
Die typische Psoriasis hinterlässt erhabene, klar umrandete Hautplatten mit trockener, oft silbrig glänzender Schuppe, vor allem an Streckseiten, behaartem Kopf und unterem Rücken. Farbe und Dicke wechseln mit Hautton und Verlaufsform; mehrere Bilder können nebeneinander bestehen, und durch Berührung steckt sich niemand an.
Hinter dem sichtbaren Belag steckt eine überschießende Immunreaktion. Hautzellen brauchen normalerweise rund einen Monat, bis sie die Oberfläche erreichen; bei Psoriasis dauert dieser Weg nach Angaben der Cleveland Clinic oft nur drei bis vier Tage, im Merck Manual Professional (Aktualisierung Februar 2026) drei bis fünf statt etwa 28 Tagen. Die zu schnell gebildeten Zellen stapeln sich statt abzufallen. Schübe kommen und gehen. Eine Heilung ist nicht bekannt, viele Menschen erreichen aber mit lokal oder systemisch wirkenden Mitteln lange ruhige Phasen.
Woran erkennt man Plaque-Psoriasis auf der Haut?
Die Plaqueform beginnt als kleine tastbare Knötchen, die zusammenwachsen und eine verdickte, schuppende Platte bilden. Die American Academy of Dermatology und die Cleveland Clinic rechnen 80 bis 90 Prozent der Betroffenen dieser Form zu; StatPearls nennt 85 bis 90 Prozent.
Eine solche Platte ist gegen die gesunde Haut scharf abgesetzt, oft dicker als ein Zentimeter und oben mit silbrig-weißer oder grau-weißer Schuppe bedeckt. Liegt die Schuppe fest, wirkt die Fläche trocken und lederartig. Löst man Schicht um Schicht, können punktförmige Blutungen entstehen, das Auspitz-Zeichen. StatPearls beschreibt außerdem das Köbner-Phänomen. Nach Schnitt, Schürfung, Sonnenbrand oder Tätowierung können an der verletzten Stelle neue Herde auftauchen.
Bevorzugte Sitze sind Ellenbogen- und Kniestreckseiten, behaarter Kopf, Kreuzbein, Gesäßfalte, Nabelregion und Genitalhaut. Das Merck Manual nennt genau diese Verteilung als diagnostischen Hinweis, unabhängig vom Hautton. Juckreiz ist häufig, Schmerz entsteht vor allem, wenn die verdickte Haut einreißt. Wer kratzt, reißt Schuppen samt Unterhaut mit und öffnet eine Eintrittspforte für Keime.
Nach dem Abklingen bleibt manchmal eine vorübergehende Aufhellung oder Verdunklung. Das ist eine Nachwirkung der Entzündung, kein Beweis für einen neuen Schub. Erst wenn Grenze, Schuppe und Sitz wieder dem bekannten Muster folgen, spricht das Bild für erneute Aktivität.
![[Plaque Psoriasis am Ellenbogen]](https://demedbook.com/images/1/what-does-psoriasis-look-like.jpg)
Welche Psoriasis-Typen sehen ganz anders aus?
Neben der Plaqueform gibt es Tropfen-, Falten-, Pustel- und flächig-entzündliche Bilder; mehrere Typen können gleichzeitig oder nacheinander auftreten. Die National Psoriasis Foundation (Stand März 2026) zählt fünf Hauptformen und betont, dass Therapie und Alltag je nach Sitz stark auseinanderlaufen, auch wenn die Gesamtfläche klein bleibt.
Die Tropfenform (guttata) erscheint plötzlich als viele kleine, tropfenförmige, leicht schuppende Flecken an Rumpf, Armen und Beinen. NIAMS und die Cleveland Clinic sehen sie vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen, oft nach einer Streptokokken-Halsentzündung oder einem Infekt der oberen Atemwege. Der Schub kann in Wochen bis Monaten zurückweichen, später aber in eine Plaqueform übergehen.
Inverse Psoriasis sitzt dort, wo Haut auf Haut liegt: Achsel, Unterbrust, Leiste, Gesäßfalte, Nabel, Genitalregion. Statt grober Schuppe sieht man glatte, glänzende, wunde Rötung oder eine dunklere Verfärbung. Reibung und Schweiß verstärken das Bild. Genau deshalb wird die Faltenform leicht mit einer Hefepilzinfektion verwechselt, die eher einen aktiven Rand und eine zentrale Abblassung zeigt.
Pustulöse Psoriasis erzeugt sterile, eitergefüllte Knötchen auf gerötetem Grund. Lokal sitzt sie oft an Handflächen und Fußsohlen (palmoplantare Pustulose) und macht Gehen oder Greifen sehr schmerzhaft. An Finger- oder Zehenspitzen kann die seltene Acrodermatitis continua (Hallopeau) Nägel zerstören. Generalisiert überzieht sie große Teile des Körpers; die AAD beschreibt trockene, schmerzende Rötung, Pusteln binnen Stunden, Aufplatzen zu „Eiterseen“, danach flächiges Schälen, oft mit Fieber, Schüttelfrost und schnellem Puls.
Erythrodermische Psoriasis färbt nach der National Psoriasis Foundation etwa 80 bis 90 Prozent der Körperoberfläche, das Merck Manual nennt 75 bis 90 Prozent, die Cleveland Clinic mehr als 90 Prozent. Die Haut löst sich eher in Laken als in feinen Schuppen, wirkt verbrannt und kann Temperatur, Flüssigkeit und Kreislauf entgleisen lassen. Die Stiftung schätzt diesen Typ auf rund zwei Prozent der Menschen mit Psoriasis.
| Typ | Sichtbares Bild | Typische Stellen | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Plaque | Erhabene, klar umrandete Platten mit silbriger Schuppe | Ellenbogen, Knie, Kopfhaut, Kreuz | Häufigste Form, 80–90 % |
| Guttata | Viele kleine tropfenförmige schuppende Flecken | Rumpf, Arme, Beine | Oft nach Streptokokken-Angina |
| Invers | Glatte, wunde Rötung ohne grobe Schuppe | Achsel, Leiste, unter der Brust | Reibung und Schweiß verstärken |
| Pustulös lokal | Sterile Pusteln, dicke rissige Haut | Handflächen, Fußsohlen, Fingerkuppen | Greifen und Gehen sehr schmerzhaft |
| Pustulös generalisiert | Rasche Pusteln, dann flächiges Schälen | Große Körperanteile | Notfall bei Fieber oder Schüttelfrost |
| Erythrodermisch | Flächige Verfärbung, Haut löst sich in Laken | ≥75–90 % der Fläche | Facharzt am selben Tag, oft Klinik |
Wie zeigt sich Psoriasis an Kopfhaut, Gesicht und in Falten?
An Kopfhaut, Gesicht, Handflächen, Fußsohlen und Genitalhaut kann schon eine kleine Fläche den Alltag stark belasten. NICE verlangt, genau diese Stellen festzuhalten, auch wenn der restliche Körper fast frei ist. Der International Psoriasis Council hat 2020 dasselbe Prinzip in eine Zweiteilung gegossen: Kandidat für lokale Mittel oder für systemische Therapie, sobald besondere Sitze betroffen sind, mehr als zehn Prozent der Fläche erkranken oder Cremes zweimal hintereinander versagen.
Kopfhaut-Psoriasis reicht von feiner Schuppung bis zu dicken, verkrusteten Platten. Die Herde können hinter dem Haaransatz bleiben oder auf Stirn, Ohren und Nacken übergreifen. Die AAD warnt, dass sehr dicke Beläge zu Haarausfall führen können; nach dem Abheilen wächst das Haar in der Regel nach. Die Abgrenzung zur seborrhoischen Dermatitis fällt schwer. Mischbilder mit fettig-gelber Schuppe an Haaransatz, Nasenfalten und Brustbein heißen Sebopsoriasis.
Im Gesicht sitzen dünnere, oft weniger schuppende Platten an Stirn, Augenbrauen, Lidern und Nasolabialfalten. Die Haut dort ist empfindlich. Hochpotente Steroidcremes gehören nicht in die Selbstbehandlung. An Handflächen und Fußsohlen entstehen dicke, rissige Platten oder sterile Pusteln; schon wenige Quadratzentimeter können das Gehen oder das Halten von Werkzeug zur Qual machen.
Genital- und Faltenhaut wirkt leuchtend rot oder glänzend verdunkelt, oft ohne grobe Schuppe, weil Feuchtigkeit sie abreibt. Die National Psoriasis Foundation nennt genitale Beteiligung bei bis zu zwei Dritteln der Betroffenen und Kopfhaut- oder Gesichtsbefall bei rund der Hälfte. Juckreiz und schmerzhafte Einrisse stehen im Vordergrund. Ein begleitender Hefepilz ist möglich und ändert die lokale Therapie.
Was verraten Nägel und Gelenke über Psoriasis?
Nagelzeichen können zu jeder Hautform gehören und manchmal sogar ohne sichtbare Plaques auftreten. Die AAD nennt gelb-braune Flecken, Tüpfel, bröckelnde Platten und eine Ablösung vom Nagelbett als typische Bilder.
Matrixbeteiligung erzeugt regelmäßig tiefe Tüpfel, weiße Flecken, eine brüchige Platte und rote Punkte in der Lunula. Nagelbettbeteiligung zeigt sich als Ölfleck (lachs- bis gelbbrauner Fleck unter der Platte), als verdickte Hornschicht unter dem Nagel und als Onycholyse mit rötlich-braunem proximalem Rand. Das Merck Manual zählt dieselben Zeichen und ergänzt Splitterblutungen. Bei Psoriasis-Arthritis liegen Nagelveränderungen in bis zu 90 Prozent der Fälle vor.
Ein Nagelpilz kann fast dasselbe Bild erzeugen. Deshalb prüft die Praxis oft eine Probe, bevor monatelang nur lokal behandelt wird. Viele regelmäßig tiefe Tüpfel gelten als starker Hinweis auf Psoriasis, ersetzen aber keine Untersuchung der übrigen Haut.
Gelenke, Sehnenansätze und Fingerwürste gehören zum Blickfeld, sobald die Hautdiagnose feststeht. Die National Psoriasis Foundation rechnet damit, dass etwa 30 Prozent der Menschen mit Psoriasis im Lauf des Lebens eine Psoriasis-Arthritis entwickeln. StatPearls zitiert eine Metaanalyse von 2019 mit gepoolten 19,7 Prozent, bei Kindern 3,3 Prozent und bei mittelschwerer bis schwerer Hautkrankheit 24,6 Prozent. Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht: Klinikregister liegen höher, bevölkerungsweite Auswertungen niedriger. Typisch sind geschwollene Finger oder Zehen (Daktylitis), steife Morgenstunden, entzündete Achillessehne oder Kreuzdarmbeingelenke. Unbehandelt kann der Gelenkschaden bleiben. NICE empfiehlt in den ersten zehn Jahren nach Hautbeginn eine jährliche Suche nach Gelenkbeteiligung.
Psoriasis oder Ekzem: woran liegt der Unterschied?
Beide Krankheiten jucken, röten und schuppen, sitzen aber oft an anderen Orten und fühlen sich anders an. Die AAD beschreibt Psoriasisplatten als dick, klar umrandet und silbrig schuppend, bevorzugt an Ellenbogen und Knien; Ekzemherde sind unscharf, nässen eher und sitzen in den Beugen.
Bei Kindern ist die Verwechslung besonders häufig. Eine australische Untersuchung, die die AAD zitiert, fand, dass die meisten Kinder mit Psoriasis zuerst eine andere Diagnose erhielten, oft Neurodermitis. Hilfreich bleiben drei Dinge: der Juckreiz ist beim Ekzem meist heftiger; Psoriasisplatten sind dicker und schärfer begrenzt; Nagelzeichen, Streckseiten und eine familiäre Psoriasis sprechen für die Plaquekrankheit. Manchmal liegen beide Krankheiten vor. Dann spricht die Praxis von psoriasiformer Dermatitis, bis das Bild klarer wird.
Weitere Doppelgänger sind Pilzringe mit zentraler Abblassung, seborrhoische Dermatitis mit fettig-gelber Schuppe, Pityriasis rosea mit einem größeren Startfleck entlang der Hautspaltlinien und selten eine sekundäre Syphilis mit tropfenartigen Papeln, die im Gegensatz zur Guttata-Form oft Handflächen und Fußsohlen mitbetrifft. Bleibt die Zuordnung unklar, folgt eine Hautprobe. Die Cleveland Clinic hält die Biopsie für den nächsten Schritt, nicht für den ersten bei klassischem Bild.
Fotos im Netz ersetzen die Untersuchung nicht. Licht, Hautton, Kratzeffekte und bereits aufgetragene Cremes verändern das Bild. Wer einen neuen, nicht heilenden Ausschlag hat, braucht eine fachliche Einordnung, bevor wochenlang Kortison aus der Hausapotheke wandert.
Wie sieht Psoriasis auf dunklerer Haut aus?
Auf brauner und schwarzer Haut fehlt oft das Lehrbuch-Hellrot. Plaques wirken violett, lila, dunkelbraun oder grau, die Schuppe eher silbrig-grau. Merck Manual, National Psoriasis Foundation und AAD beschreiben dieses Farbmuster übereinstimmend. NICE weist ausdrücklich darauf hin, dass Rötung bei dunkler Haut schwerer zu messen ist. Wer nur nach Feuerrot sucht, unterschätzt aktive Entzündung.
Nach dem Schub bleiben häufig dunkle oder helle Flecken, die Monate brauchen, bis sie verblassen. Das ist eine postinflammatorische Pigmentstörung, kein Beweis für weiterlaufende Plaques. Umgekehrt kann aktive Entzündung auf dunkler Haut wie ein alter Pigmentfleck wirken. Hilfreich bleiben scharfe Grenzen, silbrige Schuppe, typische Sitzorte und Nagelzeichen.
Die Stiftung nennt für afroamerikanische Erwachsene in den USA eine Prävalenz von 1,5 Prozent gegenüber 3,6 Prozent bei hellhäutigen Menschen und führt einen Teil der Lücke auf Unterdiagnose zurück. Das Merck Manual erklärt weltweite Unterschiede ähnlich: in ressourcenreichen Regionen und bei hellerer Haut werden höhere Raten gemeldet, dunkle Haut wird untererfasst. Seit etwa 2018 steht dieser Punkt in Lehrtexten deutlich schärfer als in älteren Patientenartikeln, die fast nur rotes Silber beschrieben.
![[Psoriasis guttata]](https://demedbook.com/images/1/what-does-psoriasis-look-like_2.jpg)
Wann ist das Hautbild ein Notfall?
Flächige Rötung, die verbrannt wirkt, oder sterile Pusteln über große Teile des Körpers plus Fieber gehören nicht in die Warteschleife der Hautarztpraxis. NICE verlangt bei generalisierter pustulöser Psoriasis und bei Erythrodermie die sofortige fachärztliche Versorgung am selben Tag.
Die National Psoriasis Foundation listet für die erythrodermische Form schwere Verfärbung und schichtweises Abschälen, verbrannt wirkende Haut, steigende Herzfrequenz, starken Juckreiz und Schmerz sowie schwankende Körpertemperatur. Auf dunkler Haut kann die Fläche eher lila oder braun als grellrot sein. Komplikationen sind Flüssigkeitsverlust, Ödeme, Infekte, Lungenentzündung und in schweren Fällen Herzversagen.
Bei generalisierter Pustulose warnt die AAD vor Fieber oder Schüttelfrost als Zeichen, dass der Schub lebensbedrohlich werden kann. Zusätzlich können schneller Puls, Verwirrtheit, wenig Urin, Gelbfärbung von Haut oder Augen und starke Schwäche auftreten. Seit 2022 steht in den USA mit Spesolimab erstmals ein speziell für diese Form zugelassenes Biologikum zur Verfügung, für Jugendliche ab zwölf Jahren und mindestens 40 Kilogramm Körpergewicht; die Gabe gehört in fachärztliche Hand, nicht in die Hausapotheke.
Kinder mit plötzlicher flächiger Pustulose oder Erythrodermie brauchen ebenfalls sofort Hilfe. NICE schickt jedes Kind mit Psoriasis ohnehin beim ersten Bild zur Spezialistin oder zum Spezialisten, weil sich das Muster von dem Erwachsener unterscheiden kann.
Was ändert sich am Bild unter der Behandlung?
Lokale Mittel können Plaques binnen Wochen flacher, weniger schuppig und blasser machen, heilen die Krankheit aber nicht. Die Cleveland Clinic nennt Kortisoncremes, Vitamin-D-Analoga, Feuchtigkeitsgrundlagen, Teer, Anthralin und Retinoide als erste Stufe bei kleiner Fläche. Das Merck Manual ergänzt Calcineurinhemmer für empfindliche Zonen sowie die neueren Wirkstoffe Roflumilast und Tapinarof, die es 2018 in der Patientenliteratur noch nicht gab.
Phototherapie mit Schmalband-UVB kann ausgedehnte Plaques und die Tropfenform bleichen. Systemische ältere Stoffe (Methotrexat, Ciclosporin, Acitretin) und gezielte Biologika gegen Tumornekrosefaktor, Interleukin-17 oder Interleukin-23 können große Flächen und Gelenke mitbeeinflussen. Die AAD-NPF-Leitlinie von 2019 nennt Biologika als Option schon in der ersten Linie bei mittelschwerer bis schwerer Plaqueform, weil Wirksamkeit und Sicherheitsprofil das rechtfertigen. Das ist eine klare Verschiebung gegenüber älteren Stufenplänen, die Biologika erst nach dem Scheitern klassischer Tabletten vorsahen.
Sichtbare Besserung heißt nicht, dass die Immunlage dauerhaft ruhig bleibt. Nach Absetzen können Herde zurückkehren, manchmal stärker. Abruptes Absetzen systemischer Kortikoide kann nach Merck Manual gerade eine erythrodermische oder generalisiert pustulöse Entgleisung auslösen. Neue oder dunkler werdende Stellen unter Therapie, Eiter, Fieber oder Gelenkschmerz gehören deshalb zurück in die Sprechstunde, nicht in eine Dosisanpassung auf eigene Faust.
Wann zum Arzt bei verdächtigen Hautstellen?
Beim ersten Ausschlag, der Wochen bleibt, bei unsicherer Zuordnung und bei jedem Kind gehört die Haut in fachliche Hand. NICE nennt außerdem schwere oder stark belastende Befunde, Versagen lokaler Mittel, akute Tropfenform, die Lichttherapie brauchen könnte, und Nagelbefall, der Greifen oder das Erscheinungsbild stark stört.
Sofort, nicht erst „nächste Woche“, gilt das Bild in diesen Situationen.
- Die Haut wirkt über weite Teile verbrannt, löst sich in Laken oder ist von Pusteln übersät, besonders zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost.
- Aus einer Plaque sickert Eiter, rote Streifen laufen davon weg, oder es treten starker Schmerz, Schwellung und Krankheitsgefühl auf.
- Gelenke schwellen, Finger wirken wurstförmig, die Ferse oder der Rücken entzünden sich morgens länger als eine halbe Stunde.
- Eine bisher bekannte Psoriasis ändert plötzlich Muster, Fläche oder Schmerzcharakter, oder ein Kind zeigt erstmals Pusteln oder flächige Rötung.
Die Diagnose bleibt in den meisten Fällen klinisch: Blick, Sitz, Nägel, Vorgeschichte. Labor und Probe kommen hinzu, wenn das Bild atypisch ist, ein Pilz möglich bleibt oder vor einer systemischen Therapie Infekte und Organfunktionen geprüft werden müssen. Eine „Hausmittel-Diät“ ersetzt diese Abklärung nicht; ergänzende Verfahren sollte man mit der behandelnden Praxis abstimmen, weil manche Stoffe Schübe verstärken können.
Häufige Fragen
Ist Psoriasis ansteckend?
Nein. Weder Plaques noch Schuppen übertragen die Krankheit auf andere Menschen. Die National Psoriasis Foundation und die Cleveland Clinic betonen das ausdrücklich, weil Schuppen und Rötung oft mit Infekten verwechselt werden. Was sich vererben kann, ist die Neigung, nicht der Ausschlag selbst.
Kann Psoriasis wie ein Pilz aussehen?
Ja, vor allem in Hautfalten und an Nägeln. Inverse Psoriasis glänzt und schuppt wenig, ein Dermatophyt zeigt eher einen aktiven Rand. Nagelpsoriasis und Nagelpilz teilen sich Tüpfel, Verdickung und Ablösung. Eine Probe klärt das, bevor monatelang das falsche Mittel genutzt wird.
Verschwindet der Ausschlag von selbst?
Einzelne Schübe können sich über Wochen zurückbilden, die Veranlagung bleibt. NIAMS beschreibt Zyklen aus Aufflackern und ruhigeren Phasen. Ohne Therapie kehren viele Herde zurück, sobald ein Auslöser (Infekt, Verletzung, bestimmtes Arzneimittel, starker Stress) dazukommt.
Wie sieht Nagelpsoriasis aus?
Typisch sind regelmäßig tiefe Tüpfel, lachsfarbene Ölflecke, eine verdickte Unterlage und eine Ablösung mit rötlich-braunem Rand. Die Platte kann bröckeln oder sich verfärben. Solche Zeichen erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Gelenkbeteiligung und gehören in dieselbe Untersuchung wie die Haut.
Wann ist Psoriasis gefährlich?
Gefährlich wird das Bild vor allem als Erythrodermie oder als generalisierte Pustulose mit Fieber, Kreislauf- oder Flüssigkeitsentgleisung. Psoriasis-Arthritis kann Gelenke dauerhaft schädigen, wenn sie unbehandelt bleibt. Die Hautform selbst ist in der Regel nicht lebensbedrohlich, belästigt aber Schlaf, Arbeit und Stimmung erheblich.
Bekomme ich Gelenke, nur weil die Haut betroffen ist?
Nicht automatisch. Schätzungen liegen zwischen rund einem Fünftel (Metaanalyse 2019) und etwa einem Drittel (National Psoriasis Foundation). Nagelbefall, schwere Hautkrankheit und entzündliche Gelenkschmerzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit. Eine jährliche Nachfrage in den ersten Jahren nach Hautbeginn, wie NICE sie vorschlägt, fängt viele Fälle früher.
![[inverse Psoriasis]](https://demedbook.com/images/1/what-does-psoriasis-look-like_3.jpg)
Fazit
Wer Psoriasis sucht, sollte nicht nur nach feuerroten Silberplatten an Ellenbogen schauen. Tropfen, glänzende Falten, sterile Pusteln, Nagelölflecke und violette Platten auf dunkler Haut gehören zumselben Spektrum. Scharfe Grenze, silbrige Schuppe, typische Sitze und Nagelzeichen tragen die Diagnose; unsichere Bilder brauchen eine Probe statt wochenlanger Selbstversuche.
Seit 2018 hat sich die Bewertung des sichtbaren Befunds verschoben. Nicht mehr allein die Prozentfläche entscheidet, ob jemand „schwer“ gilt. Besondere Stellen, Therapieversagen und Gelenkrisiko wiegen gleich schwer, und für die generalisierte Pustulose gibt es seit 2022 eine eigene zugelassene Therapie akuter Schübe. Das ändert, wann jemand früher zur systemischen Behandlung überwiesen werden sollte.
Praktisch heißt das: neuen, nicht heilenden Ausschlag zeigen lassen, Nägel und Gelenke mitprüfen, Auslöser (Infekte, Verletzungen, bestimmte Arzneimittel) notieren und bei flächiger Verfärbung oder Pusteln plus Fieber denselben Tag eine Notfallversorgung suchen. Cremes, Licht und gezielte Immunmittel können das Bild über Wochen beruhigen. Sie heilen die Veranlagung nicht, machen aber den Unterschied zwischen ständig offenen Platten und langen ruhigen Phasen.
Quellen
- American Academy of Dermatology: What does psoriasis look like?. American Academy of Dermatology, Stand: 2024.
- Das S, Merola JF: Psoriasis – Dermatology – Merck Manual Professional Edition. Merck Manual Professional Edition, Februar 2026.
- National Institute of Arthritis and Musculoskeletal and Skin Diseases: Psoriasis Symptoms, Causes, & Risk Factors. National Institutes of Health, Oktober 2023.
- National Psoriasis Foundation: Psoriasis: Symptoms, Causes, Images & Treatment. National Psoriasis Foundation, 24. März 2026.
- National Psoriasis Foundation: Erythrodermic Psoriasis: Symptoms, Causes & Treatment. National Psoriasis Foundation, 24. März 2026.
- National Institute for Health and Care Excellence: Assessment and referral. NICE guideline CG153, 1. September 2017.
- Nair PA, Badri T: Psoriasis – StatPearls. StatPearls, 3. April 2023.
- Cleveland Clinic: Psoriasis: What It Is, Symptoms, Causes, Types & Treatment. Cleveland Clinic, 15. September 2022.
- American Academy of Dermatology: Pustular psoriasis: Treatment. American Academy of Dermatology, 29. August 2024.
- American Academy of Dermatology: What’s the difference between eczema and psoriasis?. American Academy of Dermatology, Stand: 2024.
- Blauvelt A, Strober B: How to Best Define Psoriasis Severity: A New Consensus Statement From the International Psoriasis Council. Journal of Psoriasis and Psoriatic Arthritis, 2. Februar 2021.
