Disease Control and Prevention, 8. August 2024.
- Mayo Clinic Staff: Common cold – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 24. Mai 2023.
- MedlinePlus: Common Cold. National Library of Medicine, Stand: 2024.
- Cleveland Clinic: Common Cold (Rhinovirus): Symptoms & Causes. Cleveland Clinic, 7. Februar 2023.
- Nault D, Machingo TA et al.: Zinc for the prevention and treatment of the common cold. Cochrane Database of Systematic Reviews, Mai 2024.
- NICE: Suspected acute respiratory infection in over 16s: assessment at first presentation and initial management. National Institute for Health and Care Excellence, 2. September 2025.
- NICE: Cough (acute): antimicrobial prescribing. National Institute for Health and Care Excellence, Stand: 2021.
- FDA: Should You Give Kids Medicine for Coughs and Colds?. U.S. Food and Drug Administration, Stand: 2024.
- DeGeorge KC, Ring DJ et al.: Treatment of the Common Cold. American Family Physician, 1. September 2019.
- NCCIH: Colds, Flu, and Complementary Health Approaches: Usefulness and Safety. National Center for Complementary and Integrative Health, November 2016.
