
Psoriasis springt nicht von Mensch zu Mensch. Neue Herde entstehen, weil das Immunsystem die Hautzellteilung an weiteren Stellen fehlsteuert, nicht weil Plaques benachbarte Haut anstecken.
Unbehandelt oder schlecht eingestellt kann die Fläche wachsen, vor allem nach Verletzungen, Infekten oder bestimmten Arzneimitteln. Eine konsequente Lokaltherapie, das Meiden persönlicher Auslöser und der rechtzeitige Wechsel zu Licht- oder Systemmitteln halten die Ausbreitung bei vielen Betroffenen klein. Heilung verspricht keine aktuelle Leitlinie; das realistische Ziel ist möglichst wenig sichtbare und spürbare Krankheit über lange Strecken.
Die Cleveland Clinic schätzt, dass mehr als drei Prozent der US-Bevölkerung betroffen sind. Die Krankheit verläuft in Schüben und Ruhephasen. Wer Muster erkennt und die Therapie anpasst, statt zu warten, bis sich Plaques verbinden, gewinnt meist die meiste Fläche zurück.
Ist Psoriasis ansteckend oder wandert sie nur am Körper?
Psoriasis ist nicht ansteckend. Berühren, Küssen oder gemeinsames Handtuch übertragen die Krankheit nicht, schreibt MedlinePlus (Stand 2025).
Was Laien oft als „Wandern“ deuten, ist ein systemischer Immunprozess. Abwehrzellen greifen gesunde Hautzellen an; die Erneuerung, die normalerweise etwa einen Monat dauert, verkürzt sich auf wenige Tage. Abgestorbene Zellen stapeln sich zu Schuppen, statt sich unauffällig zu lösen. Deshalb können an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und Kreuzbein neue Plaques entstehen, ohne dass ein alter Herd die Stelle „infiziert“ hätte.
Laut American Academy of Dermatology haben etwa 80 bis 90 Prozent der Betroffenen die Plaque-Form. Die erhabenen, silbrig schuppenden Felder sitzen häufig außen an Gelenken und am behaarten Kopf, können aber überall auftreten. Inverse Psoriasis bevorzugt feuchte Falten unter den Brüsten, in der Leiste oder den Achseln und sieht glatter, weniger schuppig aus. Tropfenförmige Herde nach einer Streptokokken-Angina treffen vor allem Kinder und junge Erwachsene. Eine Person kann im Laufe des Lebens mehr als einen Typ entwickeln.
Farbe und Relief hängen vom Hautton ab. An heller Haut wirken Plaques oft rosa bis rot mit silberner Schuppe; an dunkler Haut eher violett, grau oder dunkelbraun. Nach dem Abheilen bleiben vorübergehende Farbunterschiede. Das ändert nichts an der Diagnose und nichts an der Tatsache, dass niemand die Krankheit „einfängt“.
Schwere, rasch wachsende Rötung über den größten Teil des Körpers ist eine andere Kategorie. Erythrodermische Psoriasis bleibt selten, stört aber Temperatur- und Flüssigkeitshaushalt. Sie gehört nicht in die Selbstbeobachtung über Tage, sondern in die sofortige ärztliche Bewertung.

Warum entstehen neue Herde an bisher freier Haut?
Neue Plaques an zuvor unauffälliger Haut entstehen oft durch das Köbner-Phänomen. StatPearls (Aktualisierung 2022) beschreibt damit Läsionen, die nach Trauma genau dem vorhandenen Hautleiden entsprechen.
Zwischen Verletzung und sichtbarem Herd liegen bei Psoriasis typischerweise zehn bis zwanzig Tage, in Einzelfällen drei Tage bis Jahre. Kratzer, Sonnenbrand, Impfstich, Operation, Reibung durch Prothesen oder ein Tattoo können genügen, wenn die Person in einer köbnerpositiven Phase steckt. Die Reaktion gilt als Alles-oder-nichts-Muster: Wer auf einen Reiz anspricht, reagiert oft auf viele. Schätzungen zur Häufigkeit schwanken stark, grob zwischen 11 und 75 Prozent.
Kratzen „impft“ Psoriasis nicht in gesunde Haut. Es verletzt die Barriere, verzögert die Heilung und kann genau jene Mikrowunden setzen, die Köbner bahnen. Die Cleveland Clinic rät deshalb, Plaques nicht aufzukratzen; offene Stellen können sich zusätzlich bakteriell infizieren. Kurze Nägel, kühle Umschläge und juckreizstillende Externa, die der Arzt freigibt, sind praktischer als der Versuch, Schuppen gewaltsam zu lösen.
Wer geplant zur Operation, zur Impfung oder zum Tattoo geht, sollte das mit der Dermatologie abstimmen. Ein ruhiger Krankheitsstatus und eine laufende Therapie senken das Risiko, dass der Eingriff eine neue Landkarte zeichnet. Vollständigen Schutz gibt es nicht; auch symptomfreie Haut kann nach Trauma reagieren.
Welche Auslöser Schübe und Fläche vergrößern
Ein erster Schub oder eine plötzliche Flächenzunahme folgt oft einem äußeren Anstoß bei genetischer Veranlagung. Die Mayo Clinic (Stand Dezember 2025) nennt Infektionen, Verletzungen, kaltes trockenes Wetter, Rauchen einschließlich Passivrauch, starken Alkoholkonsum sowie Lithium, manche Blutdruckmittel und Malariamittel.
Abruptes Absetzen oraler oder gespritzter Kortikoide kann die Haut destabilisieren. Das ist ein anderer Mechanismus als die sorgfältig gesteuerte, dünne Cortisoncreme auf Plaques. Wer systemische Steroide aus anderer Indikation bekommt, sollte das Absetzen nie allein beschleunigen.
Häufige Anstöße, die Betroffene in einem kurzen Tagebuch festhalten können:
- Eine Streptokokken-Angina oder ein Atemwegsinfekt kann tropfenförmige Herde auslösen oder bestehende Plaques verschlechtern.
- Schnitt, Schürfung, Insektenstich oder Sonnenbrand setzen Köbner-Reize und vergrößern die Karte der betroffenen Stellen.
- Lithium, Betablocker und bestimmte Malariamittel stehen in Enzyklopädien als klassische Arzneimittelauslöser.
- Trockene Heizungsluft und mangelnde Fettung machen Juckreiz stärker und verleiten zum Kratzen.
- Starker Alkohol und anhaltender Stress gehen bei vielen mit schwereren Verläufen einher, ohne dass jeder Schub darauf zurückgeht.
Auslöser sind individuell. Was bei einer Person den nächsten Schub startet, bleibt bei einer anderen folgenlos. Die National Psoriasis Foundation betont, dass sich der allererste Ausbruch kaum zuverlässig verhindern lässt. Nach der Diagnose lohnt es, Muster zu notieren: Infekt letzte Woche, neues Medikament, Sonnenbrand, Prüfungsstress. Das Tagebuch ersetzt keine Therapie, macht aber Gespräche mit der Hautärztin konkreter.
Wann zum Hautarzt, wann in die Notaufnahme?
Bei Verdacht auf Psoriasis gehört die Haut in die Praxis, nicht in die monatelange Eigenbehandlung mit zufälligen Cremes. Die Mayo Clinic rät zum Arztbesuch, wenn die Haut weitflächig, schmerzhaft oder psychisch belastend ist oder wenn die bisherige Therapie nicht greift.
NICE (Leitlinie CG153, geprüft 2017) zieht klare Schwellen. Mehr als zehn Prozent Körperoberfläche, Versagen der Lokaltherapie, unsichere Diagnose, stark beeinträchtigter Nagelbefund oder erheblicher Einfluss auf Alltag und Stimmung begründen die Überweisung zur Dermatologie. Kinder und Jugendliche sollen bei jeder Form sofort zur Spezialistin, nicht erst nach gescheiterten Hausmitteln.
Erythrodermie und generalisierte Pustulose gelten als Notfälle desselben Tages. NICE verlangt noch am selben Tag fachärztliche Bewertung und Behandlung. Die National Psoriasis Foundation (Stand 2026) beschreibt Warnzeichen: intensive Rötung oder Verfärbung über einen großen Teil des Körpers, Haut, die sich in Laken statt in feinen Schuppen löst, verbrannt wirkende Oberfläche, Herzrasen, Fieber oder frieren, starke Schmerzen. MedlinePlus nennt den Rettungsdienst, wenn ein Ausbruch fast den ganzen Körper bedeckt.
Gelenkschmerz, Morgensteifigkeit oder geschwollene Finger gehören nicht „zur Haut dazu“. NICE empfiehlt jährliche Prüfung auf Psoriasis-Arthritis, besonders in den ersten zehn Jahren. Bei Verdacht folgt die rasche Rheumatologie, weil verzögerte Behandlung Gelenke dauerhaft schädigen kann.
| Zeichen | Was es bedeuten kann | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Einzelne Plaques an Ellenbogen, Knien oder Kopfhaut | Typische Plaque-Psoriasis | Termin beim Hausarzt oder in der Dermatologie, Lokaltherapie prüfen |
| Mehr als zehn Prozent der Körperoberfläche | Laut NICE umfangreiche Erkrankung | Überweisung zur Hautklinik oder Fachpraxis |
| Gelenkschmerz, Steifigkeit, wurstförmig geschwollene Finger | Mögliche Psoriasis-Arthritis | Prüfung und rasche Rheumatologie |
| Flächige Rötung, Haut löst sich in Bahnen, Fieber, Herzrasen | Erythrodermie oder pustulöse Form | Noch am selben Tag Spezialbehandlung, oft Klinik |
| Starke Schmerzen, Schwellung und Fieber über einem Herd | Mögliche Superinfektion | Umgehend ärztlich abklären, nicht nur cremen |
Was Cremes, Pflege und Kortison vor Ort leisten
Lokale Mittel bleiben der erste Baustein, solange die Fläche klein und die Haut nicht instabil ist. Sie bremsen Entzündung und Zellteilung genau dort, wo Plaques sitzen, und können so verhindern, dass sich benachbarte Felder verbinden.
Die Mayo Clinic (2025) nennt topische Kortikoide als häufigste Verordnung bei leichter bis mittelschwerer Plaque-Psoriasis. Sanfte Zubereitungen mit Hydrocortison eignen sich eher für Gesicht und Falten; stärkere Wirkstoffe wie Triamcinolon oder Clobetasol bleiben kleinen, dicken Herden vorbehalten. Typisch ist einmal täglich im Schub, später nur noch an Wechsel- oder Wochenendtagen. Dauerhafte Hochpotenz ohne Aufsicht verdünnt die Haut und kann die Wirkung verlieren.
Vitamin-D-Analoga (Calcipotrien, Calcitriol) verlangsamen das Wachstum der Keratinozyten und lassen sich mit Kortison kombinieren. Tazaroten, ein topisches Retinoid, trägt Mayo zufolge ein- oder zweimal täglich auf; Reizung und Lichtempfindlichkeit sind häufig, in Schwangerschaft und Stillzeit entfällt das Mittel. Calcineurinhemmer (Tacrolimus, Pimecrolimus) schonen dünne Haut um die Augen, sind aber nicht für die Daueranwendung gedacht, weil Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs und Lymphome vorliegen.
Pflege ist Therapie, nicht Kosmetik. Tägliches, sanftes Baden in lauwarmem Wasser, fettende Syndets statt scharfer Seife und eine reichhaltige Creme auf noch feuchte Haut halten die Barriere. MedlinePlus erwähnt Haferflockenbäder (etwa 85 Gramm auf eine Wanne) als juckreizlindernd. Teer und Salicylsäure lösen Schuppen, können aber reizen. Anthralin bleibt Gesicht und Genitalhaut fern und färbt fast alles. Wer den Juckreiz senkt, senkt zugleich das Köbner-Risiko durch Kratzen.
Wann Tabletten und Biologika die Fläche klein halten
Wenn Cremes die Fläche nicht halten, Gelenke mitspielen oder die Haut mehr als einen kleinen Anteil bedeckt, braucht es Mittel, die das Immunsystem systemisch dämpfen. Genau das begrenzt die Ausbreitung wirksamer als eine weitere Tube auf immer mehr Quadratzentimeter.
Mayo listet 2025 unter den Biologika unter anderem Etanercept, Adalimumab, Infliximab, Ustekinumab, Secukinumab, Ixekizumab, Guselkumab, Risankizumab und Bimekizumab. Sie greifen gezielt in Zytokine ein, die die Psoriasis antreiben. Wirkung zeigt sich oft innerhalb von Wochen. Vor dem Start steht eine Untersuchung auf Tuberkulose, weil die Infektabwehr schwächer wird. Vier der genannten Stoffe sind in den USA auch für Kinder zugelassen; in Deutschland entscheidet die Zulassung und der Facharzt.
Ältere Systemmittel bleiben Werkzeuge mit engem Korridor. Methotrexat nimmt man laut Mayo meist als wöchentliche Einzeldosis; es wirkt schwächer als Adalimumab und Infliximab und verlangt Blutbild- und Leberkontrollen. Mindestens drei Monate vor einem Kinderwunsch muss es abgesetzt werden, Stillen gilt als Ausschluss. Ciclosporin hilft bei schwerer, auch erythrodermischer oder pustulöser Krankheit, darf aber nicht durchgehend länger als ein Jahr laufen; Blutdruck und Niere brauchen laufende Messung. Acitretin und andere orale Retinoide sind in Schwangerschaft und Stillzeit tabu.
Kleinmoleküle wie Apremilast und Deucravacitinib nimmt man als Tablette. Sie kommen infrage, wenn andere Wege nicht passen. Die Wahl trifft die Dermatologie nach Fläche, Vortherapien, Begleiterkrankungen und Lebensplanung, nicht nach Werbeversprechen.
Ein festes Therapieziel ersetzt das alte Warten auf „irgendwie besser“. In einer dänischen Registerstudie an 1684 zuvor biologikanaiven Patienten (Acta Dermato-Venereologica, 2021) hatten jene mit einem absoluten PASI über 2 in den ersten sechs Monaten ein deutlich höheres Schubrisiko als Patienten mit PASI 0; schon PASI über 0 bis 2 erhöhte das Risiko gegenüber vollständiger Freiheit. PASI bezeichnet den Psoriasis Area and Severity Index, eine Punkteskala für Fläche und Stärke. Ein Wert von höchstens 2 gilt in dieser Arbeit als praxisnaher Schnitt für eine ruhige Krankheit. Bleibt die Haut darüber, gehört die Therapie auf den Prüfstand, statt den nächsten Winter abzuwarten.

Hilft Licht, und warum Solarien nicht taugen
Medizinisch dosiertes UVB kann mittelschwere, großflächige Psoriasis zurückdrängen und so neue Felder seltener machen. Es ist etwas anderes als Freizeitbräune.
Mayo beschreibt Schmalband-UVB als heute übliche Variante, oft zwei- oder dreimal pro Woche, bis die Haut ruhiger wird, danach seltener zur Erhaltung. Breitband-UVB und der Excimer-Laser für einzelne Plaques bleiben Alternativen. PUVA kombiniert ein Lichtsensibilisierungsmittel mit UVA; die Wirkung reicht tiefer, die Langzeitrisiken inklusive Hautkrebs sind größer. Die National Psoriasis Foundation (Januar 2025) erlaubt Heimgeräte nur nach Rezept, Einweisung und Kontrollterminen. Gebrauchte Kabinen weiterzugeben verbietet das US-Medizinprodukterecht; in der Praxis gilt dasselbe Prinzip: ohne Aufsicht kein UV-Kasten im Keller.
Kurze, mit dem Arzt abgesprochene Sonnenzeiten können manchen Menschen helfen. Zu viel Sonne löst Sonnenbrand aus und damit Köbner. Unbeteiligte Haut braucht Kleidung oder ein Mittel mit Lichtschutzfaktor mindestens 30, schreibt Mayo. Teer und Tazaroten steigern die Verbrennungsneigung.
Solarien sind kein Ersatz. Kommerzielle Bänke strahlen vor allem UVA, während der Nutzen bei Psoriasis vor allem dem UVB zugeschrieben wird. AAD, FDA und CDC raten von Solarien ab. Die NPF zitiert AAD und WHO mit der Schätzung, Solarienbesuche könnten das Melanomrisiko um 59 Prozent erhöhen; die Zahl stammt aus älteren Beobachtungen und bleibt die Begründung, warum Freizeit-UV hier nicht „Hausmittel“ heißt.
Welche Alltagsfaktoren Schübe seltener machen
Den ersten Ausbruch verhindert kein Lebensstil. Nach der Diagnose können Rauchstopp, Gewicht, Alkoholmaß und Hautschutz die Abstände zwischen Schüben verlängern und die Antwort auf Medikamente verbessern.
Rauchen erhöht laut Mayo nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern kann den Verlauf schwerer machen; Passivrauch zählt derselbe Text zu den Auslösern. Übergewicht hält systemische Entzündung am Leben, weil Fettgewebe Botenstoffe teilt, die auch in psoriatischer Haut kreisen. Cleveland Clinic nennt ausgewogene Ernährung, Bewegung, Schlaf und Verzicht auf Tabak als Hebel gegen Begleitrisiken. Alkohol kann Entzündung verstärken, die Therapietreue senken und mit Systemmitteln kollidieren.
Stress und Schub beeinflussen einander, ohne dass die Kausalkette restlos geklärt wäre. Mayo hält Entlastung trotzdem für sinnvoll, weil Juckreiz und Schlaf darunter leiden. Meditation, Bewegung oder Gespräche mit einer psychologischen Fachkraft sind Ergänzung, nicht Ersatz für Cortison oder Biologika. Akupunktur und Kräuterlacke haben nach Mayo keine belastbare Evidenz; Aloe-Cremes oder Fischöl werden höchstens als milde Zusatzoption bei leichter Krankheit diskutiert.
Praktische Schutzregeln für die Haut im Alltag:
- Nach dem Waschen sanft tupfen statt scheuern, danach sofort fetten, damit Mikrorisse seltener Köbner auslösen.
- Enge Nähte, grobe Wolle und nasse Sportkleidung an Reibungsstellen wechseln, besonders in den Körperfalten.
- Impfungen und geplante Eingriffe mit der Dermatologie abstimmen, statt sie in einem aktiven Schub zu stapeln.
- Neue Dauermedikamente (Lithium, Betablocker, Malariamittel) aktiv ansprechen, damit Alternativen geprüft werden können.
Welche Begleiterkrankungen zur Haut gehören
Psoriasis ist eine entzündliche Systemkrankheit, die an der Haut sichtbar wird. Wer nur Plaques zählt, übersieht Gelenke, Gefäße und Stimmung, die den nächsten schweren Schub wahrscheinlicher machen.
Etwa jede dritte betroffene Person entwickelt laut National Psoriasis Foundation eine Psoriasis-Arthritis. Die Cleveland Clinic betont, dass frühe Behandlung Gelenkschäden begrenzen kann. NICE verlangt bei schwerer Psoriasis (Phototherapie, Systemmittel oder Klinikaufenthalt) eine kardiovaskuläre Risikoabschätzung bei Vorstellung und danach mindestens alle fünf Jahre. Mayo verknüpft die Diagnose mit höherem Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, Augenentzündungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Depression.
Das ändert die Logik der „Ausbreitungsprävention“. Ein schlecht eingestellter Blutdruck, weiter gerauchte Packungen und unbehandelte Gelenkentzündung halten denselben Entzündungsmotor am Laufen, der neue Plaques speist. Umgekehrt kann eine wirksame Hauttherapie die systemische Last senken. NPF formuliert 2026, heutige Behandlungen seien wirksamer als früher und könnten Begleiterkrankungen wie Gelenkbeteiligung, Herzkrankheit und Depression mitbeeinflussen, ohne Heilung zu versprechen.
Scham und soziale Distanz entstehen oft, weil Umgebung Ansteckung unterstellt. Sachliche Aufklärung im privaten Kreis entlastet und macht es leichter, Therapie und Hautschutz durchzuhalten. Selbsthilfegruppen, etwa über die National Psoriasis Foundation, ersetzen keinen Arzt, füllen aber die Lücke zwischen zwei Terminen.
Häufige Fragen
Ist Psoriasis ansteckend?
Nein. MedlinePlus und die National Psoriasis Foundation stellen klar, dass körperlicher Kontakt Psoriasis nicht überträgt. Schuppige Plaques sind entzündete Haut, kein Infektionsherd für andere Menschen.
Kann Kratzen die Psoriasis an neue Stellen tragen?
Kratzen infiziert keine gesunde Haut. Es kann aber Wunden setzen, an denen nach Tagen bis Wochen Köbner-Herde entstehen, und es erhöht das Risiko einer bakteriellen Superinfektion. Juckreiz stillen und Nägel kurz halten ist wirksamer als Schuppen abzureißen.
Lässt sich der allererste Ausbruch verhindern?
Einen sicheren Schutz vor der Ersterkrankung gibt es nicht, weil Gene und Zufallstreffer zusammenwirken. Nach der Diagnose lassen sich Schübe oft seltener und kleiner halten, wenn Auslöser bekannt sind und die Therapie zum Flächenbefund passt.
Hilft unkontrolliertes Sonnenbaden?
Kurze, mit dem Arzt geplante Sonnenzeiten können manchen Menschen nützen. Sonnenbrand verschlechtert die Haut und kann neue Herde auslösen. Solarien lehnen AAD, FDA und CDC ab; medizinisches Schmalband-UVB unter Aufsicht ist der kontrollierte Weg.
Wann gehören Biologika ins Gespräch?
Wenn Lokalmittel die Fläche nicht halten, Gelenke mitspielen, die Haut großflächig ist oder die Lebensqualität stark leidet. NICE nennt unter anderem mehr als zehn Prozent Körperoberfläche und Versagen der Cremes als Überweisungsgründe. Die Entscheidung trifft die Dermatologie nach Vortherapie, Infektionsrisiko und Begleiterkrankungen.
Verschwindet Psoriasis irgendwann von selbst?
Eine Heilung ist nicht belegt. Manche Kinder mit tropfenförmiger Form werden dauerhaft ruhig, die meisten anderen leben mit Wechsel aus Schub und Remission. Gute Einstellung kann Monate bis Jahre fast freie Haut bedeuten, ohne dass die Veranlagung verschwindet.
Welche Hausmittel sind vertretbar?
Fettende Pflege, sanfte Bäder und das Meiden bekannter Auslöser stützen jede Therapie. Aloe oder Fischöl diskutiert Mayo höchstens als schwache Ergänzung bei milder Krankheit. Sie ersetzen weder Cortison noch Systemmittel und gehören ins Gespräch mit der behandelnden Praxis, bevor sie mit verschreibungspflichtigen Cremes gemischt werden.

Fazit
Psoriasis wandert nicht wie eine Infektion über den Körper und nicht von Mensch zu Mensch. Sie flackert dort auf, wo Immunsystem, Verletzung und Auslöser zusammentreffen. Wer Juckreiz mindert, Haut schützt, Infekte ernst nimmt und Arzneimittelauslöser benennt, nimmt dem Köbner-Phänomen einen Teil seiner Angriffsfläche.
Cremes und Pflege reichen für kleine, stabile Plaques. Wächst die Fläche über etwa zehn Prozent, versagen Externa oder kommen Gelenke hinzu, gehört die Therapie in die Fachpraxis, nicht in den nächsten Drogerieversuch. Biologika und ein messbares Ziel wie ein niedriger PASI in den ersten Monaten können Schübe seltener machen; das zeigt die dänische Registerarbeit von 2021, und das entspricht dem heutigen Anspruch, Krankheit klein zu halten statt sie nur zu beschwichtigen.
Flächige Rötung mit Hautablösung, Fieber oder Herzrasen ist ein Notfall des gleichen Tages. Für den Rest der Woche gilt ein nüchterner Plan: verordnete Mittel nutzen, Auslöser notieren, Tabak und unkontrolliertes UV lassen, Gewicht und Stimmung nicht als Nebensache behandeln. Das heilt die Veranlagung nicht, begrenzt aber die Landkarte der Haut.
Quellen
- Mayo Clinic: Psoriasis – Symptoms and causes. Mayo Clinic, 17. Dezember 2025.
- Mayo Clinic: Psoriasis – Diagnosis and treatment. Mayo Clinic, 17. Dezember 2025.
- MedlinePlus: Psoriasis: MedlinePlus Medical Encyclopedia. MedlinePlus, Stand: 1. Juli 2025.
- Cleveland Clinic: Psoriasis: What It Is, Symptoms, Causes, Types & Treatment. Cleveland Clinic, 15. September 2022.
- NICE: Recommendations | Psoriasis: assessment and management. National Institute for Health and Care Excellence, Stand: 2017.
- National Psoriasis Foundation: About Psoriasis. National Psoriasis Foundation, 24. März 2026.
- National Psoriasis Foundation: Erythrodermic Psoriasis. National Psoriasis Foundation, 24. März 2026.
- National Psoriasis Foundation: Light Therapy for Psoriasis. National Psoriasis Foundation, 23. Januar 2025.
- Sanchez DP, Sonthalia S: Koebner Phenomenon. StatPearls, 14. November 2022.
- Loft N, Egeberg A et al.: Response to Biologics During the First Six Months of Therapy in Biologic-naïve Patients with Psoriasis Predicts Risk of Disease Flares: A Danish Nationwide Study. Acta Dermato-Venereologica, 4. Januar 2021.
- American Academy of Dermatology: Psoriasis: Overview. American Academy of Dermatology, Stand: 2024.
