
Dunkle Schokolade heilt weder das Gehirn noch die Abwehr. Kakaoflavanols können die Gefäßweite etwas verbessern, große Studien seit 2022 zeigen aber keinen klaren Gewinn fürs Gedächtnis.
Die Seite erzählte 2018 vor allem von winzigen Kurzversuchen und Kongressberichten. Seither hat die COSMOS-Gruppe Kakaoextrakt mit 500 Milligramm Flavanols täglich an Tausenden älteren Erwachsenen geprüft. Weder die telefonische Kognitionsstudie COSMOS-Mind noch die klinische Herzauswertung belegen, dass eine Tafel das Denken schärft oder Infekte abwehrt. Was bleibt, ist ein begrenzter Gefäßeffekt, den die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schon 2012 anerkannte, plus Laborsignale zu oxidativem Stress. Kalorien, Zucker, Koffein und Schwermetalle gehören in dieselbe Rechnung.
Wer trotzdem Naschen will, wählt eher 70 Prozent Kakao und bleibt bei einem kleinen Stück. Das ist Genuss mit möglichen Nebenwirkungen, kein Therapieplan.
Was Flavanols aus Kakao im Körper tun
Flavanols aus der Kakaobohne können die Bildung von Stickstoffmonoxid in der Gefäßwand anstoßen. Stickstoffmonoxid weitet Arterien, der Blutfluss steigt, der Druck kann leicht sinken. Diesen Mechanismus nennen sowohl Harvard Health Publishing als auch die Cleveland Clinic als Hauptgrund, warum Bitterschokolade überhaupt in Herztexten vorkommt.
Die Pflanze liefert Catechin, Epicatechin und Procyanidine. In kurzen Versuchen verbesserten solche Mischungen den Blutfluss, senkten das LDL-Cholesterin etwas und erhöhten das HDL. Harvard Health stützte sich 2014 auf eine Auswertung von 24 Arbeiten; die mittlere Flavanolmenge lag dort bei etwa 400 Milligramm pro Tag. Das Team rechnete vor, dass diese Dosis grob acht Tafeln dunkler Schokolade oder dreißig Tafeln Milchschokolade entspräche, mitsamt Fett und Zucker.
Genau hier trennt sich die Bohne vom Riegel. Kakao ist das geröstete, gemahlene Produkt der Samen. Schokolade entsteht erst, wenn Zucker, Kakaobutter und oft Milch dazukommen. Die Cleveland Clinic schreibt 2025, dunkle Sorten enthielten 50 bis 90 Prozent Kakaofeststoffe, Milchschokolade 10 bis 50 Prozent. Weiße Ware enthält keine Kakaofeststoffe und damit praktisch keine Flavanols. Alkalisieren, das sogenannte holländische Verfahren, nimmt der Pulvermischung Bitterkeit und zugleich einen Teil der Flavanols.
Ein zweiter Punkt wird oft unterschlagen. Der Flavanolgehalt steht selten auf der Packung. Zwei Tafeln mit identischem Kakaoanteil können sich nach Herkunft, Fermentation und Röstung stark unterscheiden. Wer eine Gesundheitsaussage erwartet, braucht deshalb entweder ein deklariertes Hochflavanol-Produkt oder akzeptiert, dass die Tafel vor allem schmeckt.

Hilft dunkle Schokolade dem Gedächtnis wirklich?
Nein, in der größten randomisierten Prüfung blieb der kognitive Nutzen aus. COSMOS-Mind gab 2262 Menschen im Mittelalter von 73 Jahren drei Jahre lang entweder Kakaoextrakt mit 500 Milligramm Flavanols inklusive 80 Milligramm Epicatechin oder ein Scheinpräparat. Baker, Manson und Kollegen maßen jährlich am Telefon ein globales Kognitionskompositum. Der Unterschied zum Placebo lag bei einem z-Wert von 0,03, das Konfidenzintervall kreuzte die Null, p gleich 0,28.
Gedächtnis und exekutive Funktionen bewegten sich ebenfalls nicht messbar. Ein Multivitamin-Mineral-Präparat in derselben faktoriellen Studie verbesserte das Gesamtergebnis dagegen signifikant. Kakao plus Vitamin brachte keinen Extraeffekt. Die Autoren selbst schrieben 2022, der Kakaoextrakt habe die Kognition nicht verbessert. Eine spätere Klinikstichprobe derselben COSMOS-Familie fand nach zwei Jahren ebenfalls keinen Gesamtnutzen; mögliche Vorteile bei schlechterer Ausgangskost waren Untergruppen und nicht der Haupttest.
Ältere, kleine Arbeiten hatten etwas anderes versprochen. Harvard Medical School berichtete, dass Kakaotrunk den Blutfluss in hirnversorgenden Gefäßen älterer Menschen steigern konnte. Italienische Gruppen mit milden Denkstörungen sahen in Hochflavanol-Getränken bessere Testwerte als in armflavanoligen. Das waren kurze Interventionen, oft mit standardisiertem Trunk statt Supermarkt-Riegel, und sie ersetzen keine drei Jahre harter Endpunkte.
Kongressberichte um 2018 mit wenigen Gesunden und Elektroenzephalogramm oder Genaktivität im Blut gehören in dieselbe Schublade. Sie können eine Hypothese nähren, aber keine Ernährungsempfehlung tragen. Wer plötzlich Wörter verlegt, sich verläuft oder den Alltag nicht mehr organisiert, braucht Abklärung, keine Selbstmedikation mit Schokolade.
Stärkt Kakao das Immunsystem?
Kakao ist kein Mittel gegen Erkältung, Grippe oder chronische Entzündung im klinischen Sinn. Was die neuere Sammelanalyse zeigt, sind Laborwerte, keine weniger Krankenhaustage und keine selteneren Infekte.
Behzadi, Bideshki und Kollegen werteten 2024 33 kontrollierte Versuche mit 1379 Erwachsenen aus. Dunkle Schokolade oder Kakao senkte Malondialdehyd, einen Marker für Lipidoxidation, mit einer standardisierten Mittelwertdifferenz von minus 0,69. Stickstoffmonoxid stieg deutlich. C-reaktives Protein, Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha bewegten sich im Gesamtpool nicht signifikant. Stärkere entzündungsnahe Signale tauchten vor allem bei Flavanolmengen über 450 Milligramm täglich, Laufzeiten bis vier Wochen und bereits erkrankten Teilnehmenden auf. GRADE stufte nur CRP und Malondialdehyd als Evidenz hoher Sicherheit ein.
Keine der eingeschlossenen Arbeiten prüfte systematisch Schwermetalle in den Testprodukten. Sechzehn nannten keine unabhängige Gehaltskontrolle. Das schwächt die Übertragung auf den Regalriegel. Eine Übersicht zu Kakao als Immunmodulator beschreibt zusätzlich Effekte auf Lymphozytenwege und Darmflora, stützt sich aber stark auf Tiere und gemischte Humanversuche. Daraus folgt kein Impfersatz und kein Freibrief für große Mengen.
Praktisch heißt das. Wer die Abwehr stützen will, bleibt bei Impfungen, Schlaf, Bewegung und einer pflanzenreichen Kost. Eine Tafel kann Polyphenole liefern, ersetzt aber weder Vitamin-D-Status bei Mangel noch die Grippeimpfung im Herbst.
Was Herzstudien seit 2018 wirklich zeigen
Die EFSA erkannte 2012 einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Kakaoflavanols und der Erhaltung der normalen endotheliumabhängigen Gefäßerweiterung an. Die zugelassene Formulierung lautet sinngemäß, die Stoffe hülfen, die Elastizität der Gefäße zu erhalten, was zu einem normalen Blutfluss beitrage. Die Bedingung ist 200 Milligramm Kakaoflavanols mit Polymerisationsgrad 1 bis 10 pro Tag. Diese Menge steckte in den Antragsdaten in 2,5 Gramm Hochflavanol-Kakaopulver oder 10 Gramm Hochflavanol-Bitterschokolade, nicht automatisch in jedem 70-Prozent-Riegel.
COSMOS prüfte 2022 die klinische Frage, die der Claim offenlässt. 21 442 US-Erwachsene, Frauen ab 65, Männer ab 60, nahmen 500 Milligramm Flavanols oder Placebo. Nach median 3,6 Jahren lag die Hazard Ratio für das zusammengesetzte Herz-Kreislauf-Ereignis bei 0,90, p gleich 0,11. Der Unterschied verfehlte die Signifikanz. Der vorab festgelegte Sekundärpunkt Herz-Kreislauf-Tod lag bei 0,73, also 27 Prozent weniger. Wer die Kapseln zuverlässig nahm, zeigte in Per-Protokoll-Analysen 15 Prozent weniger Gesamtereignisse. Krebsinzidenz und Gesamtmortalität blieben neutral. Sicherheitsalarme außer etwas mehr Übelkeit fehlten.
Die American Heart Association fasste im Januar 2024 denselben Datensatz nüchtern. Kardiologe Deepak Bhatt nannte randomisierte Placebostudien den Goldstandard und hielt die Signale nicht für stark genug, Kakao eigens für die Herzgesundheit zu empfehlen. Beobachtungen, die Schokolade mit weniger Rhythmusstörungen oder Diabetes verknüpfen, bleiben störanfällig für Lebensstil. Wer ohnehin viel Gemüse, Fisch und Bewegung hat, isst oft auch anders.
Kurz gesagt bleibt der Gefäßclaim der EFSA stehen, der Ereignisschutz nicht. Ältere Ratschläge, die aus kurzen Blutdruckversuchen gleich weniger Herzinfarkte ableiteten, hält die große Studie so nicht.
Wie viel und welcher Kakaoanteil?
Eine gesundheitsrelevante Flavanolmenge aus dem Supermarkt zu treffen, ist schwerer als die Packung suggeriert. Die EFSA-Dosis von 200 Milligramm sitzt in speziell angereicherten Pulvern oder Tafeln. COSMOS nutzte 500 Milligramm als Kapsel. Die Cleveland Clinic nennt 2025 als alltagstaugliche Portion 30 bis 60 Gramm, also etwa ein bis zwei Unzen, und rät zu höherem Kakaoanteil wegen weniger Zucker. Die AHA-Ernährungspraxis bleibt bei rund 30 Gramm als oberem täglichem Rahmen, wenn überhaupt.
| Variante | Typischer Kakao- oder Flavanolgehalt | Was die Quelle dazu sagt |
|---|---|---|
| Milchschokolade | 10–50 % Kakaofeststoffe | Cleveland Clinic 2025, mehr Zucker, weniger Flavanols |
| Dunkle Tafel | 50–90 % Kakaofeststoffe | Cleveland Clinic 2025, 70 % plus oft empfohlen |
| 28 g mit 70–85 % | etwa 170 kcal, 6,8 g Zucker, 4 g Ballaststoffe | Cleveland Clinic 2025, eine Unze |
| Hochflavanol-Tafel | 200 mg Flavanols in 10 g | EFSA 2012, nur bei deklariertem Gehalt |
| Kakaoextrakt-Kapsel | 500 mg Flavanols, 80 mg Epicatechin | COSMOS 2022, keine Kognition, Herz-Tod sekundär |
Wer eine Tafel kauft, liest die Zutatenliste von vorn. Kakao oder Kakaomasse sollte vor Zucker stehen. Unter acht Gramm Zucker pro Portion nannte die Cleveland Clinic als grobe Orientierung. Füllstoffe und hydrierte Fette bringen nichts für Gefäße. Ein höherer Prozentwert schmeckt bitterer; wer bei 50 Prozent startet und sich hocharbeitet, hält die Portion eher klein.
Kapseln mit Extrakt umgehen Zucker, umgehen aber nicht die Studienlage. COSMOS hat genau diese Form geprüft und fürs Denken nichts gefunden. Ohne medizinischen Grund braucht niemand eine Kapselkur. Wer gerinnungshemmende Mittel, mehrere Stimulanzien oder eine unklare Herzlage hat, spricht die Einnahme vorher in der Praxis an.
Kalorien, Zucker und alkalisierter Kakao
Bitterschokolade bleibt ein energiedichtes Lebensmittel. 28 Gramm mit 70 bis 85 Prozent Kakao liefern laut Cleveland Clinic rund 170 Kilokalorien, 12 Gramm Fett und 13 Gramm Kohlenhydrate. Zwei Unzen am Abend ersetzen leicht eine Mahlzeit, ohne zu sättigen wie Hülsenfrüchte oder Vollkorn. Wer die Tafel zur täglichen „Gesundheitspraxis“ erklärt, nimmt oft zu und löscht damit den kleinen Gefäßeffekt.
Zuckeranteil fällt mit steigendem Kakao, verschwindet aber nicht. 6,8 Gramm in einer Unze wirken bescheiden, addieren sich zu Kaffeegetränken und Nachtisch. Harvard Health betonte schon 2014, der Nutzen sitze im Kakao, der Schaden oft im Riegel. Alkalisiertes Pulver in Instantkakao ist milder und meist flavanolärmer. Unbehandeltes, stark schmeckendes Pulver kommt der Studiensubstanz näher, steht aber selten mit Milligrammangabe auf der Dose.
Ein sinnvoller Kompromiss sieht so aus.
- Ein kleines Stück mit mindestens 70 Prozent Kakao ersetzt anderes Süßes, statt obendrauf zu kommen.
- Ungezuckertes Kakaopulver im Haferbrei liefert Aroma mit weniger Fett als eine ganze Tafel.
- Beeren, Tee und Äpfel tragen Flavanols ohne die Kaloriendichte der Schokolade.
Die Cleveland Clinic schreibt klar, die Vorteile reichten nicht, um die Tafel zur Pflicht zu machen. Das ist die brauchbare Formel für den Einkaufszettel.
Blei und Cadmium in der Tafel
Dunkle Sorten können Blei und Cadmium aus Boden und Nachernte tragen. Cadmium nimmt die Pflanze aus dem Boden auf, Blei lagert sich oft als Staub auf trocknenden Bohnen ab. Beides sitzt vor allem in den Kakaofeststoffen, deshalb trifft Bitterschokolade stärker als Milchware.
Die FDA hat keinen eigenen Grenzwert für Blei oder Cadmium in Schokolade. Das Programm Closer to Zero zielt auf Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber in Lebensmitteln, die Kleinkinder häufig essen. Aktionswerte sollen die Aufnahme so weit senken, wie es ohne Verlust nährstoffreicher Kost geht. Kinder und Ungeborene gelten als empfindlicher, weil Körpermasse und sich entwickelndes Nervensystem weniger Puffer haben.
Hands, Anderson und Kollegen prüften 2024 72 in den USA gekaufte Kakaoerzeugnisse aus den Jahren 2014 bis 2022. 43 Prozent überschritten den kalifornischen Prop-65-Richtwert für Blei von 0,5 Mikrogramm pro Tag, 35 Prozent den für Cadmium von 4,1 Mikrogramm. 97,2 Prozent lagen unter dem weniger strengen FDA-Interimswert für Blei. Die Medianwerte beider Metalle blieben unter Prop 65, Ausreißer zogen den Mittelwert nach oben. Eine einzelne Portion war für durchschnittliche Erwachsene oft unkritisch. Mehrere Portionen plus andere Quellen wie Reis oder bestimmte Meeresfrüchte können die Summe überziehen. Als biologisch gekennzeichnete Produkte lagen bei Cadmium und Blei nicht niedriger, eher höher.
Für den Alltag folgt daraus kein Panikverzicht und kein Kinderriegel als Hirnnahrung. Schwangere und Eltern kleiner Kinder halten dunkle Tafeln eher selten. Wer täglich isst, wechselt Marken und bleibt bei einer Portion.
Koffein, Theobromin, Sodbrennen
Kakao trägt von Natur aus Koffein und Theobromin. MedlinePlus listet Kakaoschoten neben Kaffee und Tee als natürliche Quellen. Für die meisten Erwachsenen gelten bis 400 Milligramm Koffein pro Tag aus allen Lebensmitteln als üblicher Rahmen. Zwei Unzen mit 70 Prozent Kakao enthalten nach Cleveland-Clinic-Angaben etwa 50 bis 60 Milligramm, eine Tasse Filterkaffee oft 100 bis 200.
Theobromin wirkt milder anregend als Koffein, hält aber ebenfalls wach. Wer nach 18 Uhr schlecht einschläft, verlegt das Stück nach vorn. Koffein kann Sodbrennen verstärken; die Cleveland Clinic rät Menschen mit Reflux oder Stimulanzienempfindlichkeit, dunkle Sorten zu meiden oder zu testen. In COSMOS berichteten Teilnehmende mit Extrakt etwas häufiger Übelkeit, zugleich seltener selbstberichtete Migräne. Das widerlegt nicht, dass einzelne Personen Schokolade als Kopfschmerzauslöser erleben. Wer einen klaren Zusammenhang führt, streicht die Tafel probeweise und hält das in der Kopfschmerztherapie fest.
Schwangere zählen jede Quelle. Das American College of Obstetricians and Gynecologists hält eine Aufnahme unter 200 Milligramm pro Tag nicht für einen wesentlichen Faktor bei Fehl- oder Frühgeburt. Dunkle Schokolade plus Kaffee plus Cola addieren sich schnell. Stillende, die unruhige Säuglinge beobachten, prüfen ebenfalls die Summe.
Für wen ist dunkle Schokolade ungeeignet?
Die Tafel ist für gesunde Erwachsene in kleiner Menge meist unproblematisch, für einige Gruppen aber die schlechtere Wahl. Kinder brauchen keine „Gehirnschokolade“. Die FDA priorisiert genau diese Altersgruppe beim Senken von Schwermetallen. Ungeborene und Säuglinge vertragen weder Extra-Blei noch Extra-Koffein gut.
Menschen mit häufigem Sodbrennen, bekannter Koffeinempfindlichkeit oder Schlafstörung nach Stimulanzien lassen dunkle Sorten weg oder halbieren die Portion. Wer Insulin braucht oder den Blutzucker knapp führt, rechnet den Zucker der Tafel in die Mahlzeit ein. Die Cleveland Clinic erwähnt mögliche Vorteile für die Insulinempfindlichkeit, betont aber Portionskontrolle. Das ist kein Freibrief für Diabetessüßigkeiten.
Zur Praxis oder Notaufnahme gehört Schokolade selten als Ursache, oft als Ablenkung von echten Warnzeichen.
- Neue Wortfindungsstörung, Orientierungsverlust oder plötzliche Schwäche einer Körperseite brauchen denselben Tag eine ärztliche Bewertung, nicht einen Riegel.
- Brustschmerz, Atemnot oder halbseitiges Taubheitsgefühl sind Notfälle, unabhängig vom Frühstück.
- Anhaltendes Sodbrennen mit Gewichtsverlust, Bluterbrechen oder schwarzem Stuhl gehört in die Sprechstunde.
- In der Schwangerschaft unklare Oberbauchschmerzen, starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen ebenfalls, das Koffeinlimit ersetzt keine Kontrolle.
Wer gerinnungshemmende Mittel, mehrere koffeinhaltige Schmerztabletten oder unklare Herzrhythmusstörungen hat, erwähnt den regelmäßigen Tafelfortschritt beim nächsten Termin. COSMOS fand insgesamt keine Sicherheitskrise, prüfte aber ausgewählte Ältere unter Studienbedingungen, nicht jede häusliche Kombination.
Häufige Fragen
Hilft ein Stück Schokolade wirklich beim Denken?
In der großen COSMOS-Mind-Studie mit 2262 Älteren verbesserte Kakaoextrakt über drei Jahre weder Gesamtkognition noch Gedächtnis. Kleine ältere Versuche mit Kakaotrunk zeigten kurzfristig mehr Hirndurchblutung, das ersetzt den negativen Haupttest nicht. Wer Konzentration sucht, gewinnt mehr durch Schlaf und Bewegung als durch einen Riegel.
Kann dunkle Schokolade Erkältungen vorbeugen?
Belegte Infektprävention gibt es nicht. Die Sammelanalyse von 2024 senkte Oxidationsmarker und hob Stickstoffmonoxid, ließ CRP und Interleukine im Gesamtergebnis aber unberührt. Impfung, Händehygiene und Schlaf bleiben die wirksamen Hebel. Die Tafel ist kein Immunbooster.
Wie dunkel muss die Schokolade sein?
Die Cleveland Clinic nennt 50 bis 90 Prozent Kakaofeststoffe als dunkle Spanne und rät zu 70 Prozent plus, weil dann weniger Zucker und mehr Polyphenole ankommen. Der EFSA-Claim gilt nur, wenn 200 Milligramm Flavanols wirklich in der Tagesmenge stecken. Prozent auf der Banderole ist ein grober, kein exakter Flavanolmesser.
Ist Blei in dunkler Schokolade gefährlich?
Für die meisten Erwachsenen ist eine einzelne Portion laut der US-Produktanalyse 2024 oft unter strengen kalifornischen Richtwerten, Ausreißer und mehrere Portionen können die Summe überziehen. 97 Prozent der getesteten Waren lagen unter dem FDA-Interimswert für Blei. Kinder und Schwangere sollten dunkle Tafeln eher selten essen.
Darf ich in der Schwangerschaft dunkle Schokolade essen?
Kleine Mengen sind möglich, wenn das gesamte Koffein unter 200 Milligramm pro Tag bleibt, so das American College of Obstetricians and Gynecologists. Dunkle Sorten enthalten mehr Koffein als helle. Schwermetalle sind ein zweites Argument für Seltenheit statt täglicher Routine.
Soll ich lieber Kakao-Kapseln kaufen?
COSMOS hat genau solche Extraktkapseln mit 500 Milligramm Flavanols geprüft. Sie verbesserten das Denken nicht und senkten Herzereignisse insgesamt nicht signifikant. Ohne ärztlichen Grund lohnt die Kapsel selten; wer sie trotzdem nimmt, bespricht Wechselwirkungen in der Praxis.
Fazit
Die Wissenschaft hat die Hoffnungsgeschichte von 2018 entzaubert, ohne die Tafel zu verteufeln. Kakaoflavanols können Gefäße etwas elastischer machen, wenn die Dosis stimmt. Drei Jahre COSMOS mit Tausenden Teilnehmenden haben weder schärferes Denken noch weniger Infekte und auch keinen sicheren Schutz vor Herzinfarkt oder Schlaganfall gezeigt. Der sekundäre Rückgang der Herz-Kreislauf-Tode bleibt ein Signal, kein Rezept.
Wer Schokolade mag, kauft eine kleine Menge mit hohem Kakaoanteil, isst sie anstelle anderen Süßwaren und zählt Koffein sowie Kalorien mit. Schwangere, kleine Kinder und Menschen mit Reflux oder unklaren neurologischen Symptomen behandeln die Tafel nicht als Medizin. Morgen reicht ein Quadrat nach dem Mittagessen, nicht eine neue Kur.
Quellen
- Baker LD, Manson JE et al.: Effects of cocoa extract and a multivitamin on cognitive function: A randomized clinical trial. Alzheimer’s & Dementia, 14. September 2022.
- Sesso HD, Manson JE et al.: Effect of cocoa flavanol supplementation for the prevention of cardiovascular disease events: the COcoa Supplement and Multivitamin Outcomes Study (COSMOS) randomized clinical trial. The American Journal of Clinical Nutrition, 16. März 2022.
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies: Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to cocoa flavanols and maintenance of normal endothelium-dependent vasodilation pursuant to Article 13(5) of Regulation (EC) No 1924/2006. EFSA Journal, 15. Oktober 2012.
- Cleveland Clinic: The Health Benefits of Dark Chocolate. Cleveland Clinic, 30. Juli 2025.
- Harvard Health Publishing: Chocolate: Pros and cons of this sweet treat. Harvard Health Publishing, 1. Februar 2014.
- American Heart Association: Sweet on chocolate? It’s what’s inside – cocoa powder – that counts. American Heart Association, 10. Januar 2024.
- U.S. Food and Drug Administration: Closer to Zero: Reducing Childhood Exposure to Contaminants from Foods. U.S. Food and Drug Administration, Stand: 2025.
- Hands JM, Anderson ML et al.: A multi-year heavy metal analysis of 72 dark chocolate and cocoa products in the USA. Frontiers in Nutrition, 31. Juli 2024.
- Behzadi M, Bideshki MV et al.: Effect of dark chocolate/ cocoa consumption on oxidative stress and inflammation in adults: A GRADE-assessed systematic review and dose-response meta-analysis of controlled trials. Complementary Therapies in Medicine, 24. Juni 2024.
- MedlinePlus: Caffeine: MedlinePlus. MedlinePlus, Stand: 2024.
- American College of Obstetricians and Gynecologists: Moderate Caffeine Consumption During Pregnancy. American College of Obstetricians and Gynecologists, August 2010.
